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Dokumentenidentifikation DE4108969A1 24.09.1992
Titel Rechnergesteuertes Hubzugsystem mit wenigstens zwei Hubzügen
Anmelder Motion Systems GmbH, 4600 Dortmund, DE
Erfinder Zieger, Robert P., 5800 Hagen, DE
Vertreter Herrmann-Trentepohl, W., Dipl.-Ing., 4690 Herne; Kirschner, K., Dipl.-Phys.; Grosse, W., Dipl.-Ing.; Bockhorni, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 19.03.1991
DE-Aktenzeichen 4108969
Offenlegungstag 24.09.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.09.1992
IPC-Hauptklasse B66C 13/18
IPC-Nebenklasse E04H 3/24   A63J 1/02   G05B 15/02   G06F 15/46   F16P 7/00   
Zusammenfassung Bei einem rechnergesteuerten Hubzugsystem, insbesondere für Bühnen und Mehrzweckhallen mit
- wenigstens zwei unabhängig steuerbaren Hubzügen (4a, 4b),
- einem Steuerrechner (1) zur individuellen Überwachung des Systems und Steuerung der einzelnen Hubzüge, der einen Ist/Sollwert-Vergleich durchführt,
- einem Bedienterminal (5),
- einem Bedienrechner (6) zur Verwaltung des Bedienterminals (5) und Übermittlung von Fahrbefehlen an den Steuerrechner (1),
- einem Ringnetz (2) zur Verbindung von Steuerrechner (1), Bedienrechner (6), Bedienterminal (5) und der einzelnen Hubzüge (4a, 4b),
ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß
- der Steuerrechner (1) eine Zweikanalstruktur (1a, 1b) besitzt und in jedem Kanal (1a, 1b) unabhängig den Ist/Sollwert-Vergleich vornimmt sowie wechselseitig eine Überwachung jedes Kanals (1a, 1b) durch den jeweils anderen (1b, 1a) und bei Feststellung von Abweichungen das Hubzugsystem über zweikanalig ausgeführte Abschaltleitungen stillegt, wobei im Rahmen des Ist/Sollwert-Vergleichs wenigstens eine Erfassung der Position und des Bewegungszustandes der einzelnen Hubzüge (4a, 4b, ...), eine Gewichtserfassung, eine Schlaffkettenüberwachung und eine Gleichlaufüberwachung von in Gruppe geschalteten Hubzügen (4a, 4b, ...) vorgenommen wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein rechnergesteuertes Hubzugsystem mit wenigstens zwei Hubzügen, das insbesondere für Bühnen und Mehrzweckhallen geeignet ist.

Unter Hubzügen sind Tragmittel zu verstehen, die Lasten verfahren können. Hubzüge bestehen aus einem Antrieb und dem dazugehörigen Tragwerk, wie z. B. Kettenzüge und Seilzüge. Mit dem Hubzugsystem sollen beispielsweise ein unten näher beschriebener "künstlicher" Schnürboden und daran befestigte Beschallungs- und Beleuchtungsanlagen in die Höhe gefahren werden. Das Verfahren des "künstlichen" Schnürbodens wird dadurch ermöglicht, daß mehrere Hubzüge zu einer Gruppe zusammengefaßt sind.

Ein sicheres Verriegeln der Anlage muß gewährleistet werden, da sich der "künstliche" Schnürboden (mit mehreren Tonnen Gewicht) über einem Publikum befinden kann.

