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Dokumentenidentifikation DE3544931C2 08.05.1991
Titel Einrichtung zur Vermeidung von Verwirbelungen und Ablagerungen von Fördergut durch Abdecken des Förderers
Anmelder Ruhrkohle AG, 4300 Essen, DE
Erfinder Diergardt, Heinz, 4650 Gelsenkirchen, DE;
Lehmann, Gerhard, Dipl.-Ing., 4354 Datteln, DE
DE-Anmeldedatum 19.12.1985
DE-Aktenzeichen 3544931
Offenlegungstag 25.06.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.05.1991
IPC-Hauptklasse B65G 15/16
IPC-Nebenklasse B65G 69/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Vermeidung von Verwirbelungen und Ablagerungen Fördergut insbesondere von Staub und Feinkorn beim Transport von Schüttgütern, beispielsweise Kohle, die aus einer den Förderer mindestens teilweise umgebenden Abdeckung besteht.

Die Verwendung von Stetigfördermitteln im untertägigen Steinkohlenbergbau ergibt, insbesondere in Verbindung mit hohen Wettergeschwindigkeiten, wettertechnische und sicherheitliche Schwierigkeiten. Da der Wetterstrom vom Fördergut nicht ferngehalten werden kann, werden insbesondere in den Förderstrecken zusätzliche Staub- und Feinkornablagerungen geschaffen.

Besonders große Schwierigkeiten treten dort auf, wo die Wettergeschwindigkeit durch eine Verengung der üblichen Wetterdurchtrittsstellen so stark erhöht wird, daß durch den verwirbelten Feinstaub ein sogenannter Sichtereffekt auftritt und größere Mengen von Staub und Feinkorn ständig abgeweht werden.

Ein solcher Bereich wird in besonderem Maße durch die im Steinkohlenbergbau erforderlichen Wetterbauwerke gebildet. Wetterbauwerke sind mit Türen versehene Mauern, die den Wetterdurchgang in einer Strecke sperren oder zumindest drosseln. Als Schleusen gelten Wetterbauwerke dann, wenn in Abstand voneinander mindestens zwei Mauern vorhanden sind. Derartige Schleusen weisen für den Durchgang eines stetigen Fördermittels entsprechend große Mauerdurchbrüche auf, die zur Vermeidung von Verwirbelungen aus aufwendigen vollummantelten Kanälen bestehen, wobei der Bereich zwischen dem das Schüttgut tragenden Fördererband und dem offenen Mauerwerk durch Gummischürzen abgedichtet wird. Die Gummischürzen, die innerhalb eines Banddurchführungskanales die Aufgabe haben, die Wetter zu drosseln, verursachen gleichzeitig bei der entsprechenden Beladung des durchlaufenden Förderbandes durch Abstreifen eines Teiles des Fördergutes eine ungewollte zusätzliche Verwirbelung.

Nach der DE-OS 20 47 849 ist zur Vermeidung des Abrutschens von Fördergut auf einem Förderer in Steigungsbereichen, in denen das Fördergut abzurollen beginnt, ein spezieller Deckgurt bekannt, der mit einem eigenen Antrieb versehen ist und der aus einem schweren, aus verschiedenen Schichten bestehenden, aufwendigen Gurtmaterial hergestellt ist. Darüber hinaus ist ein solcher Deckgurt, bedingt durch den eigenen Antrieb, das Getriebe und die Synchronisiereinrichtung, sehr kostenaufwendig.

Weiterhin ist nach der DE-PS 8 88 074 eine Fördereinrichtung, z. B. für bergmännische Gewinnungsbetriebe bekannt, bei welcher der auf dem Liegenden verlagerte Förderer in Form eines Kratzerförderers Mitnehmer zum Transport von Kohle aufweist.

