PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4108836A1 19.09.1991
Titel Fadenzuführvorrichtung
Anmelder Murata Kikai K.K., Kyoto, JP
Erfinder Matsui, Isamu;
Akiyama, Yasuo, Kyoto, JP
Vertreter Liedl, G., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 18.03.1991
DE-Aktenzeichen 4108836
Offenlegungstag 19.09.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.1991
IPC-Hauptklasse D03D 47/34
Zusammenfassung Fadenzuführvorrichtung insbesondere für Webmaschinen zur Untersuchung einer Tendenz von Schußfadenbrüchen mit einer Einrichtung zur Messung des Wicklungsdurchmessers einer Schußfadenzulieferspule und einer Spannungsmeßeinrichtung zum Erfassen eines Schußfadenbruches, wobei der Wicklungsdurchmesser in mehrere Abschnitte geteilt wird und die Anzahl der von der Spannungsmeßeinrichtung erfaßten Schußfadenbrüche pro Abschnitt festgehalten wird. Weiter ist eine Fadenabzieheinrichtung für die Schußfadenzulieferspule vorgesehen, die in Reaktion auf eine Veränderung der Abziehspannung, die durch eine Verringerung des Wicklungsdurchmessers entsteht, eine geeignete Spannung einstellen kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenzuführvorrichtung insbesondere für Webmaschinen, mit einer Einrichtung zur Überwachung von Schußfadenbrüchen und einer Fadenabzieheinrichtung für eine Spule im Schußfadenzuführbereich einer schützenlosen Wasserstrahl- oder Luftstrahlwebmaschine.

In einer schützenlosen Webmaschine wird der Schußfaden zugeführt, indem ein von einer Zulieferspule abgezogener Schußfaden einer Wasser- oder Luftstrahldüse zugeführt wird und der Faden mit einem Wasser- oder Luftstrahl in die Fachöffnung der Kette eingeführt wird.

Eine derartige schützenlose Webmaschine ist nicht mit Einrichtungen zum Feststellen der Bruchursache bei einem Bruch des zuzuführenden Schußfadens ausgerüstet.

Da die herkömmliche schützenlose Webmaschine nicht mit Einrichtungen zur genaueren Untersuchung der Ursache eines Schußfadenbruches während der Fadenzufuhr ausgerüstet ist, entsteht das Problem, daß nicht erkennbar ist, aus welchem Grund der Bruch entsteht und daß darüber hinaus keine Maßnahmen dagegen unternommen werden können.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fadenzuführvorrichtung insbesondere für Webmaschinen aufzuzeigen, mit einer Überwachungseinrichtung für den Bruch von Schußfäden in einer Webmaschine, die die Tendenz von Schußfadenbrüchen untersuchen kann, d. h. mit anderen Worten, die Daten erfassen kann, auf deren Basis Maßnahmen zur Verhinderung der Schußfadenbrüche unternommen werden. Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Fadenabzieheinrichtung für Fadenspulen vorgesehen, die eine angemessene Fadenspannung unter Berücksichtigung einer Veränderung der Fadenabziehspannung, die aufgrund des sich verändernden Durchmessers der Wicklung auftritt, aufrechterhält.

Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus den Patentansprüchen.

Zur Lösung der Aufgabe enthält eine erfindungsgemäße Fadenzuführvorrichtung eine Fadenüberwachungseinrichtung insbesondere für Schußfäden einer Webmaschine mit einer Einrichtung zur direkten oder indirekten Messung des Wicklungsdurchmessers einer Schußfadenzulieferspule sowie eine Spannungsmeßeinrichtung zum Erfassen eines Schußfadenbruches, wobei der Wicklungsdurchmesser der Schußfadenzulieferspule in mehrere Abschnitte bzw. Elemente unterteilt ist und die Anzahl der mittels der Spannungsmeßeinrichtung erfaßten Schußfadenbrüche pro Abschnitt bzw. Element erfaßt und gezählt wird.

