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Dokumentenidentifikation DE4113875A1 29.10.1992
Titel In einem Abbaustreb einzusetzendes Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell
Anmelder Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co KG, 4630 Bochum, DE
Erfinder Bollmann, Alfred, 4630 Bochum, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Albrecht, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 27.04.1991
DE-Aktenzeichen 4113875
Offenlegungstag 29.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.10.1992
IPC-Hauptklasse E21D 23/06
Zusammenfassung In einem Abbaustreb einzusetzendes Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell, für einen steinkohlenbergbaulichen Untertagebetrieb mit zumindest einer Liegendkufe, die quer zur Abbaurichtung von der Versatzseite zum Kohlenstoß verläuft, zumindest einer Hangendkappe, zumindest einem ein- und ausfahrbaren hydraulischen Stempel und zumindest einem Lemniskatengetriebe mit angeschlossener Schwinge. Das Lemniskatengetriebe weist zwei Lenker auf und ist mit Lemniskatengelenken, die bei ebenem Liegenden horizontale Gelenkachsen aufweisen, an die Liegendkufe bzw. an die Schwinge angeschlossen, die ihrerseits über ein Hangendkappengelenk an die Hangendkappe angeschlossen ist. Zum Zwecke der Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb verlaufen die Lenker des Lemniskatengetriebes in einer Projektion auf das Liegende quer zur Liegendkufe. Die Lemniskatengelenke besitzen in Richtung der Liegendkufe weisende Gelenkachsen. Die Hangendkappe ist zur Strecke hin und zurück quer zur Liegendkufe vor- und zurückfahrbar. Die Schwinge ist beim Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe über integrierte Zylinderkolbenanordnungen ein- und ausfahrbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein in einem Abbaustreb einzusetzendes Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell, für einen steinkohlenbergbaulichen Untertagebetrieb, - mit zumindest einer Liegendkufe, die quer zur Abbaurichtung von der Versatzseite zum Kohlenstoß verläuft, zumindest einer Hangendkappe, zumindest einem ein- und ausfahrbaren hydraulischen Stempel und zumindest einem Lemniskatengetriebe mit angeschlossener Schwinge, wobei das Lemniskatengetriebe zwei Lenker aufweist sowie mit Lemniskatengelenken, die bei ebenem Liegenden horizontale Gelenkachsen aufweisen, an die Liegendkufe bzw. an die Schwinge angeschlossen ist, die ihrerseits über ein Hangendkappengelenk an die Hangendkappe angeschlossen ist.

Ausbaugestelle und insbesondere Schreitausbaugestelle des vorstehend beschriebenen grundsätzlichen Aufbaus sind in der Praxis in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Die Lenker des Lemniskatengetriebes verlaufen in einer Projektion auf das Liegende in Richtung der Liegendkufe. Die Lemniskatengelenke weisen quer zur Richtung der Liegendkufe verlaufende Gelenkachsen auf. Die Hangendkappe ist zum Kohlenstoß hin vor- und zurückfahrbar. Die Ausbaugestelle des vorstehend beschriebenen Aufbaus sind zur Sicherung des Hangenden im Streb, in der beschriebenen Form, aber nicht zur Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb geeignet. Insbesondere sind die bekannten Ausbaugestelle insoweit nicht ohne weiteres als Vorrichtungen zum Halten des sogenannten Hangendenzwickels einsetzbar.

Zur Sicherung des Hangenden im Übergang zwischen Strecke und Streb sind besondere Kappen in Form von Anstellkappen und Anstellschiebekappen gebräuchlich. Die dadurch erreichbare Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb ist verbesserungsbedürftig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ausbaugestell des eingangs beschriebenen Aufbaus so weiterauszubilden, daß es unmittelbar für die Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb eingesetzt werden kann, und zwar mit sehr guter Unterstützung des sogenannten Hangendenzwickels.

