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Dokumentenidentifikation DE4032402C2 16.07.1992
Titel Verfahren und Einrichtung zur Fadensteuerung bei maschenbildenden Textilmaschinen
Anmelder Memminger-IRO GmbH, 7290 Freudenstadt, DE
Erfinder Conzelmann, Fritz, 7470 Albstadt, DE;
Jacobsson, Kurt, Ulricehamn, SE;
Schmodde, Hermann, 7470 Albstadt, DE;
Tholander, Lars, Ulricehamn, SE
Vertreter Rüger, R., Dr.-Ing.; Barthelt, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7300 Esslingen
DE-Anmeldedatum 12.10.1990
DE-Aktenzeichen 4032402
Offenlegungstag 16.04.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.07.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.07.1992
IPC-Hauptklasse D04B 15/38
IPC-Nebenklasse D04B 15/44   D04B 15/48   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Fadensteuerung bei maschenbildenden Textilmaschinen mit zeitlich rasch veränderlichem Fadenverbrauch, wie sie im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 5 beschrieben sind.

Bei Flachstrickmaschinen, bei im Pendelgang arbeitenden Rundstrickmaschinen und auch bei anderen maschenbildenden Maschinen treten bei einer Umkehr der Arbeitsrichtung, einer Rückstellung der Fadenführer, bei Gestrickbreiten-Übergängen bzw. bei einer Drehrichtungsumkehr der Rundstrickmaschine zwangsläufig Fadenspannungsänderungen auf, die üblicherweise durch federbeaufschlagte, verschwenkbare Fadenösenträger, sogenannte Fadenaufholspanner, ausgeglichen werden, um eine einigermaßen gleichmäßige Fadenspannung aufrecht zu erhalten. Änderungen der Fadenspannung führen nämlich zu Unregelmäßigkeiten im Gestrick, die unerwünscht sind.

Beispielsweise bei Flachstrickmaschinen, bei denen in der üblichen Weise die Fadenaufholspanner seitlich an dem Maschinengestell angeordnet sind, sind diese Fadenspannungsunterschiede bei der Umkehrbewegung des hin- und hergehenden Schlittens verhältnismäßig groß. Die Fäden, welche etwa von außen her von links und von rechts parallel zueinander den Fadenführern zugeführt werden, unterliegen nach der Schlittenumkehr bei Beginn einer neuen Maschenreihe grundsätzlich unterschiedlichen Spannungsverhältnissen. Wird der Faden von rechts außen her dem Fadenführer zugeführt, so tritt bei einem Schlittenlauf von rechts nach links zu Beginn der neuen Maschenreihe eine größere Fadenspannung auf als wenn der Schlitten von links nach rechts läuft. Bei einem Schlittenlauf von rechts nach links muß nämlich der Faden von Beginn an von der Spule abgezogen werden, während bei einem Schlittenlauf von links nach rechts erst der von der rechten Fadenumlenkung bis zur linken Fadenführer-Abstellung zur Verfügung stehende Faden aufgebraucht werden muß, bis für den Rest der Maschenreihe noch Faden von der Spule benötigt wird.

Um den Einfluß des unregelmäßigen Fadenablaufwiderstandes der Spule auszuschalten, ist es bekannt (EP-B1-02 47 401), in Fadenlaufrichtung zwischen der Spule und einer automatisch einstellbaren Fadenbremse einen sogenannten Fadenspeicherfournisseur anzuordnen, der die Fadenvorratsquelle bildet, von der der Faden mit verschwindend kleiner Spannung abgezogen werden kann. Die Bremswirkung der Fadenbremse ist dabei mittels eines Elektromotors in beiden Drehrichtungen verstellbar, wobei der Elektromotor durch entsprechende Signale eines Fadenspannungsmessers gesteuert ist, der in Fadenlaufrichtung hinter einem seitlich an der Strickmaschine angeordneten Fadenaufholspanner angeordnet ist. Eine Beeinflussung des Fadenaufholspanners durch die von dem Fadenspannungsmesser abgegebenen Signale ist nicht vorgesehen.

