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Dokumentenidentifikation DE2832373C1 08.05.1991
Titel In einem Rundsuchradar durchgeführtes AM-Schutzmaßnahmeverfahren (ECCM) gegen invers modulierte Rauschstörer
Anmelder Siemens AG, 8000 München, DE
Erfinder Rieskamp, Klaus, Dipl.-Ing., 8135 Söcking, DE
DE-Anmeldedatum 24.07.1978
DE-Aktenzeichen 2832373
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.1991
IPC-Hauptklasse G01S 7/36

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein in einem Rundsuchradar durchgeführtes Schutzmaßnahmeverfahren (ECCM) gegen Störer, die ein zeitlich in der Amplitude gegenüber dem empfangenen Signal invers moduliertes Rauschsignal zum Radar absenden, dessen Sendeleistung in der Amplitude zusätzlich moduliert wird.

Als wirkungsvolle Gegenmaßnahme ("ECM"-Verfahren = "Electronic Countermeasure") gegen Rundsuchradars ist die inverse Modulation ("Instantaneous Inverse Jamming") durch einen Störer bekannt. Ein Täuschsender im Störer strahlt dabei ein Rauschsignal zum Radar mit einer Amplitudenmodulation ab, die invers zu derjenigen des vom Störer empfangenen Signals ist. Normalerweise wird diese Amplitudenmodulation im Empfangssignal durch das Strahlungsdiagramm der drehenden Rundsuch-Radarantenne verursacht. Die invertierte Amplitudenmodulation des Störers überlagert sich im Sendefall wiederum mit dem Strahlungsdiagramm des Radars. Der Radarempfänger mißt nun einen zeitkonstanten Amplitudenpegel. Somit kann sich der Störer hinsichtlich seiner Entfernung und seines Azimutwinkels maskieren.

Aufgabe der Erfindung ist es, für das Rundsuchradar eine Gegen-Gegenmaßnahme ("ECCM") anzugeben, mit welcher nach dem beschriebenen Verfahren der inversen Modulation arbeitende Störer im Azimutwinkel demaskiert werden können.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die zusätzliche Amplitudenmodulation der Radarsendeleistung in ihren Daten so geartet ist, daß die Grenzen des Störers in der Sendeleistung und in der z. B. durch den Vor-Rück-Gewinn begrenzten Dynamik erreicht werden, so daß der Störer dazu verleitet wird, beim Überstreichen durch die Hauptkeule der Rundsuchradarantenne besonders hohe Leistungsspitzen auszusenden.

Eine gewöhnliche zusätzliche Amplitudenmodulation des Radarsenders bringt im allgemeinen nämlich noch keine Verbesserung. Das Radargerät empfängt lediglich den modulierten Pegel anstatt eines konstanten. Ist jedoch die zusätzliche Amplituden-Modulation des Radarsenders gemäß der Erfindung ausgebildet, so empfängt das Radargerät aus der Richtung des Störers besonders starke Signale. Der Störer verursacht auf dem PPI-Bildschirm des Radargerätes einen besonders hellen Streifen ("Strobe"), der seine Azimutrichtung verrät. Die hohen Störleistungen, zu denen der Störer somit innerhalb der Hauptkeule verleitet wird, werden von der Radar-Rundsuchantenne im Empfangsfall aufgedeckt.

Vorteilhaft ist an diesem Verfahren, daß der Aufwand für die zusätzliche Modulation minimal ist. Das Verfahren nach der Erfindung kann bei Radarsendern mit Magnetrons, vorzugsweise jedoch bei Sendern mit Wanderfeldröhren, durchgeführt werden. Das Verfahren nach der Erfindung kann auch bei Vorliegen mehrerer Störer benutzt werden und es läßt sich auch in den nicht gestörten Bereichen ein Radarbetrieb weiterführen.

Die Genauigkeit des Verfahrens nach der Erfindung hängt von der Modulationsperiode und in geringerem Maße von der Halbwertsbreite der Antenne ab.

Als geeignete Modulationsfunktion hat sich beispielsweise eine Rechteckkurve mit ca. 35 dB Hub, steilen Flanken, einer Frequenz vom ca. 200fachen der Drehfrequenz der Rundsuchradarantenne und einer variierenden Phasenlage erwiesen.

Es ist möglich, daß der Störbetrieb bei Erkennen der falschen Diagramme eingestellt wird. In diesem Fall wird die zusätzliche Modulation des Rundsuchradars in zweckmäßiger Weise weiter aufrechterhalten, damit nicht durch wechselseitiges Ein- und Ausschalten des Störbetriebs Zeit verloren wird.

Dann sendet das Radar jedoch wegen der Sendemodulation nicht in jede Richtung, sondern beleuchtet die Ziele mit der breiten Keule in einem Winkelraster. Auf einem Bildschirm ergibt sich ein verwaschenes Vektormuster. Damit werden bei einem Antennenumlauf mehr als die Hälfte aller Ziele aufgefaßt. Bei geschickter Wahl der Modulationsfrequenz werden beim zweiten oder evtl. dritten Umlauf die restlichen Ziele erfaßt. Das stark integrierte Rastermuster hat sich um eine Rasterbreite verschoben. Dreht die Antenne beispielsweise mit 60 Umdrehungen pro Minute, so müßte die Modulationsfrequenz demnach z. B. 200,5 Hz oder 100,5 Hz betragen.

Die elektronische Schutzmaßnahme nach der Erfindung kann dazu dienen, Zielfolgeradars und Infrarot-Zielverfolgungseinrichtungen zur Feuerleitung auf das Ziel einzuweisen.


Anspruch[de]
  1. 1. In einem Rundsuchradar durchgeführtes Schutzmaßnahmeverfahren (ECCM) gegen Störer, die ein zeitlich in der Amplitude gegenüber dem empfangenen Signal invers moduliertes Rauschsignal zum Radar absenden, dessen Sendeleistung in der Amplitude zusätzlich moduliert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Amplitudenmodulation der Radarsendeleistung in ihren Daten so geartet ist, daß die Grenzen des Störers in der Sendeleistung und in der z. B. durch den Vor-Rück-Gewinn begrenzten Dynamik erreicht werden, so daß der Störer dazu verleitet wird, beim Überstreichen durch die Hauptkeule der Rundsuchradarantenne besonders hohe Leistungsspitzen auszusenden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitfunktion der zusätzlichen Modulation eine Rechteckkurve ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Rechteckkurve mit ca. 35 dH Hub, steilen Flanken, einer Frequenz vom ca. 200fachen der Drehfrequenz der Rundsuchradarantenne und einer variierenden Phasenlage.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in den nicht gestörten Bereichen ein normaler, d. h. ohne die zusätzliche Modulation ablaufender Radarbetrieb weitergeführt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei plötzlicher Einstellung des Störbetriebs die zusätzliche Radarsendermodulation aufrechterhalten wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz der zusätzlichen Modulation so gewählt ist, daß nach zwei oder eventuell mehr Radarantennenumläufen eine lückenlose Rundumerfassung erfolgt ist.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung bei mit Wanderfeldröhren ausgestatteten Radarsendern.
  8. 8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung für die Einweisung von Zielfolgeradars und Infrarot-Zielfolgeeinrichtungen zur Feuerleitung auf ein Ziel.






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