Ausgehend von dem eingangs beschriebenen Ausbaugestell lehrt die Erfindung, daß zum Zwecke der Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb die Lenker des Lemniskatengetriebes in einer Projektion auf das Hangende quer zur Liegendkufe verlaufen und die Lemniskatengelenke in Richtung der Liegendkufe weisende Gelenkachsen aufweisen, daß die Hangendkappe zur Strecke hin und zurück quer zur Liegendkufe vor- und zurückfahrbar ist und daß die Schwinge beim Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe über integrierte Zylinderkolbenanordnungen ein- und ausfahrbar ist. Über diese integrierten Zylinderkolbenanordnungen wird das Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe bewirkt.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die Hangendkappe eines Ausbaugestells und insbesondere eines Schreitausbaugestells zur Strecke hin ausreichend über die Liegendkufe des Ausbaugestells vorkragend in die Strecke hineingefahren werden kann, um im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb das Hangende sicherzuhalten. Erforderlich ist es dazu lediglich, daß das Lemniskatengetriebe wie beschrieben angeordnet wird und die Hangendkappe mit einem entsprechenden Freiheitsgrad für das Vor- und Zurückfahren ausgerüstet wird. Von besonderem Vorteil ist die Tatsache, daß bei der erfindungsgemäßen Ausbildung des Ausbaugestells sich auf einfache Weise die kinematischen Verhältnisse verwirklichen lassen, die erforderlich sind, um bei einem Einsinken des Lemniskatengetriebes und damit des hydraulischen Stempels die streckenseitige Kante der Hangendkappe nach Maßgabe des Streckenprofils zu bewegen, also entsprechend dem Streckenbogen zurückzunehmen. Das Gleiche gilt für die umgekehrte Bewegungsrichtung.

Im einzelnen bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere Möglichkeiten der weiteren Ausbildung und Gestaltung. So kann das Lemniskatengetriebe unmittelbar an die Liegendkufe angeschlossen sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Lemniskatengetriebe unter Zwischenschaltung eines Kastens an die Liegendkufe anzuschließen. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung arbeitet ein erfindungsgemäßes Ausbaugestell im Streb neben üblichen Schreitausbaugestellen. Hier empfiehlt die Erfindung, daß die Hangendkappe strebseitig über eine ggf. verlängerte Spaltabdichtungseinrichtung an ein benachbartes Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell anschließbar ist. Da das erfindungsgemäße Ausbaugestell nach Maßgabe des fortschreitenden Abbaus wie die weiteren Schreitausbaugestelle im Streb bewegt wird, empfiehlt die Erfindung, daß die Hangendkappe zum Kohlenstoß hin geneigt oder neigbar angeordnet und mit der Liegendkufe über zusätzliche Schreitausbaugestellaggregate und Steuerungseinrichtungen als Schreitausbaugestell bewegbar ist. - Es versteht sich, daß über eine besondere Zylinderkolbenanordnung, die zwischen Schwinge und Hangendkappe arbeitet, eine Verstarrung der Hangendkappe erreicht werden kann, wenn ein erfindungsgemäßes Ausbaugestell im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb gesetzt ist.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung

Fig. 1 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Ausbaugestells,

Fig. 2 eine Ansicht des Gegenstandes der Fig. 1 aus Richtung des Pfeiles A,

Fig. 3 den wesentlich vergrößerten Ausschnitt B aus dem Gegenstand der Fig. 2 und

Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 3 in anderer Funktionsstellung.

Das in den Figuren dargestellte Ausbaugestell ist insbesondere ein Schreitausbaugestell und wird in einem Abbaustreb eines steinkohlenbergbaulichen Untertagebetriebes eingesetzt. Es dient der Sicherung des Hangenden H im Übergangsbereich zwischen Strecke Se und Streb Sb. Dieser Übergangsbereich ist in den Fig. 2 und 3 angedeutet worden.

Zum grundsätzlichen Aufbau des Ausbaugestells gehört zunächst zumindest eine Liegendkufe 1, die quer zur Abbaurichtung von der Versatzseite 2 zum Kohlenstoß 3 hin verläuft, zumindest eine Hangendkappe 4, zumindest ein ein- und ausfahrbarer hydraulischer Stempel 5 und zumindest ein Lemniskatengetriebe 6 mit angeschlossener Schwinge 7.

Das Lemniskatengetriebe 6 besitzt zwei Lenker 8 sowie Lemniskatengelenke 9, die bei ebenem Liegenden L, wie in den Figuren, horizontale Gelenkachsen 10 aufweisen. Sie sind über diese Lemniskatengelenke 9 an die Liegendkufe 1 bzw. an die Schwinge 7 angeschlossen. Die Schwinge 7 ist ihrerseits über ein Hangendkappengelenk 11 an die Hangendkappe 4 angeschlossen.

