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Dokumentenidentifikation DE2825864C2 06.06.1991
Titel Verfahren zum Stricken eines Beutels an schlauchförmigen Strickwaren und Rundstrickmaschine zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Hoffmann, Nicole, Paris, FR
Erfinder Hoffmann, Nicole, Paris, FR
Vertreter Glawe, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., 8000 München; Delfs, K., Dipl.-Ing., 2000 Hamburg; Moll, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 8000 München; Mengdehl, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 2000 Hamburg
DE-Anmeldedatum 13.06.1978
DE-Aktenzeichen 2825864
Offenlegungstag 11.01.1979
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.06.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.1991
IPC-Hauptklasse D04B 9/56
IPC-Nebenklasse D04B 15/32   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Strikken eines Beutels in einem schlauchförmigen Warenstück, insbesondere einer Ferse an einem Strumpf, auf einer mehrsystemigen Rundstrickmaschine, wobei mit mindestens zwei Systemen im Pendelgang innerhalb eines durch die Pendelumkehrpunkt begrenzten Nadelbogens Teilmaschenreihen gestrickt und die außerhalb des Nadelbogens liegenden Nadeln ausgeschaltet werden, wobei die von den einzelnen Systemen gestrickten Teilmaschenreihen sich über unterschiedliche, einander überlappende Teilbögen innerhalb des gesamten Nadelbogens erstrecken, und durch Aus- bzw. Zuschalten von Nadeln in den Endbereichen des gesamten Nadelbogens eine Minderung bzw. Zunahme des Gestricks erfolgt.

Die Erfindung betrifft weiterhin eine mehrsystemige Rundstrickmaschine zur Durchführung dieses Verfahrens, mit Einrichtungen zum Stricken im Pendelgang, einem schaltbaren Schloßteil zum Außerbetriebsetzen der Nadeln außerhalb eines durch die Pendelumkehrpunkte begrenzten Nadelbogens, den im Pendelgang strickenden Systemen zugeordneten Schloßteilen, die für verschiedene Systeme höhenversetzt bezüglich der Nadelaustriebsrichtung angeordnet sind, und auf in entsprechend unterschiedlichen Höhenniveaus angeordnete Füße zum Steuern der Nadeln einwirken, wobei jeweils auf gleichem Niveau liegende Füße innerhalb unterschiedlicher, sich überlappender Nadelteilbögen vorhanden sind, und mit ebenfalls auf die Füße einwirkenden Minder- und Zunahmefingern.

Eine derartige Rundstrickmaschine ist durch die DE-PS 18 15 936 bekannt. Bei der bekannten Maschine erfolgt das Außerbetriebsetzen von Nadeln, die beim Stricken eines Beutels, beispielsweise der Ferse eines Strumpfes, nicht beteiligt sind, durch Austreiben, d. h. die nicht am Strickvorgang beteiligten Nadeln werden angehoben, so daß die im Bereich der Platinen von den angehobenen Nadeln gehaltenen Fäden leicht beschädigt werden können, wodurch die Qualität der Strickerzeugnisse gemindert bzw. der Ausschuß vergrößert werden kann. Außerdem sind, wenn die Nadeln durch Austreiben ausgeschaltet werden, die den Systemen zugeordneten Schloßteile schaltbar auszubilden, wodurch die Kinematik der Rundstrickmaschine weiter verkompliziert wird. Mit der bekannten Rundstrickmaschine wird weiterhin ein Verfahren zum Stricken einer Ferse verwendet, bei dem der die Ferse bildende Beutel durch Teilmaschenreihen gebildet wird, die in etwa gleich lang und winkelversetzt zueinander angeordnet sind. Die hierbei entstehende Ferse ist in ihrem Aussehen unbefriedigend und aufgrund ihrer ungenügenden Anpassung an die Form einer menschlichen Ferse ist mit einer unbefriedigenden Haltbarkeit im Bereich der Ferse zu rechnen, da hier das Gestrick ungewöhnlich stark in seiner Dehnung belastet wird.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Rundstrickmaschine der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, um mit verringertem kinematischen Aufwand an der Maschine ein bezüglich Aussehen, Paßform und Haltbarkeit verbessertes schlauchförmiges Strickteil mit angestrickten Beutel strikken zu können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art, das durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gekennzeichnet ist.

