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Dokumentenidentifikation DE3936599C2 06.08.1992
Titel Spielmechanik an Klarinetten
Anmelder Weber-Bleyle, Manuel, 7410 Reutlingen, DE
Erfinder Weber-Bleyle, Manuel, 7410 Reutlingen, DE
DE-Anmeldedatum 03.11.1989
DE-Aktenzeichen 3936599
Offenlegungstag 08.03.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.08.1992
IPC-Hauptklasse G10D 7/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spielmechanik an Klarinetten, die nachfolgend beschrieben wird. Abb. 5 zeigt eine Klarinette mit dem neuen System, wobei die Klappen mit den gegriffenen Tönen, welche durch die geöffnete Klappe entstehen, angegeben sind. Die Klarinette besteht aus dem unveränderten Mundstück M, dem Oberteil O mit den erfindungsgemäßen Teilmechaniken wie Abb. 1 und Abb. 2, dem unabhängigen Unterteil U mit den erfindungsgemäßen Teilmechaniken wie Abb. 3 und Abb. 4 und den zusätzlichen Klappen (D ) und (E), sowie der Stürze S, welche aus Metall zur Gewichtsersparnis besteht.

Mit der Erfindung wird eine leicht spielbare Mechanik dadurch geschaffen, daß jeder Finger nur 2 Positionen zu bedienen hat, jede Position höchstens 2 Funktionen hat, jeder Ton nur 2 Griffalternativen aufweist, keine Rollbewegung der Hand wegen der Bedienung der Tasten und Brillen nur mit den Fingerkuppen erforderlich ist und keine dominierend leichte Grundtonart entsteht. Hierdurch entfällt die Notwendigkeit der bisher gebräuchlichen Stimmungen in A und B, das Instrument kann mit einem B-Instrument sowohl von der Leichtigkeit der Bedienung als auch vom Tonumfang den Bereich beider Instrumente abdecken.

Die Erfindung bewirkt weiter einen gleichmäßigen Ton dadurch, daß vor jedem Gabelgriff mindestens ein offenes Halbtonloch vorhanden ist, die Klappen und damit die Löcher reduziert werden und die Klappe für den Ton a&min; zur Erzeugung eines langen Tones b&min;, eines verbesserten Tones f3 und einer leichteren Ansprache der Töne b3, h3 und c4 benützt werden kann. Sonst übliche Trillerklappen erübrigen sich.

Blattinstrumente brauchen anders als Flöteninstrumente ein Resonanzstück unter dem offenen Tonloch für einen vollen Ton, weshalb das Böhmprinzip nicht bezüglich der Forderung nach restlosem Druckabfall sondern nur bezüglich der Fis-Klappenmechanik anwendbar ist. Die vorliegend neue entwickelte Mechanik baut deshalb auf dem Böhm-Klose&min;schen Klappensystem auf um die bisherige Griffweise im Wesentlichen zu erhalten, benutzt dabei das von Böhm ursprünglich gebrauchte offene Cis und verwendet statt der Klose&min;schen Mechanik am Unterstück die Mahillon&min;sche H-Cis-Mechanik, welche im akustischen und spieltechnischen der Böhm&min;schen Gabel-Fis-Mechanik entspricht. Der übliche Tonumfang der Klarinette ist um zwei Töne, wie es bei tieferen Instrumenten anzutreffen ist, erweitert. Das B-Instrument hat als tiefsten Ton deshalb das klingende c° und paßt sich damit dem Tonumfang sonstiger Instrumente in Altlage besser an.

Die zur Zeit gebräuchlichen Systeme an Spielmechaniken bedienen sich zur Verbesserung der Tonqualität und zur Erleichterung der Spielbarkeit einer großen Anzahl von Hilfsklappen und Zusatzmechaniken, welche den Ton durch viele Löcher beeinträchtigen, die technische Anfälligkeit und die Herstellungskosten vergrößern und insbesondere das Erlernen der Applikatur durch seltene Griffalternativen erschweren. Für die Verbesserung des b&min; gibt es nur Lösungen für ein kurzes b&min;. Zum Stand der Technik wird auf das Buch von Brymer "Die Klarinette" erschienen im Fischer Taschenbuchverlag Seiten 52-105, Frankfurt/Main 1987 verwiesen.

Demgegenüber löst die vorliegende Erfindung die Aufgabe, eine leichte Spielbarkeit und eine bestmögliche Tonreinheit durch konsequente Anwendung akustischer und spieltechnischer Prinzipien unter teilweiser Aufgabe althergebrachter Griffweisen zu erreichen.