Insbesondere aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 und 3 erkennt man, daß die Lenker 8 des Lemniskatengetriebes 6 in einer Projektion auf das Liegende 4 quer zur Liegendkufe 1 verlaufen und daß die Lemniskatengelenke 9 in Richtung der Liegendkufe 1 weisende Gelenkachsen 10 besitzen. Durch Doppelpfeil wurde in den Fig. 2 bis 4 angedeutet, daß die Hangendkappe 4 zur Strecke Se hin quer zur Liegendkufe 1 vor- und zurückfahrbar ist. Die Schwinge 7 ist beim Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe 4 über eine integrierte Zylinderkolbenanordnung 12 ein- und ausfahrbar und bewirkt dadurch das Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe 4. Die Steuerung des hydraulischen Stempels 5 ist entsprechend eingerichtet.

Im Ausführungsbeispiel ist das Lemniskatengetriebe 6 unmittelbar an die Liegendkufe 1 angeschlossen. Man erkennt in der Fig. 3, daß die Hangendkappe 4 strebseitig über eine Spaltabdichtungseinrichtung 13 an ein benachbartes Ausbaugestell 14 angeschlossen ist, welches als Schreitausbaugestell ausgeführt ist. Insoweit wurden nur die Spaltabdichtungseinrichtung und ein Teil der Hangendkappe dieses benachbarten Schreitausbaugestells 14 gezeichnet. Die Hangendkappe 4 kann zum Kohlenstoß 3 hin geneigt werden. Sie ist im übrigen mit der Liegendkufe 1 über nichtgezeichnete, zusätzliche Schreitausbaugestellaggregate und eine Steuereinrichtung mit den übrigen Schreitausbaugestellen im Streb bewegbar. Über eine Zylinderkolbenanordnung 15, die zwischen Schwinge 7 und Hangendkappe 4 angeordnet und in Fig. 4 angedeutet ist, kann die Hangendkappe 4 des erfindungsgemäßen Ausbaugestells im gesetzten Zustand verstarrt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. In einem Abbaustreb einzusetzendes Ausbaugestell, insbesondere Schreitausbaugestell, für einen steinkohlenbergbaulichen Untertagebetrieb, - mit

    zumindest einer Liegendkufe, die quer zur Abbaurichtung von der Versatzseite zum Kohlenstoß verläuft,

    zumindest einer Hangendkappe,

    zumindest einem ein- und ausfahrbaren hydraulischen Stempel und

    zumindest einem Lemniskatengetriebe mit angeschlossener Schwinge,

    wobei das Lemniskatengetriebe zwei Lenker aufweist sowie mit Lemniskatengelenken, die bei ebenem Liegenden horizontale Gelenkachsen aufweisen, an die Liegendkufe bzw. an die Schwinge angeschlossen ist, die ihrerseits über ein Hangendkappengelenk an die Hangendkappe angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke der Sicherung des Hangenden im Übergangsbereich zwischen Strecke und Streb die Lenker (8) des Lemniskatengetriebes (6) in einer Projektion auf das Liegende (L) quer zur Liegendkufe (1) verlaufen und die Lemniskatengelenke (9) in Richtung der Liegendkufe (1) weisende Gelenkachsen (10) aufweisen,

    daß die Hangendkappe (4) zur Strecke hin und zurück quer zur Liegendkufe (1) vor- und zurückfahrbar ist,

    und daß die Schwinge (7) beim Vor- und Zurückfahren der Hangendkappe (4) über eine integrierte Zylinderkolbenanordnung (12) ein- und ausfahrbar ist.
  2. 2. Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lemniskatengetriebe (6) unmittelbar an die Liegendkufe (1) angeschlossen ist.
  3. 3. Ausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lemniskatengetriebe (6) unter Zwischenschaltung eines Kastens an die Liegendkufe (1) angeschlossen ist.
  4. 4. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hangendkappe (4) strebseitig über eine Spaltabdichtungseinrichtung (13) an ein benachbartes Ausbaugestell (14), insbesondere Schreitausbaugestell, anschließbar ist.
  5. 5. Ausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hangendkappe (4) zum Kohlenstoß (3) hin geneigt oder neigbar angeordnet und mit der Liegendkufe (1) über zusätzliche Schreitausbaugestellaggregate und Steuerungseinrichtungen als Schreitausbaugestell bewegbar ist.






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