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Dokumentenidentifikation DE3915974C2 02.05.1991
Titel Zeichenlineal für Zeichenplatten
Anmelder A. W. Faber-Castell GmbH & Co, 8504 Stein, DE
Erfinder Schmeißer, Helmut;
Zahn, Werner, 8682 Geroldsgrün, DE
DE-Anmeldedatum 17.05.1989
DE-Aktenzeichen 3915974
Offenlegungstag 22.11.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.1991
IPC-Hauptklasse B43L 13/04
IPC-Nebenklasse B43L 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Zeichenlineal für Zeichenplatten, welches zwei Anlegekanten und zwei im rechten Winkel dazu verlaufende Schmalseiten aufweist, wobei parallel zu den Schmalseiten an der Unterseite des Zeichenlineals wenigstens ein Führungsglied vorgesehen ist, das in Führungsnuten oder an Führungsleisten der Zeichenplatte ein- bzw. angreift und das mit einer Klemmvorrichtung zusammenwirkt, die durch eine auf der Linealoberseite angeordnete Handhabe betätigbar ist.

Beim Zeichnen mit Linealen auf Zeichenplatten ist es wünschenswert, daß das Lineal leichtgängig auf der Zeichenplatte verschoben werden kann und an beliebigen Stellen auf der Zeichenfläche feststellbar ist. Die Arretierung ist besonders dann erforderlich, wenn an das Lineal Zeichenhilfsmittel, wie z. B. Winkel oder Schablonen angelegt werden müssen.

In der DE-PS 31 11 250 ist ein derartiges Zeichenlineal mit einer Klemmvorrichtung beschrieben, die an den beiden Enden wirksam ist. Dazu sind an den beiden Schmalseiten des Zeichenlineals Klemmvorrichtungen vorgesehen, die durch eine Handhabe an der Oberseite des Zeichenlineals nacheinander betätigbar sind. Die beiden Klemmvorrichtungen weisen Schrägen auf, mit unterschiedlichen Abständen zu einer weiteren Schräge an der Handhabe, so daß beim Verschieben der Handhabe zuerst eine Arretierung des Zeichenlineals an der geführten Schmalseite und danach an der ungeführten Schmalseite erreicht wird. Bei dieser Klemmvorrichtung wird zwar in den meisten Anwendungsfällen das Lineal in einer definierten Lage arretiert, es kann jedoch vorkommen, daß der Benutzer das Lineal um eine geringe Winkelabweichung verschwenkt und in dieser Lager feststellt. Außerdem bietet dieses Lineal nicht die Möglichkeit, die Handhabe, die zum Verschieben und Arretieren benötigt wird, an jeder Stelle der Längsseite zu greifen und zu betätigen.

Ein weiteres Zeichenlineal mit Klemmvorrichtung zeigt die DE-OS 25 14 745. Als Handhabe zum Verschieben des Lineals ist eine Art Gehäuse vorgesehen, in welchem ein Klemmhebel gelagert ist, der kraftschlüssig an Randleisten der Zeichenplatte anlegbar ist. Die Handhabe bzw. das Gehäuse erstreckt sich jedoch nur über einen Teil der Länge des Zeichenlineals. Der Benutzer wird deshalb zu einer bestimmten Handhaltung gezwungen und es ist ihm nicht möglich das Lineal an beliebigen Stellen seiner Länge - beispielsweise in der Nähe des Zeichenstiftes - zu halten oder zu verschieben.

Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Zeichenlineal zu schaffen, bei dem an gegenüberliegenden Schmalseiten Klemmvorrichtungen vorgesehen sind, die von jeder beliebigen Stelle der Längsseiten des Lineals aus betätigbar sind.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, die Handhabe als über die ganze Länge des Zeichenlineals parallel zu einer Anlegekante verlaufende Kippleiste auszubilden, die auf die, an den gegenüberliegenden Schmalseiten des Zeichenlineals beweglich gelagerten Klemmhebel der Klemmvorrichtung derart einwirkt, das diese an die Randleisten der Zeichenplatte kraftschlüssig anlegbar sind. Mittels der sich über die Länge der Schmalseite des Lineals erstreckenden Kippleiste, die als Handhabe auf beide Klemmvorrichtungen einwirkt, ist es möglich, das Lineal an beliebigen Stellen zu greifen und parallel zu verschieben. Wesentlich trägt dazu bei, daß an beiden Schmalseiten neben den Klemmvorrichtungen auch Führungselemente vorgesehen sind, die abwechselnd wirksam werden. Die zum Verschieben des Zeichenlineals eingeleitete Kraft erzeugt eine Komponente, die senkrecht auf die paarweise schrägen Führungsbahnen der Zeichenplatte wirkt und die eine spielfreie Verschiebung des Zeichenlineals sicherstellt.

