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Dokumentenidentifikation DE3811861C2 16.01.1992
Titel Polygon-Zeichenschablone
Anmelder Fleckenstein, Konrad, 1000 Berlin, DE
Erfinder Fleckenstein, Konrad, 1000 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 09.04.1988
DE-Aktenzeichen 3811861
Offenlegungstag 24.11.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.01.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.1992
IPC-Hauptklasse B43L 13/20

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Zeichenschablone zur manuellen Konstruktion eines ebenen Vielecks, mit einer Anzahl von stufenlos gegeneinander verstellbaren flachen Segmenten, die Zeichenkanten aufweisen und an Führungsleisten miteinander in Verbindung stehen, wobei in der jeweiligen Konstellation der Segmente zueinander die Segmente mit ihren Zeichenkanten eine die Kontur des gewünschten Vieleckes aufweisende Ausnehmung in der Schablone rundum begrenzen.

Die Funktion von Zeichenschablonen besteht darin, die Führung des Zeichengerätes und damit den Zeichenvorgang zu beschleunigen und/oder die Genauigkeit der Ausführung zu erhöhen. Weiterhin werden Schablonen zum schnellen Aus- oder Nachmessen von Zeichnungen oder Gegenständen eingesetzt. Je nach Aufgabenstellung und Einsatzort bevorzugt der Anwender Schablonen mit vorgegebenen, nicht veränderbaren Ausnehmungen oder solche mit einstellbaren Ausnehmungen, die beispielsweise ein stufenloses Vergrößern bzw. Verkleinern von Vielecken zulassen. Schablonen mit veränderbaren Ausnehmungen kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo eine Vielzahl von geometrischen Figuren mit variierenden Seitenlängen zu zeichnen sind.

Zum Stand der Technik wird auf die DE-PS 8 83 508 hingewiesen, aus der eine Schablone zum Zeichnen ebener regelmäßiger oder unregelmäßiger Vielecke bekannt ist. Mit dieser Schablone können stufenlos kleinere oder größere Vielecke gezeichnet werden. Sie verfügt über vorgegebene Ausstanzungen mit darüber angeordneten beweglichen Teilen, die - zumindest teilweise - an als Führungsleisten bezeichenbaren Bauteilen miteinander verbunden sind. Flächenzuschnitte lassen sich bei dieser Schablone dadurch erzielen, daß ein beweglicher Schieber überlappend über darunter liegende Ausnehmungen in eine Bestimmungsstellung geschoben oder geschwenkt wird.

Dabei tritt allerdings regelmäßig das Problem auf, daß nicht alle Zeichenkanten entlang derer der Zeichenstift geführt oder entlang der gemessen wird, flach auf der Zeichenunterlage aufliegen. Lediglich diejenigen Zeichenkanten, die sich innerhalb der vorgegebenen Ausnehmungen befinden, haben unmittelbaren Kontakt zur die Zeichnung aufnehmende Unterlage. Die Zeichenkanten der darüber angeordneten Schieber werden ständig mit einem, der Stärke der Schablonengrundplatte entsprechenden Abstand zur Zeichenunterlage gehalten. Als Folge davon können bekanntlich Ungenauigkeiten beim Zeichnen und Messen auftreten. Somit ist dieser bekannte Schablonentyp ungeeignet für Vorhaben, bei denen es auf hohe Genauigkeit in der Ausführung ankommt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mit einer durch verstellbare Segmente in ihrer Kontur veränderbaren Ausnehmung versehene Schablone derart weiterzubilden, daß sie bei einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten eine hohe Zeichengenauigkeit zuläßt.

Die Lösung der Aufgabe wird durch die Merkmale bestimmt, wie sie im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 formuliert sind. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Ansprüchen 2 und 3 gekennzeichnet.

Die Zeichnung zeigt den Aufbau und die Wirkungsweise der Erfindung. Es zeigt

Fig. 1 eine sechsteilige Polygon-Zeichenschablone in der Ausgestaltung (Draufsicht),

Fig. 2 die Polygon-Zeichenschablone in der Vorderansicht,

Fig. 3 bis 6 die Arbeitsschritte zur Herstellung eines gleichseitigen Dreiecks mit einer sechsteiligen Polygon- Zeichenschablone (Draufsicht, schematische Darstellung ohne Halte- und Feststellvorrichtung),

Fig. 6 bis 10 die Flächenausschnitte, die beispielsweise mit einer sechsteiligen Polygon-Zeichenschablone u. a. darstellbar sind (Draufsicht in schematischer Darstellung ohne Halte- und Feststellvorrichtung).

