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Dokumentenidentifikation DE4011458A1 18.10.1990
Titel Vorrichtung zur Herstellung von Effektgarn
Anmelder Barmag AG, 5630 Remscheid, DE
Erfinder Bauer, Karl, Dr.-Ing., 5630 Remscheid, DE;
Krenzer, Eberhard;
Nölle, Wolfgang, 5828 Ennepetal, DE;
Wette, Karl-Heinz, 5608 Radevormwald, DE
DE-Anmeldedatum 09.04.1990
DE-Aktenzeichen 4011458
Offenlegungstag 18.10.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.1990
IPC-Hauptklasse D02G 3/34
IPC-Nebenklasse D02G 1/16   
Zusammenfassung Die Vorrichtung findet Anwendung in Lufttexturiermaschinen. Hierbei wird ein Effektfaden mit wechselnder Fadenspannung in die Lufttexturierdüse (6) geführt. Er läuft dabei über zwei Fadenführer (11) und (12) und einen zwischen beiden angeordneten, umlaufenden Fadenführer (13). Der Fadenführer (13) kann mit wechselnder Geschwindigkeit angetrieben werden, wobei die Verbindungslinie der Fadenführer (11) und (12) mit der Umlaufachse (15) stets einen Winkel kleiner als 180° bilden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Effektgarn nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Diese Vorrichtung ist durch die US-PS 41 59 619 bekannt. Bei dieser Vorrichtung kann die Verteilung und Beschaffenheit der Stellen erhöhter Materialansammlung nur sehr eingeschränkt beeinflußt werden. Bei der bekannten Vorrichtung pendelt ein Auslenkhebel, der von einer rotierenden Steuerscheibe angetrieben wird, zwischen zwei Endstellungen hin und her.

In der DE-OS 22 01 147 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Effektgarnen aus Kernfaden und Effektfaden beschrieben, bei dem der Effektfaden pneumatisch zu einer Fadenschleife wechselnder Größe ausgezogen wird. Hierbei unterliegt die Steuerung der Fadenschleife nach Größe und Zeitdauer erheblichen Beschränkungen, was insbesondere nachteilig ist, wenn der Effektfaden mit hoher Fadengeschwindigkeit hergestellt werden soll.

Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer nach Bauaufwand und Funktion einfachen Vorrichtung, die vielfältige, jedoch einfache Steuerungsmöglichkeiten für die Verteilung und Ausbildung der Dünn- und Dickstellen des Effektgarns bietet. Die Lösung ergibt sich aus dem Kennzeichen des Anspruchs 1.

Nach Anspruch 2 wird die Möglichkeit zur Beeinflussung und Steuerung der Ausbildung der Dünn- und Dickstellen noch erweitert.

Nach Anspruch 3 wird sichergestellt, daß nicht nur die Zunahmegeschwindigkeit der Fadenspeicherung, sondern auch die Abnahmegeschwindigkeit steuerbar ist und durch Einstellung und Programmierung vorgegeben werden kann.

Nach Anspruch 4 entsteht eine arbeitstechnisch und bedienungstechnisch sichere Vorrichtung.

Bei der Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 5 läßt sich nicht nur die Frequenz der Effekte bzw. Flammen, d.h. die Anzahl der Effekte bzw. Flammen pro Meter Fadenlänge, sondern darüber hinaus auch die Gestaltung der Flammen durch Beeinflussung ihrer Übergänge, Längen, Intensitäten sehr weitgehend beeinflussen.

Dabei werden bei der weiteren Ausgestaltung nach Anspruch 6 einstellbare Parameter bereitgestellt, die eine Anpassung an jeden gewünschten Einsatzzweck ermöglichen.

Es ist also bevorzugt vorgesehen, daß die Drehzahl des Umlauffadenführers nicht konstant ist. Bei den vorangehend beschriebenen Ausführungen werden dabei Änderungen der Drehzahl vorgesehen, die mit vorgegebener Frequenz periodisch wiederkehren.

