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Dokumentenidentifikation DE4020301C2 20.06.1991
Titel Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden für eine Hochgeschwindigkeits-Webmaschine
Anmelder Nuovopignone - Industrie Meccaniche e Fonderia S.p.A., Florenz/Firenze, IT
Erfinder Corain, Luciano;
Maitan, Gianni, Vicenza, IT;
Corazzola, Luigi, Trento, IT
Vertreter Zumstein, F., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Klingseisen, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 26.06.1990
DE-Aktenzeichen 4020301
Offenlegungstag 10.01.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.06.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.06.1991
IPC-Hauptklasse D03D 47/38

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden für eine Hochgeschwindigkeits-Webmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es sind verschiedene Arten von Vorrichtungen zum Wählen und Anbieten der Schußfäden bereits bekannt.

Bei einer dieser bekannten Vorrichtungen (DE-AS 24 18 989) ist eine Gruppe von Nadeln durch deren Ösen die Schußfäden laufen, an Betätigungshebeln angelenkt, die durch eine Rückstellfeder in die Hubgrenzstellung gedrückt werden und durch daran angelenkte Wähler verschwenkt werden. Die Wähler, die durch Rückstellfedern gegen Fühlernadeln des Schußfadenwählmechanismus gedrückt werden, können durch einen querverlaufenden Schwingarm verschoben werden, der von einem L-förmigen, nockengesteuerten Hebel gehalten ist, der gegen eine Nockenscheibe über eine Rückstellfeder gedrückt wird und mit Ansätzen zusammenarbeitet, die an den Wählern vorgesehen sind. Ein weiterer querverlaufender Arm ist am Ende eines weiteren, gleichfalls nockengesteuerten und von einer Feder zurückgeführten Hebels vorgesehen, um gleichzeitig alle Wähler bei jedem Wählzyklus anzuheben.

Bei Vorliegen eines Loches in einem perforierten Band tritt die zugehörige Fühlernadel in das Loch ein, wodurch der jeweilige Wähler in den Bereich des schwingenden Armes gelangt. Ein derartiges Eingreifen führt zu einem Verschwenken des Wählers und folglich des Betätigungshebels und somit zu einer Verschiebung der zugehörigen Schußfadennadel, die so den gewählten Schußfaden dem Schußfadeneintragsorgan anbietet.

Ein derartiger Aufbau hat jedoch mehrere mechanische Mängel, insbesondere aufgrund des Schußfadenwählmechanismus, der mit seinen Fühlernadeln eine geringe Genauigkeit bei hoher Geschwindigkeit hat und darüber hinaus extrem empfindlich auf Staub, Feuchtigkeit und alle Änderungen in den Luftverhältnissen reagiert, die zu seinem Blockieren führen können. Der Wählmechanismus mit seinen sich bewegenden Massen ist darüber hinaus einem erheblichen Verschleiß unterworfen und hat somit nur eine kurze Lebensdauer.

Durch die Erfindung sollen diese Mängel beseitigt werden und soll somit eine Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden für eine Webmaschine geschaffen werden, die ohne Fühlernadeln auskommt und nur geringe, sich bewegende Massen aufweist.

Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 beschriebene Erfindung gelöst.

Die Vorrichtung enthält damit nicht nur keine beweglichen Elemente, wie Nadeln, die in Durchtrittslöcher eindringen, sondern auch geringere bewegliche Massen, da bei jedem Zyklus das einzige bewegte Element das gewählte ist, während alle anderen Elemente in Ruhe bleiben. Entsprechend werden die Anzahl und die Energie der Stöße, und daher der Verschleiß der verschiedenen Bauelemente verringert. Andererseits ist auch die benötigte Energie sehr klein, da nur das Magnetfeld des gewählten magnetischen Elementes zum Verschwinden gebracht werden muß.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Anspruch 2 beschrieben.

In diesem Fall ist es nicht mehr notwendig, daß der elektische Strom den genauen Wert hat, der benötigt wird, um das Magnetfeld zum Verschwinden zu bringen, das vom Permanentmagneten erzeugt wird. Die Größe des elektrischen Stromes kann vielmehr weiter insofern herabgesetzt werden, als bereits ein extrem kleines elektromagnetisches Feld ausreicht, den magnetischen Anker der Schieber abzustoßen.