Weil während des Maschenbildungsvorganges auftretende Fadenspannungsänderungen bei auf Flachstrickmaschinen hergestellten Strickstücken u. a. auch zu unterschiedlichen Längen dieser Strickstücke führen, ist man bei einem bekannten Verfahren zum Beeinflussen der Länge und des Maschenbildes von auf einer Flachstrickmaschine hergestellten Strickstücken auch schon derart vorgegangen (DE-PS 36 09 719), daß die Fadenspannung des zu verstrickenden Fadens vor dem Einlauf in das Fadenführernüßchen kontinuierlich gemessen wird, der Meßwert der Fadenspannung kontinuierlich mit einem vorgegebenen Spannungssollwert verglichen wird und die Fadenspannung kontinuierlich entsprechend dem Soll-/Istwert-Vergleich durch Bremsung und/oder Rückholung des Fadens Mittels einer Fadenbremse und/oder einer Fadenrückholfeder auf den vorgegebenen Spannungs-Sollwert eingestellt wird. Die Vorgabe des Spannungs-Sollwertes und der Soll-/ Istwert-Vergleich können dabei in einem Mikroprozessor erfolgen, wobei auch ein Prozeßregler für einen vorgegebenen Sollwert der Fadenspannung vorgesehen sein kann, der den Mikroprozessor enthält.

Der als Fadenrückholfeder bezeichnete Fadenaufholspanner, der zur Durchführung dieses Verfahrens vorgeschlagen wird, ist von dem Prozeßregler automatisch ansteuerbar. Er weist, ebenso wie die automatisch verstellbare Fadenbremse, einen Schrittmotor auf, der über eine Zugfeder mit einem einenends schwenkbar gelagerten Schwenkarm verbunden ist, der andernends über einen Haken an den Faden angekoppelt ist. Der Schrittmotor verändert die Vorspannung der Zugfeder und damit die Größe des auf den Schwenkarm ausgeübten Drehmoments. Wegen dieser speziellen Konstruktion kann aber der Schrittmotor den beispielsweise bei der Veränderung der von ihm erzeugten Fadenreserve eine schnelle Schwenkbewegung ausführenden Schwenkarm nicht abbremsen; er kann lediglich die Vorspannung der über einen Hebel angekuppelten Zugfeder erhöhen oder verringern. Wie die Fadenbremse und die Fadenrückholfeder bei der Bewegungsumkehr des Schlittens, d. h. während den Zeiten gesteuert sind, während deren keine Maschenbildung erfolgt und der Fadenverbrauch kurzzeitig auf 0 zurückgeht, ist nicht weiter geoffenbart.

Gerade bei der Schlittenumkehr ergeben sich jedoch besonders komplizierte Fadenspannungsverhältnisse, denen die bekannten Fadenrückholspanner nur in sehr ungenügender Weise Rechnung tragen konnten. Bei Beginn des Fadenrückholvorgangs, d. h. bei Beginn des Aufbaus der Fadenreserve trat nämlich einerseits vorübergehend ein spannungsloser Zustand des Fadens auf, weil der Fadenrückholspanner zu reaktionsträge wirkt. Andererseits entstanden bei Erreichen der vollen Fadenreserve deshalb relativ hohe Fadenspannungsspitzen, weil der Fadenrückholspanner beschleunigungsbedingt zusätzliche Fadenspannung erzeugt. Die Folge davon ist, daß in den seitlichen Gestrickrandbereichen in unerwünschten Weise abwechselnd lockere und feste Maschen auftraten, die die Qualität des Gestricks beeinträchtigen.

Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren und eine Einrichtung zur Fadensteuerung bei maschenbildenden Textilmaschinen zu schaffen, durch die sichergestellt wird, daß bei Wiederaufnahme der Fadenlieferung nach vorübergehend unterbrochener Maschenbildung, wie sie bspw. bei einer Flachstrickmaschine bei jeder Bewegungsumkehr des Schlittens auftritt, die Fadenspannung auch während des Aufbaus der Fadenreserve auf einem vorbestimmten Wert gehalten oder rasch auf einen solchen gebracht wird, so daß bei Aufnahme oder Fortsetzung des Maschenbildungsvorgangs sofort Faden mit im wesentlichen konstanter Spannung geliefert wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren gemäß den Verfahrensschritten des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 vorgegangen, während eine zur Durchführung dieses Verfahrens bestimmte Einrichtung die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 6 aufweist.

Das neue Verfahren und die neue Einrichtung erlauben es, bspw. bei einer Flachstrickmaschine eine weitgehend konstante Fadenspannung auch bei der Bewegungsumkehr des Schlittens und damit die Ausbildung einwandfreier Randmaschen in den seitlichen Gestrickrändern verbunden mit einer sicheren Fadenrückholung zu erzielen.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 eine Flachstrickmaschine mit einer seitlich angeordneten Fadensteuerungseinrichtung gemäß der Erfindung, in einer Seitenansicht, im Ausschnitt und in schematischer Darstellung,

Fig. 2 die Fadensteuerungseinrichtung nach Fig. 1, in schematischer Prinzipdarstellung, unter Veranschaulichung des normalen Betriebszustandes der Fadenrückholmittel während des Maschenbildungsvorgangs,

Fig. 3 die Anordnung nach Fig. 2, unter Veranschaulichung der Fadenrückholmittel bei Beginn der Rückbewegung des Schlittens der Flachstrickmaschine und Wiederaufnahme des Maschenbildungsvorgangs nach der Bewegungsumkehr,

Fig. 4 vier schematische Diagramme der Flachstrickmaschine nach Fig. 1, zur Veranschaulichung der erfindungsgemäßen Fadensteuerung bei der Bewegungsumkehr des Schlittens der Flachstrickmaschine, und

Fig. 5 ein Blockdiagramm der elektrischen Schaltung der Fadensteuerungseinrichtung gemäß der Erfindung.

Die in Fig. 1 im Ausschnitt dargestellte Flachstrickmaschine weist zwei auf einem Maschinengestell 1 angeordnete Nadelbetten 2 auf, auf denen ein Schlitten 3 längsverschieblich geführt ist, der in seiner linken Endstellung veranschaulicht ist und der die mit den Nadeln zusammenwirkenden Nadelschlösser trägt, von denen in Fig. 2, 3 lediglich ein Kulierteil 4 veranschaulicht ist. An dem Schlitten 3 sind in der üblichen Weise Fadenführer angeordnet, von denen in Fig. 1 lediglich die Fadeneinlauföse 5 eines Fadenführers veranschaulicht ist, der in den Fig. 2, 3 bei 6 angedeutet ist. Das Fadenführernüßchen ist mit 7 bezeichnet.

Das Maschinengestell 1 trägt einen Spulentisch 8, auf dem eine Reihe von Spulen 9 aufgesteckt sind, von denen der jeweilige Faden 10 über eine bei 11 angedeutete Fadenüberwachungs- und Umleiteinrichtung über jeweils eine Fadenbremse 12 zu einem Fadenspeicherfournisseur 13 verläuft, der seitlich des Maschinengestells 1 an einem Halter 14 angeordnet ist. Von dem Fadenspeicherfournisseur 13 kann der Faden über Kopf durch eine koaxiale Ablauföse 15 abgezogen werden. Die Spannung des abgezogenen Fadens ist dabei im wesentlichen konstant und sehr klein, wie dies der charakteristischen Funktion solcher Fadenspeicherfournisseure 13 entspricht, deren Wirkung und Aufbau bekannt sind und deshalb im einzelnen nicht erläutert zu werden brauchen.

