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Dokumentenidentifikation DE4109710C1 27.02.1992
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Bedrucken einer Glasscheibe mit einer rahmenartigen Dekorschicht
Anmelder Vegla Vereinigte Glaswerke GmbH, 5100 Aachen, DE
Erfinder Andersson, Kjell, Hässleholm, SE;
Liden, Carl, Eslöv, SE;
Eronen, Raimo, Mölnlycke, SE;
Ohlenforst, Hans, 5100 Aachen, DE;
Hahn, Dieter, 5132 Übach-Palenberg, DE;
Lacoste, Jean Pierre, Dr., 5100 Aachen, DE
Vertreter Biermann, W., Dr.-Ing., Pat.-Ass., 5100 Aachen
DE-Anmeldedatum 23.03.1991
DE-Aktenzeichen 4109710
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.02.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.02.1992
IPC-Hauptklasse B41M 1/34
IPC-Nebenklasse B41M 1/12   B41F 15/14   B29C 65/48   B29C 65/40   
IPC additional class // B60J 1/00  
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer mit einem Dekorrahmen (15) bedruckten Glasscheibe (1), bei der der Dekorrahmen (15) unabhängig von Flächentoleranzen der Glasscheiben und von Positionierungstoleranzen der Glasscheibe und der Druckwerkzeuge beim Druckvorgang bis an die Umfangsfläche (6) der Glasscheibe (1) reicht. Zu diesem Zweck wird unmittelbar an die Umfangsfläche (6) anschließend ein die Oberfläche der Glasscheibe (1) über die Umfangsfläche (6) hinaus vergrößernder Profilstrang (13) angeformt. Der Dekorrahmen (15) wird über die Umfangskante der Glasscheibe (1) hinaus bis auf den Profilstrang (13) aufgedruckt. Nach dem Trocknen der Druckfarbe wird der Profilstrang (13) von der Glasscheibe (1) entfernt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken einer Glasscheibe mit einer Dekorschicht, die wenigstens in einem ausgewählten Bereich bis unmittelbar an die Umfangsfläche der Glasscheibe heranreicht.

Autoglasscheiben werden häufig entlang einer Kante oder entlang des gesamten Scheibenumfangs mit einer lichtundurchlässigen Dekorschicht, in der Regel aus einer Einbrennfarbe, versehen. Zum Auftragen der Dekorschicht auf die Glasoberfläche hat sich insbesondere das Siebdruckverfahren bewährt. Die Druckfarbe wird üblicherweise im Zuge der für das Biegen und/oder Vorspannen der Glasscheiben erforderlichen Wärmebehandlung bei Temperaturen von 550 bis 600 Grad Celsius oder mehr eingebrannt.

Häufig sind die Glasscheiben im eingebauten Zustand nicht mehr durch einen die Glasscheibe am Rand einfassenden oder den Rand übergreifenden Profilrahmen abgedeckt, sondern die Glasscheiben sind von außen bis zum Rand sichtbar. Das bedeutet, daß auch der Dekordruck am Rand bis zur Umfangskante der Glasscheibe sichtbar ist. Unregelmäßigkeiten der äußeren Begrenzung des Dekorrahmens, insbesondere geringfügig unterschiedliche Abstände der äußeren Begrenzung des Dekorrahmens zur Glasscheibenkante, können sehr störend wirken. Es besteht deshalb ein erhebliches Interesse daran, die den Dekorrahmen bildende Farbschicht in ausgewählten Bereichen oder entlang dem gesamten Scheibenumfang bis unmittelbar an die Umfangskante zu drucken.