Diese Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine Rundstrickmaschine der eingangs beschriebenen Art die durch die Merkmale des Patentanspruches 2 gekennzeichnet ist.

Weitere kennzeichnende Merkmale der erfindungsgemäßen Rundstrickmaschine sind den Unteransprüchen 3 bis 7 zu entnehmen.

Durch das erfindungsgemäße Ausschalten der Nadeln mittels Absenken der Nadeln werden vorteilhafterweise die im Bereich der Platine von den abgesenkten Nadeln gehaltenen Fäden geschützt. Weiterhin können die abgesenkten Nadeln unter den Antriebsteilen durchlaufen, so daß die den Systemen höhenversetzt zugeordneten Schloßteile starr angeordnet sein können. Aussehen und Haltbarkeit der gestrickten Ferse sind durch die erfindungsgemäße Verteilung der Teilmaschenreihen gegenüber dem Stand der Technik wesentlich verbessert und die Anordnung von kürzeren Teilmaschenreihen zwischen Reihen, sie sich über die volle Länge des Nadelbogens erstrecken, vereinfacht ein Mindern und Zunehmen der Maschenzahlen, da dies nur an den Maschenreihen vorgenommen wird, die sich über die volle Länge des Nadelbogens erstrecken.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert, in denen Ausführungsbeispiele für eine Maschine mit drei Fadenzuführungen dargestellt sind. Die Anzahl der Fadenzuführungen kann selbstverständlich größer oder kleiner sein, wobei die Nockenbänder und die Anordnung der Nadelstößer entsprechend variiert werden.

Fig. 1 zeigt eine Abwicklung des Schloßmantels des Nadelzylinders und der Steuernockenscheibe für die Nadelscheibe,

Fig. 2 zeigt einen Halbschnitt des Nadelzylinders und der Nadelscheibe,

Fig. 3 und 4 zeigen in axialer Ansicht ein Diagramm der Füße der Nadelstößer und die Nocken des Schloßmantels,

Fig. 5 und 6 zeigen schematisch bzw. als Abwicklung die Struktur eines sackartigen Gestrickteils,

Fig. 7, 8 und 9 zeigen Varianten von Fig. 4, 5 bzw. 6, und

Fig. 10 zeigt eine Variante von Fig. 7.

In Fig. 1 bis 5 ist eine Rundstrickmaschine mit einem normalen Nadelzylinder 1 dargestellt, in dessen Zylindernuten die Nadeln 3 und die Stößer 5 angeordnet sind. Letztere besitzen mehrere Reihen von Füßen. Die Füße jeder Reihe wirken mit jedem von mehreren Schloßteilen zusammen. In einem Platinenträgerring 7 bekannter Art sind radiale Schlitze für Platinen 9 gebildet. Eine zentral angeordnete Scheibe 10 besitzt radiale Führungsnuten für Nadeln 12 einer zweiten Gestrickfront.

Die Zeichnung zeigt eine charakteristische Anordnung der Füße der Stößerfüße und der einwirkenden Schloßteile.

Die Beutel an der Ferse oder Spitze eines Strumpfes werden normalerweise gebildet, in dem man von etwa der Hälfte der vorhandenen Nadeln des Nadelzylinders ausgeht und mit Minderung und anschließender Zunahme der Nadeln an den beiden Enden des in Betrieb befindlichen Nadelbogens arbeitet, wodurch der gewünschte Beutel im Pendelgang hergestellt wird. In dem beschriebenen Beispiel, das die Erfindung verkörpert, geht man immer von einer Nadelzahl aus, die etwa der Hälfte der auf dem Nadelzylinder vorhandenen Nadeln entspricht und setzt dann die Randnadeln außer Betrieb bzw. aktiviert sie wieder. Diejenigen Nadeln, die zu Beginn des Arbeitens im Pendelgang außer Betrieb gesetzt werden, verbleiben einfach in ihrer abgesenkten Stellung und werden im Bereich der drei Systeme A1, A2, A3 nicht mehr angehoben. Darin unterscheidet sich die dargestellte Maschine von fast allen bekannten Strumpfstrickmaschinen, bei denen das Außerbetriebsetzen der Nadeln dadurch erfolgt, daß sie über die Abschlagteile angehoben werden. Dagegen laufen die außer Betrieb gesetzten Nadeln bei der erfindungsgemäßen Maschine während des Pendelgangs gleichmäßig unter dem Abschlagteil durch. Auch die nach und nach an den Enden des arbeitenden Nadelbogens außer Betrieb genommenen Nadeln werden wie die zuvor außer Betrieb gesetzten Nadeln auf einem unteren Niveau belassen.

