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Dokumentenidentifikation DE3930958A1 28.03.1991
Titel Positionssensor
Anmelder Arthur Pfeiffer Vakuumtechnik Wetzlar GmbH, 6334 Aßlar, DE
Erfinder Conrad, Armin, 6348 Herborn, DE
DE-Anmeldedatum 16.09.1989
DE-Aktenzeichen 3930958
Offenlegungstag 28.03.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.03.1991
IPC-Hauptklasse H02K 29/12
IPC-Nebenklasse H02P 6/02   
Zusammenfassung Kollektorlose Gleichstrommotoren benötigen Positionssensoren, welche die Winkelstellung des Rotors erkennen, um im geeigneten Zeitpunkt einen Impuls zur Steuerung des Spulenstroms zu geben. Hallsonden, welche in der Regel als Positionssensoren verwendet werden, weisen eine Reihe von Nachteilen auf, wie z. B. Temperatur- und Strahlungsempfindlichkeit. Um diese Nachteile zu umgehen, werden erfindungsgemäß von einem Wechselstrom durchflossene Spulen 6, 7 mit magnetischem Kern 8, 9 im Luftspalt 5 angebracht. Der Rotor besteht in diesem axialen Abschnitt aus einem magnetischen Teil 4 und einem unmagnetischen Teil 10. Dadurch entsteht während einer Umdrehung eine Änderung des Spannungsabfalles an den Spulen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors eines kollektorlosen Gleichstrommotors, im folgenden auch Positionssensor genannt.

Bei einem kollektorlosen Gleichstrommotor muß die elektronische Kommutierungseinrichtung die Spulen immer dann einschalten, wenn sie gegenüber dem umlaufenden Feldmagneten eine für die Drehmomentbildung günstige Stellung haben.

Zur Positionserkennung des umlaufenden Rotors werden im allgemeinen Hallsonden verwendet. Unter dem Einfluß des Magnetfeldes des Rotors geben diese eine Spannung ab, die zur Steuerung der elektronischen Kommutierungseinrichtung verwendet wird. Entsprechend der Phasenzahl der Statorwicklung muß die Anzahl und die Anordnung der Hallsonden gewählt werden. Anstelle normaler Hallsonden werden auch Hall-ICs verwendet, welche eine integrierte Elektronik besitzen.

Diese seither weit verbreitete Technik ist mit einer Reihe von Nachteilen behaftet:

Halbleiter-Bauelemente, zu denen Hallsonden und Hall-ICs gehören, weisen einen negativen Temperatur-Koeffizienten auf. Hieraus resultiert eine Temperaturabhängigkeit deren Widerstände und somit auch der Ausgangssignale. Aus diesem Grunde können Probleme bei der Signalerkennung auftreten. Die Signalhöhe kann in gewissen Grenzen durch die Elektronik ausgeglichen werden. Dies bedingt wiederum einen höheren Aufwand.

Die Temperaturempfindlichkeit der Halbleiter-Bauelemente verursacht eine hohe Ausfallquote.

Der Einsatzbereich der Hallsonden und Hall-ICs wird weiterhin durch ihre Strahlungsempfindlichkeit begrenzt. In einer strahlungsintensiven Umgebung, wie z.B. bei Beschleunigeranlagen, häufen sich die Fehlstellen in den Halbleiter-Bauelementen, was zu Funktionsuntüchtigkeit führt.

Ein weiterer Nachteil ist die Anzahl der Verbindungsleitungen von den Hallsonden zur elektronischen Kommutierungseinrichtung. Pro Hallsonde sind sechs Leitungen erforderlich, was den Einsatz von mehreren Sonden zu einem unerwünschten Aufwand führt. Die Länge der Verbindungsleitungen ist begrenzt, da durch die Kabelkapazität Phasenfehler der Signale hervorgerufen werden und zusätzliche Störungseinkopplungen der Motorstromversorgung unvermeidlich sind. Der Nutzsignal-Störsignal-Abstand ist dann wegen des kleinen Nutzsignalpegels sehr gering.

Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung und ein Verfahren zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors eines kollektorlosen Gleichstrommotors zu entwickeln, durch welche die angeführten Nachteile vermieden werden.

Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Teile der beiden Patentansprüche gelöst.

Die Erfindung stellt eine zuverlässige Einrichtung zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors eines kollektorlosen Gleichstrommotores dar. Am Einsatzort des Motors sind keinerlei Halbleiter-Bauelemente zu dessen Funktion nötig. Dadurch werden Nachteile, welche z.B. durch die negativen Temperaturkoeffizienten, die Temperaturempfindlichkeit und die Strahlungsempfindlichkeit bedingt sind, vermieden. Die Verbindung vom Motor zur elektronischen Kommutierungseinrichtung wird wesentlich vereinfacht, da pro Positionssensor nur zwei anstelle von sechs Leitungen notwendig sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 Längsschnitt eines kollektorlosen Gleichstrommotors,

Fig. 2 Querschnitt A-A nach Fig. 1 eines kollektorlosen Gleichstrommotores,

Fig. 3 Querschnitt B-B nach Fig. 1 eines kollektorlosen Gleichstrommotores.

