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Dokumentenidentifikation DE4036353A1 27.06.1991
Titel Spinn- oder Zwirnspindel mit einem Spindelschaft
Anmelder Stahlecker, Fritz, 7347 Bad Überkingen, DE;
Stahlecker, Hans, 7334 Süßen, DE
Vertreter Wilhelm, H., Dr.-Ing.; Dauster, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 15.11.1990
DE-Aktenzeichen 4036353
Offenlegungstag 27.06.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.06.1991
IPC-Hauptklasse D01H 7/10
Zusammenfassung Bei einer Spinn- oder Zwirnspindel mit einem Spindelschaft, der mittels eines Halslagers und eines Fußlagers in einem Spindellagergehäuse gelagert ist, wird vorgesehen, daß das Spindellagergehäuse mit einem hülsenartigen Gehäuse umgeben ist, das mit dem Boden des Spindellagergehäuses über ein elastisches Verbindungselement verbunden ist, das eine Diskontinuitätsstelle für Körperschallfluß bildet. Ferner wird vorgesehen, daß der Zwischenraum zwischen dem Spindellagergehäuse und dem äußeren Gehäuse zu wenigstens 2/3 der Höhe des Spindellagergehäuses mit einem zähflüssigen Medium gefüllt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spinn- oder Zwirnspindel mit einem Spindelschaft, der mittels eines Halslagers und eines Fußlagers in einem Spindellagergehäuse gelagert ist, für das eine im Bereich des Fußlagers angreifende, im wesentlichen radial zur Spindelachse federelastisch nachgiebige Halterung vorgesehen ist.

Bei einer bekannten Spinn- oder Zwirnspindel der eingangs genannten Art (EP-A 02 09 799) besteht die Halterung aus einer an dem Spindellagergehäuse im Bereich des Fußlagers angebrachten Hülse und einer in axialem Abstand dazu angeordneten, das Spindellagergehäuse mit Abstand umgebenden Hülse, die zur Befestigung an einer Spindelbank dient. Zwischen den beiden Hülsen ist ein Kranz von axial verlaufenden, in gleichmäßigem Abstand angeordneten Biegefederstäben vorgesehen. Dadurch soll erreicht werden, daß sich das Spindellagergehäuse bezüglich der Spindelachse nur radial auslenken läßt.

Um die Laufgeräusche von Spinn- oder Zwirnspindeln der eingangs genannten Art zu verringern, wird nach einer älteren, nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung (P 39 38 255.9) vorgesehen, daß zwischen dem Spindellagergehäuse und einem das Spindellagergehäuse mit Abstand umgebenden Gehäuse ein Verbindungselement im Bereich des Fußlagers angeordnet ist, welches als eine Diskontinuitätsstelle für Körperschallfluß ausgebildet ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spinn- oder Zwirnspindel der eingangs genannten Art so auszubilden, daß eine Verringerung der Luftgeräusche erhalten wird.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen dem Spindellagergehäuse und einem dieses mit Abstand umgebenden hülsenartigen Gehäuse, das an einer Spindelbank anbringbar ist, ein federelastisches Verbindungselement angeordnet ist, das eine Diskontinuitätsstelle für Körperschallfluß bildet, und daß der Zwischenraum zwischen Gehäuse und Spindellagergehäuse zu wenigstens zwei Dritteln der Höhe des Spindellagergehäuses mit einem Medium gefüllt ist, das in einem Temperaturbereich von etwa 20°C bis 60°C zähflüssig ist.