Die Nadeln werden im Bereich der drei dargestellten Systeme durch die drei Schloßteile oder Antriebsteile 14, 16 und 18 angehoben, so daß sie den Faden von den entsprechenden Fadenführern übernehmen. Wie insbesondere aus Fig. 1 erkennbar ist, hebt das Antriebsteil 16 die Nadeln zu dem System A1, während das Antriebsteil 14 des Systems A2 und das Antriebsteil 18 dem System A3 zugeordnet ist. Das Antriebsteil 14 wirkt auf die Füße 5A der Nadelstößer 5, das Antriebsteil wirkt auf die Füße 5B und das Antriebsteil 16 auf die Füße 5C.

Fig. 3 zeigt in Aufsicht die Anordnung der Füße der Nadelstößer in den einzelnen Reihen 5A, 5B und 5C. Die Füße 5A sind längs des ganzen Umfangs des Nadelzylinders vorhanden. Längs des halben Umfangs des Nadelzylinders sind sie als hohe Füße 5AL ausgebildet, während sie in der anderen Hälfte als niedrige Füße 5A ausgebildet sind. Die Füße 5AL sind nur in Fig. 3 dargestellt. In den übrigen Figuren wird der besseren Übersichtlichkeit wegen auf ihre Darstellung verzichtet. Die Füße 5B sind nur in einem innerhalb des Bogens der niedrigen Füße 5A liegenden Bereich des Nadelzylinders vorhanden. Dieser Bereich ist in Bezug auf die Mitte der letzteren, d. h. in Bezug auf die Achse O-π asymmetrisch versetzt. Die Füße 5C sind ebenso wie die Füße 5B nur in einem innerhalb des von den niedrigen Füßen 5A besetzten Bogens liegenden Bereich des Nadelzylinders vorhanden. Auch sie sind in Bezug auf die Mitte dieses Bogens, d. h. in Bezug auf die Achse O-π asymmetrisch versetzt, dies jedoch in entgegengesetzter Weise wie die Füße 5B. Ein Teil der Füße 5C überlagert sich den Füßen 5B, so daß eine zentrale Zone existiert, in der die Nadelstößer Füße 5A und 5B sowie 5C besitzen. Die Nadelstößer in den seitlich daran angrenzenden Zonen besitzen auf der einen Seite die Füße 5A und 5B und auf der anderen Seite die Füße 5A und 5C. Die Verringerung der Nadeln und ihre Zunahme werden von den entsprechenden Fingern gesteuert, die ausschließlich in den seitlichen Zonen wirksam sind, in denen die Nadelstößer nur die Füße 5A besitzen.

Zu Beginn der Bewegung im Pendelgang dreht sich der Nadelzylinder in Richtung des in Fig. 1, 3 und 4 dargestellten Pfeiles fx. Während der letzten Umdrehung in dieser Richtung dringt eine bewegliche Nocke 20 teilweise in die Bewegungsbahn ein. Sie wirkt auf die langen Füße 5AL und senkt sie von dem Arbeitskanal Z14 in den Ruhekanal U14 ab. Wenn der Nadelzylinder an seinem Totpunkt anlangt, befinden sich die Füße der Nadelstößer relativ zu einer radialen Bezugsebene, die in Fig. 4 mit O bezeichnet ist, in der Position, wie sie in dieser Fig. 4 in Aufsicht dargestellt ist. Von dieser Position aus ändert der Nadelzylinder seinen Drehsinn und beginnt, sich in Richtung des Pfeilers fy zu bewegen. Das Ende 5e der Reihe von Füßen 5A endet seinen Lauf unter der Nocke 26, nachdem sie im Zusammenwirken mit der Nockensteuerfläche 26A und der Fadenzuführung A2 eine Maschenreihe gebildet hat. Beim Rücklauf wird sie von dem symmetrisch ausgebildeten Antriebsteil 14 angehoben und beginnt im Zusammenwirken mit dem System A2 und der Nockensteuerfläche 25A der Nocke 25 mit der Bildung einer partiellen Maschenreihe. Am Ende der Drehbewegung von etwa 360° befindet sich der Umlenkpunkt 5f der Reihe 5A unter der Nocke 25. Die Nocke 27 wirkt mit der Nocke 25 derart zusammen, daß an dem System A1 mit den Steuerflächen 27A und 25B eine Maschenreihe gebildet wird. Die Nocke 28 wirkt mit der Nocke 26 derart zusammen, daß das System A3 mit den Nockensteuerflächen 28A und 26B ebenfalls Maschen bildet.