Aus der DE-A-32 33 468 ist eine Steuerung für eine Schnürbodenmaschinerie bekannt, bei dem jedem Antrieb ein autonomer Rechner zugeordnet ist. Alle Antriebsrechner sind zusammen mit einem gemeinsamen Vermittlungsrechner an eine gemeinsame Sammelleitung angeschlossen. Einem Bedienterminal ist ein Bedienrechner zugeordnet, der mit dem Vermittlungsrechner in Verbindung steht. Den Antriebsrechnern werden über Istwertgeber Positionsdaten ihres jeweiligen Antriebes zugeführt; sie steuern und überwachen abhängig von Befehlen des Vermittlungsrechners ihren Antrieb einschließlich der Errechnung und Regelung von Geschwindigkeiten und geben Positionsdaten und Fehlermeldungen zum Vermittlungsrechner. Der Bedienrechner überwacht und verwaltet Befehlstasten, Schalter und Anzeigen des Bedienterminals, interpretiert Gruppenzusammenstellungen von Antrieben, speichert Datenketten für vorgegebene Bewegungsabläufe und übermittelt Fahrbefehle an den Vermittlungsrechner. Der Vermittlungsrechner überwacht den Datenverkehr von und zum Bedienrechner, sowie von und zu den Antrieben bzw. Antriebsrechnern, er führt Listen mit Istwerten aller Antriebe und über andauernde Fehlerzustände, überprüft dauernd die Datenwege zu allen übrigen Rechnern und führt im Fehlerfall die erforderlichen Schaltmaßnahmen durch. Die Antriebsrechner errechnen laufend unter Auswertung von Fahrtrichtungs-, Geschwindigkeits- und Gruppenzusammenstellungsbefehlen die Sollage ihres Antriebes und veranlassen bei Abweichungen zwischen Ist- und Sollage die notwendigen Korrekturen.

Bei Feststellung von Abweichungen zwischen Ist- und Sollage, die einen vorgegebenen Maximalwert überschreiten, werden die Antriebe abgeschaltet.

Der Antriebsrechner führt eine Sicherheitsüberprüfung für die Antriebe und sich selbst durch, insbesondere eine Schleppfehler- und Schlaffseilüberwachung, sowie eine Überwachung von Vor- und Notendschaltern.

Der Vermittlungsrechner ist über eine serielle Schnittstelle und eine serielle Reserve-Schnittstelle, sowie zugehörige Leitungen mit dem Bedienrechner verbunden, und bei Störungen des Datenverkehrs schaltet er automatisch auf die Reserveschnittstelle um.

Dem Vermittlungsrechner werden die Positionsdaten der Istwertgeber zugeführt, er prüft bei Gruppenzusammenstellungen von Antrieben, unabhängig von den Antriebsrechnern der Gruppen, den Synchronismus der Antriebe innerhalb der Gruppen durch Vergleichen der Positionsdaten.

Das Bedienpult weist einen oder mehrere Meisterschalter auf, die für Gruppenzusammenstellungen von Antrieben über den Bedienrechner eine Einstellung der Gruppenfahrgeschwindigkeit und -richtung ermöglichen.

Diese bekannte Steuerung hat eine Reihe von sicherheitstechnischen Nachteilen. So entspricht es nicht den Vorschriften der Unfallverhütungsvorschrift Bühnen und Studios (VGB 70) der Verwaltungs- und Berufsgenossenschaften. Zudem erfüllen diese Steuerungen nicht die Sicherheitsanforderungen nach DIN V 19250 01/89 und VDE 0801 10/90 Grundlegende Sicherheitsbetrachtungen für MSR-Schutzeinrichtungen.

Eine Gewichtserfassung wird im Stand der Technik nicht vorgenommen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt. Wird an die Antriebe ein Gewicht gehängt, welches größer als die maximal zulässige Belastung im Aufhängepunkt des jeweiligen Antriebes ist, dann besteht die Gefahr des Einstürzens der Dachkonstruktion. Eine Gewichtsverlagerung innerhalb einer Gruppe, etwa durch Verrutschen der angehängten Konstruktion oder durch Ausfall eines Hubzuges, kann ebenfalls zu einer unzulässigen Belastung der Dachkonstruktion führen. Wird z. B. eine Traversenkonstruktion durch mehrere Antriebe gleichzeitig auf eine gewünschte Höhe gebracht, birgt dies ebenfalls Gefahren in sich.