Bei den üblichen Druckverfahren, insbesondere beim Siebdruckverfahren, ist es aus verschiedenen Gründen schwierig, einen exakten Dekorauftrag genau bis zum Rand der Glasscheibe durchzuführen. Einerseits weisen nämlich die Glasscheiben in der Regel gewisse zulässige Maßtoleranzen auf, wohingegen sie alle von ein und derselben Druckschablone bedruckt werden. Andererseits sind auch die Positionierungsvorgänge der zu bedruckenden Glasscheiben und der Druckwerkzeuge mit Toleranzen verbunden, die sich ggf. zu den Maßtoleranzen der Glasscheiben hinzuaddieren. Wenn der für die Druckfarbe durchlässige Teil der Siebdruckschablone über den Glasscheibenrand hinausragt, bleibt an diesen Stellen die Druckfarbe auf der Unterseite der Siebdruckschablone haften. Die Siebdruckschablone wird auf diese Weise unbrauchbar. Zur Vermeidung dieser Schwierigkeit erfolgt deshalb beim Siebdruckverfahren der Farbauftrag üblicherweise nur bis zu einem Abstand vom Scheibenrand, der auch den ungünstigsten Fall berücksichtigt. Ein flächengenauer Druck bis zur Glaskante ist jedenfalls beim Seriendruck mit Hilfe des Siebdruckverfahrens beim Stand der Technik nicht möglich.

Die Anwendung des Siebdruckverfahrens zum Bedrucken einer Glasscheibe mit einem Dekorrahmen ist aus der US-PS 42 68 545 bekannt. Aus dieser Druckschrift ist es auch bekannt, zur Verhinderung eines vorzeitigen Verschleißes der Siebdruckschablonen an den Kanten der Glasscheibe zur Form der Glasscheibe komplementäre Schablonen an die Glasscheibe anzulegen. Wenn jedoch bei einer solchen Vorrichtung der Farbauftrag über die Glasscheibenkanten hinweg bis auf die Oberfläche der Schablonen erfolgt, überträgt sich die auf der Schablonenoberfläche haftende Druckfarbe beim nächsten Druckvorgang auf die Unterseite der Siebdruckschablone und macht die Siebdruckschablone nach kurzer Zeit für einen sauberen Druck unbrauchbar.

Zum nicht vorveröffentlichten Stand der Technik (DE 40 20 972 C1) gehört es ferner, zwei einander komplementäre Teilflächen eines Dekorrahmens in zwei aufeinanderfolgenden Druckvorgängen aufzutragen, wobei die erste Teilfläche entlang wenigstens einer Kante kantenbündig zu der entsprechenden ersten Glasscheibenkante, und die zweite Teilfläche entlang wenigstens einer Kante kantenbündig zu einer anderen Glasscheibenkante ausgerichtet werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, bei dem unabhängig von den Flächentoleranzen der Glasscheiben und unabhängig von Positionierungstoleranzen beim Druckvorgang die aufgebrachte Dekorschicht zumindest in einem ausgewählten Bereich bis unmittelbar an die Umfangskante der Glasscheibe heranreicht.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß zumindest in dem ausgewählten Bereich der Glasscheibe unmittelbar an die Glasscheibenkante anschließend ein die zu bedruckende Oberfläche über die Glasscheibenkante hinaus erweiterndes Flächenelement angeordnet, die Dekorschicht über die Glaskante hinaus bis auf das Flächenelement aufgedruckt, und nach dem Trocknen der Druckfarbe das Flächenelement von der Glasscheibe getrennt wird.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Druckschablone so ausgebildet, daß die Druckfläche auch im ungünstigsten Fall der Maßtoleranzen und der Positionierungsbedingungen sich um größenordnungsmäßig einige Millimeter über den Rand der Glasscheibe hinaus erstreckt. Auf diese Weise wird die Druckfarbe nicht nur bis zur Glaskante aufgetragen, sondern darüber hinaus auch noch auf eine sich daran anschließende Fläche, die mit der angrenzenden Glasoberfläche eine mehr oder weniger zusammenhängende und durchgehende ebene Fläche bildet. Das über die Glasscheibenkante hinausgehende Flächenelement wird nach dem Trocknen der Druckfarbe von der Glasscheibe gelöst. Gegebenenfalls kann das Flächenelement zum Bedrucken der nächsten Glasscheibe wieder verwendet werden. In zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung wird jedoch das nach dem Druckvorgang von der Glasscheibe gelöste Flächenelement verworfen, und es wird für jede Glasscheibe ein neues, unbenutztes Flächenelement verwendet.

Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf verschiedene Weise durchführen.

Beispielsweise kann man gemäß einer ersten Ausführungsform des Verfahrens einen Profilstreifen aus einem geeigneten Material von einigen Millimetern Dicke und rechteckigem Querschnitt derart auf die Umfangsfläche der Glasscheibe aufkleben, daß eine ebene Begrenzungsfläche des Profilstreifens eine Verlängerung der Glasscheibenoberfläche bildet.

Gemäß einer anderen Ausführungsform wird das Flächenelement aus einem gießfähigen oder extrudierfähigen aushärtenden anorganischen oder organischen Material unmittelbar auf der Umfangsfläche der Glasscheibe gebildet. Dabei kann die Bildung des Flächenelements mit Hilfe einer die Glasscheibe umgebenden Form erfolgen, die einen dem Flächenelement entsprechenden Hohlraum bildet, der mit dem aushärtenden Material gefüllt wird. Stattdessen kann das Flächenelement mit dem gewünschten Querschnitt aber auch unmittelbar auf der Umfangsfläche der Glasscheibe mit Hilfe einer geeigneten Extrusionsdüse gebildet werden. Für diese Ausführungsformen eignen sich insbesondere thermoplastische und duroplastische Polymere.

Eine weitere Ausführungsform besteht darin, daß das sich an die Glaskante anschließende Flächenelement von einer flexiblen Bahn, insbesondere einer Papierbahn, gebildet wird, die von einem neben der Glasscheibe liegenden Stützkörper in der Höhe der Glasoberfläche gehalten wird. Der neben der Glasscheibe liegende Stützkörper kann z. B. ein schablonenartiger Rahmen sein, in den die Glasscheibe unter Zwischenschaltung einer Bahn aus Seidenpapier eingelegt wird.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung verschiedener Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen.

Von den Zeichnungen zeigt

Fig. 1 eine Einrichtung zur Bildung eines umlaufenden Randstreifens mit Hilfe einer Spritzform;

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1;

Fig. 3 eine mit einem Dekorrahmen bedruckte Glasscheibe vor dem Entfernen des Randstreifens;

Fig. 4 eine Einrichtung zum Anformen eines Randstreifens an eine Glasscheibe mit Hilfe einer kalibrierten Formdüse;

Fig. 5 eine Form zur Aufnahme der Glasscheibe beim Druckvorgang mit einer das anschließende Flächenelement bildenden Papierbahn,

Fig. 6 eine Form zur Aufnahme der Glasscheibe beim Druckvorgang mit mehreren, die Glasscheibe entlang ihrem gesamten Umfang umgebenden Papierbahnen, und

Fig. 7 eine andere Ausführungsform einer Einrichtung zur Aufnahme einer Glasscheibe beim Druckvorgang mit einer die Glasscheibe allseitig umgebenden Papierbahn.

Anhand der Fig. 1 bis 3 wird eine erste Ausführungsform eines Verfahrens beschrieben, bei dem eine Glasscheibe 1 entlang ihrem gesamten Umfang mit einem die Oberfläche der Glasscheibe vergrößernden Randstreifen versehen wird. Zu diesem Zweck wird eine Form 2 mit einer ebenen Oberfläche 3 und einer Ausnehmung 4 hergestellt. Die Form der inneren Begrenzungswand 5 der Ausnehmung 4 entspricht der Form der Umfangsfläche 6 der Glasscheibe 1, ist jedoch größer als die Glasscheibenfläche. Wenn die Glasscheibe 1 in diese Form eingelegt wird, entsteht zwischen der Umfangsfläche 6 der Glasscheibe und der Begrenzungswand 5 der Ausnehmung 4 ein Spalt 7. Die Ausnehmung 4 ist so dimensioniert oder ausgebildet, daß die Oberfläche der Glasscheibe 1 in derselben Ebene liegt wie die Oberfläche 3 der Form 2. Um die Position der Glasscheibe 1 innerhalb der Ausnehmung 4 festzulegen, sind am Boden der Ausnehmung Distanzelemente 8 angeordnet.

