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Dokumentenidentifikation DE4001761C2 09.01.1992
Titel Fadenzufuhreinrichtung für eine Rundstrickmaschine
Anmelder Sipra Patententwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, 7470 Albstadt, DE
Erfinder Jünthner, Kurt, 7474 Bitz, DE
Vertreter Frhr. von Schorlemer, R., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 3500 Kassel
DE-Anmeldedatum 23.01.1990
DE-Aktenzeichen 4001761
Offenlegungstag 25.07.1991
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.01.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.01.1992
IPC-Hauptklasse D04B 15/54
IPC-Nebenklasse D04B 15/48   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenzufuhreinrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 bezeichneten Gattung.

Bei einer bekannten Fadenzufuhreinrichtung dieser Art (DE-PS 33 24 245) besteht das Führungsorgan aus einer aus einem Draht geformten Öse, die mit einem Drahtwickel auf einem Haltebügel des Fadenführers verankert ist. Die Führungsrille weist einen bogenförmig gekrümmten Boden und einen Endabschnitt mit einem solchen Rillenwinkel auf, daß der Faden die Führungsrille unabhängig davon, ob er von allen Strickwerkzeugen oder nur von mustergemäß ausgewählten Strickwerkzeugen aufgenommen werden soll, stets tangential verläßt. Aufgrund der Öse und der bogenförmigen Krümmung der Führungsrille ergibt sich eine vergleichsweise aufwendige Gesamteinrichtung, die bei einer Hochleistungsmaschine mit einer Vielzahl von Stricksystemen einen beachtlichen Kostenfaktor darstellt. Außerdem verläßt der Faden den Fadenführer wegen der bogenförmigen Führungsrille je nach Auswahl der Strickwerkzeuge an unterschiedlichen Stellen der Führungsrille, was aus stricktechnischen Gründen unerwünscht ist.

Daneben sind Fadenführer bekannt (DE-GM 17 42 486), bei denen das Führungsorgan aus einer den Fadenführer durchsetzenden Bohrung besteht und hinter dieser eine Führungsrille für den Faden angeordnet ist. Dieser Fadenführer dient jedoch nicht zur Führung eines Fadens innerhalb einer Fadenzuführeinrichtung der eingangs bezeichneten Gattung, sondern zur zusätzlichen Zuführung eines Futterfadens bei der Herstellung einer Interlockware auf einer Interlockmaschine. Hierbei besteht das Problem, den Futterfaden so zuzuführen, daß er hinter die Spitzen der geöffneten Zungen der ausgetriebenen Rippnadeln gelangt und daher von den Zylindernadeln zu Maschen verarbeitet wird, während auf den Rippnadeln nur Henkel gebildet werden, die sich beim Abschlagen der Rippnadelmaschen in die Platinenmaschen der Warenrückseite einbinden. Bei diesem Fadenführer ist die Führungsnut im übrigen längs eines 90°-Bogens gekrümmt und so angeordnet, daß ihr Austrittsende unmittelbar über den ausgetriebenen Rippnadeln und hinter deren Zungen angeordnet ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Fadenzufuhreinrichtung der eingangs bezeichneten Gattung mit einem Fadenführer zu versehen, der vergleichsweise einfach und damit kostengünstig herstellbar ist und auch bei sehr schnell laufenden Rundstrickmaschinen ein sicheres Einlegen des Fadens in die Haken der Strickwerkzeuge ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.

Die Erfindung bringt den Vorteil mit sich, daß der Fadenwinkel optimal eingestellt und dennoch die Führungsrille im wesentlichen geradlinig ausgebildet werden kann, selbst wenn eine vergleichsweise hohe Anordnung des Fadenführers über den Strickwerkzeugen erwünscht ist. Bei allen Anordnungen verläßt der Faden den Fadenführer am Hinterende der Führungsrille, das dicht an der von den Haken der Strickwerkzeuge beschriebenen Bahn angeordnet werden kann und daher eine sichere, schleuderfreie Führung des Fadens bis zum ersten den Faden aufnehmenden Strickwerkzeug ermöglicht. Dennoch ist eine vergleichsweise preisgünstige Herstellung des Fadenführers möglich, weil die Führungsrille geradlinig und das Führungsorgan als einfache Bohrung ausgebildet werden kann.

Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit der Zeichnung an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch eine Rundstrickmaschine mit einem erfindungsgemäßen Fadenführer;

Fig. 2 bis 4 je eine Vorder- und Seitenansicht sowie eine teilweise geschnittene Hinteransicht des Fadenführers nach Fig. 1;

Fig. 5 die Vorderansicht einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fadenführers;

Fig. 6 eine schematische Vorderansicht des Fadenführers und eines Stricksystems der Rundstrickmaschine nach Fig. 1; und

Fig. 7 eine schematische Draufsicht auf das Stricksystem nach Fig. 6.

Die in Fig. 1 nur schematisch dargestellte Rundstrickmaschine weist einen Nadelzylinder 1 mit Stegen 2 und zwischen diesen befindlichen Nuten auf, in denen Strickwerkzeuge 3 mit einen Faden 4 aufnehmenden Haken 5 auf- und abbeweglich gelagert sind. Die zugehörigen Platinen oder dergleichen sind nicht dargestellt. Die Strickwerkzeuge 3 weisen Füße 6 auf, denen ein Schloß 7 zugeordnet ist, mittels dessen die Strickwerkzeuge 3 in bekannter Weise an jedem Stricksystem ausgetrieben und abgezogen werden, um den Faden 4 aufzunehmen und zu Maschen zu verarbeiten. Ein Halter 8 ist in eine Ausnehmung 9 eines Gestellteils 10 der Rundstrickmaschine eingesetzt und mittels einer Schraube 11 an diesem befestigt. Am Halter 8 ist ein Fadenführer 12 befestigt. Dieser weist einen Durchgang 14 für den Faden 4 auf, der über Ösen 15 und 16 von einer Vorratsspule 17 zugeführt wird, die wie die Ösen 15 und 16 an einem weiteren Gestellteil 18 der Rundstrickmaschine angeordnet ist. Der Fadenführer 12 kann mittels einer in den Halter 8 eingedrehten, am Gestellteil 10 abgestützten Stellschraube 19, auf die eine Kontermutter aufgedreht ist, radial zu den Nadeln 3 eingestellt werden. Zu seiner Befestigung an Halter 8 dient eine Klemmschraube 20, die ein Langloch des Fadenführers 12 durchragt, so daß dieser auch in der Höhe, d. h. parallel zur Auf- und Abbewegung der Strickwerkzeuge 3 einstellbar ist.

Bei der Rundstrickmaschine kann es sich um eine solche mit drehbarem Nadelzylinder 1 und feststehendem Schloß 7 und feststehenden Gestellteilen 10, 18 oder um eine solche handeln, bei der das Schloß 7 und die Gestellteile 10, 18 um einen feststehenden Nadelzylinder gedreht werden.

Rundstrickmaschinen der beschriebenen Art und ihre Funktionen sind allgemein bekannt und brauchen daher nicht näher erläutert werden.

Die erfindungsgemäße Konstruktion des Fadenführers 12 ist insbesondere aus Fig. 2 bis 4 ersichtlich. Der Fadenführer 12 enthält einen im wesentlichen platten- und quaderförmigen Grundkörper, der eine Vorderseite 21, eine Rückseite 22, eine Unterseite 23, eine erste Seitenwand 24, eine zweite Seitenwand 25 und den Durchgang 14 aufweist. Der Durchgang 14 erstreckt sich über die gesamte Breite des Fadenführers 12 und schräg von oben nach unten, wobei seine Eintrittsöffnung für den Faden an der Seitenwand 24 höher als seine Austrittsöffnung liegt, die an der Seitenwand 25 und tiefer am Grundkörper angeordnet ist. Der Durchgang 14 ist vorzugsweise als einfache Bohrung ausgebildet und mit einer geradlinigen Achse versehen.