Unter Traversenkonstruktionen sind z. B. Holz-, Stahl- oder Aluminiumbinderkonstruktionen zu verstehen. Durch Kombination mehrerer Traversen wird ein "künstlicher" Schnürboden gebildet. An diesem "künstlichen" Schnürboden werden dann z. B. Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen befestigt. Ist das Gewicht der angehängten Last zu hoch, kann erstens die Traversenkonstruktion brechen, oder es besteht Gefahr, daß die maximale Belastung der Aufhängepunkte überschritten wird. Da in Mehrzweckhallen regelmäßig keine Gewichtserfassungseinrichtungen vorhanden sind, ist eine Abschätzung der in die Dachkonstruktion zu hängenden Lasten notwendig, was zum einen keine reproduzierbare Methode ist, zum anderen zu Fehlern führt.

Ferner sind die üblichen Rechner einkanalig ausgeführt. Ein einkanalig ausgeführter Vermittlungsrechner birgt die Gefahr in sich, daß auftretende Systemfehler nicht erkannt werden, da kein Vergleich der Prozeßdaten stattfindet. Der Vermittlungsrechner ist zwar durch eine zweikanalige Datenleitung mit dem Bedienrechner ausgestattet, aber bei Ausfall des Bedienrechners kann mit dem Bedienpult nicht mehr gearbeitet werden. Bei Ausfall des Bedienrechners könnte dann keine Last mehr aus dem Gefahrenbereich verfahren werden. Diese Gefahr wird noch durch die Möglichkeit von Bedienungsfehlern durch eine sehr große Anzahl an Bedientasten - gemäß DE-A-32 33 468 sind etwa 300 Tasten, 250 Leuchtdioden und 100 Ziffernanzeigedekaden notwendig - erhöht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein rechnergesteuertes Hubzugsystem der eingangs genannten Art bereitzustellen, das die obengenannten Sicherheitsanforderungen erfüllt und insbesondere eine Überlastung der Dachkonstruktion, der Traversenkonstruktion oder einzelner Hubzüge vermeidet. Hierdurch soll eine Gefährdung von Personal, Künstlern und Publikum verhindert werden. Des weiteren soll ein solches Hubzugsystem zur Entlastung des Personals einfach und übersichtlich zu bedienen sein.

Diese Aufgabe wird mit einem rechnergesteuerten Hubzugsystem mit

  • - wenigstens zwei unabhängig steuerbaren Hubzügen,
  • - einem Steuerrechner zur Überwachung des Systems und Steuerung der einzelnen Hubzüge, der einen Ist/Sollwert-Vergleich durchführt,
  • - einem Bedienterminal,
  • - einem Bedienrechner zur Verwaltung des Bedienterminals und Übermittlung von Fahrbefehlen an den Steuerrechner,
  • - einem Ringnetz zur Verbindung von Steuerrechner, Bedienrechner, Bedienterminal und der einzelnen Hubzüge, wobei der Steuerrechner eine Zweikanalstruktur besitzt, der in jedem Kanal unabhängig den Ist/Sollwert-Vergleich vornimmt und bei Feststellung von Abweichungen das Hubzugsystem über zweikanalig ausgeführte Abschaltleitungen stillegt, wobei im Rahmen des Ist/Sollwert- Vergleichs wenigstens eine Erfassung der Position und des Bewegungszustandes der einzelnen Hubzüge, eine Gewichtserfassung, eine Schlaffkettenüberwachung und eine Gleichlaufüberwachung von in Gruppe geschalteten Hubzügen vorgenommen wird


gelöst.

Das erfindungsgemäße Hubzugsystem basiert auf einem zweikanaligen Steuerrechner, also einem Steuerrechner mit zwei speicherprogrammierbaren Steuerungen ("SPS"), der über ein koaxiales Ringnetz mit den Hubzügen, dem Bedienterminal und dem Bedienrechner verbunden ist. Durch die zweikanalige Struktur ist das Steuersystem redundant ausgebildet; auch bei Ausfall eines Kanals ist die weitere Steuerung des Systems gewährleistet. Zugleich findet eine Überwachung eines Kanals durch den jeweils anderen statt. Werden Abweichungen zwischen den Kanälen festgestellt, die einen vorgegebenen Toleranzbereich überschreiten, wird das System stillgesetzt bzw. werden andere vorgegebene Maßnahmen eingeleitet. Die gegenseitige Überwachung der beiden Kanäle berücksichtigt etwa auftretende zeitliche Verschiebungen bei den parallelen Rechenoperationen mittels Vorgabe eines Zeitintervalls, innerhalb dessen Übereinstimmung gegeben sein muß.

