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Dokumentenidentifikation DE3815457C2 25.06.1992
Titel Strickmaschine
Anmelder Sipra Patententwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, 7470 Albstadt, DE
Erfinder Plath, Ernst-Dieter, 7470 Albstadt, DE
Vertreter Frhr. von Schorlemer, R., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 3500 Kassel
DE-Anmeldedatum 06.05.1988
DE-Aktenzeichen 3815457
Offenlegungstag 16.11.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.06.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.06.1992
IPC-Hauptklasse D04B 15/32
IPC-Nebenklasse C23C 16/26   C23C 16/50   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Strickmaschine der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.

Strickmaschinen, die mit verschleißarmen Oberflächen versehene Teile der zweiten Gruppe (vgl. Anspruch 1) aufweisen, sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt (DE-GM 16 47 894, DE-GM 71 47 560, DE-OS 21 18 624, DE-OS 22 51 799). Die Oberflächen können insbesondere aus Wolframkarbid, Metallkeramik, Chromoxid, künstlichem Edelstein od. dgl. bestehen oder auch einfach durch Verwendung ausreichend gehärteter Materialien hergestellt sein und sind in der Regel an das jeweilige Teil der ersten Gruppe speziell angepaßt.

Dabei wird stets und ausschließlich das Ziel verfolgt, durch große Härte der Teile auch eine große Standzeit der Teile der zweiten Gruppe und damit der gesamten Strickmaschine zu erreichen.

Dasselbe Ziel wird bei der Beschichtung von Fadenführern in Textilmaschinen, insbesondere für die Scheiben von Friktionsfalschdrallern, mit verschließarmen Kohlenstoffschichten verfolgt, in denen der Kohlenstoff eine diamantähnliche Kristallstruktur aufweist (DE-OS 37 03 078). Mit derartigen Schichten soll insbesondere vermieden werden, daß sich die Fäden in die Fadenführungsflächen einschneiden und Rillen in diesen bilden.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Oberfläche vorzuschlagen, die nicht nur aufgrund ihrer Härte die Standzeit vergrößert, sondern gleichzeitig auch zu einer erheblichen Verbesserung der Gleiteigenschaften infolge einer Verminderung des Gleit- bzw. Reibwiderstandes zwischen den Teilen der ersten und zweiten Gruppe beiträgt.

Dadurch soll vor allem eine Verminderung der Antriebsleistung und der Erwärmung der Strickmaschine beim Betrieb erzielt werden. Schließlich soll eine Oberfläche vorgeschlagen werden, die sich bei allen beteiligten Teilen der ersten und zweiten Gruppe in im wesentlichen gleicher Weise anbringen läßt, damit nicht die Herstellungskosten der Teile durch individuell an sie angepaßte Oberflächen vergrößert werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 vor.

Durch die Erfindung wird erstmals eine Strickmaschine vorgeschlagen, die neben einer ausreichenden Härte auch eine wesentliche Reduzierzung der Gleitwiderstände mit sich bringt. Dabei ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß beide die Reibpaarung bildenden Teile mit derselben Beschichtung versehen werden können und dies den Verschleiß und den Reibwiderstand sogar noch begünstigt. Dadurch ergeben sich im Hinblick auf die Beschichtung für alle Teile gleichartige Herstellungsmethoden, was deren Fertigung vereinfacht.

Ein besonderer und bei Strickmaschinen bisher nicht erkannter Vorteil der Erfindung besteht darin, daß sich aufgrund der verminderten Reibung einerseits eine Vielzahl derjenigen Probleme vermeiden oder zumindest stark reduzieren läßt, die bisher an Strickmaschinen in Form von aufwendigen Ölschmiersystemen, speziellen Kühlvorrichtungen od. dgl. auftreten, um die Wärmeentwicklung insbesondere bei Hochleistungsmaschinen in Grenzen zu halten, und andererseits höhere Strickgeschwindigkeiten und Systemzahlen möglich werden, weil die Teile der ersten Gruppe leichter laufen und daher steilere Schloßkurven, insbesondere im Bereich des Maschenbildungsvorgangs, vorgesehen werden können.

