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Dokumentenidentifikation DE4205072A1 27.08.1992
Titel Zirkel
Anmelder Reißzeugfabrik Emskirchen E. Boden GmbH & Co Betriebs-KG, 8531 Wilhelmsdorf, DE
Erfinder Boden, Günther, 8531 Wilhelmsdorf, DE
Vertreter Tergau, E., Dipl.-Ing.; Pohl, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8500 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 20.02.1992
DE-Aktenzeichen 4205072
Offenlegungstag 27.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.08.1992
IPC-Hauptklasse B43L 9/16
Zusammenfassung Ein Zirkel (1) besteht aus zwei winkelförmig gegeneinander verstellbaren Schenkeln (2) und (3), deren freie Enden zur Aufnahme von Spitzen, Minen o. dgl. ausgebildet sind, und einem Zirkelkopf (10) mit Griffstück (7). Der Zirkel (1) zeichnet sich dadurch aus, daß zumindest die Schenkel (2) und (3) wenigstens teilweise von einer nichtmetallischen Ummantelung (4, 4') umgeben sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zirkel mit zwei winkelförmig gegeneinander verstellbaren Schenkeln, deren freie Enden zur Aufnahme von Spitzen, Minen o. dgl. ausgebildet sind, und mit einem die Schenke lagernden Zirkelkopf mit Griffstück. Derartige Zirkel sind bekannt und werden aus metallischem Werkstoff, insbesondere aus Messing, hergestellt. Aus optischen und taktilen Gründen wird die Oberfläche einer aufwendigen Feinbearbeitung unterzogen, wie beispielsweise einer Galvanisierung und/oder einer Lackierung. Diese Bearbeitungsvorgänge sind bekanntermaßen mit die Umwelt belastenden Begleiterscheinungen behaftet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zirkel zu schaffen, der insbesondere diese Bearbeitungsvorgänge erübrigt, ohne aber die Gebrauchseigenschaften des Zirkels, vor allem das bei Zeichengeräten dieser Art gewohnte qualitativ hochwertige Erscheinungsbild und den taktilen Eindruck dadurch zu beeinträchtigen.

Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß zumindest die Zirkelschenkel wenigstens teilweise von einer nichtmetallischen Ummantelung umgeben sind.

Des weiteren wird vorgeschlagen, die Ummantelung im Querschnitt U-förmig auszubilden, so daß sie ohne größeren Fertigungsaufwand einfach auf die Zirkelschenkel aufgesteckt werden kann. Ebenso wie die Schenkel kann auch das Griffstück des Zirkels mit einer Hülse aus einem nichtmetallischen Werkstoff ummantelt werden. Die am Zirkel einer Feinbearbeitung unterliegende Oberfläche reduziert sich somit auf den beispielsweise als Federbügel ausgebildeten Zirkelkopf.

Als besonders geeigneter Werkstoff für die Ummantelung wird Holz vorgeschlagen. Dieser Werkstoff wird bekanntlich von vielen Menschen als sehr angenehm bei der Berührung empfunden. Außerdem ist der Zirkel bei entsprechender massiver Ausgestaltung der Ummantelung besonders für damit ungeübte Personen oder für Personen mit leicht schwitzenden Händen zu handhaben. Auch läßt sich bei entsprechender Verringerung der Materialstärke der Schenkel eine Gewichtsreduzierung erzielen, ohne die Griffigkeit des Zirkels zu beeinträchtigen. Als besonders geeignetes Material erweisen sich Harthölzer wie beispielsweise Buchenholz, die die nötige Festigkeit und Härte aufweisen. Holz als Werkstoff ist auch deshalb von Vorteil, da sowohl seine Erzeugung als auch seine spätere Entsorgung umweltverträglich sind.

Neben Holz können auch andere umweltfreundliche Werkstoffe Verwendung finden. Im Falle von etwa Polypropylen oder Polyethylen hat dies den Vorteil, daß das Material bei der späteren Entsorgung des Zirkels wiederverwendet werden kann.

Ein weiterer Vorteil der nicht metallischen Ummantelung besteht darin, daß der Zirkel, z. B. im Schulgebrauch mit dem Namen des Besitzers beschriftet werden kann, was bekanntermaßen bei Metallzirkeln weniger leicht möglich ist.

Es wird weiterhin vorgeschlagen, die Ummantelung und die Hülse abnehmbar zu befestigen. Dies hat den Vorteil, daß Griffstück und Ummantelung nach längerer Gebrauchsdauer ausgetauscht werden können.

