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Dokumentenidentifikation DE3934899A1 25.04.1991
Titel Verfahren und Vorrichtung zum selbsttätigen Beheben von Fadenbrüchen an Arbeitsstellen einer Ringspinnmaschine
Anmelder Zinser Textilmaschinen GmbH, 7333 Ebersbach, DE
Erfinder König, Herbert, Dipl.-Ing. (FH), 7333 Ebersbach, DE;
Endres, Joachim, Dipl.-Ing. (TH), 7315 Weilheim, DE
Vertreter Eder, E., Dipl.-Ing.; Schieschke, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 19.10.1989
DE-Aktenzeichen 3934899
Offenlegungstag 25.04.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.04.1991
IPC-Hauptklasse D01H 13/14
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen zum selbsttätigen Beheben von Fadenbrüchen an Arbeitsstellen 1 einer Ringspinnmaschine, mit einem antreibbaren und in einer Stellung positionierbaren Ringläufer 3, mit mindestens einer Blasdüse 4 zum Verschieben des auf einem Spinnring 2 angeordneten Ringläufers 3 und mit einer den Ringläufer 3 auf dem Spinnring 2 halternden Positioniereinrichtung. Ein mit einer Anzeigevorrichtung verbundener Induktivsensor 6 dient zum Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers 3, wobei ein Magnet 7 als Positioniereinrichtung Anwendung finden kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen zum selbsttätigen Beheben von Fadenbrüchen an Arbeitsstellen einer Ringspinnmaschine, mit einem durch einen Antrieb bewegbaren und durch eine Haltekraft in einer vorbestimmten Position festhaltbaren Ringläufer.

Als Stand der Technik ist es bereits bekannt, jede Spinnstelle mit einem induktiven Sensor auszurüsten, welcher über eine Leitung mit einer Auswertung-Elektronik sowie einer automatischen Luntenstop-Vorrichtung verbunden ist. Der Sensor registriert hierbei den rotierenden Ringläufer, welcher ein Magnetfeld durchquert. Bei Fadenbruch bleibt der Ringläufer stehen und kommt nicht mehr am Sensor vorbei. Aufgrund dieses fehlenden Spannungsimpulses stellt die Auswertungselektronik einen Fadenbruch fest und löst im Streckwerksbereich der entsprechenden Spinnstelle den Luntenstop aus.

Zur Positionierung eines Ringläufers zählt des weiteren zum Stand der Technik, diesen über Luftdüsen gegen einen mechanischen Anschlag zu blasen (Japanisches Schutzrecht Sho 60-171 21).

Es ist allgemein bekannt, daß die Erfolgsaussichten eines automatisch arbeitenden Fadenansetzgerätes u. a. vom ordnungsgemäßen Zustand der Spinnstellen abhängt. Zerbrechen - unbemerkt vom Bedienungspersonal - die Ringläufer, so kann das an dieser Spinnstelle arbeitende Fadenansetzgerät seine Aufgabe nicht erfüllen.

Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik besteht nun die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher eine einfache Kontrollmöglichkeit des Ringläufers gegeben ist, um einen Fadenansetzversuch mit Hilfe des Fadenansetzgerätes nur dann durchzuführen, wenn sichergestellt ist, daß tatsächlich ein Ringläufer vorhanden ist, welcher dann in funktionsrichtiger Position gehaltert wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein Fühlen des Vorhandenseins des durch den Antrieb in Umlauf versetzten Ringläufers und/oder das Festhalten des Ringläufers mittels auf den Ringläufer ausgeübter Magnetwirkung erfolgt. Hierbei kann das Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers durch Erfassen der periodischen Veränderung eines durch den in Umlauf versetzten Ringläufer wiederholt durchlaufenden Magnetfeldes erfolgen. Weiterhin besteht erfindungsgemäß die Möglichkeit, daß das Positionieren dieses Ringläufers durch auf den Ringläufer ausgeübte Magnetkraft erfolgt.

An einem an sich bekannten Fadenansetzgerät, welches mit einer Druckluftversorgung ausgerüstet ist, befindet sich also erfindungsgemäß ein Induktivsensor, beispielsweise ein Ferritkern mit Spulenwicklung. Durch einen auf den Ringläufer eingebrachten Luftstoß mittels mindestens einer Blasdüse versetzt das Fadenansetzgerät den Ringläufer dieses Spinnrings in Umlauf. Der umlaufende Ringläufer erzeugt im Induktivsensor, welcher vom Fadenansetzgerät bereitgehalten wird, eine Spannungänderung, die als Nachweis für das Vorhandensein eines Ringläufers ausgewertet werden kann. Nach erfolgter Überprüfung des Vorhandenseins eines Ringläufers kann der Fadenansetzvorgang begonnen werden oder ein neuer Ringläufer wird vom Fadenansetzgerät aufgesetzt.

