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Dokumentenidentifikation DE4011043C1 09.01.1992
Titel Zusammenlegbares Liege- und/oder Sitzmöbel
Anmelder Urain, Rudolf, 8200 Rosenheim, DE;
Fritz, Simon, 8201 Riedering, DE
Erfinder Urain, Rudolf, 8200 Rosenheim, DE
Vertreter Andrae, S., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., 8000 München; Flach, D., Dipl.-Phys., 8200 Rosenheim; Haug, D., Dipl.-Ing., 7320 Göppingen; Kneißl, R., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 05.04.1990
DE-Aktenzeichen 4011043
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.01.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.01.1992
IPC-Hauptklasse A47C 4/28
IPC-Nebenklasse A47C 4/42   A47C 17/64   
Zusammenfassung Herkömmliche Liege- und/oder Sitzmöbel sind in der Regel für einen ortsgebundenen Einsatz konzipiert.
Um ein entsprechendes Liege- und/oder Sitzmöbel zu schaffen, das problemlos jederzeit mitgeführt und bei Bedarf aufgestellt und wieder zusammengelegt werden kann, ist vorgesehen, daß die Längsrahmenteile (3) des Liege- und/oder Sitzmöbels (1) aus mehreren jeweils gelenkig miteinander verbundenen Schwenkhebeln (5) bestehen. Durch die die Sitz- und/oder Liegefläche bildende Materialbahn (7) werden die Schwenkhebel (5) in geöffneter Stellung in Öffnungsrichtung anschlagbegrenzt vorgespannt. Zum Zusammenlegen können die Schwenkhebel (5) in umgekehrter Richtung umgelegt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein zusammenlegbares Liege- und/oder Sitzmöbel nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Herkömmliche Liegestühle mit einer hinteren, eine unterschiedliche Höhenabstützung erlaubenden Strebe sind hinlänglich bekannt. Derartige Liegestühle sind in der Regel aber nur für einen stationären Einsatz gedacht. Darüber hinaus sind auch dreigliedrige Liegen bekannt, deren Fuß- und Kopfteil auf der einen Seite auf ein Mittelteil und auf der Rückseite zwei U-förmige Fußgestelle ebenfalls auf das Mittelteil umlegbar sind.

Ein gattungsbildender Liegestuhl ist aus der DE-PS 8 06 708 bekannt geworden, der zwei seitliche Längsrahmenteile aufweist, die jeweils aus einem Tragholm und einem Rückenholm bestehen. Der Rückenholm ist an seinem dem Tragholm zugewandten Ende im mittleren Bereich des Tragholms mit letzterem vertikal schwenkbar verbunden, wobei die vorderen Hälften der beiden Tragholme in Verbindung mit der Materialbahn den Sitzbereich und die Rückenholme in Verbindung mit der Materialbahn den Rückenbereich des Liegestuhls bilden. Zur Stabilisierung der Rückenholme in deren eingestellter Winkelstellung dienen vordere und hintere Zugbänder, die in einem Abstand vom vorhandenen Gelenk an dem zugehörigen Rückenholm angreifen und am vorderen sowie am hinteren Ende des Tragholms befestigt sind. Die Tragholme und die Rückenholme sind jeweils aus mehreren scherenförmig zusammengesetzten Streben gebildet und somit teleskopierbar. Hierdurch ist dieser bekannte Liegestuhl zusammenklappbar. Zum Zusammenklappen werden die scherenförmigen Trag- und Rückenholme zusammengeschoben, wie es bei solchen Scherenkonstruktionen üblich ist.

Bei dieser bekannten Ausgestaltung beruht die Zusammenklappbarkeit des Liegestuhls auf der Ausbildung der Tragholme und der Rückenholme in Scherenkonstruktion. Hierdurch ist eine komplizierte Konstruktion mit außerordentlich vielen Gliedern und somit ein großer Herstellungs- und Montageaufwand vorgegeben. Außerdem ist durch die Nebeneinanderanordnung der Scherenteile eine große Bauweise vorgegeben. Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Ausgestaltung besteht darin, daß bei jeder Aufstellung des Liegestuhls die Rückenholme durch Anbringung der Zugbänder stabilisiert werden müssen, was mit einem erheblichen Handhabungsaufwand verbunden ist.

Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, ausgehend von dem zuletzt genannten gattungsbildenden Stand der Technik ein Liege- und/oder Sitzmöbel so auszugestalten, daß bei Gewährleistung einer handhabungsfreundlichen Zusammenklappbarkeit und bei Beanspruchung eines nur geringen Stauraumes im zusammengeklappten Zustand der Herstellungsaufwand verringert wird.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß entsprechend den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Bei der erfindungsgemäßen Lösung bestehen die Rahmenholme zwar ebenfalls aus mehreren Rahmengliedern, jedoch sind diese Rahmenglieder hintereinander und nicht nebeneinander angeordnet, so daß die Anzahl der Rahmenglieder wesentlich verringert ist. Dabei wird die Stabilität der Rahmenholme in der aufgestellten Stellung durch die zwischen den jeweils einander zugewandten Enden der Schwenkhebel wirksamen Anschlagbegrenzung und die Materialbahn geschaffen, die aufgrund ihrer durch Eigengewicht oder durch Belastung hervorgerufenen Wirkung die Schwenkhebel jeweils gegen die Anschlagbegrenzung vorspannt und somit stabilisiert. In der der jeweiligen Anschlagbegrenzung entgegengesetzten Schwenkrichtung sind die Schwenkhebel frei schwenkbar, wodurch ein Zusammenklappen durch Umlegen oder auch durch Einrollen gewährleistet ist.

Durch die vorliegende Erfindung wird eine verblüffend einfache Lösung geschaffen, bei der beispielsweise eine äußerst bequeme, 1,90 m lange Liege auf ein Kleinstmaß zusammengelegt werden kann. Die erfindungsgemäße Liege kann dabei jederzeit problemlos auch in einem Rucksack beim Wandern, beim Skilaufen, bei Spaziergängen oder auch beim Strandwandern mitgenommen, bei Bedarf aufgestellt und problemlos wieder raumsparend zusammengelegt werden.

Werden beispielsweise 6 bis 12 in Längsrichtung miteinander jeweils gelenkig miteinander verbundene Schwenkhebel verwandt, so kann ein derartiger Liegestuhl in ein kleines Paket von beispielsweise etwa 20 bis 25 cm Höhe problemlos zusammengelegt werden, wobei die Dicke des Pakets im wesentlichen nur der Dicke der Schwenkhebel von ein paar wenigen cm entspricht.

Das erfindungsgemäße Liege- und/oder Sitzmöbel kann noch kompakter dann zusammengelegt werden, wenn auch in Querrichtung die zumindest eine obere und untere Querachse, an welcher die in der Regel aus einer Stoffbahn bestehende Materialbahn eingehängt ist, teleskopartig ausgebildet sind, so daß die seitlichen aus Schwenkhebeln bestehenden Längsrahmenteile noch durch Ineinanderfahren der Teleskopelemente aufeinander zu bewegt und damit die Breite des Liegemöbels zur weiteren Reduzierung des Stauraumes verringert werden kann.

Bei Bedarf können unter Umständen aber noch weitere Querstreben integriert angeordnet sein, die praktisch zu keiner Vergrößerung des Stauraumes dann führen, wenn die betreffenden Zwischen- Schwenkhebel etwas länger so ausgebildet sind, daß die Querstreben jeweils im zusammengelegten Zustand des Liege- und/oder Sitzmöbels in der gemeinsamen Stauebene oberhalb oder unterhalb der jeweiligen Enden der zusammengelegten Schwenkhebel zu liegen kommen.

In ihrer anschlagbegrenzten Verstellage kann ein Schwenkhebel von der Längsrichtung eines benachbarten Schwenkhebels um einen Winkel von beispielsweise 0 bis 45°, vorzugsweise um 8 bis 14° abweichen, so daß die Längsrahmenteile in Seitenansicht einen großen nach oben hin konkav liegenden Bogenabschnitt bilden, oberhalb dessen die Materialbahn liegt. Beim Hineinlegen auf die Materialbahn werden so der Bogenabschnitt bzw. die Abstützenden zunehmend mehr aufeinander zu belastet, wobei in dieser Stellung die einzelnen Schwenkhebel jeweils an der Anschlagbegrenzung des benachbarten Schwenkhebels anliegen, wodurch die Selbstfixierung erzielt wird.

Zumindest jeweils ein Fußhebelpaar oder ein einzelner Fußhebel kann zusätzlich vorgesehen sein, um eine feste Sitz- oder Liegelage einstellen zu können.

