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Dokumentenidentifikation DE4120564A1 02.01.1992
Titel Vorrichtung zur Bildung von Chenillefäden
Anmelder Becheroni Petruccioli, Leda, Florenz/Firenze, IT
Erfinder Becheroni Petruccioli, Leda, Florenz/Firenze, IT
Vertreter Moll, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Glawe, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., 8000 München; Delfs, K., Dipl.-Ing.; Mengdehl, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Niebuhr, H., Dipl.-Phys. Dr.phil.habil., 2000 Hamburg; Merkau, B., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 21.06.1991
DE-Aktenzeichen 4120564
Offenlegungstag 02.01.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.01.1992
IPC-Hauptklasse D02G 3/42
Zusammenfassung Vorrichtung zur Herstellung zweier Chenillefäden mit einem "Kaliber" (1, 3) mit einer Schneidklinge (7) zur Bildung von Abschnitten (E) des Effektfadens, weiterhin mit zwei bodenförmig gekrümmten Gleitflächen (9) für diese Abschnitte, längs derer entsprechende Mitnehmerrollen wirksam sind, wobei einer der Kernfäden der Mitnehmerrolle und der andere Kernfaden durch einen Durchgang (14) in der Gleitfläche zugeführt werden und wobei in den Gleitflächen Kanäle (9A) mit Haltewände vorgesehen sind, längs derer die Effektfadenabschnitte (E) von den Mitnehmerrollen geführt werden.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Bildung von Chenillefäden, die eine Vereinfachung bei der Herstellung und eine Verbesserung der Qualität des Fadens ermöglicht. Weitere Zwecke und Vorteile werden aus der folgenden Beschreibung deutlich.

Die Vorrichtung umfaßt ein "Kaliber" mit Schneidklinge zur Bildung von Abschnitten des Effektfadens, zwei bogenförmige Gleitflächen für diese Fadenabschnitte, längs derer entsprechende Mitnehmerrollen wirksam sind, wobei einer der Kernfäden der Mitnehmerrolle zugeführt wird und der andere Kernfaden über einen Durchgang in der Gleitfläche zugeführt wird.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß in den Gleitflächen Kanäle mit Haltewänden ausgebildet sind, längs derer die Abschnitte des Effektfadens von den Mitnehmerrollen geführt werden.

Die Kanäle verlängern sich vorteilhafterweise in Ansätzen, die sich an die Mitnehmergegenrollen annähern.

Die Vorrichtung umfaßt in der Praxis zwei ausgeschnittene und formgestanzte Blechteile, die symmetrisch miteinander verbunden sind und das Kaliber, die Gleitflächen, die Kanäle und deren Verlängerungen bilden.

Zum besseren Verständnis der Erfindung sei diese im folgenden an einem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert:

Fig. 1 und 2 zeigen einen Chenillefaden,

Fig. 2 und 4 zeigen ein "Kaliber" in Außenansicht bzw. als vergrößerter lokaler Schnitt,

Fig. 5, 6 und 7 zeigen eine schematische Darstellung einer Baugruppe, eine perspektivische Ansicht der formgestanzten Komponenten bzw. einen lokalen Schnitt,

Fig. 8 und 9 zeigen ein Detail von Fig. 4 bzw. eine lokale Frontansicht.

Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, besteht ein Chenillefaden bekanntlich aus zwei (oder auch mehr) Kernfäden A1 und A2 und aus Abschnitten eines Effektfadens E von im wesentlichen gleichmäßiger Länge, die zwischen den Windungen der Kernfäden gefaßt sind, so daß ingesamt ein zylindrischer Faden entsteht, dessen Dichte und äußere Begrenzung um so gleichmäßiger ist, je regelmäßiger die zentrale Position der Abschnitte E in der von den Kernfäden erfaßten Stellung ist.

Bekanntlich besitzt eine Vorrichtung zur Herstellung eines Chenillefadens ein sogenanntes Kaliber 1, das in der Regel aus zwei Blechteilen mit dreieckförmiger Abwicklung besteht, die nach unten in einen geradlinigen Abschnitt 3 auslaufen, der das eigentliche Kaliber bildet. Der fortlaufende Effektfaden FE, aus dem die Abschnitte E geschnitten werden, wird in Windungen um das Kaliber 1, 3 gelegt, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Die Windungen spannen sich über das Profil des Dreiecks 1 und der das Kaliber bildenden Verlängerung. Sie werden von einer Klinge zerschnitten, die sich in einem Schlitz 5 befindet, der von den beiden dreieckförmigen Blechteilen begrenzt wird. Letztere entfernen sich in der Verlängerungszone 3 des eigentlichen Kalibers geringfügig voneinander um die Klinge aufzunehmen. Die in Fig. 4 generell mit 7 bezeichnete Klinge kann entweder eine geradlinige Klinge sein, wie die in Fig. 3 dargestellte Klinge 7A, die mit einer alternierenden Bewegung beaufschlagt wird, oder eine rotierende scheibenförmige Klinge, die in Fig. 3 schematisch mit 7B bezeichnet ist. In beiden Fällen wird der Effektfaden FE von der Klinge im Bereich der Verlängerung 3 des Kalibers zerschnitten, so daß aus den Windungen Paare von Effektfadenabschnitten FE gebildet werden, deren Länge im wesentlichen der Breite der Verlängerung 3 des Kalibers zuzüglich der doppelten Dicke jedes der Blechteile entspricht, die das Kaliber 3 bilden.