Auf seinem Fadenlaufweg, von dem eine Fadenvorratsquelle bildenden Fadenspeicherfournisseur 13 zu dem Fadenführer 6 läuft der Faden zunächst durch eine elektrisch oder elektromechanisch verstellbare Fadenbremse 16, wie sie bspw. aus der DE-PS 36 09 719 bekannt ist und von der aus der Faden über eine stationär gelagerte Umlenkrolle 17 zu einer Fadenleitöse 18 geht, die an einem einen Teil von Fadenrückholmitteln bildenden Schwenkarm 19 befestigt ist. Durch eine feste Fadenleitöse 20 läuft der Faden sodann zu einer Fadenspannungsmeßeinrichtung 21, von der aus er schließlich durch die Fadenumlenköse 5 zu dem mit dem Schlitten 3 längs der Nadelbetten 2 bewegten Fadenführernüßchen 7 (Fig. 2, 3) gelangt.

Die Einzelheiten der Fadenrückholmittel sind insbesondere aus den Fig. 2, 3 zu entnehmen, wo der Fadenspeicherfournisseur 13 mit seiner bekannten Fadenspeichertrommel 22 und dem auf dieser angeordneten Fadenspeicherwickel 23 sowie mit seiner Ablauföse 15 im Detail veranschaulicht ist.

Der Schwenkarm 19 der Fadenrückholmittel ist an seinem der Fadenleitöse 18 gegenüberliegenden Ende an einer eine Drehachse enthaltenden Lagerstelle 24 schwenkbar gelagert. Er ist massearm und mit einem elektromechanischen Drehmomentgeber 25 in Gestalt eines kleinen Gleichstrommotors oder eines an sich bekannten Drehwinkelantriebs verbunden. Wird die Wicklung des bspw. durch einen Gleichstrommotor gebildeten Drehmomentgebers 25 erregt, so übt dieser auf den Schwenkarm 19 ein Drehmoment aus, dessen Größe in Abhängigkeit von der angelegten Spannung veränderlich ist, wobei dieses Drehmoment den eine Schwenkbewegung ausführenden Schwenkarm 19 sowohl beschleunigen als auch verzögern kann.

Die Fadenspannungsmeßeinrichtung 21 ist bekannter Art.

Sie weist z. B. zwei feststehende, im Abstand angeordnete Fadenleitelemente 26 auf, zwischen denen ein den Faden abtastendes Fadensensorelement 27 beweglich gelagert ist, das mit einem elektrischen Signalgeber, bspw. in Gestalt eines Potentiometers, verbunden ist, der ein für den Istwert der Fadenspannung bei deren Einlauf in den Fadenführer 6 kennzeichnendes elektrisches Signal abgibt, das über eine Leitung 28 einer elektrischen Regeleinrichtung 29 zugeleitet wird, die über eine Leitung 30 mit dem elektromechanischen Drehmomentgeber 25 und über eine Leitung 31 mit dem Stellglied der elektrisch verstellbaren Fadenbremse 16 verbunden ist.

Die Regeleinrichtung vergleicht das von der Spannungsmeßeinrichtung 21 empfangene Fadenspannungs-Istwert- Signal mit einem vorgegebenen Sollwert und gibt über die Leitungen 30, 31 entsprechende Stellsignale zu dem Drehmomentgeber 25 und der Fadenbremse 31, die während des Maschenbildungsvorganges derart beeinflußt werden können, daß die Fadenspannung an der Strickstelle im wesentlichen konstant auf dem Sollwert gehalten wird.

Wie aus Fig. 5 zu entnehmen, ist die Regeleinrichtung 29 mit einer der Strickmaschine zugeordneten Steuereinrichtung 32 zusammengeschaltet, die einen Sollwertgeber 33 für die Fadenspannung enthält und außerdem bei jeder Bewegungsumkehr des Schlittens 3 ein Startsignal für den Strickbetrieb über eine Leitung 34 zu einer elektronischen Steuereinrichtung 35 für die Fadenbremse 16 und den Drehmomentgeber 25 liefert.