Sofern die dadurch vorgegebene Steuerbarkeit der Drehzahl des Umlauffadenführers den Anforderungen nicht genügt, wird weiterhin vorgeschlagen, die Drehzahl durch einen frei programmierbaren Mikroprozessor zu steuern, wobei als Extremwerte eine einstellbare maximale Drehzahl und eine einstellbare minimale Drehzahl vorzugeben sind. Die minimale Drehzahl kann dabei auch Null sein. Damit läßt sich jeder gewünschte Verlauf der Drehzahl des Umlauffadenführers im Rahmen der durch den Antrieb und seine mechanische Auslegung gegebenen Möglichkeiten realisieren.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 die Aufsicht auf eine schematisch dargestellte Vorrichtung;

Fig. 2 den Schnitt durch die Vorrichtung in der Ebene II-II;

Fig. 3 den Schnitt durch die Vorrichtung in der Ebene II-III;

Fig. 4 die Untersicht der Vorrichtung;

Fig. 5 einen Schaltplan für die Steuereinrichtung des Umlaufmotors;

Fig. 6 ein Drehzahl-/Zeitdiagramm des Umlaufmotors.

Ein Kernfaden 1 und ein Effektfaden 2 werden durch Galetten 3 und 4 über Fadenführer 5 gemeinsam einer Lufttexturierdüse zugeführt und durch eine gemeinsame Abzugsgalette 9 daraus abgezogen. Ein Lufttexturierverfahren ist z.B. in dem deutschen Patent 27 49 867 beschrieben. Bei einer solchen Lufttexturierung entsteht ein Effektgarn, wenn der Kernfaden 1 mit vorzugsweiser konstanter, jedenfalls relativ hoher Fadenspannung und der Effektfaden 2 mit wechselnder, im Mittel niedrigerer Fadenspannung in die Düse 6 geführt wird. Es entsteht ein Gesamtfaden, im folgenden als Effektgarn 8 bezeichnet, in dem die Endlosfilamente des synthetischen Kernfadens 1 und die Endlosfilamente des synthetischen Effektfadens 2 miteinander verwirbelt sind, wobei die Filamente des Effektfadens in dem Effektgarn zu Schlingen, Schlaufen, Bögen und dgl. verformt sind, deren Größe/Amplitude von der jeweils angewandten Fadenspannung des Effektfadens 2 in der Lufttexturierdüse 6 abhängt.

Der Gesamtfaden/das Effektgarn wird aus der Düse durch Abzugsgalette 9 abgezogen. Die Fadenspannung des Kernfadens 1 hängt von dem Geschwindigkeitsverhältnis zwischen der Abzugsgalette 9 und der den Kernfaden liefernden Galette 3 ab. Die Fadenspannung des Effektfadens 2 hängt einerseits ab von dem Geschwindigkeitsverhältnis der Abzugsgalette 9 und der den Effektfaden liefernden Galette 4, zum anderen aber auch davon, wieviel Fadenmenge des Effektfadens 2 in der Vorrichtung zur Bildung einer Fadenschleife momentan gespeichert wird und ob die Speicherung zunimmt oder abnimmt.

Im folgenden wird die Vorrichtung 10 zur Bildung der Fadenschleife beschrieben:

Ein Umlauffadenführer 13 ist an dem freien Ende eines Hebels 14 drehbar befestigt. Der Hebel 14 wird mit gleich bleibendem Drehsinn um die Umlaufachse 15 gedreht. Dadurch bewegt sich der Umlauffadenführer 13 in einer vorgegebenen Umlaufebene auf einer kreisförmigen Umlaufbahn. In dieser Umlaufebene sind auch der Einlauffadenführer 11 und der Auslauffadenführer 12 angebracht. Der Einlauffadenführer 11 und der Auslauffadenführer 12 bilden mit der Umlaufachse einen kleinsten Zentriwinkel, der kleiner ist als 180°. Vorzugsweise ist dieser kleinste Zentriwinkel so klein, daß die Umlaufbahn des Umlauffadenführers 13 die Verbindungslinie zwischen den Fadenführern 11 und 12 allenfalls berührt, nicht aber schneidet. Das heißt, daß die Länge des Hebels 14 bzw. der Abstand zwischen der Umlaufachse 15 und der Drehachse des Umlauffadenführers 13 vorzugsweise kleiner oder gleich dem kleinsten Abstand der Verbindungslinie zwischen den Fadenführern 11, 12 von der Umlaufachse 15 ist.

