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Dokumentenidentifikation DE3819873C2 28.02.1991
Titel Spulautomat mit einem Spulenabnehmerwagen
Anmelder Murata Kikai K.K., Kyoto, JP
Erfinder Tone, Shoichi, Kyoto, JP
Vertreter Liedl, G., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 10.06.1988
DE-Aktenzeichen 3819873
Offenlegungstag 29.12.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.02.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.02.1991
IPC-Hauptklasse B65H 54/26
IPC-Nebenklasse B65H 67/06   D01H 9/10   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Spulautomaten mit einem entlang einer Reihe von Spulstellen fahrbaren Spulenabnehmerwagen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Anwendungsgebiet der Erfindung ist das der Spulenautomaten zum Umspulen von Textilfäden und insbesondere das des automatischen Abnehmens von vollbewickelten Auflaufspulen und des Auswechselns dieser Auflaufspulen gegen leere Spulenhülsen.

Es beschreiben beispielsweise die DE-OS 29 39 481 und die DE 31 38 308 A1 Spulautomaten mit Spulstellen, an denen beim Erfassen einer unregelmäßigen oder fehlerhaften Stelle im umzuspulenden Faden durch einen Detektor oder Fadenwächter eine in der Nähe des Fadenwächters vorgesehene Schneideinrichtung betätigt wird, die den laufenden Faden durchschneidet. Aufgrund des darauf folgenden Fehlens des laufenden Fadens wird der Spulbetrieb der Spulstelle abgestoppt, wonach schwenkbare Fadenführungssaugarme betätigt werden, die den mit der Ablaufspule verbundenen Faden und den mit der Auflaufspule verbundenen Faden ansaugen und in eine Fadenverbindeeinrichtung der Spulstelle einführen. Danach werden die beiden Fadenendteile der Fäden verbunden, wonach das Umspulen des Fadens wieder aufgenommen wird.

Die DE 34 32 966 A1 beschreibt einen Spulautomaten mit einem entlang einer Reihe von Spulstellen fahrbaren Spulenabnehmerwagen. Wenn an einer Spulstelle eine vorbestimmte Fadenmenge auf eine von einem Traggestell gehalterte Auflaufspule aufgenommen worden ist, leuchtet eine Anzeigelampe auf. Der vorbeilaufende Spulenabnehmerwagen erfaßt das Licht der Lampe, hält an der Spulstelle an, übergibt die vollbewickelte Auflaufspule einem entlang der Rückseite der Spulstelle verlaufenden Förderer, entnimmt eine neue Aufnahmehülse einer am Wagen befindlichen Vorratseinrichtung und setzt die Aufnahmehülse in das Traggestell ein, so daß der Spulbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wonach sich der Wagen wieder in Bewegung setzt, um andere Spulstellen des Spulautomaten zu suchen, an denen Aufnahmehülsen benötigt werden.

Obwohl dies nicht näher beschrieben ist, kann ein derartiger Spulenabnehmerwagen in der Weise ausgebildet sein, daß er an einer Spulstelle, an der eine Auflaufspule vollbewickelt und der Spulbetrieb eingestellt worden ist, den sich zwischen der Ablaufspule und der Auflaufspule erstreckenden Faden mit einer schwenkbaren Schneideinrichtung durchschneidet, die jedoch den mit der Ablaufspule verbundenen Fadenendteil festhält, mit einem Öffner den Tragarm zum Freigeben der Auflaufspule öffnet, mit einem Greifer eine neue Spulenhülse aus einer Vorratseinrichtung herausnimmt und dem Tragarm zuführt, mit der Schneideinrichtung den festgehaltenen Fadenendteil zum Tragarm hinführt und mit dem Öffner den Tragarm schließt, wobei der Fadenendteil am Ende der Spulenhülse festgeklemmt wird, wonach die Schneideinrichtung den Fadenendteil freigibt und zurückgezogen wird und der Spulenabnehmerwagen die Spulstelle zum Wiederstarten einschaltet.