Im Folgenden wird eine leicht zu bauende Ausführung der neuen Mechanik gezeigt, welche in den Abb. 1 bis Abb. 4 mit den erfindungsgemäßen Teilmechaniken dargestellt ist.

  • A) Abb. 1 zeigt die in Ruhstellung geschlossene und zur Erzeugung für den Ton a&min; zu öffnende Klappe (a), welche durch Druck mit dem linken Zeigefinger auf die Taste (1) mittels des Hebels (2) über die Welle (3) zur Erzeugung des Tones a&min; geöffnet wird und die durch eine Nase (4), welche über dem Hebel (2) der Klappe (a) sitzt und über die Welle (5) mit der über dem Tonloch für den Ton f&min; bzw. c3 liegenden Brille (f) so verbunden ist, daß beim Drücken dieser beiden ebenfalls mit dem Zeigefinger die Klappe (a) so arretiert wird, daß sie sich bei gleichzeitigem Drücken der Taste (1) nur einen spaltbreit öffnet. Der Ton b&min; ertönt bei gleichzeitigem Griff des e° und Betätigen der zusätzlichen den Ton es° erzeugenden Klappe (E) am verlängerten Unterstück. Der Ton f3 ertönt bei gleichzeitigem Betätigen der den Ton a2 erzeugenden Ringe.
  • B) Abb. 2 zeigt die in Ruhestellung offene und den Ton gis&min; erzeugende Klappe (g #), welche auf einer Welle (6) gelagert ist und die sich sowohl mit Druck auf die Brille (f) mit dem linken Zeigefinger über eine Nase (4) als auch für den Ton g&min; mit Druck auf einen Hebel (7), welcher die in Ruhestellung geschlossene Klappe (d #) über eine Welle (8) zur Erzeugung des Tones dis&min; bzw. ais2 öffnet, mit dem rechten Zeigefinger mittels einer Nase (9) schließen läßt.
  • C) Abb. 3 zeigt die in Ruhestellung offene Klappe (c #), welche auf einer Welle (10) gelagert ist und in offener Stellung des Ton cis&min; bzw. gis2 erzeugt und die sich sowohl mit Druck auf die Brille (H), welche auf einer Welle (11) gelagert ist und mittels einer Nase (12) auf die Klappe (c #) als auch durch Druck auf die Taste (13), welche mit einem Hebel (14) auf einer Welle (15) gelagert ist und bei Druck durch Öffnen der Klappe (G #) den Ton gis° bzw. dis2 erzeugt, mittels einer Nase (16) zur Erzeugung des Tones c&min; bzw. g2 schließen läßt.
  • D) Abb. 4 zeigt die in Ruhestellung offene Klappe (G), welche auf einer Welle (16) gelagert ist und die für den Triller f°-fis° bzw c2-cis2 durch Druck auf die Taste (17), welche auf der Welle (18) gelagert ist und zur Bedienung der Taste (E) dient, mittels kraftschlüssiger Verbindung zwischen der Nase (19) auf der Welle (18) und der Nase (20) auf der Welle (16) geschlossen wird.


Anspruch[de]
  1. Spielmechanik an Klarinetten, mit folgenden Merkmalen, wobei sich die angegebenen Töne auf notierte Tonwerte beziehen:
    1. A) (Abb. 1) Die in Ruhestellung geschlossene, für den Ton a&min; zu öffnende Klappe (a) ist mit der über dem Tonloch des Tones f&min; liegenden Brille (f) so verbunden, daß beim Drücken dieser beiden sich die Klappe für den Ton a&min; (a) nur teilweise öffnet, wobei der Ton b&min; erzeugbar ist.
    2. B) (Abb. 2) Die in Ruhestellung zur Erzeugung des Tones gis&min; offene Klappe (g #) läßt sich sowohl mit Druck auf die Brille über dem Tonloch f&min; (f) als auch mit Betätigung der in Ruhestellung geschlossenen für den Ton dis&min; zu öffnenden Klappe (d #) schließen, wobei der Ton g&min; erzeugbar ist.
    3. C) (Abb. 3) Die in Ruhestellung zur Erzeugung des Tones cis&min; offene Klappe (c #) läßt sich sowohl mit Druck auf die über dem Tonloch des Tones h° liegende Brille (H) als auch mit Betätigen der für den Ton gis° zu öffnenden Klappe (G #) schließen, wobei der Ton c&min; erzeugbar ist.
    4. D) (Abb. 4) Die in Ruhestellung zur Erzeugung des Tones g° offene Klappe (G) ist auch mit Betätigen einer Klappe für den Ton e° (E) schließbar, wobei der Triller f-fis° ermöglicht wird.






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