Tritt in der so aufgebauten Schußfadenüberwachungseinrichtung ein Schußfadenbruch auf, so wird dieser Bruch von der Spannungsmeßeinrichtung erfaßt und die Anzahl der Brucherfassungen wird für jeden Abschnitt des Wicklungsdurchmessers der Schußfadenzulieferspule gezählt.

Des weiteren umfaßt die Erfindung eine Einrichtung zur Abschnitt- bzw. Elementüberwachung zur kontinuierlichen Überwachung von Abschnitten bzw. Elementen, die eine Veränderung der Abziehspannung repräsentieren, sowie eine Ballonlängensteuereinrichtung zur Einstellung der Fadenballonlänge, um diese Spannung anhand der von der Elementüberwachungseinrichtung erhaltenen Informationen zu minimieren.

In der vorstehend beschriebenen Anordnung erfaßt die Abschnitt- bzw. Elementüberwachungseinrichtung den Wicklungsdurchmesser einer Zulieferspule oder die Fadenspannung, was die Eingabe des erfaßten Wertes in die Steuereinrichtung für die Ballonlänge erlaubt. Diese Steuereinrichtung erhöht oder vermindert die Ballonlänge, um die kleinstmögliche Abziehspannung unter Berücksichtigung des erfaßten Wertes zu erzeugen.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Vorderansicht einer Einrichtung zur Aufzeichnung der Beziehung zwischen dem Durchmesser einer Schußfadenzulieferspule und einem Fadenbruch;

Fig. 2 eine Vorderansicht einer Einrichtung, in der das Gewicht einer Schußfadenzulieferspule gemessen wird und das Meßergebnis in den Durchmesser der Schußfadenzulieferspule umgerechnet wird, worauf die Beziehung zwischen diesem und der Anzahl der aufgetretenen Schußfadenbrüche untersucht wird;

Fig. 3 die Vorderansicht einer Einrichtung, bei der die Abziehzeit einer Schußfadenzulieferspule gemessen wird, das Meßergebnis in den Durchmesser der Schußfadenspule umgerechnet wird und die Beziehung zwischen diesem und der Anzahl der aufgetretenen Schußfadenbrüche untersucht wird;

Fig. 4 eine Darstellung der Beziehung zwischen der Anzahl der Schußfadenbrüche und dem Durchmesser der Schußfadenzulieferspule;

Fig. 5 eine Darstellung der Beziehung zwischen dem Gewicht einer Schußfadenspule und dem Wicklungsdurchmesser;

Fig. 6 eine Seitenansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Fadenabzieheinrichtung für eine Spule;

Fig. 7 eine Darstellung der Beziehung zwischen dem Wicklungsdurchmesser einer Spule und der optimalen Ballonlänge zur Erläuterung des Betriebs der Vorrichtung; und

Fig. 8 die Seitenansicht einer herkömmlichen Fadenabzieheinrichtung für eine Fadenspule.

Nachfolgend sind drei Ausführungsformen der Schußfadenüberwachungseinrichtung für Webmaschinen beschrieben.

1.) Unter Bezug auf Fig. 1 wird eine Einrichtung zur Aufzeichnung der Beziehung zwischen dem Durchmesser der Schußfadenspule und Fadenbrüchen erläutert.

Eine Schußfadenzulieferspule P ist auf einen Zapfen 2 aufgesteckt, der an einem Spulengatter bzw. Tragarm 1 befestigt ist. Ein von der Spule P abgezogener Schußfaden Y läuft durch eine Fadenführung G, eine Greifeinrichtung und eine Wasser- oder Luftstrahldüse, die nicht dargestellt sind, und wird aus der Strahldüse in die Fachöffnung der Kettfäden eingetragen. Der eingetragene Schußfaden Y wird am gegenüberliegenden Ende von einer Schneideinrichtung abgeschnitten, so daß ein Gewebe mit vorgegebener Breite entsteht.

Unmittelbar hinter der Fadenführung G ist eine Spannungsmeßeinrichtung 3 angeordnet, um einen Bruch des Schußfadens Y zu erfassen.

