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Dokumentenidentifikation DE3143008C2 05.12.1991
Titel Glucomannan-Granulat, Verfahren zu dessen Herstellung und seine Verwendung
Anmelder Yamanouchi Pharmaceutical Co., Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Muraoka, Kenichi;
Setoguchi, Yoichi, Omiya, Saitama, JP;
Kawase, Tadamasa, Ageo, Saitama, JP;
Kawata, Hiroitsu, Kawagoe, Saitama, JP;
Komatsu, Hisamoto, Tokio/Tokyo, JP;
Uchida, Makoto, Hatogaya, Saitama, JP
Vertreter Wuesthoff, F., Dr.-Ing.; Frhr. von Pechmann, E., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Behrens, D., Dr.-Ing.; Goetz, R., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 29.10.1981
DE-Aktenzeichen 3143008
Offenlegungstag 03.06.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.12.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.12.1991
IPC-Hauptklasse A23L 1/05
IPC-Nebenklasse A23L 1/308   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Glucomannan-Granulat, das im wesentlichen ausschließlich aus schwer verdaulichen Polysacchariden besteht und geeignet ist als diätisches Lebensmittel oder Lebensmittelzusatz.

Glucomannan ist ein Polysaccharid, das aus Wurzeln stammt und als diätetisches Lebensmittel im Handel erhältlich ist. Es ist stark wasserabsorbierend und quellend und wird angewandt zur Regelung bzw. Einschränkung der Nahrungsaufnahme. Außerdem wird berichtet, daß es wirksam ist zur Beschleunigung der Verdauung und der Defäkation, der Prophylaxe von Diabetes mellitus, der Hemmung der Absorption von Cholesterin und Gallensäure aus Nahrungsmitteln im Verdauungstrakt, zur Verringerung der Lipide im Blutserum und zur Prophylaxe von Colon carcinom.

Nicht nur Glucomannan selbst, sondern auch diätetische Lebensmittel, die mehr als 50% Glucomannan enthalten, können nicht nach üblichen Verfahren granuliert werden aufgrund der speziellen Eigenschaften des Glucomannans, wie der hohen Wasserabsorption, der Quellung und der Elastizität, so daß diese Produkte im Handel hauptsächlich in Pulverform erhältlich sind.

Bei pulverförmigen Lebensmitteln treten jedoch Schwierigkeiten bezüglich des Geschmacks und der leichten Zerstreubarkeit auf und wenn sie eingenommen bzw. gegessen werden, besteht die Gefahr, daß sie sich so im Mund verteilen, daß sie Hustenreiz oder Erstickungsgefühle erzeugen, oder sie quellen auf und verkleben den Mund. Es wäre daher sehr wünschenswert, wenn diese Probleme gelöst werden könnten.

Für verschiedene Cellulosearten, Pektin und Guargummi sind Verfahren zum Granulieren der Polysaccharide nach Zusatz von Exzipientien, wie Lactose, Stärke usw., und Bindemitteln, wie Gelatine, Gummi-Arabikum usw., bekannt und ein Verfahren zum allmählichen Lösen des Polysaccharids in Wasser und anschließendem Granulieren mit Hilfe eines zweiachsigen Extrudiergranulators, wie eines Schneckenextruders (JP 54-119 038 A2).

Bei dem zuerst genannten Verfahren treten jedoch Schwierigkeiten dahingehend auf, daß der mögliche Gehalt an schwer verdaulichem Polysaccharid weitgehend beschränkt ist. Außerdem ist das erhaltene Produkt als diätetisches Lebensmittel oder als Lebensmittelzusatz für Diätzwecke ungünstig, da es andere Nährstoffe enthält, und daher ist seine Anwendung als diätetisches Lebensmittel beschränkt. Bei dem zweiten Verfahren fällt andererseits der Nachteil auf, daß - da ein verhältnismäßig kräftiger Extrudiergranulator (Rotationsextrudiergranulator) bei dem Verfahren angewandt wird - Reibungswärme entsteht, durch die möglicherweise die Eigenschaften des Produktes verändert werden, und wenn die Granulation kontinuierlich durchgeführt wird, kann leicht ein Verkleben der Korblöcher bzw. Sieblöcher und eine Zerstörung des Korbes (Siebes) auftreten. Darüber hinaus ist es, wenn Glucomannan in einer Menge von mehr als 50%, bezogen auf das gesamte Mittel, vorhanden ist, außerordentlich schwer, das diätetische Lebensmittel mit einer guten Reproduzierbarkeit zu granulieren, selbst mit Hilfe der oben angegebenen Granulierverfahren.

Es ist nun überraschenderweise gelungen, ein Verfahren zur Herstellung eines Glucomannan-Granulats bzw. von Körnern mit einem geringen spezifischen Volumen zu entwickeln, wobei eine gute Reproduzierbarkeit möglich wird unter Verwendung schwer verdaulicher Polysaccharide ohne Zusatz von Exzipientien und Bindemitteln, wie sie üblicherweise bisher angewandt wurden, unter Anwendung eines Rotationsextrudergranulators.

