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Dokumentenidentifikation DE4127922A1 05.03.1992
Titel Verfahren zum Herstellen von Angorakaninchenhaar-Garn
Anmelder Hanol Angora Fabric Co. Ltd., Seoul/Soul, KR
Vertreter Schaumburg, K., Dipl.-Ing.; Thoenes, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Englaender, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 23.08.1991
DE-Aktenzeichen 4127922
Offenlegungstag 05.03.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.03.1992
IPC-Hauptklasse D02G 3/02
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von 100% Angorakaninchenhaar-Garn, umfassend eine chemische Behandlung des natürlichen Angorakaninchenhaars zu Verbesserung der Schuppung und Kräuselung an der Oberfläche des Angorakaninchenhaares, wodurch diesem eine Verspinnbarkeit gegeben wird, die der von Wolle gleich ist, ferner Zugabe eines herkömmlichen Weichmachers und eines Antistatikmittels, Krempeln, Strecken, Spinnen und Zwirnen unter geeigneten Bedingungen, die den Eigenschaften des Angorakaninchenhaares entsprechen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung kann 100% Kaninchenhaar-Garn mit den ausgezeichneten natürlichen Eigenschaften des Angorakaninchenhaares zu einem äußerst feinen Garn kammgarnversponnen werden.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von 100% Angorakaninchenhaar-Garn unter Verwendung von Angorakaninchenhaar mit einem Faserdurchmesser von 12 bis 14µm und einer durchschnittlichen Faserlänge von etwa 60 mm; sie betrifft insbesondere ein Verfahren zum Herstellen von Angorakaninchenhaar-Feingarn, wobei das Verfahren eine spezielle chemische Behandlung von Angorakaninchenhaar zum Verbessern seiner Verspinnbarkeit sowie ein Kammgarn-Verspinnen desselben umfaßt.

Da Angorakaninchenhaar einen schönen Glanz, gute Wärmeeigenschaften und eine ausgezeichnete Flexibilität hat, ist sie als Spinnfaser in idealer Weise geeignet. Da es jedoch andererseits eine geringe Schuppungen und eine geringe Kräuselung im Vergleich mit anderen Tierfasern hat, ist die Spinnbarkeit sehr schlecht, so daß es bisher schwierig war, ein feingesponnenes Garn herzustellen.

Die koreanische Patentanmeldung Nr. 80-1 643 beschreibt ein Verfahren zum Verspinnen von Angorakaninchenhaar mit einem endlosen Garnmaterial, welches die Fasern konsolidiert, indem das endlose Garnmaterial, welches etwa ein Drittel der Querschnittsfläche der Gesamtfaser ausmacht, dazu verwendet wird, ein 60 Nm oder größeres Feingarn aus dem Angorakaninchenhaar herzustellen. Da gemäß dem Stand der Technik das Angorakaninchenhaar zusammen mit einem anderen Garnmaterial versponnen wird, dessen Eigenschaften sich von denen des Kaninchenhaars unterscheiden, ist die Einrichtung zum Herstellen des Angorakaninchenhaar-Garns sehr kompliziert, wodurch hohe Kosten für die Herstellung des Haargarnes anfallen, und es ist infolge der Verwendung des anderen Garnmaterials schwierig, Angorakaninchenhaar-Garn herzustellen, welches die ausgezeichneten Eigenschaften der Angorakaninchenhaare vollständig beibehält.

In der DE-PS 9 16 155 ist ein Angorakaninchenhaar-Garn beschrieben, bei welchem eine innere gezwirnte Garnseele mit Angorakaninchenhaar umkleidet ist, wobei die Festigkeit dieses Haar-Garnes durch die Festigkeit der Garnseele bestimmt ist. Die Umkleidung dieser Garnseele hat die Eigenschaften des Angorakaninchenhaar-Garnes. Da gemäß diesem Patent eine Garnseele verwendet wird, die sich von dem Angorakaninchenhaar unterscheidet, besteht auch hier der Nachteil, welcher im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Technik gegeben ist.