Zum Antrieb des Hebels 14 dient ein Umlaufmotor 16. Der Umlaufmotor 16 wird durch Umlaufsteuerung 17 nach einem vorgegebenen Programm oder nach Zufallsprogramm angetrieben.

Die Vorrichtung 10 zur Erzeugung der Fadenschleife ist in einem Gehäuse untergebracht, das aus einem zylindrischen Mantel 18 und einem Deckel 19 besteht. Der Mantel 18 und der Deckel 19 sind nur an einer Stelle miteinander befestigt, so daß beide einen Schlitz 20 bilden. Der Schlitz 20 liegt in der Umlaufebene des Umlauffadenführers 13 und der Fadenführer 11 und 12. Die Befestigungsstelle zwischen Mantel 18 und Deckel 19 liegt in dem kleinsten Winkelbereich zwischen den Fadenführern 11 und 12, wobei davon auszugehen ist, daß die Zylinderachse des Gehäusemantels 18 und die Umlaufachse 15 zusammenfallen. Daher erstreckt sich der Schlitz 20 über den größten Zentriwinkel zur Umlaufachse 15, auf dessen Schenkeln die Fadenführer 11 und 12 liegen.

Der Einlauffadenführer 11 ist in einem Schlitz 21, der konzentrisch zur Umlaufachse 15 liegt, beweglich geführt. Hierdurch kann der Einlauffadenführer 11 in einer gewünschten Position festgestellt werden. Daher ist der Zentriwinkel zur Umlaufachse 15, auf dessen Schenkeln die Fadenführer 11, 12 liegen, einstellbar. In dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel geschieht die Positionierung des Einlauffadenführers 11 durch einen Antrieb, der aus dem Motor 24, der Kurbel 23 und der Schubstange 22 besteht. Der Motor 24 kann so angetrieben werden, daß der Einlauffadenführer 11 in eine gewünschte Position gefahren wird und dort während der Produktion des Effektgarns stehenbleibt. Der Motor 24 kann aber auch durch eine Steuereinrichtung 25 während der Herstellung des Effektgarnes dauernd mit konstanter Drehzahl oder nach einem vorgegebenen Programm mit wechselnder Drehzahl, jedoch gleich bleibender Drehrichtung angetrieben werden, so daß der Einlauffadenführer 11 seine Position während der Herstellung des Effektgarnes dauernd ändert.

Zur Funktion

Zunächst wird die Funktion betrachtet bei stillstehendem Einlauffadenführer 11. Der Effektfaden 2 wird zunächst von der Galette 4 kommend gemeinsamen mit dem Kernfaden 1 durch Fadenführer 5 in die Lufttexturierdüse 6 eingeführt. Aus der Lufttexturierdüse 6 wird der Gesamtfaden (Effektgarn) 8 durch Abzugsgalette 9 abgezogen. Nunmehr wird zum Inbetriebsetzen des Prozesses der Effektfaden 2 zwischen den Fadenführern 11 und 12 zu einer Fadenschleife ausgezogen. Diese Fadenschleife wird über das zylindrische Gehäuse 18 gestülpt. Dadurch fällt der Faden in den Schlitz 20 des Gehäuses. Der Faden gelangt dabei automatisch in die Führungsrille des Umlauffadenführers 13. Bei dem Umlauffadenführer 13 handelt es sich vorzugsweise um eine frei drehbare Rolle. Der Umlauffadenführer 13 wird mit wechselnder Drehzahl, jedoch gleich bleibender Drehrichtung angetrieben. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, wird dadurch die Fadenschleife zwischen dem Einlauffadenführer 11 und dem Auslauffadenführer 12 vergrößert und verkleinert. Vorausgesetzt, die Fadenführer 11, 12 stehen fest, hängt der zeitliche Verlauf dieser Vergrößerung und Verkleinerung ab von der Drehzahl und der Änderungsgeschwindigkeit der Drehzahl. Es werden also bei der Herstellung des Effektgarns zeitlich schwankende Fadenmengen des Effektfadens in Form einer zeitlich schwankenden Fadenschleife gespeichert. Die größte und die kleinste Speichermenge hängt ab von der Dimensionierung der Vorrichtung 10, insbesondere von dem Abstand der Fadenführer 11 und 12 voneinander, von dem Abstand der Fadenführer 11 und 12 von der Umlaufachse 15 sowie von dem Radius der Umlaufbahn des Umlauffadenführers 13.