Es ist erkennbar, daß bei der Bewegung in Richtung des Pfeiles fy aus den gleichen Gründen, die vorangehend für die Füße 5A dargelegt wurden, nunmehr die Füße 5B von dem Antriebsteil 18 angehoben werden. Aus diesem Grunde ergreifen alle mit der Bildung der Ferse erfaßten Nadeln den von dem System A2 eingespeisten Faden, da sie mit den Nadelstößern zusammenarbeiten, die auch den Fuß 5A besitzen. Die Nadeln, die von Nadelstößern angetrieben werden, welche den Fuß 5B besitzen laufen auch an dem System A3 vorbei, so daß in dem zwischen den Umkehrpunkten 5i und 5l liegenden Bogen eine weitere Maschenreihe gebildet wird. Man erkennt aus Fig. 4 ferner, daß beim Beginn der Drehbewegung in Richtung des Pfeiles fy auch die Füße 5C auf dem Antriebsteil 16 angehoben werden, so daß die zugeordneten Nadeln zu dem System A1 gelangen, wobei auch sie eine Maschenreihe innerhalb des zwischen 5g und 5h liegenden Bogens bilden. Nach der Beendung der Drehbewegung in Richtung des Pfeiles fy sind daher eine Maschenreihe in den Bögen (e-g) und (l- f), zwei Maschenreihen in den Bögen (g-i) und (h-l) und drei Maschenreihen in dem Bogen (i-h) gebildet. Nunmehr beginnt von neuem eine Drehbewegung des Nadelzylinders in Richtung des Pfeiles fx usw. mit analoger Maschenreihenbildung.

Während der Pendelbewegung des Nadelzylinders senken die Finger 31 und 33 zur Minderung nach und nach jeweils einen Nadelstößer ab und tragen ihn von dem Kanal Z14 zu dem Kanal U14, wodurch jeweils eine Nadel außer Betrieb gesetzt wird. Die Finger wirken auf diejenigen Füße ein, die sich jeweils an den Enden des Bogens der in Arbeit befindlichen Füße 5A befinden. Die Minderungen sind sämtlich in den Bögen 5g-5g und 5l-5f enthalten.

Während der darauffolgenden Phase der Maschenzunahme befördert ein Finger 35 bei jeder Pendelbewegung jeweils eine oder zwei Nadeln aus dem Kanal U14 zu dem Kanal Z14, während die zur Außerbetriebsetzung dienenden Finger 31 und 33 weiter arbeiten, falls jeweils zwei Nadeln von dem Finger 35 in Betrieb gesetzt werden. Wenn der Finger 35 nur eine Nadel verschiebt, werden die Finger 31 und 33 angehalten und neutralisiert.

Da die Ausdehnung des sackartigen Gestrickteils, das beispielsweise zur Bildung der Strumpfferse hergestellt wird, der Zahl der hergestellten Maschenreihen proportional ist und da auch die herkömmlichen Fersensäcke eine Formgebung haben, bei der sich im Zentrum mehr Reihen befinden als an den Seiten, benötigt man im vorliegenden Fall bei der im Zentrum längs des Bogens i-h bei jeder Pendelbewegung drei Reihen erzeugt werden, eine Gesamtzahl von Pendelbewegungen, die dem dritten Teil der Anzahl entspricht, die bei einer konventionellen Maschine erforderlich ist, die bei der Bildung der Ferse mit nur einem System arbeitet. Wie aus Fig. 4 erkennbar ist, beruht die Möglichkeit, die Anzahl der Reihen in den verschiedenen Teilen des Bogens der Ferse abzustufen, auf der Grundrißanordnung der Füße 5A, 5B und 5C.

