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Dokumentenidentifikation DE3705125C2 26.09.1991
Titel Flachstrickmaschine
Anmelder H. Stoll GmbH & Co, 7410 Reutlingen, DE
Erfinder Goller, Ernst, Ing.(grad.), 7410 Reutlingen, DE;
Ploppa, Jürgen, Dipl.-Ing., 7417 Pfullingen, DE;
Müller, Adam, 7410 Reutlingen, DE
Vertreter Dreiss, U., Dipl.-Ing. Dr.jur.; Hosenthien, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Fuhlendorf, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 18.02.1987
DE-Aktenzeichen 3705125
Offenlegungstag 01.09.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.09.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.09.1991
IPC-Hauptklasse D04B 15/96

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Flachstrickmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei einer derartigen aus "Wirkerei- und Strickerei-Technik" 1974, S.65-70 bekannten Flachstrickmaschine dieser Art ist die Griffstange mit dem einen Teil einer Kupplung verbunden, deren anderer Teil mit der Abtriebswelle des im Leerlauf eingeschalteten Motors drehfest verbunden ist. Mit dem Bewegen der Griffstange wird bewirkt, daß die beiden Kupplungsteile der hier als Rutschkupplung ausgebildeten Kupplung miteinander in Eingriff kommen und damit der Schlitten in Bewegung gesetzt wird. Der Schlitten kann damit zwar zugeschaltet und stillgesetzt und in gewisser Weise auch hochgefahren werden, jedoch ist es damit nicht möglich, den Schlitten langsam und in genau definierter Weise über das Nadelbett fahren zu lassen, denn der Schlitten kann durch Hin- und Herbewegen der Griffstange, also durch Zu- und Abschalten längs des Nadelbetts schrittartig bewegt werden. Eine langsame kontinuierliche Bewegung des Schlittens längs des Nadelbettes ist aber vom Stricker zum kontrollierten Einrichten der Maschine erwünscht. Bei dieser bekannten Flachstrickmaschine mußte man deshalb eine Handkurbel verwenden, um den Schlitten zum Einjustieren und Beobachten der Maschenbildung in Kriechgeschwindigkeit längs des Nadelbetts kontinuierlich fahren zu lassen. Da die Handkurbel ortsgebunden ist, kann der Bedienende nicht auch gleichzeitig das Nadelbett beobachten.

Aus "Melliand Textilberichte" 8/1965, S. 828-834 ist eine Flachstrickmaschine bekannt, bei der es möglich ist, durch Drehen einer Griffstange einen Kupplungsmotor zu starten und den Schlitten längs des Nadelbetts in Bewegung zu setzen. Mit dieser Griffstange ist es zwar möglich, unter Verzicht auf die Handkurbel den Schlitten im Kriechgang in Bewegung zu setzen, jedoch nur dann, wenn vorher an einem ortsgebundenen Drehgriff am Maschinengestell die Motorgeschwindigkeit dadurch geändert worden ist, daß der Motor verschwenkt und damit eine federnde Keilriemenscheibe verändert wird. Eine Veränderung der Geschwindigkeit derart, daß ein Kriechgang ermöglicht und um anschließend die normale Arbeitsgeschwindigkeit wieder eingestellt wird, ist in nur relativ umständlicher Weise möglich.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Flachstrickmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen, mit der es möglich ist, mit Hilfe der bisher vorhandenen, von Hand bewegbaren Griffstange nicht nur ein Zu- und Abschalten der Schlittenbewegung sondern zugleich auch eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung des Antriebsmotors bzw. des Schlittens längs des Nadelbettes ausgehend von einem sehr langsamen Kriechgang bis hin zur Arbeitsgeschwindigkeit zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird bei einer Flachstrickmaschine der eingangs genannten Art durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Mit Hilfe der gemäß vorliegender Erfindung verwirklichten Maßnahmen ist ein stufenloses und definiertes Hochfahren der Geschwindigkeit des Antriebsmotors bzw. der Schlittenanordnung möglich, wobei dieses Hochfahren bei einer sehr langsamen Kriechgeschwindigkeit beginnen kann. Diese stufenlose Regelung kann, wie bisher das Zu- und Abschalten mittels der ohnehin vorhandenen Griffstange von jeder beliebigen Position längs des Nadelbettes aus vorgenommen werden. Damit ist eine wirksame Kontrolle beim Einrichten und Einjustieren der Maschine bzw. ein wirkliches und bequemes Beobachten der Maschenbildung zu Beginn der Fertigung eines neuen Gestrickes möglich. Die Handhabung bzw. Bedienung der Maschine vereinfacht sich dabei wesentlich. Wenn hier von der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit die Rede ist, so bedeutet dies sowohl die Arbeitsgeschwindigkeit während des Strickens bzw. Arbeitens längs des Nadelbetts also auch in der Hubumkehrphase, während welcher die Schlittengeschwindigkeit verzögert bzw. beschleunigt wird.