Am Zapfen 2 ist ein Photosensor 4 zur Erfassung des Wicklungsdurchmessers angeordnet. Der Photosensor 4 umfaßt mehrere Halbleitersysteme oder photoleitfähige Elemente, die radial zur Spule P angeordnet sind. Von jedem Element wird auf die Stirnseite der Spule P Licht gestrahlt und jedes Element empfängt das von der Spulenstirnseite reflektierte Licht. In Fig. 1 sind acht Elemente vorgesehen, und das vom obersten Element ausgestrahlte Licht trifft nicht auf die Stirnseite der Spule P auf, sondern wird unreflektiert weitergestrahlt, wohingegen die von den anderen Elementen ausgestrahlten Lichtstrahlen auf die Stirnseite der Spule P auftreffen und so die Elemente das von der Stirnseite reflektierte Licht empfangen können. Dadurch wird elektrisch erfaßt, daß der Durchmesser bzw. der Radius der Spule P sieben Elementen entspricht.

Weiterhin wird elektrisch die Anzahl der von der Spannungsmeßeinrichtung 3 erfaßten Schußfadenbrüche in Verbindung mit der Anzahl der reflektiertes Licht empfangenden Elemente gezählt.

Dies ist in Fig. 4 graphisch dargestellt, wobei die Graphik automatisch erstellt wird.

2.) Diese Ausführungsform der Vorrichtung wird unter Bezug auf Fig. 2 erläutert. Hier wird das Gewicht der Schußfadenzulieferspule gemessen, das Meßergebnis in einen Durchmesserwert der Spule umgerechnet und die Beziehung zwischen diesem und der Anzahl der Schußfadenbrüche untersucht.

Den in Fig. 1 gezeigten Teilen entsprechende Teile sind mit denselben Bezugszeichen bezeichnet. Auf eine erneute Erläuterung dieser Teile wird verzichtet.

Über eine Halterung ist am Tragarm 1 eine Lastmeßdose 5 befestigt. Die am Zapfen 2 gehalterte Spule P ist auf die Lastmeßdose 5 gesetzt.

Die Lastmeßdose 5 ist so ausgelegt, daß bei Anlegen einer Last in einem Dehnungsmeßgerät eine der Last entsprechende Dehnung erzeugt wird und ein elektrischer Widerstand verändert wird, womit ein durch diesen fließender Strom variiert wird, und so die Last gemessen bzw. erfaßt wird.

Der dem Gewicht der Spule P entsprechende Bereich der Stromänderung der Lastmeßdose 5 wird beispielsweise durch acht geteilt und die Anzahl der durch die Spannungsmeßeinrichtung 3 erfaßten Schußfadenbrüche, die den jeweiligen Stromteilbereichen entsprechen, wird elektrisch gezählt.

In Fig. 5 ist die Beziehung zwischen dem Gewicht der Fadenzulieferspule P und dem Durchmesser der Wicklung dargestellt. Diese wird umgerechnet und die Beziehung zwischen der Anzahl der Fadenbrüche und dem Durchmesser der Zulieferspule wird graphisch dargestellt und automatisch wie in Fig. 4 gezeigt festgehalten.

3.) Die Einrichtung in dieser Ausführungsform wird unter Bezug auf Fig. 3 erläutert, wobei die Abziehzeitdauer des Schußfadens von der Zulieferspule gemessen wird, das Meßergebnis in den Durchmesser der Zulieferspule umgerechnet wird und die Beziehung zwischen diesem und der Anzahl der Fadenbrüche untersucht wird.

Teile, die den in Fig. 1 dargestellten Teilen entsprechen, sind mit identischen Bezugszeichen bezeichnet. Auf eine erneute Erläuterung wird verzichtet.

Bezugszeichen 6 bezeichnet eine Zeitmeßeinrichtung zum Erfassen der Abziehzeitdauer des Schußfadens von der Zulieferspule, d. h. der Betriebszeit der Webmaschine. Genauer gesagt ist die Zeitmeßeinrichtung mit der Antriebseinrichtung der Webmaschine verbunden, so daß die Zeitmeßeinrichtung diejenigen Zeiträume, während denen die Webmaschine angehalten ist, nicht erfaßt.

