PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4032414A1 16.04.1992
Titel Synergistisch wirkende Fungizidkombinationen
Anmelder Chemie AG Bitterfeld-Wolfen, O-4400 Bitterfeld, DE
Erfinder Fieseler, Christine, Dipl.-Biol., O-4415 Zörbig, DE;
Walek, Wolfgang, Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., O-4413 Sandersdorf, DE;
Biber, Barbara, O-4440 Wolfen, DE;
Pallas, Manfred, Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., O-4020 Halle, DE;
Otte, Volker, Dipl.-Agr.-Ing., O-4400 Bitterfeld, DE;
Thust, Ulf, Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., O-4500 Dessau, DE
DE-Anmeldedatum 12.10.1990
DE-Aktenzeichen 4032414
Offenlegungstag 16.04.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.04.1992
IPC-Hauptklasse A01N 43/82
IPC-Nebenklasse A01N 43/66   A01N 55/04   
IPC additional class // (A01N 43/82,43:66)A01N 55:04  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft synergistisch wirkende Fungizidkombinationen von 3-halogensubstituierten 1,2,4-Thiadiazolsulfoxiden mit Triphenylzinnacetat oder mit 2,4-Dichlor-$I1chlor-anilino)-S-triazin.
Die kombinierten Wirkstoffe können sowohl einzeln als auch im Gemisch mit üblichen Hilfs- und Trägerstoffen zubereitet werden. Das Mischungsverhältnis der Wirkstoffe beträgt 1 bis 3 : 1 in Aufwandmengen von 0,06 kg/ha bis 0,12 kg/ha.

Beschreibung[de]
Anwendungsgebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft fungizid wirksame Kombinationen mit vorteilhaften synergistischen Effekten zur Bekämpfung von Phytophthora infestans.

Charakteristik der bekannten technischen Lösung

Zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten an Kulturpflanzen werden speziell gegen Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel) bekanntlich in breitem Umfang Salze der Äthylen-bis-dithiocarbamidsäure, z. B. Maneb (US-PS 25 04 404), Zineb (US-PS 24 57 674) sowie Mancozeb (US-PS 25 04 404; GB-PS 9 96 264) als protektive Wirkstoffe verwendet. Die Nachteile dieser Fungizide bestehen darin, daß sie eine geringe Dauerwirkung besitzen und außerdem nicht gut pflanzenverträglich sind. Ihre Wirkung gegenüber Phytophthora infestans ist vor allem bei niedrigen Aufwandmengen nicht zufriedenstellend. Darüber hinaus sind sie wegen der Möglichkeit der Bildung des canzerogenen Spaltproduktes Äthylenthioharnstoff aus toxikologischer Sicht nicht unbedenklich.

Weiterhin ist bekannt, daß Triphenylzinnacetat (DE-AS 11 09 444) eine gute Wirksamkeit gegen Phytophtora infestans besitzt. Diesr Wirkstoff besitzt eine gute Dauerwirkung und gute Regenbeständigkeit, ist aber nicht gut pflanzenverträglich.

Des weiteren werden acylierte 2,6-disubstituierte Anilinderivate, wie z. B. N-(1-Carbmethoxymethyl)-N-(methoxyacetyl)-2,6-dimethylanilin (Metalaxyl) (DE-PS 22 12 268, GB-PS 14 45 387, US-PS 41 41 989) als sehr wirksame Fungizide gegen Phytophthora infestans verwendet. Diese Verbindungen sind in ihrer Synthese sehr aufwendig. Außerdem besitzen sie ein hohes Resistenzrisiko, das auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen nicht auszuschließen ist.

Bekannt ist weiterhin, daß spezielle 3-halogensubstituierte 1,2,4- Thiadiazolsulfoxide eine gute Wirkung gegen Phytophthora infestans aufweisen (DD-PS 2 81 339).

Ziel der Erfindung

Ziel der Erfindung ist es, neue fungizide Kombinationen zur Bekämpfung von Phytophthora infestans zu entwickeln, die keine phytotoxischen Schäden an den Kulturpflanzen verursachen, in geringen Aufwandmengen wirksam sind sowie keine Resistenzerscheinungen am Pilz hervorrufen.

