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Dokumentenidentifikation DE4040345C1 09.04.1992
Titel Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell
Anmelder Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co KG, 4630 Bochum, DE
Erfinder Nerlich, Ernst-Günter, Ing.(grad.), 4300 Essen, DE;
Bollmann, Alfred;
Rose, Peter, 4630 Bochum, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Albrecht, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 17.12.1990
DE-Aktenzeichen 4040345
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.04.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.04.1992
IPC-Hauptklasse E21D 15/48
IPC-Nebenklasse E21F 3/00   
Zusammenfassung Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell, für bergbauliche Strebbetriebe, mit zumindest einer Liegendkufe und zumindest einer Hangendkappe, wobei kohlenstoßseitig ein Fahrweg eingerichtet ist. In der Hangendkappe ist ein Luftkühlaggregat angeordnet, welches fahrwegseitig an eine Kaltluft-Austrittseinrichtung und zum Hangendkappenende hin an eine Strebluft-Eintrittseinrichtung angeschlossen ist. Dem Luftkühlaggregat ist eine Kaltluft-Fördereinrichtung zugeordnet, die in dem Ausbaugestell angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Ausbaugestell, insbesondere ein Schreitausbaugestell, für bergbauliche Strebbetriebe, - mit zumindest einer Liegendkufe und zumindest einer Hangendkappe in der ein Luftkühlaggregat angeordnet ist, wobei kohlenstoßseitig ein Fahrweg eingerichtet ist. Fahrweg bezeichnet einen Bereich, der von Personen, die im Strebbetrieb tätig sind, begangen wird.

In bergbaulichen Untertagebetrieben erfolgt bekanntlich eine sogenannte Bewetterung, das heißt die Zuführung von frischer Luft und die Abführung von verbrauchter Luft. Im Zusammenhang damit ist es mit zunehmender Teufe in immer stärkerem Maße erforderlich, eine sogenannte Grubenklimatisierung durchzuführen (vgl. "Glückauf" 114, 1978, Nr. 23, Seiten 1027 bis 1032). Zu einer Grubenklimatisierung gehört auch die Einführung gekühlter Luft in die Strebbetriebe, in denen die Gewinnungseinrichtungen arbeiten und Ausbaugestelle angeordnet sind. Bekannt sind Kälteanlagen und Großkälteanlagen, in denen kaltes Wasser erzeugt wird, welches sogenannten Wetterkühlern in Form von Wärmetauschern zugeführt wird (vgl. DE 36 11 696 C2, wobei die Wetter ihre fühlbare Wärme an das gekühlte Wasser abgeben. Die Wetter verlassen diese Wärmetauscher als gekühlte Luft. In der Praxis ist es auch üblich, solche Wärmetauscher in einem Strebbetrieb aufzustellen. - Im folgenden wird aus Gründen der Klarheit von Kaltluft gesprochen, wenn die gekühlte Luft gemeint ist, und von Strebluft, wenn die zu kühlende Luft gemeint ist.

Bei einem gattungsgemäßen Ausbaugestell (DE 23 14 549 B2 sind in der Hangendkappe ein von Kühlmitteln durchflossener Kühler und eine Isoliermatte angebracht. Die Kühlmittel müssen durch das Streb herangeführt werden. Ähnliches gilt auch für ein anderes bekanntes Ausbaugestell (DE 27 21 653 C2) bei dem unterhalb der Hangendkappe von einem Kühlmittel durchflossene Kühler angeordnet sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ausbaugestell des eingangs beschriebenen grundsätzlichen Aufbaus so weiter auszubilden, daß im Bereich des Ausbaugestells, zum Fahrweg hin, eine wirksame Kühlung bewirkt werden kann. Bei den Ausbaugestellen mag es sich insbesondere um niedrigbauende Ausbaugestelle handeln.

Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß das Luftkühlaggregat fahrwegseitig an eine Kaltluft-Austrittseinrichtung und zum Hangendkappenende hin an eine Strebluft- Eintrittseinrichtung angeschlossen ist, und daß dem Luftkühlaggregat eine Kaltluft-Fördereinrichtung zugeordnet ist, die in dem Ausbaugestell angeordnet ist. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist in der Hangendkappe eine Aufnahmekammer für das Luftkühlaggregat angeordnet, an die fahrwegseitig die Kaltluft-Austrittseinrichtung und zum Hangendkappenende hin die Strebluft-Eintrittseinrichtung angeschlossen ist.

