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Dokumentenidentifikation DE3543805C2 10.01.1991
Titel Lastabhängiger Bremsdruckregler
Anmelder FAG Kugelfischer Georg Schäfer KGaA, 8720 Schweinfurt, DE
Erfinder Eckhart, Rüdiger, 8603 Ebern, DE
DE-Anmeldedatum 12.12.1985
DE-Aktenzeichen 3543805
Offenlegungstag 19.06.1986
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.01.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.01.1991
IPC-Hauptklasse B60T 8/30

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen lastabhängig arbeitenden Bremsdruckregler für die hydraulische Bremsanlage von Fahrzeugen mit einem fahrzeugparameterabhängigen strahlenförmigen Kennlinienfeld, dessen Kennlinienstrahlen degressiv und stetig verlaufen. Beim Abbremsen eines Kraftfahrzeugs wird mit zunehmender Bremsverzögerung ein immer größer werdender Anteil des Fahrzeuggewichts von der Hinterachse zur Vorderachse hin verlagert. Ein optimales Abbremsen ist dann erreicht, wenn Vorder- und Hinterachse bei den jeweiligen Straßenverhältnissen und der jeweiligen Geschwindigkeit die gleiche Kraftschlußausnutzung beanspruchen. Das ist dann der Fall, wenn beide Achsen beim Abbremsen sich gleichzeitig im Übergangsbereich zum Blockieren befinden. Da ein Überbremsen der Hinterachse d. h., ein Blockieren der Hinterräder bei noch nicht blockierten Vorderrädern in jedem Fall wegen instabilen Fahrverhaltens zu vermeiden ist - Gefahr des Schleuderns, ungünstige Beeinflussung des Lenkverhaltens - muß eine reale Bremskraftverteilung so gewählt werden, daß die Bremskraft an der Hinterachse nie höher ist als die für den Fall der idealen Abbremsung.

Die DE-OS 27 08 941 zeigt einen Bremsdruckregler der nach dem Übersetzerkolbenprinzip arbeitet, und mit welchem der Bremsdruckregler eine Hauptkennlinie mit einer Schar von geknickten Geraden erzeugt, deren Knickpunkte lastabhängig veränderlich sind. Derartige Regler können sich der Idealkennlinie nur annähern, d. h., der Kennlinienverlauf ist linear und lediglich die Steigung ändert sich ab einem bestimmten Druck (Knickpunktregler).

Aus der DE-AS 17 80 560 ist ein Bremsdruckregler bekannt, der nach dem Waagebalkenprinzip arbeitet. Dabei werden die wirksamen Hebellängen eines mit zwei Kolben zusammenwirkenden Waagebalkens in Abhängigkeit von der Fahrzeugbeladung selbsttätig verändert. Unter dynamischen Bedingungen - also wenn sich beim Bremsen der Fahrzeugschwerpunkt zur Vorderachse verschiebt - zeigt ein derartiger Bremsdruckregler zwar stetige und degressive Kennlinien, unter statischen Bedingungen lassen sich jedoch nur lineare Kennlinien erzeugen. Aus Sicherheitsgründen ist es vor allem im Grenzbereich zum Blockieren (Glatteis) wünschenswert, daß auch die statischen Kennlinien dem Kurvenverlauf der idealen Bremskraftverteilung möglichst nahe kommen.

Zwar ist aus der DE-OS 32 22 614 ein weiterer Bremsdruckregler zur Erzeugung lastabhängiger strahlenförmiger Kennlinien mit nichtlinearem und stetigem Verlauf bekannt, der dabei im Rechenmodell dargestellte und nachgewiesene ideale Verlauf der Bremsdruckkennlinien des Ausgangsdrucks als Funktion des Eingangsdrucks bedingt aber eine Konstruktion aus verschiedenen axial zueinander verschiebbaren Kolben mit einer den Kurvenverlauf erzeugenden unter Druck gesetzten Luft- oder Gassäule. Dabei sind die für die praktische Umsetzung gezeigten Figuren mit ihren erforderlichen Kolben und den daran befindlichen Dichtungen bzw. den damit verbundenen Reibungskräften nicht berücksichtigt. Den wesentlichen, die Funktion negativ beeinträchtigenden und schwer zu kontrollierenden Faktor stellt der Polytropenexponent dar, der in Abhängigkeit zur Temperatur steht. Dadurch ändert sich die vorgegebene Kennung der Fahrzeugbremse ständig, z. B. während einer Paßfahrt mit dem PKW im Sommer oder übers Jahr gesehen vom Sommer in den Winter. Zudem dient der Verschiebeweg des Luft oder Gas komprimierenden Kolbens als Maß für den Beladungszustand. Beide Störgrößen lassen sich höchstens nur mit einer ständigen Korrektur am Druckregler beherrschen.

