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Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf das Walzwerkswesen und betrifft insbesondere einen Antrieb für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes.

Bei Rohrkaltwalzwerken mit einem beweglichen Arbeitsgerüst sieht man sich ziemlich oft gezwungen, zum Wechseln von Gerüsten, Kalibern, Arbeitswalzen, Walzenlagern, bei der Ausbesserung von Führungen usw., das Gerüst aus dem Walzwerk auszubauen. Das Arbeitgerüst ist mit den Kurbeln des Antriebsmechanismus mittels Pleuelstangen verbunden, die mit ihrem einen Ende an einem Kurbelzapfen und mit ihrem anderen Ende an einem Bolzen des Arbeitsgerüstes angelenkt sind. Zum Ausbauen des Arbeitsgerüstes aus dem Walzwerk sind vorher die Pleuelstangen des Antriebsmechanismus vom Arbeitsgerüst zu entkuppeln.

Normalerweise wird jede Pleuelstange vom Arbeitsgerüst durch das Herausnehmen des Daumens aus dessen Öhr und des Lagers der Pleuelstange entkuppelt, wonach die Pleuelstange in der Vertikalebene weggeschwenkt wird.

Es ist bereits ein Arbeitsgerüst für ein Rohrkaltwalzwerk (DE, A, 12 87 511) bekannt, welches mit den Pleuelstangen des Antriebsmechanismus mittels Daumen verbunden ist, die je einen kegelförmigen Abschnitt aufweisen, der in eine Hülse eingepreßt ist, die unbewegbar in ein Öhr des Arbeitsgerüstes eingebaut ist, während am zylindrischen Teil der Daumen je ein Lager vorgesehen ist, das eine Drehung der Pleuelstange in einer Vertikalebene sowie ihre Arretierung gegen eine Verschiebung längs dem Daumen mit Hilfe einer Mutter gewährleistet. Das andere Ende jeder Pleuelstange ist mit einem Kurbelzapfen mittels Lager in der Vertikalebene drehbar verbunden.

Bei einer solchen Art der Verbindung des Arbeitsgerüstes mit den Pleuelstangen des Antriebsmechanismus wird es wie folgt entkuppelt. Zunächst wird die axiale Arretierung des Lagers am Daumen freigegeben, wozu die Mutter abgeschraubt und entfernt wird. Nachher erfolgt das Herauspressen des Daumens aus dem Lager der Pleuelstange und der Hülse des Öhres des Arbeitsgerüstes. Nach dem Herausnehmen der Daumen aus beiden Öhren werden die Pleuelstangen nach oben geschwenkt, und das Arbeitsgerüst wird vom Antrieb des Walzwerkes entkuppelt.

Durch das Herauspressen (Einpressen) der Daumen aus dem Öhr des Gerüstes und deren Herausnehmen aus dem Öhr des Gerüstes und aus den Lagern der Pleuelstangen verlängert sich jedoch die Zeit für das Auseinandernehmen der Kupplungen und insgesamt für den Gerüstwechsel.

Diese Art der Auseinandernahme erfordert außerdem ein häufiges Auswechseln der Daumen wegen einer Lockerung des Anzuges nach mehrmaligem Ein- und Herauspressen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes mit einer solchen konstruktiven Ausführung der Baugruppen für das Kuppeln von dessen Pleuelstangen mit den Daumen der Öhre des Gerüstes und der Zapfen der Kurbelräder zu schaffen, daß die Zeit für das Auseinandernehmen der Kupplungen verkürzt und die Lebensdauer der Kupplungselemente auch bei häufigem Zusammenbau und Auseinandernehmen verlängert wird.

Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei einem Antrieb für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes, welcher antreibende Kurbelräder und Pleuelstangen enthält, wobei die Endstücke jeder der Pleuelstangen an Zapfen der Kurbelräder und Daumen der Öhre des Gerüstes drehbar angebracht sind, gemäß der Erfindung jede Pleuelstange in einer Horizontalebene schwenkbar angeordnet, am Zapfen des Kurbelrades mittels eines Kugelgelenkes und am Daumen des Öhres des Gerüstes mittels eines an seiner Achse entlang teilbaren Lagers montiert ist und an dem am Zapfen des Kurbelrades befindlichen Endabschnitt eine dem Kurbelrad zugewandte Abschrägung aufweist, wobei an den Daumen der Öhre des Gerüstes Stirnhalterungen vorgesehen sind, die eine Verschiebung der Pleuelstangen längs dieser Daumen verhindern.

