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Dokumentenidentifikation EP0361050 02.04.1992
EP-Veröffentlichungsnummer 0361050
Titel Endlose Speicher- und Förderkette in einem Munitionsmagazin.
Anmelder Oerlikon-Contraves AG, Zürich, CH
Erfinder Novet, Hanspeter, CH-8604 Volketswil, CH;
Ruppen, Bruno, CH-8052 Zürich, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 58900864
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 14.08.1989
EP-Aktenzeichen 891149882
EP-Offenlegungsdatum 04.04.1990
EP date of grant 26.02.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.04.1992
IPC-Hauptklasse F41A 9/76
IPC-Nebenklasse F16G 13/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine endlose Speicher- und Förderkette in einem Munitionsmagazin, aus dem die Patronen einer automatischen Feuerwaffe zugeführt werden, mit einer von der Feuerwaffe angetriebenen Patronenzuführvorrichtung, die von einem Boostermotor unterstützt wird, wobei die endlose Förderkette mit der Munition mindestens eine Schlaufe im Magazin bildet, über mindestens ein Antriebsrad und über mindestens eine Umlenkrolle geführt ist.

Bei einer bekannten Munitionszuführvorrichtung dieser Art (siehe DE-A 36 44 513) für gurtgliedlose Munition für selbsteinziehende Schusswaffen, insbesondere für Bordkanonen an Flugzeugen, wird der Einzug der Munition aus dem Magazin in die Waffe durch einen Boostermotor unterstützt. Es ist ein Munitionsbehälter mit Zwischenböden vorhanden, in denen die Munition in ein oder mehreren Schlaufen in einer endlosen Förderkette übereinander liegt. Diese Förderkette ist über mindestens ein Antriebsrad und mehrere Umlenkräder, Umlenkschalen und Pufferräder geführt. Die Munition wird durch eine Übergabeeinheit zugeführt und abgeleitet. Zwei beweglich gelagerte schlaufenbildende Umlenkeinrichtungen werden mit einer zusätzlichen Vorrichtung beschleunigt.

Diese bekannte Munitionszuführung hat den Nachteil, dass besondere Massnahmen und Mittel erforderlich sind, damit zu Beginn eines Feuerstosses nicht zu grosse Beschleunigungskräfte auftreten.

Bei einer anderen Munitionszuführung dieser Art (siehe EP-A 0 231 493) dient eine Becherkette zum Zuführen von Patronen aus einem Munitionsbehälter durch einen Patronenzuführkanal hindurch zu einer automatischen Feuerwaffe. Die einzelnen Glieder dieser Becherkette sind durch Bolzen miteinander verbunden. Der Bolzen ist in einer Öse eines Gliedes der Becherkette über ein Kugelgelenk befestigt und ragt in Langlöcher zweier Ösen eines benachbarten Gliedes hinein.

Diese Becherkette eignet sich jedoch nicht als Speicher- und Förderkette in einem Munitionsmagazin.

Bei einer bekannten Kette (siehe US-A-3 512 424) sind die einzelnen Kettenglieder U-förmig ausgebildet, wobei das geschlossene Ende eines solchen Kettengliedes in das offene Ende des benachbarten Kettengliedes hineinragt. Ein Bolzen mit einem erweiterten Mittelteil und kleineren Enden ragt durch zwei benachbarte Kettenglieder, um sie miteinander zu verbinden. Dieser Bolzen ragt einerseits in Bohrungen des einen Gliedes und andererseits in Langlöcher des benachbarten Gliedes, sodass sich die Glieder gegenüber dem Bolzen verschieben lassen.

Auch diese bekannte Kette eignet sich nicht als Speicher- und Förderkette in einem Munitionsmagazin.

Die Aufgabe, welche mit der vorliegenden Erfindung gelöst werden soll, besteht in der Schaffung einer endlosen Speicher- und Förderkette, welche mit einfachen Hilfsmitteln in der Lage ist, die zu Beginn eines Feuerstosses auftretenden Beschleunigungskräfte aufzufangen.

