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Dokumentenidentifikation DE3913459A1 25.10.1990
Titel Flach/Breitwebmaschine zur Herstellung von Papiermaschinenbespannungen mit auf geschlossener Bahn umlaufenden Greiferschützen
Anmelder F. Oberdorfer GmbH & Co KG Industriegewebe-Technik, 7920 Heidenheim, DE
Erfinder Joos, Heinz, 7920 Heidenheim, DE
Vertreter Kern, W., Dipl.-Ing.; Brehm, H., Dipl.-Chem. Dr.phil.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 24.04.1989
DE-Aktenzeichen 3913459
Offenlegungstag 25.10.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.1990
IPC-Hauptklasse D03D 49/24
Zusammenfassung Flach/Breitwebmaschine zur Herstellung von Papiermaschinenbespannungen mit auf geschlossener Bahn umlaufenden Greiferschützen.
Die bekannten Webmaschinen dieser Art sind nicht in der Lage, die Schützen auf Endgeschwindigkeiten von über 30 m/sec zu beschleunigen, so daß die Schützen relativ groß bemessen sein und auch ein vergleichsweise großes Gewicht haben müssen, damit ihre kinetische Energie für den Durchlauf durch das Webfach ausreicht.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, die Flach/Breitwebmaschine dieser Art so weiterzuverbessern, daß mit wesentlich verkleinerten und gewichtsmäßig reduzierten Webschützen gearbeitet werden kann und infolgedessen mit kleineren Webfächern und kürzeren Webladenwegen und damit kleineren Maschinenbewegungen.
Dies wird dadurch erreicht, daß die Riemenantriebseinrichtung aus wenigstens zwei hintereinander geschalteten Beschleunigungstrieben in Form von separat angetriebenen Flachriemen und einer diesen vorgeschalteten Schlagzylindervorrichtung besteht, die den Schützen aus dem Schützenmagazin herausschlägt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Flach/Breitwebmaschine zur Herstellung von Papiermaschinenbespannungen mit einer Mindestwebbreite von 8000 mm gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die bekannten Webmaschinen dieser Art (DE-PS 32 42 121) weisen als Beschleunigungseinrichtung für die Schützen einen Flachriemen mit einer langen Beschleunigungsstrecke auf, in der die Schützen von etwa 1 m/sec auf 30 m/sec beschleunigt werden. Obgleich diese Schützengeschwindigkeiten erheblich über den vorher mit Hilfe von direkt von der Maschine betriebenen, hydraulisch oder pneumatisch betätigten Schlageinrichtungen erzeugbaren Schützendurchschnittsgeschwindigkeiten von maximal 18 m/sec liegen, die nur deshalb ausreichten, um den Schützen die notwendige kinetische Energie für den langen Weg von bis zu ca. 13 m durch das Webfach zu erteilen, weil verhältnismäßig große Schützenabmessungen von 500×25×65 mm (Länge×Höhe×Breite) bzw. -gewichte von ca. 1000 g verwendet wurden, sind die bekannten Beschleunigungseinrichtungen nicht in der Lage, die Schützen auf Endgeschwindigkeiten von über 30 m/sec zu beschleunigen. Infolgedessen muß weiterhin mit relativ großen Webfächern und Webladenwegen gearbeitet werden, bedingt durch vergleichsweise große Schützenabmessungen von beispielsweise 160×18×58 mm (Länge×Höhe×Breite) und Schützengewichten von über 250 g.

Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, die Flach/Breitwebmaschine der genannten Art zur Herstellung von Papiermaschinenbespannungen mit einer Mindestwebbreite von 8000 mm dahingehend zu verbessern, daß mit wesentlich verkleinerten und gewichtsmäßig reduzierten Webschützen gearbeitet werden kann und infolgedessen mit kleineren Webfächern und kürzeren Webladenwegen und damit kleineren Maschinenbewegungen, um in diesem Zusammenhang auch die Webleistung, d.h., den Schußeintrag pro Minute, erheblich zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Riemenantriebseinrichtung aus wenigstens zwei hintereinander geschalteten Beschleunigungstrieben in Form von separat angetriebenen Flachriemen und einer diesen vorgeschalteten Schlagzylindervorrichtung besteht, die den Schützen aus dem Schützenmagazin herausschlägt.