Die Fadensteuerung bei der Bewegungsumkehr des Schlittens 3 geschieht in folgender Weise, wobei auf die in Fig. 4 schematisch veranschaulichten aufeinanderfolgenden Phasen des Verfahrensablaufs Bezug genommen wird:

Es sei angenommen, daß der in der Figur nicht weiter dargestellte Schlitten 3 der Flachstrickmaschine in seiner rechten Endstellung steht, was dadurch angedeutet ist, daß der Fadenführer 6 im Abstand rechts von dem mit 36 bezeichneten schematisch dargestellten Gestrickstück stehend gezeichnet ist. Der von der Fadenleitöse 18 des an der linken Seite der Flachstrickmaschine angeordneten Schwenkarms 19 kommende Faden 10 verläuft über die Breite des Gestrickes 36 zu dem rechts davon abgestellten Fadenführer 6 und von dessen Nüßchen 7 aus zu dem Rand des Gestrickes 36. Der zugehörige Fadenführermitnehmer der Strickmaschine, der in Fig. 1 nicht dargestellt ist, ist bei 37 veranschaulicht. Er ist in bekannter Weise über die Länge des Nadelbettes 2 (Fig. 1) zusammen mit dem Schlitten 3 beweglich und kann durch einen mustergemäß von der Maschinensteuereinrichtung 32 (Fig. 5) gegebenen Steuerbefehl ausgewählt werden, so daß er bei dem in Fig. 4 von rechts nach links erfolgenden Rücklauf des Schlittens 3 den Fadenführer 6 mitnehmen kann, um den für eine neue Maschenreihe erforderlichen Faden einzulegen.

In der obersten Skizze a) ist der Ausgangszustand veranschaulicht: Der Fadenführer 6 steht im Abstand rechts von dem Gestrickrand. Die Bildung der vorhergehenden Maschenreihe ist abgeschlossen, womit der Maschenbildungsvorgang kurzzeitig unterbrochen wurde, bis der Schlitten 3 seine Umkehrbewegung beendet hat.

Der Fadenführermitnehmer 37 erhält von der Maschinensteuereinrichtung 32 einen Auswahlbefehl, der über die Leitung 34 auch der Steuereinrichtung 35 zugeführt wird (Fig. 5) .

In der nächstfolgenden Skizze b) ist der Zustand in einem Augenblick veranschaulicht, in dem der Fadenführer 6 von dem Fadenführermitnehmer 37 gerade mitgenommen zu werden beginnt. Die Steuereinrichtung 35 hat nach Empfang des von der Maschinensteuereinrichtung 32 abgegebenen Startsignals, das die Mitnahme des Fadenführermitnehmers auslöste, über die Leitung 39 der Fadenbremse 16 ein Schließsignal übermittelt. Die Fadenbremse 16 wurde deshalb geschlossen, so daß kein Faden 10 mehr von dem Fadenspeicherfournisseur 13 abgezogen werden kann. Kurz anschließend oder gleichzeitig wird über die Leitung 38 dem Drehmomentgeber 25 des Schwenkarms 19 von der Steuereinrichtung 35 ein Signal übermittelt, unter dessen Wirkung das von dem Drehmomentgeber 25 auf den Schwenkarm 19 ausgeübte Drehmoment derart erhöht wird, daß unabhängig von den auf dem Fadenlaufweg vorhandenen mehrfachen Fadenumlenkungen in dem Faden 10 eine ausreichende Fadenspannung bereits zu diesem Zeitpunkt gewährleistet ist.

In der darauffolgenden Skizze c) ist ein Augenblick veranschaulicht, in dem der Fadenführermitnehmer 37 den Fadenführer 6 bereits an den Rand des Gestrickes 36 herangeführt hat und in dem die Maschenbildung einsetzt. Der Schwenkarm 19 hat im Verlaufe seiner Fadenrückhol-Schwenkbewegung seine maximale Auslenkung erreicht, womit der Aufbau der Fadenreserve beendet ist. Um das Auftreten unerwünschter Fadenspannungsspitzen zu verhüten, hat die Steuereinrichtung 35 das dem Drehmomentgeber 25 übermittelte Signal derart modifiziert, daß der Schwenkarm 19 kurz vor Erreichen seiner maximalen Auslenkung, d. h. seines Bewegungsumkehrpunktes, sanft abgebremst wurde. Außerdem gibt zu diesem Zeitpunkt die Steuereinrichtung 35 über die Leitung 39 auf die Fadenbremse 16 ein Freigabesignal, mit der Folge, daß die Fadenbremse 16 auf einen Wert geöffnet wird, der durch das von der Regeleinrichtung 29 über die Leitung 31 zugeführte Stellsignal bestimmt ist, das das Ergebnis des von der Regeleinrichtung 29 durchgeführten Istwert-/Sollwert- Vergleiches ist.