Bei vielen Flachstrickmaschinen wird eine sog. Widerstandsabstellung verwendet, d.h. die Maschine wird stillgesetzt, sobald Stöße auftreten, die von einem Nadelbruch oder anderen die Schlittenbewegung hindernden oder erschwerenden Hemmnisse auftreten. Eine derartige Widerstandsabstellung ist bei der zuerst genannten bekannten Flachstrickmaschine erst dann möglich, wenn die Griffstange ihre Endposition, in der die Schlittenanordnung ihre Arbeitsgeschwindigkeit hat, erreicht ist, da danach auch die Einrückbewegung der Kupplung, die andernfalls zu einer Widerstandsabstellung führen würde, beendet ist. Dem gegenüber folgt gemäß vorliegender Erfindung ein sanftes und kontinuierliches Erhöhen der Motorgeschwindigkeit, so daß es möglich ist, die Widerstandsabstellung vom ersten Moment an, also auch bei sehr geringer Kriechgeschwindigkeit vorzusehen. Eine wenig aufwendige schaltungstechnische Ausführung der Verarbeitung des Geberausganges zum Erreichen einer relativen Änderung der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit ist durch die Merkmale des Anspruchs 2 vorgesehen.

Die Bewertung des Ausganges des Gebers im Hinblick auf eine zu bewirkende Änderung der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit kann bspw. in linearer Weise erfolgen. Für eine feinfühligere Regelung im Bereich sehr niedriger Geschwindigkeiten ist es jedoch zweckmäßig, gemäß den Merkmalen des Anspruchs 3 eine nicht-lineare Bewertung, bspw. in Form einer bestimmten Progressivität vorzusehen.

Da, wie erwähnt, während der Hubumkehr der Schlitten verzögert und danach wieder beschleunigt wird, kann es Probleme hinsichtlich einer zu schnellen Änderung des Ausganges des Gebers während der Schlittenumkehr insbesondere während der Verzögerungsphase geben. Um diese zu vermeiden, ist es mit den Merkmalen des Anspruchs 4 möglich, in diesen Verzögerungs- und Beschleunigungsprozeß nicht einzugreifen, auch wenn während dieser Hubumkehrphase der Ausgang des Gebers erhöht wird.

Mit den Merkmalen des Anspruchs 5 ist erreicht, daß ein bestimmter Mindestwert des Gebers erreicht sein muß, bevor der Geberausgang auf die Ansteuerung des Motors einen Einfluß hat. Dabei ist es gemäß den Merkmalen des Anspruchs 6 zweckmäßig, bei bereits anstehendem Ausgangssignal des Gebers Einfluß auf den Beginn der Verwertung dieses Signals zu nehmen.

Entsprechendes gilt für die Maßnahmen des Anspruchs 7.

Die Griffstange kann bspw. durch eine von Hand um ihre eigene Achse drehbare Welle ausgebildet sein.

Bei der zuerst erwähnten bekannten Flachstrickmaschine ist jedoch die Griffstange durch eine Schwenkstange gebildet derart, daß die Schwenkstange nach Art eines Hebels um eine Schwenkachse von oben nach unten bzw. von unten nach oben, bspw. längs etwa eines Viertelkreises verschwenkt wird. Um diese Schwenkbewegung, an die sich der Stricker gewöhnt hat, auch für die erfindungsgemäße stufenlose Geschwindigkeitsregelung des Antriebsmotors beizubehalten, ist eine vorteilhafte konstruktive Ausführung gemäß den Merkmalen des Anspruchs 8 vorgesehen.