Darlegung des Wesens der Erfindung

Die Aufgabe der Erfindung besteht im Auffinden fungizid wirksamer Wirkstoffkombinationen, die die Bekämpfung von Phytophthora infestans mit hoher Wirksamkeit ermöglichen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die neuen Kombinationen neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen Verbindungen der allgemeinen Formel A



in der R = Halogen ist sowie Triphenyl-zinn-acetat (B) oder 2,4-Di- chlor-6(2&min;-chloranilino)-S-triazin (C) im Gewichtsverhältnis von 1 bis 3 : 1 in Aufwandmengen von 0,06 kg/ha bis 0,12 kg/ha enthalten.

Die Wirkstoffe B und C sind großtechnisch zugänglich, die Substanz A ist aus einfachen Rohstoffen in technisch unkomplizierter Weise herstellbar.

Die erfindungsgemäß kombinierten Wirkstoffe können sowohl einzeln als auch im Gemisch mit üblichen Hilfs- und Trägerstoffen zubereitet werden.

Überraschenderweise weisen die neuen, erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen eine synergistische Wirkung auf, die sich in einer erheblichen Reduzierung der zur Bekämpfung von Phytophthora infestans notwendigen Aufwandmengen äußert. Außer den ökonomischen und ökologischen Vorteilen garantieren die erfindungsgemäßen Kombinationen eine sehr gute Pflanzenverträglichkeit, da die notwendigen Aufwandmengen in jedem Falle deutlich unter der Phytotoxizitätsgrenze der Einzelkomponenten liegen. Die verwendeten Wirkstoffkombinationen sind gut regenbeständig und infolge der protektiven Wirkung der ihnen zugrundeliegenden Wirkstoffe nicht resistenzerzeugend.

Die nachfolgend aufgeführten Beispiele zeigen, daß die erfindungsgemäßen synergistisch wirkenden Fungizidkombinationen in niederen Konzentrationen mit gutem Erfolg zur Bekämpfung von Phytophthora infestans eingesetzt werden können.

Ausführungsbeispiele

Die Ermittlung der biologischen Wirksamkeit gegenüber Phytophthora infestans (P. i.) erfolgte unter klimatisch definierten Bedingungen bei 18°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit >90%. Die erfindungsgemäßen Mittel wurden in Aufwandmengen von 0,06 kg/ha bis 0,24 kg/ha einzeln bzw. in den entsprechenden Mischungsverhältnissen (siehe Tabelle 1) eingesetzt.

5 Tage nach erfolgter Infektion mit Zoosporen von Phytophthora infestans konnte der Befall mittels folgendem Boniturschema ermittelt werden.

Boniturschema 1-4

4 = Pflanze gesund

3 = Befall bis 5% der Blattoberfläche

2 = Befall von 5-67% der Blattoberfläche

1 = Befall >67% der Blattoberfläche

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Pflanzenverträglichkeit wie folgt ermittelt:

1 = Blatt stark geschädigt

2 = mittlere Schädigung

3 = geringe Schädigung

4 = Blatt ohne Schäden

Die einzelnen Boniturwerte sind im Vergleich zum Stand der Technik in Tabelle 1 dargestellt.

Tabelle 1 Wirkung der erfindungsgemäßen synergistischen Fungizidkombinationen


Die Berechnung des Wirkungsgrades (%) aus den Boniturmittelwerten wurde nach folgender Formel vorgenommen:



WG = Wirkungsgrad

≙ = Boniturmittelwert

PG = Prüfglied

UK = unbehandelte Kontrolle

V&sub0; = Wertzahl für befallsfrei

In Tabelle 2 sind die Wirkungsgrade der erfindungsgemäßen Kombinationen wiedergegeben.

Tabelle 2 Wirkung (%) der erfindungsgemäßen Kombinationen


Berechnung der synergistischen Wirkung



E = synergistische Wirkung

X = % Wirkung durch Fungizid I; bei p g AS/ha

Y = % Wirkung durch Fungizid II; bei q g AS/ha

E = ermittelte Wirkung > als berechneter Wert

Der synergistische Effekt der erfindungsgemäßen Mittelkombinationen ist in Tabelle 3 dargestellt.

Tabelle 3 Nachweis des synergistischen Effektes


Anspruch[de]
  1. Synergistisch wirkende Fungizidkombinationen zur Bekämpfung von Phytophthora infestans, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen eine Verbindung der allgemeinen Formel



    in der R = Halogen ist sowie Triphenyl-zinn acetat (B) oder 2,4-Di- chlor-6(2&min;-chloranilino)-S-triazin (C) im Gewichtsverhältnis von 1 bis 3 : 1 enthalten.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com