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen vom Aufbau her einfachen hydraulischen Waagebalken- Bremsdruckregler der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art so weiter zu bilden, daß dessen Kennlinienfeld auch im statischen Fall der idealen Bremskraftverteilung möglichst nahe kommt und stetig und degressiv verlaufende Kennlinien aufweist. Die Lösung der Aufgabe ist aus dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 bzw. 2 zu entnehmen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 3-10 enthalten. Dazu wird der Waagebalken des Bremsdruckreglers als Feder ausgebildet, vorzugsweise mit rechteckigem Querschnitt und deren Auflager mit einer gekrümmten Wirkfläche versehen. Beide Teile, der Waagebalken und die gekrümmte Wirkfläche seines Auflagers gelangen mittels Druckbeaufschlagung infolge eines Bremsvorgangs durch den Betätigungskolben und den Steuerkolben in Wirkverbindung. Dabei gelangt das lastabhängig zwischen Betätigungskolben und Steuerkolben verstellbare Auflager mit seiner gekrümmten Wirkfläche mit dem zwischenliegenden Waagebalken so in Eingriff, daß durch den steigenden Bremsdruck am Betätigungskolben der Waagebalken elastisch verformt wird und sich die Auflagelinie des Waagebalkens beginnend vom Steuerkolben, der lediglich um den Ventilschließhub verschiebbar ist, auf der gekrümmten Wirkfläche des Auflagers stetig in Richtung des Betätigungskolbens verlagert. Das bedeutet bei zunehmendem Eingangsdruck pE einen kürzer werdenden Hebelarm für den Betätigungskolben und einen wachsenden Hebelarm für den Steuerkolben, so daß der Ausgangsdruck pA am Steuerkolben nur noch um das Produkt des reziproken Hebelverhältnisses multipliziert mit dem Eingangsdruck pE zunimmt. Diese kontinuierliche Änderung des Momentverlaufs während eines Bremsvorgangs bewirkt, daß ein linear steigender vom Hauptzylinder ausgehender Eingangsdruck pE am Betätigungskolben von einem nichtlinear steigenden und degressiv verlaufenden Ausgangsdruck am Steuerkolben im Gleichgewicht gehalten wird. Werden die erhaltenen Werte in Abhängigkeit von der Achslastverteilung des Fahrzeugs - Ausgangsdruck pA als Funktion des Eingangsdrucks pE aufgezeichnet, so erhält man mit großer Näherung ein degressiv und stetig verlaufendes, strahlenförmiges Kennlinienfeld, das dem der idealen Bremskraftverteilung entspricht. Die vorgestellte Erfindung bringt zu eingangs erwähnter Lösung mit gleichem degressivem Kurvenverlauf zudem die Vorteile, daß die Bremsdruckregler nach der Erfindung problemlos in erprobten Bremsdruckreglern nach dem Oberbegriff ohne größeren konstruktiven Aufwand integriert werden können und Störgrößen - wie Reibung - durch die Anordnung der beiden Regelkolben deutlich verringert werden.

Die Erfindung soll anhand einiger Figuren näher erläutert werden. Es zeigt

Fig. 1 ein Kennlinienfeld der idealen Bremskraftverteilung und der des Standes der Technik,

Fig. 2 eine Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Bremsdruckreglers,

Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel eines Bremsdruckreglers im Schnitt,

Fig. 4 eine weitere Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Bremsdruckreglers,

Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Bremsdruckreglers im Schnitt,

Fig. 6 eine andere Prinzipskizze des erfindungsgemäßen Bremsdruckreglers.