Ist ein Streb mit einem erfindungsgemäßen Ausbaugestell oder mit einer Mehrzahl von solchen Ausbaugestellen ausgerüstet, so ist in dem Streb gleichsam ein Wetter-Kühlsystem installiert, welches in die Ausbaugestelle integriert ist und mit dem eine sehr wirksame Kühlung zunächst im fahrwegseitigen Bereich des Ausbaugestelles dadurch erreicht wird, wobei die gekühlte Luft sich mit der dort befindlichen übrigen Strebluft vermischt. Abströmend bewirkt diese Mischung auch eine Kühlung der Umgebung. Von besonderem Vorteil ist, daß bei dem erfindungsgemäßen Ausbaugestell das Luftkühlaggregat zusätzlichen Raum praktisch nicht in Anspruch nimmt, so daß eine störende Profilbeschränkung des Raumes zwischen Hangendkappe und Liegendkufe nicht eintritt. Ohne weiteres können die Kaltluft-Austrittseinrichtung und/oder die Strebluft-Eintrittseinrichtung in bezug auf die Austrittsrichtung der Kaltluft bzw. die Eintrittseinrichtung der Kaltluft bzw. die Eintrittsrichtung der Strebluft verstellbar sein. Im Rahmen der Erfindung liegt es, bei der Ausführungsform mit an die Hangendkappe angeschlossenem Bruchschild die Strebluft-Eintrittseinrichtung durch den Bruchschild zu führen und/oder in diesem unterzubringen. Die Kühlluftfördereinrichtung weist nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ein Gebläse auf, welches als saugendes Gebläse in der Kühlluft-Austrittseinrichtung und/oder als drückendes Gebläse in der Strebluft-Eintrittseinrichtung angeordnet ist.

Weitere Bauteile der Kühlluftfördereinrichtung sind Zuführungskanäle, Abströmkanäle, Armaturen und dergleichen.

Im Rahmen der Erfindung kann das Luftkühlaggregat auf verschiedene Weise gestaltet sein. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, die ohne weiteres an eine Einrichtung zur Grubenklimatisierung mit Kälteanlage angeschlossen werden kann, ist dadurch gekennzeichnet, daß das Luftkühlaggregat als Wärmetauscher ausgeführt ist, der an eine im Streb oder in einer zugeordneten Strecke aufgestellte Kältemaschine angeschlossen ist. Solche Kältemaschinen sind umfangreich bekannt (vgl. DE 30 02 766 A1). Das Luftkühlaggregat kann eine Einrichtung zur Säuberung aufweisen, beispielsweise eine Einrichtung zum Abblasen der Wärmetauscherflächen mit Druckluft oder Druckwasser. Es besteht auch die Möglichkeit, als Luftkühlaggregat eine Kompressionskältemaschine mit Wärmetauscher für die zu kühlende Strebluft einzusetzen oder ein Luftkühlaggregat mit Absorptionskältemaschine und Wärmetauscher für die zu kühlende Strebluft einzusetzen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Ausbaugestells, ausschnittsweise.

Die in der Figur dargestellten Bauteile eines erfindungsgemäßen Ausbaugestells mögen einem Schreitausbaugestell für bergbauliche Strebbetriebe angehören. Zum grundsätzlichen Aufbau gehören zumindest eine Liegendkufe 1 und zumindest eine Hangendkappe 2. Kohlenstoßseitig ist ein Fahrweg 3 eingerichtet. Ein Bruchschild 4 mag angeschlossen sein. Es versteht sich, daß zwischen der Liegendkufe 1 und der Hangendkappe 2 bzw. dem Bruchschild 4 Hebelgetriebe 5 und hydraulische Zylinderkolbenanordnungen 6 arbeiten, die nur durch Striche angedeutet worden sind.