Die DE 34 13 681 A1 beschreibt eine Transporteinrichtung, bei der zwischen einer Feinspinnmaschine und einem Spulautomaten eine geschlossene Transportschleife für Kopse und die abgespulten Kopshülsen vorgesehen ist. Wenn ein neuer Kops automatisch in eine Spulstelle des Spulautomaten eingeführt und an deren Abspulstelle annähernd senkrecht stehend positioniert worden ist, wird der bereitgelegte, in den Innenraum der Hülse von oben hineinhängende Fadenendteil mit einem Luftstrom nach oben geblasen, von einem Saugrohr angesaugt und in einer Fadenverbindeeinrichtung der Spulstelle mit dem Fadenendteil des mit der Auflaufspule verbundenen Fadens verbunden. Danach wird der Umspulvorgang fortgesetzt. Beim Rücktransport der abgespulten Kopshülsen werden Hülsen, die mit einem Restfaden versehen sind, von einem Sensor erfaßt, so daß die Hülsen mit Restfäden von den leeren Kopshülsen getrennt werden.

Bei der Transporteinrichtung gemäß dieser Druckschrift ist zwischen dem Spulautomaten und einer Webmaschine eine zweite geschlossene Transportschleife für bewickelte Auflaufspulen und leere Auflaufspulenhülsen vorgesehen.

Wenn sich unter den zum Spulautomaten rückgeführten leeren Auflaufspulenhülsen auch solche befinden, die nicht leer, sondern mit einem Restfaden versehen sind, der z. B. nach einem vorhergehenden Zetteln auf der Spulenhülse übrig geblieben ist, ergeben sich Schwierigkeiten bezüglich der Verwendbarkeit einer derartigen Hülse zur Herstellung einer neuen Spule.

Ein üblicher Spulautomat der vorstehend beschriebenen Art ist in der Weise ausgebildet, daß nach dem Einsetzen einer neuen Spulenhülse in den Tragarm der mit der Ablaufspule verbundene Fadenendteil mit Sicherheit an die neue Spulenhülse angesetzt, d. h. an dieser festgelegt und positioniert wird. Wird eine Spulenhülse als Auflaufspule eingesetzt, auf der sich ein Restfaden befindet, erfolgt das Ansetzen des Fadenendteils in gleicher Weise, wobei jedoch der Faden nicht kontinuierlich mit dem bereits auf der Spulenhülse befindlichen Restfaden verbunden wird. Demgemäß können einem derartig ausgebildeten Spulautomaten keine Spulenhülsen zum vollständigen Aufspulen zugeführt werden, die mit einem Restfaden versehen sind.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Spulautomaten mit einem Spulenabnehmer der im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebenen Art in der Weise auszugestalten, daß dem Spulautomaten nicht nur leere Auflaufspulenhülsen, sondern auch mit Restfäden versehene Spulenhülsen zuführbar sind, wobei das Vorkommen der Restfäden erkannt wird und an den Spulstellen die mit den Ablaufspulen verbundenen Fäden nicht an Spulenhülsen angesetzt werden, die mit Restfäden versehen sind, sondern automatisch mit den Restfäden verbunden werden.

Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist im Patentanspruch 2 gekennzeichnet.

Der erfindungsgemäße Spulautomat umfaßt einen automatischen Spulenabnehmer, der an den Spulstellen die vollbewickelten Auflaufspulen abnimmt und durch neue, noch zu bewickelnde Auflaufspulenhülsen ersetzt. Der Spulenabnehmer ist mit einer Detektoreinrichtung, die feststellt, ob eine einer Spulstelle zuzuführende Spulenhülse eine leere Spulenhülse mit keiner darauf befindlichen Fadenlage oder eine Spulenhülse mit einem darauf befindlichen Restfaden ist, und einer Steuereinrichtung versehen, die ansprechend auf ein Feststellungssignal der Detektoreinrichtung einen Teil des Spulenabnehmvorgangs ändert.

Wenn das Vorhandensein einer Spulenhülse mit einem darauf befindlichen Restfaden festgestellt wird, erfolgt kein Ansetzen eines mit der Ablaufspule verbundenen Fadens an die Spulenhülse. Statt dessen findet ein Verbinden des Fadenendteils des Restfadens der Spulenhülse mit einem Fadenendteil des mit der Ablaufspule verbundenen Fadens statt. Folglich wird der von der Ablaufspule kommende Faden auf die mit dem Restfaden versehene Spulenhülse aufgewickelt, wobei der Restfaden mit dem neu aufgewickelten Faden kontinuierlich verbunden ist, und es kann bei einer späteren Verarbeitung des Fadens der auf diese Weise bewickelten Auflaufspule der gesamte Faden als ein einziger Faden kontinuierlich abgewickelt werden.