Fig. 5 zeigt eine schematische Abwicklung und Fig. 6 eine vergrößerte Darstellung der Wirkstruktur im Bereich der Ferse, wobei 5e-5g-5i-5h-5l-5f die verschiedenen Winkelpositionen bestimmt, die anhand der Aufsichtsdarstellung in Fig. 4 bereits als die Umkehrpunkte der Bögen der Füße definiert sind. In Fig. 5 ist der Verlauf der von den einzelnen Systemen A1, A2 und A3 erzeugten Maschenreihen erkennbar. Die durchgezogene Linie kennzeichnet den Verlauf der von dem System A2 erzeugten Maschenreihen, die eine sich längs der gesamten Zone der Füße 5A erstreckenden Ausdehnung besitzen und in ihrer Länge an den Enden 5e und 5f stufenweise durch die von den Fingern bewirkte Minderung verkürzt werden.

Die strichpunktierte Linie kennzeichnet den Verlauf der an dem System A1 von den mit Füßen 5C versehenen Nadelstößern erzeugt werden und zwischen Linien 5g und 5h pendeln. Im Augenblick der ersten Bewegungsumkehr des Nadelzylinders kehrt die an dem System A1 erzeugte Maschenreihe nicht zu sich selbst zurück sondern muß von der Fadenzuführung A2 gebildete Maschenreihen überspringen und erzeugt so eine in Fig. 5 und 6 mit PS erzeugte Fadenbrücke. Der Verlauf der von dem System A3 mit dem mit Füßen 5B versehenen Nadelstößern erzeugten Maschenreihen ist mit der gestrichelten Linie gekennzeichnet, der zwischen den Linien 5i und 5l pendelt. Beim ersten Wechsel der Bewegungsrichtung des Nadelzylinders kehrt die von dem System A3 erzeugte Maschenreihe in dem Punkt R3 um und verknüpft sich mit sich selber. Beim zweiten Wechsel der Bewegungsrichtung des Nadelzylinders kehrt die von dem System A2 gebildete Maschenreihe im Punkt R2 um, wobei sie sich mit sich selber verknüpft. Auch die von dem System A1 gebildete Maschenreihe verknüpft sich bei der zweiten Bewegungsumkehr im Punkt R1 mit sich selbst, während die von dem System A3 erzeugte Maschenreihe eine Fadenbrücke PT bildet, die zwei an dem System A2 erzeugte Maschenreihe überspringt. Es ist von Bedeutung, daß in dem von 5i und 5h begrenzten zentralen Bereich des Beutels keine Fadenbrücken erzeugt werden. In dieser Zone muß tatsächlich die größte Ausdehnungsmöglichkeit geschaffen werden. In den seitlichen Bereichen hingegen sind die in den Punkten 5g und 5l gebildeten Fadenbrükken nicht nur nicht störend, sie reduzieren sogar die longitudinalen Abmessungen und unterstützen so die Wirkung des Beutels.

Die den Gegenstand der Erfindung bildende Maschine ist auch in der Lage Beutel z. B. für Fersen oder Fußspitzen mit einer anderen als der vorangehend beschriebenen Struktur herzustellen:

Mit einer abweichenden Grundrißanordnung der drei Reihen von Füßen 5A, 5B und 5C (Fig. 7) ist es beispielsweise möglich, mit derselben Maschine und mit denselben Nocken eine Ferse ohne Fadenrücken, d. h. mit der in Fig. 8 und 9 dargestellten Maschenanordnung, herzustellen. Aus diesen Darstellungen ist erkennbar, daß jede Maschenreihe bei der Bewegungsumkehr des Nadelzylinders an beiden Enden mit sich selbst verknüpft wird.