Jede Polygon-Zeichenschablone besteht aus wenigstens drei dreieckförmigen Schablonensegmenten (1). Jedes Segment (1) besitzt wenigstens eine Zeichenkante (2), eine Führungskante sowie eine Außenkante (5). Zeichenkante (2) und Führungskante bilden die Schenkel, die Außenkante (5) die Basis eines jeden Segments (1). Die Zeichenkante ist durch eine cm-Skala (7) mit Millimetereinteilung gekennzeichnet, deren Nullpunkt im Schnittpunkt (3) der Schenkel (4) liegt. Sind beide Schenkel (4) mit einer solchen Skala versehen, sind Zeichen- (2) und Führungskante wechselseitig austauschbar, je nachdem, ob der Polygonzug rechts- oder linksdrehend gezeichnet werden soll. Die Zeichen-Schablone ist ein aus beweglichen Teilen bestehendes Hilfsmittel, dessen Beweglichkeit durch spezielle Führungs- und Halteeinrichtungen unterstützt wird. Eine solche Einrichtung dient dem Zweck, die Schablonensegmente (1) am ungewollten Verrutschen oder Auseinanderfallen zu hindern und ermöglicht den Transport der Polygon-Zeichenschablone auch in der Arbeitsstellung.

Nachfolgend wird am Beispiel der sechsteiligen Polygon- Zeichenschablone eine bevorzugte Führungs- und Halteeinrichtung beschrieben.

Sie besteht aus Führungsleisten (8), die auf der Oberseite eines jeden Schablonensegments (1) befestigt sind und parallel zu den Schenkeln (4) verlaufen. Die Führungsfläche der Leiste (8) steht seitlich über der jeweiligen Zeichenkante (2), so daß die Fläche der Führungsleiste (8) und die Zeichenkante (2) des Segments (4) eine gemeinsame Ebene senkrecht zur Zeichenebene bilden (Fig. 2) (9).

Jede Führungsleiste (8) erstreckt sich vom Scheitel des Basiswinkels zum Winkel an der Spitze. Sind die Schablonensegmente zusammengefügt, berühren sich die Führungsflächen und Zeichenkanten (2) aller Segmente (1), ohne daß dadurch die Verschiebbarkeit der Segmente (1) beeinträchtigt ist.

Eine weitere Stabilität wird bei dieser bevorzugten Ausführung dadurch erzielt, daß die zusammengefügten Schablonensegmente (1) durch Klammern (11) befestigt werden können. Dazu werden die benachbarten Führungsleisten (8) miteinander von oben mit wenigstens einer Klammer (11) verbunden und dadurch am Verrutschen gehindert. Somit lassen sich nach Einstellung des gewünschten Flächenausschnittes alle Segmente (1) und somit die gesamte Schablone arretieren, da nur in diesem Zustand ein genaues Zeichnen möglich ist.

Um ein Abrutschen der Klammern (11) zu unterbinden, können auf den Rückseiten der Führungsleisten (8) Rillen (10) angebracht sein, in welche die Klammerbacken einrasten. Bei der Verbindung und Verklammerung (Arretierung) aller Schablonensegmente (1) ergibt sich ein sich gegenseitig tragender Gesamtverbund aller Teile der Polygon- Zeichenschablone.

Über die Winkelverhältnisse der Schablonensegmente (1) lassen sich nur allgemeine Angaben machen. Je nach Aufgabenstellung benötigt der Anwender eine drei-, vier-, fünf-, . . . n-teilige Zeichenschablone.

Sollen mit der Polygon-Zeichenschablone ausschließlich gleichseitige Dreiecke unterschiedlicher Größe konstruiert werden, so reichen drei Segmente (1) aus. Der Winkel an der Spitze beträgt bei diesem Segment (1) 120 Grad. Will der Anwender vorzugsweise quadratische oder rechteckige Polygone zeichnen, so benötigt er wenigstens eine vierteilige Zeichenschablone. Hier beträgt der Winkel an der Spitze 90 Grad. Sollen jedoch mit einer einzigen Schablone Dreiecke und Quadrate und Rechtecke in beliebiger Größe gezeichnet werden, so benötigt der Anwender wenigstens eine zwölfteilige Schablone. Obwohl der Winkel an der Spitze 30 Grad beträgt, können durch Zusammenfassen der Segmente (1) zu Gruppen Winkel von 60, 90 oder 120 Grad gebildet werden. Aus je mehr Segmenten (1) sich die jeweilige Polygon-Zeichenschablone zusammensetzt, desto vielfältiger sind die mit ihr erzielbaren Zeichenvorhaben, desto größer sind die gestalterischen Möglichkeiten. Grundsätzlich gilt, daß der Winkel an der Spitze für jedes Schablonensegment (1) von der Anzahl der benutzten Segmente (1) abhängt. Es gilt: Winkel an der Spitze=360 dividiert durch die Anzahl der Segmente (1).