Dieser dreiteilige Aufbau der Beschleunigungsstrecke des Schützen, der bei einer vorteilhaften Ausführungsform dadurch gekennzeichnet ist, daß die Schlagzylindervorrichtung den Schützen aus dem Ruhezustand auf eine Geschwindigkeit von etwa 8 m/sec beschleunigt, der erste Beschleunigungstrieb den Schützen von etwa 8 auf 25 m/sec beschleunigt und der zweite Beschleunigungstrieb den Schützen von etwa 25 auf über 40 m/sec beschleunigt, steht in direktem Zusammenhang mit einer Reduzierung der Schützenabmessungen auf 150×10×44 mm, was Länge, Höhe und Breite anbelangt, sowie einer Gewichtsverminderung auf etwa 170 g, was dazu führt, daß eine spürbare Qualitätsverbesserung durch einen erheblichen Rückgang der Kettfadenbeschädigungen erreicht wird in Verbindung mit einer Verkleinerung des Webfaches und einer Verkürzung des Webladenweges auf ca. 130 mm, der üblicherweise zwischen 260 und 270 mm beträgt.

Die Leistungssteigerung der erfindungsgemäß aufgebauten Flach/Breitwebmaschine zeigt sich darin, daß bisher, also bei den eingangs erwähnten bekannten Maschinen, etwa 50 Schuß pro Minute eingetragen werden können, während bei der erfindungsgemäßen etwa 70 Schuß pro Minute erzielt werden können. Somit beträgt die Steigerung der Webleistung etwa 40%.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine geschnittene Seitenansicht einer Schützenführung der erfindungsgemäßen Flach/Breitwebmaschine mit eingezeichnetem Webfach und Schützen sowie in gestrichelter Darstellung eingezeichnetem Webfach und Schützen einer bekannten Maschine der gattungsgemäßen Art, und

Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Teils der Schützenumlaufbahn der erfindungsgemäßen Flach/Breitwebmaschine mit Umlaufgreiferschützen.

In Fig. 1 ist eine Schützenführung an einer Flach/Breitwebmaschine für Siebe und Filze zur Ausrüstung von Papiermaschinen u. dgl. dargestellt, bei der ein Schützen 7auf einer geschlossenen Bahn (Fig. 2), die sich aus dem Bahnabschnitt im Fach 11 entlang des Webblattes 2 erstreckt, dem gegenüberliegenden Rücklaufbahnabschnitt 13 und den diese Abschnitte verbindenden Umkehrbögen zusammensetzt, umläuft und durch eine Schwenkvorrichtung 5 aus der Schützenbahn schwenkbar ist. Die Schützenführung besteht hier aus einzelnen drahtförmig in Schußrichtung mit Abstand in Reihe hintereinander angeordneten, winkelförmigen Lamellen 4, zwischen denen die Kettfäden des Faches 11 hindurchlaufen und die den Schützen 7 umschließen, so daß er beim Gleiten durch das Fach 11 weder das Oberfach 17 noch das Unterfach 20 berührt. Die Lamellen 4 sind an einer über dem Oberfach 17 in Schützenführungslängsrichtung verlaufenden Schiene 19 angebracht, die mit der Schwenkvorrichtung 9 in Verbindung steht, zu der eine Zugstange 15 gehört, welche aus der Schützenbahn, dem Webrhythmus folgend, nach dem Durchlaufen des Schützen aus dem Fach 11 herausschwenkbar ist.

Die Schützen 7 sind in einem Magazin 6 gespeichert, wie aus Fig. 2 ersichtlich, das am Ende des nur teilweise dargestellten Rücklaufbahnabschnittes 13 angeordnet ist und werden aus dem Magazin mit Hilfe einer Schlagzylindervorrichtung 8, dem Webmaschinenrhythmus folgend, herausgeschossen und dabei aus der Ruhelage auf eine Geschwindigkeit von etwa 8 m/sec beschleunigt. Mit dieser Geschwindigkeit treten sie in eine Riemenantriebseinrichtung 18 ein, bestehend aus zwei hintereinander geschalteten Beschleunigungstrieben 9, 10 in Form von separat angetriebenen Flachriemen. Der erste Beschleunigungstrieb 9 beschleunigt den Schützen von etwa 8 auf etwa 25 m/sec, während der zweite Beschleunigungstrieb 10 den Schützen von etwa 25 auf etwa 40 m/sec beschleunigt, d.h., auf die Geschwindigkeit, mit der der Schütz 7 in das Webfach 11 eintritt, das in Fig. 2 ebenfalls nur teilweise dargestellt ist. Der das Webfach verlassende Schütz wird in einem nicht dargestellten Umkehrbogen abgebremst, der in den Rücklaufbahnabschnitt 13 mündet.