Die von der Zeitmeßeinrichtung 6 erfaßte Zeitdauer wird beispielsweise durch acht geteilt und die Anzahl der von der Spannungsmeßeinrichtung 3 erfaßten Schußfadenbrüche während den jeweiligen Teilzeiträumen wird elektrisch gezählt.

Zwischen der Abziehzeitdauer von der Spule P und dem Wicklungsdurchmesser herrscht eine bestimmte Beziehung. Diese dient als Korrekturfaktor und die Beziehung zwischen der Anzahl der Fadenbrüche und dem Durchmesser der Zulieferspule wird graphisch dargestellt und automatisch festgehalten, wie in Fig. 4 gezeigt.

Nachdem vorstehend drei verschiedene Ausführungsformen beschrieben wurden, wird im folgenden erläutert, wie die Ursache der Schußfadenbrüche anhand der von den Überwachungseinrichtungen erhaltenen Meßresultate ermittelt wird.

Schußfadenbrüche haben in grober Einteilung Ursachen, die in der Webmaschine selbst begründet liegen, die beim Umspulen entstanden sind, und die vor dem Umspulschritt entstanden sind. Tritt der Fadenbruch beispielsweise zufällig ohne Bezug zum Durchmesser der Zulieferspule auf, so wird festgestellt, daß der Fadenbruch von der Webmaschine verursacht wurde. Tritt, wie in Fig. 4 gezeigt, eine Spitze von Fadenbrüchen in der Nähe des größten Durchmessers der Zulieferspule auf, so liegt die Ursache in einem eine Bildwicklung aufweisenden Bereich der Spule. In diesem Fall wird festgestellt, daß die Ursache im Spulautomaten liegt.

Einige dieser Feststellungen beruhen auf Annahmen, die jedoch mit zunehmend größer werdender Datensammlung sicherer werden. Es ist anzumerken, daß, wenn zusätzlich zu diesen Messungen gleichzeitig die Abziehspannung des Schußfadens von der Zulieferspule P gemessen wird, verschiedene andere Ursachen von Schußfadenbrüchen genau untersuchbar sind.

Die Erfindung mit dem vorstehend beschriebenen Aufbau hat die folgenden Auswirkungen.

Die Beziehung zwischen dem Durchmesser der Schußfadenzulieferspule und Schußfadenbrüchen kann durch eine einfache Überwachungseinrichtung untersucht werden. Die Tendenz der Schußfadenbrüche wird sorgfältig untersucht, wodurch erkennbar wird, welche Ursachen die Schußfadenbrüche haben. Somit können auch Maßnahmen gegen diese Ursachen unternommen werden.

Nachfolgend wird eine Einrichtung zur Steuerung der Fadenabziehspannung beim Abziehen eines Fadens von der Zulieferspule, wie in Fig. 1 bis 3 gezeigt, erläutert.

Wie in Fig. 8 gezeigt, ist eine an einer Fadenzuliefervorrichtung für eine Webmaschine oder ähnliches vorgesehene Fadenabzieheinrichtung mit einem Zapfen 102 zum Haltern einer Zulieferspule 101 versehen, deren Achse horizontal verläuft, sowie mit einer Fadenführung 103 zur Führung eines von der Spule 101 abgezogenen Fadens Y, wobei der Faden sukzessive von einer Fadenlage 104 der Spule 101 abgenommen und axial abgezogen wird.

Bei der vorstehend erläuterten herkömmlichen Fadenabzieheinrichtung ist der Abstand von einer abziehseitigen Stirnseite 105 der Zulieferspule 101 (bei konischen Spulen die Stirnseite mit geringerem Durchmesser) zur Fadenführung auf einen experimentell gefundenen Wert, beispielsweise im Bereich von 300-500 mm unter Berücksichtigung der Abziehbarkeit von Kunststoffäden fest eingestellt, d. h. daß die Fadenballonlänge im wesentlichen konstant ist.

Die Fadenspannung zum Abziehzeitpunkt variiert jedoch mit abnehmendem Durchmesser der Zulieferspule 101 und ist nicht immer konstant.