Die schließlich noch folgende Skizze d) zeigt einen Augenblick unmittelbar nach der Wiederaufnahme des Maschenbildungsvorgangs. Die Fadenspannung wird nunmehr von der Regeleinrichtung 29 durch entsprechende Beeinflussung der Fadenbremse 16 und des Drehmomentgebers 25 auf dem von dem Sollwertgeber 33 vorgegebenen Fadenspannungs-Sollwert gehalten. Gleichzeitig damit wird das von dem Drehmomentgeber 25 auf den Schwenkarm 19 ausgeübte Drehmoment reduziert, derart, daß der Schwenkarm 19 mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit, ausgehend von der Stellung maximaler Fadenreserve nach Fig. 3, in die normale Betriebsstellung nach Fig. 2 zurückgeführt wird, womit die Fadenreserve aufgelöst wird. Von dem Fadenspeicherfournisseur 13 wird lediglich die zusätzlich noch erforderliche Restfadenmenge abgezogen. Die Rückführung des Schwenkarms 19 in seine Betriebsstellung erfolgt so langsam und gleichmäßig, daß dadurch keine abrupten Fadenspannungsänderungen ausgelöst werden, die von der Regeleinrichtung 29 nicht ausgeregelt werden könnten.

Das von dem Drehmomentgeber 25 auf den Schwenkarm 19 ausgeübte Drehmoment geht bei der Rückführung des Schwenkarms 19 in die Betriebs- oder Ruhestellung nicht auf 0 zurück; es wird vielmehr von der Steuereinrichtung 35 oder der Regeleinrichtung 29 ein bestimmtes kleines Restdrehmoment aufrecht erhalten, das bestrebt ist, den Schwenkarm 19, bezogen auf Fig. 2, im Uhrzeigersinn zu verdrehen.

Dieses Restdrehmoment wird dazu benutzt, beim Auftreten eines Fadenbruchs den Schwenkarm 19 im Uhrzeigersinn soweit zu verdrehen, bis er mit einem in Fig. 2 bei 39 angedeuteten, als Signalgeber wirkenden Schalter in Eingriff kommt, der ein Abstellsignal für die Maschine abgibt.

Wenn die Abschaltung nicht über den Schwenkarm 19 ausgelöst werden soll, kann das Restdrehmoment in der Ruhestellung auch 0 sein.

In dem Blockdiagramm nach Fig. 5 ist noch zusätzlich eine weitere Regeleinrichtung 40 für die Fadenlänge eingetragen, die gegebenenfalls zusätzlich vorhanden sein kann. Die Regeleinrichtung 40 erhält von einem in der Maschinensteuerung 32 enthaltenen Sollwertgeber 41 ein Fadenlängen-Sollwert-Signal. Sie steht mit einem Fadenlängenmesser 42 in Schaltverbindung, der die pro Zeiteinheit der Strickstelle zugelieferte Fadenlänge mißt und der Regeleinrichtung 40 ein entsprechendes Istwert-Signal zuführt. Dieses Fadenlängen-Istwert-Signal wird von der Regeleinrichtung 40 mit dem von dem Sollwertgeber 41 kommenden Fadenlängen-Sollwert-Signal verglichen. Die Regeleinrichtung 40 gibt als Ergebnis dieses Vergleiches über eine Leitung 43 ein entsprechendes Stellsignal auf eine entsprechende Stellvorrichtung 44 (Fig. 2) des Kulierteils 4 des Nadelschlosses, mit dem Ergebnis, daß das Kulierteil 4 laufend derart verstellt wird, daß die verstrickte Fadenlänge pro Zeiteinheit konstant auf dem vorgegebenen Sollwert gehalten wird.

