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Dokumentenidentifikation DE4040862A1 25.06.1992
Titel Pendelhalter
Anmelder Kemmer Hartmetallwerkzeuge GmbH, 7277 Wildberg, DE
Vertreter Gleiss, A., Dipl.-Ing.; Große, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 20.12.1990
DE-Aktenzeichen 4040862
Offenlegungstag 25.06.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.06.1992
IPC-Hauptklasse B23B 31/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Pendelhalter, insbesondere für Reibahlen, mit einem Grundkörper und einer relativ zu diesem pendelnd gelagerten Werkzeugaufnahme. Er zeichnet sich dadurch aus, daß die Werkzeugaufnahme (3) über mehrere, zur Längsmittelachse (4) des Pendelhalters (1) exzentrisch, sowie zueinander auf einem gedachten Kreis winkelversetzt angeordnete, axiale Schraubendruckfedern (27) und/oder über eine zentrische Schraubendruckfeder an dem Grundkörper (2) abgestützt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Pendelhalter, insbesondere für Reibahlen, mit einem Grundkörper und einer relativ zu diesem pendelnd gelagerten Werkzeugaufnahme.

Derartige Pendelhalter sind bekannt. Sie dienen zur selbsttätigen Zentrierung eines Bearbeitungswerkzeuges, beispielsweise einer Reibahle. Durch die Zentrierung ist es möglich, zum Beispiel maß- und formgenaue Bohrungen auf Ein- oder Mehrspindelmaschinen herzustellen. Die Pendelmöglichkeit gleicht sowohl einen Parallelversatz zwischen Maschinenachse und Werkstückachse (Bohrungsachse) und/oder auch einen Winkelversatz der genannten Achsen aus. Dabei ist eine Pendelmöglichkeit um das Maschinenzentrum gegeben und es besteht auch eine Pendelmöglichkeit um einen Punkt, der vor oder hinter dem Werkstückzentrum liegt.

Die bekannten Pendelhalter gleichen nur relativ geringe Versatzmaße zwischen Maschinenachse und Werkstückachse aus. Überdies bestehen sie häufig aus vielen Einzelteilen, die mit hoher Präzision zu fertigen sind und teilweise Paßmaße aufweisen, so daß ihre Herstellung aufwendig und teuer ist. Überdies gibt es bekannte Bauformen, die das Werkzeug, zum Beispiel eine Reibahle, bei einer Horizontal- Bearbeitung nicht in hinreichend genauer horizontaler Lage halten, so daß das Einfahren in eine Bohrung oder dergleichen durch die hängende Position des Werkzeugs erschwert ist. Ferner ist auch die mechanische Festigkeit einiger bekannter Pendelhalter nicht überzeugend.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen einfach aufgebauten, mechanisch stabilen Pendelhalter zu schaffen, der auch bei großen Versatzmaßen eine einwandfreie Zentrierung und Führung des Werkzeugs gestattet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Werkzeugaufnahme über mehrere, zur Längsmittelachse des Pendelhalters exzentrisch, sowie zueinander auf einem gedachten Kreis winkelversetzt angeordnete, axiale Schraubendruckfedern und/oder über eine zentrische Schraubendruckfeder an dem Grundkörper abgestützt ist. Die erfindungsgemäße Konstruktion erfordert nur wenige Einzelteile. Dies gewährleistet eine einfache und kostengünstige Herstellung. Die Federn gleichen sowohl einen Parallelversatz als auch einen Kippversatz über einen großen Versatzbereich ohne negative Auswirkungen auf das Bearbeitungsergebnis aus. So wird beispielsweise ein Versatz von 3/10 mm einwandfrei bewältigt. Die "axiale" Anordnung der Schraubendruckfedern bedeutet, daß sich diese mit ihren Längsachsen parallel zur Längsmittelachse des Pendelhalters erstrecken. Die auf einem gedachten Kreis um die Längsmittelachse des Pendelhalters herum, vorzugsweise im gleichen Winkelversatz angeordneten Schraubendruckfedern bewirken in radialer Richtung stets gleiche Verhältnisse, das heißt, es gibt keine bevorzugten Radialrichtungen, bei denen beispielsweise niedrigere Kräfte bereits zu einer entsprechenden Radialauslenkung führen. Zusätzlich oder alternativ ist es auch möglich, die Werkzeugaufnahme über eine zentrische Schraubendruckfeder an dem Grundkörper abzustützen.