Durch eine Zweiteilung der Ummantelung ist es möglich, diese auch für Zirkel mit abknickbaren Schenkeln zu verwenden.

Eine weitere Lösung der Aufgabe besteht darin, daß zumindest die Schenkel des Zirkels vollständig aus einem nichtmetallischen umweltfreundlichen Werkstoff bestehen. Neben dem Vorteil des Verzichts auf eine umweltbelastende Oberflächenbearbeitung hätte diese Lösung der Aufgabe den weiteren Vorteil, daß die Schenkel und auch die anderen Zirkelteile entsprechend massiver und damit griffgünstiger ausgestaltet sein könnten, ohne daß dadurch das Zirkelgewicht insgesamt erhöht wird gegenüber den bekannten Ausführungen. Auch hier wird vorgeschlagen, Holz oder umweltfreundlichen Kunststoff als Werkstoff zu verwenden, mit den oben bereits beschriebenen Vorteilen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es stellen dar:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 2 eine Seitenansicht der Ausführungsform gemäß Fig. 1 mit von den Zirkelschenkeln teilweise weggeklappten Ummantelungen,

Fig. 3 einen Querschnitt gemäß Linie I-I in Fig. 2 und

Fig. 4 eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.

Die in Fig. 1 dargestellte und als Ganzes mit 1 bezeichnete Ausführungsform ist ein sogenannter Federbügelzirkel. Er weist zwei winkelförmig gegeneinander verstellbare Schenkel 2 und 3 auf, an deren freien Enden Klemmlager 14 und für die Aufnahme von Spitzen 17, Minen 18 o. dgl. angeordnet sind. Diese Klemmlager werden dadurch gebildet, daß die freien Schenkelenden in Richtung ihrer Längsachse aufgeschlitzt sind und daß die so entstehenden Schlitzungen mit Hilfe von Klemmschrauben 15, 15&min; zusammengedrückt werden können, wodurch sie die angesprochenen Einsätze festhalten. Die oberen Enden der Schenkel 2 und 3 sind in einem Zirkelkopf 10 gelagert. Dieser besteht aus einem Walzenlager 19, gegen welches die beiden Schenkel 2 und 3 anliegen. Sie werden mit Hilfe einer Ringfeder 20, welche in Schlitze 21 und 21&min; der Schenkel 2 und 3 eingreift, zusammengehalten und gegen das Walzenlager 19 gepreßt. Im Walzenlager ist eine Griffstange 22 befestigt, welche durch eine Öffnung 23 der Ringfeder 20 nach außen geführt ist. Das freie Ende der Griffstange 22 ist von einer Hülse 8 ummantelt, welche als Griffstück dient. Die beiden Schenkel 2 und 3 sind in ihrem oberen Drittel zur Verstellung ihres Öffnungswinkels mit einer rechtwinklig zur Schenkellängsachse verlaufenden Gewindestange 24 miteinander verbunden. Die Gewindestange 24 weist zwei gegenläufig geführte Gewinde 25 und 25&min; auf, welche über Gewindelager 26, 26&min; an den Schenkeln 2 bzw. 3 angreifen. Die Gewindestange 24 trägt eine mittig zwischen den Schenkeln angeordnete Rändelschraube 27 mit deren Hilfe der Öffnungswinkel der Schenkel 2 und 3 von Hand verstellt werden kann.

Auf die Schenkel 2 und 3 ist von den voneinander abgewandten Außenseiten her eine im Querschnitt U-förmige Ummantelung 4 und 4&min; aufgesteckt. Diese Ummantelung reicht von den Freienden der Schenkel 2 und 3 bis zu den die Widerlager für den Federring 20 bildenden Schlitzen 21 und 21&min;. Die Ummantelungen 4 und 4&min; weisen im Bereich der Gewindelager 26 und 26&min; an ihren einander abgewandten Außenseiten Ausnehmungen 16 und 16&min; auf, durch die sich die Gewindestange 24 erstreckt.