Die von den Sollwertgebern 33, 41 abgegebenen Sollwerte für die Fadenspannung bzw. die Fadenlänge pro Zeiteinheit können naturgemäß erforderlichenfalls entsprechend dem jeweiligen Programm zeitabhängig veränderlich sein, worauf der Ordnung halber hingewiesen sei.

Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung 35 als eine von der Regeleinrichtung 29 getrennte Steuerschaltung veranschaulicht (Fig. 5). In der praktischen Ausgestaltung könnten die beiden Einrichtungen naturgemäß miteinander vereinigt, d. h. die Steuerschaltung in der Regeleinrichtung 29 integriert sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Fadensteuerung bei maschenbildenden Textilmaschinen mit zeitlich rasch veränderlichem Fadenverbrauch, bei dem abhängig von dem Fadenverbrauch der zu verarbeitende Faden vor dem Einlaufen in die jeweilige Maschenbildungsstelle unter Ausbildung einer Fadenreserve auf seinem Laufweg von einer Fadenvorratsquelle zu der Maschenbildungsstelle über Fadenrückholmittel zeitweilig rückgeholt und diese Fadenreserve beim anschließenden Maschenbildungsvorgang zumindest teilweise wieder aufgelöst wird, wobei die Fadenspannung des zu verarbeitenden Fadens vor dessen Einlaufen in die Maschenbildungsstelle kontinuierlich gemessen und der gewonnene Meßwert des Fadenspannungs-Istwertes einer Regeleinrichtung zugeführt wird, die einen Sollwert-/Istwert-Vergleich durchführt und während des Maschenbildungsvorganges durch Bremsung und/oder Rückholung mittels einer von ihr angesteuerten Fadenbremse bzw. der von ihr angesteuerten, im Fadenlaufweg der Fadenbremse nachgeordneten Fadenrückholmittel die Fadenspannung auf einem vorgegebenen Fadenspannungs-Sollwert hält, dadurch gekennzeichnet, daß bei Wiederaufnahme der Fadenlieferung nach vorübergehend unterbrochener Maschenbildung ein von der Fadenspannungsmessung unabhängiges Startsignal für die Fadenrückholmittel erzeugt wird, nach dessem Empfang die von den Fadenrückholmitteln auf den Faden ausgeübte Fadenrückholkraft erhöht wird und die Fadenrückholmittel mit dem Aufbau der Fadenreserve beginnen, deren Aufbau spätestens mit dem Einsetzen des Maschenbildungsvorganges beendet wird, wobei beim Aufbau der Fadenreserve die Fadenspannung unter einem vorgegebenen Maximalwert gehalten wird, und daß beim Einsetzen des Maschenbildungsvorganges die Fadenbremse und die Fadenrückholmittel von der Regeleinrichtung wiederum im Sinne der Einregelung der Fadenspannung auf den vorgegebenen Sollwert beeinflußt und dabei die Fadenreserve aufgelöst wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Auftreten des Startsignals zunächst die Fadenbremse geschlossen und anschließend die Fadenrückholkraft erhöht wird und daß die Fadenbremse nach dem Aufbau der Fadenreserve wieder auf den durch die Regeleinrichtung für die Fadenspannungsregelung vorgegebenen Wert geöffnet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrückholmittel kurz vor Beendigung des Aufbaus der Fadenreserve abgebremst werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Fadenrückholmittel mit einem einenends schwenkbar gelagerten Schwenkarm verwendet werden, der anderenends mit dem Faden gekoppelt ist, und daß zur Erzeugung der Fadenrückholkraft auf den Schwenkarm mittels eines mit ihm verbundenen elektromechanischen Drehmomentgebers ein veränderliches Drehmoment ausgeübt wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenreserve nach dem Einsetzen des Maschenbildungsvorganges mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit aufgelöst wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrückholmittel unter einer Vorspannung gehalten werden, unter deren Einwirkung sie bei einem Zusammenbruch der Fadenspannung eine zur Betätigung eines Abschaltsignalgebers ausreichende Bewegung ausführen können.