Grundsätzlich ist es möglich, die Kopplung zwischen Grundkörper und Werkzeugaufnahme nur über die Schraubendruckfedern vorzunehmen. Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist jedoch vorgesehen, daß mehrere, in axialer Richtung verlaufenden Mitnehmerstifte vorhanden sind, die an dem Grundkörper beziehungsweise an der Werkzeugaufnahme befestigt sind und mit Radialspiel in jeweils zugeordnete Aufnahmebohrungen der Werkzeugaufnahme beziehungsweise des Grundkörpers eingreifen. Das Radialspiel ist notwendig, um die Pendelbewegungen des Pendelhalters zuzulassen.

Nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Mitnehmerstifte von den Schraubendruckfedern umwendelt. Bei dieser Bauform sind also ebenso viele Schraubendruckfedern wie Mitnehmerstifte vorhanden, wobei jeder Mitnehmerstift eine Schraubendruckfeder durchsetzt.

Vorzugsweise sind die Aufnahmebohrungen als Stufenbohrungen ausgebildet. Insbesondere sind es im Grundkörper eingelassene Sackbohrungen. Diese weisen jeweils einen durchmessergrößeren Abschnitt auf, an den sich - am Ende jeder Sackbohrung - ein durchmesserkleinerer Abschnitt anschließt. In den durchmessergrößeren Abschnitt jeder Stufenbohrung liegt die jeweils zugehörige Schraubendruckfeder mit ihrem einen Endbereich ein. Der freie Endbereich des jeweiligen Mitnehmerstiftes ragt aus der Schraubendruckfeder heraus und greift in den anschließenden durchmesserkleineren Abschnitt der zugehörigen Stufenbohrung mit Radialspiel ein.

Insbesondere ist vorgesehen, daß der Grundkörper und die Werkzeugaufnahme zur Längsmittelachse des Pendelhalters rotationssymmetrisch ausgebildet sind.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, daß die Werkzeugaufnahme eine Radialstufe aufweist, die von einem Halteteil übergriffen wird, das am Grundkörper befestigt ist. Dieses Halteteil ist vorzugsweise als Hülse ausgebildet; sie weist insbesondere einen kreiszylindrischen Querschnitt auf. Die Hülse weist vorzugsweise einen nach innen gerichteten Radialkragen auf, die die Radialstufe der Werkzeugaufnahme übergreift. Zwischen Radialkragen und Radialstufe ist insbesondere ein elastischer Dichtring angeordnet. Durch die Elastizität dieses Dichtringes ist die Pendelbewegung zwischen Grundkörper und Werkzeugaufnahme gewährleistet.

Die Befestigung der Hülse am Grundkörper kann dadurch erfolgen, daß sie an ihrem, dem Radialkragen abgewandten Ende mit einem Innengewinde versehen ist, das mit einem Außengewinde des Grundkörpers verschraubt ist. Je nach Schraubstellung wird der Dichtring mehr oder weniger axial zusammengepreßt.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel weist die Werkzeugaufnahme einen Zentralstift auf, dessen Längsmittelachse mit der Längsmittelachse des Pendelhalters zusammenfällt und in eine Axialbohrung des Grundkörpers mit Radialspiel eingreift. Der Zusammenfall der beiden Längsmittelachsen liegt selbstverständlich nur im nicht ausgelenkten Fall, also in der Grundstellung vor.

Zur Ausbildung eines Auflaufschutzes und zur Einstellung der Auslenkkräfte des Pendelhalters weist die Axialbohrung ein Innengewinde auf, in das eine Stellschraube eingeschraubt ist, an der sich eine Wendeldruckfeder mit einem Ende abstützt, deren anderes Ende die Stirnfläche des Zentralstiftes beaufschlagt. Wird das im Pendelhalter eingespannte Werkzeug gegen das Werkstück gefahren, so federt die Werkzeugaufnahme relativ zum Grundkörper ein, wobei nicht nur die einzelnen Schraubendruckfedern, sondern auch die Wendeldruckfeder ein entsprechendes Maß zusammengedrückt werden. Die Federkraft der Wendeldruckfeder läßt sich mittels der Stellschraube zuvor einstellen. Dabei ist es insbesondere auch möglich, durch derart weites Einschrauben der Stellschraube die Wendeldruckfeder so zu komprimieren, daß ein die Feder durchgreifender Fortsatz gegen die Stellschraube anliegt, so daß der Auflaufschutz außer Kraft gesetzt ist.