Die Speicher- und Förderkette, mit der diese Aufgabe gelöst wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass die zu einer Doppelschlaufe zusammengelegte Speicher- und Förderkette in ihrer Mitte über die Umlenkrolle vom Boostermotor angetrieben ist, dass die endlose Förderkette teleskopartig ausgebildet ist, zur Aufnahme der Beschleunigungskräfte, die zu Beginn eines Feuerstosses und auch bei Einzelschuss auftreten.

Vorzugsweise sind die Kettenglieder der Förderkette mit Spiel miteinander verbunden, derart, dass mindestens eine Patrone verschossen werden kann, bis die gesamte Förderkette auf die erforderliche Zuführgeschwindigkeit beschleunigt ist. Diese endlose Förderkette weist vorzugsweise sowohl im Bereich der Patronenspitzen als auch im Bereich der Patronenböden Kettenglieder auf, welche durch Becher, die zur Aufnahme der Patronen dienen, miteinander verbunden sind.

Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen endlosen Speicher- und Förderkette in einem Munitionsmagazin ist im folgenden anhand der beigefügten Zeichnung ausführlich beschrieben. Es zeigt:

  • Fig.1 eine schematische Darstellung eines Munitionsmagazines
  • Fig.2 einen Schnitt nach Linie II-II in Fig.1
  • Fig.3 einen Schnitt durch ein Stück der Speicher- und Förderkette und
  • Fig.4 eine Ansicht dieser Speicher- und Förderkette von oben.

Gemäss Fig.1 ist das Munitionsmagazin 10 so geformt, dass es als Bordmagazin im Flügel eines Flugzeuges untergebracht verden kann. In diesem Munitionsmagazin 10 befindet sich eine endlose Speicher- und Förderkette 11, die zu einer Doppelschlaufe zusammengelegt ist. Diese endlose Förderkette 11 ist auf der einen Seite um eine einzige Umlenkrolle 12 und auf der anderen Seite um zwei Umlenkrollen 13 und 14 geführt. Die obere Umlenkrolle 14 wird von einem Motor 15 angetrieben. Die Bewegungsrichtung dieser endlosen Speicher- und Förderkette 11 ist durch vier Pfeile A-D angedeutet. Im Bereich der unteren Umlenkrolle 13 werden Patronen 16 entweder dem Magazin 10 zugeführt oder dem Magazin 10 entnommen. Zu diesem Zweck ist eine zweite endlose Förderkette 17 vorhanden, durch welche die Patronen 16 einer Feuerwaffe 36 zugeführt werden. Diese zweite endlose Förderkette 17 muss synchron zur Kadenz der Feuerwaffe angetrieben werden. Die Zufuhr der Patronen 16 zur Feuerwaffe wird hier jedoch als bekannt vorausgesetzt und daher nicht weiter erläutert.