In einer weiteren alternativen Ausführungsform können die gelenkig miteinander verbundenen Schwenkhebel in Seitenansicht schneckenförmig zusammen mit der Materialbahn zusammengerollt werden, wodurch sich ein raumsparender rollen- oder walzenähnlicher Staukörper erzielen läßt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen erläutert. Dabei zeigen im einzelnen:

Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Liegemöbels;

Fig. 2 eine schematische Seitenansicht;

Fig. 3 eine schematische Frontansicht in aufgestelltem Zustand;

Fig. 4 eine perspektivische Ansicht bei zusammengelegtem Liegemöbel;

Fig. 5a und 5b einen Schwenkhebel in schematischer Seiten- und schematischer Draufsicht;

Fig. 6 ein zu Fig. 1 und 2 abweichendes Ausführungsbeispiel eines zusammengelegten Liegemöbels in Seitenansicht;

Fig. 7 ein weiteres abgewandeltes Ausführungsbeispiel;

Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines zusammengelegten Liegemöbels.

In den Fig. 1 bis 3 ist in schematischer Darstellung ein liegestuhlähnliches Liegemöbel 1 mit zwei Längsrahmenteilen 3 gezeigt, welche jeweils aus einer Kette von Schwenkhebeln 5 bestehen.

Zwischen den Längsrahmenteilen 3, d. h. bevorzugt zwischen einem oberen und unteren Schwenkhebelpaar 5 ist eine Materialbahn 7 eingehängt und gehalten, die lediglich in Fig. 1 schematisch angedeutet ist. Die Materialbahn 7 kann beispielsweise üblicherweise aus einer Stoffbahn, einer gefütterten Stoffbahn oder beispielsweise auch aus einzelnen hin und her führenden kunststoff- oder gummiartigen Liege- oder Sitzschnüren oder anderen geeigneten Materialien bestehen. Dazu ist an dem jeweils obersten wie untersten Schwenkhebelpaar 5 eine Querstrebe 9 zwischen dem linken und rechten Längsrahmenteil 3 abgestützt, an welchem die Materialbahn 7 eingehängt und gehalten ist.

Die Schwenkhebel 5 sind jeweils um eine Querachse 11 jeweils zu einem benachbarten Schwenkhebel 5 verschwenkbar. In Öffnungsstellung ist jeweils ein nachfolgender Schwenkhebel 5 zu seinem benachbart vorausgehenden bis zu einem Anschlag 13 verschwenkbar.

Insbesondere aus Fig. 5a und 5b ist ersichtlich, daß dazu jeder Schwenkhebel 5 einen Achsstummel 15 mit am freien Ende über den Außendurchmesser des Achsstummels 15, leicht überstehender Halteschulter oder Ring 17 aufweist, der in geeigneter Weise durch eine in jedem Schwenkhebel 5 eingebrachte oder ausgebildete Achsbohrung 19 hindurchgesteckt werden kann.

Durch den radial überstehenden Haltering 17 sind die Schwenkhebel dann in üblicher Belastung gegen ein unbeabsichtigtes Lösen gegeneinander gesichert.

Der Anschlag 13 besteht jeweils aus einem Quersteg 13&min;, der am im wesentlichen vertikal ausgerichteten Schwenkhebel-Körper quer wegsteht und im gezeigten Ausführungsbeispiel in der Nähe oberhalb der Achsbohrung 19 ausgebildet ist. Die Lage des Anschlages 13 sowie der Achsbohrung 19 kann aber auch in anderen Ausmaßen und Lagen vorgesehen sein, was zum Teil auch material- und abmessungsbedingt ist, um die entsprechenden Kräfte stets sicher aufnehmen zu können.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist jeweils ein Schwenkhebel 5 gegenüber seinem vorausgehenden über dessen 180°-Verlängerung etwas mehr nach oben hin bis zum Anschlag verschwenkbar, so daß sich ein Abweichungswinkel α von der Ausrichtung des vorausgegangenen Schwenkhebels zum nachfolgend beim gewählten Ausführungsbeispiel in einer Größenordnung von etwa 10 bis 14°, beispielsweise um 12° ergibt. Bei einer Hebellänge von beispielsweise 20 bis 25 cm, beispielsweise um 22 cm unter Verwendung von 9 bis 10 Hebeln ergibt sich dadurch eine in Aufstellposition nach oben hin konkave Bogenkrümmung der Längsrahmenteile 3, wie dies in etwa in der Zeichnung ersichtlich ist.

