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Dokumentenidentifikation DE4212375A1 24.12.1992
Titel Sprengkette
Anmelder EURO-Matsushita Electric Works AG, 8150 Holzkirchen, DE
Erfinder Ritter, Heinz, Dipl.-Phys., 8920 Schongau, DE;
Steinbichler, Wolf, Bad Feilnbach, DE
Vertreter Strehl, P., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing.; Schübel-Hopf, U., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Groening, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 13.04.1992
DE-Aktenzeichen 4212375
Offenlegungstag 24.12.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.12.1992
IPC-Hauptklasse F42D 1/055
IPC-Nebenklasse E21C 41/00   
Zusammenfassung Eine Sprengkette zum Einsatz insbesondere im Bergbau weist eine Vielzahl von Zündstufen Zn auf, deren jede einen Halbleiterschalter Tn und mindestens zwei parallelgeschaltete Zünder Zn1, Zn2, Zn3 mit jeweils zugeordnetem Sprengsatz enthält. Der erste Zünder Zn1 jeder Zündstufe Zn liegt dabei mit dem Halbleiterschalter Tn in Serie, während jeder nächste Zünder Zn2, Zn3 mit einem Widerstand Rn4, Rn4' in Serie liegt und diese Serienschaltung zu dem jeweils vorhergehenden Zünder Zn1, Zn2 parallelgeschaltet ist. Das Durchschalten und Hochohmigwerden des letzten Zünders Zn3 einer Zündstufe Zn macht den Halbleiterschalter Tn + 1 der nächstfolgenden Zündstufe Zn + 1 leitend.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sprengkette mit einer Vielzahl von der Reihe nach anzusteuernden Zündstufen, denen jeweils Sprengsätze zugeordnet sind. Derartige Sprengketten finden insbesondere im Bergbau Anwendung, wobei am Abbaustoß beispielsweise einhundert oder mehr Bohrlöcher angebracht, in jedes ein Sprengsatz mit einem zugehörigen Zünder eingesetzt und die Bohrlöcher mit einem Stopfen verschlossen werden. Um einen wirksamen Abbau zu gewährleisten, kommt es darauf an, daß die Sprengsätze in vorgegebener Reihenfolge nacheinander detonieren, wobei der Zeitabstand zwischen aufeinanderfolgenden Zündungen typischerweise 30 ms beträgt.

Eine Sprengkette mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen ist aus US 40 99 467 bekannt. Jede Zündstufe wird dort von einem Zünder und einem mit diesem in Serie liegenden Thyristor gebildet, wobei die Steuerelektrode des Thyristors mit dem Abgriff eines Spannungsteilers verbunden ist, der den Zünder der jeweils vorhergehenden Stufe der Sprengkette enthält. Wird der vorhergehende Zünder durchgeschaltet, so ändert sich dessen Widerstand von einem zunächst geringen Wert auf praktisch unendlich, wodurch der Thyristor der folgenden Stufe leitend wird. Damit wird die Serienschaltung aus Thyristor und Zünder der folgenden Stufe in den Zustand gebracht, in dem bei Auftreten des nächsten Stromimpulses dieser Zünder durchgeschaltet wird.

Bei der bekannten Sprengkettenschaltung enthält jede Zündstufe den Zünder selbst, den Thyristor, die Spannungsteiler- Widerstände und gegebenenfalls eine Diode zur Vermeidung von fehlerhaften Zündungen oder sonstigen Störeffekten. Alle diese Teile lassen sich so fertigen und anordnen, daß sie mit dem Zünder eine bauliche Einheit bilden und in ein Bohrloch eingesetzt werden können. Bei einer solchen Anordnung sind die Schaltungselemente gegen vorzeitige Beschädigung durch Stöße und umherfliegende Gesteinsbrocken geschützt. Die Verdrahtung besteht dabei aus zwei Versorgungsleitungen, gegebenenfalls einer gemeinsamen Masseleitung, einer von der vorhergehenden Zündstufe ankommenden Steuerleitung und einer zur nachfolgenden Zündstufe führenden Steuerleitung.