Aus diesem Grund trat in der Vergangenheit das Problem auf, daß beim Fadenabziehen von der Spule 101 mit hoher Geschwindigkeit die Abziehspannung zunimmt und Fadenbrüche entstehen.

Die vierte Ausführungsform der Erfindung wurde unter Berücksichtigung dieser Probleme entwickelt. Diese Ausführungsform umfaßt eine Vorrichtung mit einer Abschnitt- bzw. Elementüberwachungseinrichtung zur kontinuierlichen Überwachung von Abschnitten bzw. Elementen, die eine Veränderung der Abziehspannung repräsentieren bzw. dieser entsprechen, sowie eine Ballonlängensteuereinrichtung zum Einstellen der Fadenballonlänge, um anhand von durch die Elementüberwachungseinrichtung erfaßten Daten die Spannung möglichst gering zu halten.

Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform einer Fadenabzieheinrichtung für eine Spule. In Fig. 6 sind Teile, die denen der bekannten Vorrichtung in Fig. 8 entsprechen, mit demselben Bezugszeichen bezeichnet und werden nicht näher erläutert.

Diese Fadenabzieheinrichtung umfaßt im wesentlichen eine Elementüberwachungseinrichtung 111 zur kontinuierlichen Überwachung von Elementen, denen eine Veränderung der Fadenspannung T entspricht bzw. zuzuordnen ist, und eine Fadenballonlängensteuereinrichtung 112 zur Einstellung einer Fadenballonlänge L, um die Spannung T basierend auf von der Elementüberwachungseinrichtung 111 erhaltenen Daten zu minimieren.

Bei der vorliegenden Ausführungsform wird als ein die Spannungsveränderung darstellendes Element der Wicklungsdurchmesser Φ einer Zulieferspule 101 verwendet und als Elementüberwachungseinrichtung 111 mehrere Photosensoren 113. Die Photosensoren 113 sind an einer länglichen Tragplatte 114 angeordnet, an der der Zapfen 102 gehaltert ist, so daß die Photosensoren 113 nahe gegenüber einer Stirnseite 115 an der Seite der Spule 101 mit größerem Durchmesser radial angeordnet sind, wodurch die Position eines äußeren Randes einer Fadenlage 104 erfaßbar ist, womit der Wicklungsdurchmesser Φ (äußerer Durchmesser) gemessen wird.

Die Steuereinrichtung 112 zur Steuerung der Fadenballonlänge ist unterhalb der Spule an der Stirnseite mit kleinerem Durchmesser angeordnet und umfaßt im wesentlichen eine achsenparallel in Fadenabziehrichtung zur Zulieferspule 101 ausgerichtete Gewindestange 116, einen beweglichen Block 117, der mit dem Gewinde der Gewindestange 116 in Eingriff steht, einen Schrittmotor 118 zum Drehen der Gewindestange 116 und eine Steuereinrichtung 119 zur Steuerung des Schrittmotors 118 in geeigneter Weise. Die Gewindestange 116 ist an ihren Enden in aufrecht auf einer horizontalen Grundplatte 120 stehenden Lagergliedern 121 gehaltert. Ein Ende der Gewindestange 116 ist mit der Motorwelle des Schrittmotors 118 verbunden.

Am beweglichen Block 117 ist die Fadenführung 103 angebracht, so daß durch Drehen der Gewindestange 116 die Fadenführung 103 entlang der Gewindestange 116 bewegt wird. Das heißt, daß die Fadenballonlänge L verändert wird, wenn der Schrittmotor 118 betätigt wird.

Die Steuereinrichtung 119 errechnet eine Fadenballonlänge Lo, die für den aktuellen Wicklungsdurchmesser Φ am geeignetsten ist. Diese Berechnung erfolgt auf der Basis der von den Photosensoren 113 erfaßten Werte, worauf der Schrittmotor 118 in Betrieb gesetzt wird, um die entsprechende Fadenballonlänge Lo einzustellen.