Zur Abdichtung gegen Späne und/oder Kühlmittel (Bohrmilch) kann ein elastischer Abdichtring des Grundkörpers vorgesehen sein. Dieser liegt gegen die Mantelfläche des im Querschnitt kreisförmigen Zentralstifts an. Der zuvor erwähnte elastische, zwischen Radialkragen und Radialstufe befindliche Dichtring bildet ebenfalls eine Abdichtung gegenüber Spänen und Bohrmilch.

Um die Steifigkeit, das heißt, den Kraftaufwand zur Auslenkung der Werkzeugaufnahme gegenüber dem Grundkörper zu erhöhen beziehungsweise einstellbar zu machen, ist einerseits die bereits erwähnte Stellschraube vorgesehen. Zusätzlich oder alternativ ist es jedoch auch möglich, im Inneren der Hülse mehrere, radial verlaufende, gleichmäßig über den Umfang verteilte Druckfedern zu befestigen, die an der Werkzeugaufnahme anliegen. Die Druckfedern können jeweils mit Stellschrauben versehen sein, so daß die Federvorspannung einstellbar ist.

Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und zwar zeigt:

Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Pendelhalter,

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie A-B durch einen Grundkörper des Pendelhalters,

Fig. 3 eine Draufsicht auf den Grundkörper der Fig. 2,

Fig. 4 eine Seitenansicht einer Werkzeugaufnahme des Pendelhalters,

Fig. 5 einen Querschnitt durch die Werkzeugaufnahme,

Fig. 6 einen Längsschnitt durch die Werkzeugaufnahme,

Fig. 7 eine Draufsicht auf einen Bereich der Werkzeugaufnahme,

Fig. 8 einen Seitenansicht auf ein hülsenförmiges Halteteil,

Fig. 9 eine Draufsicht auf das Halteteil und

Fig. 10 einen Längsschnitt durch das Halteteil.

Die Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Pendelhalter 1, der einen Grundkörper 2 und eine Werkzeugaufnahme 3 aufweist. Grundkörper 2 und Werkzeugaufnahme 3 sind als zur Längsmittelachse 4 des Pendelhalters 1 rotationssymmetrische Teile ausgebildet.

Im einzelnen besteht der Grundkörper 2 aus einem Schaftteil 5, das in einen Ringflansch 6 übergeht. An den Ringflansch 6 grenzt ein Stutzen 7 an. An seiner Mantelfläche 8 ist der Stutzen 7 mit einem Außengewinde 9 versehen. Der Grundkörper 2 wird - entlang der Längsmittelachse 4 - von einer Axialbohrung 10 durchsetzt, die über einen Abschnitt ein Innengewinde 11 aufweist. In das Innengewinde 11 ist eine Stellschraube 12 eingeschraubt. Im Bereich des Stutzens 7 weist die Axialbohrung 10 einen Ringraum 13 zur Aufnahme eines Abdichtrings 14 auf (Fig. 1, Fig. 2). Aus der Fig. 3 ist ersichtlich, daß sich von der Stirnfläche 15 des Stutzens 7 fünf, gleichmäßig voneinander winkelbeabstandete, exzentrisch zur Längsmittelachse 4 gelegene Aufnahmebohrungen 16 ausgehen. Diese sind als Stufenbohrungen 17 ausgebildet, das heißt, sie weisen - ausgehend von der Stirnfläche 15 - einen durchmessergrößeren Abschnitt 18 und einen daran angrenzenden durchmesserkleineren Abschnitt 19 auf. Insbesondere sind die Stufenbohrungen 17 als Sackbohrungen ausgebildet.