Die Tatsache, daß sich im inneren Bereich der Schablone einfache und komplexe n-eckige Ausschnitte bilden können, beruht auf dem dynamischen Zusammenspiel aller Schablonenteile. Die Schablonensegmente (1) werden durch ihre geschlossene und streng geometrische Anordnung in bestimmte, miteinander kombinierbare Bewegungsrichtungen gezwungen. Der Anwender hat es selbst in der Hand, die Schablonenteile und deren relative Lage zueinander, sowie die Bewegungsrichtung und die Strecke der Verschiebung zu bestimmen. Dadurch ergeben sich eine Reihe erzielbarer Vorteile:

  • a) wo vorher eine Vielzahl von starren Schablonenplatten nötig waren, genügt jetzt u. U. eine einzige Polygon- Zeichenschablone; dies kann sich letztlich als die kostengünstigere Lösung erweisen;
  • b) wo bisher keine Schablone zur Verfügung stand (z. B. für außergewöhnliche Figuren), kann der Anwender mit der erfindungsgemäßen Neuerung eigene Ausschnitte einrichten und für Zeichen- oder Meßvorhaben verwenden;
  • c) Figuren können beliebig bis zur Maximalstellung vergrößert oder bis zur Nullstellung verkleinert werden;
  • d) wo bisher zeitaufwendig Konstruktionsaufgaben mit Zirkel, Lineal und Winkelmeßgerät nötig waren, lassen sich diese Aufgaben ohne besonderen Aufwand mit der Polygon-Zeichenschablone erledigen (Zeitersparnis);
  • e) die Zeichenschablone kann zur Gestaltung von bisher unbekannten Figuren eingesetzt werden, durch suchendes bzw. zufälliges Verschieben der Schablonensegmente (1);
  • f) die Zeichen-Schablone kann bedingt zur Messung von Winkelmaßen eingesetzt werden,
  • g) die Zeichen-Schablone kann für Lehrzwecke an Schulen und Universitäten benutzt werden, zur Demonstration geometrisch-mathematischer Gesetzmäßigkeiten;
  • h) die Zeichen-Schablone kann zur Messung kantiger, prismenförmiger Werkstücke eingesetzt werden. Die Einstellung der Schablone, die sich durch die Messung ergibt, kann direkt für Zeichenzwecke genutzt werden.


Die Anzahl der nötigen Arbeitsschritte (Schiebeschritte), die bis zum Erreichen einer Endstellung durchzuführen sind, richtet sich nach der Anzahl der Ecken des zu bildenden Flächenausschnitts. Anhand der Fig. 3 bis 6 läßt sich der Vorgang beispielhaft nachvollziehen.

Es versteht sich von selbst, daß sich die Schutzansprüche auf alle Zeichen-Schablonen des erfindungsgemäßen Typs erstrecken, unabhängig davon, ob sie aus drei, vier, fünf, sechs . . . n Teilen besteht.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichenschablone zur manuellen Konstruktion eines ebenen Vielecks, mit einer Anzahl von stufenlos gegeneinander verstellbaren flachen Segmenten, die Zeichenkanten aufweisen und an Führungsleisten miteinander in Verbindung stehen, wobei in der jeweiligen Konstellation der Segmente zueinander die Segmente mit ihren Zeichenkanten eine die Kontur des gewünschten Vieleckes aufweisende Ausnehmung in der Schablone rundum begrenzen, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. - die Schablone aus mindestens drei Segmenten (1) besteht,
    2. - die Segmente (1) dreieckig und untereinander baugleich ausgebildet sind,
    3. - die Segmente (1) auf der der zur Auflage auf eine Zeichenunterlage bestimmten gegenüberliegenden Schablonenseite entlang ihren Zeichenkanten (2) Führungsleisten (8) aufweisen,
    4. - die Segmente (1) in ihrer jeweiligen Konstellation zueinander an den jeweils benachbarten Führungsleisten (8) mit einer lösbaren, klammerartigen Feststelleinrichtung (11) verbindbar sind,
    5. - die Segmente (1) für eine Ausgangsstellung an ihren Führungsleisten (8) und Zeichenkanten (2) aneinanderlegbar und mit den jeweils nach innen weisenden Ecken in gegenseitige Berührung bringbar sind dergestalt, daß die Zeichenkanten (2) aller Segmente (1) auf die Zeichenunterlage aufsetzbar sind,
    6. - die Segmente (1) entlang ihren Zeichenkanten (2) gegeneinander aus der Ausgangsstellung ohne gegenseitige Überlappung der Zeichenkanten (2) in ihre Bestimmungsstellung verschiebbar sind dergestalt, daß auch in der Bestimmungsstellung die Zeichenkanten (2) aller Segmente (1) auf die Zeichenunterlage aufsetzbar sind.
  2. 2. Zeichenschablone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Segmente (1) aus transparentem Kunststoff, Holz oder Metall hergestellt sind.
  3. 3. Zeichenschablone nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Segment (1) entlang wenigstens einer Zeichenkante (2) eine cm-Skala (7) mit Millimetereinteilung aufweist, deren Nullpunkt im Schnittpunkt (3) der Schenkel (4) des Segments (1) liegt.






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