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Dokumentenidentifikation DE3238434C2 08.05.1991
Titel Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Lebensmitteln
Anmelder Krämer + Grebe GmbH & Co KG Maschinenfabrik, 3560 Biedenkopf, DE
Erfinder Schmidt, Karlheinz, 3564 Steffenberg, DE;
Wetter, Manfred, 3560 Biedenkopf, DE
Vertreter Dickel, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 16.10.1982
DE-Aktenzeichen 3238434
Offenlegungstag 19.04.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.1991
IPC-Hauptklasse A23B 4/005
IPC-Nebenklasse A23L 3/22   A22C 11/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Lebensmitteln mit einer heizbaren zylindrischen Schnecke sowie einem hierzu konzentrisch angeordneten, von außen beheizbaren Rohr mit größerem Innendurchmesser als der Außendurchmesser der Schnecke, wobei das zu behandelnde Gut durch den zwischen dem Innenkörper und dem Rohr gebildeten Ringraum hindurchführbar ist.

Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der DE-OS 16 04 394 bekannt. Hierbei ist die Schnecke voll ausgebildet und mit Kanälen versehen, die von einem flüssigen Medium durchströmt werden sollen. Die Schnecke ist in einzelne Abschnitte aufgeteilt, von denen jeder getrennt mit dem Heizmedium beaufschlagt wird, um eine gleichmäßige Wärmeübertragung zu gewährleisten.

Die DE-OS 21 04 044 beschreibt eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Dispergierung plastischer Massen. Die dort vorgesehene Schnecke zum Transport und zur Dispergierung des Gutes ist nicht beheizbar. Eine gleichmäßige Wärmebehandlung des durchgeführten Gutes läßt sich mit dieser Vorrichtung nicht ausführen.

Die US-PS 38 56 278 beschreibt einen Doppelwalzenextruder für pulverisiertes oder plastisches Kunststoffmaterial. Die parallel zueinander geführten Schnecken sind in Abschnitte mit unterschiedlicher Steigung aufgeteilt, um den Materialtransport in einer vorbestimmten Weise zu beeinflussen. Ein Ringraum zur Wärmebehandlung des durchgeführten Gutes ist hier nicht vorhanden.

Schließlich ist aus der DE-PS 20 44 228 eine Vorrichtung zum Zerkleinern und zur Wärmebehandlung von Fleisch bekannt, bei welcher das Heizmittel in Form von Dampf unmittelbar durch Düsen in das Gut eingetragen wird. Wegen der Einbringung im Dampf enthaltener Verunreinigungen ist eine derartige Behandlung nach den heutigen lebensmittelrechtlichen Vorschriften unzulässig. Außerdem treten durch die direkte Dampfinjektion lokale Überhitzungen des Gutes ein, die sich nachteilig auf eine gleichmäßige Produktqualität auswirken.

Angesichts dieser Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, die eine gleichmäßige Wärmebehandlung bei gleichförmigem Durchgang des Gutes durch den Ringraum gewährleistet.

Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung entsprechend dem Kennzeichen des Hauptanspruches dadurch, daß die Schnecke hohl ausgebildet ist, während das als stationärer Doppelzylinder ausgebildete Rohr auf seiner Innenseite mit sich in Axialrichtung erstreckenden Zügen versehen ist. Die hohl ausgebildete und damit beheizbare Schnecke stellt in Zusammenwirkung mit dem von außen beheizbaren Rohr einen gleichmäßigen Wärmeeintrag in das Gut sicher, das durch die auf der Innenseite des Rohres ausgebildeten Züge gleichförmig durch die Vorrichtung hindurchgeleitet wird.

Vorteilhafterweise ist die Schnecke mit Dampfzuführungsöffnungen und einer Kondensatablaßöffnung versehen. Die Schnecke stellt damit einen Wärmetauscher dar, der den gleichmäßigen Wärmeübergang von dem Heizmittel auf das Gut fördert. Eine entsprechend förderliche Wirkung wird dadurch erzielt, daß der Doppelzylinder eine Dampfzuführungsöffnung für den Zwischenraum und eine Kondensatablaßöffnung trägt.

Eine vorzugsweise außen auf das Rohr aufgebrachte Isolierung hält Wärmeverluste gering und wirkt sich somit förderlich auf die Gesamtwärmebilanz aus.

Obwohl die Vorrichtung für die Wärmebehandlung verschiedener Lebensmittel einsetzbar ist, liegt der am stärksten bevorzugte Einsatzbereich bei der gleichmäßigen Erwärmung von Wurstgut.

Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels, unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Dabei zeigt im einzelnen

Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Vorrichtung gemäß der Erfindung und

Fig. 2 einen Querschnitt durch die Vorrichtung entlang der Schnittlinie A-A in Richtung der Pfeile gesehen.

Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Vorrichtung handelt es sich um eine Ausbildungsform, wie sie etwa in der Fleischverarbeitungsindustrie eingesetzt wird. Die Vorrichtung ist, wie sich im besonderen aus Fig. 1 ergibt, an das Schneckengehäuse 2 eines Fleischwolfes angeflanscht. Der Antrieb erfolgt über die Wolfschnecke 1 sowie einen Messer- und Antriebszapfen 3. Die Vorrichtung ist über eine Mutter an dem Schneckengehäuse 2 gehalten.

Die zylindrische Schnecke 4 ist in Fig. 1, teilweise aufgeschnitten, dargestellt. Auf seiner äußeren Oberfläche trägt die Schnecke 4 Schneckenzüge, die dem Weitertransport des zu behandelnden Gutes dienen. Die Schnecke 4 ist als zylindrisches Rohr aufgebaut, das auf der dem Schneckengehäuse 2 des Wolfes zugewandten Seite verschlossen ist. An seinem Vorderende trägt die Schnecke einen Wellenstumpf, der endseitig mit einem Innensechskant versehen ist, in welchen der Messer- und Antriebszapfen 3 einzugreifen vermag. Der Wellenstumpf dient der Lagerung und dem Antrieb der Schnecke 4. Auf seiner dem Schneckengehäuse 2 des Wolfes abgewandten Seite ist die Schnecke mit einer radialen Abschlußwand versehen, die mittig eine Dampfeinlaßöffnung trägt, welche gleichzeitig eine Kondensathebevorrichtung 10, die in das Innere 8 der Schnecke 4 hineinragt, aufnimmt.

Koaxial zur Schnecke 4 ist ein äußeres Rohr 5 angeordnet, dessen Innendurchmesser nur wenig größer ist als der Außendurchmesser der die Schnecke 4 umgreifenden Schnecke. Das äußere Rohr 5 ist als Doppelmantelrohr ausgebildet, wobei an den Innenraum eine Dampfeinlaßöffnung sowie eine Kondensatablaßöffnung angeschlossen ist. Auf seiner äußeren Oberfläche trägt das äußere Rohr 5 eine Isolierung 6. Das äußere Rohr stellt das Schneckengehäuse der Vorrichtung dar und ist, wie sich im besonderen aus Fig. 2 ergibt, mit Zügen 7 auf seiner Innenseite versehen, die im wesentlichen in axialer Richtung verlaufen.

An seinem Vorderende trägt das Rohr 5 einen Ringflansch, mit welchem es stationär im Schneckengehäuse 2 gehalten ist. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Rohr 5 über eine radiale Abschlußkappe verschlossen. Die Abschlußkappe trägt einen zentralen Wellenstumpf mit einer mittigen Bohrung zur Aufnahme der Lagerung sowie der Dampfzu- und Kondensatabführung für die Schnecke 4. An den Wellenstumpf schließt sich eine Dampf- und Kondensat-Drehdichtung 9 an.

Auf der dem Schneckengehäuse 2 des Wolfes abgewandten Seite ist an den Zwischenraum zwischen der Schnecke 4 und dem äußeren Rohr 5 eine in der Zeichnung nicht näher dargestellte Austragsöffnung für das behandelte Gut angeordnet.

Das den Wolf verlassende, zerkleinerte Gut, auf welches eine Wärmebehandlung übertragen werden soll, wird von dem Ringraum zwischen der Schnecke 4 und dem äußeren Rohr 5 aufgenommen. Die Schnecke 4 und die Züge 7 des äußeren Rohres 5 wirken zusammen und fördern das Gut in axialer Richtung durch den Ringraum. In das Innere des Doppelmantels des äußeren Rohres 5 sowie in das Innere der Schnecke 4 wird Dampf vorbestimmten Druckes eingebracht, wodurch die einander gegenüberliegenden Wandungen auf einer im wesentlichen konstanten Temperatur gehalten werden. Die Wärme wird gleichmäßig von dem durch den Ringraum geführten Gut aufgenommen. Infolge der relativ geringen radialen Tiefe des Ringraumes ist eine vollständige und gleichmäßige Wärmedurchdringung des Gutes sichergestellt, so daß das die Vorrichtung durch die Auftragsöffnung verlassende Gut eine hohe Qualität als Wurstkonserve besitzt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Wärmebehandlung von Lebensmitteln mit einer beheizbaren zylindrischen Schnecke sowie einem hierzu konzentrisch angeordneten, von außen beheizbaren Rohr mit größerem Innendurchmesser als der Außendurchmesser der Schnecke, wobei das zu behandelnde Gut durch den zwischen dem Innenkörper und dem Rohr gebildeten Ringraum hindurchführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnecke (4) hohl ausgebildet ist, während das als stationärer Doppelzylinder ausgebildete Rohr (5) auf seiner Innenseite mit sich in Axialrichtung erstreckenden Zügen (7) versehen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnecke (4) mit einer Dampfzuführungsöffnung und einer Kondensatablaßöffnung versehen ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (5) eine Dampfzuführungsöffnung für den Zwischenraum und eine Kondensatablaßöffnung trägt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (5) außen mit einer Isolierung (6) versehen ist.
  5. 5. Verwendung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, zur gleichmäßigen Erwärmung von Wurstgut.






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