Bei dieser konstruktiven Ausführung des Antriebes für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes reicht es aus, anstatt der Arbeitsgänge des Herauspressens der Zapfen aus den Pleuellagern und der Daumen aus den Öhren des Arbeitsgerüstes sich lediglich mit der Entfernung eines der Ringe in jedem Lager, das zur Kupplung der Pleuelstange mit dem Arbeitsgerüst vorgesehen ist, zu begnügen. Hierbei ermöglichen die Spalte, die zwischen der Oberfläche der übriggebliebenen Elemente des Lagers und der zylindrischen Oberfläche des Daumens oder der Pleuelstange vorhanden sind, jede Pleuelstange in horizontaler Ebene von dem Öhr des Arbeitsgerüstes ungehindert so wegzuführen, daß sich zwischen den einander zugewandten Stirnflächen der Pleuelstange und des Daumens des Öhres des Arbeitsgerüstes ein Spalt bildet, dank welchem das Arbeitsgerüst reibungslos herausgenommen werden kann. Das Wegschwenken der Pleuelstange in horizontaler Ebene begünstigen die Kugelgelenke, mit deren Hilfe die Pleuelstangen an den Zapfen der Kurbelräder angelenkt sind, und die Abschrägungen der Pleuelstangen auf der Seite der Kurbelräder.

Dadurch werden der Arbeitsaufwand und Zeit für das Entkuppeln und Kuppeln der Pleuelstangen mit den Öhren des Arbeitsgerüstes eingespart. Außerdem ermöglicht der Fortfall des Herausnehmens des Daumens aus dem Öhr des Arbeitsgerüstes dessen Sitz mit erhöhtem Anzug, wodurch die Zuverlässigkeit und die Langlebigkeit der Kupplung verbessert sowie die Stillstandzeit für den Daumenwechsel und die Überholung der Öhre des Arbeitsgerüstes verkürzt werden. Demnach wird dank der erfindungsgemäßen konstruktiven Lösung die Ausfallzeit des Walzwerkes reduziert, so daß dessen Leistung erhöht wird.

Nachstehend wird die Erfindung durch die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels des Antriebs für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert; in diesen zeigt:

Fig. 1 die Gesamtansicht eines Antriebes für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes in einer Seitenansicht;

Fig. 2 dito wie in Fig. 1, die Draufsicht;

Fig. 3 den Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1.

Der Antrieb für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes enthält Kurbelräder 1 (Fig. 1), die auf einer Antriebswelle 2 sitzen, und Pleuelstangen 3, von denen jeweils das eine Ende an dem Zapfen 4 (Fig. 2) des Kurbelrades 1 und das andere an dem Daumen 5 eines Öhres 6 eines an sich bekannten Gerüstes 7 in einer Vertikalebene drehbar angebracht ist. Jede Pleuelstange 3 kann neben der Drehung in einer Vertikalebene relativ zu dem Zapfen 4 und dem Daumen 5 auch eine Schwenkung in horizontaler Ebene ausführen, wie das in Fig. 2 für eine der Pleuelstangen mit punktierter Linie wiedergegeben ist.

Damit jede Pleuelstange 3 eine Dreh- und Schwenkbewegung in jeweils einer senkrechten und waagerechten Ebene ausführen kann, ist sie am Zapfen 4 des Kurbelrades 1 mittels eines Kugelgelenkes 8 einer an sich bekannten Bauart und am Daumen 5 des Öhres 6 des Gerüstes 7 mittels eines an seiner Achse entlang teilbaren Lagers 9 montiert, wobei an dem am Zapfen 4 des Kurbelrades 1 angebrachten Ende der Pleuelstange 3 eine dem Kurbelrad 1 zugewandte Abschrägung 10, wie das Fig. 2 erkennen läßt, vorgesehen ist. Das Lager 9 (Fig. 3) befindet sich in einer Bohrung der Pleuelstange 3 und sitzt mit seinem Innenring 11 auf dem Daumen 5, der in die Öffnung des Öhrs 6 eingepreßt ist. Der Innenring 11 weist im vorliegenden Fall Bunde 12 auf, welche Rollen 13 in Axialrichtung festhalten. Die Teilung des Lagers 9 wird an der Oberfläche des Außenringes 14 und den Rollen 13 durch die Entfernung des Innenringes 11 mit den Rollen 13 vorgenommen, wobei der Außenring 14 im Innern der Bohrung der Pleuelstange 3 sitzenbleibt. Um die Pleuelstangen 3 und die Innenringe 11 der Lager 9 gegen eine Verschiebung längs dieser Daumen 5 zu sichern, sind an diesen Daumen 5 Stirnhalterungen 15 in Form von mit Bolzen 16 arretierten Scheiben vorgesehen. Zwischen dem Innenring 11 und dem Öhr 6 des Gerüstes 7 befindet sich ein Ring 17, dessen Außendurchmesser etwas geringer als der Innendurchmesser des Außenringes 14 des Lagers 9 ist. Der Außenring 14 wird in der Pleuelstange 3 gegen eine axiale Versetzung mittels Deckeln 18 und 19 gesichert, deren Öffnungen einen Durchmesser aufweisen, der den Innendurchmesser des Ringes 14 etwas übertrifft.

Jede Stirnhalterung 15 weist ringförmige Bunde 20 und 21 auf, wobei sich die Stirnhalterung mit dem Bund 21 gegen den Innenring 11 des Lagers 9 stützt und der Bund 20 den Deckel 19 von außen umfaßt, so daß die Verschiebung dieses Deckels gemeinsam mit der Pleuelstange 3 längs des Daumens 5 während der Arbeit des Antriebes begrenzt wird.