Durch Hineinsetzen oder Hineinlegen auf die Materialbahn 7 wird die obere und untere Querachse 11 oder Querstrebe 9 aufeinander zu belastet. Die Schwenkhebel können aber nur bis zur Anschlagbegrenzung 13 in Öffnungsrichtung verschwenkt werden, und werden durch die belastete Materialbahn 7 in dieser Lage selbstjustierend und stabil gehalten.

Um eine Schaukelbewegung zu vermeiden und eine sichere Standposition zu gewährleisten, ist beim gewählten Ausführungsbeispiel jeweils noch ein Fußhebel 6 an geeigneter Stelle angelenkt, der in Öffnungsstellung nach unten verschwenkt werden kann und dessen freies Ende am Boden aufliegt.

Nachfolgend wird auf das Zusammenlegen des vorstehend erläuterten Liegemöbels 1 näher eingegangen.

Zum Zusammenlegen müssen die seitlichen Schwenkhebel 5 jeweils paarweise entgegengesetzt zur Öffnungs- und Anschlagsrichtung nach hinten hin umgelegt werden. Dabei ist die Länge der Materialbahn 7 so bemessen, daß sie zwar einerseits in Öffnungsstellung zumindest abschnittsweise oberhalb der aufgestellten Längsrahmenteile 3 zu liegen kommt - andererseits aber nur so lang ausgebildet - daß zumindest ein erstes Schwenkhebel-Paar 5 nach hinten hin umlegbar ist. Denn beim Umlegen der Schwenkhebel wird der Abstand der oberen und unteren, die Materialbahn haltenden Querstrebe 9 zunächst einmal etwas größer, wenn nämlich die Schwenkhebel in 180°-Verlängerung zum vorausgehenden Schwenkhebel liegen. Sobald ein Schwenkhebel-Paar umgelegt ist, kann das nächste weiter umgelegt werden. Mit anderen Worten ist also die Länge der Materialbahn 7 nicht so lang, daß die Seitenrahmenteile 3 und damit alle Schwenkhebel 5 gemeinsam in 180°- Verlängerung zueinander ausgerichtet werden können.

Um ein möglichst raumsparendes Zusammenlegen ermöglichen zu können, sind die einzelnen Schwenkhebel - wie vor allem aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht - jeweils seitlich versetzt zueinander angebaut. Dadurch können die Schwenkhebel ähnlich einem Meterstab jeweils einzeln entsprechend der Bogen-Pfeildarstellung 21 in Fig. 2 so nach hinten hin umgelegt werden, daß in Seitenansicht alle Schwenkhebel 5 seitlich nebeneinander liegen.

Schließlich sind die Schwenkhebel des linken Längsrahmenteiles und die Schwenkhebel 5 des rechten Längsrahmenteiles 3 jeweils zur mittleren Symmetrieebene aufeinander zu bzw. je nach Sichtweise voneinander weg versetzt liegend zusammengebaut. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist deshalb die Querlänge der oberen Querstrebe 9 kürzer als die der vorderen Querstrebe 9, wie dies vor allem auch in der Frontdarstellung in Fig. 3 verdeutlicht ist.

Nach Zusammenlegen aller Schwenkhebel 5 ergibt sich im Prinzip das in Fig. 4 dargestellte zusammengelegte Paket, wobei im gezeigten Ausführungsbeispiel das zuvorderst im Fußbereich liegende Schwenkhebel-Paar 5&min; zumindest um das Dickenmaß der unteren Querstrebe 9 länger ausgebildet ist. Dies ermöglicht nämlich, daß die untere Querstrebe 9 nicht seitlich an den zusammengelegten Schwenkhebeln, sondern in Verlängerung der zusammengelegten Schwenkhebelebene, wie in Fig. 4 verdeutlicht, zu liegen kommt.

Um den Stauraum noch weiter zu verringern, ist im gezeigten Ausführungsbeispiel die obere und untere Querstrebe teleskopartig ausgebildet. Aufgrund der unterschiedlichen Längen der Querstreben ist die untere längere Querstrebe dreigliedrig gebildet, so daß die teleskopartigen jeweils äußeren Hülseteile auf ein dazwischen befindliches dünneres Stabglied teleskopartig auf- und somit zusammengeschoben werden können.

Die obere Querstrebe ist demgegenüber im gezeigten Ausführungsbeispiel fünfgliedrig ausgebildet.