Auf dem Obertrum des Kratzerförderers verläuft beim Einbringen des Versatzes das Untertrum eines stabil ausgeführten Gurtförderers ohne eigenen Antrieb, wobei die dem Kratzerförderer abgewandte Seite des Gurtförderers als Beladeseite vorgesehen ist. Beim Fördern von Kohle wird das Untertrum des Gurtförderers am Ausbau hochgehängt. Zur Mitnahme des Untertrums des Gurtbandes durch die Mitnehmer sind an der Unterseite des Gurtbanduntertrums Nocken oder Leisten vorgesehen.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Vermeidung der Verwirbelung und zusätzlichen Ablagerung von Staub und Feinkorn beim Transport von Schüttgütern, beispielsweise Kohle, mittels Stetigförderern, im Bereich von Wetterbauwerken zu schaffen, die konstruktiv einfach erstellbar und mit niedrigem Wartungsaufwand betreibbar ist, im Wetterbauwerk nur eine kleine Öffnung für den Durchlaß bedingt und die darüber hinaus durch Vermeidung von gefährlichen Kohlenstaubablagerungen und dadurch bedingten Gurtbränden die allgemeine Betriebssicherheit in den gefährdeten Bereichen wesentlich erhöht und gleichzeitig zur Verbesserung der Grubenwetter beiträgt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Abdeckung als ein, das Schüttgut auf dem Förderer abdeckendes, flexibles, der Breite des Förderers und dem Beladungszustand anpaßbares, den Förderer im Bereich eines Wetterbauwerks abdeckendes, Gurtband ausgebildet ist, wobei als Antrieb für das Gurtband der mit dem Förderer und/oder dem Schüttgut gebildetete Reibschluß vorgesehen ist und der der Förderrichtung entgegenlaufende Obergurt des Gurtbandes im Bereich eines Mauerdurchbruchs durch mindestens eine Druckrolle mit minimalem Abstand zu dem auf dem Förderer liegenden Gurtband geführt ist.

Die vorteilhafte Ausbildung des Gurtbandes in flexibler, der Breite des Förderers und dessen Beladungszustand anpaßbarer Form, gewährleistet in zufriedenstellendem Umfang, daß das zu transportierende Schüttgut nicht mehr mit den Kurzschlußwettern in Berührung kommt. Als besonders vorteilhaft im Rahmen der Erfindung stellt sich heraus, daß als Antrieb des Gurtbandes der mit dem Förderer und/oder dem Schüttgut gebildete Reibschluß vorgesehen ist.

Das als Endlosgurt ausgebildete Gurtband ist in allen, durch hohe Wettergeschwindigkeiten gefährdeten und mit Stetigförderern ausgerüsteten Unter- und Übertagebereichen einsetzbar. Die besondere Verwendung ist jedoch im Bereich der im Steinkohlenbergbau vorhandenen Wetterbauwerke zu sehen. Die Einrichtung zur Vermeidung von Verwirbelungen und Ablagerungen von Fördergut ermöglicht in vielen Bereichen des untertätigen Steinkohlenbergbaus eine Verbesserung der Wetter und vermeidet andererseits die üblicherweise durch gefährliche Kohlenstaubablagerungen auftretenden und im Untertagebereich äußerst gefährlichen Gurtbrände.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen näher beschrieben.

Ein Ausführungbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine teilweise Darstellung eines Stetigförderers im Bereich einer Wetterschleuse und

Fig. 2 ein Schnitt nach den Linien A-B in Fig. 1.

In dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Abdeckgurt 3 auf einem Stetigförderer 2 im Bereich eines Wetterbauwerks in Form einer Wetterschleuse angeordnet. Dieses Wetterbauwerk besteht aus zwei in Abstand beispielsweise von 10 m in einer untertägigen Strecke errichteten Mauern 7, 8. In den Mauern 7, 8 sind für die Personenfahrung nicht dargestellte schließbare Türen vorgesehen. Für die Durchführung des Förderers 2 sind in den Mauern 7 und 8 Maueröffnungen 9 und 10 vorgesehen, wie dies detailliert aus Fig. 2 zu entnehmen ist.

Der weiterhin in dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel schematisiert wiedergegebene Förderer 2 ist als Gurtbandförderer ausgebildet. Der Förderer 2 verläuft in einem schematisiert angedeuteten Förderbandtraggerüst 6, das im wesentlichen wie aus Fig. 2 zu entnehmen ist, aus Längsholmen 17 zur Aufnahme der die Tragrollen 14 und 16 aufnehmenden Rollenböcke besteht. Auf dem als Traggurt 13 ausgebildeten Obergurt des Förderers 2 wird das Schüttgut 1 transportiert. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Traggurt 13 von drei girlandenartig angeordneten Tragrollen 14 und der zurücklaufende Untergurt 15 von einer Tragrolle 16 unterstützt. Der den Traggurt 13 bzw. das Schüttgut 1 auf dem Traggurt 13 abdeckende Gurtband 3 wird durch den mit dem Traggurt 13 mitlaufenden und durch Reibschluß angetriebenen Untergurt eines endlos umlaufenden flexiblen und anpaßbaren Gurtbandes gebildet. Das Gurtband 3, dessen Obergurt 12 in der Richtung des Pfeiles B der Richtung des Pfeiles A der Förderrichtung entgegenläuft, wird an den Enden jeweils durch mindestens eine Druckrolle 5 umgelenkt. Im Bereich der Mauerdurchbrüche 9, 10 wird der Obergurt 12, um die Durchbrüche klein zu halten, durch beispielsweise eine Druckrolle 11 abgelenkt. Der zwischen dem Obergurt 12 und dem Abdeckgurt 3 entstehenden bzw. verbleibende Raum kann durch eine zusätzliche Abdichtung, beispielsweise in Form einer Gummischürze 20 abgedichtet werden.