Die Entfernung der Innenringe 11 kann in einer beliebigen bekannten Weise, z. B. mittels Abziehvorrichtungen 22 vorgenommen werden, von welchen jede Abziehvorrichtung aus einer Scheibe 23 besteht, in deren Mitte eine Schraube 24 vorgesehen ist, welche mit ihrem einen Ende an der Scheibe 23 mittels einer Mutter 25 festgehalten wird und dem anderen Ende in eine Gewindebohrung des Daumens 5 eingeschraubt ist. An der Scheibe 23 sind außerdem mehrere Stäbe 26 vorgesehen, die in Öffnungen des Öhrs 6 eingesetzt werden.

Das Gerüst wird von seinem Antrieb wie folgt entkuppelt. Für das Entkuppeln der Pleuelstangen 3 von den Öhren 6 des Gerüstes 7 entfernt man die Bolzen 16 und die Halterungen 15. In die Öffnungen jedes Öhres 6 werden auf der den Pleuelstangen 3 gegenüberliegenden Seite die Stäbe 26 der Abziehvorrichtung 22 eingesetzt, deren Stirnflächen sich auf der einen Seite gegen den Ring 17 und auf der anderen Seite gegen die Scheibe 23 stützen. In den Daumen 5 wird die Schraube 24 eingeschraubt, und mit Hilfe der Mutter 25 erfolgt eine Verlagerung der Scheibe 23 und folglich der Stäbe 26, welche über den Ring 17 auf den Innenring 11 des Lagers 9 einwirken, so daß dieser gemeinsam mit den Rollen 13 von der Oberfläche des Daumens 5 abgenommen wird. Als Folge hiervor bildet sich zwischen der Innenfläche des Außenringes 14 und der Oberfläche des Daumens 5 ein Spalt, der für eine Schwenkung der Pleuelstangen 3 in horizontaler Ebene gegenüber den Kugelgelenken 8 ausreicht, wobei die Pleuelstangen 3 so weit geschwenkt werden, bis zwischen den einander zugewandten Stirnflächen der Pleuelstangen 3 und der Daumen 5, die in die Öhre 6 eingepreßt sind, Spalte entstehen. Die Abschrägungen 10 (Fig. 2) an den Endabschnitten der Pleuelstangen 3 erlauben die Schwenkung der Pleuelstangen 3 bis zur Bildung der besagten Spalte, die für eine ungehinderte Entfernung des Gerüstes 1 ausreichen. Nach der Schwenkung in horizontaler Ebene nehmen die Pleuelstangen 3 die in Fig. 2 mit punktierter Linie für eine der Pleuelstangen eingezeichneten Lage ein, d. h., die Pleuelstangen sind nun von den Daumen 5 der Öhre des Gerüstes abgenommen.

Der Einbau des Gerüstes 7 in das Walzwerk geschieht bei horizontal auseinandergerückten Pleuelstangen 3. Nach dem Einbauen des Gerüstes werden die Pleuelstangen 3 mittels der Kugelgelenke 8 in ihre Betriebsstellung zurückgeschwenkt. Anschließend setzt man auf die Daumen 5 die Innenringe 11 mit den Rollen 13 und den Käfigen der Lager 9 auf, die dann durch die Stirnhalterungen 15 mit Hilfe der Bolzen 16 festgezogen werden.

Es sei angemerkt, daß entweder der Innen- oder der Außenring der Lager 9 entfernt werden kann, je nach deren konkreter Ausführung. Entfernt wird immer der Ring, der mit Bunden versehen ist, die die Rollen auf beiden Seiten festhalten.

Die erfindungsgemäße konstruktive Ausführung der Baugruppen für das Kuppeln der Pleuelstangen des Antriebes eines Gerüstes mit den Öhren ermöglicht eine beachtliche Verkürzung der Zeit für den Zusammenbau und das Auseinandernehmen dieser Baugruppen und mithin eine Reduzierung der Zeit für den Gerüstwechsel und schließt zugleich voll und ganz eine Beschädigung der Pleuelstangen und des Gerüstes bei mehrfachem Zusammenbau und Auseinandernehmen aus.


Anspruch[de]
  1. Antrieb für das Gerüst eines Rohrkaltwalzwerkes, enthaltend antreibende Kurbelräder (1) und Pleuelstangen (3), wobei ein Ende jeder der Pleuelstangen an Zapfen (4) der Kurbelräder (1) und das andere am Daumen (5) von Öhren (6) des Gerüstes (7) angelenkt sind, dadurch gekennzeichnet, daß jede Pleuelstange (3) in der horizontalen Ebene schwenkbar angeordnet, am Zapfen (4) des Kurbelrades (1) mittels eines Kugelgelenkes (8) und am Daumen (5) des Öhres (6) des Gerüstes (7) mittels eines längs seiner Achse teilbaren Lagers (9) montiert ist und an dem am Zapfen (4) des Kurbelrades (1) angelenkten Ende eine dem Kurbelrad (1) zugewandte Abschrägung (10) aufweist, wobei an den Daumen (5) der Öhre (6) des Gerüstes (7) Stirnhalterungen (15) vorgesehen sind, die eine Verschiebung der Pleuelstange (3) längs dieser Daumen (5) verhindern.






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