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Dokumentenidentifikation DE3932496A1 11.04.1991
Titel Vorrichtung zum Positionieren von Filmstreifen
Anmelder Schmidt von Braun, Heiko, Dr., 8120 Weilheim, DE
Erfinder Schmidt von Braun, Heiko, Dr., 8120 Weilheim, DE
Vertreter Beetz sen., R., Dipl.-Ing.; Beetz jun., R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Timpe, W., Dr.-Ing.; Siegfried, J., Dipl.-Ing.; Schmitt-Fumian, W., Prof. Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Mayr, C., Dipl.-Phys.Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 28.09.1989
DE-Aktenzeichen 3932496
Offenlegungstag 11.04.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.04.1991
IPC-Hauptklasse G01C 11/06
IPC-Nebenklasse G03B 35/00   G03C 9/08   G03B 1/42   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Positionieren von zwei sich auf verschiedenen Filmstreifen befindlichen Bildern relativ zueinander. Sie weist zwei Trägervorrichtungen (1, 1') mit je zwei Filmspulen (10, 11) pro Filmstreifen (12) zum gesteuerten Ab- bzw. Aufwickeln der Streifen (12) auf. Es sind jeweils x-y-Antriebe (2, 2') zur Aufnahme der jeweiligen Trägervorrichtungen (1, 1') vorgesehen. Die x-y-Antriebe (2, 2') werden durch vorgegebene Steuersignale relativ zueinander bewegt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Positionieren von zwei sich auf verschiedenen Filmstreifen befindlichen Bildern relativ zueinander. Eine solche Vorrichtung findet hauptsächlich Anwendung in Verbindung mit einem Auswertegerät, wie es beim Auswerten von stereoskopischen Aufnahmen in der Fotogrammetrie verwendet wird.

Luftbilder werden für verschiedenste Anwendungszwecke angefertigt. Bei bestimmten Anwendungen kommt es in erster Linie darauf an, die auf den einzelnen Luftbildern abgebildeten Objekte so genau wie möglich erfassen zu können. Zu diesem Zweck eignen sich insbesondere stereoskopische Aufnahmen. Dabei ist es nicht unbedingt erforderlich, daß diese stereoskopischen Aufnahmen mit einer Stereokamera aufgenommen worden sind. Es gibt Auswertegeräte, die aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommene Aufnahmen, die sich mit einem Mindestprozentsatz überlappen, rechnerisch so in dem Strahlengang eines Betrachtungsgerätes plazieren, daß über zwei getrennte Optiken für den Betrachter ein stereoskopisches Bild entsteht.

Jede dieser beiden Optiken weist somit eine Bildträgerplatte auf, auf der jeweils eine der sich teilweise überlappenden Aufnahmen angebracht wird. Zur exakten Justierung und Fokussierung der Abbildungsoptik ist eine definierte Lage des abzubildenden Films erforderlich. Zu diesem Zweck wird dieser zwischen zwei durchsichtige Träger, in der Regel aus Glas, festgelegt.

Diese Methode eignet sich zum Betrachten einzelner, sich überlappender Bilder, um einen Stereoeffekt zu bewirken. Soll ein größeres Gebiet flächendeckend auf diese Weise untersucht werden, so fällt eine große Anzahl von Einzelaufnahmen an, die, um sie bei späteren Betrachtungen wiederfinden zu können, genau katalogisiert, sortiert und archiviert werden müssen. Diese administrative Aufgabe ist für den Anwender eines Auswerteverfahrens sehr zeitraubend und bindet unnötig die Arbeitskraft des eingesetzten Personals. Ferner werden die Einzelbilder durch ständiges Berühren und dem Aussetzen staubbehafteter Luft leicht verkratzt und somit nicht mehr auswertbar.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, die bei der Auswertung von stereoskopischen Luftbildern eingesetzt werden kann und die eine große Erleichterung hinsichtlich der Archivierung des Bildmaterials schafft.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

In den Unteransprüchen sind bevorzugte Ausgestaltungen der in Anspruch 1 definierten Erfindung gekennzeichnet.

Die vorliegende Erfindung setzt bei einer herkömmlichen Auswerteeinrichtung an, bei der Einzelluftbilder bzw. Diapositive verwendet werden. Da bei einer großflächigen Befliegung zur Herstellung von stereoskopischen Abbildungen Bilder gemacht werden, die auf den einzelnen Filmrollen in der Regel hintereinanderliegen, ist es zweckmäßig, solche Filmrollen nicht zu Einzelbildern zu zerschneiden, sondern als Ganzes auf die Bildträgerflächen aufzubringen. Die Filmspulen werden somit jeweils in eine Kassette eingebracht, von der aus der zu betrachtende Film Bild für Bild auf eine Bildträgerplatte aufgebracht werden kann, um anschließend von einer Leerkassette aufgenommen zu werden. Eine Steuerung eines elekrischen Antriebes der beiden Spulen ermöglicht das automatische Abrufen einzelner Bilder auf der Bildträgerplatte.