Die Bewegung des den Geber bildenden Potentiometers kann dabei gemäß Anspruch 9 gleichzeitig für das Zuschalten des einen und/oder des anderen Schalters vorgesehen sein.

Zweckmäßig ist es, gemäß den Merkmalen des Anspruchs 10 diejenige Endstellung, die der Arbeitsgeschwindigkeit der Flachstrickmaschine entspricht, zu verrasten. Eine vorteilhafte konstruktive Ausführung ergibt sich durch die Merkmale des Anspruchs 11.

Beim Hochfahren des Schlittenantriebsmotors während bspw. einer Beobachtungsphase der Arbeitsweise ist es besonders vorteilhaft, wenn die Merkmale gemäß Anspruch 12 vorgesehen sind, um bei einem auftretenden Fehler den Schlitten ohne eine aktive Schwenkbewegung sofort stillsetzen zu können. Diese Rückholung kann entweder durch das Eigengewicht der Schwenkstange und ggf. der Verbindungsmechanik und/oder durch eine Rückholfeder verwirklicht werden.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der folgenden Beschreibung zu entnehmen, in der die Erfindung anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben und erläutert ist. Es zeigt:

Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Einrichtung zum Zuschalten, Hochfahren und Abschalten des Schlittenantriebsmotors bei einer Flachstrickmaschine gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung,

Fig. 2 eine Seitenansicht einer konstruktiven Ausführung eines von einer Schwenkstange betätigbaren Gebers, wie er bei der Einrichtung nach Fig. 1 verwendet wird, und

Fig. 3 eine Ansicht gemäß Pfeil III der Fig. 2.

Die in Fig. 1 in Form eines Blockschaltbildes dargestellte Einrichtung 11 dient an Flachstrickmaschinen dazu, den reversierbaren Antriebsmotor 23 zur Bewegung der Schlittenanordnung längs der Nadelbettanordnung nicht nur zuzuschalten und abzuschalten, sondern in einer stufenlosen Regelung insbesondere hochzufahren, so daß es möglich ist, zum kontrollierten Einrichten, laufenden Anpassen und/oder Beobachten der Maschenbildung verschiedene Kriechgeschwindigkeiten einzustellen und auch bereits beim stufenlosen Hochfahren des Antriebsmotors bzw. bei dessen Betrieb unterhalb der Arbeitsgeschwindigkeit eine evtl. notwendig werdende Widerstandsabstellung zu ermöglichen.

Die Ansteuereinrichtung 11 besitzt einen elektrischen Geber, der hier die Form eines Drehpotentiometers besitzt und der über eine Mechanik 15 mit einer längs des Maschinenteils angeordneten Einrück- bzw. Schwenkstange oder -stangen 12 drehfest verbunden ist und dem gleichzeitig zwei Schalter 16 und 17 zugeordnet sind, die mit der Bewegung des elektrischen Gebers 13 durch die Schwenkstange(n) 12 in bestimmter Zuordnung betätigt werden.

Der Geber 13 ist über einen Wandler 18 mit einem Eingang einer Datenverarbeitungseinheit bzw. CPU 19 verbunden, deren Ausgang über einen D/A-Wandler 21 mit einer Motorendstufe 22 verbunden ist, der der Ansteuerung des Antriebsmotors 23 für die Schlittenanordnung dient. Ein zweiter Eingang der Motorendstufe 22 ist mit einer Rückführung 25 verbunden, die mit einem vom Motor 23 angetriebenen Tachogenerator 24 verbunden ist, so daß die Motorendstufe 22 gleichzeitig einen Soll/Istwert-Vergleich vornimmt. Ein dritter Eingang der Motorendstufe 22 ist mit dem zweiten Schalter 17 verbunden, der einen Sicherheitsschalter darstellt.