Der Erfindung liegt die generelle Aufgabe zugrunde, eine Sprengkette anzugeben, die mit weniger Schaltungselementen und einem geringeren Verdrahtungsaufwand auskommt.

Nach der im Anspruch 1 gekennzeichneten Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß dem Halbleiterschalter jeder Zündstufe mindestens zwei Zünder zugeordnet werden, wobei der in der Zündreihenfolge spätere Zünder mit einem Widerstand in Serie liegt und dieser Serienkreis zu dem jeweils früheren Zünder parallelgeschaltet ist. Der Wert des Widerstandes ist wesentlich größer als der Widerstand eines nicht-durchgeschalteten Zünders und wesentlich kleiner als der eines durchgeschalteten Zünders. Die der Sprengkette zugeführten Impulse sind dabei auf einen Stromwert begrenzt, der zur Durchschaltung jeweils nur eines Zünders ausreicht. Gestaltet man den die Sprengkette speisenden Impulsgenerator so, daß er je nach der Anzahl der zu jedem Halbleiterschalter gehörigen Zünder nacheinander eine entsprechende Anzahl von gleichen Stromimpulsen liefert, so läßt sich erreichen, daß nicht nur die einzelnen Zündstufen sondern auch innerhalb jeder Zündstufe die vorhandenen Zünder der Reihe nach durchgeschaltet werden.

Bei gleicher Gesamtzahl von Zündern in einer Sprengkette läßt sich auf diese Weise die Anzahl der erforderlichen Halbleiterschalter mit den zugehörigen Spannungsteiler-Widerständen und gegebenenfalls zugehörigen Dioden um etwa die Hälfte oder sogar mehr reduzieren. Gleichzeitig wird der Verdrahtungsaufwand verringert, weil für jede mehrere Zünder enthaltende Zündstufe eine Verbindung mit beiden Versorgungsleitungen nur einmal erforderlich ist.

Gestaltungsmöglichkeiten der elektrischen Verdrahtung der Sprengkette sind in den Ansprüchen 2 bis 4 angegeben. Die Schaltungsweise nach Anspruch 3 ist dabei besonders vorteilhaft, weil sie ein Minimum an Leitungsaufwand erfordert.

Die in den Ansprüchen 5 bis 7 gekennzeichnete Ausgestaltung des Impulsgenerators zur Speisung der Sprengkette hat den Vorteil, daß sich dieser unabhängig von der Anzahl der in jeder Zündstufe vorhandenen Zünder verwenden läßt und dabei selbsttätig die jeweils erforderliche Anzahl von Stromimpulsen nacheinander auf derselben Versorgungsleitung liefert. Ein derartiger Impulsgenerator ist also auch zur Ansteuerung herkömmlicher Sprengketten gemäß US 40 99 467 verwendbar, bei der in jeder Zündstufe nur ein Zünder vorhanden ist.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen

Fig. 1 eine Sprengkette, die über insgesamt drei Leitungen mit einem Impulsgenerator verbunden ist,

Fig. 2 eine Sprengkette mit insgesamt zwei impulsführenden Leitungen,

Fig. 3 ein Blockschaltbild für einen Impulsgenerator zur Versorgung einer Sprengkette gemäß Fig. 1, und

Fig. 4 ein Impulsdiagramm zur Veranschaulichung der von Schaltung gemäß Fig. 3 gelieferten Impulse.

Die Sprengkette nach Fig. 1 weist zwei Versorgungsleitungen A und B auf, denen von einem (in Fig. 1 nicht gezeigten) Impulsgenerator Impulse mit einer auf beispielsweise 10 A begrenzten Amplitude zugeführt werden, wobei der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Impulsen beispielsweise 50 ms beträgt. Mit M ist eine gemeinsame Masseleitung bezeichnet.