In Fig. 1 ist ein ideales (degressiv und stetiges) Strahlenkennlinienfeld mit dem Ausgangsdruck pA des Bremsdruckreglers 5 als Funktion des Eingangsdrucks pE dargestellt, dessen begrenzender Kennlinienstrahl 1 für das vollbeladene Kraftfahrzeug und dessen begrenzender Kennlinienstrahl 2 für das Fahrzeuggewicht plus Fahrer gilt. Für jeden anderen Beladungszustand des Kraftfahrzeugs gilt eine zwischen diesen beiden Grenzkennlinien liegende, eigene Kurve, deren Verlauf durch die fahrzeugspezifischen Daten, wie Gewicht, Schwerpunktlage nach den bekannten Beziehungen herzuleiten ist. Die gestrichelt dargestellten Kennlinien 4 zeigen den Kurvenverlauf von herkömmlichen lastabhängigen Bremsdruckreglern, wobei Strahlenregler lediglich eine gerade Kennlinienschar 4 erzeugen können. Dabei wird eine näherungsweise Grundsteigung entsprechend dem Idealverlauf festgelegt und die Annäherung daran durch lastabhängiges Knicken 3 erreicht.

In Fig. 2 ist das theoretische Funktionsmodell des lastabhängigen Bremsdruckreglers nach dem Waagebalkenprinzip dargestellt. Darin liegt der Waagebalken 6 auf dem Auflager 8 mit der gekrümmten Oberfläche 7 auf. Der Betätigungskolben 11 und der Steuerkolben 24 auf der entgegengesetzten Seite verformen den Waagebalken 6 bei Druckbeaufschlagung infolge eines Bremsvorgangs konvex. Das aufgezeigte Rechenmodell gilt bei Verwendung einer Bandfeder mit konstantem rechteckigen Querschnitt. Danach sind der Betätigungskolben 11, mit der Fläche A1 und der Steuerkolben 24 mit der Fläche A2 mit den auf sie einwirkenden Hydraulikdrücken pE, pA und den damit erzeugten Kräften F1 und F2 symbolisiert. Der Abstand zwischen beiden Kolben 11, 24 beträgt das Maß l, während das Maß lo der Abstand zwischen Waagebalkenauflage am Auflager 8 und dem Betätigungskolben 11 in Grundstellung ist. Das Abstandsmaß l und der Wirkdurchmesser der Kolben 11, 24 sind Variable mit welchen zunächst die in der Idealkurve festgelegte und durch den tanα (siehe Fig. 1) auszudrückende Gesamtübersetzung des Bremsdruckreglers 5 auf sinnvolle konstruktiv ausführbare Dimensionen begrenzt werden kann. Der in Grundstellung unbelastete, ebene Waagebalken 6 wirkt als zweiarmiger Hebel mit den Hebelarmen a und b, der in Ruhestellung tangential am Auflageradius ρA des Auflagers aufliegt und lotrecht über dessen Kurvenmittelpunkt M steht. Die Länge des Ausgangshebels a beträgt in Grundstellung das Maß l-lo und wächst mit steigendem Eingangsdruck pE um das Maß c. Das Maß c stellt denjenigen Weg dar, um den sich der Hebelarm a durch Abrollen bzw. Anschmiegen des Waagebalkens 6 am Auflager bei Druckbeaufschlagung des Betätigungskolbens 11 vergrößert. Als Radius ist für den belasteten Waagebalken 6 dessen Krümmungsradius ρF benannt, wobei für die Funktion des Bremsdruckreglers 5 zu beachten ist, daß beim Erreichen des Blockierdrucks ρF ≤ρA gilt.

Um den Verlauf der Idealkurve zu erreichen, muß sich der Hebel a kontinuierlich um das Maß c vergrößern, damit nach vorliegenden Gegebenheiten deren Verlauf erreicht wird, was nur bei entsprechender Größe des Kurvenradius ρA möglich wird. Das ergibt sich aus der Beziehung, die für den stationären Gleichgewichtszustand des Reglers gilt.

pE · A&sub1; · l = (pE · A&sub1; + pA · A&sub2;) · a/mit p · A = F,



A = Kolbenflächen,

pE = Eingangsdruck am Regler,

pA = Ausgangsdruck am Regler,

l = Kolbenabstand,

a = Hebelarm.