Zur Realisierung der in Fig. 8 und 9 dargestellten Maschenanordnung sind die Füße 5A in dem entsprechenden Bogen mit zwei unterschiedlichen Höhen ausgestattet: In dem von den Positionen 5g und 5l begrenzten Bogen besitzen die Füße eine größere Höhe, während sie in den zwischen den Positionen 5e, 5g und 5l, 5f liegenden Bögen niedriger sind (Fig. 7). Die zwischen den Linien 5e und 5g bzw. 5l und 5f liegenden Füße 5A besitzen deshalb eine kleinere Länge, damit sie nur (zusammen mit den übrigen der Reihe der Füße 5A zugeordneten Nadeln im Bereich der drei Fadenzuführungen nur mit den Absenknocken 40 nicht jedoch mit dem Antriebsteil 14 zusammenarbeiten.

Der Strickvorgang gleicht im wesentlichen dem oben beschriebenen, ein Unterschied besteht in der Folge, mit der die verschiedenen Füße 5A, 5B und 5C über die Antriebsteile 14, 16 und 18 laufen. Das Antriebsteil 14 befindet sich in einer solchen Entfernung von dem Nadelzylinder, daß sie die mit geringerer Höhe ausgestatteten, d.h. die zwischen den Linien 5l und 5f bzw. 5l und 5g liegenden Füße nicht erreicht. Es befindet sich andererseits genügend nahe an dem Nadelzylinder, um auf die zwischen den Linien 5g und 5l liegenden Füße 5A einzuwirken. Daher werden die in dem Bereich zwischen den Linien 5g und 5l liegenden Füße 5A von dem Antriebsteil 14 angehoben und bringen die entsprechenden Nadeln zu dem System A2. Die Füße 5B werden von dem Antriebsteil 18 zu dem System A3 angehoben, die Füße 5C werden von dem Antriebsteil 16 angehoben und dem System A1 zugeführt. Auch in diesem Fall werden bei jeder Pendelbewegung in dem zwischen den Linien 5i und 5h liegenden Abschnitt drei, in den zwischen den Linien 5g und 5i bzw. 5h und 5l liegenden Abschnitten zwei und zwischen den Linien 5e und 5g bzw. 5l und 5f eine Maschenreihe erzeugt.

Die Art des auf diese Weise gebildeten Fersenteils entspricht dem in der US-PS 36 50 126 beschriebenen Teil. Seine Herstellung durch die vorangehend beschriebene Maschine ist jedoch wesentlich einfacher und vorteilhafter als mit Hilfe der in dem genannten Patent beschriebenen Maschine. Bei der den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Maschine findet beispielsweise nicht bei jeder Pendelbewegung des Nadelzylinders eine damit synchronisierte alternierende Bewegung von Antriebsteilen statt.

Während die bei der in der genannten US-Patentschrift beschriebenen Maschine verwendete Nadel eine spezielle mit dem Nadelstößer gekuppelte Ausführung sein muß, ist die bei der Maschine gemäß der Erfindung verwendete Nadel von gewöhnlicher Art. Die mit den Nadelstößern in spezieller Art verbundene Nadel besitzt den Nachteil, daß beim Austausch der Nadelstößer entfernt oder zumindest aus der Nut des Nadelzylinders gelöst werden muß.

Bei der in der oben genannten US-Patentschrift beschriebenen Maschine erfolgt die Außerbetriebsetzung der Nadeln dadurch, daß diese auf ein Niveau angehoben werden, das über dem Eingriffsbereich der Antriebsteile zur Maschenbildung liegt. Infolgedessen werden die Fäden der einzelnen Systeme, nachdem sie ihren von den Nadelstößern gesteuerten Arbeitslauf beendet haben, bei ihrem Vorbeiwandern an den anderen Systemen zwischen den Platinenmündungen und den Nadelschäften erfaßt. Da dies fallweise über lange Bogenstrecken der Fall ist, besteht die Gefahr, daß die Fäden beschädigt werden. Das Aufnehmen dieser Fäden durch die Fadenaufnahmeeinrichtungen ist bei der Bewegung im Pendelgang außerordentlich schwierig.