Anhand der Figuren wird die Erfindung an einer bevorzugten Ausführungsform näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Querschnittes durch einen erfindungsgemäßen Spulautomaten, in dem eine Spulstelle und ein Spulenabnehmerwagen dargestellt sind;

Fig. 2 eine Seitenansicht einer Spulstelle;

Fig. 3 eine Seitenansicht eines Spulenabnehmerwagens;

Fig. 4 eine Seitenansicht zur Darstellung der Funktionsweise einer Fadenbundwalze;

Fig. 5 eine Draufsicht auf einen Endteil eines Fadenaufnehmermechanismus zur Darstellung der Funktionsweise;

Fig. 6 eine Seitenansicht einer Hülsengreifeinrichtung zur Darstellung der Funktionsweise;

Fig. 7 eine Seitenansicht einer Schneideinrichtung zur Darstellung der Funktionsweise; und

Fig. 8 eine Draufsicht auf einen Tragarm zur Darstellung der Funktionsweise.

Bei dem in der Fig. 1 dargestellten Spulautomaten bezeichnet das Bezugszeichen 1 eine Spulstelle und das Bezugszeichen 2 einen Spulenabnehmerwagen, der oberhalb von Spulstellen 1 aufgehängt, abgestützt und an Führungsschienen 3 in waagrechter Richtung entlang den aneinandergereihten Spulstellen 1 des Spulautomatens fahrbar ist. Jede der Spulstellen 1 weist an ihren beiden gegenüberliegenden Seiten jeweils einen Seitenrahmen 4 auf, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist. Zwischen den Seitenrahmen 4 sind eine Schiene 5, an der sich die Spulstelle 1 nach vorne schwenkbar abstützt, eine Saugleitung 6, eine Druckluftzuführleitung 7 usw. angeordnet.

An einem unteren Teil der Spulstelle 1 ist eine Fadenlieferspule oder Ablaufspule 8 gehaltert, während an einem oberen Teil der Spulstelle 1 eine Wickelwalze 9 vorgesehen ist und an einem anderen oberen Teil der Spulstelle 1 ein schwenkbarer Tragarm 11 vorgesehen ist, in den eine Spulenhülse 10 einsetzbar ist und der die eingesetzte Spulenhülse 10 mit der Wickelwalze 9 in Berührung bringt. Ein von der Ablaufspule 8 abgezogener Faden 12 durchläuft eine Führung 13, einen Fadenspanner 14, der dem Faden 12 eine geeignete Zugspannung erteilt, und einen Fadenwächter 15, der eine unregelmäßige oder fehlerhafte Stelle des Fadens 12, z. B. eine Dickstelle, erfaßt und dann den Faden 12 durchschneidet und der auch das Vorhandensein eines laufenden Fadens 12 feststellt, und wird dann auf die im Tragarm 11 eingesetzte Spulenhülse 10 aufgewickelt, bis eine vollbewickelte Auflaufspule 16 gebildet worden ist. Wie in der Fig. 8 dargestellt ist, weist der Tragarm 11 an den beiden einander gegenüberliegenden Endteilen eines U-förmigen Rahmens jeweils ein drehbar gelagertes Tragglied 17 bzw. 18 auf, die die beiden entgegengesetzten Endteile einer eingesetzten konusförmigen Spulenhülse 10 haltern. Einer der Schenkel des U-förmigen Rahmens des Tragarms 11 ist als ein gegenüber dem übrigen Tragarm 11 schwenkbarer Tragarmteil 19 ausgebildet, der am übrigen Tragarm 11 an einem Zapfen 20 in der Weise schwenkbar angelenkt ist, daß mittels eines am Tragarmteil 19 befestigten Hebels 21 der Tragarmteil 19 und somit der Tragarm 11 in eine offene Stellung zum Einsetzen oder Herausnehmen einer Spulenhülse 10 oder in eine geschlossene Stellung zum Haltern der Spulenhülse 10 zwischen den beiden Traggliedern 17 und 18 bringbar ist.