Bevor die Glasscheibe 1 in die Form 2 eingelegt wird, wird die Form im Bereich der Begrenzungswand 5 mit einem geeigneten Trennmittel beschichtet. Der Spalt 7 zwischen der Umfangsfläche der Glasscheibe und der Begrenzungswand 5 der Ausnehmung 4 wird sodann mit Hilfe einer Spritzdüse 10, die über einen Schlauch 11 mit einer aushärtenden Polymermasse versorgt wird, gefüllt. Die obere Oberfläche 12 des so gebildeten rahmenförmigen Profilstreifens 13 liegt in derselben Ebene wie die Oberfläche der Glasscheibe 1 und bildet das die Umfangskante der Glasscheibe 1 überragende Flächenelement.

Wenn der Spalt 7 auf diese Weise gefüllt ist, läßt man das Polymer aushärten. Anschließend wird die Glasscheibe 1 mit dem an der Umfangsfläche 6 haftenden Profilstreifen 13 aus der Form 2 entfernt.

Als Polymer für den Profilstreifen 13 können thermoplastische Kunststoffe wie PVC, oder Reaktionssysteme wie Polyurethane, verwendet werden. Selbstverständlich können auch anorganische aushärtende Massen und Systeme für die Herstellung des Profilstreifens 13 verwendet werden.

Die auf diese Weise mit einem umlaufenden Profilstreifen 13 versehene Glasscheibe 1 wird sodann, wie es in Fig. 3 dargestellt ist, mit dem Dekorrahmen 15 bedruckt. Die äußeren Abmessungen der Druckschablone sind dabei so gewählt, daß die Druckfarbe entlang dem gesamten Umfang der Glasscheibe 1 über die Glasoberfläche hinaus einen Teil der Oberfläche 12 des Randstreifens 13 bedeckt. Der Druckvorgang erfolgt vorzugsweise mit Hilfe des Siebdruckverfahrens.

Wenn die den Dekorrahmen 15 bildende Druckfarbe getrocknet ist, kann der Randstreifen 13 von der Glasscheibe 1 entfernt werden. Die Glasscheibe 1 kann dann in der üblichen Weise weiterverarbeitet werden. Beispielsweise kann sie nach Erwärmung auf Biegetemperatur gebogen und anschließend vorgespannt werden. Zweckmäßigerweise entfernt man den Randstreifen 13 erst kurz vor dem Auflegen der Glasscheibe auf den Rollenförderer des Ofens, in dem die Glasscheibe auf ihre Biege- bzw. Vorspanntemperatur erwärmt wird. Auf diese Weise dient der rahmenartige Randstreifen 13 während der Zwischenstapel- und Manipuliervorgänge als wirkungsvoller Kantenschutz für die Glasscheibe.