Nachdem der Arbeitszyklus des Fadenansetzgerätes so weit fortgeschritten ist, daß der Ringläufer zum Einfädeln des Fadens positioniert werden muß, kann der Induktivsensor beispielsweise als Elektromagnet benutzt werden, indem er mit Spannung beaufschlagt wird und dadurch den angeblasenen Ringläufer an entsprechender Stelle des Spinnringes durch Magnetkraft haltern kann. Hierbei kann der Magnet als Elektromagnet oder als Permanentmagnet ausgebildet sein, welcher über einen Antrieb, beispielsweise einen einschränkbaren Hilfsmagnet, zwischen einer Ruhe- und einer Arbeitsstellung bewegbar ist.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit, daß der Induktivsensor selbst als Positioniereinrichtung in Form eines Elektromagneten ausgebildet ist. Zum Erhalt einer kompakten Baueinheit können erfindungsgemäß die Blasdüsen, der Induktivsensor und die Positioniereinrichtung mit einer gemeinsamen Steuereinheit verbunden sein.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß der Läufersensor zum Überwachen des Fadenlaufes gleichzeitig der Induktivsensor zum Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers ist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 bis 6 verschiedene Ausführungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Positionieren und/oder zum Fühlen mittels auf den Ringläufer ausgeübter Magnetwirkung, in schematischer Draufsicht.

Nach Fig. 1 ist an einer Arbeitsstelle 1 einer Ringspinnmaschine ein auf einer nicht näher dargestellten Ringbank angeordneter Spinnring 2 vorhanden, auf welchem ein Ringläufer 3 umläuft.

Im Falle eines Fadenbruches ist es nun beim Einsatz eines automatisch arbeitenden, nicht näher dargestellten Fadenansetzgerätes erforderlich, das Vorhandensein des Ringläufers 3 zu kontrollieren, wobei nach erfolgter Kontrolle mit positivem Ergebnis der Fadenansetzvorgang begonnen werden kann. Fehlt ein derartiger Ringläufer 3, so läuft das Fadenansetzgerät ohne einen Fadenansetzversuch zu unternehmen weiter oder es wird ein neuer Ringläufer 3 von dem Fadenansetzgerät aufgesetzt.

Zum Einfädeln des Fadens muß anschließend der Ringläufer 3 funktionsrichtig positioniert werden.

Um diese Anforderungen zu erfüllen, ist nach der Erfindung mindestens eine Blasdüse 4 vorgesehen, welche auf den Ringläufer 3 einwirkt und diesen zum Umlauf auf dem Spinnring 2 bringt. Im Bereich dieses Ringläufers 3 befindet sich ein Sensor 6, welcher beliebig gestaltet sein kann, beispielsweise magnetisch oder optisch. Dieser Sensor 6 kann mit einer Anzeigevorrichtung verbunden sein, wobei diese Einheit mit einem Steuerelement 12 in Verbindung steht. Mit Hilfe dieses Sensors 6 ist es damit möglich, das Vorhandensein des Ringläufers 3 zu kontrollieren. Um den Ringläufer 3 dann in funktionsrichtiger Position zu stoppen, ist eine Positioniereinrichtung 7 beliebiger, bekannter Art vorgesehen, welche ihrerseits von einem Steuerelement 13 gesteuert ist. Die beiden Steuerelemente 12 und 13 sind über eine Leitung 11 mit einer nicht näher dargestellten Steuereinheit verbunden, welche ihrerseits auch über ein Ventil 10 die Arbeitsfunktion der Blasdüse 4, d. h. einer Pumpe 9 mit Motor 8 steuert. Die Blasdüse 4, der Sensor 6, die Positioniereinrichtung 7, der Antrieb 8 sowie die Pumpe 9 sind also mit einer gemeinsamen Steuereinheit verbunden, wodurch ein funktionsgerechter Ablauf der Funktion der einzelnen Elemente gewährleistet wird.

Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 findet ein Elektromagnet als Sensor 6 Anwendung, welcher wiederum gemäß der Ausführungsform nach Fig. 1 mit einem Steuerelement 12 in Verbindung steht. Als Positioniereinrichtung ist ein Magnet 7&min; vorgesehen, welcher als Elektromagnet ausgebildet ist.

Nach Fig. 3 kann wiederum ein beliebig ausgestalteter Sensor 6 Anwendung finden, welcher wirkungsmäßig mit einer magnetisch ausgebildeten Positioniereinrichtung 7 zusammenwirkt. Der beispielsweise als Induktivsensor ausgebildete Sensor 6 kontrolliert das Vorhandensein des Ringläufers 3, während die magnetisch wirkende Positioniereinrichtung 7&min; dann den Ringläufer 3 zur Durchführung des Positioniervorganges in der funktionsrichtigen Lage hält.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 findet wiederum ein Elektromagnet als Sensor 6 Anwendung; als Positioniereinrichtung ist hier ein Permanentmagnet 7&min;&min; vorgesehen, welcher über einen Antrieb 14 zwischen einer Ruhe- und einer Arbeitsstellung bewegbar ist. Dieser Antrieb 14 kann als einschwenkbarer Hilfsmagnet ausgebildet sein, welcher wiederum mit der nicht näher dargestellten Steuereinheit in Verbindung steht. Dieser Antrieb 14 dreht um eine zentrische Achse, wodurch ein Zusammenwirken zwischen dem Hilfsmagnet und dem Permanentmagnet 7&min;&min; erfolgt und dieser dann aus der Ruhestellung in die Arbeitsstellung bzw. umgekehrt bewegt werden kann.

Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 ist der Induktivsensor 6&min;&min; selbst als Positioniereinrichtung in Form des Elektromagneten 7&min; ausgebildet, so daß sich eine Vereinfachung der Bauelemente ergibt, welche Ihrerseits analog der vorgenannten Ausführungsformen durch die Steuerelemente 12 und 13 und die nicht näher dargestellte Steuereinheit funktionsrichtig gesteuert werden.

Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 findet ein im Bereich jeder Spinnstelle angeordneter Induktivsensor 6 Anwendung, welcher gleichzeitig Läufersensor zum Überwachen des Fadenlaufes ist. Dieser Induktivsensor 6 besteht aus einer Sensorspule 18 sowie einer Spule der Positioniereinrichtung 19.

Die Sensorspule 18 ist im Regelfall über einen Umschalter 16, der über ein Schaltelement 20 betätigbar ist, mit einer Luntenstopeinrichtung 17 der betreffenden Spinnstelle verbunden und löst bei Fadenbruch diese Sicherheitseinrichtung aus.

Der Umschalter 16 sowie das zugehörige Schaltelement 20 sind außerdem über eine Schnittstelle, beispielsweise eine Steckverbindung 21 an die Steuereinrichtung 15 eines selbsttätigen Fadenansetzgerätes anschließbar.

Bei der Behebung eines Fadenbruches durch das Fadenansetzgerät wird zunächst der Umschalter 16 mittels des Schaltelements 20 so geschaltet, daß die Sensorspule 18 an die Steuereinrichtung 15 des Fadenansetzgerätes angeschlossen ist. Anschließend wird über die Blasdüse 4 ein Druckstoß ausgelöst, der einen auf den Spinnring 2 angeordneten Ringläufer 3 in Umlauf versetzt. Die beim Umlauf des Ringläufers 3 an der Sensorspule auftretenden Spannungsänderungen dienen als Indikator für das Vorhandensein des Ringläufers 3.

Die ebenfalls im Induktivsensor 6 vorhandene Positioniereinrichtung 19 wird zum gegebenen Zeitpunkt gleichfalls über die Steuereinrichtung 15 aktiviert und bewirkt eine funktionsgerechte Positionierung des Ringläufers 3.

Durch die Erfindung wird eine Verbesserung in der Arbeitsweise des Fadenansetzgerätes insofern erzielt, als zunächst das Vorhandensein eines Ringläufers kontrolliert und dieser dann in der funktionsrichtigen Lage positioniert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum selbsttätigen Beheben von Fadenbrüchen an Arbeitsstellen einer Ringspinnmaschine, mit einem durch einen Antrieb bewegbaren und durch eine Haltekraft in einer vorbestimmten position festhaltbaren Ringläufer, dadurch gekennzeichnet, daß ein Fühlen des Vorhandenseins des durch den Antrieb in Umlauf versetzten Ringläufers und/oder das Festhalten des Ringläufers mittels auf den Ringläufer ausgeübter Magnetwirkung erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers durch Erfassen der periodischen Veränderung eines durch den in Umlauf versetzten Ringläufer wiederholt durchlaufenen Magnetfeldes erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Positionieren eines Ringläufers durch auf den Ringläufer ausgeübte Magnetkraft erfolgt.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit mindestens einer Blasdüse (4) zum Verschieben des auf einem Spinnring (2) angeordneten Läufers (3) und mit einer den Läufer (3) auf dem Spinnring (2) in einer funktionsrichtigen Lage halternden Positioniereinrichtung, gekennzeichnet durch einen mit einer Anzeigevorrichtung verbundenen Induktivsensor (6, 6&min;, 6&min;&min;) zum Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers (3) und/oder eines Magneten (7, 7&min;, 7&min;&min;) als Positioniereinrichtung.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß dem Induktivsensor (6, 6&min;, 6&min;&min;) der Magnet (7, 7&min;) als Positioniereinrichtung zugeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnet als Elektromagnet (7&min;) ausgebildet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnet als Permanentmagnet (7&min;&min;) ausgebildet und über einen Antrieb (14) zwischen einer Ruhe- und einer Arbeitsstellung bewegbar ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (14) als einschwenkbarer Hilfsmagnet ausgebildet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Induktivsensor (6&min;&min;) selbst als Positioniereinrichtung in Form des Elektromagneten (7&min;) ausgebildet ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasdüsen (4), der Induktivsensor (6, 6&min;, 6&min;&min;) und die Positioniereinrichtung (7; 7&min;; 7&min;&min;, 14) mit einer gemeinsamen Steuereinheit verbunden sind.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, mit einem Läufersensor (6) zum Überwachen des Fadenlaufes, dadurch gekennzeichnet, daß der Läufersensor gleichzeitig der Induktivsensor (6) zum Fühlen des Vorhandenseins des Ringläufers (3) ist.






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