Im folgenden wird anhand der Zeichnung ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung näher beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht der linken Seite einer Webmaschine mit einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden,

Fig. 2 eine vergrößerte seitliche Schnittansicht der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung während der Anfangsphase des Wählzyklus, wobei alle Schußfadennadeln in ihrer angehobenen Lage sind,

Fig. 3 eine Fig. 2 entsprechende Ansicht während des Wählens und Anbietens einer Nadel, und

Fig. 4 eine Fig. 3 entsprechende Ansicht am Ende des Wählzyklus, wenn die gewählte Nadel in ihre Ruhelage zurückgeführt ist und der zugehörige Wähler durch den Hebearm angehoben ist.

In der Zeichnung sind ortsfeste Spulen 1 schematisch dargestellt, von denen die Schußfäden 2 abgezogen werden, die durch die Ösen 3 von Schußfadennadeln 4, 4i, 4ii, . . . 4vii der Vorrichtung 5 zum Wählen und Anbieten der Schußfäden laufen und gegen die Gewebekante 6 des Stoffes 7 bewegbar sind. Wenn der Schußfaden 2i angeboten wird, da eine Nadel 4 vor dem Fadeneintragorgan 8 in Fig. 1 abgesenkt wird, dann wird dieser ergriffen und durch die Bewegung des Fadeneintragorgans 8 entlang der Weblade 9 der Webmaschine in Eintragsrichtung 10 gezogen und in das offene Webfach eingetragen, das von den Kettfäden 11 und 12 gebildet wird. Der Schußfaden wird danach durch das Webblatt 13 an die Anschlagkante 14 des Stoffes 7 angeschlagen.

Die Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden 5 ist am Brustbaum 15 der Webmaschine links befestigt und umfaßt ein Gehäuse 16, in dem ein nach innen vorstehender Anschlag 17 für eine Gruppe von Betätigungshebeln 18, 18i, . . . 18vii vorgesehen ist. In Fig. 3 sind nur zwei dieser Hebel dargestellt, die restlichen sechs Hebel werden vom Hebel 18i überlappt. Die Hebel 18, 18i, . . . 18vii, die an der Schwenkachse 19 angelenkt sind, die vom Gehäuse 16 gehalten wird, werden durch Federn 20, 20i, . . . 20vii gegen den Anschlag 17 gedrückt, wobei in der Zeichnung nur die erste Feder dargestellt ist. An den Hebeln 18, 18i, . . . 18vii sind über Drehzapfen 21, 21i, . . . 21vii die Nadeln 4, 4i, . . . 4vii angelenkt, die in ihrer Absenkbewegung durch eine Führung 22 geführt sind, die fest am Gehäuse 16 angebracht ist.

Die Wähler 24, 24i, . . . 24vii sind an den Betätigungshebeln 18, . . . 18vii über Drehzapfen 23 angelenkt. Die Wähler 24, 24i, . . . 24vii werden durch Federn 25 nach unten gezogen, die zwischen einem Ende eines Wählers und einem Bolzen 26 wirken, der an dem Betätigungshebel angebracht ist, wobei jeder Wähler 24 mit einer Schulter 27, 27i, . . . 27vii versehen ist, die mit einem querverlaufenden Schwingarm 28 zusammenarbeitet, der von einem L- förmigen Hebel 29 gehalten ist. Der Hebel 29 ist bei 30 angelenkt und durch eine Feder 31 in Kontakt mit einer Kurvenscheibe 32 gehalten, die von einer Antriebswelle 33 angetrieben wird, die auch die Schneideinrichtung 34 der Webmaschine betätigt.

Auf dem freien Ende 35 des Wählers 24, . . . 24vii gleitet ein Schieber 36, 36i, . . . 36vii, der von einer Führung 37 geführt ist und mit einem daran angelenkten Eisenanker 38, 38i, . . . 38vii versehen ist. Der Schieber arbeitet mit einem querverlaufenden Hebearm 39 zusammen, der am Ende eines Hebels 40 bei 41 angelenkt ist und durch eine Feder 42 an eine zweite Kurvenscheibe 43 einer Antriebswelle 33 gedrückt wird. Die Schieber 36, 36i, . . . 36vii sind mit Permanentmagneten 44, 44i, . . . 44vii versehen, die eine Wicklung 45 aufweisen, deren Entmagnetisierungsschaltkreis 46 über einen Schalter 47 geschlossen werden kann, der von einem elektronischen Programm gesteuert wird.