Eine andere Methode, nach der eine Glasscheibe mit einem Randstreifen versehen werden kann, ist in Fig. 4 schematisch dargestellt. In diesem Fall wird die Glasscheibe 18 auf eine ebene Platte 19 aufgelegt, die zuvor im Umgebungsbereich der Glasscheibe 18 mit einer Trennmittelschicht 20 versehen wurde. Auf der Platte 19 wird die Glasscheibe 18 beispielsweise mit Hilfe von Saugtellern 21 festgehalten. Sodann wird eine Extrusionsdüse 22 mit entsprechend kalibrierter Düsenöffnung am Umfang der Glasscheibe 18 entlanggeführt und dabei ein Profilstrang 23 unmittelbar an der Umfangsfläche 24 extrudiert. Die Extrusionsdüse 22 wird mit Hilfe eines entsprechend programmierten Roboters automatisch an der Umfangsfläche 24 der Glasscheibe 18 entlanggeführt. Die Düsenöffnung der Extrusionsdüse 22 ist so kalibriert, daß die obere Oberfläche des Profilstrangs 23 das die Vergrößerung der Oberfläche der Glasscheibe 18 darstellende Flächenelement bildet. Wenn der Profilstrang 23 ausgehärtet ist, wird die Glasscheibe 18 von der Platte 19 entfernt.

Die Platte 19 kann beispielsweise aus Polytetrafluoräthylen oder einem anderen Material bestehen, an dem der mit der Extrusionsdüse 22 extrudierte Profilstrang nicht haftet. In diesem Fall erübrigt es sich, auf die Platte 19 eine Trennmittelschicht aufzubringen.

Das in der Fig. 4 im Prinzip dargestellte Verfahren läßt sich gemäß einer anderen besonders vorteilhaften Variante auch so ausführen, daß man zwischen die ebene Platte 19 und die Glasscheibe eine Bahn aus Papier oder aus einer Kunststoffolie zwischenschaltet, auf die die Glasscheibe aufgelegt wird. Diese Papier- oder Kunststoffolienbahn wird nach dem Aufbringen des Profilstrangs 23 auf den Rand der Glasscheibe zusammen mit der Glasscheibe in die nachfolgende Siebdruckstation und in den Trockenofen verbracht, in dem die Siebdruckfarbe getrocknet wird.

Das Aufdrucken des Dekorrahmens und die Weiterverarbeitung der Glasscheibe erfolgen in der gleichen Weise wie bei dem zuerst beschriebenen Ausführungsbeispiel.

Fig. 5 stellt den grundsätzlichen Aufbau einer Vorrichtung dar, mit deren Hilfe das die Glasoberfläche vergrößernde Flächenelement von einer Papierbahn oder einer geeigneten Folie gebildet wird. In dem dargestellten Fall soll eine rechteckige Glasscheibe 28 entlang einer Kante 29 mit einem Dekorstreifen bedruckt werden. Die Glasscheibe 18 wird zu diesem Zweck in die der Form und Dicke der Glasscheibe entsprechende Ausnehmung 30 einer Trägerplatte 31 gelegt. Über die Ausnehmung 30 wird zuvor eine Papierbahn 32 gespannt, die von einer Vorratsrolle 35 abgerollt und nach dem Druckvorgang auf die Rolle 36 aufgewickelt wird. Wenn die Glasscheibe 28 unter Zwischenschaltung der Papierbahn 32 in die Ausnehmung 30 eingelegt wird, legt sich die Papierbahn über die sich an die Ausnehmung 30 anschließenden Formflächen 33, die sich auf der gleiche Höhe befinden wie die Oberfläche der Glasscheibe 28.

Die Glasscheibe 28 wird mit dem Dekorstreifen 34 bedruckt, während sie in der dargestellten Weise innerhalb der Trägerplatte 31 liegt. Nach dem Druckvorgang kann die Glasscheibe unmittelbar aus der Trägerplatte 31 entnommen werden. Die Papierbahn 32 wird um eine bestimmte Länge weiterbewegt und auf die Rolle 36 aufgerollt, und die Vorrichtung ist für den nächsten Druckvorgang bereit.