Dem Bedienterminal ist der Bedienrechner zugeordnet, wobei aber das Bedienterminal unabhängig vom Bedienrechner benutzt werden kann. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn noch einzelne Hubzüge bedient werden müssen. Bei Gruppenschaltungen der Antriebe ist dagegen die Nutzung des Bedienrechners vorzuziehen. Entsprechend erlaubt das erfindungsgemäße Hubzugsystem sowohl Einzelfahrten als auch Gruppenschaltungen der jeweiligen Antriebe.

Dem Steuerrechner wird über Istwertgeber die jeweilige Position der Antriebe mitgeteilt, ebenso, vorzugsweise über an sich bekannte Dehnungsmeßstreifen, die jeweilige Last der einzelnen Hubzüge. Alle in Bewegung befindlichen Hubzüge einer Gruppe werden auf Gleichlauf, Last und Höhenposition, alle sich im Stillstand befindlichen Motoren auf Stillstand und Last überprüft. Bei Bewegung der Einzelzüge erfolgt eine Überprüfung auf Höhenposition und Last.

Zugleich führt der Steuerrechner vorzugsweise Listen mit den maximal zulässigen Lasten der Aufhängepunkte, bei deren Überschreiten die gesamte Anlage gestoppt wird und gegebenenfalls vorgegebene, sicherheitsgerichtete Maßnahmen durchgeführt werden, etwa eine Entlastung der Aufhängepunkte durch Zurückfahren in eine Ausgangsposition. Fehlermeldungen werden an den Bedienrechner weitergegeben und auf ihm dargestellt.

Der Steuerrechner überprüft zudem ständig den Datenverkehr im koaxialen Ringnetz und führt bei Störungen die vorgegebenen, sicherheitsgerichteten Maßnahmen durch, etwa die Stillegung der Hubzüge oder das Zurückfahren in eine vorgegebene oder Ausgangsposition.

Der Bedienrechner überwacht und verwaltet die Befehlstasten, Schalter und Anzeigen des Bedienterminals, interpretiert Gruppenzusammenstellungen der einzelnen Hubzüge, speichert Datenketten für vorgegebene Bewegungsabläufe und übermittelt Fahrbefehle an den Steuerrechner.

Das Hubzugsystem verfügt über ein fest installiertes Höhenmeßsystem, das in den Ist/Sollwert-Vergleich des Steuerrechners einbezogen ist. Bei Gruppenfahrten werden die einzelnen Hubzüge auf Einhaltung der zulässigen Höhenabweichung innerhalb der Gruppe überwacht, um eingehängte Traversenkonstruktionen nicht zu zerstören und Gewichtsverlagerungen innerhalb einer Gruppe von Hubzügen und dadurch hervorgerufene punktuelle Überlastungen zu vermeiden.

Eine Gewichtserfassung über an den Einzelantrieben vorzugsweise angeordneten Lastmeßeinrichtungen ermöglicht es, innerhalb einer Gruppe Lastverschiebungen zu erkennen und bei Überschreiten der zulässigen Toleranz die Antriebe zu stoppen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.

Bei Unterschreiten einer vorgegebenen Minimallast eines einzelnen Hubzugs oder einer Gruppe von Hubzügen, was beispielsweise bei Aufsitzen einer Traverse oder der Flasche eines Hubzugs auf ein Hindernis auftreten kann, erfolgt ebenfalls eine Abschaltung des Systems, um einer Gefahr durch Schlaffkettenbildung vorzubeugen.

Eine Schlaffkettenabschaltung bei unbelasteten Hubzügen muß erfolgen, damit Gefahren für Personen vermieden werden. Fährt ein unbelasteter Hubzug auf ein Hindernis, bleibt an dieser Stelle die Hakenflasche liegen und die Kette fährt weiter abwärts (Schlaffkettenbildung).