In der Praxis wird somit nahezu ohne Ausnahme das Zeichenlineal auf nur einer Schmalseite während des Verschiebens geführt, weil der theoretische Fall, daß die Verschiebekraft exakt in der Mitte der Kippleiste wirksam wird, kaum auftritt.

Sollte dies trotzdem der Fall sein, wird in Folge der Abstandstoleranzen der schrägen Führungsbahnen, die auf der Zeichenplatte angeordnet sind, kein Verkanten auftreten, sondern es werden paarweise gegenüberliegende Führungsbahnen an gegenüberliegenden Seite der Zeichenplatte, jeweils an den Schmalseiten des Zeichenlineals wirksam.

Von Vorteil ist es, wenn das Zeichenlineal in der Ruhelage nicht nur gegen Verschiebung gesichert ist, sondern wenn auch ein Herausfallen eventuell bei Stoßbelastung verhindert werden kann. Dies wird mittels einer Formschlußverbindung der Klemmvorrichtung mit der Zeichenplatte dadurch erreicht, daß die Klemmhebel als Winkelhebel ausgebildet sind, mit einem kurzen Klemmarm, der an die Randleiste der Zeichenplatte anlegbar ist, wobei ein Vorsprung die Randleiste formschlüssig umgreift und einem langen Schwenkarm, der an seiner Oberseite an der Kippleiste anliegt, und an der Unterseite von einer Druckfeder beaufschlagt ist, die sich mit ihrem anderen Ende auf dem Zeichenlineal abstützt. Die Belastung der Kippleiste in bezug auf Verdrehung ist durch die Kraft der Druckfeder vorgegeben. Die Durchbiegung ist ebenfalls weitgehend eingeschränkt, da die Kippleiste zu dem Zeichenlineal nur einen geringen Abstand aufweist und somit nur beschränkt durchgebogen werden kann. Trotzdem ist es von Vorteil, eine gute Stabilität zu erreichen. Möglich ist dies durch eine Ausbildung der Kippleiste als Strangprofil mit u-förmigen Querschnitt. Damit können auch die Schwenkarme der Klemmschenkel der Länge nach abgedeckt werden.

Das Strangprofil ermöglicht auch eine Ausführung, bei der die Lagernase zum Schwenken bereits angeformt sein kann, wenn an einem Schenkel des U-Querschnittes eine Gelenkwulst angeformt ist, die als Schwenkachse zwischen eine Lagerpfanne und eine Lagernase formschlüssig und drehbar in das Zeichenlineal einrastbar ist.

Es werden somit zur Lagerung keine zusätzlichen Teile benötigt. Das Profil ist im Extrusionsverfahren herstellbar, das bekanntlich nur geringe Investitionen für Werkzeuge zur Folge hat und es ermöglicht weiterhin die Anbringung von anderen Funktionsteilen, wie diese als Merkmale im Anspruch 5 aufgeführt sind.

Es ist vorteilhaft, wenn die Länge des Hebelarmes zum Betätigen der Klemmelemente genau definiert ist und unabhängig von möglichen Abnutzungen unverändert aufrechterhalten bleibt. Dies wird erreicht, wenn an der Unterseite der u-förmigen Kippleiste Druckzapfen angeordnet sind, die jeweils an einem Schwenkarm der Klemmhebel anliegen.

Zum schnellen Arbeiten und insbesondere bei einer Verschiebung des Zeichenlineals um kurze Wege ist es erwünscht, die jeweilige Arretierung in der Ruhelage von vornherein nicht erst wirksam werden zu lassen. Dazu ist vorgesehen, daß innerhalb eines Ausschnittes der Kippleiste ein Arretierschieber quer verschiebbar gelagert ist, der an einen Vorsprung am Zeichenlineal anlegbar ist.