Die Abziehspannung T des Fadens Y ist gewöhnlich bei größerem Durchmesser Φ geringer und bei kleinerem Durchmesser Φ größer. Die Beziehung zwischen der Fadenballonlänge L und der Abziehspannung T ist dergestalt, daß mit zunehmender Ballonlänge L die Spannung T zunimmt und mit abnehmender Ballonlänge L die Fadenspannung T kleiner wird. Wird entsprechend mit geringer werdendem Wicklungsdurchmesser Φ die Ballonlänge L in geeigneter Weise verkürzt, so kann die optimale, d. h. die geringste Abziehspannung To erhalten werden.

Mit anderen Worten besteht zwischen dem Wicklungsdurchmesser der Spule 101 und der optimalen Fadenballonlänge Lo, bei der die Abziehspannung T am kleinsten ist, eine feste Beziehung, die in Fig. 7 dargestellt ist. Diese Beziehung wird in der Steuereinrichtung 119 anhand von experimentell im voraus erhaltenen Daten eingegeben.

Weiter wird bei der vorliegenden Ausführungsform die Beziehung zwischen dem Wicklungsdurchmesser Φ der Spule 101 und der optimalen Ballonlänge Lo für jeden Neigungswinkel R relativ zur Achse der Fadenlagen 104, wie in Fig. 7 dargestellt, erhalten. Bei Berücksichtigung dieses Neigungswinkels R wird bei der konischen Auflaufspule, wie in Fig. 6 dargestellt, mit gleichem Wicklungsdurchmesser Φ bei größerem Neigungswinkel R die optimale Fadenballonlänge Lo kleiner sein.

Darüber hinaus wird bei der Erfindung in Fadenlaufrichtung nach der Fadenführung 103 eine Spannungsmeßeinrichtung 122 angeordnet, so daß die Spannung des abgezogenen Fadens Y direkt gemessen werden kann. Der gemessene Wert wird in die Steuereinrichtung 119 eingegeben, wo er mit einem errechneten Wert verglichen wird. Weicht der Meßwert beträchtlich von diesem ab, so wird dieser Wert als einzelner Punkt zusammen mit dem aktuellen Wicklungsdurchmesser registriert. Dieser einzelne Punkt resultiert vermutlich aus einem Fehler, wie z. B. einer Bildwicklung, die während der Herstellung der Spule 101 am Spulautomaten entstanden ist.

Nachfolgend wird der Betrieb der vorliegenden Ausführungsform erläutert.

Beim Abziehen des Fadens von der Zulieferspule 101 wird zunächst der Neigungswinkel R in die Steuereinrichtung 119 eingegeben, um das entsprechende Verhältnis zwischen dem Wicklungsdurchmesser Φ der Spule 101 und der optimalen Ballonlänge Lo einzustellen. Anschließend wird die Fadenführung 103 in die Position gebracht, durch die die dem vorgegebenen Wicklungsdurchmesser Φ der vollen Spule entsprechende Ausgangsfadenballonlänge L bestimmt ist.

Beim Fadenabziehen wird der Wicklungsdurchmesser Φ der Spule nach und nach geringer, was von den Photosensoren 113 kontinuierlich überwacht wird. Die Photosensoren geben den erfaßten Wert in die Steuereinrichtung 119 ein. Die Steuereinrichtung 119 errechnet die optimale Ballonlänge Lo in Übereinstimmung mit der in Fig. 7 dargestellten Beziehung, und der Schrittmotor 118 wird zum Antrieb der Gewindestange 116 betätigt. Dieses Antreiben der Gewindestange 116 bewegt den beweglichen Block 117 und damit die Fadenführung 103 auf die Zulieferspule 101 zu, wobei die Fadenballonlänge L verringert wird, um immer die optimale Ballonlänge Lo eingestellt zu halten. Somit wird die Fadenabziehspannung T immer am Minimalwert To gehalten.

Mit der Weiterführung des Fadenabziehens wird der gesamte Faden Y von der Zulieferspule 101 abgenommen, eine nächste Zulieferspule 101 wird eingesetzt und die Fadenführung 103 wird so positioniert, daß wiederum die dem Wicklungsdurchmesser Φ entsprechende Ausgangsballonlänge L eingestellt ist. Anschließend wird die Ballonlänge L in gleicher Weise wie vorstehend beschrieben gesteuert.

