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Dokumentenidentifikation DE4103884A1 13.08.1992
Titel Untersetzt angetriebene Fadenbremse für den Fadenzubringer einer Strickmaschine o. dgl.
Anmelder Schlaich, Werner, 7470 Albstadt, DE
Erfinder Schlaich, Werner, 7470 Albstadt, DE
Vertreter Zeitler, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 08.02.1991
DE-Aktenzeichen 4103884
Offenlegungstag 13.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.08.1992
IPC-Hauptklasse D04B 15/44
IPC-Nebenklasse D04B 15/48   
Zusammenfassung Bei einer Fadenbremse für den Fadenzubringer einer Strickmaschine oder dgl. mit an einem Fournisseurgehäuse (2) befestigten verschiedenen Leiteinrichtungen (4, 5, 6, 7, 8, 9) für den Lauf des von einer Vorratsstelle zu einer Verarbeitungsstelle der Maschine zugeführten Fadens (1), einem drehbar an einer Gehäuseseite angeordneten Fadenwickelkörper (10), der durch eine im Fournisseurgehäuse (2) gelagerte Antriebswelle (11) antreibbar ist, wobei die Fadenbremse (7) am Fournisseurgehäuse (2) an einer Stelle vor dem Fadenwickelkörper (10) angeordnet ist und zwei auf einer Achse (17) gelagerte, durch verstellbaren Federdruck gegeneinander gepreßte Bremsteller (15, 16) aufweist, zwischen denen der Faden (1) hindurchläuft, ist die Anordnung derart getroffen, daß die Achse (17) der Fadenbremse (7) als angetriebene Achse ausgebildet und derart mit einem Antrieb (14, 23) verbunden ist, daß die Fadenbremse (7) eine geringere Drehzahl als der Fadenwickelkörper (10) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenbremse für den Fadenzubringer einer Strickmaschine oder dgl. gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine bekannte Fadenbremse der gattungsgemäßen Art ist an einer Stelle des Fournisseurgehäuses gelagert, die nach dem Knotenfänger liegt, und zwar üblicherweise auf einer ortsfesten Achse. Diese weist beispielsweise die Form eines Umlenkbolzens oder -zapfens auf, über den der Faden in seinem Lauf von einer Vorratsstelle über einen angetriebenen Fadenwickelkörper zu einer Verarbeitungsstelle der Maschine geführt wird.

Die Fadenbremse besteht üblicherweise aus zwei auf der genannten Achse gelagerten Bremstellern, die durch verstellbaren Federdruck gegeneinander gepreßt sind und zwischen denen der Faden hindurchläuft, und zwar derart gebremst, daß er stets die für den Fadenlauf gewünschte Vorspannung aufweist.

Bei einer derartigen Ausgestaltung der bekannten Fadenbremse ist aufgrund des von den Bremstellern auf den Faden ausgeübten Bremsdruckes der Fadenabrieb relativ groß. Dies führt zwangsläufig zu einer unerwünschten Verschmutzung der Bremsteller, die sich selbst dann nicht vermeiden läßt, wenn man die Bremsteller auf ihrer ortsfesten Achse leer mitlaufen läßt. Die sich in jedem Fall aufgrund des Fadenabriebs und der Bremstellerverschmutzung ergebende erhöhte Fadenbelastung macht aber häufig einen Stillstand der Strickmaschine oder dgl. erforderlich, um die erforderliche Reinigung der Bremsteller der Fadenbremse durchzuführen.

Bei den bekannten Fadenzubringern weisen weiterhin die Bremsteller der Fadenbremse, die entweder aus Metall oder Keramik oder sonstigen geeigneten Materialien bestehen, schon nach relativ kurzer Betriebszeit sog. Einlaufrillen auf. Diese sind durch den hindurchlaufenden Faden verursacht und beeinträchtigen naturgemäß die eigentliche Funktion der Bremsteller, weil es dann nicht mehr möglich ist, über den Federdruck die von den Bremstellern auf den Faden auszuübende Bremskraft exakt einzustellen. In solch einem Fall müssen dann die Bremsteller der Fadenbremse vorzeitig ausgewechselt werden, was ebenfalls ein unerwünschtes Stillsetzen der Maschine erfordert.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Fadenbremse der gattungsgemäßen Art ohne nennenswerten Konstruktions- und Kostenaufwand derart auszugestalten, daß der Fadenabrieb verringert ist und Bremstellerverschmutzungen vermieden werden, so daß insgesamt die Funktion der Fadenbremse verbessert ist und damit die Betriebslaufzeiten der Strickmaschine oder dgl. verlängert sind.