Die Spulstelle 1 ist der Weise ausgelegt, daß beim Erfassen einer unregelmäßigen oder fehlerhaften Stelle usw. im Faden 12 durch den Fadenwächter 15 eine in der Nähe des Fadenwächters 15 vorgesehene, nicht dargestellte Schneideinrichtung betätigt wird, die den laufenden Faden 12 durchschneidet. Infolge des darauffolgenden Fehlens des laufenden Fadens 12 wird der Spulbetrieb der Spulstelle 1 abgestoppt, wonach ein erster schwenkbarer Fadenführungssaugarm 22 betätigt wird, der einen Fadenendteil 12a des mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadens in eine außerhalb des normalen Fadenlaufweges angeordnete Fadenverbindeeinrichtung 24 einführt, und ein zweiter schwenkbarer Fadenführungssaugarm 23 betätigt wird, der einen Fadenendteil 126 des mit der Auflaufspule 16 verbundenen Fadens in die Fadenverbindeeinrichtung 24 einführt. Danach werden beide Fadenendteile 12a und 12b verbunden, wonach das Umspulen des Fadens 12 wieder aufgenommen wird. Es ist zu bemerken, daß beide Fadenführungssaugarme 22 bzw. 23mit der Saugleitung 6 verbunden sind, während die Fadenverbindeeinrichtung 24 über ein Zuführrohr 25 mit der Druckluftversorgungsleitung 7 verbunden ist. Wie noch zu erläutern ist, dient eine Fadenfalle zum Ansaugen des angeschnittenen Fadenendteils 12a eines mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadens und von Fadenabfall. Die Fadenfalle 26 ist mit der Saugleitung 6 verbunden. Wenn die Auflaufspule 16 vollbewickelt worden ist, stellt die Spulstelle 1 den Spulbetrieb ein und erzeugt ein Stopsignal. Ansprechend auf das Stopsignal bewegt sich der Spulenabnehmerwagen 2 an eine oberhalb der Spulstelle 1 liegende Stelle und führt das Spulenabnehmen aus.

Wie in den Fig. 3 bis 5 dargestellt ist, befindet sich auf dem Spulenabnehmerwagen 2 eine antreibbare Fadenbundwalze 27, die an einem schwenkbaren Traggestell gelagert und in Richtung nach unten, auf die Oberfläche der Auflaufspule 16 zu bewegbar ist und mit der die Auflaufspule 16 in der Aufspulrichtung in Umlauf versetzbar ist. Hierdurch wird die als Changierwalze ausgebildete Wickelwalze 9 über die Auflaufspule 16 mit in Umlauf versetzt, wobei der Faden 12 changiert wird.

Auf dem Spulenabnehmerwagen 2 befindet sich ein Fadenaufnahmemechanismus 30, der in der Weise gelenkig ausgebildet ist, daß ein hakenartiger Endteil mit einem Fadeneinfangausschnitt 28 in Richtung zum changierten Faden 12 hin bewegt, der Faden 12 im Ausschnitt 28 eingefangen und der Faden 12 in Richtung zum Spulenabnehmerwagen 2 zurückgezogen werden kann. Hierbei wird der auf seinem Weg zur Auflaufspule 16 hin umgelenkte Faden 12 in eine Schneideinrichtung 29 des Spulenabnehmerwagens 2 eingeführt. Diese umfaßt einen an seinem oberen Ende an einem Zapfen 32 am Spulenabnehmerwagen 2 schwenkbar gelagerten Hebel, der an seinem unteren Ende einen scherenartigen Teil 31 aufweist, der in der Weise ausgebildet ist, daß er den zugeführten Faden 12 durchschneidet, jedoch danach den mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadenendteil 12a zwischen Klemmflächen festhält.

Die Schneideinrichtung 29 ist von einem Antriebsnocken 33 über eine Gelenkverbindung 34 in der Weise antreibbar, daß sie zum Ansetzen des Fadenendteils 12a an die neue Spulenhülse 10 zum Tragarm 11 hin verschwenkt wird. Hierbei wird der Fadenendteil 12a des mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadens zwischen einem Ende der Spulenhülse 10 und dem dort vorgesehenen Tragglied 18 des Tragarms 11 eingeklemmt, das zum Haltern der Spulenhülse 10 vorgesehen ist, wie dies in den Fig. 1 und 8 dargestellt ist. Danach wird der Fadenendteil 12a von der Schneideinrichtung 29 freigegeben, die dann in Richtung zum Spulenabnehmerwagen 2 hin zurückgezogen wird.