Die in der genannten US-Patentschrift beschriebene und in ihren Zeichnungen dargestellte Anordnung der Nocken des Schloßmantels läßt erkennen, daß die zur Außerbetriebsetzung der Nadeln bestimmten Finger bei der in Frage stehenden Gestrickart seitlich der Nockengruppen angeordnet sind, die während des Pendelganges tätig werden. Wenn man beispielsweise eine Maschine mit drei Systemen betrachtet, erscheint es praktisch unmöglich, diese Systeme und die Finger zum Außerbetriebsetzen der Nadeln in einem Bogen von weniger als 180° unterzubringen, wie dies in der genannten US-Patentschrift dargestellt ist. Hieraus folgt, daß der Drehwinkel des Nadelzylinders, der für die Herstellung einer Ferse normalerweise 180° beträgt, wesentlich mehr als 360° beansprucht, wodurch die Produktivität entsprechend beeinträchtigt wird.

Gemäß der in Fig. 10 dargestellten Varianten können die beiden oben beschriebenen Lösungen auch ohne Änderung der Anordnung der Nadelstößer erzielt werden, indem lediglich die Antriebsteile 14, 16 und 18 radial in zwei unterschiedliche Positionen verschoben werden. Die Reihen von Füßen 5A, 5B und 5C besitzen in diesem Fall - wie aus Fig. 10 erkennbar - sowohl hohe als auch niedrige Profilkanten. Wenn das Antriebsteil 14 ganz und die Antriebsteile 16 und 18 nur teilweise eingebracht werden, erhält man einen Beutel gemäß Fig. 5. Wenn hingegen die Antriebsteile 16 und 18 vollständig und das Antriebsteil 14 nur teilweise in den Bewegungsbereich der Nadelstößer eingebracht werden, erhält man den in Fig. 8 dargestellten Beutel.

Die den Gegenstand der Erfindung bildende Maschine kann von Beginn der Strumpfherstellung durchgehend durch die Bildung aller Teile bis zuletzt mit drei oder mehr Systemen arbeiten, wobei das Randteil, das Beinteil und der Fuß mit Hilfe der Nadeln 12 (Fig. 2) der Nadelscheibe 10 mit linken Maschen gestrickt werden können.

Die weiteren Maschinenelemente, die in der in Fig. 1 dargestellten Abwicklung erkennbar und in der vorangehenden Beschreibung nicht erwähnt sind, sind die üblichen Nocken, die dazu dienen, die verbleibenden üblichen Arbeitsgänge zur Herstellung des Strumpfes durchzuführen. So dienen beispielsweise die Nocken 70, 72 und 74 dazu, die Nadelstößer über die Füße 5D anzuheben und die entsprechenden Nadeln zu den Systemen A1, A2 und A3 zu bringen, wenn die Maschine im Pendelgang arbeitet. Die Nocke 76 bewirkt eine Gegenbewegung zu der von dem Schloßteil 20 verursachten Verschiebung, d. h. daß sie die Nadeln 5AL wieder in Betrieb setzt, die während der Bildung des Fersensackes und der Fußspitze außer Betrieb waren.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Stricken eines Beutels in einem schlauchförmigen Warenstück, insbesondere einer Ferse in einem Strumpf, auf einer mehrsystemigen Rundstrickmaschine, wobei mit mindestens zwei Systemen im Pendelgang innerhalb eines durch die Pendelumkehrpunkte begrenzten Nadelbogens Teilmaschenreihen gestrickt und die außerhalb des Nadelbogens liegenden Nadeln ausgeschaltet werden, wobei die von den einzelnen Systemen gestrickten Teilmaschenreihen sich über unterschiedliche, einander überlappende Teilbögen innerhalb des gesamten Nadelbogens erstrecken, und durch Aus- bzw. Zuschalten von Nadeln in den Endbereichen des gesamten Nadelbogens eine Minderung bzw. Zunahme des Gestricks erfolgt, dadurch gekennzeichnet,

    daß die von einem der Systeme (A2) gestrickte Teilmaschenreihe über den gesamten Nadelbogen (5e-5f) gestrickt und an dieser Teilmaschenreihe die Minderung und Zunahme vorgenommen wird, während jede von einem der anderen Systeme (A1, A3) gestrickte Teilmaschenreihe nicht bis zu den Endpunkten (5e-5f) des gesamten Nadelbogens verläuft, und