Durch Positionierung der beiden Fadenführer 11 und 12 kann also die größte und die kleinste Speichermenge variiert werden. Vorzugsweise bleibt der Auslauffadenführer 12 ortsfest, damit die Fadenlaufverhältnisse in der Texturierdüse 6 nicht geändert werden. Der Fadenführer 11 kann jedoch in dem Schlitz 12, der konzentrisch zur Umlaufachse 15 liegt, verstellt werden. Bei kleinstem Abstand zwischen den Fadenführern 11 und 12 entsteht die größte Schwankung der Fadenspeichermenge. Bei größtem Abstand der Fadenführer 11 und 12 entsteht die kleinste Schwankung der Fadenspeichermenge.

Durch während der Effektgarnherstellung ständig wechselnde Positionierung des Einlauffadenführers 11 mit Hilfe des Antriebs nach Fig. 4 kann der Änderung der Fadenspeichermenge, welche durch den Umlauf des Umlauffadenführers 13 hervorgerufen wird, eine zusätzliche Änderung überlagert werden. Hierbei sind folgende Betriebsweisen denkbar:

  • a) Der Umlauffadenführer 13 läuft mit konstanter Drehzahl um; der Antrieb 24 zur Verlegung des Fadenführers 11 wird mit einer nach einem Verlegungsprogramm variablen Drehzahl betrieben;
  • b) Der Umlauffadenführer 13 läuft mit einer nach Umlaufprogramm variablen Drehzahl um; der Motor 24 zur Verlegung des Einlauffadenführers 11 wird mit konstanter Drehzahl betrieben;
  • c) Der Umlauffadenführer 13 läuft mit einer nach dem Umlaufprogramm variablen Drehzahl um;

    der Motor 24 zur Verlegung des Einlauffadenführers 11 wird mit einer nach Verlegungsprogramm variablen Drehzahl betrieben, wobei wiederum die Alternativen bestehen, daß Umlaufprogramm und Verlegungsprogramm aufeinander abgestimmt sind oder willkürlich überlagert werden;
  • d) Der Umlauffadenführer 13 und der Antrieb 24 zur Verlegung des Fadenführers 11 laufen mit konstanten Drehzahlen um, wobei die Drehzahlen jedoch ungleich sind. Hierdurch erfolgt abwechselnd eine Addition und eine Subtraktion der Wirkungen des Umlauffadenführers einerseits und des Fadenführer-Abstandes andererseits.


Es ist aus dieser Zusammenstellung ersichtlich, daß durch die überlagerte Steuerung der Schleifenbildung zum einen durch Umlauf des Umlauffadenführers 13 und zum anderen durch Verlegung eines der Fadenführer 11 eine vielfältige Steuerungsmöglichkeit für die Effektgarnbildung gegeben ist. Dies gestattet eine feinfühlige Anpassung an die gewünschten Resultate.

Doch auch bei feststehendem Fadenführer 11 ist mit der Vorrichtung eine sehr feinfühlige Anpassung an unterschiedliche praktische Anforderungen möglich, wenn die Umlaufdrehzahl des Umlauffadenführers 13 ständig variiert wird. Hierzu ist ein geeigneter Schaltplan in Fig. 5 dargestellt. Dabei wird der Umlaufmotor, ein Asynchronmotor, über einen Frequenzgeber 30 angetrieben, dessen Frequenz mittels Regler 29 gesteuert wird. Die Drehzahl des Umlaufmotors 16 wird auf das dem Regler 29 vorgegebene Sollwertsignal eingeregelt.

Zur Vorgabe des Sollwertsignals nsoll, das dem Regler vorgegeben wird, dient der im folgenden beschriebene Teil der Steuereinrichtung 17: Die Grunddrehzahl des Umlaufmotors 16 wird an dem Potentiometer 26 eingegeben, welches als Sollwertgeber für die Grunddrehzahl dient. Das Ausgangssignal des Sollwertgebers 26 wird über einen Operationsverstärker 27 mir innerer Rückführung und einen Integrator 28 auf den Regler geführt. Bei konstantem Eingangssignal wirkt der Integrator als Verstärker. Auf das dynamische Verhalten wird später eingegangen.