An der Unterseite des Grundkörpers ist eine Führungsrille 26 vorgesehen, die z. B. U- oder V-förmig ausgebildet ist und einen Boden 27, einen Eintrittsabschnitt 28 und einen Austrittsabschnitt 29 besitzt. Die Führungsrille 26 ist schräg von oben nach unten geneigt angeordnet, wobei der Eintrittsabschnitt 28 höher als der Austrittsabschnitt 29 angeordnet ist. Außerdem ist die Führungsrille 26 wie der Durchgang 14 zweckmäßig über die gesamte Breite des Grundkörpers erstreckt, wobei allerdings ihr Eintrittsabschnitt 28 an die in Fig. 2 linke Seitenwand 25 und ihr Austrittsabschnitt 29 an die in Fig. 2 rechte Seitenwand 24 grenzt. Daher besitzt die Führungsrille 26, wie aus Fig. 2 und 4 klar ersichtlich ist, eine im Vergleich zum Durchgang 14 entgegengesetzte Neigung. Die Achsen des Durchgangs 14 und der Führungsrille 26 liegen vorzugsweise in derselben Ebene, die nach Fig. 3 z. B. die Mittelebene 30 des Grundkörpers ist. Der Boden 27 der Führungsrille 26 ist gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung geradlinig bzw. eben, so daß sich die Führungsrille 26 auf einfachste Weise herstellen läßt.

Der Durchgang 14 ist vorzugsweise als allseitig geschlossener Kanal ausgebildet. Um das Einlegen des Fadens in den Durchgang 14 zu erleichtern, weist ein den Durchgang 14 begrenzender Wandabschnitt des Grundkörpers, vorzugsweise seine Vorderwand, eine Fadeneinlegeöffnung 31 in Form einer über die gesamte Länge des Durchgangs 14 erstreckten Schlitzöffnung auf. Diese verläuft vorzugsweise, wie aus Fig. 2 und 4 ersichtlich ist, nicht parallel, sondern unter einem Winkel zur Achse des Durchgangs 14 bzw. derart, daß der Faden bei seiner üblichen Laufrichtung während des Gebrauchs innerhalb des Durchgangs 14 einen vergleichsweise großen Winkel mit der Schlitzöffnung bildet und dadurch gegen ungewolltes Herausspringen aus dem Durchgang 14 gesichert ist, aber dennoch leicht und schnell sowie von vorn in den Durchgang 14 eingelegt werden kann.

Im oberen Bereich des Grundkörpers ist eine Montageöffnung 32, z. B. ein Langloch, vorgesehen. Dieses kann entsprechend Fig. 5 auch in einem verbreiterten Halterungsteil 33 eines Fadenführers 12&min; ausgebildet sein, das mit einem den Durchgang 14 und die Führungsrille 26 aufweisenden Fadenführungsteil 34 zweckmäßig aus einem Stück besteht. Eine solche Ausbildung des Fadenführers 12&min; wird insbesondere dann bevorzugt, wenn der Abstand der Stricksysteme sehr klein ist und daher das Fadenführungsteil 34 entsprechend schmal ausgebildet werden muß. In beiden Varianten ist die Herstellung des gesamten Fadenführers 12, 12&min; außerordentlich einfach.

Fig. 6 und 7 zeigen den Fadenführer 12 beim Gebrauch, d. h. nach seiner Montage in der Rundstrickmaschine nach Fig. 1, die z. B. übliche Zungennadeln als Strickwerkzeuge 3 aufweist. Fig. 6 und 7 zeigen nur ein Stricksystem der Rundstrickmaschine, deren übrige Stricksysteme entsprechend ausgebildet sein können. Dabei sind entweder der Fadenführer 12 und das Schloß 7 (Fig. 1) ortsfest gehalten, während die Strickwerkzeuge 3 vom Nadelbett 1 in Richtung eines Pfeils v transportiert werden, oder es ist das Nadelbett 1 ortsfest angeordnet, während der Fadenführer 12 und das Schloß 7 entgegen der Richtung des Pfeils v transportiert werden. In beiden Fällen ist die Laufrichtung des Fadens 4 so, wie in Fig. 6 durch einen Pfeil w angedeutet ist.