Von den abwechselnd mit den Versorgungsleitungen A und B verbundenen Zündstufen sind in Fig. 1 nur eine Zündstufe Z1 vollständig dargestellt. Jede dieser Zündstufen enthält in dem dargestellten Beispiel drei einzelne Zünder Z11, Z12, Z13 bzw. Z21 . . Bei einer praktischen Ausführung enthält eine Zündkette beispielsweise 40 Zündstufen mit insgesamt 120 Zündern.

Die Zündstufe Z1 enthält eine zwischen die Versorgungsleitung A und die Masseleitung M eingefügte Serienschaltung aus einem Thyristor T1 und einem ersten Zünder Z11. Parallel zu dem ersten Zünder Z11 liegt ein Serienkreis aus einem Widerstand R14 und einem zweiten Zünder Z12. Parallel zu dem zweiten Zünder Z12 liegt eine Serienschaltung aus einem Widerstand R14&min; und einem dritten Zünder Z13.

Die Steuerelektrode des Thyristors T1 liegt über einen Widerstand R12 (z. B. 390 Ω) am Abgriff eines Spannungsteilers, der aus einem Eingangswiderstand R11 (z. B. 2,2 kΩ) und dem dritten Zünder Z03 der vorhergehenden (nicht vollständig gezeigten) Zündstufe aufgebaut ist. Der Eingangswiderstand R11 liegt mit seiner anderen Klemme an der gleichen Versorgungsleitung A wie die Anode des Thyristors T1. Sämtliche Zünder aller Zündstufen sind mit ihrem anderen Ende an die Masseleitung M angeschlossen. Zwischen die Steuerelektrode und die Kathode des Thyristors T1 ist ferner ein Widerstand R13 (z. B. 68 Ω) eingeschaltet, der dazu dient, die Thyristorsteuerung gegen Störimpulse unempfindlich zu machen.

Die Widerstände R14 und R14&min; haben einen Wert (z. B. 1 . . 2 Ω), der wesentlich größer ist als der Widerstand eines Zünders im nicht-durchgeschalteten Zustand (z. B. 0,1 . . 0,2 Ω) und wesentlich kleiner als der (praktisch unendlich große) Widerstand eines Zünders im durchgeschalteten Zustand.

Die in Fig. 1 gezeigte zweite Zündstufe Z2 ist in ihrem Aufbau mit der Zündstufe Z1 identisch, wobei lediglich der Eingangswiderstand R21 und die Anode des Thyristors T2 mit der anderen Versorgungsleitung B verbunden sind.

Solange beim Betrieb der Zündkette nach Fig. 1 der Zünder Z03 nicht durchgeschaltet worden ist, hat er einen sehr niedrigen Widerstand, so daß die Steuerelektrode des Thyristors T1 im wesentlichen auf dem Potential der Masseleitung M liegt und der Thyristor T1 gesperrt ist. Wird der Zünder Z03 durchgeschaltet, so wird er hochohmig, so daß nun die Steuerelektrode des Thyristors T1 auf ein Potential nahe dem der Versorgungsleitung A gelangt und der Thyristor T1 leitend wird.

Der nächste auf der Versorgungsleitung A auftretende Stromimpuls löst daher den Zünder Z11 der Zündstufe Z1 aus. Eine in dem Impulsgenerator vorhandene (weiter unten näher erläuterte) Steuerung begrenzt die einzelnen Impulse hinsichtlich ihrer Stromamplitude und zeitlichen Dauer derart, daß jeweils nur ein Zünder ausgelöst wird, während die über die Widerstände R14 bzw. R14&min; dazu parallel liegenden weiteren Zünder Z12 bzw. Z13 nicht gleichzeitig ansprechen.