Die CPU 19 ist an einem zweiten Eingang mit einer Vorrichtung 26 zur Geschwindigkeitsvorgabe eingangsseitig verbunden, welche Vorrichtung 26 bspw. ein Tastenfeld oder ein mit programmgemäßen Daten versehener, mechanischer oder elektronischer Speicher sein kann. Mit einem dritten Eingang der CPU 19 ist der erste Schalter 16 verbunden, der der Funktionskontrolle des Gebers dient. Außerdem ist der CPU 19 an einem vierten Eingang das Ausgangssignal einer Sicherungsvorrichtung 27 zugeführt, die bspw. der Widerstandsabstellung oder der Abstellung bei Fadenbruch oder dgl. dient.

Bei Betätigung der Schwenkstange 12 wird der Geber 13 verstellt, so daß sein Ausgangswert bzw. Ausgangssignal der CPU 19 zugeführt wird. Die CPU 19 verändert den von der Geschwindigkeitsvorgabevorrichtung 26 zugeführten Wert der Schlittengeschwindigkeit bzw. Motordrehzahl entsprechend dem vom Geber zugeführten Wert derart, daß die Geschwindigkeitsvorgabe um einen Faktor oder auf einen prozentualen Wert verringert wird. Dabei ist es möglich, daß die CPU 19 eine rein lineare Bewertung bzw. Verknüpfung des vom Geber gelieferten Faktors und des Wertes der Geschwindigkeitsvorgabe vornimmt. Für eine feinfühligere Regelung im Bereich niedriger Geschwindigkeiten ist es möglich, daß die CPU 19 eine nicht lineare, bspw. progressive Bewertung bzw. Verknüpfung von Geberwert und Wert der Geschwindigkeitsvorgabe derart vornimmt, daß eine Änderung der Geschwindigkeit im Bereich kleiner Geberwerte geringer als im Bereich großer Geberwerte ist.

Eine Bewertung bzw. Verknüpfung des Geberwertes mit dem Wert der Geschwindigkeitsvorgabe durch die CPU 19 ist jedoch erst möglich, wenn der erste Schalter 16 dies ermöglicht. Dieser erste Schalter 16 wird dann zugeschaltet, wenn der Geber einen bestimmten minimalen Wert erreicht hat bzw. abgibt. Erst dann erfolgt die Verknüpfung durch die CPU 19, die erst dann über den Wandler 21 ein Ansteuerungssignal an die Motorendstufe 22 liefert, so daß der Antriebsmotor 23 an- bzw. hochläuft. Wird die Schwenkstange 12 in einer bestimmten Position, bspw. zum Aufrechterhalten einer Kriechgeschwindigkeit gehalten, so wird der Antriebsmotor 23 auf diese Geschwindigkeit mit Hilfe eines Soll/Istwert-Vergleiches in der Endstufe 22 eingeregelt, wobei der Sollwert der Wert am Ausgang der CPU 19 und der Istwert der vom Tachogenerator 24 abgegebene Wert ist.

Auch der zweite Schalter 17 wird erst dann zugeschaltet, wenn der Geber 13 einen bestimmten minimalen Wert erreicht hat, wobei der zweite Schalter 17 kurz vor dem ersten Schalter 16 eingeschaltet wird und die Motorendstufe 22 zur Ansteuerung des Motors 23 freigibt.