Das oben beschriebene Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung arbeitet in der folgenden Weise.

Am Anfang des Wählzyklus sind alle Schalter 47 geöffnet und alle Schieber 36, . . . 36vii durch den querverlaufenden Hebearm 39 aufgrund der Wirkung der Kurvenscheibe 43 angehoben, wobei ihre Eisenanker 38, 38i, . . . 38vii magnetisch an den zugehörigen Permanentmagneten 44i, . . . 44vii festgehalten sind, und somit die Wähler 24, . . . 24vii außerhalb des Schwingbereiches des schwingenden Querarmes 28 gehalten sind, wie es in Fig. 2 dargestellt ist.

Wenn beispielsweise die Nadel 4 gewählt ist, schließt das elektronische Programm den Schalter 47, was auf Grund der dann erfolgenden Entmagnetisierung des Magneten 44 den Schieber 36 freigibt, der unter der Wirkung der Feder 25 sich zusammen mit dem Wähler 24 nach unten bewegt. Dieser tritt in den Arbeitsbereich des Querarmes 28 ein, der durch Verschwenken von seiner in unterbrochenen Linien 29 in Fig. 3 dargestellten Lage in die durch ausgezogene Linien 48 dargestellte Lage den Wähler durch Einwirken auf die Schulter 27 nach rechts verschiebt. Das führt dazu, daß sich der Betätigungshebel 18 im Uhrzeigersinn dreht und die Nadel 4 abgesenkt wird.

Danach erfolgt die Endphase des Wählzyklus. Aufgrund der Wirkung der Kurvenscheibe 32 und der Feder 31 kehrt der Querarm 28 zusammen mit dem Hebel 18 und zusammen mit der Nadel 4 durch Zug der Feder 20 nach hinten zurück, wonach der Wähler 24 und der Schieber 36 durch den querverlaufenden Hebearm 39 angehoben werden (Fig. 4). Der Schalter 47 wird geöffnet, wodurch die Ausgangsverhältnisse wieder hergestellt sind, die in Fig. 2 dargestellt sind.

Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die Arbeitsweise nicht wesentlich anders ist, sind die Anker 38, 38i, . . . 38vii der Schieber 36, 36i, . . . 36vii magnetisch. Im Gegensatz dazu sind die Permanentmagnete 44, 44i, . . . 44vii Elektromagnete, deren Erregungsschaltkreise 46 dazu benutzt werden, ein magnetisches Feld mit einer Polarität zu erzeugen, das der Polarität der magnetischen Anker entgegengesetzt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Wählen und Anbieten der Schußfäden für eine Hochgeschwindigkeitswebmaschine, mit einer Gruppe von Schußfadennadeln, durch deren Ösen die Schußfäden laufen und die an Betätigungshebeln angelenkt sind, die durch Wähler verschwenkt werden, die elastisch gegen einen Schußfadenwählmechanismus gedrückt werden und ihre Bewegung von einem Schwingelement erfahren, wobei ein weiteres Element vorgesehen ist, um gleichzeitig alle Wähler bei jedem Wählzyklus anzuheben, dadurch gekennzeichnet, daß der Schußfadenwählmechanismus aus Schiebern (36) besteht, die mit einem Eisenanker (38) versehen sind, entlang dem freien Ende jedes Wählers (24) gleiten und mit Permanentmagneten (44) zusammenarbeiten, die mit Wicklungen (45) versehen sind, wobei die Schieber (36) mit dem Permanentmagneten (44) durch einen querverlaufenden Hebearm (39) in Kontakt gebracht und magnetisch in der angehobenen Lage gehalten werden und das Wählen und somit das Absenken eines Wählers (24) dadurch erfolgt, daß das magnetische Feld des entsprechenden Permanentmagneten (44) zum Verschwinden gebracht wird, indem die Wicklung (45) durch elektrischen Strom einer genauen Stromstärke und bestimmter Richtung erregt wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schieber (36) mit einem magnetischen Anker (38) versehen sind und mit einer Gruppe von Elektromagneten zusammenarbeiten, wobei das Auswählen und somit das Absenken eines Wählers (24) durch eine magnetische Abstoßung erreicht wird, indem mit dem Elektromagneten ein magnetisches Feld erzeugt wird, dessen Polarität der Polarität des magnetischen Ankers (38) entgegengesetzt ist.






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