Betrachtet man die Fig. 2 und 3, so ist ein Kühlmittelkanal 20 erkennbar, der von der Unterseite 21 des Ringflansches 6 als Sackbohrung 22 ausgeht, die in eine Radialbohrung 23 übergeht. Die Radialbohrung ist an einem Ende mit einer Schraube 24 verschlossen und mündet mit ihrem anderen Ende in die Axialbohrung 10.

Auf dem Schaftteil 5 ist eine Spannfläche 25 zum Einspannen in eine nicht dargestellte Werkzeugmaschine vorgesehen (Fig. 2).

Gemäß der Fig. 1, 4, 5, 6 und 7 besitzt der Pendelhalter 1 die Werkzeugaufnahme 3, die eine Aufnahmehülse 26, ein Flanschteil 27 und einen Zentralstift 28 aufweist. Grundkörper 2 und Werkzeugaufnahme 3 sind einstückig ausgebildet. Die Aufnahmehülse 26 nimmt im Inneren 29 ein nicht dargestelltes Werkzeug, beispielsweise eine Reibahle, auf. Das Werkzeug wird in die Aufnahmehülse 26 eingesteckt und dann mittels einer Befestigungsschraube 30 festgelegt. Vom Inneren 29 der Aufnahmehülse 26 geht eine Kühlmittelsackbohrung 31 aus, die mit einer Radialbohrung 32 in Verbindung steht.

Entsprechend der Anordnung der Aufnahmebohrungen 16 im Grundkörper 2 sind an der Unterseite 33 des Flanschteils 27 Sackbohrungen 34 angeordnet, die - ausgehend von der Unterseite 33 - einen durchmessergrößeren Bereich 35 und einen daran anschließenden durchmesserkleineren Bereich 36 aufweisen. In den durchmesserkleineren Bereich 36 ist jeweils ein Mitnehmerstift 37 im Preßsitz eingesteckt angeordnet. Die Mitnehmerstifte 37 sind in der Fig. 4 nicht dargestellt.

Aus der Fig. 5 ist ersichtlich, daß die Aufnahmehülse 26 mit mehreren, zueinander winkelversetzten Gewindebohrungen 38 für Befestigungsschrauben 30 versehen sein kann.

Die Fig. 8 bis 10 zeigen ein Halteteil 38, das als Hülse 39 ausgebildet ist. Die zylindrische Hülse 39 weist an einem Ende einen nach innen gerichten Radialkragen 40 und am anderen Ende ein Innengewinde 41 auf. Der Radialkragen 40 bildet mit seiner Innenfläche 42 die Wandung einer Öffnung 43. Die Öffnung weist einen Öffnungstrichter 44 auf.

Dieser wird durch eine Fase 44&min; gebildet, die in einen kleinen Bund 44&min;&min; übergeht. Die Fase 44&min; und der geringe Abstand des zylindrischen Bunds 44&min;&min; von der Mantelwand der Aufnahmehülse 26 verhindert das Eindringen von Spänen und Schmutz.

Zwischen dem Radialkragen 40 und einer durch das Flanschteil 27 gebildeten, umlaufenden Radialstufe 45 der Werkzeugaufnahme 3 ist ein elastischer Dichtring 46 angeordnet (Fig. 1). Ferner geht aus der Fig. 1 hervor, daß sich auf den Mitnehmerstiften 37 Schraubendruckfedern 47 befinden. Das Stirnende 48 des Zentralstifts 28 wird von dem einen Ende einer Wendeldruckfeder 49 beaufschlagt, dessen anderes Ende gegen die Stellschraube 12 anliegt. Am Stirnende 48 ist ferner ein Fortsatz 50 ausgebildet, der von einem Endabschnitt der Wendeldruckfeder 49 umgeben wird.

Im zusammengebauten Zustand des Pendelhalters gemäß Fig. 1 ist der Zentralstift 28 der Werkzeugaufnahme 3 in die Axialbohrung 10 des Grundkörpers 2 eingesteckt. Dabei besteht zwischen der Wandung der Axialbohrung 10 und der Mantelfläche des Zentralstifts 28 ein Radialspiel. Dies wird überbrückt von dem Abdichtring 14, der an der Mantelfläche des Zentralstiftes 28 dichtend anliegt. Ferner greifen die freien Endbereiche der Mitnehmerstifte 37 in die durchmesserkleineren Abschnitte 19 der Aufnahmebohrungen 16 mit Radialspiel ein. Die einzelnen Schraubendruckfedern 47, die die zugehörigen Mitnehmerstifte 37 umwendeln, greifen jeweils mit einem Ende in den durchmessergrößeren Bereich 35 der entsprechenden Sackbohrung 34 und mit ihrem jeweiligen anderen Ende in den durchmessergrößeren Abschnitt 18 der zugehörigen Stufenbohrung 17 ein. Ihre Enden stützen sich dabei jeweils auf den Stufen der entsprechenden Stufenbohrungen ab.

