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Dokumentenidentifikation DE4110390A1 10.10.1991
Titel Verbesserter Warenabzug einer Webmaschine
Anmelder Nuovopignone - Industrie Meccaniche e Fonderia S.p.A., Florenz/Firenze, IT
Erfinder Corain, Luciano, Vicenza, IT
Vertreter Klingseisen, F., Dipl.-Ing.; Zumstein, F., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 28.03.1991
DE-Aktenzeichen 4110390
Offenlegungstag 10.10.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.10.1991
IPC-Hauptklasse D03D 49/20
Zusammenfassung Eine Warenabzugsvorrichtung an einem Webstuhl, in der die Druckwalze, die tangential zu der Abzugswalze angeordnet ist, mit ihrer Achse schräg zu der Achse der Abzugswalze angeordnet ist. Es sind auch Vorrichtungen zum Drücken der Druckwalze gegen die Abzugswalze vorgesehen.

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft eine Warenabzugsvorrichtung einer Webmaschine, die durch das Sicherstellen, daß die Druckwalze immer mit gleichmäßigem Druck auf die Abzugswalze über die gesamte Breite des in der Herstellung befindlichen Gewebes wirkt, es ermöglicht, daß irgendein Garn gewebt wird ohne irgendeine Abänderung am Webstuhl.

Es ist bekannt, daß das in der Herstellung befindliche Gewebe in einem Webstuhl ununterbrochen unter Spannung gehalten werden muß und mit absoluter Präzision nach vorne bewegt, um ein Zurückgleiten zu verhindern, wenn es geschnitten wird, um den gesamten Kettbaum freizugeben und dadurch einen konstanten Schußabstand und ein daraus folgendes Qualitätsgewebe zu sichern.

Dies wird durch eine Warenabzugsvorrichtung erreicht, die im wesentlichen aus einer Abzugswalze mit großem Durchmesser und aus einer Druckwalze besteht, die tangential und parallel zu der vorherigen ausgerichtet ist.

Im Fall von nicht feinen Standardbaumwollartikeln ist die Abzugswalze mit Schleifgewebe bedeckt, wie z. B. Korundgewebe, um einen deutlichen mechanischen Greifeffekt auf das Gewebe zu erzeugen und folglich zu ermöglichen, daß es richtig vorgezogen wird und nie zürckgleitet durch die Wirkung der Druckwalze, die es festgeklemmt gegen die Abzugswalze hält.

Jedoch kann solch ein Verfahren nicht beim Weben von bestimmten Artikeln verwendet werden, die etwa 10% der Fälle darstellen, in denen die Gleitfähigkeit des Gewebes und/oder seine Feinheit bedeuten, daß das Korundgewebe nicht als ihr Schleifmittel verwendet werden kann, da Granulatkörner unvermeidlich die feinen Fasern des Gewebes durch Auseinanderschneiden beeinträchtigen würden. Für solch feine Gewebe ist es daher notwendig, eine Abzugswalze zu verwenden, die nicht mit Schleifgewebe sondern mit nichtschleifenden Materialien, wie z. B. synthetisches Polyvinylchlorid-Material (PVC) bedeckt ist, entweder in mehr oder weniger glatter Form oder zerknittert in der Art und Weise von Orangenschalen. Weil es diesen an dem mechanischen Greifeffekt mangelt und das Gewebe nur durch Reibung als Ergebnis des tatsächlichen Druckes der Druckwalze gegen die Abzugsrolle gezogen werden kann, wird zu diesem Zweck die Druckwalze mit Filz oder einem anderen synthetischen schwammigen Material bedeckt und wird wirksam gegen die Abzugswalze durch Beaufschlagen gegen ihre Enden gepreßt. Dieses Verfahren hat jedoch einen ernsthaften Nachteil gemäß der Tatsache, daß die Druckwalze, die sich parallel an der Abzugswalze anlegt und an seinen Enden gedrückt wird, die über die Abzugswalze hinausragen, wobei die Druckwalze die Neigung hat, sich zu biegen gemäß einer Biegekurve, durch welche sich die Walze von der Abzugswalze an dem maximalen Punkt seiner Biegung trennt, der mit der Mitte der Walze übereinstimmt, wo es deshalb keine Druckwirkung auf das Gewebe gibt. Ferner löst eine Erhöhung der auf die Druckwalze wirkenden Kraft nicht nur das Problem, sondern verschlechtert es in der Tat, da die Walze sich in einem größeren Ausmaß verbiegt, mit der Folge, daß der mittige Bereich, entlang welchem sich die Druckwalze von der Abzugswalze trennt, verlängert wird. Dieser örtliche Mangel an Druck bewirkt, daß sich das Gewebe mit unregelmäßigen Abständen zwischen den Schußgarnen vorzieht, wobei die sich ergebenden Falten ein unregelmäßiges und defektes Gewebe verursachen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die vorher genannten Nachteile durch das Vorsehen einer Warenabzugsvorrichtung zu beseitigen, die immer einen gleichmäßigen Druck zwischen der Druckwalze und der Abzugswalze längs der gesamten Breite des in der Herstellung befindlichen Gewebes sicherstellt, um folglich die Notwendigkeit zu vermeiden, die Art der Bedeckung der Abzugswalze gemäß der Garnart zu ändern und so die vielseitigen Arbeitsmöglichkeiten eines Webstuhls in seiner Standardversion zu erhöhen. Dies wird im wesentlichen durch das Anordnen der Druckwalze tangential zu der Abzugswalze, aber mit seiner Achse schräg zu der Achse der Abzugswalze anstatt parallel zu ihr erreicht. Durch diese Vorrichtung, wenn die Druckwalze durch die gegen seine Enden wirkende Kraft gegen die Abzugswalze gepreßt wird, gibt es sofort in der Mitte der Druckwalze eine Berührung, wenn die Biegewirkung beginnt, wobei sich diese Berührung zunehmenderweise nach außen erstreckt, um die vollständige Breite des in der Herstellung befindlichen Gewebestückes zu bedecken. In anderen Worten stellt die Mitte der Druckwalze den Hebelpunkt dar, von dem die Biegung der Druckwalze sich in beide Richtungen erstreckt, um folglich sicherzustellen, daß die Mitte immer gegen die Abzugswalze gepreßt und in Berührung bleibt. Unter diesen Umständen, je größer die Kraft, die auf die Druckwalze angelegt wird, desto größer ist die Zuverlässigkeit, daß sich die Druckberührung längs der gesamten Breite des Gewebes erstreckt. Das Ergebnis ist, daß sogar große Kräfte angelegt werden können und im speziellen Kräfte, die ausreichend sind, um irgendein unerwünschtes Gleiten des Gewebes zu verhindern.