Vorstehende Gleichung gilt für das bekannte Waagebalkenprinzip. Um eine Funktion des Druck- bzw. Kraftverlaufs von Eingangsdruck pE zum Ausgangsdruck pA gemäß der Anordnung des Federelements 6 nach Fig. 2 und 3 zu erreichen, muß sich der Hebel a des Federelements 6 bei Beaufschlagung durch den Eingangsdruck am Betätigungskolben 11 entsprechend der vorgegebenen Krümmung 7 nichtlinear und stetig verändern, was durch die erfindungsgemäße Verwendung und Anordnung des Waagebalkens 6 im Bremsdruckregler 5 gemäß dem kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs geschieht. Für diesen Kurvenverlauf gilt die bereits erwähnte Bedingung, daß der Federweg des Waagebalkens 6 mit dem Radius ρF ≤ρA ist und eine kontinuierliche Verlagerung der Waagebalkenauflage und damit eine Hebelverhältnisänderung möglich wird. Zu beachten ist weiterhin, daß für den nach der Idealkurve festliegenden Größteingangsdruck pE bzw. der Kraft f&sub1; am Betätigungskolben 11 der Waagebalken 6 seine größte Auslenkung erfährt und deshalb der Auflagepunkt für diesen Lastfall am Auflager 8 möglichst in der Stellung L/2 positioniert ist. Aus den vorstehend erläuterten und aus der Fig. 2 ersichtlichen geometrischen Größen erhält man bei entsprechendem Ansatz und unter Berücksichtigung der im Trägheitsmoment J enthaltenden, ebenfalls vorwählbaren Bandfedermaße die weitere Beziehung mit der Funktion

a = f (ρA, E, J, L, Lo, pE, A&sub1;) (2)

wobei

A = Radius der Abwälzkurve,

E = Elastizitätsmod L Stahl,

J = Trägheitsmoment des Waagebalkens.

Setzt man nun die Gleichung (2) in Gleichung (1) ein, erhält man bei Vergrößerung des Hebels "a" den Verlauf des Ausgangsdrucks.

In Fig. 3 wird der Bremsdruckregler nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs mit der erfindungsgemäßen Anordnung des Waagebalkens 6 und des mit einer gekrümmten Wirkfläche 7 versehenden Auflagers 8 gezeigt. Im Gehäuse 9 des Druckreglers 5 des hydraulischen Teils ist die zylindrische Bohrung 10 mit dem gegen die Bohrungswandung abgedichteten Betätigungskolben 11 angeordnet. Der Betätigungskolben 11 wird von einer Druckfeder 12 beaufschlagt, welche sich an einem Absatz der zylindrischen Bohrung 10 abstützt. In einer weiteren parallel dazu liegenden Stufenbohrung 13 des Gehäuses 9 befindet sich ein auf der Deckseite 14 des Gehäuses 9 eingebrachtes Einschraubteil 15 mit einem Entlüftungsanschluß, welches den Grundkörper 16 des Steuerventils 17 gegen den Bohrungsabsatz 18 der Stufenbohrung 13 verspannt. Zwischen beiden, dem Grundkörper 16 des Steuerventils 17 und dem Einschraubteil 15 ist eine Kammer 19 belassen, in welcher die Elemente des als entsperrbaren Rückschlagventils ausgebildeten Steuerventils 17 angeordnet sind, das sind die Druckfeder 20 und der Ventilkörper 21, wobei der von der Druckfeder 20 beaufschlagte Ventilkörper 21 gegen einen kegeligen Dichtsitz 22 an der zentrisch liegenden Durchgangsbohrung 23 des Grundkörpers 16 des Steuerventils 17 gepreßt wird. Im abgesetzten, kleineren Bohrungsabschnitt der Stufenbohrung 13 befindet sich der dichtend gelagerte Steuerkolben 24. Mittels eines an der Stirnfläche 25 des Steuerkolbens 24 ausgebildeten Bundansatzes 26 mit Seitenkanälen 27 und einem weiteren, daran abgesetzten Stößel 28 gelangt der Steuerkolben 24 nach Überwindung des Lüftspiels am Grundkörper 16 zum Anschlag, während gleichzeitig der Stößel 28 durch die Durchgangsbohrung 23 des Grundkörpers 16 den Ventilkörper 21 um das konstruktiv belassene Lüftspiel vom kegeligen Dichtsitz 22 bei axialen Hub wegdrückt. In Arbeitsstellung trennt das geschlossene Steuerventil 17 die hydraulische Leitung 29 in die Vorderachsleitung 30 mit dem Hauptzylinder 31 und die Hinterachsleitung 32, wobei die vom Eingangsdruck pE beaufschlagte Vorderachsleitung 30 die Bohrung 10 des Betätigungskolbens 11 über die Kanäle 33 mit der Kammer 19 verbinden. Die Hinterachsleitung 32 verbindet die Zuspannorgane 43 mit dem vom Steuerkolben 24 und dem Grundkörper 16 des Steuerventils 17 begrenzten Bohrungsabschnittes 34 der Stufenbohrung 13.