  7. 7. Einrichtung zur Fadensteuerung bei maschenbildenden Textilmaschinen nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit elektromagnetisch steuerbaren Fadenrückholmitteln zur Ausbildung einer Fadenreserve auf dem Fadenlaufweg zwischen einer Fadenvorratsquelle und einer Maschenbildungsstelle der Textilmaschine, mit einer auf dem Fadenlaufweg zwischen der Fadenvorratsquelle und den Fadenrückholmitteln angeordneten, elektrisch steuerbaren Fadenbremse und mit einer Fadenspannungsmeßeinrichtung, die auf dem Fadenlaufweg zwischen den Fadenrückholmitteln und der Maschenbildungsstelle angeordnet ist, sowie mit einer elektronischen Regeleinrichtung, die von der Fadenspannungsmeßeinrichtung empfangene, für den Istwert der Fadenspannung kennzeichnende Signale durch Sollwert-/Istwert-Vergleich verarbeitet und die Fadenbremse und/oder die Fadenrückholmittel im Sinne der Konstanthaltung der Fadenspannung beeinflußt, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenrückholmittel einen einenends schwenkbar gelagerten Schwenkarm (19) aufweisen, der andernends mit dem Faden (10) gekoppelt ist und dem wenigstens ein feststehendes Fadenführglied (20) zugeordnet ist, daß der Schwenkarm (19) mit einem in beiden Drehrichtungen wirkenden elektromechanischen Drehmomentgeber (25) verbunden ist, dessen auf den Schwenkarm (19) ausgeübtes Drehmoment wahlweise veränderbar ist und daß eine elektrische Steuereinrichtung (35) vorgesehen ist, die beim Empfang eines maschinenseitig bei Wiederaufnahme der Fadenlieferung nach vorübergehend unterbrochener Maschenbildung abgegebenen Startsignals den Drehmomentgeber (25) im Sinne der Erhöhung des von ihm abgegebenen Drehmoments ansteuert, unter dessen Wirkung der Schwenkarm (19) unter Aufbau der Fadenreserve verschwenkt wird, und daß die Steuereinrichtung (35) über den entsprechend angesteuerten Drehmomentgeber (25) den Schwenkarm kurz vor Erreichen des Maximalwerts der Fadenreserve abbremst, derart, daß die Fadenspannung unterhalb eines vorgegebenen Wertes gehalten ist.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenbremse (16) von der Steuerschaltung (35) bei Auftreten des Startsignales geschlossen wird.
  9. 9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenbremse (16) mit Beginn des Abbremsens des Schwenkarms (19) oder spätestens nach dessen Abbremsung von der Steuerschaltung (35) auf einen von der Regeleinrichtung (29) vorgegebenen Wert geöffnet wird.
  10. 10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (35) in der Regeleinrichtung (29) integriert ist.
  11. 11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10 dadurch gekennzeichnet, daß der Drehmomentgeber (25) bei der nach dem Einsetzen des Maschenbildungsvorganges erfolgenden Auflösung der Fadenreserve unter der Einwirkung der Regeleinrichtung (29) und/oder der Steuereinrichtung (35) ein eine Rückführ- Schwenkbewegung des Schwenkarmes (19) mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit ergebendes Drehmoment ausübt.
  12. 12. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehmomentgeber nach der erfolgten Auflösung der Fadenreserve unter der Einwirkung der Regeleinrichtung (29) und/oder Steuereinrichtung (35) ein eine Rückführ-Schwenkbewegung des Schwenkarmes (19) mit im wesentlichen konstanter Geschwindigkeit ergebendes Drehmoment ausübt.
  13. 13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß dem Schwenkarm (19) ein Abstellsignalgeber (39) zugeordnet ist, der beim Zusammenbruch der Fadenspannung von dem durch das Restdrehmoment bewegten Schwenkarm (19) betätigbar ist.






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