Im Bereich jedes Stricksystems werden die lediglich durch Striche angedeuteten Strickwerkzeuge 3 vom zugehörigen Schloß 7 senkrecht zum Pfeil v und parallel zu einer Achse Y so ausgetrieben bzw. abgezogen, daß ihre Haken in bekannter Weise eine Bahn 36 durchlaufen, die einen ansteigenden Austriebsabschnitt 37, einen diesem folgenden Abzugsabschnitt 38 und ein dazwischen liegendes Maximum 39 durchlaufen. Der Fadenführer 12 ist mit seiner Unterseite oberhalb der Bahn 36 und so angeordnet, daß der Austrittsabschnitt 29 der Führungsrille 26 unmittelbar seitlich neben dem Austriebsabschnitt 37 und vor dem Maximum 39 liegt, ohne jedoch die aufsteigenden Strickwerkzeuge 3 zu berühren. Dabei ist die Neigung der Führungsrille 26 vorzugsweise gleichsinnig mit der Neigung des Abzugsabschnitts 38, aber entgegengesetzt zur Neigung des Austriebsabschnitts 37. Im übrigen wird die relative Lage des Fadenführers 12 in bekannter Weise so gewählt, daß der Faden 4 sicher in die Strickwerkzeuge 3 eingelegt und die Nadelzungen bei Bedarf zusätzlich oder hilfsweise geöffnet bzw. offen gehalten werden (DE-OS 15 85 437, DE-PS 33 24 245), sofern sie nicht automatisch durch die in den Haken 5 befindlichen Maschen geöffnet werden.

Um ein sicheres Einlegen des Fadens auch bei sehr hohen Strickgeschwindigkeiten, den damit verbundenen Vibrationen des Fadens 4 und der Strickwerkzeuge 3 und dem schnellen Zungenschlag beim Schließen der Zungen zu gewährleisten, sollte der Faden 4 den Strickwerkzeugen 3 unter einem vorgewählten Fadenwinkel ª zugeführt werden, der von der Erstreckungsrichtung der Strickwerkzeuge 3 (Y-Achse in Fig. 6) und demjenigen Fadenstück 4a eingeschlossen wird, das zwischen dem Fadenführer 12 und dem ersten den Faden 4 aufnehmenden und verarbeitenden Strickwerkzeug 3 liegt. Die Größe des Fadenwinkels ª ergibt sich aus verschiedenen Forderungen, wie in Fig. 6 anhand der schematisch dargestellten und voll ausgezeichneten Strickwerkzeuge 3a, 3b und 3c und ihren Haken 5 und Zungen 40 angedeutet ist. Danach sollten die hochsteigenden Strickwerkzeuge (z. B. 3a) den Faden 4 gerade nicht berühren, was durch leichte Schrägstellung des Fadenstücks 4a relativ zu der von den Vorderseiten der Strickwerkzeuge 3 gebildeten Flächen möglich ist. Dagegen muß das Fadenstück 4a, wenn die Strickwerkzeuge 3 wieder abgesenkt werden (z. B. Strickwerkzeug 3b), dicht vor der Brust der Strickwerkzeuge 3 angeordnet sein, damit es beim weiteren Absenken derselben sicher von den Haken 5 ergriffen und von diesen gehalten wird, bis die Zungen 40 den Haken 5 wieder verschlossen haben (z. B. Strickwerkzeug 3c in Fig. 6). Außerdem muß verhindert werden, daß die Zungen 40, die beim Aufsteigen der Strickwerkzeuge 3 durch die in deren Haken 5 befindlichen Maschen geöffnet werden und danach zurückfedern können, nicht wieder geschlossen, sondern vom Fadenstück 4a geöffnet gehalten werden.

Um den Fadenwinkel ª richtig einstellen und das Fadenstück 4a danach stets in der gewünschten Position halten zu können, ist die Führungsrille 26 im montierten Zustand zumindest an ihrem Austrittsabschnitt 29 mit einem Rillenwinkel b versehen, der kleiner als der Fadenwinkel ª ist. Dieser Rillenwinkel b ist durch die Erstreckungsrichtung der Strickwerkzeuge 3 (Y-Achse in Fig. 6) und den Boden 27 der Führungsrille 26 definiert.

Praktisch kann dieser Rillenwinkel b z. B. dadurch vorgewählt bzw. fest vorgegeben werden, daß er zwischen der mittels der Montageöffnung 32 od. dgl. ermöglichten Verschieberichtung des Fadenführers 12 parallel zur Y- Achse und dem Boden 27 der Führungsrille 26 konstruktiv vorgesehen wird und daher nach der Montage nicht ohne weiteres verändert werden kann. Dabei sollte der Rillenwinkel b zweckmäßig so klein gewählt werden, daß er bei allen zweckmäßigen Einstellungen des Fadenführers 12 stets kleiner als der sich aufgrund der Einstellung des Fadenführers 12 ergebende Fadenwinkel ª ist. Verläuft der Boden 27 der Führungsrille 26 abwechselnd von Fig. 1 bis 7 nicht geradlinig, sondern ganz oder teilweise leicht gekrümmt, dann beziehen sich diese Angaben auf den Austrittsabschnitt 29 der Führungsrille 26 bzw. dessen Auslaufende.