Im Boden 35 des Gehäuses 9 ist eine horizontal verlaufende Führung 36 ausgebildet, in welche die beiden Bohrungen 10 und 13 rechtwinklig münden. In der Führung 36 ruht das Auflager 8 und ist darin mittels einer Anlenkvorrichtung 37 abhängig von der Achslastverteilung des Fahrzeugs axial verschiebbar. Die beiden Bohrungen 10 und 13 zugewandte Seite des Auflagers 8 weist die erfindungsgemäße Krümmung 7 auf. Zwischen der Krümmung 7 am Auflager 8 und den ballig geformten Stirnseiten von Betätigungskolben 11 und Steuerkolben 24 ist der erfindungsgemäße Waagebalken 6 als Waagebalken angeordnet. Der Waagebalken 6 ist vorzugsweise als Bandfeder mit rechteckigem Profilquerschnitt ausgebildet und ist formschlüssig aber lose in einer Ausnehmung 38 des Gehäuses 9 fixiert. Die Krümmung 7 des Auflagers 8 ist gemäß Fig. 2 so angeordnet, daß die Verlagerung der linienförmigen Auflage zwischen Waagebalken 6 und Auflager 8 bei Druckbeaufschlagung des Betätigungskolbens 11 in Richtung desselben erfolgt.

Die Funktionsweise des Bremsdruckreglers ist folgende:

Vor Beginn des Bremsvorgangs besteht im hydraulischen Teil des Bremsdruckreglers 5 freier Durchgang für die Bremsflüssigkeit vom Hauptzylinder 31 in der Vorderachsleitung 30 zu den Zuspannorganen 43 an der Hinterachse. Das Steuerventil 17 ist in Grundstellung geöffnet, weil die Druckfeder 12 über den Betätigungskolben 11 und dem als Hebel wirkenden Waagebalken 6, den Steuerkolben 24 auf Anschlag gegen den Grundkörper 16 hält, wodurch der Stößel 28 des Steuerkolbens 24 den federvorgespannten Schließkörper 21 vom kegeligen Dichtsitz 22 wegdrückt. Entsprechend dem Beladungszustand wird das Auflager 8 durch die Anlenkvorrichtung 37 verschoben, so daß sich am Waagebalken 6 ein dem stationären Zustand des Fahrzeugs entsprechendes Übersetzungsverhältnis einstellt. Beim Bremsvorgang beaufschlagt der vom Hauptzylinder 31 erzeugte hydraulische Druck den Betätigungskolben 11 und den Steuerkolben 24. Aufgrund der an beiden Kolben auftretenden Kräfte bei steigendem Druck wird bedingt durch die Übersetzung, die sich am Waagebalken 6 eingestellt hat, der Steuerkolben 24 und der Betätigungskolben 11 abwärts bewegt, wobei sich das Steuerventil 17 zu schließen beginnt. Im Druck- Druck Diagramm stellt dies die Phase der größten Steigung der Kennlinie dar. Sie wird durch den tan ausgedrückt (siehe Fig. 1). Gleichzeitig setzt die Wirkung der erfindungsgemäßen Anordnung ein. Während des Bremsvorgangs bei wachsendem Eingangsdruck pE und entsprechender Verzögerung des Fahrzeugs wird durch die damit bewirkte dynamische Achslastverlagerung der benötigte Ausgangsbremsdruck pA am Druckregler 5 zur Hinterachse hin geringer und es ergibt sich kein proportionaler Verlauf der idealen Kennlinie mehr von Eingangsdruck zu Ausgangsdruck, wie aus Fig. 1 ersichtlich ist. Mit weiterhin steigendem Eingangsdruck vom Hauptzylinder 31 her beginnt sich der Waagebalken 6 durchzubiegen und dabei erfolgt die kontinuierliche Verlagerung der Auflagestelle auf der Krümmung 7 in Richtung Betätigungskolben 11, was gleichbedeutend mit einer kontinuierlichen Veränderung des Ausgangshebelverhältnisses ist. Dadurch steigt der Ausgangsdruck pA am Druckregler nicht mehr proportional zum Eingangsdruck pE an und wie aus Fig. 2 ersichtlich hält der das Steuerventil 17 betätigende Steuerkolben 24 den zunehmenden Eingangsdruck pE am Betätigungskolben 11 mit einem sich zwar stetig aber nur noch degressiv vergrößernden Ausgangsdruck pA, der auf ihn einwirkt, was eine Zunahme des Ausgangsdrucks pA nur noch um den Reziprokwert des sich ändernden Hebelverhältnisses bedeutet. Bei Ansteigen des Eingangsbremsdrucks pE über den Fahrzeugkennpunkt hinaus schmiegt sich der Waagebalken 6 an die Krümmung 7 des Auflagers 8 und gelangt zur Anlage. Das Hebelverhältnis 1/a steigt gegen unendlich und es erfolgt keine Erhöhung des Ausgangsdrucks pA mehr. Die Kennlinie (siehe Fig. 1) nähert sich der Horizontalen asymptotisch. Bei Beendigung des Bremsvorgangs, wenn sich der hydraulische Druck in der Vorderachsleitung 30 und im Hauptzylinder 31 abbaut, wird das Steuerventil 17, des Reglers 5 erst geöffnet, wenn pE ≤pA ist, wodurch der Ausgangsdruck pA in der Hinterachsleitung 32 abgebaut wird.