Die Filmkassetten sind jeweils staubdicht gekapselt und schwingungsgedämpft aufgehängt.

Der Andruck der einzelnen Bilder auf die Bildträgerplatten erfolgt durch eine pneumatisch auf die Bildpositive aufgedrückte durchsichtige Platte, die den Film auf die Bildträgerplatte preßt. Die Kassetten sind an einem x-y-Antrieb angebracht, der die Kassetten in der durch die Bildträgerplatte definierten Ebene verschieben kann. Um die Mechanik der Bildträgerverschiebung des Auswertegeräts nicht zu beeinträchtigen, ist eine berührungsfreie Abtastung der Bewegung der Bildträger der Auswertevorrichtung vorgesehen, die optisch durch dafür vorgesehene Vorrichtungen erfolgen kann. Auf diese Weise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung an bereits bestehende Auswertesysteme leicht adaptel. Die Steuerung der x-y-Antriebe, an denen die Kassetten angeordnet sind, erfolgt somit unmittelbar über die Bewegung der bereits im Auswertegerät vorgesehenen Bildträgerplatten.

Andererseits kann die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einer entsprechenden Optik und der zugehörenden elektronischen Steuerung versehen als eigenständiges Auswertegerät verwendet werden.

Im folgenden wird die Erfindung mit Bezug auf die Figur näher erläutert. Die Figur zeigt schematisch den Aufbau eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die in ein Auswertegerät eingesetzt ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist einen x-y-Antrieb 2, 2&min; auf, an dem jeweils eine Trägervorrichtung 1, 1&min; angebracht ist. Die in der Figur dargestellten x-y-Antriebe laufen auf gemeinsamen Schienen in x-Richtung. In der dargestellten Ausführungsform erfolgt die Verschiebung durch außerhalb der Antriebe 2, 2&min; angeordnete Elektromotoren 3,mit denen die Antriebseinheiten 2, 2&min; über Drahtseile bewegt werden. Auf diese Weise wird das Gewicht der Einheiten 2, 2&min; vermindert, was ein verzögerungsfreieres Reagieren auf Steuerimpulse ermöglicht.

Die Trägervorrichtungen 1, 1&min; sind in y-Richtung verschiebbar an den x-y-Antrieben 2, 2&min; angeordnet. Die Verschiebung in y-Richtung kann über nicht weiter dargestellte Führungsschienen und Zahnstangen ausgeführt sein. Die zur Steuerung erforderlichen Stellmotoren finden sich in den Antriebseinheiten 2, 2&min;.

Die Trägervorrichtung 1, 1&min; weist eine Frontplatte 18, 18&min; auf, an der mit Verschlußvorrichtungen 19 Filmkassetten 17 zu beiden Seiten einer Bildauflagefläche angebracht werden. Die Filmkassetten beinhalten jeweils eine Rolle, auf der entweder ein zu betrachtender Filmstreifen aufgewickelt ist oder die den von der jeweils anderen Filmkassette abzuwickelnden Filmstreifen aufnimmt. Ein Antrieb 16&min; greift an der Achse der jeweiligen Rollen an. An der Trägervorrichtung 1, 1&min; befestigte Stellmotoren treiben somit gesteuert die Filmrollen in den einzelnen Kassetten an, um ein gesteuertes Ab- bzw. Aufwickeln des Filmes zu gewährleisten. Die Steuerung des Filmtransportes von einer Kassette 17 auf die zugehörige zweite Kassette weist ferner ein justierbares Bildzählwerk auf.

Die Steuerung der Bewegung der Trägervorrichtung 1, 1&min; erfolgt über eine Einheit bestehend aus Detektoren 7, 7&min; und Zielmarkierungen 8, 8&min;. Die Zielmarkierungen 8, 8&min; sind auf den Bildträgerplatten 6, 6&min; des Auswertegerätes angeordnet. Der Detektor 7 dient dazu, der Bewegung der Zielmarkierung möglichst trägheitsfrei und genau zu folgen, damit das sich zwischen den Bildkassetten 17 befindende Bild synchron zu der Bewegung der Bildträgerplatten bewegt. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Filmkassetten 17 über den Bildträgerplatten angeordnet sind und genau deren Bewegungen verfolgen, ohne auf diesen zu ruhen.