Unter den genannten Voraussetzungen durchläuft der Faden 4 zunächst den Durchgang 14, wobei er an der Seitenwand 25 austritt, an einer Stelle 41 derselben umgelenkt wird, danach die Führungsrille 26 passiert und den Fadenführer 12 schließlich am Austrittsabschnitt 29 verläßt. Dadurch liegt der Faden 4 insbesondere im Eintritts- und Austrittsabschnitt 28, 29 satt am Boden 27 der Führungsrille 26 an und wird gleichzeitig durch die Führungsrille 26 und deren Seitenwandungen sicher zentriert und schwingungsfrei geführt. Die auf diese Weise geschaffene Beruhigungszone für den Faden 4 kann so lang sein, wie es der Abstand zwischen den Stricksystemen zuläßt. Ein Herausspringen des Fadens 4 aus der Führungsrille 26 nach unten oder nach der Seite ist praktisch unmöglich, da er sowohl am Eintrittsabschnitt 28 als auch am Austrittsabschnitt 29 umgelenkt und dadurch in die Führungsrille 26 gedrückt wird. Dabei wirkt außerdem der Austrittsabschnitt 29 der Führungsrille 26 als Stützpunkt für den Faden, so daß das Fadenstück 4a auch beim Hochsteigen der Strickwerkzeuge stets zwischen diesem Stützpunkt und dem ersten Strickwerkzeug 3, das den Faden zur Masche verarbeitet, straff und gerade gehalten wird und während des Zungenschlags nicht nach oben oder nach außen ausweichen und dadurch aus dem Bereich der Haken 5 gelangen kann. Außerdem bewirken die Umlenkungen an der Stelle 41 und am Austrittsabschnitt 29 des Fadenführers 12 eine gewisse Mindestspannung im Fadenstück 4a, so daß dieses auch weitgehend flatterfrei geführt ist. Dabei kann das Maß dieser Spannung durch Änderung des Umlenkwinkels an der Stelle 41, z. B. durch Änderung der Neigung des Durchgangs 14, vorgewählt werden.

Die Führungsrille 26 zentriert den Faden 4 und umschließt ihn auf drei Seiten. Zur vierten Seite hin, d. h. nach unten, ist die Führungsrille 26 jedoch offen, so daß der Faden 4 leicht und schnell in sie eingelegt werden kann. Außerdem kann der Faden 4 nach einem Bruch od. dgl. leicht und schnell in den für ihn beim Gebrauch "geschlossenen" Durchgang 14 eingelegt werden, in dem er von vorn her durch die schlitzförmige Fadeneinlegeöffnung 31 eingefädelt wird. Wegen des beschriebenen Fadenlaufs kann dem Durchgang 14 im übrigen ein vergleichsweise großer Querschnitt gegeben werden, was für den Transport etwaiger Knoten und die Sauberhaltung günstig ist.

Da der Rillenwinkel b kleiner als der Fadenwinkel ª ist, ändert sich der beschriebene Fadenlauf nur unwesentlich, wenn nicht alle Strickwerkzeuge 3, sondern nur ausgewählte Strickwerkzeuge den Faden 4 aufnehmen sollen, sofern die dadurch entstehenden Flottungen nicht zu lang sind. Wie die gestrichelte Linie 4b in Fig. 6 andeutet, wird der Fadenwinkel ª beim Auftreten von Flottungen allenfalls noch größer, aber nicht kleiner, so daß sich an der Führung des Fadens im Fadenführer 12 nichts ändert und der Abstützpunkt an seinem Ausgang immer derselbe bleibt. Daher sind Flottungen über mehrere, z. B. fünf Strickwerkzeuge 3, ohne weiteres möglich, ohne daß das Fadenstück 4b in zu starke Schwingungen gerät. Da der Abstützpunkt am Ausgang des Fadenführers 12 außerdem in sehr dichter Nähe des Austriebsabschnitts 37 angeordnet werden kann, würde nach genauer Positionierung desselben selbst beim Auftreten geringfügiger Schwingungen sicher vermieden werden, daß der Faden während des Hochsteigens der Strickwerkzeuge (z. B. Strickwerkzeug 3a in Fig. 6) in deren Rücken gelangt.

Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, die sich auf vielfache Weise abwandeln lassen, sofern dadurch die gewünschte Fadenführung nicht beeinträchtigt wird. Insbesondere können z. B. die verschiedenen Kanten und Flächen, die mit dem Faden 4 in Berührung kommen, abgerundet sein, um zu hohe Fadenspannungen und/oder Beschädigungen des Fadens 4 zu vermeiden. Außerdem ist nicht erforderlich, daß der Durchgang 14 und die Führungsrille 26 im Fadenführungsteil 34 oder im Fadenführer 12 übereinander angeordnet sind, da der Faden 4 auch dann sicher am Boden der Führungsrille 26 gehalten werden kann, wenn diese gegenüber dem Durchgang 14 z. B. seitlich versetzt ist oder wenn dabei der Durchgang 14 dieselbe oder eine ähnliche Neigung wie die Führungsrille 26 aufweist.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenzufuhreinrichtung für eine Rundstrickmaschine mit einem Nadelbett, mit beweglich in diesem gelagerten Strickwerkzeugen, die Haken zur Aufnahme eines Fadens aufweisen, mit einem Fadenführer zur seitlichen Zuführung des Fadens unter einem vorgewählten Fadenwinkel relativ zu den Strickwerkzeugen und mit einem auf die Strickwerkzeuge einwirkenden Schloß zur Führung der Haken der den Faden aufnehmenden Strickwerkzeuge auf einer einen Austriebsabschnitt, einen Abzugsabschnitt und ein dazwischen liegendes Maximum aufweisenden Bahn, wobei der Fadenführer ein mit einer Fadeneinlegeöffnung versehenes Führungsorgan und eine in Fadenlaufrichtung hinter diesem angeordnete Führungsrille für den Faden aufweist und so angeordnet ist, daß der Faden von einer seitlich neben der Bahn und vor dem Maximum gelegenen Stelle aus den Strickwerkzeugen zugeführt und von den Haken der längs des Abzugsabschnitts geführten Strickwerkzeuge erfaßt wird, und wobei die Führungsrille nach unten offen, unter einem Rillenwinkel relativ zu den Strickwerkzeugen geneigt angeordnet und mit einem Eintrittsabschnitt und einem dem Austriebsabschnitt zugewandten Austrittsabschnitt versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rillenwinkel (b) zumindest am Austrittsabschnitt (29) der Führungsrille (26) kleiner als der Fadenwinkel (ª) ist und das Führungsorgan aus einem den Fadenführer (12, 12&min;) durchsetzenden Durchgang (14) besteht.
  2. 2. Fadenzufuhreinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchgang (14) eine geradlinig verlaufende Achse aufweist.
  3. 3. Fadenzufuhreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadeneinlegeöffnung (31) eine schräg zur Achse des Durchgangs (14) verlaufende Schlitzöffnung ist.
  4. 4. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrille (26) und der Durchgang (14) übereinander in einem Fadenführungsteil (34) des Fadenführers (12&min;) angeordnet und über dessen gesamte Breite erstreckt sind.
  5. 5. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrille (26) einen geradlinig verlaufenden Boden (27) aufweist.
  6. 6. Fadenzufuhreinrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchgang (14) eine im Vergleich zur Führungsrille (26) entgegengesetzte Neigung besitzt.
  7. 7. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Fadenführer (12&min;) ein Halterungsteil (33) aufweist, das mit dem Fadenführungsteil (34) aus einem Stück besteht.
  8. 8. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchgang (14) und die Führungsrille (26) an einem eine Seitenwand (24) aufweisenden Grundkörper ausgebildet sind und eine Eintrittsöffnung des Durchgangs (14) und ein Austrittsabschnitt (29) der Führungsrille (26) an dieser Seitenwand (24) liegen.
  9. 9. Fadenzufuhreinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (24) seitlich vor dem Maximum (39) und dem Austriebsabschnitt (37) liegt und diesen zugewandt ist.
  10. 10. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrille (26) und der Austrittsabschnitt (37) entgegengesetzte Neigungen aufweisen.
  11. 11. Fadenzufuhreinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrille (26) und der Abzugsabschnitt (38) gleichsinnige Neigungen aufweisen.






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