Am Spulenabnehmerwagen 2 ist ein Öffner 35 vorgesehen, der mit dem Hebel 21 des Tragarmes 11 in Eingriff kommt, um den Tragarm 11 zu öffnen oder zu schließen. Ebenfalls ist am Spulenabnehmerwagen 2 ein Greifer 37 zum Herausnehmen einer neuen Spulenhülse 10 aus einer Vorratseinrichtung 36, wie dies in der Fig. 6 dargestellt ist, und zum Zuführen der Spulenhülse 10 zu dem auf diese Weise vom Öffner 35 geöffneten Tragarm 11 vorgesehen. Eine vollbewickelte Auflaufspule 16, die vom Tragarm freigegeben worden ist, rollt herab in Richtung einer Aufnahmestation 38, die an der Rückseite der Spulstelle 1 vorgesehen ist, und wird in dieser aufgenommen. In der Fig. 3 bezeichnet das Bezugszeichen 39 ein Hakenglied zum Positionieren der Spulenhülse 10 an der Greifstelle und das Bezugszeichen 40 einen Fadenführungshebel.

In einem Spulautomaten dieser Art ist insbesondere am Spulenabnehmerwagen 2 eine Detektoreinrichtung 41 vorgesehen, die eine photoelektrische Röhre oder ein ähnliches Bauteil umfaßt und die feststellt, ob eine in der Vorratseinrichtung 36 untergebrachte und herauszunehmende Spulenhülse 10 mit einem Restfaden versehen ist oder nicht. Falls auf der Spulenhülse 10 kein Restfaden vorhanden ist, wird wie in einem üblichen Fall ein Ansetzen des Fadens durchgeführt. Falls jedoch die Spulenhülse mit einem Restfaden versehen ist,wird ein Fadenverbinden, ohne ein Ansetzen des Fadens an der Spulenhülse durchgeführt. Es ist, im einzelnen, ein Anschlag 42, der ansprechend auf ein Erfassungssignal der Detektoreinrichtung 41 mittels eines Solenoids oder einer ähnlichen Einrichtung in eine Betriebsstellung herausgefahren oder aus dieser zurückgezogen wird, an der Schwenkbahn der Schneideinrichtung 29 des Spulenabnehmerwagens 2 vorgesehen. Wenn das Vorhandensein einer Spulenhülse 10 mit einem Restfaden festgestellt worden ist, wird der Anschlag 42 in die Betriebsstellung ausgefahren, um ein Herausschwenken der Schneideinrichtung 29 zu verhindern. Es ist zu bemerken, daß in dem Fall, in dem eine mit einem Restfaden versehene Spulenhülse 10 erfaßt worden ist, die Fadenbundwalze 27 zu der mit dem Restfaden versehenen und im Tragarm 11 gehalterten Spulenhülse 10 herunterbewegt wird, um die Spulenhülse 10 in umgekehrter Richtung in Umlauf zu versetzen, so daß das Ende des auf der Spulenhülse 10 befindlichen Restfadens abgezogen werden kann, wobei der zweite Fadenführungssaugarm 23 der Fadenverbindeeinrichtung 24 das Ende des Restfadens ansaugt. In diesem Fall schneidet die Schneideinrichtung 29 den vom Fadenaufnahmemechanismus 30 zugeführten Faden 12 durch und erfaßt den mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadenendteil 12a, wonach, nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne, die Schneideinrichtung 29 den Fadenendteil 12a freigibt. Der auf diese Weise freigegebene Fadenendteil 12a wird in die Fadenfalle 26 hineingesaugt, so daß er nicht von der Saugwirkung des ersten Fadenführungssaugarms 22 erfaßt wird.

Nachstehend wird die Funktionsweise der dargestellten Ausführungsform beschrieben.