In Fig. 1 ist im Längsschnitt und in Fig. 2 im Querschnitt nach A-A von Fig. 1 der grundsätzliche Aufbau eines zweiphasigen kollektorlosen Gleichstrommotores dargestellt. Dieser besteht aus dem Stator 1 mit den Statorwicklungen 2 und aus dem Rotor 3 mit dem permanentmagnetischen Teil 4. Zwischen Rotor und Stator befindet sich der Luftspalt 5.

Der permanentmagnetische Teil 4 mit Nord- und Südpol erzeugt im Luftspalt 5 eine konstante magnetische Feldstärke, welche zusammen mit den stromdurchflossenen Statorwicklungen 2 ein Drehmoment bildet. Je nach Stellung der Magnetpole Nord und Süd relativ zu den Statorwicklungen 2, muß in diesen der Strom umgepolt werden.

Zur Positionserkennung der Rotorstellung werden anstelle der früher um 90° versetzt angeordneten Hallsonden erfindungsgemäß Spulen 6 und 7 mit jeweils einem Kern 8 und 9 aus Ferritmaterial eingebaut.

Ferritmaterial wird hier verwendet, da es eine schmale und rechteckige Hysteresekennlinie aufweist. Durch die schmale Form werden wegen der geringen Remanenz die Verluste klein gehalten und der steile Anstieg der Hysteresekennlinie, welcher sich in der rechteckigen Form ausdrückt, hat zur Folge, daß bei kleinen Feldstärkeänderungen sehr schnell der Sättigungsbereich erreicht ist. Anstelle von Ferritmaterial können auch andere Materialien verwendet werden, welche die gleichen oder ähnliche Eigenschaften aufweisen.

Da die Anordnung von Spulen 6 und 7 und der Kerne 8 und 9 aus Ferritmaterial nicht zwischen magnetischem Nord- und Südpol der Rotormagnete unterscheiden können und pro Umlauf nur ein Signal pro Spule erwünscht ist, wurde im axialen Bereich des Rotors 3, in dem sich die Spulen 6 und 7 befinden, nur die Hälfte des Rotors 3 mit permanentmagnetischem Material 4 bestückt (Fig. 3).

Die Gegenseite wird in diesem Bereich zur Vermeidung von Unwucht mit unmagnetischem Material 10 gleicher Dichte versehen.

Die Spulen 6 und 7 werden von einem Wechselstrom durchflossen. Die Frequenz dieses Wechselstromes ist groß gegenüber der Nenndrehfrequenz des Rotors. Sie beträgt in dem hier angegebenen Beispiel ca. 30 KHz. Die Induktivität der Spule ist durch die hohe Permeabilität der Kerne 8 und 9 aus Ferritmaterial sehr groß. Dadurch entsteht ein hoher Spannungsabfall während einer halben Umdrehung, bei der kein magnetischer Fluß die Spule durchsetzt. Dies ist jeweils dann der Fall, wenn die Spulen 6 und 7 dem unmagnetischen Material gegenüberstehen.

Werden jedoch während einer halben Umdrehung diese Kerne 8 und 9 aus Ferritmaterial vom starken magnetischen Fluß des Rotormagneten 4 durchdrungen, stellt sich in dem Ferritmaterial eine Sättigung ein. Diese bedingt eine starke Verminderung der Induktivität der Spulen 6 und 7, wodurch wiederum der Spannungsabfall an den Spulen stark reduziert wird.

Diese Änderung der Wechselspannungs-Amplitude wird als Signal zur Steuerung der Kommutierungsanordnung 11 verwendet.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors eines kollektorlosen Gleichstrommotors, dadurch gekennzeichnet, daß im Luftspalt (5) zwischen Stator (1) und Rotor (3) Spulen (6, 7) mit jeweils einem Kern (8, 9) aus magnetischem Material, welches eine möglichst schmale und rechteckige Hysteresekennlinie aufweist, vorhanden sind, daß die Spulen (6, 7) von einem Wechselstrom durchflossen werden, dessen Frequenz groß gegenüber der Nennfrequenz des Rotors (3) ist, daß der Rotor (3) in dem axialen Bereich, in welchem sich die Spulen (6, 7) befinden, nur auf halbem Umfang mit permanentmagnetischem Material (4) bestückt ist und daß die Gegenseite in diesem Bereich mit unmagnetischem Material (10) gleicher Dichte versehen ist.
  2. 2. Verfahren zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors eines kollektorlosen Gleichstrommotores mit Hilfe der Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Änderung des Spannungsabfalles an den Spulen (6, 7), welche während einer Umdrehung des Rotors durch das abwechselnde Vorbeilaufen von permanentmagnetischem Material (4) und unmagnetischem Material (10) hervorgerufen wird, zur Erkennung der Winkelstellung des Rotors (3) und zur Steuerung der elektronischen Kommutierungseinrichtung (11) verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Änderung des Spannungsabfalles an den Spulen (6, 7) während einer Umdrehung des Rotors dadurch erzeugt wird, daß bei einer halben Umdrehung, während der unmagnetische Teil (10) des Rotors an den Spulen vorbeiläuft, in diesen der volle Spannungsabfall herrscht und während der nächsten halben Umdrehung die Spulenkerne sich durch das Vorbeilaufen des magnetischen Teils (4) des Rotors im Sättigungsbereich befinden, wodurch deren Induktivität stark vermindert wird und als Folge dessen sich der Spannungsabfall erheblich reduziert.






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