Zur Vermeidung von Verwirbelungen und Ablagerung von Staub ist es zweckmäßig den Abdeckgurt 3 in einer Länge auf dem Förderer 2 mitlaufen zu lassen, die erheblich über den Abstand der Wettertüren voneinander hinausgeht. Die Länge des Abdeckgurtes 3, in dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel, beträgt, setzt man einen Abstand der Mauern 7, 8 von 10 m voraus, ungefähr 36 m. Zur Vermeidung von Verwirbelungen und Ablagerungen von Staub ist es ebenso vorstellbar, in Abdeckgurt 3 auf einem als Kettenkratzerförderer ausgebildeten Förderer 2 anzuordnen. Dabei erscheint es je nach den örtlichen Bedingungen möglich, das Traggerüst 4 des Abdeckgurtes 3 mit dem Traggerüst 6 des Förderers 2 in einer Einheit zu verbinden oder aber auch das Traggerüst 4, beispielsweise am Streckenausbau aufzuhängen.

1 Schüttgut

2 Förderer

3 Abdeckgurt

4 Förderbandtransportgerüst

5 Druckrolle

6 Förderbandtraggerüst

7 Mauer

8 Mauer

9 Maueröffnung

10 Maueröffnung

11 Druckrollen

12 Obergurt des Abdeckgurtes

13 Traggurt

14 Tragrollen

15 Untergurt

16 Tragrolle

17 Längsholme

18 Halterungen

19 Längsholme

20 Gummischürze


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zur Vermeidung der Verwirbelung und Ablagerung von Fördergut, insbesondere Staub und Feinkorn, beim Transport von Schüttgütern, beispielsweise Kohle, die aus einer den Förderer mindestens teilweise umgebenden Abdeckung besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung als ein das das Schüttgut (1) auf dem Förderer (2) abdeckendes, flexibles, der Breite des Förderers (2) und dem Beladungszustand anpaßbares, den Förderer (2) im Bereich eines Wetterbauwerks abdeckendes Gurtband (3) ausgebildet ist, wobei als Antrieb für das Gurtband (3) der mit dem Förderer (2) und/oder dem Schüttgut (1) gebildete Reibschluß vorgesehen ist, und der der Förderrichtung entgegenlaufende Obergurt (12) des Gurtbandes (3) im Bereich eines Mauerdurchbruchs (9, 10) durch mindestens eine Druckrolle (11) mit minimalem Abstand zu dem auf dem Förderer (2) liegenden Gurtband (3) geführt ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das als Endlosgurt ausgebildete Gurtband (3) in einem Förderbandtraggerüst (4) angeordnet ist, wobei als Umkehr jewiels mindestens eine Druckrolle (5) vorgesehen ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderbandtraggerüst (4) des Gurtbandes (3) fest auf dem das Schüttgut (1) transportierenden Förderer (2) angeordnet ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderbandtraggerüst (4) des Gurtbandes (3) oberhalb des das Schüttgut (1) transportierenden Förderers (2), beispielsweise am Streckenausbau, aufhängbar angeordnet ist.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Wetterbauwerk aus beispielsweise mindestens zwei, in Abstand voneinander vorgesehenen Wettertüren auf dem durch das Wetterbauwerk durchgeführten Förderer (2) ein durchgehendes, das Schüttgut (1) abdeckendes, Gurtband (3) angeordnet ist.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Wetterbauwerk aus beispielsweise mindestens zwei in großem Abstand voneinander vorgesehenen Wettertüren im Bereich einer jeden Wettertür ein umlaufendes Gurtband (3) angeordnet ist.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der das Schüttgut (1) transportierende Förderer (2) im Bereich eines Wetterbauwerks als Gurtbandförderer ausgebildet ist.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Mauerdurchbrüche (9, 10) zwischen Gurtband (3) und dessen rücklaufenden Obergurt (12) eine Abdichtung, beispielsweise in Form einer Gummischürze (20), angeordnet ist.






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