In Fig. 4 und 5 wird eine Anordnungsvariante zu den Fig. 2 und 3 gezeigt. Darin liegt der Waagebalken 6 auf dem Steuerkolben 24 und dem Auflager 8 mit der Krümmung 7 auf. Beide dienen als Stützelemente, während der auf der entgegengesetzten Seite zwischenliegende Betätigungskolben 11 den Waagebalken 6 bei Druckbeaufschlagung infolge eines Bremsvorgangs konkav verformt. Durch das dabei entstehende tangentiale Abwälzen zweier gegeneinanderstehender Krümmungslinien von Waagebalken 6 und der Krümmung 7 des Auflagers 8 werden die wirkenden Hebellängen genauso erfindungsgemäß verändert und erbringen die bereits erläuterte Funktion. Im Gegensatz zur Anordnung in Fig. 2 mit konvexer Verformung des Waagebalkens 6 bezüglich der Wölbung der Krümmung 7 des Auflagers 8, worin beide Hebelarme a und b sich ändern, verändert sich hier nur ein Hebelarm bei Druckbeaufschlagung des Betätigungskolbens. Als weiterer Unterschied zur Anordnung in Fig. 2 und 3 kommt der Bedingung ρF ≤ρA keine Bedeutung zu. Zur Dimensionierung der Funktionselemente und Funktionsmaße gelten die bereits angeführten Ansätze. Aus Fig. 5 ist eine weitere Variante zur Fesselung des Waagebalkens 6 ersichtlich, wobei der Waagebalken 6 die Anstellbewegung des Auflagers 8 mitausführt und daran beweglich befestigt ist. Am Auflager 8 ist der Waagebalken 6 in Verstellrichtung durch eine Seitenführung 39 gehalten und mittels eines oder mehrerer am Waagebalken 6 angeformter Mitnehmer 40 mit in der Seitenführung eingearbeiteten Vertiefung 41 formschlüssig festgehalten. Die für die Funktion erforderlichen Freiheitsgrade bei Verformung des kraftbeaufschlagten Waagebalkens 6 werden beibehalten.

Eine weitere nicht näher dargestellte Anordnung ergibt sich durch das Vertauschen von Betätigungskolben 11 und Steuerkolben 24, die aber keine funktionelen oder konstruktiven Vorteile im Vergleich zu den vorgestellten Lösungen bringen.