    daß das Außerbetriebsetzen der Nadeln außerhalb des Nadelbogens sowie das Mindern innerhalb des Nadelbogens durch Absenken der Nadeln aus dem Bereich der Austriebsteile erfolgt.
  2. 2. Mehrsystemige Rundstrickmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1,

    mit Einrichtungen zum Stricken im Pendelgang,

    einem schaltbaren Schloßteil (20) zum Außerbetriebsetzen der Nadeln außerhalb eines durch die Pendelumkehrpunkte begrenzten Nadelbogens,

    den im Pendelgang strickenden Systemen (A1, A2, A3) zugeordneten Schloßteilen (14, 16, 18), die für verschiedene Systeme höhenversetzt bezüglich der Nadelaustriebsrichtung angeordnet sind und auf in entsprechend unterschiedlichen Höhenniveaus angeordnete Füße (5A, 5B, 5C) zum Steuern der Nadeln einwirken, wobei jeweils auf gleichem Niveau liegende Füße innerhalb unterschiedlicher, sich überlappender Nadelteilbögen vorhanden sind,

    und mit ebenfalls auf die Füße (5A, 5B, 5C) einwirkenden Minder- und Zunahmefingern (31, 33, 35), dadurch gekennzeichnet,

    daß die den Systemen zugeordneten Schloßteile (14, 16, 18) Austriebsteile sind und das schaltbare Schloßteil (20) ein Abzugsteil ist, welches die auszuschaltenden Nadeln aus dem Bereich der Austriebsteile (14, 16, 18) bringt,

    daß die Füße (5A, 5B, 5C) an Nadelstößern (5) angeordnet sind,

    daß alle Stößer (5) innerhalb eines von den Umkehrpunkten (5e, 5f) des Pendelgangs begrenzten Nadelbogens mit Füßen (5A) auf einem ersten Niveau versehen sind, während die auf den anderen Niveaus liegenden Füße (5B, 5C) nur an den Stößern innerhalb kleinerer Teilnadelbögen vorgesehen sind, die innerhalb des gesamten Nadelbogens, einander winkelversetzt überlappend liegen und sich nicht bis an die Endpunkte (5e, 5f) des gesamten Nadelbogens erstrecken, und

    daß die Minder- und Zunahmefinger (31, 33, 35) auf die auf dem ersten Niveau liegenden Füße (5A) einwirken.
  3. 3. Rundstrickmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Austriebsteile (14, 16, 18) fest angeordnet sind, und daß die Füße (5A, Fig. 3) der Nadelstößer innerhalb des Bogens zur Bildung des Beutels auf dem genannten ersten Niveau gleiche Höhe haben.
  4. 4. Rundstrickmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Füße (5A, Fig. 7) der Nadelstößer in dem Bogen des Beutels auf dem genannten ersten Niveau zwei Höhen besitzen, derart, daß die Einwirkung der Minder- und Zunahmefinger (31, 33, 35) auf die Nadelstößer in dem zur Bildung des Beutels vorgesehenen Nadelbogen mit allen diesen Füßen möglich ist, und daß die Füße (5B, 5C, Fig. 7) der Nadelstößer auf den anderen Niveaus in kleineren sowohl gegeneinander als auch in Bezug auf den von den hohen Füßen auf dem ersten Niveau gebildeten Bogen versetzt sind (Fig. 7 und 10).
  5. 5. Rundstrickmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Austriebsteile (14, 16, 18) fest angeordnet sind und daß die Füße auf den weiteren Niveaus gleiche Höhe haben (Fig. 7).
  6. 6. Rundstrickmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Austriebsteile (14, 16, 18) so ausgebildet sind, daß sie vor Beginn der Herstellung des Beutels radial in zwei Positionen verschiebbar sind, und daß die für die Herstellung des Beutels bestimmten Füße auf allen Niveaus zwei Höhen haben, derart, daß zwei Funktionsarten erzielbar sind (Fig. 9).
  7. 7. Rundstrickmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das schaltbare Schloßteil (20) auf die Füße (5A) des ersten Niveaus einwirkt.






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