Wie bereits ausgeführt worden ist, liegt in aufgestellter Position des Liege- oder Sitzmöbels 1 die Materialbahn 7 in Seitenansicht des Liegemöbels 1 oberhalb der Längsrahmenteile 3, d. h. oberhalb der Schwenkhebel 5. Dies muß zumindest abschnittsweise insoweit erfolgen, damit die zu äußerst liegenden Schwenkhebel, an denen zumindest mittelbar über die jeweilige Querstrebe 9 die Materialbahn 7 abgestützt ist, eine Kraftkomponente nicht nur in Längsrichtung des jeweiligen Schwenkhebels 5, sondern auch noch ein Drehmoment, d. h. eine Kraftkomponente in Kipprichtung, auf den Schwenkhebel 5 derart eingeleitet wird, daß über das erzeugte Drehmoment eine Kraftkomponente in Anschlagrichtung erzeugt wird. Ansonsten würden die Schwenkhebel in umgekehrte Umlegrichtung umkippen und der Liegestuhl zusammenfallen.

Sollte es aus irgendwelchen Gründen wünschenswert sein, daß beispielsweise mehrere Querstreben vorgesehen sind, oder zumindest die Materialbahn 7 unter Bildung einer gedachten Querachse oder Querabstützlinie zusätzlich an weiteren Stellen an den Längsrahmenteilen befestigt ist, so wäre auch dies grundsätzlich möglich, wie dies nachfolgend im Prinzip in der schematischen Seitendarstellung gemäß Fig. 6 verdeutlicht ist.

In diesem Falle werden durch die querverlaufende Befestigungslinie 9&min; nur in jedem Teilbogen 3&min; auf die zugehörigen Schwenkhebel 5 Vorspannkräfte in Anschlagrichtung beim Hineinlegen in die Materialbahn erzeugt. Gegebenenfalls weitere vorgesehene Querstreben 9, an denen sich die Materialbahn selbst nicht abstützt, sondern im Abstand darüber hinweg verläuft, führen zu keiner Veränderung der Kinematik.

Sind weitere Querstreben 9 vorgesehen, so sollten diese bevorzugt jeweils an etwas überdurchschnittlich lang ausgebildeten Schwenkhebeln gehalten sein, so daß gegebenenfalls in Anpassung an die anderen eine Querstrebe 9 tragenden Schwenkhebeln 5 in zusammengelegter Position auch diese Querstreben 9 in der Ebene der zusammengelegten Schwenkhebel 5 zu liegen kommen, und zwar oberhalb oder unterhalb der anderen Querstreben 9, wie dies ansatzweise in der schematischen Seitendarstellung gemäß Fig. 7 verdeutlicht ist.

Aus den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen ist bereits ersichtlicht, daß die Dimensionierung, d. h. die Länge der Schwenkhebel, der Abstand zwischen Anschlag und Schwenkachse, die Winkelabweichung α der einzelnen Schwenkhebel zueinander in weiten Grenzen beliebig gewählt werden kann.

Der Winkel, mit dem beispielsweise ein Schwenkhebel von der 180°-Verlängerung des vorausgehenden Schwenkhebels abweicht, kann beispielsweise 0° oder zumindest wenig mehr als 0° betragen, beispielsweise 2°, 4°, 6°, 8°, 10°, 12°, 14°, 16°, 18°, 20° oder mehr. Umgekehrt ist es allerdings wünschenswert, daß die Obergrenze auch bei längeren Schwenkhebeln 45°, 40°, 35°, 30°, 25°, 20° bzw. 15° nicht übersteigt. Jede beliebigen Teiluntermengen aus den vorstehend genannten Grenzbereichen können günstige Winkelabweichbereiche darstellen.

Die Länge der Schwenkhebel selbst kann ebenso zwischen weiten Grenzen differieren, beispielsweise zwischen 10 und 35 cm, 15 bis 30 cm, vorzugsweise zwischen 20 bis 25 cm.

Vor allem aber auch kann die Lage des Anschlages 13 zur jeweiligen Querachse 11 und damit die Winkelabweichung der einzelnen Schwenkhebel zu ihrem vorausgegangenen Schwenkhebel 5 über die Länge der Längsrahmenteile 3 unterschiedlich gewählt werden, so daß sich kein, wie in Fig. 3 dargestellter, gleichmäßiger Bogen, sondern ein beliebig vorwählbares Seitenrahmenteil ergibt, wie dies ansatzweise in Fig. 7 in schematischer Seitendarstellung verdeutlicht ist. Die dem Fußbereich näher zu liegenden Schwenkhebel 5 liegen dabei in 180°-Verlängerung zueinander, weisen also einen Abweichwinkel α von 0° auf. Zum Kopfteil hin werden die Abweichwinkel größer.