Der Spulbetrieb der Spulstelle 1 wird abgestoppt, wenn eine Auflaufspule 16 vollbewickelt worden ist und ein Stopsignal abgegeben wird. Der Spulenabnehmerwagen 2 erhält das Stopsignal und bewegt sich in eine Stellung oberhalb der Spulstelle 1, um ein Spulenabnehmen durchzuführen. Danach wird von der Detektoreinrichtung 41 festgestellt, ob eine neue, innerhalb der Vorratseinrichtung 36 befindliche und dem Tragarm 11 zuzuführende Spulenhülse 10 mit einem Restfaden versehen ist oder nicht. Im Falle einer leeren Spulenhülse 10 erfolgt ein Ansetzen des Fadens wie im Normalfall. Hierbei wird zuerst der Faden 12 von dem Fadenaufnahmemechanismus 30 aufgenommen und der Schneideinrichtung 29 zugeführt. Die Schneideinrichtung 29 schneidet den auf diese Weise zugeführten Faden 12 durch und erfaßt den Fadenendteil 12a des mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadens. Die Schneideinrichtung 29 führt den Fadenendteil 12a zum Tragarm 11 hin. Zu diesem Zeitpunkt ist die vollbewickelte Auflaufspule 16 bereits vom Öffner 35 aus dem Tragarm 11 freigegeben worden und es ist die aus der Vorratseinrichtung 36 entnommene leere Spulenhülse 10 vom Greifer 37 dem geöffneten Tragarm 11 zugeführt worden. Wenn der Tragarm 11 vom Öffner 35 geschlossen wird, um die leere Spulenhülse 10 zu haltern, wird der mit der Ablaufspule 8 verbundene Fadenendteil 12a, der von der Schneideinrichtung 29 dem Tragarm 11 zugeführt wird, zwischen dem einen Ende der Spulenhülse 10 und dem Tragglied 18 festgeklemmt. Die Schneideinrichtung 29 gibt den festgehaltenen Fadenendteil 12a frei und wird dann zurückgezogen, womit das Ansetzen des Fadens beendet ist. Nach dem Beenden des Fadenansetzens wird die Fadenbundwalze 27 nach unten zur Spulenhülse 10 hin bewegt, um die Spulenhülse 10 in Umdrehung zu versetzen und auf diese einen Fadenbund aufzuwickeln. Danach wird die Fadenbundwalze 27 zurückgezogen und von einem Betätigungsarm 43 ein zum Wiederstarten vorgesehener Schalter 44 der Spulstelle 1 eingeschaltet, worauf sich der Spulenabnehmerwagen 2 in eine Stellung oberhalb einer anderen danach abgestoppten Spulstelle 1 bewegt.

Falls jedoch das Vorhandensein einer mit einem Restfaden versehenen Spulenhülse 10 erfaßt wird, erfolgt ein Spulenabnehmen wie vorstehend beschrieben, jedoch wird der Anschlag 42 herausgetrieben, um ein Vorrücken der Schneideinrichtung 29 zu verhindern. Demgemäß wird an einer im Tragarm 11 gehalterten, mit einem Restfaden versehenen Spulenhülse 10 kein Ansetzen eines Fadens durchgeführt. In diesem Fall gibt nach Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne die Schneideinrichtung 29 den mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadenendteil 12a frei und es wird der freigegebene Fadenendteil 12a in die Fadenfalle 26 hineingesaugt, während die Fadenbundwalze 27 zu der mit dem Restfaden versehenen Spulenhülse 10 hinunterbewegt wird, um die Spulenhülse 10 in Rückwärtsrichtung, d. h. in Abwickelrichtung in Umlauf zu versetzen, wodurch das Ende des Restfadens vom zweiten Fadenführungssaugarm 23 nach vorne abgezogen werden kann.

Danach schaltet der Spulenabnehmerwagen 2 mit einem Betätigungsarm 43 den Schalter 44 der Spulstelle 1 wieder ein und bewegt sich zu einer oberhalb der nächsten, abgestoppten Spulstelle 1 liegenden Stellung hin. Da jedoch der mit der Ablaufspule 8 verbundene Fadenendteil 12a und der Endteil des auf der Spulenhülse 10 befindlichen Restfadens nicht miteinander verbunden sind, wird dieser Umstand vom Fadenwächter 15 erfaßt und der Umspulvorgang noch nicht wieder aufgenommen. In diesem Fall wird der erste Fadenführungssaugarm 22 betätigt, um den mit der Ablaufspule 8 verbundenen Fadenendteil 12a anzusaugen und es wird der zweite Fadenführungssaugarm 23 betätigt, um den Endteil des auf der Spulenhülse 10 befindlichen Restfadens anzusaugen, wonach die beiden Fadenendteile in die Fadenverbindeeinrichtung 24 eingeführt werden. Wenn der Fadenwächter 15 feststellt, daß die jeweiligen Fadenendteile miteinander verbunden worden sind, wird an der Spulstelle 1 der Umspulvorgang wieder aufgenommen.

Zusammenfassend lassen sich mit der Erfindung die nachstehend angegebenen Vorteile erzielen.