Wie vorstehend erläutert, sind die Photosensoren 113 zum Erfassen des Wicklungsdurchmessers Φ der Zulieferspule 101 und die Ballonlängensteuereinrichtung 112 zum Bewegen der Fadenführung 103 anhand von durch die Photosensoren erhaltenen Daten vorgesehen. Daher ist mit fortgeschrittenem Fadenabziehprozeß und damit verringertem Wicklungsdurchmesser Φ der Zulieferspule 101 die kleinste Abziehspannung To immer eingehalten, so daß das Auftreten bzw. die Erzeugung von Fadenbrüchen verhindert werden.

Da radial zur Spule viele Photosensoren 113 angeordnet sind, ist eine exakte permanente Fadenballonlängensteuerung möglich.

Da darüber hinaus bei der vorliegenden Ausführungsform die Spannung T des abgezogenen Fadens Y durch die Spannungsmeßeinrichtung 122 erfaßt wird, kann ein Fehler der Zulieferspule 101 anhand der gemessenen Werte gefunden werden, was zur Beseitigung des für den Fehler verantwortlichen Defekts im Produktionsprozeß beiträgt.

Es ist anzumerken, daß mit Erhöhung der Anzahl der in Fig. 6 gezeigten Photosensoren 113 der Wicklungsdurchmesser Φ mit Sicherheit erfaßt werden kann, wodurch eine feinere Steuerung ermöglicht wird.

Weitere Bauelemente zur Veränderung der Abziehspannung und zur Elementüberwachung werden neben den bei dieser Ausführungsform besprochenen in Betracht gezogen. Beispielsweise wird das Spulengewicht als Überwachungskriterium bzw. element ausgewählt und eine Gewichtsmeßeinrichtung wird an der Halterung oder an geeigneter Stelle angebracht, so daß die mit fortschreitendem Abziehprozeß auftretende Gewichtsveränderung in die Steuereinrichtung eingegeben werden kann. In diesem Fall wird das Verhältnis zwischen dem Spulengewicht und der optimalen Ballonlänge oder das Verhältnis zwischen Gewicht und Durchmesser der Spule erfaßt, um indirekt das Verhältnis zur optimalen Ballonlänge festzustellen und in der Steuereinrichtung einzugeben bzw. einzustellen.

Alternativ kann die Zeitspanne vom Beginn des Abziehvorgangs gemessen werden, der Meßwert in die Steuereinrichtung eingegeben werden, wodurch die Ballonlänge anhand der Beziehung zwischen der verstrichenen Zeitspanne und der optimalen Ballonlänge steuerbar ist.

Des weiteren kann die in Fig. 6 gezeigte Spannungsmeßeinrichtung als Mittel zur Elementüberwachung verwendet werden, so daß anhand der Rückmeldung der Meßeinrichtung der gemessene Wert minimiert wird. Beispielsweise wird der aktuelle Spannungswert mit dem unmittelbar vorher gemessenen Spannungswert verglichen. Hat der Spannungswert zugenommen, so wird die Fadenführung in eine Position bewegt, in der der Spannungswert am geringsten ist. Bei einer derartigen Anordnung sind Photosensoren oder ähnliches nicht erforderlich, wodurch die Steuerung der Ballonlänge durch eine einfache Anordnung durchführbar wird.

Die Steuereinrichtung der Fadenballonlänge ist nicht auf die vorgenannten Ausführungsformen beschränkt. So kann beispielsweise anstelle der Gewindestange ein Synchronriemen verwendet werden, oder ein Induktionsmotor mit einem Positionssensor kann anstelle des Schrittmotors verwendet werden.

Während bei vorstehender Ausführungsform das Abziehen des Fadens von einer auf einem horizontalen Zapfen angeordneten Zulieferspule erfolgt, ist die erfindungsgemäße Vorrichtung auch bei vertikalem Haltezapfen für die Zulieferspule anwendbar.