Wenn nach dem anhand der Fig. 5 beschriebenen Prinzip eine Glasscheibe entlang ihrem gesamten Umfang mit einem rahmenförmigen Dekoraufdruck versehen werden soll, kann hierfür eine Vorrichtung zum Einsatz kommen, wie sie in Fig. 6 in ihrem grundsätzlichen Aufbau dargestellt ist. Die Glasscheibe 38 wird wieder in die Ausnehmung 39 einer Trägerplatte 40 eingelegt, deren sich an die Ausnehmung 39 anschließenden Oberflächen 41 sich auf demselben Niveau befinden wie die Oberfläche der Glasscheibe 38, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Dicke der Papierbahn. In diesem Fall ist der gesamte sich an die Ausnehmung 39 seitlich anschließende Bereich der Oberfläche 41 durch Papierbahnen abgedeckt. Während eine Papierbahn 42 in einer Richtung parallel zu der Kante 43 der Glasscheibe 38 gespannt ist, ist eine zweite Papierbahn 44 quer zur Papierbahn 42 über die Trägerplatte 40 gespannt. Die Breite der beiden Papierbahnen 42, 44 entspricht jeweils der Breite der Ausnehmung 39 in der jeweiligen Richtung. Auf diese Weise werden die den Glasscheibenkanten 43, 45, 46 benachbarten Bereiche der Oberfläche 41 der Form 40 durch die Papierbahnen abgedeckt. Die zwischen den beiden Papierbahnen 42, 44 verbleibenden Zwickel der Formoberfläche 41 werden von einer weiteren Papierbahn 47 abgedeckt. Die Papierbahn 47 kann verhältnismäßig schmal sein und schließt sich dicht an die Papierbahn 42 an. Sie ist unter der Papierbahn 44 angeordnet, so daß im Bereich der Kante 43 der Glasscheibe allein die Papierbahn 44 das sich an die Glasoberfläche anschließende Flächenelement bildet. Wie im Zusammenhang mit der Fig. 5 beschrieben, werden zunächst die Papierbahnen 42, 44, 47 über der Trägerplatte 40 gespannt. Sodann wird die Glasscheibe 38 auf die Papierbahnen 42, 44 aufgelegt und zusammen mit diesen in die Ausnehmung 39 eingelegt. Die Glasscheibe wird sodann in der Ausnehmung der Trägerplatte liegend mit dem Dekorrahmen 48 beispielsweise mit Hilfe des Siebdruckverfahrens bedruckt. Wenn die Druckfarbe ausreichend trocken ist, wird die Glasscheibe aus der Ausnehmung 39 herausgenommen, und von den Papierbändern gelöst. Die Glasscheibe wird sodann in der üblichen Weise weiterverarbeitet.