Schließlich soll anhand der schematischen Darstellung gemäß Fig. 8 auch noch verdeutlicht werden, daß ein raumsparendes Zusammenlegen des Liegemöbels 1, abweichend von den bisherigen Ausführungsbeispielen auch dadurch möglich ist, daß das Liege- und Sitzmöbel 1 rollen- oder walzenartig, d. h. in Seitendarstellung schneckenförmig aufwickelbar ist. Dazu werden die einzelnen Schwenkhebel 5 ebenfalls wieder nach hinten umgelegt und das gesamte Liege- und/oder Sitzmöbel 1 mit der zugehörigen Materialbahn 7 aufgerollt.

Eine derartige Aufrollbewegung zur Erzielung einer möglichst raumsparenden kompakten Packweise kann gegebenenfalls dadurch unterstützt werden, daß die Schwenkhebel 5 unterschiedliche Länge aufweisen und - wenn mit dem Kopfteil beispielsweise zum Aufrollen begonnen wird - hier die Schwenkhebellänge kürzer ist als am Fußteil. Dabei können beim Aufwickeln die zumindest am weitesten innenliegenden Schwenkhebel 5 raumsparender schneckenförmig zusammengelegt werden.

Um das Gewicht der Liege- und/oder Sitzmöbel 1 weiter zu reduzieren, können in den Schwenkhebeln 5 gewichtsreduzierende Ausnehmungen 25 vorgesehen sein, so daß das Gewicht des Liegestuhles z. B. nur 1 bis 2 kg beträgt.