Ein weiterer Operationsverstärker 31 ist ebenfalls durch den Sollwertgeber 26 angesteuert. Der Operationsverstärker 31 weist eine einstellbare innere Rückführung auf, so daß sein Ausgangssignal unabhängig von dem Operationsverstärker 27 einstellbar ist. In die Rückführung des Operationsverstärkers 27 ist das Ausgangssignal des Operationsverstärkers 31 eingeführt. Die Verbindung zwischen dem Operationsverstärker 31 und dem Operationsverstärker 27 wird durch einen Schalter 32 hergestellt. Der Schalter 32 wird durch einen Oszillator im Einschalt- und Ausschaltsinne mit einer durch Oszillator 34 vorgegebenen Taktfrequenz betätigt. Der Oszillator wird durch einen Sollwertgeber 33 angesteuert, so daß durch den Oszillator eine Impulskette mit einstellbarer Frequenz erzeugbar ist. Dem Oszillator 27 wird also in seiner Rückführung mit vorgebbarer Taktfrequenz ein in seiner Höhe einstellbares Gegensignal von Oszillator 31 aufgeprägt. Dadurch wird auch das Ausgangssignal des Oszillators 27 mit dieser Taktfrequenz sprunghaft verringert und wieder auf den Ausgangswert erhöht. Dieser Ausgangswert wird nun dem Integrator 28 aufgegeben. Der Integrator 28 bestimmt das Änderungsverhalten des einzugebenden Sollwertes der Drehzahl und bewirkt, daß bei sprunghafter Änderung des Ausgangssignals des Operationsverstärkers 27 eine stetige Änderung des dem Regler vorzugebenden Sollwertsignals der Drehzahl erfolgt.

Jeder sprunghaften Änderung des Ausgangssignals des Operationsverstärkers 27 ist also eine nur endliche Beschleunigung der Drehzahl des Umlaufmotors 16 dank des Integrators, im folgenden auch "Beschleunigungsgeber" genannt, zugeordnet.

Die Höhe des Beschleunigungswertes bzw. Verzögerungswertes bei negativer sprunghafter Änderung wird durch den Sollwertgeber 35 des Beschleunigungsgebers 29 eingestellt.

Der Regler 29 hat ein Proportional/Integral-(PI-)Verhalten. Die Reglerkonstante K sowie die Verzögerungszeit Tv des Reglers kann an dem Sollwertgeber 36 eingestellt werden. Weitere Einstellmöglichkeiten, die bereits erwähnt wurden, sind:

  • - die Taktfrequenz an dem Sollwertgeber 33 für den Taktgeber,
  • - die Grunddrehzahl an dem Potentiometer 26,
  • - die durch Operationsverstärker 31 - im folgenden auch "Änderungsgeber" genannt - vorgegebene Gegenspannung an der inneren Rückführung mit Widerstand 37 des Operationsverstärkers 31.


Aus dem nachfolgenden Diagramm nach Fig. 6, welches den zeitlichen Verlauf der Drehzahl zeigt, ergibt sich gleichzeitig auch die Funktion der Schaltung nach Fig. 5. In Fig. 6 ist im unteren Bereich auch der zeitliche Verlauf der durch den Oszillator 34 erzeugten Impulskette gezeigt, mit der der Schalter 32 betätigt wird. Wir gehen zunächst davon aus, daß der Schalter 32 geöffnet ist. Durch Einstellung des Potentiometers 26 wird eine bestimmte konstante Spannung vorgegeben, die der Beschleunigungsgeber als konstantes Drehzahl-Sollwert-Signal an den Regler 29 weitergibt. Bei geöffnetem Schalter 32 wird also der Umlaufmotor 16 mit konstanter Drehzahl angetrieben.