Die Geschwindigkeitsvorgabevorrichtung 26 setzt eine bestimmte Arbeitsgeschwindigkeit fest, die je nach herzustellendem Gestrick wählbar bzw. programmgemäß vorgegeben ist, wobei als Arbeitsgeschwindigkeit sowohl die konstante Geschwindigkeit der Schlittenanordnung während eines Arbeitshubes, als auch die verzögerte bzw. beschleunigte Bewegung der Schlittenanordnung während der Hubumkehr anzusehen ist. Dies bedeutet, daß vor der Hubumkehr die Schlittengeschwindigkeit von der Arbeitsgeschwindigkeit auf Null verzögert und nach der Hubumkehr bis auf die Arbeitsgeschwindigkeit wieder beschleunigt wird. Ist vor einer Hubumkehr die Schwenkstange 12 betätigt und in eine bestimmte Zwischenstellung gebracht und gehalten, so erfolgt die Verzögerung und Beschleunigung von dieser entsprechend der Geberstellung reduzierten Geschwindigkeit, bspw. Kriechgeschwindigkeit aus bzw. zu dieser hin. Wird jedoch während der Verzögerungsphase der Hubumkehr die Schwenkstange 12 betätigt und dabei die Geberstellung verändert, so ist vorgesehen, daß die CPU 19 diese Änderung des Gebers 13 unterdrückt bzw. nicht berücksichtigt. Mit anderen Worten, die Geschwindigkeitsrampe der sich bewegenden Schwenkstange 12 bzw. des Gebers 13 hat während der programmgemäßen Beschleunigungsrampe der Schlittenbewegung in der Hubumkehr-Verzögerungsphase keinen Einfluß. Während der Beschleunigungsphase der Hubumkehr kann jedoch die Änderung des Gebers 13 berücksichtigt werden.

Die Fig. 2 und 3 zeigen eine bevorzugte konstruktive Ausführung des Gebers 13 mit den Schaltern 16 und 17 der Schwenkstange 12 und der Verbindungsmechanik 15 zum Geber 13.

Die Schwenkstange 12, die in einem oder in zwei Teilen über im wesentlichen die gesamte Länge des Nadelbetts verläuft, besitzt die Form eines oder zweier U-förmiger Bügel 31, dessen bzw. deren freie Enden mit einer Schwenkachse in Form eines geradlinigen Stabes 32 drehfest verbunden sind. Der Stab 32 ist gemäß Fig. 3 mit seinem einen Ende in einem in einem Seitenteil 34 des Maschinenständers 36 angeordneten Lager 37 drehbar aufgenommen; entsprechendes gilt in nicht dargestellter Weise für sein anderes gegenüberliegendes Ende. Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die Seitenschenkel 33 des Bügels 31 bumerangförmig ausgebildet. Zwischen den beiden Seitenschenkeln 33 erstreckt sich der stabförmige Griffbereich 30 des Bügels bzw. der Bügel 31 der Schwenkstange 12.

Gemäß Fig. 3 ist am einen aus dem Lager 37 herausragenden und dem Bügel 31 abgewandten freien Ende des Stabes 32 der eine ebenfalls bumerangförmige Hebel 38 einer Hebelanordnung 40 drehfest aufgesteckt, wobei das andere Ende des Hebels 38 das anders als der nach vorne zeigende Seitenschenkel 33 nach unten weist, mit einem geradlinien Hebel 39 über einen Schwenkbolzen 41 drehbar verbunden ist. Das andere Ende des geradlinigen Hebels 39 ist mittels eines Zapfens 42 an einem Zahnsegment 43 angelenkt, welches seinerseits um seinen Mittelpunkt 44 schwenkbar gehalten ist. Der Zapfen 42 ist dabei auf der Längsmittellinie durch den Mittelpunkt 44 angeordnet. Wie in gestrichelter Weise angedeutet ist, kann am Zapfen 42 eine Zugfeder 46 angreifen, deren anderes Ende an einem ortsfesten Punkt 47 gehalten ist.

Der gezahnte Außenbereich 48 des Zahnsegmentes 43 kämmt mit einem Zahnrad 49, das auf einer im Maschinenständer 36 drehbar gelagerten Welle 51 drehfest sitzt. Das dem Zahnrad 49 abgewandte Ende der Welle 51 ist mit einem axialen Schlitz 52 versehen, in das das Betätigungsende 53 eines Schleifers eines Drehpotentiometers 56 formschlüssig eingreift. Dem Betätigungsende 53 benachbart ist auf der Welle 51 ein erstes Nockenscheibenpaar 57 drehfest angeordnet, deren Nockenflächen 58, 59 mit einem Betätigungsglied 61, 62 der Schalter 16 bzw. 17 in Wirkverbindung ist, wobei die eine Nockenfläche 59 der anderen Nockenfläche 58 etwas vorläuft. Das Gehäuse des Drehpotentiometers 56 ist ortsfest und über Langlöcher 60 bzgl. der Welle 51 justierbar.