Die Erfindung betrifft ein Glucomannan-Granulat, umfassend eine Kombination aus Glucomannan und Alginaten, Alginsäureestern, Agar, Carboxymethylcellulosesalzen oder Pullulan.

Cellulosearten sind z. B. rohe Pflanzenfasern, Hemicellulose, Lignin, chemische Derivate der natürlichen Fasern, wie Methylcellulose, Ethylcellulose, Carboxymethylcellulose, Carboxyethylcellulose usw.

Die in den erfindungsgemäßen Granulaten enthaltenen Alginate sind z. B. Natriumalginat usw. Die Carboxymethylcellulosesalze umfassen Natriumcarboxymethylcellulose usw. und die Alginsäureester umfassen Alginsäureisopropylester usw.

Das erfindungsgemäße Granulat wird hergestellt durch gleichmäßiges Vermischen von 50 bis 99, vorzugsweise 80 bis 99 Gew.-Teilen Glucomannan mit 1 bis 50, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-Teilen eines oder eines Gemisches von schwer verdaulichen Polysacchariden aus der Gruppe der Alginate, Alginsäureester, Agar, Carboxymethylcellulosesalze und Pullulan (eine Lebensmittelfaser, die außerhalb der Bakterienzellen bei der Züchtung von schwarzen Hefen entsteht), Verkneten des Gemisches unter Zusatz einer entsprechenden Menge Wasser oder eines geeigneten organischen Lösungsmittels, wie Ethanol, Isopropanol usw., oder eines Gemisches von Wasser und einem organischen Lösungsmittel, Granulieren des gekneteten Gemisches mit Hilfe eines Extrudergranulators und Nachsieben des Granulats und Trocknen des Granulats bzw. der Körner.

Ein erfindungsgemäßes Granulat enthält Glucomannan in einer Menge von 50 bis 99%, bezogen auf das gesamte Mittel bzw. Granulat, ein oder ein Gemisch aus schwer verdaulichen Polysacchariden, ausgewählt aus Pektin und verschiedenen Cellulosearten als zweite Komponente in einer Menge von 0 bis 49%, bezogen auf die Gesamtmenge des Granulats, und ein oder ein Gemisch von schwer verdaulichen Polysacchariden, ausgewählt aus Alginaten, Alginsäurestern, Agar, Carboxymethylcellulosesalzen und Pullulan als dritte Komponente in einer Menge von 1 bis 50%, bezogen auf die Gesamtmenge des Granulats.

In diesem Fall ist die zweite Komponente eine solche, die mit Hilfe üblicher Granulierverfahren oder eines Preßgranulierverfahrens granuliert werden kann, jedoch nicht zu den oben angegebenen Wirkungen der schwer verdaulichen Polysaccharide führt, sowie nicht granuliert werden kann, wenn sie mit mehr als 50% Glucomannan vermischt ist.

Als Granulierverfahren kommen natürlich im allgemeinen Verfahren zur Herstellung ungleichmäßiger Körner in Frage, wie einfaches rohes Zerstoßen des gekneteten Gemisches sowie ein Verfahren zur Herstellung eines kugeligen Granulats mit Hilfe eines drehenden Fließbettgranulators. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Verfahren Nachteile besitzen, z. B. entstehen Granulate mit einem hohen spezifischen Volumen, die schlecht reproduzierbar sind. Es kommen auch Verfahren zur Herstellung zylindrischer Granulate in Frage, z. B. unter Verwendung eines Extrudiergranulators, wie eines Rotationsgranulators oder eines Granulators in Form einer Pellet-Kugelmühle.

Das erfindungsgemäße Granulat kann günstigerweise hergestellt werden mit Hilfe eines üblichen Extrudiergranulators ohne besondere Krafteinwirkung. Das erfindungsgemäße Granulat kann natürlich auch hergestellt werden unter Verwendung eines zweiachsigen Extrudiergranulators (Schneckenextruder) unter besonderer Einwirkung von Kraft ohne daß Reibungswärme auftritt.

Im allgemeinen ist es, wenn ein Extrudiergranulator angewandt wird, erforderlich, dem verkneteten Gemisch (unter Zusatz der Flüssigkeit) eine entsprechende Klebrigkeit und Glätte zu verleihen, und das kann erst erreicht werden durch die erfindungsgemäße Kombination verschiedener schwer verdaulicher Polysaccharide.

Außerdem ist es bei der Herstellung des Granulats bevorzugt, die Herstellung in einer kurzen Zeit durchzuführen unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Glucomannans und der schwer verdaulichen Polysaccharide, wie der hohen Wasserabsorption, Quellfähigkeit usw.