Ist der Zünder Z11 infolge Durchschaltung hochohmig geworden, so löst der nächste auf der Versorgungsleitung A auftretende Stromimpuls den über seinen Widerstand R14 mit der Kathode des Thyristors T1 verbundenen zweiten Zünder Z12 der Zündstufe Z1 aus. Nachdem so auch dieser hochohmig geworden ist, wird durch den dritten auf der Versorgungsleitung A auftretenden Stromimpuls der dritte Zünder Z13 durchgeschaltet, der seinerseits hochohmig wird und nun den Thyristor T2 der nächsten Zündstufe Z2 leitend macht. Die nächsten drei Stromimpulse, die der Impulsgenerator dann der Versorgungsleitung B zuführt, schalten in ähnlicher Weise die drei Zünder Z21 . . der Zündstufe Z2 nacheinander durch.

Die Sprengkettenschaltung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der nach Fig. 1 dadurch, daß sie mit einer Leitung weniger auskommt. Im Gegensatz zu Fig. 1 werden hier Impulsfolgen nacheinander nicht abwechselnd auf zwei verschiedene Versorgungsleitungen A und B gegeben, sondern mit jeweils entgegengesetzter Polarität zwischen den beiden Versorgungsleitungen V1 und V2 zugeführt. Dementsprechend sind die Thyristoren T1 . . . T3 der einzelnen Zündstufen Z1 . . . Z3 mit abwechselnd entgegengesetzter Durchlaßrichtung zwischen die Versorgungsleitungen V1, V2 eingeschaltet.

Die Schaltung nach Fig. 2 ist der Einfachheit halber nur mit je zwei Zündern Z11, Z12; Z21, Z22 . . pro Zündstufe dargestellt, wobei der zweite Zünder Z12; Z22 . . . jeweils wiederum mit einem Widerstand R14 . . . in Serie liegt und dieser Serienkreis zu dem jeweils ersten Zünder Z11 . . . parallel geschaltet ist. Prinzipiell lassen sich auch bei dieser Schaltung mehr als zwei Zünder pro Zündstufe vorsehen.

Auch in Fig. 2 liegt die Steuerelektrode jedes Thyristors T1 . . . am Abgriff eines Spannungsteilers, der vom letzten (zweiten) Zünder Z02 . . . der vorhergehenden Zündstufe Z0 . . . und einem Eingangswiderstand R11 . . . (z. B. 2,2 kΩ) gebildet wird. Zwischen Steuerelektrode und Kathode des Thyristors T1 ist ein Widerstand R13 (z. B. 68 Ω) zur Verhinderung von Störeinflüssen vorgesehen. Zur weiteren Vermeidung von fehlerhaften Zündungen ist zwischen die Steuerelektrode jedes Thyristors T1 . . . und den Abgriff des zugehörigen Spannungsteilers Z02, R11 . . . eine Diode D1 . . . eingeschaltet.

Beim Betrieb der in Fig. 2 gezeigten Sprengkette sei zunächst angenommen, daß die Leitung V1 gegenüber der Leitung V2 positiv ist, so daß die Diode D0 leitet. Beim ersten Impuls entsprechender Polarität schaltet dann der Zünder Z01 und beim anschließenden Impuls gleicher Polarität der Zünder Z02 durch. In dieser Phase sperren die Thyristoren T1, T3, da sie in Sperrichtung liegen. Die Thyristoren T2, T4 sind ebenfalls gesperrt, da ihre Steuerelektroden wegen der noch niederohmigen Zünder Z12, Z32 der jeweils vorhergehenden Stufen Z1, Z3 im wesentlichen auf dem Potential der Thyristorkathoden liegen.

Ist der Zünder Z02 durchgeschaltet und hochohmig geworden, so liegt die Steuerelektrode des Thyristors T1 im wesentlichen auf dem Potential der Thyristoranode. Schaltet nun die Polarität zwischen den Versorgungsleitungen V1 und V2 um, so daß V2 gegenüber V1 positiv wird, so fließt Strom durch den Thyristor T1 und den Zünder Z11, der seinerseits durchschaltet und hochohmig wird. Der nächste Impuls gleicher Polarität fließt über den Widerstand R14 und den zweiten Zünder Z12 der Zündstufe Z1, der nun seinerseits hochohmig wird und den Thyristor T2 der nächsten Zündstufe Z2 für das nächste Zündintervall freigibt.