Die koreanische Patentanmeldung Nr. 87-1 886 beschreibt ein Verfahren zum Spinnen eines 6 Nm Angorakaninchenhaar-Grobgarnes unter Verwendung einer Seele, die aus kurzen Angorakaninchenhaaren mit einer Länge zwischen 1,5 und 2 cm oder weniger sowie mittellangem Angorakaninchenhaar mit einer Länge von 2 bis 4 cm besteht, sowie einem äußeren Haar aus langem Angorakaninchenhaar mit einer Länge von 4 cm oder mehr. Da es jedoch schwierig ist, Angorakaninchenhaar in kurze, mittellange und lange Haare mit den oben definierten Längen zu sortieren, ist die Haarverlustrate infolge der geringen Konsolidierungskräfte zwischen diesen Haaren hoch. Außerdem wird das relativ rauhe lange Haar als äußeres Haar verwendet, so daß auch dieses Verfahren nicht zu einem Garn führt, welches sich angenehm anfühlt.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen eines 100% Angorakaninchenhaar- Feingarnes zu schaffen, welches als Graugarn für gewebte und gestrickte Tücher verwendbar ist. Dieses Verfahren umfaßt eine chemische Behandlung des natürlichen Angorakaninchenhaars, so daß auf der Oberfläche des Angorakaninchenhaars eine Schuppung ähnlich der Oberflächenstruktur von Wolle geschaffen und die Anzahl der Kräuselungen von 1 bis 2 auf 5 bis 8 gesteigert wird, so daß Haar mit einer Spinnbarkeit gleich der von Wolle entsteht; das Verfahren umfaßt ferner ein Verspinnen der Angorakaninchenhaare unter geeigneten Spinnbedingungen, die den Eigenschaften der Angorakaninchenhaare entsprechen.

Im folgenden wird ein Verfahren gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung im einzelnen beschrieben.

1. CHEMISCHE BEHANDLUNG

30 Gewichtsprozent einer 50% Wasserstoffperoxid-Lösung, 30 Gewichtsprozent einer 65% Natriumhypochlorit- Lösung, 30 Gewichtsprozent eines Bleichmittels und 10 Gewichtsprozent einer 70% Silikon-Lösung werden gemischt; anschließend wird das Gemisch in Wasser gegeben und eine 3%-Lösung hergestellt. Diese Lösung wird auf einer Temperatur von 10 bis 12°C gehalten und Angorakaninchenhaar wird in die Lösung für einen Zeitraum von etwa 50 Minuten eingetaucht. Diese chemische Behandlung löst und entfernt den Kernmuskel, welcher in der Faser eingeschlossen ist und die Weichheit des Angorakaninchenhaars beeinträchtigt, aus dem Kaninchenhaar, so daß die Faser biegsam wird und fünf bis acht Kräuselungen erzeugt werden; die feinkörnige Textur der die Schuppung umgebenden Kutikula wird entfernt, so daß eine wolleartige Schuppung auf der Oberfläche erscheint.

Das so behandelte Angorakaninchenhaar wird gewaschen und ein Weichmacher sowie ein Antistatikmittel wird zugegeben, so daß ein Graugarn zum Spinnen entsteht, wobei der Feuchtigkeitsgehalt des Angorakaninchenhaars im Bereich von 16 bis 18% gehalten wird.

2. KREMPELN

Das behandelte Angorakaninchenhaar wird in der Öffner- Maschine geöffnet (aufgelockert) und sodann in einer Kammgarn-Krempelmaschine (worsted type) gekrempelt, so daß man ein Faserband mit einem Gewicht von 10 g/m erhält.

Die gemäß der vorliegenden Erfindung verwendete Kammgarn-Krempelmaschine hat einen Zylinder und eine Nadeldichte von 12 bis 18 Nadeln/6,45 cm2; der Abstand zwischen Zylinder und Arbeiter wird im Bereich von 0,3 bis 0,4 mm gehalten. Die Temperatur bzw. die Feuchtigkeit (RH) werden im Bereich von 25 bis 30°C bzw. 70 bis 85% gehalten. Wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden, dann werden während des Krempelns Verdickungen oder Rauhigkeiten erzeugt und der Krempelvorgang läuft nicht glatt ab.

3. STRECKEN

Das Strecken wird in vier Stufen durchgeführt. Die Stiftdichte des Streckkastens ist 14 Stifte/6,45 cm2 bei der ersten Stufe, 16 Stifte/6,45 cm2 bei der zweiten Stufe, 18 Stifte/6,45 cm2 bei der dritten Stufe und 23 Stifte/6,45 cm2 bei der letzten Stufe.

Außerdem werden ein Klemmzylinder mit einem Durchmesser von 20 mm und ein vorderer Unterzylinder mit einem Durchmesser von 40 mm verwendet und der Spalt zwischen dem Klemmzylinder und dem letzten Fallelement wird bei 20 mm gehalten.