Zu dem erfindungsgemäßen Granulat können vorteilhafterweise auch zusätzliche Bestandteile, z. B. trockene Pulver von Tomaten, Erdbeeren, Bananen, Karotten, Sellerie, Petersilie, Zwiebeln usw., die als pflanzliche Fasern bekannt sind, ein Calciumzusatz, wie Calciumphosphat, Calciumlactat usw., ein Aromastoff sowie je nach dem Anwendungszweck des Lebensmittels eine geringe Menge Stärke, Lactose, Protein usw. zugesetzt werden, wie sie üblicherweise bei der Granulierung zugesetzt werden.

Da das so hergestellte erfindungsgemäße Glucomannan-Granulat ein geringes spezifisches Volumen hat, nicht zur Dispersion führt und nicht zerstäubt, können die Herstellungs- und Qualitätskontrolle für das Produkt genau und leicht durchgeführt werden. Wenn das Produkt aufgenommen bzw. gegessen wird, staubt es nicht und verklebt nicht und führt nicht zu einem Verkleben des Mundes. Da das erfindungsgemäße Produkt nur aus sogenannten diätetischen Fasern hergestellt wird, ist es besonders geeignet als diätetisches Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusatz.

Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert.

Im folgenden ist ein Versuch zum Granulieren von Glucomannan und schwer verdaulichen Polysacchariden in verschiedenen Verhältnissen angegeben.

Bei dem Versuch wurden jeweils 500 g eines Gemisches von Glucomannan und verschiedenen schwer verdaulichen Polysacchariden in einem gewünschten Mischungsverhältnis gleichmäßig vermischt. Nach Zugabe von 350 g gereinigtem Wasser zu dem Gemisch wurde das nunmehr erhaltene Gemisch verknetet und in einen Rotationsextrudiergranulator gegeben mit einem Korbdurchmesser (Siebdurchmesser) von 130 mm und einem Lochdurchmesser (Maschenweite) von 0,8 mm. Die Bildung von Körnern wurde bestätigt durch Messung der zur Beendigung der Granulatbildung erforderlichen Zeit, wenn Körner gebildet wurden.

Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle angegeben.

Beispiel 1

Pulver aus 58 Teilen Glucomannan, 9 Teilen niedermolekularem Methoxypektin, 6 Teilen hochmolekularem Methoxypektin, 17 Teilen rohen Pflanzenfasern, 3 Teilen Alginsäure, 5 Teilen Karottenpulver, 1 Teil neutralem Calciumphosphat und 4 Teilen Pullulan wurden zunächst gleichmäßig vermischt. Nach Zugabe von 70 Teilen gereinigtem Wasser wurde das Gemisch verknetet und mit Hilfe eines Rotationsextrudiergranulators granuliert. Das so erhaltene Granulat wurde gesiebt und dann in einer Fließbett- Trockenvorrichtung unter Bildung eines Granulats getrocknet.

Beispiele 2 bis 7 und Vergleichsbeispiele 1 und 2

Nach dem gleichen Verfahren wie Beispiel 1 wurden unter Verwendung der in der folgenden Tabelle angegebenen Bestandteile die ebenfalls in der Tabelle angegebenen Granulate erhalten.

Tabelle


Anspruch[de]
  1. 1. Glucomannan-Granulat, enthaltend Glucomannan in einer Menge von 50 bis 99 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Granulat sowie ein oder mehrere schwer verdauliche Polysaccharide aus der Gruppe Alginate,Alginsäureester, Agar, Carboxymethylcellulosesalze und Pullulan in einer Menge von 1 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Granulat.
  2. 2. Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich ein oder mehrere schwer verdauliche Polysaccharide aus der Gruppe Pektin und verschiedenen Arten von Cellulose in einer Menge bis zu 49 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Granulat, enthält.
  3. 3. Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 55 bis 65% Glucomannan, 0 bis 3% Alginsäure, 10 bis 20% Pektin, 10 bis 20% rohe Fasern, 0 bis 5% Natriumalginat, 4 bis 8% Pullulan, 0 bis 4% Agar, 3 bis 8% pflanzliche Fasern und 0 bis 1% eines calciumhaltigen Zusatzes, bezogen auf das Gesamtgewicht des Granulats, enthält.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung eines Granulats nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das Glucomannan mit einem oder mehreren der schwer verdaulichen Polysaccharide gleichmäßig vermischt, das Gemisch unter Zusatz von Wasser, Ethanol und/oder Isopropanol verknetet, das verknetete Gemisch durch einen Extrudiergranulator granuliert, das Granulat siebt und trocknet.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Granulierung mit Hilfe eines Rotations-Extrudiergranulators durchführt.
  6. 6. Verwendung des Granulats nach Anspruch 1, 2 oder 3 als diätetisches Lebensmittel oder Lebensmittelzusatz.






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