Der in Fig. 3 gezeigte Impulsgenerator umfaßt eine Stromquelle S, deren eine Klemme über einen Stromregler L (mit einer Strombegrenzung auf 10 A) und die Emitter-Kollektor- Strecken zweier Transistoren T1, T2 mit Ausgangsklemmen A, B und deren andere Klemme über einen Meßwiderstand Rl (z. B. 0,2 Ω) mit einer Ausgangsklemme M verbunden ist. An diese Ausgangsklemmen sind die Versorgungsleitungen A, B und die Masseleitung M einer Sprengkette, beispielsweise der nach Fig. 1, angeschlossen. In Fig. 3 ist die Sprengkette durch die beiden Zünder Z nur symbolisch angedeutet.

An die Stromquelle S ist ein Oszillator Osz angeschlossen, dessen Ausgangs-Taktsignal am Wechseleingang eines Flip- Flops FF liegt. Die beiden Ausgangssignale des Flip-Flops FF steuern abwechselnd die Transistoren T1 und T2 in den leitenden bzw. nicht-leitenden Zustand.

Die an den Ausgangsklemmen A und B auftretenden Spannungen liegen über ein ODER-Glied OR und einen Kondensator C am einen Eingang einer Komparatorstufe K1, deren anderer Eingang über einen Widerstand R2 mit einem Schwellenwert versorgt wird. Überschreitet das der Geschwindigkeit des Spannungsanstiegs auf einer der beiden Versorgungsleitungen A, B entsprechende Signal diesen Schwellenwert, so führt die Komparatorstufe K1 einem Rücksetzeingang des Flip-Flops FF ein Signal zu, das bewirkt, daß das Flip-Flop FF nun beide Transistoren T1, T2 bis zum Eintreffen eines weiteren Taktimpulses des Oszillators Osz sperrt.

Eine zweite Komparatorstufe K2 überwacht den von der Sprengkette gezogenen Strom über den Spannungsabfall am Widerstand R1 und setzt den Oszillator Osz sofort in seinen vorherigen Zustand zurück, falls der gemessene Strom unter einem vorgegebenen Schwellenwert von z. B. 1 A liegt. An den Ausgang des Oszillators ist ein Monoflop MF mit einer Periode von z. B. 1 ms angeschlossen. Änderungen im Strom durch den Meßwiderstand R1, die erst nach Ablauf dieser Zeitspanne von 1 ms auftreten, beeinflussen die Steuerung des Oszillators nicht mehr.

Das Impulsdiagramm nach Fig. 4 zeigt den Spannungsverlauf am Ausgang des Impulsgenerators nach Fig. 3 in dem Fall, daß an diesen eine Sprengkette angeschlossen ist, bei der in jeder Zündstufe zwei Zünder parallelgeschaltet sind und nacheinander zünden.

Der Einfachheit halber sind in Fig. 4 die der Versorgungsleitung A zugeführten Impulse an der Ordinate nach oben und die der Versorgungsleitung B zugeführten Impulse an der Ordinate nach unten aufgetragen. Bei einer Sprengkette gemäß Fig. 1 sind beide Impulse positiv, liegen jedoch auf unterschiedlichen Leitungen. Ist der Impulsgenerator so abgewandelt, daß er zur Ansteuerung einer Sprengkette gemäß Fig. 2 Impulse abwechselnder Polarität zwischen zwei Versorgungsleitungen V1, V2 liefert, so ist das Impulsdiagramm nach Fig. 4 so zu verstehen, daß die nach oben gezeichneten Impulse mit positiver Polarität und die nach unten eingezeichneten Impulse mit negativer Polarität erzeugt werden.