In der Hangendkappe 2 ist ein Luftkühlaggregat 7 angeordnet. Dieses ist fahrwegseitig an eine Kaltluft-Austrittseinrichtung 8 und zum Hangendkappenende hin an eine Strebluft-Eintrittseinrichtung 9 angeschlossen. Dem Luftkühlaggregat 7 ist eine Kaltluft-Fördereinrichtung 10 zugeordnet, die in dem Ausbaugestell angeordnet ist. Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist in der Hangendkappe 2 eine Aufnahmekammer 11 für das Luftkühlaggregat 7 angeschlossen, an die fahrwegseitig die Kaltluft- Austrittseinrichtung 8 angeschlossen ist. Zum Hangendkappenende hin ist die Strebluft-Eintrittseinrichtung 9 an diese Aufnahmekammer 11 angeschlossen. In der Figur links wurde durch einen Bogenpfeil angedeutet, daß die Kaltluft-Austrittseinrichtung 8 in bezug auf die Austrittsrichtung der Kaltluft verstellbar sein kann, was auch für die Strebluft- Eintrittseinrichtung 9 gilt.

Wie bereits erwähnt, zeigt die Figur eine Ausführungsform mit Hangendkappe 2 und Bruchschild 4. Hier ist die Strebluft- Eintrittseinrichtung 9 durch den Bruchschild 4 geführt und/oder in diesem untergebracht. - Es versteht sich, daß im Bereich des Strebluft-Eintrittes Filtereinrichtungen und dergleichen angeordnet sein können.

Die Kühlluftfördereinrichtung 10 besteht im Ausführungsbeispiel aus einem Gebläse, welches als saugendes Gebläse in der Kaltluft-Austrittseinrichtung 8 angeordnet ist. Das Gebläse könnte auch als drückendes Gebläse in der Strebluft-Eintrittseinrichtung 9 angeordnet sein. Außerdem könnten beide Ausführungsformen kombiniert werden.

Die bauliche Gestaltung des Luftkühlaggregates wurde im einzelnen nicht gezeichnet. Insoweit wird auf die Patentansprüche 6, 7 und 8 verwiesen. Es versteht sich, daß alle elektrischen Aggregate nach den für bergbauliche Untertagebetrieben geltenden Schutzvorschriften eingerichtet sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell, für bergbauliche Strebbetriebe, mit zumindest einer Liegendkufe und zumindest einer Hangendkappe, in der ein Luftkühlaggregat angeordnet ist, wobei kohlenstoßseitig ein Fahrweg eingerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftkühlaggregat (7) fahrwegseitig an eine Kaltluft-Austrittseinrichtung (8) und zum Hangendkappenende hin an eine Strebluft-Eintrittseinrichtung (9) angeschlossen ist und daß dem Luftkühlaggregat (7) eine Kaltluft-Fördereinrichtung (10) zugeordnet ist, die in dem Ausbaugestell angeordnet ist.
  2. Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Hangendkappe (2) eine Aufnahmekammer (11) für das Luftkühlaggregat (7) angeordnet ist, an die fahrwegseitig die Kaltluft-Austrittseinrichtung (8) und zum Hangendkappenende hin die Strebluft-Eintrittseinrichtung (9) angeschlossen ist.
  3. 3. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet daß die Kaltluft-Austrittseinrichtung (8) und/oder die Strebluft-Eintrittseinrichtung (7) in bezug auf die Austrittsrichtung der Kaltluft und/oder die Eintrittsrichtung der Strebluft verstellbar sind.
  4. 4. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Ausführungsform mit an die Hangendkappe (2) angeschlossenem Bruchschild (4) die Strebluft-Eintrittseinrichtung (9) durch den Bruchschild (4) geführt und/oder in diesem untergebracht ist.
  5. 5. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaltluft-Fördereinrichtung (10) ein Gebläse aufweist, welches als saugendes Gebläse in der Kühlluft-Austrittseinrichtung (8) und/oder als drückendes Gebläse in der Strebluft-Eintrittseinrichtung (9) angeordnet ist.
  6. 6. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftkühlaggregat (7) als Wärmetauscher ausgeführt ist, der an eine im Streb oder in einer zugeordneten Strecke aufgestellte Kältemaschine angeschlossen ist.
  7. 7. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftkühlaggregat (7) eine Kompressions-Kältemaschine mit Wärmetauscher für die Luftkühlung aufweist.
  8. 8. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftkühlaggregat (7) eine Absorptions-Kältemaschine mit Wärmetauscher für die Luftkühlung aufweist.






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