Die Erfindung geht zunächst von der Erkenntnis aus, daß die wesentliche Ursache für die Laufgeräusche in dem üblicherweise Wälzkörper enthaltenden Halslager liegt. Auch wenn das Halslager eine hohe Formgenauigkeit aufweist und nur ein geringes Spiel im Bereich des Halslagers vorhanden ist, lassen sich kleine Abweichungen der Lauffläche nicht vermeiden. Diese führen dazu, daß die Wälzkörper und damit auch das Spindellagergehäuse in Schwingungen versetzt werden. Diese Schwingungen werden dann in einem sogenannten Körperschallfluß auf andere Maschinenelemente übertragen, die größere schwingfähige Oberflächen aufweisen und entsprechend die Geräuschbildung erhöhen. Durch die Diskontinuitätsstelle wird erreicht, daß der Körperschallfluß in diesem Bereich wesentlich reduziert wird, so daß Schwingungen des Spindellagergehäuses nur in wesentlich reduziertem Maß auf andere Maschinenelemente und insbesondere auf die Spindelbank übertragen werden. Die Laufgeräusche werden somit im wesentlichen auf das Spindellagergehäuse als Geräuschquelle reduziert. Dabei wirkt das hülsenartige Gehäuse, das das Spindellagergehäuse umgibt, als eine Abschirmung. Die zusätzliche Füllung des Zwischenraums zwischen Spindellagergehäuse und Gehäuse mit einem zähflüssigen Medium führt weiter dazu, daß die Schwingungen des Spindellagergehäuses gedämpft werden, so daß eine weitere Geräuschreduzierung erhalten wird.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß das Spindellagergehäuse eine gegenüber dem äußeren Gehäuse geringere Masse aufweist. Dadurch wird erreicht, daß das Spindellagergehäuse und das äußere Gehäuse nicht mit den gleichen Frequenzen schwingen, so daß die ohnehin durch das zwischengefügte Medium gedämpften Schwingungen des Spindellagergehäuses auch nicht zu erregten Schwingungen des äußeren Gehäuses führen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform und den Unteransprüchen.

Die Zeichnung zeigt einen axialen Schnitt durch eine Spinnoder Zwirnspindel, die über ein das Spindellagergehäuse mit Abstand umgebendes äußeres Gehäuse an einer Spindelbank befestigt ist.

Die Spinn- oder Zwirnspindel (1) enthält einen mit dem Spindeloberteil drehfest verbundenen Spindelschaft (2), der in einem Spindellagergehäuse (3) mittels eines Halslagers (4) und eines Fußlagers (5) gelagert ist. Das Fußlager (5) weist eine mittels einer Zentrierhülse (8) gehaltene Lagerhülse auf. Die Zentrierhülse (8) ist mittels einer Dämpfungsspirale (9) radial gehalten, die sich gegen eine Bodenplatte (10) in axialer Richtung abstützt. Das Fußlager (5) enthält weiter einen Spurlagerbolzen (6), auf dem sich das Ende des Spindelschaftes (2) abstützt.

Das Halslager (4) ist in nicht näher dargestellter Weise als ein Rollenlager ausgebildet, dessen Rollenkörper auf dem Spindelschaft (2) laufen und außen mit einem Außenring geführt sind.

Das Spindellagergehäuse (3) ist in axialer Richtung über seinen Boden (23) hinaus mit einem bolzenartigen Ansatz (12) verlängert, der eine Einschnürung bildet, d. h. der einen wesentlich geringeren Querschnitt als das Spindellagergehäuse (3) aufweist. Der bolzenartige Ansatz (12) geht in einen zylindrischen, verbreiterten Fortsatz (13) über, der in ein hülsenartiges, äußeres Gehäuse (14) eingepreßt ist. Im Bereich dieses Fortsatzes (13) ist ein Dichtungsring (15) vorgesehen.

Das hülsenartige Gehäuse (14), das eine wesentlich größere Wandstärke als das Spindellagergehäuse (3) aufweist, erstreckt sich nach oben bis zu dem Bereich eines Wirtels (7), der mit dem Spindelschaft (2) fest verbunden ist und der in dem Bereich des Halslagers (4) liegt. Über den Wirtel (7) erfolgt ein Antrieb des Spindelschaftes (2) mittels eines nicht dargestellten Tangentialriemens o. dgl.

An dem Spindellagergehäuse (3) ist ein Deckel (22) in Form eines Ringes angebracht, der das obere Ende des äußeren Gehäuses (14) übergreift.

Das äußere Gehäuse (14) ist im Bereich seines oberen Endes an einer Spindelbank (20) befestigt. Es ist mit einem Außengewinde (16) versehen und durch eine Bohrung der Spindelbank (20) gesteckt. Beidseits der Spindelbank (20) sind Ringe (17, 18) angeordnet, die in ihren einander gegenüberliegenden Flächen einen geringen Planschlag aufweisen, so daß durch ein gegenseitiges Verdrehen dieser Ringe (17, 18) die Winkellage des äußeren Gehäuses (14) und damit des Spindellagergehäuses (3) mit dem Spindelschaft (2) justierbar ist. Das äußere Gehäuse (14) wird mittels einer auf das Außengewinde (16) aufgeschraubten Mutter (19) gehalten.