Auch bei zylindrischen Zulieferspulen kann die Erfindung in entsprechender Art angewendet werden. Die Erfindung bietet die folgenden Vorteile:

Da diese Ausführungsform der Erfindung eine Elementüberwachungseinrichtung zur kontinuierlichen Überwachung von Meßelementen bzw. -abschnitten, die eine Veränderung der Abziehspannung repräsentieren, umfaßt, sowie eine Fadenballonlängensteuereinrichtung zum Einstellen einer Ballonlänge zum Minimieren der Abziehspannung anhand von von der Überwachungseinrichtung erhaltenen Daten, kann eine kleinstmögliche Abziehspannung immer aufrechterhalten werden, auch wenn der Wicklungsdurchmesser der Zulieferspule mit fortschreitendem Fadenabziehvorgang gering wird. Das Auftreten eines Fadenbruches läßt sich so effektiv verhindern.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenzuführvorrichtung mit einer Einrichtung zur Überwachung von Schußfadenbrüchen in Webmaschinen, die eine Einrichtung zur direkten oder indirekten Messung eines Wicklungsdurchmessers (Φ) einer Schußfadenzulieferspule (P, 101) und eine Spannungsmeßeinrichtung (3, 122) zum Erfassen eines Schußfadenbruches aufweist, wobei der Wicklungsdurchmesser (Φ) der Schußfadenzulieferspule (P, 101) in mehrere Abschnitte unterteilt ist und die Anzahl der von der Spannungsmeßeinrichtung (3, 122) pro Abschnitt erfaßten Schußfadenbrüche gezählt wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Messung des Wicklungsdurchmessers (Φ) ein Photosensor (4) mit mehreren Halbleitersystemen oder photoleitfähigen Elementen ist, die in radialer Richtung der Spule (P) angeordnet sind.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Messung des Wicklungsdurchmessers (Φ) eine Lastmeßdose (5) mit einer Spannungsmeßeinrichtung umfaßt, auf der die Schußfadenzulieferspule (P) angeordnet ist und wobei bei der Messung des Gewichts der Schußfadenzulieferspule (P) der gemessene Wert in den Durchmesser der Schußfadenzulieferspule (P) umgerechnet wird.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Messung des Wicklungsdurchmessers (Φ) eine Zeitmeßeinrichtung (6) ist, die die Zeitspanne des Fadenabziehens von der Schußfadenzulieferspule (P) erfaßt.
  5. 5. Fadenzuführvorrichtung mit einer Fadenabzieheinrichtung für eine Spule (101), umfassend eine Elementüberwachungseinrichtung (111) zur kontinuierlichen Überwachung von Elementen bzw. Abschnitten, die einer Veränderung der Abziehspannung entsprechen, und einer Fadenballonlängensteuereinrichtung (112) zur Einstellung einer Fadenballonlänge (L), um die Spannung (T) anhand der von der Elementüberwachungseinrichtung (111) eingegebenen Daten zu minimieren.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das einer Veränderung der Abziehspannung (T) entsprechende Element der Wicklungsdurchmesser (Φ) einer Zulieferspule (101) ist und die Überwachungseinrichtung (111) mehrere photoleitfähige Elemente umfaßt, die radial zu der Spule (101) angeordnet sind.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenballonlängensteuerungseinrichtung (112) eine achsenparallel zur Zulieferspule (101) ausgerichtete Gewindestange (116), einen mit deren Gewinde in Eingriff stehenden beweglichen Block (117), einen Schrittmotor (118) zum Antrieb der Gewindestange (116) und eine Steuereinrichtung (119) zur geeigneten Betätigung des Schrittmotors (118) sowie eine an dem beweglichen Block (117) befestigte Fadenführung (103) zur Führung eines von der Spule (101) abgezogenen Fadens umfaßt.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (119) die für den aktuellen Wicklungsdurchmesser (Φ) am besten geeignete Fadenballonlänge (Lo) anhand der von der Elementüberwachungseinrichtung errechneten Werte errechnet und den Schrittmotor (118) betätigt, um diese Fadenballonlänge einzustellen.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com