Weitere Vorteile bestehen darin, daß die auf der Strickmaschine produzierte Strickware weniger verschmutzt, weil weniger Metallabrieb und Schmieröl auf die Strickware gelangen kann. Diese Vorteile ergeben sich bereits, wenn nur die Teile der ersten Gruppe, d. h. Nadeln, Stößer, Platinen od. dgl., mit der Beschichtung versehen werden, so daß die Vorteile der Beschichtung aus diamantartigem Kohlenstoff auch bei bereits in Betrieb befindlichen Strickmaschinen ausgenutzt werden können. In besonders starkem Maße machen sich die genannten Vorteile natürlich bemerkbar, wenn alle aneinander gleitenden Teile der ersten und zweiten Gruppe mit der erfindungsgemäßen Beschichtung versehen werden. Da die Beschichtung sehr abriebfest ist, sind Beschichtungen mit einer Stärke von weniger als 5 µ ausreichend. Die amorphe Struktur der diamantartigen Kohlenstoffbeschichtung beginnt sich zwar bei Temperaturen oberhalb von etwa 400°C aufzulösen. Dies betrifft allerdings nur einen Temperaturbereich, der bei Strickmaschinen mit den erwähnten, relativ zueinander bewegten und aneinander gleitenden Teilen auch bei Hochleistungsbetrieb nicht erreicht wird.

Beschichtungen mit diamantartigem Kohlenstoff werden in an sich bekannter Weise durch Plasmaentladung in einer kohlenstoffhaltigen Gasatmosphäre aufgebracht (DE-OS 32 37 851, DE-OS 37 03 078, DE-PS 30 47 888).

Nachfolgend werden anhand der Zeichnung die beschichteten Teile am Ausführungsbeispiel einer Rundstrickmaschine näher bezeichnet. Im einzelnen zeigt

Fig. 1 einen schematischen Radialschnitt durch den Nadelzylinder, den Platinenring und die zugeordneten Schloßringe einer Rundstrickmaschine;

Fig. 2 einen der Fig. 1 entsprechenden Teilschnitt durch Nadelzylinder, Platinenring und Platinenschloßring bei fehlender Nadel der Rundstrickmaschine;

Fig. 3 eine Draufsicht auf die Schloßteile eines Systems des Nadelschloßringes zusammen mit einer Einzeldarstellung einer Zungennadel und der durch die dargestellten Schloßteile bewirkten Nadelkurve.

Die Fig. 1 und 2 zeigen im Radialschnitt den Nadelzylinder 10, den Platinenring 11 und den Platinenschloßring 12 einer Rundstrickmaschine. Am Außenumfang des Nadelzylinders 10 sind in gleichmäßigen Abständen und parallel zueinander in Zylinderlängsrichtung verlaufende Stege 13 eingesetzt, die zwischen sich Führungsnuten für die in Fig. 1 und 3 dargestellten Nadeln 14 bilden. Ähnliche Stege 15 sind im Platinenring 11 und begrenzen Führungsnuten für Einschließ- und Abschlagplatinen 16.

In Fig. 1 ist zusätzlich der Zylinderschloßring 17 dargestellt. Platinenschloßring 12 und Zylinderschloßring 17 sind stationär, während der Nadelzylinder 10 und der Platinenring 11 umlaufend sind. Der Zylinderschloßring 17 ist mit plattenförmigen Schloßteilen 18, 19, 20, 21 besetzt, die in Fig. 3 in Draufsicht dargestellt sind und welche einen Schloßkanal 22 für einen Antriebsfuß 14.1 der Nadeln 14 begrenzen. Durch den stationären Schloßkanal 22 werden die mit dem Nadelzylinder 10 mitbewegten Nadeln in bekannter Weise so längsbewegt, daß der Nadelkopf 14.2 die in Fig. 3 eingezeichnete Nadelkurve 23 beschreibt. In Fig. 3 ist die Nadelzunge mit der Bezugsziffer 14.3 bezeichnet. Auch der Platinenschloßring 12 ist mit Schloßteilen 24 für eine Längsbewegung der Platinen 16 besetzt.