Jedes der Blechteile 1, 3, die zur Bildung des Dreiecks und des Kalibers miteinander verbunden sind, sind Bestandteil zweier symmetrischer Komponenten, deren Hauptkörper 9 eine Fläche mit einem horizontalen zylindrischen Querschnitt bildet, wobei die Symmetrieebene der Ebene der Klinge 7 in der einen oder der anderen ihrer möglichen Ausführungsformen 7A und 7B entspricht. Die Bleche 9 mit den jeweiligen Verlängerungen 3, 1, die charakteristischerweise durch Schneiden und Formstanzen hergestellt werden, besitzen einen vertieften Kanal 9A, der mit der betreffenden das Kaliber bildenden Verlängerung 3 fluchtet und ein bogenförmiges Profil hat, das einem kreisbogenförmigen Verlauf folgt, der an dem Kaliber 3 beginnt. Der Kanal 9A wird vorteilhafterweise durch einen kanalförmigen Ansatz 9B verlängert, der den selben Krümmungsradius hat wie der untere Endbereich des Kalibers 3 und der Kanal 9A. Die Breite des Kanals 9A zwischen den beiden einstückig mit ihm ausgebildeten Wänden entspricht im wesentlichen der Länge der Effektfadenabschnitte E und der Position, in der diese Abschnitte E transversal zu ihrer Längsausdehnung in herkömmlicherweise mit Hilfe sogenannter Mitnehmerrollen 12 transportiert werden. Letztere berühren mit ihrer Peripherie den Boden der Kanäle 9A und der eventuell vorgesehenen Verlängerung 9B und drehen sich in der durch die Pfeile gekennzeichneten Richtung, um die Effektfadenabschnitte E zu begleiten. Die Mitnehmerrollen haben auf ihrer Außenfläche eine flache ringförmige Kehle 12A in der Mitte ihrer Dickenausdehnung. Diese Kehle wird von der zylindrischen Fläche der betreffenden Mitnehmerrollen flankiert. Diese Fläche ist durch Rändelung oder Riffelung aufgerauht, wodurch das Mitnehmen der Abschnitte E begünstigt wird, die sich zwischen dem Boden des Kanals 9A und der Peripherie der betreffenden Mitnehmerrolle 12 befinden. Der Krümmungsradius des Kanals 9A, 9B ist nur geringfügig größer als der Radius der Mitnehmerrolle.

Jede Vorrichtung ist in herkömmlicher Weise zur Herstellung zweier Chenillefäden vorgesehen. Zu diesem Zweck werden jeweils zwei Kernfäden A1 und A2 zugeführt. Der Kernfaden A1 wird in der durch die Pfeile angedeuteten Richtung in die Kehle 12A der betreffenden Mitnehmerrolle 12eingeführt. Den anderen Kernfaden A2 läßt man von einer Öffnung 14 oder von einem in dem Blechkörper 9 mit der betreffenden Mitnehmerrolle 12 entsprechendem zylindrischen Querschnitt ausgebildeten Einschnitt 14A einlaufen. Die Zuführung des Kernfadens A2 ist durch den Pfeil angedeutet. Die Abschnitte E, die auf einer Seite des Kalibers ausgebildet werden, d. h. die sich in einem der Kanäle 9A befinden, gelangen so zwischen den Kernfaden A1, der in die Kehle 12A eingespeist wird, und den Kernfaden A2, der durch die Öffnung 14 eingespeist wird. Die beiden Kernfäden A1 und A2 folgen mit den zwischen ihnen liegenden Effektfadenabschnitten dem Kanal 9A, 9B und der Peripherie der Mitnehmerrolle 12 und erreichen eine entsprechende Mitnehmergegenrolle 16, die die Mitnehmerrolle 12 unmittelbar hinter dem Ende des Kanals 9A, 9B berührt. Die Mitnehmergegenrolle 16 ist mit einer Führungsschulter und eine Kehle zur Führung des Fadens ausgestattet. Auf sie folgt eine Baugruppe mit Spindel für das Drehen der beiden Kernfäden. Unmittelbar nach dem Verlassen der Mitnehmergegenrolle 16 werden die Kernfäden tordiert und halten somit die Abschnitte E für die Herstellung des Chenillefadens zwischen sich stabil fest. Die Baugruppe mit Spindel, die mit jeder Mitnehmergegenrolle 16 zusammenwirkt, wickeln den Chenillefaden in bekannter Weise auf Garnspulen oder -rollen auf.