Zwischen der Nockenscheibe 57 und dem Zahnrad 49 sitzt eine mit dem letzteren verbundene zweite Nockenscheibe 63 drehfest auf der Welle 51. Diese Nockenscheibe 63 wirkt mit einem Schwenkhebel 64 zusammen, der an seinem einen Ende an einem ortsfesten Bolzen 66 schwenkbar gehalten und an seinem freien Ende mit einer Zugfeder 67 verbunden ist, deren anderes Ende oberhalb, d.h. im Bereich des Zahnsegments 43 an einem ortsfesten Stift 68 gehalten ist. Die zweite Nockenscheibe 63 besitzt eine kreisförmige Umfangsfläche 69, die an einem Bereich mit einer Abflachung 71 versehen ist, an der der Schwenkhebel 64 durch die Wirkung der Zugfeder 67 zur Anlage kommt, wenn die Schwenkstange 12 in der vollkommen hochgezogenen EIN-Position ist, wodurch gleichzeitig eine Verrastung dieser Position erfolgt. Demgegenüber ist der Schwenkhebel 64 in jeder anderen Schwenkstangen-Position entgegen der Wirkung der Zugfeder 67 aus der Horizontalen nach unten verschwenkt.

Die Funktion der Schwenkstange 12 und des Gebers 13 ist folgendermaßen: In Fig. 2 ist die AUS- bzw. Nullposition der Schwenkstange 12 in strichpunktierten Linien und die den Schlittenlauf in Arbeitsgeschwindigkeit bewirkende EIN-Position in ausgezogenen Linien dargestellt. Zwischen diesen beiden Endstellungen ist es durch Hochschwenken bzw. -ziehen der Schwenkstange 12 möglich, die Drehzahl des Antriebsmotors 23 bzw. die Geschwindigkeit der Schlittenanordnung längs der Nadelbettanordnung stufenlos zu verändern. In der AUS- bzw. Nullposition ist das Zahnsegment 43 in der linken Position und die Welle 51 so verdreht, daß die Nockenscheibe 57 mit ihren Nockenflächen 58 und 59 mit den Betätigungsgliedern 61, 62 der Schalter 16, 17 außer Eingriff ist und der Schwenkhebel 64 aufgrund der Umfangsfläche 69 der zweiten Nockenscheiben 63 aus seiner waagerechten Lage verschwenkt. Wird nun die Schwenkstange 12 in Richtung des Pfeiles A nach oben gezogen, so wird mit der Drehung der Welle 51 der Schleifer des Drehpotentiometers 56 verdreht und nach einer bestimmten geringen Verdrehung kommen die Nockenflächen 58, 59 der Nockenscheibe 57 kurz nacheinander mit den Betätigungsgliedern 61, 62 der Schalter 16, 17 in Eingriff und drücken diese nach unten in ihre Einstellung. Wird die Schwenkstange 12 festgehalten, kann die Schlittenanordnung in einer bestimmten konstanten langsamen bzw. Kriechgeschwindigkeit bewegt werden. Mit dem weiteren Anziehen der Schwenkstange 12 in Richtung des Pfeiles A wird die Schlittengeschwindigkeit stufenlos erhöht. Mit dem Erreichen der EIN-Position durch die Schwenkstange 12 wird der Schwenkhebel 64 unter der Wirkung der Zugfeder 67 wieder nach oben bewegt, so daß er sich an die Abflachung 71 der Nockenscheibe 63 anlegt, so daß sich eine verrastete Position ergibt, aus der die Schwenkstange 12 nur unter aktivem Drücken entgegen der Richtung des Pfeiles A herausgebracht werden kann. Demgegenüber bewegt sich die Schwenkstange 12, bevor sie diese verrastete Position erreicht hat, stets dann wieder entgegen der Richtung des Pfeiles A zurück, wenn sie von der Bedienungsperson losgelassen wird. Diese Rückholung der Schwenkstange 12 und damit des Gebers 13 aus einer dieser Zwischenpositionen wird durch das Eigengewicht der Schwenkstange 12 und der Hebelanordnung 40 bewirkt. Es ist auch möglich, wie dies gestrichelt angedeutet ist, diese Rückholbewegung durch die Zugfeder 46 zu unterstützen.