Obwohl ein Streckkasten mit einer Stiftdichte von 12 Stifte/6,45 cm2, 13 Stifte/6,45 cm2, 15 Stifte/6,45 cm2 und 16 Stifte/6,45 cm2 in dieser Reihenfolge beim Kammgarn-Spinnen verwendet, da die Feinheit des Angorakaninchenhaars sehr gering ist, sollte ein Streckkasten mit einer hohen Stiftdichte gemäß der Erfindung verwendet werden, um den Streckvorgang glatt durchzuführen. Außerdem wird, weil die Faserlänge des Angorakaninchenhaars kurz ist, ein Klemmzylinder mit einem Durchmesser von 20 mm und ein vorderer Unterzylinder mit einem Durchmesser von 40 mm verwendet. Diese Durchmesser sind kleiner als die beim herkömmlichen Kammgarn-Spinnen verwendeten Durchmesser, die nämlich 22 mm bzw. 62 mm betragen. Der Streckvorgang kann glatt durchgeführt werden, wenn das 20 mm-Maß einbehalten wird, das kürzer als das bei herkömmlichem Kammgarn-Spinnen verwendete Maß von 35 bis 40 mm ist.

4. SPINNEN

Das Spinnen wird gemäß der vorliegenden Erfindung unter Verwendung einer herkömmlichen Ringspinnmaschine durchgeführt, die vier Zylinderreihen aufweist. Da die Faserlänge des Angorakaninchenhaars kurz ist, werden die Spalten zwischen dem hinteren Zylinder und dem vorderen Zylinder bei 60 mm, 55 mm und 45 mm in dieser Reihenfolge gehalten. Der Unterzylinder hat einen Durchmesser von 25 mm. (Im Falle des herkömmlichen Kammgarn-Spinnens werden die Spalte vom hinteren Zylinder zum vorderen Zylinder auf 80 mm, 70 mm und 70 mm in dieser Reihenfolge gehalten und der Durchmesser des Unterzylinders ist 30 mm). Außerdem ist der Verdrehfaktor gemäß der vorliegenden Erfindung 15% größer als der von Kammgarn. Wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden, kann kein Angorakaninchenhaar-Garn mit einer ausgezeichneten Gleichförmigkeit leicht hergestellt werden.

5. VERZWIRNEN

Beim Dublieren und Verzwirnen von zwei einzelnen, in der Spinnmaschine hergestellten Angorakaninchenhaar- Garnen wird die Richtung der ersten Drehung entgegengesetzt zu der der zweiten Drehung gewählt; die Anzahl der Drehungen bei der zweiten Drehung in der Zwirnmaschine ist das 0,59- bis 0,70fache der bei der ersten Drehung (d. h. der Anzahl der Drehungen des einzelnen Garnes).

Obwohl das Angorakaninchenhaar-Garn mit Dampf behandelt wird, wird es nicht gedrallt. Zusätzlich gilt, daß auch dann, wenn Angorakaninchenhaar-Garn geringfügig gedrallt wird, sich dieser Drallzustand mit der Zeit erholt. Allerdings kann gemäß der vorliegenden Erfindung die Formstabilität anstatt durch Drallbehandlung mittels Dampf beständig dadurch aufrechterhalten werden, daß die Anzahl der Drehungen bei der ersten Drehung und der zweiten Drehung innerhalb des genannten Bereiches gehalten wird und die Drehrichtung zueinander entgegengesetzt ausgeführt wird. Wenn die Anzahl der Drehungen von dem angegebenen Bereich abweicht, verschlechtert sich die Produktqualität nach dem Weben oder Stricken, da das Graugarn in einer Richtung geflockt wird.

Ein Ausführungsbeispiel:

100% Angorakaninchenhaar-Garn 2/60&min;s wird aus 100 kg Angorakaninchenhaar bereitet.