Dem erfindungsgemäßen Spulautomaten können nicht nur leere Spulenhülsen zum Bewickeln zugeführt werden, sondern auch Spulenhülsen, die mit einem Restfaden versehen sind, weil der erfindungsgemäße Spulautomat in der Weise ausgestaltet ist, daß in jedem Fall festgestellt wird, ob eine einer Spulstelle zuzuführende Spulenhülse mit einem Restfaden versehen ist oder nicht, wobei im Falle einer Spulenhülse, die mit keinem Restfaden versehen ist, ein Ansetzen des mit der Ablaufspule verbundenen Fadenendes in normaler Weise erfolgt, jedoch im Falle einer mit einem Restfaden versehenen Spulenhülse ein Ansetzen des mit der Ablaufspule verbundenen Fadenendteils unterbleibt und statt dessen der Endteil des auf der Spulenhülse befindlichen Restfadens mit dem Endteil des mit der Ablaufspule verbundenen Fadens verbunden wird.

Folglich wird eine Weiterverwendung des nach einem Zetteln auf einer Spulenhülse verbleibenden Restfadens vereinfacht, wobei ein vorheriges Abspulen der mit dem Restfaden versehenen Spulenhülse unterbleiben kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Spulautomat mit einem entlang einer Reihe von Spulstellen fahrbaren Spulenabnehmerwagen, bei dem
    1. - an jeder Spulstelle ein von einer Ablaufspule abgezogener Faden einen Fadenwächter durchläuft und auf eine in einem Tragarm eingesetzte Spulenhülse aufgewickelt wird, wobei infolge eines Fehlens des Fadens die Spulstelle abgestoppt, Fadenendteile der mit der Ablaufspule und der Auflaufspule verbundenen Fäden von schwenkbaren Fadenführungssaugarmen angesaugt und in eine Fadenverbindeeinrichtung der Spulstelle eingeführt und miteinander verbunden werden, wonach das Umspulen des Fadens wieder aufgenommen wird, und
    2. - der Spulenabnehmerwagen in der Weise ausgebildet ist, daß er an einer Spulstelle, an der eine Auflaufspule voll bewickelt und der Spulbetrieb eingestellt worden ist, den Faden mit einer schwenkbaren Schneideinrichtung durchschneidet, die jedoch den mit der Ablaufspule verbundenen Fadenendteil festhält, mit einem Öffner den Tragarm zum Freigeben der Auflaufspule öffnet, mit einem Greifer eine neue Spulenhülse aus einer Vorratseinrichtung herausnimmt und dem Tragarm zuführt, mit der Schneideinrichtung den festgehaltenen Fadenendteil zum Tragarm hinführt und mit dem Öffner den Tragarm schließt, wobei der Fadenendteil am Ende der Spulenhülse festgeklemmt wird, wonach die Schneideinrichtung den Fadenendteil freigibt und zurückgezogen wird und den Spulenabnehmerwagen die Spulstelle zum Wiederstarten einschaltet,
  2. dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß der Spulenabnehmerwagen (2) mit einer Detektoreinrichtung (41) versehen ist, die feststellt, ob eine in der Vorratseinrichtung (36) befindliche, dem Tragarm (11) zuzuführende Spulenhülse (10) mit einem Restfaden versehen ist,
    2. - daß an der Schwenkbahn der Schneideinrichtung (29) ein Anschlag (42) vorgesehen ist, der zum Verhindern eines Herausschwenkens der Schneideinrichtung (29) von einer Steuereinrichtung in eine Betriebsstellung ausgefahren wird, wenn das Vorhandensein einer Spulenhülse (10) mit einem Restfaden festgestellt worden ist und
    3. - daß eine Fadenfalle (26) zum Hineinsaugen des Fadenendteils (12a) vorgesehen ist, wenn dieser nach einer vorbestimmten Zeitspanne von der Schneideinrichtung (29) freigegeben wird, so daß nach dem Einschalten der Spulstelle (1) durch den Spulenabnehmerwagen (2) der mit der Auflaufspule (8) verbundene Fadenendteil (12a) und der Endteil des auf der Spulenhülse (10) befindlichen Restfadens zum Verbinden in die Fadenverbindeeinrichtung (24) einführbar ist.
  3. 2. Spulautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Spulenabnehmerwagen (2) eine antreibbare Fadenbundwalze (27) schwenkbar gelagert ist, die zu einer mit einem Restfaden versehenen und im Tragarm (11) gehalterten Spulenhülse (10) hin bewegbar ist und mit der die Spulenhülse (10) in umgekehrter Richtung in Umlauf versetzbar ist, so daß das Ende des Restfadens von einem der Fadenführungssaugarme (23) angesaugt und abgezogen werden kann.






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