Alternativ kann der Bügel 31 auch durch eine auf der Achse 32 gelagerte Hohlwelle ersetzt sein, die von Hand gedreht wird und die mit dem Hebel 38 der Hebelanordnung 40 drehfest verbunden ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Flachstrickmaschine mit einer dem Zuschalten, Hochfahren und Abschalten des Schlittenantriebsmotors dienenden Einrichtung, deren mindestens eine an der Bedienseite längs eines wesentlichen Längenbereichs der Maschine verlaufende, von Hand bewegbare Griffstange mit einer das Zuschalten, Hochfahren bzw. Abschalten des Motors bewirkenden Vorrichtung mechanisch verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die das Zuschalten, Hochfahren bzw. Abschalten des Motors (23) bewirkende Vorrichtung einen durch die Griffstange (12) stufenlos verstellbaren elektrischen Geber (13) aufweist und daß der Ausgang des Gebers (13) ein Maß für die relative Änderung der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit ist.
  2. 2. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Geber (13) mit einer zentralen Datenverarbeitungseinheit (19) verbunden ist, der die mittels eines Strickprogramms oder mittels eines Tastenfeldes oder mittels einer Sicherheitseinrichtung (27) vorgegebene Arbeitsgeschwindigkeit zugeführt ist und daß der Ausgang der Datenverarbeitungseinheit (19) über eine Soll/Istwert-Vergleicherstufe (22) den Motor (23) ansteuert.
  3. 3. Flachstrickmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet daß die durch die Änderung des Ausganges des Gebers (13) bewirkte relative Änderung der vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit durch die Datenverarbeitungseinheit (19) in nicht-linearer Weise vorgenommen ist.
  4. 4. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit der Änderung des Ausganges des Gebers (13) bei bzw. während einer vorgegebenen Änderung, vorzugsweise Reduzierung der Arbeitsgeschwindigkeit in Hubumkehr des Schlittens unberücksichtigt bleibt.
  5. 5. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die das Zuschalten, Hochfahren und Abschalten bewirkende Vorrichtung einen Schalter (16) aufweist, der parallel zum Geber (13) geschaltet ist und dessen Ausgang ab einem bestimmten Mindestwert zur Wirkung kommen läßt.
  6. 6. Flachstrickmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalter (16) mit einem weiteren Eingang der Datenverarbeitungseinheit (19) verbunden ist.
  7. 7. Flachstrickmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die das Zuschalten, Hochfahren und Abschalten bewirkende Vorrichtung einen Sicherheitsschalter (17) aufweist, der bei einem bestimmten Mindestwert des Gebers (13) zuschaltet und der mit dem den Motor (23) ansteuernden Ausgang der Datenverarbeitungseinheit bzw. der Soll/Istwert-Vergleicherstufe (22) verbunden ist.
  8. 8. Flachstrickmaschine, bei der die Griffstange durch eine um eine Schwenkachse bewegbare Schwenkstange gebildet ist, nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Schwenkachse (32) der Schwenkstange (12) eine Gelenkhebelanordnung (40) drehfest verbunden ist, deren anderes Ende an einem drehbar gehaltenen Zahnsegment (43) angreift, das mit einem Zahnrad (49) kämmt, das mit einem Potentiometer (56) als Geber (13) gekoppelt ist.
  9. 9. Flachstrickmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Zahnrad (49) mit einer Nockenscheibe (57) drehfest verbunden ist, die mit dem oder den Schaltern (16, 17) in Wirkverbindung bringbar ist.
  10. 10. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkstange (12) in ihrer einen den Geber (13) maximal betätigten Endstellung eine Rastposition besitzt.
  11. 11. Flachstrickmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Nockenscheibe (63) auf einen federbelasteten Hebel (64) wirkt und an einem Umfangsbereich eine Rastfläche (71) aufweist.
  12. 12. Flachstrickmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkstange (12) vor Erreichen der Rastposition in Richtung ihrer Nullposition hin rückholbar vorgespannt ist.






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