Gemäss Fig.2 weist die endlose Förderkette 11 sowohl im Bereich der Patronenspitzen 18 als auch im Bereich der Patronenböden 19 Kettenglieder 20 auf, an denen Becher 21 befestigt sind, die zur Aufnahme der Patronen 16 dienen. Durch diese Becher 21 werden die Kettenglieder 20 im Bereich der Patronenspitzen 18 mit den Kettengliedern 20 im Bereich der Patronenböden 19 miteinander zu der vollständigen Speicher- und Förderkette 11 verbunden. Diese Förderkette 11 ist in Seitenwänden 22 des Munitionsmagazins 10 geführt. Die Seitenwände 22 sind durch einen Boden 23 und eine Decke 24 miteinander verbunden. Es sind gemäss Fig.2 in jeder Seitenwand 22 vier Führungsschienen 37 vorhanden, da - wie oben aufgeführt - die endlose Förderkette 11 zu einer Doppelschlaufe zusammengelegt ist. Gemäss Fig.1 wird durch den Hilfsmotor 15 über die Umlenkrolle 14 der oberste Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfeiles A gezogen. Dieser oberste Abschnitt der Förderkette 11 zieht auch den untersten Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfeiles D. Ferner wird durch den Hilfsmotor 15 über die Umlenkrolle 14 der zweitoberste Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfeiles B gestossen. Dieser zweitoberste Abschnitt der Förderkette 11 stösst auch den zweituntersten Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfeiles C. Somit werden die beiden mittleren Abschnitte in Richtung der Pfeile B und C gestossen und die beiden äusseren Abschnitte der Doppelschlaufe der Förderkette 11 werden gezogen. Die von der Feuerwaffe angetriebene Umlenkrolle 13 hingegen zieht an den mittleren beiden Abschnitten in Richtung der Pfeile B und C und stösst an den äusseren beiden Abschnitten in Richtung der Pfeile A und D. Diese an sich triviale Tatsache wurde hier absichtlich so ausführlich beschrieben, da sie als wesentlich für das Verständnis der vorliegenden Erfindung angesehen wird.

Gemäss Fig.3,4 und 5 werden normale handelsübliche Kettenglieder 20 verwendet. Diese Kettenglieder 20 weisen einen Bolzen 25 auf, der an beiden Enden mit Nietköpfen 26 versehen ist. Auf diesem Bolzen 25 ist eine Rolle 27 drehbar gelagert. An beiden Enden der Rolle 27 ist je ein Innenglied 28 und ein Aussenglied 29 schwenkbar am Bolzen 25 angelenkt. Erfindungsgemäss weist nun das Innenglied 28 eine wesentlich grössere Bohrung 30 auf als das Aussenglied 29, dessen Bohrung 31 im wesentlichen dem Bolzen 25 entspricht. Dank diesen grossen Bohrungen 30 an jedem Innenglied ist jedes Kettenglied 20 gegenüber dem benachbarten Kettenglied 20 um das Spiel 32 zwischen der grösseren Bohrung 30 und dem Bolzen 25 verschiebbar. Das Spiel 32 ist so gewählt, dass sich die ganze endlose Förderkette 11 um vier Teilungen (Fig.3) verlängern oder verkürzen lässt.

Gemäss Fig.3 ist an je zwei benachbarten Bolzen 25 ein Becher 21 für die Patronen 16 befestigt. Dieser Becher 25 weist zwei benachbarte Bohrungen 33 und 34 auf, von denen die eine ebenfalls kleiner ist als die andere, sodass der eine Bolzen 25 ebenfalls mit Spiel 35 in die eine Bohrung 33 des Bechers 21 hineinragt. Dadurch wird von den Bechern die Verlängerung und Verkürzung der Förderkette 11 nicht behindert.

Die Wirkungsweise des beschriebenen Munitionsmagazines mit endloser Speicher- und Förderkette ist wie folgt:

Bei einem Feuerstoss wird durch den Antrieb der Feuerwaffe 36 sofort die zweite Förderkette 17 auf die erforderliche Geschwindigkeit beschleunigt. Dies ist möglich, da das Gewicht dieser zweiten Förderkette 17 im Vergleich zur Speicher- und Förderkette 11 relativ klein ist. Zugleich wird der zweitunterste Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfeiles C schrittweise in Bewegung gesetzt, indem sukzessive eine Patrone 16 nach der anderen in Bewegung gesetzt wird, wobei sich jedesmal der Abstand zwischen zwei benachbarten Patronen 16 etwas vergrössert. Anschliessend wird in derselben Weise auch der zweitoberste Abschnitt der Förderkette 11 in Richtung des Pfei les B in Bewegung gesetzt, indem wiederum sukzessive eine Patrone 16 nach der anderen in Bewegung gesetzt wird. Während diesem Vorgang hat der Motor 15 Zeit, sich auf seine volle Drehzahl zu beschleunigen und auch die übrigen Abschnitte der Förderkette 11 in Richtung der Pfeile A und D in Bewegung zu setzen. Dank dem in der Förderkette 11 vorgesehenen Spiel 33 und 35 ist die beschriebene Verlängerung der Kette 11 möglich. Am Ende eines Feuerstosses werden dann die beiden mittleren Abschnitte der Förderkette in Richtung der Pfeile B und C wieder in die Ausgangslage zusammengeschoben und die beiden äusseren Abschnitte in Richtung der Pfeile A und D auseinander gezogen.