Der Operationsverstärker 31 wird nun ebenfalls mit einer konstanten Grundspannung betrieben. Da jedoch die innere Rückführung einstellbar ist, ist die Ausgangsspannung des Operationsverstärkers 31 ebenfalls einstellbar. Bei geschlossenem Schalter 32 wirkt diese Spannung additiv zu der rückgeführten Spannung des Operationsverstärkers 27. Daher wirkt die Ausgangsspannung des Operationsverstärkers 31 im Sinne einer sprunghaften Verminderung der Ausgangsspannung des Operationsverstärkers 27.

Der Schalter 32 wird in dem durch die Impulskette des Oszillators 34 vorgegebenen Takt geöffnet und geschlossen. Daher ändert sich auch das Ausgangssignal des Operationsverstärkers 27 sprunghaft mit derselben Taktfrequenz. Positive Änderungen führen in dem Integrator/Beschleunigungsgeber 28 zu einem konstanten Beschleunigungswert für die Drehzahl. Negative sprunghafte Änderungen führen zu einer konstanten Verzögerung der Drehzahl. Beschleunigung und Verzögerung können an dem Sollwertgeber 35 eingestellt werden.

In Fig. 6 stellt die Konstante NG die Grunddrehzahl dar. Durch Verstellung des Potentiometers 26 wird diese Grunddrehzahl als waagerechte Linie höher oder tiefer gelegt.

Der Grunddrehzahl wird eine Drehzahländerung überlagert, und zwar - in Fig. 6 dargestellt - negativ überlagert. Diese Überlagerung erfolgt während einer Taktzeit T. Die Taktzeit T entspricht einer Periodendauer des Taktgebers 34. Durch Sollwertgeber 33, d.h. Potentiometer, kann diese Taktzeit T eingestellt werden.

Die Verzögerung der Drehzahl wird in dem Diagramm nach Fig. 6 durch den Winkel alpha, die Beschleunigung durch den Winkel beta repräsentiert. Alpha und beta können durch Sollwertgeber 35 für den Beschleunigungsgeber 28 eingestellt werden.

Innerhalb jeder Taktzeit erfolgt also eine Verminderung der Drehzahl mit der Verzögerung alpha. Diese konstante Verzögerung wird beibehalten, bis eine Änderungsweite deltan erreicht ist. Die Änderungsamplitude wird eingestellt an dem Sollwertgeber 37 des Änderungsgebers 31. Nach dem Erreichen der vorgegebenen Änderungsamplitude erfolgt ein Einschwingvorgang in den verringerten Drehzahlsollwert. Denn der Regler 29 ist so eingestellt hinsichtlich seiner Reglerkonstante K, welches das Verhältnis zwischen Eingangs- und Ausgangssignal im statischen Zustand charakterisiert, und hinsichtlich seiner Verzögerungszeit TV, welche die Zeit wiedergibt, die bei sprunghafter Änderung des Eingangssignals erforderlich ist bis zur Erreichung des statischen Zustandes, daß sein Ausgangssignal bzw. der von diesem Ausgangssignal angesteuerte Umlaufmotor 16 eine gedämpfte Schwingung ausführt. Durch Vorgabe der Reglerkonstanten K und der Verzögerungszeit TV kann dieses Schwingungsverhalten vorgegeben werden. Wenn die Hälfte der Taktzeit erreicht ist, erfolgt eine Beschleunigung mit dem vorgegebenen Beschleunigungswert beta. Dabei gilt jedoch, daß beta×T/2 größer oder gleich alpha×T/2 ist. Hierdurch wird gewährleistet, daß die Grunddrehzahl NG innerhalb jeder Taktzeit wieder erreicht wird.

In Fig. 5 ist nun weiterhin dargestellt, daß die Sollwertgeber 26, 33, 35, 36, 37 auch durch einen programmierbaren Mikroprozessor 39 angesteuert werden können. In diesem Falle sind beliebige Kurvenformen für die Drehzahl vorgebbar, wobei jedoch gewährleistet werden muß, daß eine obere Drehzahl und eine untere Drehzahl vorgegeben wird. Diese Extremwerte dürfen nicht überschritten werden, da anderenfalls der Regler seinen Regelbereich verläßt. Als untere Drehzahlgrenze kann auch die Drehzahl Null vorgegeben werden.