Die aus drei Antriebselementen, nämlich den beiden Beschleunigungstrieben 9 und 10 und der Schlagzylindervorrichtung 8 bestehenden Beschleunigungsstrecke 18 ermöglicht es, auf den Schützen 7 erheblich höhere Beschleunigungskräfte zu übertragen als bisher möglich war, so daß er mit einer wesentlich höheren Endbeschleunigung in das Webfach 11 eintritt und somit eine größere kinetische Energie aufweist. Dadurch wird es möglich, sowohl die Abmessungen des Schützen 7, die bisher, was Länge, Höhe und Breite anbelangt, etwa 160 mm, 18 mm bzw. 58 mm betragen haben, auf etwa 150 mm, 10 mm bzw. 44 mm zu verringern, als auch das Schützengewicht von bisher etwa 250 g auf etwa 170 g zu senken. Dies führt wiederum dazu, daß das Webfach 11 erheblich verkleinert werden kann sowie der Webladenweg, letzterer von bisher etwa 260 mm auf nur 130 mm, wie dies ein Vergleich der in Fig. 1 dargestellten Strecken a und b zeigt.

Die Webfachverkleinerung ist in Fig. 1 ebenfalls durch gestrichelte Linien dargestellt, wobei das bisherige Oberfach mit 17&min; bezeichnet ist, wodurch sich das bisherige Webfach als der mit 11&min; bezeichnete Raum darstellt und die bisherigen Schützenabmessungen mit 7&min;.

Die Verkleinerung des Schützen und infolgedessen des Webfaches und des Webladenwegs haben nicht nur kürzere Maschinenbewegungen zur Folge, sondern auch eine Erhöhung der Webleistung sowie eine spürbare Qualtitätsverbesserung, letzteres deshalb, weil die üblichen Kettfadenschädigungen vermieden werden. Die Erhöhung der Webleistung kennzeichnet sich dadurch, daß anstelle der üblichen maximal etwa 50 Schuß pro Minute mit der erfindungsgemäßen Maschine sogar 70 Schuß pro Minute erreicht werden können, was bedeutet, daß der Schlagzylinder 70 Schützen 7 pro Minute aus dem Magazin 6 herausschlägt. Damit ist eine Leistungssteigerung von etwa 40% erreichbar.


Anspruch[de]
  1. 1. Flach/Breitwebmaschine zur Herstellung von Papiermaschinenbespannungen mit einer Mindestwebbreite von 8000 mm mit auf geschlossener Bahn umlaufenden, geschossenen Greiferschützen, der auf dem vor dem Eintritt in das Fach liegenden Umkehrbogen von einer den Schützen erfassenden, sich mit konstanter Facheintrittsgeschwindigkeit bewegenden Einschußvorrichtung erfaßt wird, während sich in der Umlaufbahn vor der Einschußvorrichtung, im Rücklauf zwischen den Umkehrbögen eine steuerbare Riemenantriebseinrichtung für den Schützen befindet, die auf den Webmaschinen-Rhythmus abgestimmt ist, wobei wenigstens ein Teilbereich des zwischen den Umkehrbögen gelegenen Rücklaufbahnabschnittes, in den das der Rücklaufbahn zugekehrte Trum der Riemenantriebseinrichtung eintaucht, bogenförmig ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet,daß die Riemenantriebseinrichtung aus wenigstens zwei hintereinander geschalteten Beschleunigungstrieben (9, 10) in Form von separat angetriebenen Flachriemen und einer diesen vorgeschalteten Schlagzylindervorrichtung (8) besteht, die den Schützen (7) aus dem Schützenmagazin (6) herausschlägt.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlagzylindervorrichtung (8) den Schützen (7) aus dem Ruhezustand auf eine Geschwindigkeit von etwa 8 m/sec beschleunigt, der erste Beschleunigungstrieb (9) den Schützen von etwa 8 auf etwa 25 m/sec beschleunigt und der zweite Beschleunigungstrieb (10) den Schützen (7) von etwa 25 auf über 40 m/sec beschleunigt, daß die Schützenabmessungen (Länge×Höhe×Breite) 100 bis 170 mm×8 bis 18 mm×30 bis 60 mm und daß das Schützengewicht 120 bis 250 g betragen.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abmessungen des Schützen (Länge×Höhe×Breite) 150×10×44 mm betragen, und sein Gewicht 170 g.
  4. 4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Webladenweg 100 bis 200 mm beträgt.
  5. 5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Webladenweg 130 mm beträgt.






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