Bezugsziffernliste

  • 10 Munitionsmagazin
  • 11 Speicher- und Förderkette
  • 12 Umlenkrolle
  • 13 Umlenkrolle
  • 14 Umlenkrolle
  • 15 Motor
  • 16 Patronen
  • 17 zweite Förderkette
  • 18 Patronenspitzen
  • 19 Patronenböden
  • 20 Kettenglieder
  • 21 Becher
  • 22 Seitenwand
  • 23 Boden
  • 24 Decke
  • 25 Bolzen
  • 26 Nietköpfe
  • 27 Rolle
  • 28 Innenglied
  • 29 Aussenglied
  • 30 grössere Bohrung in den Kettengliedern
  • 31 kleinere Bohrung in den Kettengliedern
  • 32 Spiel
  • 33 grössere Bohrung im Becher
  • 34 kleinere Bohrung im Becher
  • 35 Spiel
  • 36 Feuerwaffe
  • 37
  • 38


Anspruch[de]
  • 1. Endlose Speicher- und Förderkette (11) in einem Munitionsmagazin (10), aus dem die Patronen (16) einer automatischen Feuerwaffe (36) zugeführt werden, mit einer von der Feuerwaffe (36) angetriebenen Patronenzuführvorrichtung (17), die von einem Boostermotor (15) unterstützt wird, wobei die endlose Förderkette (11) mit der Munition (16) mindestens eine Schleife im Munitionsmagazin (10) bildet, über mindestens ein Antriebsrad (14) und über mindestens eine Umlenkrolle (12,13) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zu einer Doppelschlaufe zusammengelegte Speicher- und Förderkette (11) in ihrer Mitte über die Umlenkrolle (14) vom Boostermotor (15) angetrieben ist, dass die endlose Förderkette (11) teleskopartig ausgebildet ist, zur Aufnahme der Beschleunigungskräfte, die zu Beginn eines Feuerstosses und auch bei Einzelschuss auftreten.
  • 2. Endlose Speicher- und Förderkette (11) nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Kettenglieder (20) der Förderkette (11) mit Spiel miteinander verbunden sind, derart, dass mindestens eine Patrone (16) verschossen werden kann, bis die gesamte Förderkette (11) durch den Boostermotor (15) auf die erforderliche Zuführungsageschwindigkeit beschleunigt ist.
  • 3. Endlose Speicher- und Förderkette (11) nach Anspruch 2,

    dadurch gekennzeichnet, dass diese Speicher- und Förderkette (11) aus einzelnen Kettengliedern (20) zusammengesetzt ist, bestehend aus einem Bolzen (25), einem Innenglied (28) und einem Aussenglied (29), welche schwenkbar am Bolzen (25) angelenkt sind und dass eines der beiden Glieder (28,29) eine Bohrung besitzt, die einen grösseren Durchmesser als der Durchmesser des Bolzens (25) aufweist, derart, dass der Bolzen (25) mit Spiel in diese Bohrung (30) hineinragt.
  • 4. Endlose Speicher- und Förderkette (11) nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet, dass die endlose Förderkette (11) sowohl im Bereich der Patronenspitzen (18) als auch im Bereich der Patronenböden (19) Kettenglieder (20) aufweist, welche durch Becher (21), die zur Aufnahme der Patronen (16) dienen, miteinander verbunden sind.






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