Diese Aufgabe wird durch die Erfindung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.

Der Erfindung liegt der wesentliche Gedanke zugrunde, die Achse der Fadenbremse als angetriebene Achse auszubilden, derart, daß die Drehzahl der Fadenbremse konstant kleiner als diejenige des Fadenwickelkörpers ist. Als Antrieb für die Achse kann jeder geeignete Antrieb, beispielsweise ein gesonderter Schrittmotor oder dgl., in Frage kommen. Jedoch nutzt die Erfindung bei einer bevorzugten Ausführungsform in verblüffend einfacher Weise den ohnehin bereits vorhandenen Antrieb für den Fadenwickelkörper. Hierbei ist vorteilhafterweise die Achse der Fadenbremse über ein Umlenkbzw. Untersetzungsgetriebe mit dem Antrieb für den Fadenwickelkörper gekoppelt.

In entsprechender Weiterbildung der Erfindung kann die Ausgestaltung hierbei derart getroffen sein, daß die Achse der Fadenbremse mit einem Endlosantrieb verbunden ist, der gleichzeitig die Fadenbremsen der Fadenzubringer an sämtlichen Arbeitsstellen der Strickmaschine antreibt.

Es ist von Vorteil, wenn der Endlosantrieb ein Keilriemen oder ein Zahnriemen ist; dieser ist dann jeweils zweckmäßigerweise über die Riemenscheibe des Umlenkgetriebes jedes Fadenzubringers geführt und läuft konzentrisch im Abstand zum Antriebsriemen für den Fadenwickelkörper.

Ein außerordentlich geringer Aufwand für den Antrieb sämtlicher Fadenbremsen an den Arbeitsstellen einer Strickmaschine ergibt sich dann, wenn der Antrieb für die Fadenbremse vom Antrieb für den Fadenwickelkörper abgegriffen ist.

Es liegt schließlich im Rahmen der Erfindung, das Umlenkgetriebe derart einzustellen bzw. zu dimensionieren, daß die Drehzahl der Fadenbremse um ein Mehrfaches, d. h. beispielsweise im Verhältnis von 1 : 20, gegenüber der Drehzahl des Fadenwickelkörpers herabgesetzt ist.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß das Umlenkgetriebe auch als biegsame Welle ausgestaltet sein kann. Weiterhin ist es selbstverständlich auch möglich, die Ausgestaltung derart zu treffen, daß die Laufrichtung der Fadenbremse gegensinnig zum Faden ist, sofern dies in bestimmten Anwendungsfällen wünschenswert erscheint.

Die erfindungsgemäße Ausgestaltung läßt sich ohne nennenswerten Konstruktions- und Kostenaufwand verwirklichen, da es lediglich erforderlich ist, die bisher ortsfest bzw. undrehbar gelagerte Achse der Fadenbremse nun als angetriebene Achse auszubilden, und zwar derart, daß, wie erwähnt, die Fadenbremse eine geringere Drehzahl als der Fadenwickelkörper aufweist.

Die hiermit erzielten Vorteile sind beträchtlich und bestehen u. a. darin, daß aufgrund der untersetzt angetriebenen Achse der Fadenbremse auch die Bremsteller leichter umlaufen können. Hierdurch ist nicht nur der Fadenabrieb ganz wesentlich verringert, sondern es treten auch keine Bremstellerverschmutzungen mehr auf, weil der Antrieb der Bremsteller bzw. deren Achse die Reibung des hindurchlaufenden Fadens an den drehenden Bremstellern verringert und somit ein wirksamer Selbstreinigungseffekt vorliegt.