Gemäß Fig. 4 beträgt das Taktintervall des in Fig. 3 mit Osz bezeichneten Oszillators 50 ms. Zum Zeitpunkt 0 werde der Transistor T1 durchgeschaltet, so daß auf der Versorgungsleitung A ein Impuls auftritt, der in der Sprengkette nach Fig. 1 beispielsweise den Zünder Z11 durchschaltet. Das in Fig. 4 eingezeichnete Intervall von 30 ms entspricht der Durchschaltzeit des Zünders Z11.

Am Ende dieses Intervalls ist der Zünder Z11 durchgeschaltet und wird hochohmig, so daß die Spannung schlagartig ansteigt. Dieser Spannungsanstieg überschreitet den Schwellenwert der Komparatorstufe K1 in Fig. 3, so daß nun das Flip- Flop FF beide Transistoren T1, T2 sperrt und keine der Versorgungsleitungen A, B mehr Strom führt. Bei Auftreten des nächsten Oszillator-Taktimpulses zum Zeitpunkt 50 ms kippt das Flip-Flop FF und schaltet nun den Transistor T2 ein, so daß die Versorgungsleitung B gespeist wird. Da jedoch in diesem Zeitpunkt der Thyristor T2 in der Schaltung nach Fig. 1 noch gesperrt ist, fließt kein Strom. Dieser Zustand wird über die Komparatorstufe K2 erfaßt, die nach Ablauf von 1 ms den Oszillator in den vorherigen Zustand umschaltet, der seinerseits das Flip-Flop FF erneut umschaltet, so daß der Transistor T1 wieder eingeschaltet wird.

Auf diese Weise wird nun der über den Thyristor T1 an die Versorgungsleitung A angeschlossene zweite Zünder Z12 beaufschlagt. Wegen des Serienwiderstandes R14 ist die Spannung dieses zweiten Impulses höher als die des ersten Impulses. Nach Überwindung der Durchschaltzeit wird der Zünder Z12 hochohmig, so daß die Spannung wieder abrupt ansteigt, was zum Abschalten beider Transistoren T1, T2 führt.

Zum Zeitpunkt 100 ms erzeugt der Oszillator einen weiteren Taktimpuls, der den Transistor T2 erneut einschaltet. Da angenommen worden ist, daß jede Zündstufe (im Gegensatz zu der Darstellung in Fig. 1) nur zwei parallel geschaltete Zünder aufweist, ist mit Durchschaltung des Zünders Z12 der Zündstufe Z1 der Thyristor T2 der nächsten Zündstufe Z2 leitend geworden, so daß nun der mit der Versorgungsleitung B verbundene erste Zünder Z21 der zweiten Zündstufe Z2 angesteuert wird.

Wie ersichtlich, schickt der Impulsgenerator nach Fig. 3 automatisch jeweils so viele Impulse nacheinander auf dieselbe Versorgungsleitung, wie in jeder Zündstufe der angeschlossenen Sprengkette parallelgeschaltete Zünder enthalten sind. Die Schaltung nach Fig. 3 eignet sich daher ohne Änderung zur Ansteuerung einer Sprengkette mit zwei oder drei parallel geschalteten Zündern pro Zündstufe ebenso wie für herkömmliche Sprengketten, bei der in jeder Zündstufe nur ein Zünder vorhanden ist. In jedem Fall werden die einzelnen Zünder der Reihe nach mit der vom Oszillator vorgegebenen Frequenz (hier 20 Hz) gezündet.