Der bolzenartige Ansatz (12) des Spindellagergehäuses (3) bildet eine Diskontinuitätsstelle (11) für Körperschall, so daß der Körperschallfluß von dem Spindellagergehäuse (3) zu dem äußeren Gehäuse (14) und damit zu der Spindelbank (20) weitgehend unterbrochen oder zumindest stark reduziert ist. Außerdem erlaubt der Ansatz (12) eine elastische Verformung, die um eine imaginäre Kippachse im Bereich der Einschnürung stattfindet, so daß das Spindellagergehäuse (3) im Bereich des Halslagers (4) und damit auch im Bereich des Wirtels (7) im wesentlichen in radialer Richtung federelastisch nachgiebig ist. Auf diese Weise sind die von dem Halslager (4) herrührenden Laufgeräusche im wesentlichen auf den von dem Spindellagergehäuse (3) abgestrahlten Lärm beschränkt, der weitgehend noch von dem Außengehäuse (14) abgeschirmt wird.

Eine weitere Lärmverminderung wird dadurch erhalten, daß der Raum (21) zwischen dem Spindellagergehäuse (3) und dem dieses mit Abstand umgebenden äußeren Gehäuses (14) mit einem Medium gefüllt ist, das bei den normalen Betriebstemperaturen zähflüssig ist. Die normalen Betriebstemperaturen liegen in einem Bereich von 20°C bis 60°C. Dabei wird der Raum (21) so weit gefüllt, daß wenigstens etwa 2/3 der Höhe des Spindellagergehäuses (3) von diesem Medium abgedeckt sind. Um ein Austreten des Mediums aus dem Raum (21) zu verhindern, kann bei einer abgewandelten Ausführungsform zusätzlich vorgesehen werden, daß in dem oberen Bereich zwischen dem Spindellagergehäuse (3) und dem äußeren Gehäuse (14) ein Dichtungsring aus gummielastischem Material vorgesehen wird. Dadurch ist es dann möglich, den Raum (21) praktisch über die ganze Höhe mit dem zähflüssigen Medium zu befüllen. Als geeignetes, bei den Betriebstemperaturen zähflüssiges Medium dienen Fette oder Harze, die in diesem Temperaturbereich zähflüssig sind. Ein weiteres Auswahlkriterium für das Medium ist, daß dieses eine relativ hohe Benetzungsfähigkeit aufweist, d. h. das Entstehen von Hohlräumen weitgehend vermeidet.


Anspruch[de]
  1. 1. Spinn- oder Zwirnspindel mit einem Spindelschaft, der mittels eines Halslagers und eines Fußlagers in einem Spindellagergehäuse gelagert ist, für das eine im Bereich des Fußlagers angreifende, im wesentlichen radial zur Spindelachse federelastisch nachgiebige Halterung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Spindellagergehäuse (3) und einem dieses mit Abstand umgebenden, hülsenartigen Gehäuse (14), das an eine Spindelbank (20) anbringbar ist, ein federelastisches Verbindungselement (12) angeordnet ist, das eine Diskontinuitätsstelle (11) für Körperschallfluß bildet, und daß der Zwischenraum (21) zwischen Gehäuse (14) und Spindellagergehäuse (3) zu wenigstens 2/3 der Höhe des Spindellagergehäuses (3) mit einem Medium gefüllt ist, das in einem Temperaturbereich von 20°C bis 60°C zähflüssig ist.
  2. 2. Spinn- oder Zwirnspindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (23) des Spindellagergehäuses (3) mit einem Bolzen (12) verlängert ist, der einen geringeren Querschnitt als das Spindellagergehäuse (3) aufweist und über den das Spindellagergehäuse (3) mit dem Gehäuse (14) verbunden ist.
  3. 3. Spinn- oder Zwirnspindel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (12) eine lokale Einschnürung aufweist.
  4. 4. Spinn- oder Zwirnspindel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Spindellagergehäuse (3) eine gegenüber dem äußeren Gehäuse (14) geringere Masse aufweist.
  5. 5. Spinn- oder Zwirnspindel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenraum (21) zwischen dem äußeren Gehäuse (14) und dem Spindellagergehäuse (3) im Bereich des oberen Endes des Gehäuses (14) abgeschlossen ist.






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