In Fig. 6 wird die Kombination des Waagebalkens 6 und des Auflagers 8 als einteiliges Abwälzfederelement 6&min; gezeigt. Dabei ist das Abwälzfederelement 6&min; bereits wie die Krümmung 7 des Auflagers 8 geformt und wird direkt von der Anlenkvorrichtung 37 lastabhängig zwischen der ebenen Führungsbahn 42 und den einseitig auf dem Waagebalken 6 ruhenden Kolben 11, 24 verschoben. Das Abwälzfederelement 6&min; ist in der Vertikalen zur Führungsebene frei beweglich und in der Horizontalen an die Anlenkvorrichtung 37 gefesselt, damit der Betätigungskolben 11 und das Abwälzfederelement 6&min; die erforderlichen Hubhöhen erreichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler für die hydraulische Bremsanlage an Fahrzeugen mit einem Waagebalken, einem Waagebalkenauflager sowie mit auf dem Waagebalken abgestütztem Betätigungs- und Steuerkolben, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6) als Feder ausgebildet ist, und dessen Auflager (8) in einem solchen Radius gekrümmt ist, daß sich unter der Wirkung des Drucks auf den Betätigungskolben (11) und den Steuerkolben (24) beim Anschmiegen des Waagebalkens (6) auf dem Auflager (8) das wirksame Hebelverhältnis ändert, so daß sich der von der Achslastverteilung des Fahrzeugs abhängige optimale Bremsdruck an der Hinterachse in Wirkverbindung mit dem Betätigungskolben (11) kontinuierlich einstellt.
  2. 2. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler für die hydraulische Bremsanlage an Fahrzeugen, mit einem Waagebalken, einem Waagebalkenauflager sowie mit auf dem Waagebalken abgestütztem Betätigungs- und Steuerkolben, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6) als Feder ausgebildet ist, die in entspanntem Zustand in einem Radius gekrümmt ist und so mit dem Auflager (8) eine Wirkfläche bildet, die unter der Wirkung des Drucks auf den Betätigungskolben (11) und den Steuerkolben (24) beim Anschmiegen des Waagebalkens auf dem Auflager das wirksame Hebelverhältnis ändert, so daß sich der von der Achslastverteilung des Fahrzeugs abhängige optimale Bremsdruck an der Hinterachse in Wirkverbindung mit dem Betätigungskolben (11) kontinuierlich einstellt.
  3. 3. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkfläche (7) des Auflagers (8) gekrümmt und das Auflager (8) von der Achslastverteilung des Fahrzeugs abhängig verschiebbar ist.
  4. 4. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6) auf der gekrümmten Oberfläche (7) des Auflagers (8) befestigt ist und zusammen mit diesem von der Achslastverteilung des Fahrzeugs abhängig verschiebbar ist.
  5. 5. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6&min;) eine gekrümmte Oberfläche aufweist und allein oder zusammen mit dem Auflager (8) abhängig von der Achslastverteilung des Fahrzeugs verschiebbar ist.
  6. 6. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Betätigungskolben (11) und der Steuerkolben (24) jeweils an einem Ende des Waagebalkens (6) angeordnet und gleichsinnig druckbeaufschlagt sind und das Auflager (8) zwischen den beiden Kolben (11 und 24) auf der gegenüberliegenden Seite des Waagebalkens (6) plaziert ist.
  7. 7. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler für die hydraulische Bremsanlage an Fahrzeugen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerkolben (24) und das Auflager (8) auf einer Seite des Waagebalkens (6) angeordnet sind und der Betätigungskolben (11) zwischen beiden auf der gegenüberliegenden Seite des Waagebalkens (6) plaziert ist.
  8. 8. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mit einer gekrümmten Wirkfläche (7) versehene Auflager (8) durch die Anlenkvorrichtung (37) für die lastabhängige Steuerung translatorisch oder rotatorisch verstellbar ist.
  9. 9. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6) als gerade Bandfeder ausgebildet ist und mit stetig verlaufenden oder sich ändernden Profilquerschnitten versehen ist.
  10. 10. Lastabhängig, nach dem Waagebalkenprinzip arbeitender Bremsdruckregler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Waagebalken (6) formschlüssig im Gehäuse (9) oder am Auflager (8) befestigbar ist.






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