Bezugszeichenaufstellung:

1 Kernfaden

2 Effektfaden

3 Liefergalette

4 Liefergalette

5 Fadenführer

6 Texturierdüse

7 Luftzufuhr

8 Effektgarn

9 Abzugsgalette

10 Vorrichtung zur Bildung einer Fadenschleife

11 Einlauffadenführer

12 Auslauffadenführer

13 Umlauffadenführer

14 Hebel

15 Umlaufachse

16 Umlaufmotor

17 Umlaufsteuerung

18 Gehäuse

19 Deckel

20 Schlitz

21 Schlitz

22 Schwinge

23 Schubkurbel

24 Verlegungsmotor

25 Verlegungssteuerung

26 Potentiometer, Sollwertgeber für Grunddrehzahl

27 Operationsverstärker, Drehzahlgeber

28 Integrator, Beschleunigungsgeber

29 Regler

30 Frequenzumrichter

31 Operationsverstärker, Änderungsgeber

32 Schalter

33 Sollwertgeber für Taktgeber

34 Oszillator, Taktgeber

35 Sollwertgeber für Beschleunigungsgeber, Integrator

36 Sollwertgeber für Regler

37 Sollwertgeber

39 Mikroprozessor


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Herstellung von Effektgarn, bei der ein Kernfaden und ein Effektfaden durch eine Lufttexturierdüse geführt werden, wobei der Effektfaden vor Einlauf in die Lufttexturierdüse zwischen zwei Fadenführern durch einen beweglichen Fadenführer zu einer Fadenschleife mit sich ändernder Amplitude ausgezogen wird, dadurch gekennzeichnet,

    daß der bewegliche Fadenführer als Umlauffadenführer (13) an einem Hebel angeordnet ist und um eine Umlaufachse mit einer nach einem Umlaufprogramm wechselnden Drehzahl in einer mit den Fadenführern gemeinsamen Ebene (Umlaufebene) mit gleich bleibendem Umlaufsinn umläuft,

    wobei die Verbindungslinien der Fadenführer (11, 12) mit der Umlaufachse (15) einen Winkel kleiner als 180° bilden.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer der Fadenführer, vor oder während der Effektgarnherstellung, vorzugsweise der Einlauffadenführer (11) im Sinne einer Verkleinerung oder Vergrößerung des Abstandes der Fadenführer (11, 12), vorzugsweise auf einer zur Umlaufachse konzentrischen Bahn (21) einmalig oder fortlaufend verstellbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Fadenführer (11, 12) von der Umlaufachse (15) und der Umlaufradius der Umlaufbahn so dimensioniert sind, daß die Umlaufbahn des Umlauffadenführers (13) die Verbindungslinie zwischen den Fadenführern (11, 12) nicht schneidet, sondern allenfalls berührt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Umlauffadenführer in einem Zylindergehäuse (18) mit Deckel (19) mit folgenden Merkmalen angeordnet ist:

    die Umlaufachse und die Zylinderachse stimmen im wesentlichen überein;

    der Zylindermantel ist in der Umlaufebene mit einem Schlitz (20) derart versehen, daß die von dem Schlitz aufgespannte Fläche die Umlaufachse überdeckt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Festlegung des Umlaufprogrammes eine feste Grunddrehzahl des Umlauffadenführers (13) einstellbar ist sowie wiederkehrende Abweichungen von der Grunddrehzahl einstellbar sind und/oder ein zeitlicher Verlauf dieser Abweichungen vorgebbar ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung bzw. Vorgabe der wiederkehrenden Abweichungen der Drehzahl des Umlauffadenführers von der Grunddrehzahl zumindest einer der folgenden Parameter unabhängig von den anderen Parametern einstellbar oder in seinem zeitlichen Verlauf programmierbar ist:

    Amplitude (A) der Drehzahlabweichungen,

    Frequenz (1/T) der Drehzahlabweichungen,

    Änderungsgeschwindigkeit (alpha, beta) der Drehzahl,

    Einschwingverhalten (1. Amplitude) des den Umlauffadenführer 13 antreibenden Umlaufmotors (16).
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Umlaufmotor (16) durch einen programmierbaren Mikroprozessor (39) gesteuert ist, wobei ein Maximalwert und ein Minimalwert der Drehzahl wählbar und der Drehzahlverlauf zwischen diesen Extremwerten frei programmierbar ist.






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