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Dokumentenidentifikation DE3935463A1 02.05.1991
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung textiler Bodenbeläge
Anmelder Vorwerk & Co Interholding GmbH, 5600 Wuppertal, DE
Erfinder Hoffe, Gerhard, 3253 Hessisch Oldendorf, DE;
Werner, Achim, 3250 Hameln, DE
DE-Anmeldedatum 25.10.1989
DE-Aktenzeichen 3935463
Offenlegungstag 02.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.1991
IPC-Hauptklasse D03D 39/10
Zusammenfassung Die Erfindung beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung textiler Bodenbeläge in Rutenweb-Technologie, bei denen jeweils eine Füllkette und eine Bindekette sowie eine Polkette dem Riet zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein- oder mehrchorige Teppichbindungen in Rutenwebtechnik den gesamten Fond bilden, wobei ein feineres Zusatzmaterial über zwei oder mehr Chore dem Fond zusätzlich hinzugefügt ist und die Fond- und Figurfäden von einem Variationsriet getrennt gehalten sind, wobei sowohl der Fond als auch die Figur jeweils ein- oder mehrchorig gestaltet sind und das Dessin den Fond, der 100% bildet, um die entsprechende Figurendichte erhöht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung textiler Bodenbeläge in Rutenweb-Technologie, bei denen jeweils eine Füllkette, eine Bindekette und eine Polkette dem Riet zugeführt wird.

Derartige Verfahren sind bei einchorigen Jacquardgeweben bekannt, bei denen vom Baum oder Gatter aus eine Webung erfolgt und das Dessin über eine oder mehrere Jacquard-Vorrichtungen eingewebt ist.

Von Nachteil ist bei derartigen Verfahren, daß grundsätzlich stets ähnlich starke Garne verwendet werden. Damit verbleibt eine unruhige Struktur an Oberfläche und Rücken des textilen Bodenbelags. Technisch ergibt sich hieraus eine ständige Materialverdickung, die rücken- oder polseitig auftritt.

Die Erfindung hat nun zur Aufgabe, unter Vermeidung der vorstehenden Nachteile, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erhöhung der Webdichte bei herkömmlichen Teppichwebverfahren in Rutenwebtechnik zu schaffen, indem das polbildende Material eine 100%ige Deckung bildet und das Fondmaterial die Grunddichte um den Dessinaufwendungsanteil erhöht und der Materialeinsatz gegenüber herkömmlichen Verfahren reduziert ist.

Gelöst wird diese Aufgabe gemäß des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1.

Die folgenden Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungen.

Die mit der erfinderischen Lehre erzielbaren Vorteile liegen insbesondere darin, daß sich eine sehr feine Struktur und somit eine textile Optik ergibt, unter gleichzeitiger Vermeidung von Verdickungen (Hoch-Tief-Effekt) und unklaren Zeichnungen bei Doppelaushub und hohem Materialeinsatz im Rücken.

In den Zeichnungen ist die Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 einen Schnitt durch einen textilen Bodenbelag, bei dem die Fondfäden durch die Figurfäden ergänzt werden,

Fig. 2 (a-c) eine systematische Ansicht eines Variationsriets mit variierenden Poleinzügen.

Nach Fig. 1 werden in einem flächendeckenden Fond (1), dessen Materialeinsatz 100% bildet, feinere Garne (2) als das Fondmaterial (3) dessinabhängig in das Fondmaterial (3) eingebunden, so daß der flächendeckende Fond (1) eine gesamte Materialdichte von 100% zeigt und die feineren Garne (2) diese Materialdichte um den dessinabhängigen Anteil erhöht. Der textile Bodenbelag (4) wird in an sich bekannter Weise mittels Bindekette (5) und Füllkette (6) gebildet.

Nach Fig. 2 (a-c) trennt das Variationsriet (7) die Fondfäden (3) von den Figurfäden (2). Hierbei sind die Rietstäbe (8a-8g) auf die Stärke des Fondmaterials (3) und die Figurfäden (2) abgestimmt, da die Figurfäden (2) gegenüber den Fondfäden (3) wesentlich feiner sind. Der Fond (1) sowie die Figur (hier nicht dargestellt) können jeweils aus 1 bis 3 Choren gebildet werden. Dementsprechend erhöht sich die Materialdichte stets mit zunehmendem Figuranteil.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung textiler Bodenbeläge in Rutenweb-Technologie, bei denen jeweils eine Füllkette und eine Bindekette sowie eine Polkette dem Riet zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein- oder mehrchorige Teppichbindungen in Rutenwebtechnik den gesamten Fond (1) bilden, wobei ein feineres Zusatzmaterial (2) über zwei oder mehrere Chore dem Fond (1) zusätzlich hinzugefügt ist.
  2. 2. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fond- und Figurfäden (2, 3) von einem Variationsriet (7) getrennt gehalten sind.
  3. 3. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der Fond (1) als auch die Figur jeweils ein- oder mehrchorig gestaltet sind, wobei das Dessin den Fond (1), der 100% bildet, um die entsprechende Figurendichte erhöht.
  4. 4. Verfahren und Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Figurfäden (2) wesentlich dünner als die Fondfäden (3) ausgeführt sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Riet (7) geteilt in dicken Fond- und dünnen Figurchor (2, 3) ausgelegt und letzteres mit bis zu drei Zusatzchoren beaufschlagbar ist.






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