1. CHEMISCHE BEHANDLUNG
  • 1. Der Behandlungsbadbehälter wird mit 200 l Kühlwasser (11°C) gefüllt.

    2. Wasserstoffperoxid: 1,8 kg Natriumhypochlorit: 1,8 kg Bleichmittel: 1,8 kg Silikon: 0,6 kg Total: 6,0 kg


    Das oben genannte Gemisch wird dem Kühlwasser im Behandlungsbadbehälter zugegeben, vermischt und gelöst.
  • 3. Die Behandlungsflüssigkeit wird zur Durchführung der chemischen Behandlung 50 min lang aufgesprüht, wobei die Behandlungsflüssigkeit gerührt wird.
  • 4. Nach Beendigung der chemischen Behandlung wird die Behandlungsflüssigkeit ausgeleert. Danach wird das Angorakaninchenhaar gewaschen, um die im Kaninchenhaar verbleibenden Rückstände zu entfernen.
  • 5. Das so behandelte Angorakaninchenhaar wird in das Behandlungsbad eingetaucht, welchem 600 g eines Weichmachers zugegeben wurde, um die Weichmacherbehandlung durchzuführen; es wird sodann bei einer Luftventilation im Raum soweit getrocknet, daß der Feuchtigkeitsgehalt bei 16 bis 18 % gehalten wird.
  • 6. 300 g des Weichmachers und 300 g eines Antistatikmittels werden gemischt und zu einer 10% -Lösung verarbeitet; diese Lösung wird auf das Angorakaninchenhaar gesprüht und dieses dadurch laminiert, sodann wird das nasse Angorakaninchenhaar acht Stunden lang stehengelassen.
2. KREMPELN

Das so behandelte Angorakaninchenhaar wird in einer Öffnungsmaschine geöffnet (gelockert) und sodann in der Kammgarn-Maschine mit einem Zylinder gekrempelt, so daß ein 10 g/m Faserband entsteht. Die Nadeldichte ist 16 Nadeln/6,45 cm2 und der Spalt zwischen dem Zylinder und dem Arbeiter ist 0,3 mm. Die Temperatur bzw. die Feuchtigkeit des Krempelkastens wird bei 28°C bzw. 80% (RH) gehalten. 3. STRECKEN



4. SPINNEN (unter Verwendung einer Ringspinnmaschine) Maß des Zuführrovings: 0,35 g/m Verzug: 21 Anzahl Drehungen: 720 T/M.(S) Spindelgeschwind.: 9000 rpm Ausgabezähler: 1/60&min;s


5. ZWIRNEN (unter Verwendung eines Spindelzwirners) Maß des Produktes: 2/60&min;s Anzahl Drehungen: 474 T/M.(S)


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen von Angorakaninchenhaar- Garn, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch von 30% des Gewichtes Wasserstoffperoxid, 30% des Gewichtes Natriumhypochlorit, 30% des Gewichtes Bleichmittel und 10% des Gewichtes Silikon in Kühlwasser mit einer Temperatur von 10 bis 12°C gelöst wird, daß sodann Angorakaninchenhaar in diese Lösung 50 min eingetaucht wird, daß das Angorakaninchenhaar mit einem herkömmlichen Weichmacher und einem Antistatikmittel behandelt wird, daß nach Beendigung dieser Behandlung das Angorakaninchenhaar geöffnet (gelockert) wird, sodann gekrempelt, gestreckt, gesponnen und verzwirnt wird, wobei das Krempeln unter Verwendung einer Kammgarn-Krempelmaschine (worsted type) mit einem Zylinder ausgeführt wird unter der Vorgabe, daß die Nadeldichte gleich 12-18 Nadeln/6,45 cm2 und der Spalt zwischen Zylinder und Arbeiter 0,3 bis 0,4 mm ist, wobei ferner das Strecken in vier Stufen unter Verwendung einer Streckmaschine mit einer Stiftdichte von 14 Stiften/6,45 cm2, 16 Stiften/6,45 cm2, 18 Stiften/6,45 cm2 und 23 Stiften/6,45 cm2 in dieser Reihenfolge erfolgt und die Durchmesser des Klemmzylinders bzw. des vorderen Unterzylinders gleich 20 mm bzw. 40 mm sind, wobei ferner das Spinnen unter Verwendung einer Ringspinnmaschine mit vier Zylinderreihen durchgeführt wird und die Spalte vom hinteren Zylinder zum vorderen Zylinder gleich 60 mm, 55 mm und 45 mm breit und der Durchmesser des Unterzylinders gleich 25 mm ist, und wobei das Verzwirnen mit einer Umkehrung der Richtung der zweiten Drehung gegenüber der ersten Drehung erfolgt und die Anzahl der Drehungen bei der zweiten Drehung gleich dem 0,59- bis 0,70fachen der Anzahl der ersten Drehung ist.






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