Folglich umfaßt die Webstuhlabzugsvorrichtung eine Abzugswalze mit großem Durchmesser, eine Druckwalze, die tangential zu der Abzugswalze angeordnet ist und Vorrichtungen zum Einstellen des Druckes der Druckwalze gegen die Abzugswalze gemäß der Erfindung gekennzeichnet dadurch, daß die Druckwalze so ausgerichtet ist, daß ihre Achse schräg zu der Achse der Abzugswalze ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, bestehen die Vorrichtungen zum Einstellen des Druckes der Druckwalze gegen die Abzugswalze aus mindestens einer durch eine Schraube vorspannbaren Feder, die durch den Webstuhl gehalten wird und mit einem Handrad drehbar ist, wobei die Feder auf einen der beiden Gleiter wirkt, an die die Enden der Druckwalze drehbar angebracht sind, wobei die Gleiter gleitfähig in Richtung der Abzugswalze längs Führungen sind, die durch den Webstuhl gehalten werden und radial zu der Abzugswalze ausgerichtet sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die Druckwalzenachse und die Abzugswalzenachse um etwa 2° schräg zueinander geneigt.

Die Erfindung wird beispielhaft anhand folgender Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht in Teilschnitten eines Webstuhles, der eine Abzugsvorrichtung verwendet, die gemäß der Erfindung hergestellt ist;

Fig. 2 eine Aufsicht in Teilschnitten von Fig. 1, in der aus Gründen der Klarheit das in der Herstellung befindliche Gewebe nicht gezeigt wird.

In den Figuren zeigen die Bezugszeichen 1 und 2 zwei Halterungen an dem Webstuhl an, an die die Enden der Abzugswalze 3 mit großem Durchmesser drehbar angebracht sind und um die sich das in der Herstellung befindliche Gewebe 4 windet, um in Richtung des Pfeiles 5 durch die Druckrolle 6 gezogen zu werden. Die Druckrolle 6 ist tangential zu der Abzugsrolle 3 angeordnet, aber mit seiner Achse 7 (siehe Fig. 2) schräg zu der Achse 8 der Abzugsrolle 3 mit einem Winkel von etwa 2°. Auch sie wird drehbar an ihren Enden durch zwei Gleiter 9 und 10 gehalten, die längs Führungen 11 bzw. 12 verschiebbar sind, die selbst durch die Halterungen 1 und 2 am Webstuhl gehalten werden und parallel zu einem Radius der Abzugswalze 3 ausgerichtet sind. Die Gleiter 9 und 10 werden im Sinne des Druckes der Druckwalze 6 gegen die Abzugswalze 3 durch die beiden Federn 13 und 14 gedrückt, die zwischen den Walzen durch eine Schraube 15 (nur eine Schraube ist in der Figur sichtbar, die andere ist durch das Gewebe 4 verdeckt) zum Einstellen des Berührungsdrucks gespannt werden, wobei die Schrauben, die durch die Halterungen 1 und 2 gehalten werden, leicht nach innen oder außen in die gewünschte Stellung durch das Handrad 16 geschraubt werden können.


Anspruch[de]
  1. 1. Warenabzugsvorrichtung an einem Webstuhl, umfassend eine Abzugswalze mit großem Durchmesser, eine Druckwalze, die tangential zu der Abzugswalze angeordnet ist und Vorrichtungen zum Einstellen des Druckes der Druckwalze gegen die Abzugswalze, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckwalze so ausgerichtet ist, daß ihre Achse schräg zu der Achse der Abzugswalze ist.
  2. 2. Warenabzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtungen zum Einstellen des Druckes der Druckwalze gegen die Abzugswalze aus wenigstens einer Feder besteht, die vorspannbar durch eine Schraube, die durch den Webstuhl gehalten wird und durch ein Handrad drehbar ist, wobei die Feder auf einen der beiden Gleiter wirkt, an die die Enden der Druckwalze drehbar befestigt sind, wobei die Gleiter gleitfähig in Richtung der Abzugswalze längs Führungen, die durch den Webstuhl gehalten werden und die radial zu der Abzugswalze ausgerichtet sind.
  3. 3. Abzugsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckwalzenachse und die Abzugswalzenachse um etwa 2° schräg zueinander geneigt sind.






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