PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3209570C2 28.02.1991
Titel Elektrische Hochspannungssicherung
Anmelder Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik, 6228 Eltville, DE
Erfinder Voigtländer, Kurt, 6050 Offenbach, DE
Vertreter Quermann, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 6200 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 16.03.1982
DE-Aktenzeichen 3209570
Offenlegungstag 29.09.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.02.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.02.1991
IPC-Hauptklasse H01H 85/42
IPC-Nebenklasse H01H 85/042   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrische Hochspannungssicherung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Es sind bereits Hochspannungssicherungen der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art (DE-PS 10 92 547) bekannt. Ein Lichtbogen wird hier dadurch gelöscht, daß er auf die Elektrodeneinrichtung komutiert und sodann durch eine von ihm selbst erzeugte Gasströmung gelöscht wird. Die Verwendung von elektronegativem Gas ist bei diesen bekannten Sicherungen nicht möglich, da ihr Innenraum ständig mit der Atmosphäre in Verbindung steht (DE-PS 10 92 547, DE-AS 11 25 059).

Bei Vakuum-Sicherungen ist es bekannt, ein Ende des Schmelzleiters an eine Elektrodeneinrichtung anzuschließen und diese Elektrodeneinrichtung mit einem Stromanschluß zu versehen (US 36 13 039, US 35 87 024).

Es sind auch Hochspannungssicherungen ohne Elektrodeneinrichtung bekannt, bei denen ein anstehender Lichtbogen ebenfalls durch eine von ihm selbst erzeugte Löschmittelströmung gelöscht wird (DE-PS 6 69 597, DE-PS 6 70 589, DE-PS 6 81 390).

Ferner sind Hochspannungssicherungen bekannt, deren Gehäuse zwei Räume und eine zwischen den Räumen angeordnete Trennwand aufweisen. In einem der Räume befindet sich ein Schmelzleiter, der unter dem Zug einer im anderen Raum angeordneten Federkraft steht. Auch hier wird ein anstehender Lichtbogen durch eine von ihm selbst erzeugte Löschmittelströmung gelöscht, die vom Schmelzleiterraum über eine Düse in der Trennwand zum Federraum erfolgt (DE-PS 6 55 003, DE-81 27 566 U1).

Ferner ist auch schon bei Sicherungen vorgeschlagen worden, als vom Lichtbogen in Strömung versetzbares Löschmittel elektronegatives Gas zu verwenden (DE-81 27 564 U1).

Allen bekannten und auch den schon vorgeschlagenen Sicherungen ist gemeinsam, daß während der Löschmittelströmung, in für die Löschung besonders förderlicher Weise, bereits vom Lichtbogen ionisiertes Löschmittel durch frisches Löschmittel ersetzt wird, was jedoch noch verhältnismäßig träge vor sich geht.

Aufgabe der Erfindung ist es, die elektrische Hochspannungssicherung der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art hinsichtlich der Beaufschlagung eines anstehenden Lichtbogens mit frischem, noch nicht ionisiertem Löschmittel zu verbessern.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Zweckmäßige Aus- und Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind in den Ansprüchen 2 bis 4 gekennzeichnet.

Die erfindungsgemäße Ausbildung hat den Vorteil, daß das Gas nicht mit der ihm eigenen Trägheit am Lichtbogen vorbeiströmt, sondern der Lichtbogen mit ungleich höherer Geschwindigkeit bis zur Löschung im Gas bewegt wird.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung perspektivisch im Schnitt dargestellt.

In der Zeichnung ist mit 1 ein Gehäuse bezeichnet, das elektronegatives Gas, zum Beispiel SF6 enthält.

Im Gehäuse 1 ist frei gespannt ein Schmelzleiter 2 angeordnet und eine Elektrodeneinrichtung als Ansatzstelle für einen nach dem Durchschmelzen des Schmelzleiters 2 entstehenden Lichtbogen vorgesehen.

Die Elektrodeneinrichtung besteht aus einem Leitring 3, zum Beispiel einen Drahtring, der einen Stromanschluß 3a aufweist. Der Stromanschluß 3a kann in nicht dargestellter Weise mit einer Abschlußkappe des Gehäuses 1 oder dergleichen verbunden sein.

Am Leitring 3 greift ein Ende des Schmelzleiters 2 an. Dieser liegt ab dem Leitring 3 auf einem Teil seiner Länge frei und ist auf dem übrigen Teil seiner Länge von einem hohlzylindrischen Steuerschirm 4 umgeben.

Der Stromanschluß 3a des Leitringes 3 ist zur Angriffsstelle des Schmelzleiters 2 an den Leitring 3 um einen Winkelbetrag versetzt.

Zur Schaffung einer sogenannten Vollbereichssicherung kann das dem Leitring 3 entgegengesetzte Ende des Schmelzleiters 2 in Reihe geschaltet sein mit einem beispielsweise auf einem Tragstern aufgewickelten und in Löschsand eingepackten weiteren Schmelzleiter. Das Gehäuse 1 ist hierbei zweckmäßig dem Schmelzleiter 2 und dem weiteren Schmelzleiter gemeinsam. Der dem weiteren Schmelzleiter zugeordnete Gehäuseabschnitt ist in der Zeichnung strichpunktiert dargestellt, während der weitere Schmelzleiter, der Tragstern und der Löschsand nicht dargestellt sind.

In üblicher Weise ist der Schmelzleiter 2 im Bereich zwischen dem Leitring 3 und dem Steuerschirm 4, wie dargestellt, verengt.

Wirkungsweise

Nach dem Durchschmelzen des Schmelzleiters 2 bildet sich zwischen dem Schmelzleiterende und dem Leitring 3 ein Lichtbogen, welcher, unabhängig von der Einspeiserichtung, auf dem Leitring 3 umläuft und nach jedem Umlauf an der Einspeisstelle, also am Stromanschluß 3a wieder von der Einspeisung übernommen wird, bis die Löschung beim nächsten Nulldurchgang erfolgt. Im dargestellten Beispiel ist die Umlaufrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn.


Anspruch[de]
  1. 1. Elektrische Hochspannungssicherung, deren Gehäuse (1) Gas enthält und einen frei gespannten Schmelzleiter (2) sowie eine Elektrodeneinrichtung als Ansatzstelle für einen nach dem Durchschmelzen des Schmelzleiters (2) entstehenden Lichtbogen aufweist, dadurch gekennzeichnet,

    daß das Gas elektronegative Eigenschaften besitzt;

    daß die Elektrodeneinrichtung aus einem einen Stromanschluß (3a) aufweisenden Leitring (3) besteht, an dem ein Ende des Schmelzleiters (2) angreift;

    daß der Schmelzleiter (2) ab dem Leitring (3) auf einem Teil seiner Länge freiliegt und im übrigen von einem hohlzylindrischen Steuerschirm (4) umgeben ist und

    daß der Stromanschluß (3a) des Leitrings (3) zur Angriffsstelle des Schmelzleiters (2) an den Leitring (3) um einen Winkelbetrag versetzt ist.
  2. 2. Hochspannungssicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das dem Leitring (3) entgegengesetzte Ende des Schmelzleiters (2) mit einem in Löschsand eingepackten weiteren Schmelzleiter verbunden ist.
  3. 3. Hochspannungssicherung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) dem Schmelzleiter (2) und dem in Löschsand eingepackten weiteren Schmelzleiter gemeinsam ist.
  4. 4. Hochspannungssicherung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schmelzleiter (2) im Bereich zwischen dem Leitring (3) und dem freien Ende des Steuerschirmes (4) verengt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com