Bleibt dieser Zustand unbemerkt, kann die Hakenflasche zu Boden fallen und beim Herabfallen eine Person verletzen. Eine Schlaffkettenabschaltung bei belasteten Hubzügen, die in einer Gruppe verfahren werden, kann folgende Problematik vermeiden. Besteht die Gruppe aus z. B. vier Antrieben und beim Auffahren auf ein Hindernis werden drei Hubzüge entlastet, dann besteht die Gefahr einer Überlast für den vierten Hubzug. Es entsteht eine punktuelle Last, die eine Gefahr der Überlastung des Antriebs, des Zugmittels (Bruch der Kette bzw. des Seils) beinhaltet oder aber die zulässige Deckenlast in diesem Aufhängepunkt kann überschritten werden. Die gleiche punktuelle Überlast kann entstehen, wenn drei Hubzüge der oben beschriebenen Gruppe gleichzeitig ausfallen.

Alle sicherheitsrelevanten Daten sind netzunabhängig gespeichert, vorzugsweise in einem batteriegepufferten RAM des Steuerrechners. Vorzugsweise erfolgt weiterhin eine Speicherung aller während des Betriebs aufgetretenen Daten, insbesondere der minimal bzw. maximal aufgetretenen Lasten, innerhalb des Steuerrechners, um ein reproduzierbares Veranstaltungsprotokoll zu erhalten und abrufen zu können und auftretende Bedienungsfehler zu dokumentieren.

Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 schematisch die Verknüpfung der einzelnen Komponenten des Hubzugsystems,

Fig. 2 schematisch die Verknüpfung zweikanaliger Steuerrechner mit den einzelnen Antrieben,

Fig. 3 schematisch die Verknüpfung zweikanaliger Steuerrechner mit dem Bedienterminal,

Fig. 4 schematisch die Verknüpfung Bedienrechner mit dem zweikanaligen Steuerrechner,

Fig. 5 schematisch das koaxiale Ringnetz,

Fig. 6 eine mögliche Bühnengestaltung.

Fig. 1 zeigt die Zuordnung der einzelnen Komponenten zueinander. Der zweikanalige Steuerrechner (1) hat über das koaxiale Ringnetz (2) Zugriff auf das Bedienterminal (5), den Bedienrechner (6) und die einzelnen Antriebe (4a, 4b, 4c, 4d, . . . 4n).

Fig. 2 zeigt die zweikanalige Struktur des Steuerrechners, bei der jeder der Kanäle (1 und 2) unabhängig Zugang zu den Daten und zum Ringnetz hat. Alle Daten der Antriebe an den Steuerrechner werden von beiden Kanälen des Steuerrechners gelesen, und es findet ein Vergleich zwischen den Kanälen statt. Diese Maßnahme beugt vor allem Mehrfachfehlern vor und vermeidet, daß Fehlinformationen den Betriebsablauf stören. Führt der Vergleich zu voneinander abweichenden Werten, wird das System stillgelegt oder es werden andere, vorgegebene Maßnahmen eingeleitet.

Der Takt des Systems wird durch einen Inkrementgeber vorgegeben, der auch die zeitliche Abstimmung der Kanäle regelt. Die Gewichtserfassung erfolgt über Dehnungsmeßstreifen (DMS), die über Last-Frequenz-Wandler (LSW) und Frequenz -Spannungs-Wandler (FSW) die erfaßten Werte an die Kanäle des Steuerrechners weitergeben. Bei Überlast wird über den Not-End-Schalter und die Motorschütze der betreffende und die anderen Motoren abgestellt.

Ebenso werden die Daten vom Bedienterminal gemäß Fig. 3 und vom Bedienrechner gemäß Fig. 4 von beiden Kanälen des Steuerrechners geprüft.

Fig. 5 zeigt das koaxiale Ringnetz mit einem Main Loop und einem Sub Loop. Besteht z. B. eine Störung des Main Loop zum Kanal (1), so wird sofort auf den Sub Loop umgeschaltet.