Das hülsenförmige Halteteil 38 ist mit seinem Innengewinde 41 derart auf das Außengewinde 9 des Stutzens 7 aufgeschraubt, daß die Aufnahmehülse 26 der Werkzeugaufnahme 3 die Öffnung 43 durchgreift, wobei der Radialkragen 40 den Dichtring 46 auf die Radialstufe 45 des Flanschteils 27 der Werkzeugaufnahme 3 preßt, so daß die Schraubendruckfedern 47 und die Wendeldruckfeder 49 teilweise zusammengedrückt werden. Je weiter die Hülse 39 auf den Grundkörper 2 aufgeschraubt wird, um so fester wird die Werkzeugaufnahme 3 axial verspannt. Die Axialverspannung kann noch dadurch erhöht oder erniedrigt werden, daß die Stellschraube 12 mehr oder weniger weit in die Axialbohrung 10 eingeschraubt wird. In einer Maximalstellung kann vorgesehen sein, daß die Stellschraube 12 gegen den Fortsatz 50 tritt, wodurch der Pendelhalter seine "maximale Härte" erhält.

Im Betrieb ist es aufgrund der federnden Pendellagerung der Werkzeugaufnahme 3 möglich, daß letztere gegenüber dem Grundkörper 2 ausweichen kann. Dieses kann pendelnd oder auch im Zuge eines Parallelversatzes erfolgen. Die Ausweichkräfte lassen sich mittels der Stellschraube 12 beeinflussen. Ferner werden die Ausweichkräfte von der Aufschraubstellung der Hülse 39 auf den Grundkörper 2 bestimmt.

In der Fig. 1 ist angedeutet, daß im Inneren der Hülse 39 mehrere, radial verlaufende Druckfedern 51 angeordnet sein können. Diese lassen sich vorzugsweise mittels Stellschrauben 52 radial einstellen, um die Federvorspannung vorzugeben. Die Druckfedern 51 beaufschlagen die Werkzeugaufnahme 3. Hierdurch läßt sich die "Härte" des Pendelhalters 1 ebenfalls beeinflussen.

Soll das Werkzeug, zum Beispiel eine Reibahle, mit Kühlmittel versorgt werden, so wird mittels einer geeigneten Pumpe oder dergleichen das Kühlmittel der Sackbohrung 22 zugeführt, von der aus es durch die Radialbohrung 23 in die Axialbohrung 10 und von dort durch die Radialbohrung 32 und die Kühlmittelsackbohrung 31 in das Innere 29 der Aufnahmehülse 26 gelangt. Von dort aus kann es dann durch das Werkzeug zur Werkzeugschneide strömen.

Insgesamt erfolgt eine Abstützung am massiven Grundkörper 2, wodurch eine besonders hohe mechanische Festigkeit garantiert ist. Diese resultiert auch aus der Einstückigkeit der wesentlichen Bauteile des Pendelhalters 1. Durch die gleichmäßig verteilten Schraubendruckfedern liegen - unabhängig vom Drehwinkelstand des Pendelhalters 1 - stets gleiche Verhältnisse vor. Die Werkzeugaufnahme 3 kann gegenüber dem Grundkörper 2 über einen sehr großen Bereich pendeln, das heißt, es sind hohe Versatzmaße zwischen Werkzeug und Werkstück, insbesondere Werkstückbohrung, ausgleichbar. Die Wendeldruckfeder 49 bildet neben der Härteneinstellung einen Auflaufschutz für das Werkzeug. Ferner verhindert sie mit, daß bei horizontalem Betrieb die Werkzeugaufnahme 3 aufgrund der Schwerkraft "herunterhängt".