Anspruch[de]
  1. 1. Zusammenlegbares Liege- und/oder Sitzmöbel (1), dessen in Längsrichtung verlaufende Längsrahmenteile (3) jeweils mehrere Längsrahmenglieder umfassen, die gelenkig miteinander verbunden sind, wobei an den Längsrahmenteilen (3) eine eine Liege- und/oder Sitzfläche ergebende Materialbahn (7) oder dergleichen gehalten ist, die in der aufgestellten Position des Liege- und/oder Sitzmöbels (1) zumindest abschnittsweise oberhalb der Längsrahmenteile (3) verläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsrahmenglieder aus in einer Reihe hintereinander liegend angeordneten und mit einem benachbarten Schwenkhebel (5) gelenkig miteinander verbundenen Schwenkhebeln (5) bestehen, und daß an den Schwenkhebeln (5) Anschlagsbegrenzungen (13) derart vorgesehen sind, daß zum Aufstellen in die Gebrauchsstellung des Liege- und/oder Sitzmöbels die Schwenkhebel (5) in Richtung auf die Sitz- und/oder Liegefläche nur bis zu der jeweiligen Anschlagbegrenzung (13) ausschwenkbar und zum Zusammenlegen in entgegengesetzter Richtung einschwenkbar sind, wobei in aufgestellter Position die Schwenkhebel (5) durch die belastete Materialbahn (7) bzw. deren Gewicht gegen ihre Anschlagbegrenzungen (13) beaufschlagt und somit stabilisiert sind.
  2. 2. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsrahmenteile (3) jeweils aus einer einsträngigen Kette von Schwenkhebeln (5) bestehen.
  3. 3. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsrahmenteile (3) zumindest drei, vier oder vorzugsweise zumindest fünf oder sechs jeweils aneinander angelenkte Schwenkhebel (5) umfassen.
  4. 4. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der anschlagbegrenzte Abweichwinkel (α) eines Schwenkhebels (5) zu einem vorausgehenden, mit ihm gelenkig verbundenen Schwenkhebel (5) 0° oder mehr, vorzugsweise zumindest 2°, 4°, 6° oder zumindest 8° oder 10° beträgt.
  5. 5. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der anschlagbegrenzte Abweichwinkel (α) eines Schwenkhebels (5) zu einem vorausgehenden, mit ihm gelenkig verbundenen Schwenkhebel (5) weniger als 45°, vorzugsweise weniger als 40°, 35°, 30°, 25°, 20° oder vorzugsweise weniger als 15° beträgt.
  6. 6. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweichwinkel (α) 8° bis 16°, vorzugsweise 10° bis 14°, insbesondere um 12° beträgt.
  7. 7. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der einzelnen Schwenkhebel (5) 10 cm bis 35 cm, vorzugsweise 15 cm bis 30 cm, insbesondere 20 cm bis 25 cm beträgt.
  8. 8. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn (7) in Seitenansicht des aufgestellten Möbels oberhalb der Längsrahmenteile (3) verläuft.
  9. 9. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Materialbahn (7) kürzer ist als die Gesamtlänge aller in gerader Längsausrichtung ausgerichteter Schwenkhebel (5).
  10. 10. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Materialbahn (7) zumindest so lang ist, daß bei in anschlagbegrenzter Öffnungsstellung zumindest die am Fuß- und/oder am Kopfteil vorgesehenen zuäußerst liegenden Schwenkhebel (5) der Längsrahmenteile (3) nach hinten umlegbar sind.
  11. 11. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagbegrenzung (13) aus einem vom Körper des Schwenkhebels (5) jeweils seitlich wegstehenden Quersteg (13&min;) besteht, an welchem der Körper eines nächsten Schwenkhebels (5) anschlägt.
  12. 12. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Querachsen (11) aus jeweils einem am Schwenkhebel (5) vorgesehenen Achsstummel (15) besteht, welcher in eine entsprechende Achsbohrung (19) eines benachbarten Schwenkhebels (5) einsteckbar ist.
  13. 13. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der die Querachse (11) bildende Achsstummel (15) an seinem freien Ende mit einem radial überstehenden Haltering (17) versehen ist, welcher nach dem Einstecken in eine zugeordnete Achsbohrung (19) eines benachbarten Schwenkhebels (5) diesen am Ende der Achsbohrung (19) zumindest leicht hintergreift.
  14. 14. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Gruppen von jeweils aneinander angelegten Schwenkhebeln (5) in gleicher Anbaurichtung seitlich versetzt zueinander liegen.
  15. 15. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (5) im zusammengelegten Zustand in Seitenansicht parallel zu den Querachsen (11) in hintereinander liegender Parallellage ausgerichtet sind.
  16. 16. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß bei zumindest zwei seitlich vorgesehenen Längsrahmenteilen (3) die Schwenkhebel (5) jeweils symmetrisch zur Mittellängsachse so angeordnet sind, daß bei auf die Längssymmetrieachse zu verlaufend gegensinnige Anbaurichtung der einzelnen Schwenkhebel (5) an ihrem vorausgegangenen Schwenkhebel (5) der Querabstand zwischen den Längsrahmenteilen (3) sich auf der Länge der Längsrahmenteile (3) ändert und vorzugsweise am oberen und unteren Ende des Möbels unterschiedlich ist.
  17. 17. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die am oberen oder unteren Ende des Möbels zuäußerst liegenden und eine Querstrebe (9) tragenden Schwenkhebel (5) länger als die anderen Schwenkhebel (5) ausgebildet sind, so daß in zusammengelegtem Zustand diese Querstrebe (9) oberhalb der Enden der in einer Ebene zusammengelegten Schwenkhebel (5) zu liegen kommt.
  18. 18. Liege- und/oder Sitzmöbel nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer dritten oder weiteren Querstrebe (9) auch die entsprechenden, diese Querstreben (9) tragenden Schwenkhebel (5) zumindest um das Dickenmaß der Querstrebe (9) verlängert ausgebildet sind, so daß die Querstreben (9) oberhalb oder unterhalb der in einer Ebene zusammengelegten Schwenkhebel (5) zu liegen kommen.
  19. 19. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Querstreben (9) ausbaubar sind.
  20. 20. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Querstreben (9) zur Verkürzung des Breitenmaßes ineinanderschiebbar sind.
  21. 21. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Fußhebel (6) zur Möbelabstützung vorgesehen ist.
  22. 22. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 16 oder 19 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (5) entgegengerichtet zur Sitz- und Liegeposition zumindest so weit umlegbar sind, daß diese und die Materialbahn (7) in Seitenansicht schnecken- bis rollenförmig aufwickelbar sind.
  23. 23. Liege- und/oder Sitzmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß in den Schwenkhebeln (5) gewichtsreduzierende Ausnehmungen (25) vorgesehen sind.






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