Auch die in Fig. 7 ausschnittsweise dargestellte Einrichtung eignet sich dafür, eine ebene Glasscheibe 50 beliebiger Umfangsform mit einem unmittelbar bis zur Umfangskante der Glasscheibe reichenden rahmenförmigen Dekordruck 51 zu versehen. In diesem Fall umfaßt die Einrichtung einen Tisch 52 mit ebener Oberfläche, auf der ein der Dicke der Glasscheibe 50 entsprechender schablonenartiger Rahmen 54 angeordnet ist. Die innere Umfangsform des Rahmens 54 entspricht der äußeren Umfangsform der Glasscheibe 50. Über den Rahmen 54 wird eine Bahn 55 aus einem geeigneten Seidenpapier oder einem geeigneten Textilgewebe oder einer Kunststoffolie gespannt, die sich auf allen Seiten über den Rahmen 54 legt, wenn die Glasscheibe 50 innerhalb des Rahmens 54 auf den Tisch 52 aufgelegt wird. Selbstverständlich muß das die Bahn 55 bildende Material sehr dünn und außerdem so nachgiebig und verformbar sein, daß in den Eckbereichen des Rahmens 54 keine störenden Falten gebildet werden. Der Dekorrahmen 51 wird wie in den voraufgehenden Beispielen beschrieben mit Hilfe des Siebdruckverfahrens über den Rand der Glasscheibe hinaus bis auf die Papierbahn 55 aufgedruckt. Anschließend wird die Glasscheibe 50 mitsamt dem Rahmen 54 und der Papierbahn 55 in eine sich anschließende Trockenstation geschoben. Nach dem Trocknen der Druckfarbe wird die Glasscheibe 50 von der Papierbahn 55 abgelöst und weiterverarbeitet.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Bedrucken einer Glasscheibe mit einer Dekorschicht, die wenigstens in einem ausgewählten Bereich bis unmittelbar an die Umfangskante der Glasscheibe heranreicht, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest in dem ausgewählten Bereich der Glasscheibe unmittelbar an die Glasscheibenkante anschließend ein die zu bedruckende Oberfläche über die Glasscheibenkante hinaus erweiterndes Flächenelement angeordnet, die Dekorschicht über die Glaskante hinaus bis auf das Flächenelement aufgedruckt, und nach dem Trocknen der Druckfarbe das Flächenelement von der Glasscheibe getrennt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements ein Profilstreifen aus einem elastisch verformbaren Material auf die Umfangsfläche der Glasscheibe aufgeklebt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements ein Strang aus einer aushärtenden und auf der Umfangsfläche der Glasscheibe haftenden Masse an der Umfangsfläche der Glasscheibe angeformt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements ein Strang aus einer Masse aus anorganischem härtenden Material an der Umfangsfläche der Glasscheibe angeformt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements ein Strang aus einer härtenden Polymermasse an der Umfangsfläche der Glasscheibe angeformt wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des Strangs ein thermoplastisches Polymer verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des Strangs ein Ein- oder Mehrkomponenten-Reaktionssystem verwendet wird.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasscheiben (1) in eine mit einer Oberflächenausnehmung (4) versehene Form (2) eingelegt und zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements der zwischen der Umfangsfläche (6) der Glasscheibe (1) und der dieser gegenüberliegenden Begrenzungswand (5) der Ausnehmung (4) gebildete Hohlraum (7) mit der aushärtenden Polymermasse gefüllt wird.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasscheibe (18) auf eine im Vergleich zur Glasscheibe (18) größere Trägerplatte (19) aufgelegt und der das Flächenelement bildende Strang (23) mit Hilfe einer kalibrierten Exdrusionsdüse (22) an die Umfangsfläche (24) der Glasscheibe (18) angespritzt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der aushärtenden Nasse in Berührung kommenden Oberflächenbereiche der werden.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des die Glasoberfläche erweiternden Flächenelements eine von einem an die stoffolien- oder Textilbahn verwendet wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasscheibe (28; 38) zum Aufdrucken des Dekorstreifens (34; 48) auf eine mit einer der Glasscheibe entsprechenden Oberflächenausnehmung (30; 39) versehene Trägerplatte (31; 40) aufgelegt wird, deren an die Ausnehmung (30; 39) anschließenden Bereiche der Oberfläche (33; 41) durch eine innerhalb der Ausnehmung (30; 39) zwischen der Glasscheibe (28; 38) und dem Boden der Ausnehmung (30; 39) verlaufende Papierbahn (32; 42; 44) abgedeckt sind.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwickelbereiche der Formoberfläche (41) an den Kreuzungsstellen zweier Papierbahnen (42; 44) durch eine weitere schmale Papierbahn (47) abgedeckt werden.
  14. 14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Dekorschicht (15; 34; 48) mit Hilfe des Siebdruckverfahrens auf die Glasoberfläche aufgebracht wird.
  15. 15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch eine ebene Tischplatte (52), einen auf der Tischplatte (52) angeordneten, der Form und Größe der Glasscheibe (50) entsprechenden und die Oberfläche der Glasscheibe (50) erweiternden schablonenartigen Rahmen (54) und eine den Rahmen (54) auf allen Seiten überdeckende, nach jedem Druckvorgang weitertransportierbare Bahn (55) aus nachgiebigem Papier, insbesondere Seidenpapier.






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