Hinzu kommt außerdem, daß an den Bremstellern keine Einlaufrillen mehr auftreten, weil diese sich aufgrund der angetriebenen Achse leichter als bisher drehen können und somit dem hindurchlaufenden Faden keinen solchen Widerstand entgegensetzen, der - wie dies früher der Fall war - zur Bildung von Einlaufrillen führen könnte.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt in:

Fig. 1 den Fadenzubringer mit der erfindungsgemäß ausgestalteten Fadenbremse in perspektivischer Darstellung und

Fig. 2 schematisch in Seitenansicht, teilweise geschnitten sowie

Fig. 3 schematisch in Draufsicht den gemeinsamen Antrieb für sämtliche Fadenbremsen und Fadenzubringer einer Strickmaschine.

Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist der dargestellte Fadenzubringer, der zu der in Pfeilrichtung gezeigten Zufuhr eines Fadens 1 von einer Vorratsstelle zu einer Verarbeitungsstelle einer Strickmaschine oder dgl. dient, ein Fournisseurgehäuse 2 auf, das an einem Kopf der betreffenden Maschine vorgesehenen Haltering 3 (s. Fig. 3) festlegbar ist. Am Fournisseurgehäuse 2 sind verschiedene Leiteinrichtungen für den Lauf des Fadens 1 befestigt, nämlich ein Fadenleitblech 4 mit einer Fadenöse 5, ein Knotenfänger 6, eine Fadenbremse 7, ein zur Fadenabstellung dienender Taster 8 in Form eines am Fournisseurgehäuse 2 angelenkten Gestänges und schließlich eine weitere Fadenöse 9, die in der dargestellten Weise unterseitig am Fournisseurgehäuse 2, hiervon nach unten wegragend, befestigt ist und den Faden 1 zu einem Fadenwickelkörper 10 führt.

Der Fadenwickelkörper 10, der eine konkav nach innen eingezogene Umfangsfläche aufweist, ist drehbar an der Unterseite des Fournisseurgehäuses 2 gelagert. Zu diesem Zweck ist er drehfest mit dem einen Ende einer Antriebswelle 11 verbunden, die drehbar im Fournisseurgehäuse 2, dieses durchsetzend, gelagert ist und auf ihrem oberseitig aus dem Fournisseurgehäuse 2 herausragenden Teil zwei drehfest hiermit verbundene Antriebsräder 12, 13 trägt. Diese sind ihrerseits mittels eines in Fig. 2 lediglich angedeutet dargestellten Antriebsriemens 14 angetrieben.

Der Faden 1 durchläuft auf seinem Weg zwischen den beiden Fadenösen 5, 9 die Fadenbremse 7, die nach dem Knotenfänger 6 angeordnet ist und zwei Bremsteller 15, 16 aufweist, zwischen denen der Faden 1 hindurchläuft und die in der dargestellten Weise jeweils eine nach innen gekrümmte Umfangsfläche bzw. Fadenberührungsfläche aufweisen. Die beiden Bremsteller 15, 16 der Fadenbremse 7 sitzen frei drehbar auf einer Achse 17, die quer zur Laufrichtung des Fadens 1 vom Fournisseurgehäuse 2 wegragt. Auf der Achse 17 ist eine Schraubendruckfeder 18 angeordnet, die sich zwischen einer verstellbaren Rändelmutter 19 und dem rechten Bremsteller 16 gemäß Fig. 1 abstützt. Dadurch ist dieser rechte Bremsteller 16 gemäß Fig. 1 mittels verstellbarem Federdruck gegen den linken, axial unverschieblich gelagerten Bremsteller 15 gepreßt.

Die Achse 17 der Fadenbremse 7 ist als angetriebene Achse ausgebildet und wird daher über einen gesonderten Antrieb angetrieben, und zwar derart, daß die Fadenbremse 7 bzw. deren Achse 17 eine geringere Drehzahl als die den Fadenwickelkörper 10 antreibende Antriebswelle 11 aufweist.

Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, ist am vorderen stirnseitigen Ende des Fournisseurgehäuses 2 ein Umlenkgetriebe 20 befestigt, das auch eine biegsame Welle oder dgl. sein kann und über nicht näher dargestellte Einzelbauteile mit der Achse 17 der Fadenbremse 7 zu deren untersetztem Antrieb verbunden ist. Das obere Ende des Umlenkgetriebes 20 trägt eine Riemenscheibe 21, die über einen Endlosantrieb 22 in Form eines Keil- oder Zahnriemens (s. Fig. 3) in Drehung versetzbar und somit antreibbar ist.