Von den relativ zueinander bewegten und in gleitender Berührung miteinander stehenden Teilen der Rundstrickmaschine sind die als Strickwerkzeuge dienenden Zungennadeln 14 und die Einschließ- und Abschlagplatinen 16 vorzugsweise auf ihrer gesamten Außenseite mit einer dünnen Beschichtung aus diamantartigem Kohlenstoff versehen. Durch diese abriebarme und verschleißfeste Beschichtung ist der Reibungskoeffizient der Strickwerkzeuge an ihren auf den Stegen 13, 15 des Nadelzylinders 10 und des Platinenringes 11 und gegeneinander gleitenden Flächen sowie an ihren mit den Schloßteilen 19-21 und 24 in Berührung stehenden Flächen und Kanten stark vermindert. Bei den Zungennadeln 14 ist durch die Beschichtung auch des Nadelkopfes 14.2 und der Zungennadel 14.3 einschließlich ihres Lagerungsbereiches auch der Verschleiß dieser Teile durch gegenseitige Berührung und durch Berührung mit dem vom Nadelkopf 14.2 erfaßten Faden vermindert. Die Leichtgängigkeit der Strickwerkzeuge ist weiterhin dadurch erhöht, daß auch die mit ihnen in Kontakt stehenden Antriebsteile und Führungsteile, nämlich die Schloßteile 18-21 und 24 sowie die Stege 13 und 15, mindestens auf ihren mit den Strickwerkzeugen in Kontakt stehenden Flächen und Kanten mit der Beschichtung aus diamantartigem Kohlenstoff versehen sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Strickmaschine mit einer ersten Gruppe von Teilen in Form von Strickwerkzeugen wie Nadeln, Platinen und Stößern und mit einer zweiten Gruppe von Teilen in Form von Führungselementen wie Schloßteilen und Nadelbett- oder Platinenbettstegen, wobei diese Teile beim Betrieb Relativbewegungen ausführen und dabei mit Gleitflächen aneinander gleiten, wobei die Gleitflächen der Teile der zweiten Gruppe zur Erhöhung der Abriebfestigkeit zumindest teilweise als verschleißarme Oberflächen ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, daß von den Teilen (14, 16 bzw. 18 bis 24) der ersten oder zweiten Gruppe wenigstens eines mit einer durch Plasmaentladung in einer kohlenstoffhaltigen Gasatmosphäre aufgebrachten, zusätzlich reibungsmindernd wirkenden Beschichtung aus diamantartigem Kohlenstoff versehen ist.
  2. 2. Strickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Teile (14, 16) der ersten Gruppe mit der Beschichtung versehen sind.
  3. 3. Strickmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile aus Nadeln (14) bestehen und diese auch im Bereich ihrer Köpfe (14.2) mit der Beschichtung versehen sind.
  4. 4. Strickmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile aus Zungennadeln (14) bestehen und diese auch im Bereich ihrer Zungen (14.3) und Zungenlagerstellen mit der Beschichtung versehen sind.
  5. 5. Strickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Teile der zweiten Gruppe mit der Beschichtung versehen sind.
  6. 6. Strickmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile der zweiten Gruppe Führungsbahnen (22) für die Teile der ersten Gruppe umfassen, die Führungsbahnen von Schloßteilen (18 bis 21, 24) mit die Führungsbahnen begrenzenden Flächen gebildet sind und zumindest diese Flächen die Beschichtung aufweisen.
  7. 7. Strickmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie wenigstens ein Bett (10, 11) mit Führungsnuten für die Teile der ersten Gruppe aufweist, die Führungsnuten von Gleitflächen aufweisenden Stegen (13, 15) begrenzt sind und die Gleichflächen der Stege (13, 15) mit der Beschichtung versehen sind.
  8. 8. Strickmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Oberfläche der Führungsnuten mit der Beschichtung versehen ist.
  9. 9. Strickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung eine Stärke von höchstens 5 µ aufweist.






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