Der konstruktiv einfache Aufbau ist unanfällig gegenüber Verschmutzungen durch Staub oder Bearbeitungsspänen. Selbst wenn in das Innere des Pendelhalters 1 Späne gelangen sollten, wird die Funktion nicht behindert.

Der erfindungsgemäße Pendelhalter garantiert eine ausgezeichnete Werkzeugführung, so daß sehr gute Oberflächenergebnisse erzielt werden können. Aufgrund der Konstruktion, kommt man fast ohne Paßmaße aus; lediglich die Aufnahme für das Werkzeug, also das Innere 29 der Aufnahmehülse 26 ist im Durchmesser als Paßmaß auszubilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Pendelhalter, insbesondere für Reibahlen, mit einem Grundkörper und einer relativ zu diesem pendelnd gelagerten Werkzeugaufnahme, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahme (3) über mehrere, zur Längsmittelachse (4) des Pendelhalters (1) exzentrisch, sowie zueinander auf einem gedachten Kreis winkelversetzt angeordnete, axiale Schraubendruckfedern (27) und/oder über eine zentrische Schraubendruckfeder an dem Grundkörper (2) abgestützt ist.
  2. 2. Pendelhalter nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mehrere, in axialer Richtung verlaufende Mitnehmerstifte (37), die an dem Grundkörper (2) beziehungsweise an der Werkzeugaufnahme (3) befestigt sind und mit Radialspiel in jeweils zugeordnete Aufnahmebohrungen (16) der Werkzeugaufnahme (3) beziehungsweise des Grundkörpers (2) eingreifen.
  3. 3. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmerstifte (37) von dem Schraubendruckfedern (27) umwendelt sind.
  4. 4. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmebohrungen (16) als Stufenbohrungen (17) ausgebildet sind, daß in einem durchmessergrößeren Abschnitt (18) jeder Stufenbohrung (17) die zugehörige Schraubendruckfeder (47) mit ihrem einen Endbereich einliegt und daß der freie Endbereich jedes Mitnehmerstiftes (37) in einen anschließenden, durchmesserkleineren Abschnitt (19) der zugehörigen Stufenbohrung (17) mit Radialspiel eingreift.
  5. 5. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2) und die Werkzeugaufnahme (3) zur Längsmittelachse (4) des Pendelhalters (1) rotationssymmetrisch ausgebildet sind.
  6. 6. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahme (3) eine Radialstufe (45) aufweist, die von einem Halteteil (38) übergriffen wird, das am Grundkörper (2) befestigt ist.
  7. 7. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteteil (38) eine Hülse (39) ist, die mit einem nach innen gerichteten Radialkragen (40) die Radialstufe (45) übergreift.
  8. 8. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Radialkragen (40) und Radialstufe (45) ein elastischer Dichtring (46) angeordnet ist.
  9. 9. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (39) an ihrem, dem Radialkragen (40) abgewandten Ende mit einem Innengewinde (41) versehen ist, das mit einem Außengewinde (9) des Grundkörpers (2) verschraubt ist.
  10. 10. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Werkzeugaufnahme (3) einen Zentralstift (28) aufweist, dessen Längsmittelachse mit der Längsmittelachse (4) des Pendelhalters (1) zusammenfällt und in eine Axialbohrung (10) des Grundkörpers (2) mit Radialspiel eingreift.
  11. 11. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Axialbohrung (10) ein Innengewinde (11) aufweist, in das eine Stellschraube (12) eingeschraubt ist, an der sich eine dem Auflaufschutz dienende Wendeldruckfeder (49) mit einem Ende abstützt, deren anderes Ende die Stirnfläche (Stirnende 48) des Zentralstifts (28) beaufschlagt.
  12. 12. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß gegen die Mantelfläche des im Querschnitt kreisförmigen Zentralstifts (28) ein elastischer Abdichtring (14) des Grundkörpers (2) anliegt.
  13. 13. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren (29) der Hülse (39) mehrere, radial verlaufende, gleichmäßig über den Umfang verteilte Druckfedern (51) befestigt sind, die an der Werkzeugaufnahme (3) anliegen.
  14. 14. Pendelhalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Druckfeder (51) eine Stellschraube (52) zur Einstellung der Federvorspannung zugeordnet ist.






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