Die Herstellung der beiden Komponenten, die den Körper 9 mit dem Kanal 9A und 9B, den Abschnitt 3 des eigentlichen Kalibers und das Dreieckteil 1 bilden, das mit dem betreffenden Teil der anderen Komponente verbunden ist, durch Schneiden und Formstanzen aus einem Metallblech ist mit folgenden Vorteilen verbunden: Große Präzision bei der Herstellung, einfache Herstellung und damit erhebliche Kostenverringerung, große Stabilität der Komponenten, die so sehr lange den erheblichen Vibrationsbeanspruchungen standhalten, denen die Vorrichtung ausgesetzt ist, sowie ein Halten der Effektfadenabschnitte zwischen den Wänden der Kanäle 9A, 9B, wodurch eine regelmäßige Position beim Erfassen der Abschnitte durch die Kernfäden und damit gute Regelmäßigkeit des Endprodukts gewährleitet ist. Diese Regelmäßigkeit wird insbesondere für gewisse Verwendungen des Chenillefadens speziell bei Bekleidungsstücken aus Strickwaren und dgl. gefordert, wenn die Abschnitte E relativ kurz sind und eine extreme Regelmäßigkeit dieser Fäden gewünscht wird.

Die Ausbildung der Kanäle 9A, 9B und insbesondere der Verlängerungen 9B, die von den Kanalwänden begrenzt werden, vermeidet das Anhäufen von Fusseln und damit verbundene Unregelmäßigkeiten sowie die Notwendigkeit manueller Eingriffe.

Die einstückige Ausbildung jeder der oben erwähnten symmetrischen Komponenten (die jeweils aus einem einzigen geschnittenen und formgestanzten Blech bestehen), ermöglicht es auch, auf komplexe kombinierte Strukturen zu verzichten, die Schweißungen und/oder Klebungen und/oder anderen Kunstgriffe erfordern und keine große Stabilität beim Einsatz des Kalibers gewährleisten.

Gemäß Fig. 8 und 9 kann der Rand der Öffnung in dem Bereich, der sich stromabwärts der Vortriebsrichtung fE des Umfangs der Mitnehmerrolle 12 befindet, eine allmählich verlaufende Abschrägung 24 aufweisen, der einen allmählichen Einlauf des Kernfadens A2 ermöglicht, der so allmählich und nicht sprunghaft in den Kanal 9A eintritt, in dem die Abschnitte E durch die Mitnehmerwirkung der Mitnehmerrollen gleiten. Dadurch wird ein relativ sprunghaftes Zusammentreffen zwischen den Abschnitten E, die sich in Richtung des Pfeiles fE bewegen, und dem aus der Öffnung 14 auftauchenden Faden vermieden. Dieses (im Vergleich zu einer herkömmlichen durchgehenden Bohrung ohne Abschrägung 24) allmähliche Auftauchen des Kernfadens 2 ermöglicht eine gleichmäßigere Verbindung zwischen den Effektfadenabschnitten E und dem Kernfaden A2, was für die Gleichmäßigkeit bei der Bildung des Chenillefadens von Vorteil ist. Die Abschnitte E werden allmählich an den Kernfaden A1 angenähert und gegen diesen gedrückt, statt daß der Kernfaden A2 eine Art von Hindernis bildet. Die Abschrägung 24 kann durch Materialabtrag und geeignetes Polieren hergestellt sein oder auch durch Prägen, d. h. durch Materialverformung beim Formstanzen der betreffenden Komponente.

Die Abschrägung 24 kann seitlich begrenzt sein, um eine Führung für den auftauchenden Kernfaden A2 zu bilden.

Man erreicht mit dieser Anordnung größere Präzision bei der Herstellung des Chenillefadens, der damit gleichmäßiger wird und einen besseren Effekt zeigt, in den mit ihm hergestellten Waren ergibt.

Die Formen und Anordnungen der Erfindung können verändert werden, ohne daß damit der Schutzumfang der Ansprüche verlassen wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Herstellung zweier Chinillfäden mit einem "Kaliber" (1, 3) mit Schneidklinge (7) zur Bildung vom Abschnitten (E) des Effektfadens (FE), mit zwei bogenförmigen Gleitflächen (9) für die Fadenabschnitte (E), längs derer entsprechende Mitnehmerrollen (12) wirken, wobei einer (A1) der Kernfäden (A1, A2) der Mitnehmerrolle (12) zugeführt wird und der andere Kernfaden (A2) über einen Durchgang (14, 14A) in der Gleitfläche zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in den Gleitflächen Kanäle (9A) mit Haltewänden ausgebildet sind, längs derer die Abschnitte (E) des Effektfadens (FE) von den Mitnehmerrollen (12) geführt werden.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (9A) durch Ansätze (9B) verlängert werden, die sich den Mitnehmergegenrollen (12) annähern.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch zwei ausgeschnittene und formgestanzte Blechteile (9), die symmetrisch miteinander verbunden sind und das Kaliber (3, 1), die Gleitflächen (9), die Kanäle (9A) und deren Verlängerungen (9B) bilden.
  4. 4. Vorrichtung der vorangehenenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchgang (14, 14A) für einen (A2) der Kernfäden (A1, A2) mit einer Abschrägung ausgebildet ist, die bewirkt, daß der betreffende Kernfaden (A1) allmählich in den Kanal (9A) eingeführt wird.






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