Die Erfindung wird in der folgenden Beschreibung anhand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 eine Gesamtansicht einer Zeichenplatte mit aufgelegtem Zeichenlineal,

Fig. 2 einen Schnitt durch das Zeichenlineal nach der Linie II-II,

Fig. 3 einen Schnitt durch das Zeichenlineal nach der Linie III-III,

Fig. 4 eine perspektivische Darstellung des Zeichenlineals mit den sichtbaren Klemmhebeln,

Fig. 5 eine Schnittdarstellung durch das Zeichenlineal und die Zeichenplatte in der Ruhelage der Klemmvorrichtung,

Fig. 6 eine Schnittdarstellung der Klemmvorrichtung gemäß Fig. 5 in geöffneter Lage und

Fig. 7 einen Schnitt durch das Zeichenlineal an der Lagerstelle eines Klemmhebels.

In Fig. 1 ist eine Zeichenplatte 1 dargestellt, die zur Führung und Arretierung eines Zeichenlineals 6 Randleisten 3 aufweist, an die sich Nuten 2 anschließen, welche die eigentliche Zeichenfläche abgrenzen. Die Randleisten 3 weisen paarweise schräge Führungsbahnen 4 auf, die zur Führung des Zeichenlineals 6 mit Hilfe von weiteren Laufflächen 10 dienen, die an Lagerstegen 8 einer Führungsleiste 7 angeformt sind, wobei zwischen den beiden Lagerstegen 8 eine Nut 9 entsteht.

Das Zeichenlineal 6 besitzt an den Längsseiten abgeschrägte Anlegekanten 6.1 und trägt an den Schmalseiten 6.2 in Lagerstücken 12, um Zapfen 13 schwenkbare Klemmhebel 11. Diese sind als zweiarmige Hebel mit einem langen Schwenkarm 16 und einem kurzen Klemmarm 14 ausgebildet, der einen Vorsprung 15 aufweist, der die Randleiste 3 - in der Ruhelage gemäß Fig. 5 - formschlüssig umgreift. Der Klemmarm 14 ist in eine Aussparung 17 versenkt, wobei er vollständig von einer Kippleiste 20 abgedeckt ist, die mit Hilfe eines oder mehrerer Gelenkwulste 21, die auf der Länge des Linealkörpers verteilt sind, zwischen einer Lagernase 24 und einer Gelenkpfanne 25 schwenkbar gelagert ist.

Ein Anschlag 22 an einem Schenkel der u-förmigen Kippleiste 20 begrenzt mit einem Gegenanschlag, in Form einer Anschlagkante 29, die Verschwenkbewegung der Kippleiste 20. Die Kippleiste 20 weist außerdem an ihrer Unterseite Druckzapfen 23 auf, die an dem Schwenkarm 16 anliegen und somit die Länge des Hebelarmes genau bestimmen, an dem die Kraft einer Druckfeder 18 wirksam wird.

Die Lagerstege 8 sind vorzugsweise an einer separaten Führungsleiste 7 angeformt, womit eine optimale Materialauswahl hinsichtlich der Reibungsverhältnisse bei der Führung des Zeichenlineals 6 auf der Zeichenplatte 1, getroffen werden kann. Zur Befestigung am Linealkörper sind Paßzapfen 19 vorgesehen (Fig. 4). Die Zeichenplatte 1 kann auf der Unterseite einen Auflagerand 5 aufweisen.

Falls gewünscht wird, daß die Klemmwirkung während des Zeichenvorgangs unwirksam bleibt, ist ein Arretierschieber 26 in einem Ausschnitt 30 verschiebbar, der mit einer Rastnase 27 über einen Vorsprung 28 am Zeichenlineal 6 greift. Wird die Kippleiste 20 gegen die Kraft der Druckfeder 18 verschwenkt, läßt sich der Arretierschieber 26 am Zeichenlineal 6 an einem Vorsprung 28 einrasten und die Klemmarme 14 bleiben von der Randleiste 3 gelöst.

Auch der Vorsprung 15 hat keinen Formschluß mehr mit dem Körper der Zeichenplatte 1, bzw. der Randleiste 3, so daß das gesamte Zeichenlineal 6 von der Zeichenplatte 1 abgenommen werden kann. Das Zeichenlineal 6 kann in dieser Lage frei bewegt werden, wobei der Benutzer eine Verschiebebewegung an jeder Stelle der Kippleiste 20 einleiten kann, ohne daß es zu einem Verkanten oder Klemmen an den Führungsbahnen 4 auf den Laufflächen 10 führen kann.