Wie besonders deutlich aus Fig. 3 ersichtlich, ist der Keilriemen 22 über die Riemenscheiben 21 der Umlenkgetriebe 20 sämtlicher Fadenzubringer bzw. deren Fadenbremsen 7 geführt und läuft konzentrisch im Abstand zum Antriebsriemen 14 für den Fadenwickelkörper 10. Dieser Antriebsriemen 14 wird über ein einziges gemeinsames Antriebsrad 23 angetrieben. Hierbei wird der Antrieb für die Fadenbremsen 7 derart vom Antrieb 23 bzw. 14 für die Fadenwickelkörper 10 abgegriffen, daß der die Fadenbremsen 7 antreibende Keilriemen 22 über ein eigenes Antriebsrad 24 läuft, über das auch der Antriebsriemen 14 für die Fadenwickelkörper 10 läuft.

Aufgrund dieser Ausgestaltung ist gewährleistet, daß die Achsen 17 sämtlicher Fadenbremsen 7 über das Umlenkgetriebe 20 bzw. deren Riemenscheibe 21 gemeinsam angetrieben sind, und zwar - aufgrund der Ausgestaltung des Umlenkgetriebes 20 in Form eines Untersetzungsgetriebes - mit einer geringeren Drehzahl als der des Fadenwickelkörpers 10. Dadurch ist ein reibungsloser Transport des Fadens 1 über die Achse 17 der Fadenbremse 7 sichergestellt, gleichzeitig jedoch ein Verhaspeln des Fadens 1 aufgrund einer zu schnellen Drehung der Achse 17 verhindert.

Falls erwünscht, ist es selbstverständlich auch möglich, die Bremsteller 15, 16 drehfest mit der angetriebenen Achse 17 zu verbinden.

Hinsichtlich vorstehend nicht im einzelnen erläuterter weiterer Merkmale der Erfindung wird im übrigen ausdrücklich auf die Ansprüche sowie auf die Zeichnung verwiesen.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenbremse für den Fadenzubringer einer Strickmaschine oder dgl., mit an einem Fournisseurgehäuse (2) befestigten verschiedenen Leiteinrichtungen (4, 5, 6, 7, 8, 9) für den Lauf des von einer Vorratsstelle zu einer Verarbeitungsstelle der Maschine zugeführten Fadens, einem drehbar an einer Gehäuseseite angeordneten Fadenwickelkörper (10), der durch eine im Fournisseurgehäuse (2) gelagerte Antriebswelle (11) antreibbar ist, wobei die Fadenbremse (7) am Fournisseurgehäuse (2) an einer Stelle vor dem Fadenwickelkörper (10) angeordnet ist und zwei auf einer Achse (17) gelagerte, durch verstellbaren Federdruck gegeneinander gepreßte Bremsteller (15, 16) aufweist, zwischen denen der Faden hindurchläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (17) der Fadenbremse (7) als angetriebene Achse ausgebildet und derart mit einem Antrieb (14, 23) verbunden ist, daß die Fadenbremse (7) eine geringere Drehzahl als der Fadenwickelkörper (10) aufweist.
  2. 2. Fadenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Achse (17) über ein Umlenk- bzw. Untersetzungsgetriebe (20) mit dem Antrieb (14, 23) für den Fadenwickelkörper (10) gekoppelt ist.
  3. 3. Fadenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (17) der Fadenbremse (7) mit einem Endlosantrieb (22) verbunden ist, der gleichzeitig die Fadenbremsen (7) der Fadenzubringer an sämtlichen Arbeitsstellen der Strickmaschine antreibt.
  4. 4. Fadenbremse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Endlosantrieb (22) ein Keilriemen oder Zahnriemen ist, der jeweils über die Riemenscheibe (21) des Umlenkgetriebes (20) jedes Fadenzubringers geführt ist und konzentrisch im Abstand zum Antriebsriemen (14) für den Fadenwickelkörper (10) läuft.
  5. 5. Fadenbremse nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (22) für die Fadenbremse (7) vom Antrieb (14, 23) für den Fadenwickelkörper (10) abgegriffen ist.
  6. 6. Fadenbremse nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß über das Umlenkgetriebe (20) die Drehzahl der Fadenbremse (7) um ein Mehrfaches gegenüber der Drehzahl des Fadenwickelkörpers (10) herabgesetzt ist.






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