Anspruch[de]
  1. 1. Sprengkette mit einer Vielzahl von der Reihe nach anzusteuernden Zündstufen (Zn) mit jeweils zugeordneten Sprengsätzen, wobei

    jede Zündstufe (Zn) mit dem Ausgangskreis eines Halbleiterschalters (Tn) in Serie liegt,

    diese Serienschaltungen (Tn, Zn) von einem Stromimpulsgenerator angesteuert sind, und

    der Eingangskreis jedes Halbleiterschalters (Tn) durch den Widerstandsanstieg der jeweils vorhergehenden Zündstufe (Zn-1) aktivierbar ist, dadurch gekennzeichnet,

    daß jede Zündstufe (Zn) einen mit dem Halbeiterschalter (Tn) in Serie liegenden ersten Zünder (Zn1) und mindestens einen zu diesem parallel geschalteten Serienkreis aus einem Widerstand (Rn4, Rn4&min;) und einem zweiten Zünder (Zn2, Zn3) aufweist, wobei der Wert des Widerstands (Rn4, Rn4&min;) wesentlich größer ist als der Widerstand eines nicht-durchgeschalteten Zünders und wesentlich kleiner als der eines durchgeschalteten Zünders sowie klein genug, so daß die Steuerspannung des Impulsgenarators zum Durchschalten des zweiten Zünders (Zn2, Zn3) ausreicht, und

    daß die Impulsfolge jeweils eine der Anzahl der in jeder Zündstufe (Zn) enthaltenen Zünder (Zn1, Zn2, Zn3) gleiche Anzahl von nacheinander auf derselben Versorgungsleitung (A, B; V1, V2) auftretenden Stromimpulsen enthält.
  2. 2. Sprengkette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündstufen (Zn) mit einer gemeinsamen Masseleitung (M) und die Halbleiterschalter (Tn) der Reihe nach abwechselnd mit jeweils einer von zwei alternierend gespeisten Versorgungsleitungen (A, B) verbunden sind.
  3. 3. Sprengkette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Serienschaltungen aus jeweils einem Halbleiterschalter (Tn) und einer Zündstufe (Zn) mit abwechselnder Durchlaßrichtung der Halbleiterschalter (Tn) zwischen zwei mit wechselnd entgegengesetzter Polarität gespeiste Versorgungsleitungen (V1, V2) eingeschaltet sind.
  4. 4. Sprengkette nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerelektrode jedes Halbleiterschalters (Tn) mit dem Abgriff eines den letzten Zünder (Zn3; Zn2) der vorhergehenden Zündstufe (Zn) und einen Eingangswiderstand (Rn1) enthaltenden Spannungsteilers verbunden ist.
  5. 5. Sprengkette nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Impulsgenerator mit

    einer Stromquelle (S),

    einer Ausgangsstufe (T1, T2), die aus der Stromquelle (S) abgeleitete Impulse wahlweise jeweils einer der beiden Versorgungsleitungen (A, B; V1, V2) der Sprengkette zuführt,

    einer von einem Oszillator (Osz) abwechselnd umgesteuerten Umschaltstufe (FF), deren Ausgangssignal die Ausgangsstufe (T1, T2) steuert, und

    einer Komparatorstufe (K2), die dann, wenn der von der Sprengkette gezogene Strom während einer vorgegebenen Zeitspanne unterhalb eines Schwellenwertes liegt, der Umschaltstufe (FF) einen Umsteuerimpuls zuführt.
  6. 6. Sprengkette nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vorgegebene Zeitspanne wesentlich kürzer ist als die Durchschaltzeit eines Zünders, und daß der Strom-Schwellenwert wesentlich kleiner ist als der durch einen nicht durchgeschalteten Zünder fließende Strom.
  7. 7. Sprengkette nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Impulsgenerator eine weitere Komparatorstufe (K1) enthält, die dann, wenn die Anstiegsgeschwindigkeit der an den Versorgungsleitungen (A, B; V1, V2) liegenden Spannung einen Schwellenwert überschreitet, die Umschaltstufe (FF) bis zu ihrer nächsten Ansteuerung durch den Oszillator (Osz) in einen Zustand schaltet, in dem sie beide Versorgungsleitungen (A, B; V1, V2) von der Stromquelle (S) abschaltet.






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