Ist der Arretierschieber 26 nicht verriegelt, greifen in der Ruhelage der Kippleiste 20 die Klemmarme 14 unter Federwirkung an der Randleiste 3 an und fixieren somit die Lage des Zeichenlineals 6. Die Arretierung ist ausreichend, um an dem Zeichenlineal 6 mit Hilfsmitteln, wie z. B. Schablonen arbeiten zu können, ohne daß eine unerwünschte Lageveränderung auftritt. Durch die über die ganze Länge des Zeichenlineals 6 sich erstreckende Kippleiste 20, die als Handhabe dient, ist es möglich, das Zeichenlineal 6 an jeder beliebigen Stelle entlang des Bereiches seiner Anlegekanten 6.1 zu greifen und zu verschieben. In dieser Lage läßt sich das Zeichenlineal 6 ebenfalls arretieren und entriegeln. Ein weiterer Vorteil wird darin gesehen, daß das Zeichenlineal 6 somit nicht nur für Rechtshänder, sondern auch für Linkshänder geeignet ist. Bei der Handhabe des Zeichenlineals 6 mit der Kippleiste 20 ist diese keineswegs störend, da sie äußerst flach gehalten werden kann. In den Zeichnungen ist die Kippleiste 20 nur prinzipiell dargestellt, in der praktischen Ausführung ist auch eine Kippleiste 20 möglich, die zwischen den beiden gegenüberliegenden Klemmvorrichtungen sehr flach ist und sich nur erhöht über die Klemmvorrichtungen selbst erstreckt.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichenlineal für Zeichenplatten, welches zwei Anlegekanten und zwei im rechten Winkel dazu verlaufende Schmalseiten aufweist, wobei parallel zu den Schmalseiten an der Unterseite des Zeichenlineals wenigstens ein Führungsglied vorgesehen ist, das in Führungsnuten oder an Führungsleisten der Zeichenplatte ein- bzw. angreift und das mit einer Klemmvorrichtung zusammenwirkt, die durch eine auf der Linealoberseite angeordnete Handhabe betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Handhabe als über die ganze Länge des Zeichenlineals (6), parallel zu einer Anlagekante (6.1) verlaufende Kippleiste (20) ausgebildet ist, die auf die, an den gegenüberliegenden Schmalseiten (6.2) des Zeichenlineals (6) beweglich gelagerten Klemmhebel (11) der Klemmvorrichtung derart einwirkt, daß diese an die Randleisten (3) der Zeichenplatte (1) kraftschlüssig anlegbar sind.
  2. 2. Zeichenlineal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmhebel (11) als Winkelhebel ausgebildet sind, mit einem kurzen Klemmarm (14), der an die Randleiste (3) der Zeichenplatte (1) anlegbar ist, wobei ein Vorsprung (15) die Randleiste (3) formschlüssig umgreift und einem langen Schwenkarm (16), der an seiner Oberseite an der Kippleiste (20) anliegt und an der Unterseite von einer Druckfeder (18) beaufschlagt ist, die sich mit ihrem anderen Ende auf dem Zeichenlineal abstützt.
  3. 3. Zeichenlineal nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippleiste (20) als Strangprofil mit u-förmigem Querschnitt ausgebildet ist und der Länge nach die Schwenkarme (16) der Klemmhebel (11) abdeckt.
  4. 4. Zeichenlineal nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Schenkel des u-förmigen Querschnittes der Kippleiste (20) eine Gelenkwulst (21) angeformt ist, die als Schwenkachse zwischen eine Lagepfanne (25) und eine Lagernase (24) formschlüssig und drehbar in das Zeichenlineal (6) einrastbar ist.
  5. 5. Zeichenlineal nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Schenkel des u-förmigen Querschnittes der Kippleiste (20) ein Anschlag (22) angeformt ist, der zur Begrenzung der Schwenkbewegung der Kippleiste (20) an einem am Zeichenlineal (6) ausgebildeten Vorsprung (29) anlegbar ist.
  6. 6. Zeichenlineal nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite der Kippleiste (20) Druckzapfen (23) angeordnet sind, die jeweils an einem Schwenkarm (16) der Klemmhebel (11) anliegen.
  7. 7. Zeichenlineal nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb eines Ausschnittes (30) der Kippleiste (20) ein Arretierschieber (26) querverschiebbar gelagert ist, der an einen Vorsprung (28) am Zeichenlineal (6) anlegbar ist.






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