Auf den Bildträgerplatten sind lediglich Auflageplatten 14, 14&min; angebracht, die durch eine pneumatische Vorrichtung 20, 20&min; angehoben werden, wenn der zwischen der Auflageplatte und der Bildträgerplatte verlaufende Filmstreifen transportiert werden soll. Diese pneumatische Einrichtung hat ein verhältnismäßig geringes Gewicht und kann somit auf den Bildträgerplatten 6, 6&min; aufgenommen werden. Eine Pneumatik wurde gewählt, da diese nicht zu statischen Aufladungen des Filmmaterials führt, so daß ein Anziehen von Staub stark verringert wird. Die aus den Kassetten 17 austretenden Streifen werden aus demselben Grunde an einem mit Metallfäden durchgezogenen Gewebe vorbeigeführt, über das statische Elektrizität abgeleitet wird. Über den Auflageplatten sind im Gehäusedeckel Lichtquellen 15, 15&min; angeordnet, die die zu betrachtenden Bildpaare ausleuchten.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht somit, die Bildaufnahmen auf den Filmstreifen zu belassen, ohne sie auseinanderschneiden zu müssen. Der gesteuerte Filmtransport ermöglicht eine rasche Aufeinanderfolge von auszuwertenden Bildern, ohne daß jeweils entsprechende Bildpaare manuell auf die Bildträgerplatten 6, 6&min; gelegt werden müssen. Die Aufnahmen bleiben staubfrei und frei von Beschädigungen, die durch ständiges Anfassen hervorgerufen werden können.

Die oben erläuterte Vorrichtung zur Positionierung von Filmstreifen ist lediglich ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Varianten hinsichtlich der technischen Ausführung der einzelnen Elemente der Erfindung sind denkbar. So kann die berührungsfreie Abtastung der Bewegung der Bildträgerplatten 6, 6&min; anders gelöst werden. Es ist ebenfalls denkbar, die elektrischen Steuersignale, die diese Bildträgerplatten 6, 6&min; bewegen sollen, direkt auf die x-y-Antriebe gemäß der vorliegenden Erfindung anzuwenden. Ferner kann das Andrücken der Bilder auf die Bildauflagefläche anders als oben beschrieben erfolgen, so z. B. durch einen mit einem Stellmotor betätigten Mechanismus.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Positionieren von zwei sich auf verschiedenen Filmstreifen befindlichen Bildaufnahmen relativ zueinander gekennzeichnet durch
    1. - zwei Trägervorrichtungen (1, 1&min;) für je zwei Filmrollen,
    2. - je einem x-y-Antrieb (2, 2&min;) für die Trägervorrichtungen (1, 1&min;),
    3. - Filmrollenantriebe zum gesteuerten Auf- bzw. Abspulen der Filmrollen,
    4. - einer ersten Steuerung für die Bewegung der jeweiligen x-y-Antriebe relativ zueinander und/oder relativ zu einer vorgegebenen Bezugsgröße.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Filmantriebe (16, 16&min;) jeweils eine zweite Steuerung mit einem Bildzählwerk aufweisen, mit der vorbestimmte Bilder genau auf einer zwischen den Rollen angeordneten Bildauflagefläche (13, 13&min;) justierbar plaziert werden können.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Filme staubdicht in Tageslichtkassetten (17, 17&min;) gekapselt sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägervorrichtung (1, 1&min;) und die x-y-Antriebe (2, 2&min;) in einem Gestell (3) angeordnet sind, das als Einsatz in einem analytischen Stereo-Betrachtungsgerät (5) anbringbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der x-y-Antriebe (2, 2&min;) jeweils nach Erfassung der x-y-Bewegung der Bildträgerplatten (6, 6&min;) des Betrachtungsgerätes (5) entsprechend dieser Bewegungen erfolgt.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein optischer Detektor (7, 7&min;), der auf der Trägervorrichtung angebracht ist, die Bewegung von Zielmarkierungen (8, 8&min;) auf den Bildträgerplatten (6, 6&min;) verfolgt.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der auf der Bildträgerplatte (6, 6&min;) angeordnete Filmstreifenteil durch eine pneumatisch betätigte Andruckplatte (14, 14&min;) auf die Auflagefläche gepreßt wird.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägervorrichtungen (1, 1&min;) erschütterungsfrei gelagert sind.






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