Fig. 6 zeigt ein mögliches Anwendungsbeispiel. Auf der Bühne tritt eine Musikgruppe auf und über der Bühne sind Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen zu positionieren. Zuerst wird der "künstliche" Schnürboden mit den Hubzügen auf Arbeitshöhe gefahren. Danach werden z. B. Musikboxen auf die Bühne gefahren, die nun an beliebigen Punkten des "künstlichen" Schnürbodens befestigt werden können, wenn nicht die maximal zulässige Belastung in den Aufhängepunkten überschritten wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Rechnergesteuertes Hubzugsystem, insbesondere für Bühnen und Mehrzweckhallen, mit
    1. - wenigstens zwei unabhängig steuerbaren Hubzügen (4a, 4b),
    2. - einem Steuerrechner (1) zur Überwachung des Systems und Steuerung der einzelnen Hubzüge (4a, 4b), der einen Ist/Sollwert-Vergleich durchführt,
    3. - einem Bedienterminal (5),
    4. - einem Bedienrechner (6) zur Verwaltung des Bedienterminals (5) und Übermittlung von Fahrbefehlen an den Steuerrechner (1),
    5. - einem Ringnetz (2) zur Verbindung von Steuerrechner (1), Bedienrechner (6), Bedienterminal (5) und der einzelnen Hubzüge (4a, 4b), dadurch gekennzeichnet, daß
    6. - der Steuerrechner (1) eine Zweikanalstruktur (1a, 1b) besitzt und in jedem Kanal (1a, 1b) unabhängig den Ist/Sollwert-Vergleich vornimmt sowie wechselseitig eine Überwachung jedes Kanals (1a, 1b) durch den jeweils anderen (1b, 1a) und bei Feststellung von Abweichungen das Hubzugsystem über zweikanalig ausgeführte Abschaltleitungen stilllegt, wobei im Rahmen des Ist/Sollwert-Vergleichs wenigstens eine Erfassung der Position und des Bewegungszustands der einzelnen Hubzüge (4a, 4b, . . .), eine Gewichtserfassung, eine Schlaffkettenüberwachung und eine Gleichlaufüberwachung von in Gruppe geschalteten Hubzügen (4a, 4b, . . .) vorgenommen wird.
  2. 2. Hubzugsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewichtserfassung über Dehnungsstreifen erfolgt.
  3. 3. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Erfassung des Gesamtgewichts und des den einzelnen Hubzügen (4a, 4b, . . .) zukommenden jeweiligen Gewichts erfolgt.
  4. 4. Hubzugsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine Erfassung des Gewichts von in Gruppe geschalteten Hubzügen (4a, 4b, . . .) erfolgt.
  5. 5. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ist/Sollwert- Vergleich anhand eines im Steuerrechner (1) gespeicherten Prozeßabbildes erfolgt.
  6. 6. Hubzugsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Prozeßabbild einen Toleranzbereich aufweist, dessen Unter- oder Überschreitung die Stillegung des Hubzugsystems bewirkt.
  7. 7. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ist/Sollwert- Vergleich der Gewichtserfassung anhand vorgegebener, im Steuerrechner (1) gespeicherter Höchstbelastungen der Tragekonstruktion und der einzelnen Hubzüge (4a, 4b, . . .) erfolgt.
  8. 8. Hubzugsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuerrechner (1) Listen mit maximal zulässigen Lasten der Aufhängepunkte führt und er bei Überschreiten dieser zulässigen Lasten sicherheitsgerichtete Maßnahmen einleitet.
  9. 9. Hubzugsystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei Überschreiten der zulässigen Lasten als Steuerrechner (1) das System stilllegt.
  10. 10. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß alle sicherheitsrelevanten Daten netzunabhängig gespeichert sind.
  11. 11. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Betriebsablauf innerhalb des Steuerrechners (1) abrufbar gespeichert wird.
  12. 12. Hubzugsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienterminal (5) unabhängig vom Bedienrechner (6) benutzt werden kann.






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