In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel eines Zirkels mit zwei abknickbaren Schenkeln 2, 3 dargestellt. Das untere Schenkelende 12, 12&min; ist über ein Gelenk mit dem oberen Schenkelende 13, 13&min; verbunden. Die Ummantelung weist in diesem Falle zwei Teile auf, wobei der eine Teil 28 dem unteren abknickbaren Schenkelende 12 und der andere Teil 29 dem oberen, mit dem Zirkelkopf 10 verbundenen Schenkelende 13 zugeordnet ist. Das untere Schenkelende 12&min; weist zusätzlich einen auswechselbaren Einsatz 33 auf, der am oberen Schenkelende 13&min; mit einer Klemmschraube 34 befestigt ist. Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch eine Ummantelung 4 und 4&min; gemäß der Linie I-I in Fig. 2. Die lichte Weite 30 der Ummantelung 4 und 4&min; ist etwas geringer als die Stärke der Schenkel, so daß die Ummantelung ohne Verwendung etwa eines Klebstoffes genügend fest haftet. Zusätzlich sind die Ummantelungen 4 und 4&min; durch die Klemmschrauben 15 und 15&min; an den Schenkeln 2 und 3 befestigt.

Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Schenkel 2 und 3, der Zirkelkopf 10 und das Griffstück 7 vollständig aus einem nichtmetallischen Material, beispielsweise aus Buchenholz gefertigt sind. Der Zirkelkopf 10 ist im Querschnitt längs der Linie II-II gesehen U-förmig. Die Schenkel 2 und 3 sind im Zirkelkopf jeweils durch eine rechtwinklig zur Schwenkebene der Schenkel und 3 verlaufenden Achse 32 und 32&min; gelagert. Die Befestigung von Spitzen 17 und Minen 18 ist hier auf die gleiche Weise gelöst wie in dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2. Die im wesentlichen rechteckigen Vorder- und Rückseiten des Zirkelkopfes weisen an ihrem unteren, den Schenkelfreienden zugewandten Schmalseitenende eine etwa rechteckförmige Ausnehmung auf, in die die Rändelschraube 27 zur Erhöhung der Gesamtstabilität des Zirkels eingreift.

Bezugszeichenliste

1 Zirkel

2, 3 Schenkel

4, 4&min; Ummantelung

5, 6 Schenkelinnenseite

7 Griffstück

8 Hülse

10 Zirkelkopf

12, 13 Schenkelende

14, 14&min; Klemmlager

15, 15&min; Klemmschraube

16, 16&min; Ausnehmung

17 Spitze

18 Mine

19 Walzenlager

20 Federring

21, 21&min; Schlitz

22 Griffstange

23 Öffnung

24 Gewindestange

25, 25&min; Gewinde

26, 26&min; Gewindelager

27 Rändelschraube

28, 29 Teil

30 lichte Weite

31 Gelenk

32, 32&min; Achse

33 Einsatz

34 Klemmschraube


Anspruch[de]
  1. 1. Zirkel (1) mit zwei winkelförmig gegeneinander verstellbaren Schenkeln (2, 3), deren freie Enden zur Aufnahme von Spitzen, Minen o. dgl. ausgebildet sind, und einem Zirkelkopf (10) mit Griffstück (7), dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Schenkel (2, 3) wenigstens teilweise von einer nichtmetallischen Ummantelung (4, 4&min;) umgeben sind.
  2. 2. Zirkel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (4, 4&min;) im Querschnitt U-förmig und von den einander abgewandten Schenkelaußenseiten her auf die Schenkel aufgesteckt ist, so daß die Schenkelinnenseiten (5, 6) von der Ummantelung (4, 4&min;) frei bleiben.
  3. 3. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Griffstück (7) von einer Hülse (8) ummantelt ist.
  4. 4. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (4, 4&min;) und die Hülse (8) aus Holz, insbesondere aus Buchenholz bestehen.
  5. 5. Zirkel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (4, 4&min;) und die Hülse (8) aus einem umweltfreundlichen Werkstoff bestehen.
  6. 6. Zirkel nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (4, 4&min;) und die Hülse (8) abnehmbar befestigt sind.
  7. 7. Zirkel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummantelung (4, 4&min;) aus zwei Teilen besteht, wobei ein Teil das untere abknickbare Schenkelende (12) und der andere Teil das obere, mit dem Zirkelkopf (10) verbundene Schenkelende (13) umgibt.
  8. 8. Zirkel (1) mit zwei winkelförmig gegeneinander verstellbaren Schenkeln (2, 3), deren freie Enden zur Aufnahme von Spitzen, Minen o. dgl. ausgebildet sind, und einem Zirkelkopf (10) mit Griffstück (7), dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Schenkel (2, 3) vollständig aus einem umweltfreundlichen nichtmetallischen Werkstoff bestehen.
  9. 9. Zirkel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß auch der Zirkelkopf (10) und das Griffstück (7) aus einem umweltfreundlichen nichtmetallischen Werkstoff bestehen.
  10. 10. Zirkel nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff Holz, insbesondere Buchenholz ist.






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