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Dokumentenidentifikation DE4121911A1 07.01.1993
Titel Traubenernte-Maschine
Anmelder Gutgsell, Bernd, 7814 Breisach, DE
Erfinder Gutgsell, Bernd, 7814 Breisach, DE
DE-Anmeldedatum 03.07.1991
DE-Aktenzeichen 4121911
Offenlegungstag 07.01.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.01.1993
IPC-Hauptklasse A01D 46/28
IPC-Nebenklasse A01D 46/00   
Zusammenfassung Im Weinbau wird die Traubenernte auch heute noch größtenteils durch mühevolle und schwere Handarbeit getätigt.
Ziel der Erfindung ist es, Erleichterung der schweren Hand- und Transportarbeit, qualitative Auslese auf technischer Basis, schnelleres Ernten, geringer Bodendruck sowie ein tiefer Maschinenschwerpunkt zu erreichen.
Die Aufgabe wurde durch eine Maschine gelöst, die von einem Traktor mit Sammelbehälter durch die Reihen gezogen und angetrieben wird. Die Maschine wird von zwei lenkbaren Räderpaaren getragen. In einer Kombination von Hand- und Maschinenarbeit schneiden die links und rechts der Maschine und in Traubenhöhe sitzenden Personen das Erntegut ab und legen es in die Rutschen. Das hinter Rutschen und Sitzen in Bodennähe angeordnete Förderband nimmt die von den Rutschen kommenden Trauben auf und fördert sie über den Bandanstieg in den Sammelbehälter. Am Bandanstieg ist ein weiterer Behälter mit Sitzplatz zur Auslese angebracht. Sitze und Rutschen können auf verschiedene Arbeitsbreiten eingestellt werden. Die Maschine erlaubt insbesondere ein Durchfahren engerer Zeilen. Die Erntemaschine ist aufgrund ihrer Abmessungen in fast allen Weinbaubetrieben einsetzbar.

Beschreibung[de]

Die im folgenden beschriebene Erfindung bezieht sich auf ein fahrbares Gerät zum Ernten von Weintrauben, das von einem Traktor mit anhängendem Gestell und aufstehendem Sammelbehälter gezogen und angetrieben wird.

Es ist bekannt, daß auf dem arbeitsintensiven Gebiet der Traubenernte verschiedene Geräte entwickelt wurden. Beim Vollernter Offenlegungsschrift PS 29 47 429 platzen durch die Rüttelbewegung des Schlagwerks in der Traubenzone die Trauben auf und das Erntegut wird erheblich beschädigt (Oxidation). Außerdem vermag er Reifes und Unreifes nicht zu trennen und er läßt eine vom Qualitätsweinbau gewünschte Trennung in Vorlese und Hauptlese bzw. Auslese nicht zu. Auch hat das Schlagwerk auf den Drahtrahmen einen ungünstigen Einfluß. Insbesondere bei Nässe ist zusätzlich der Bodendruck der schweren Maschine erheblich.

Bei der Traubenernte-Maschine Offenlegungsschrift DE 31 01 746 A1 ist zwar eine bequemere und mehr qualitätsorientiertere Traubenlese möglich, Breite und Gewicht sind jedoch nicht unerheblich, da sich Erntepersonal und Sammelbehälter auf einem Gerät von nur zwei Räder getragen befinden. Die Fahrmöglichkeit in schon engeren Zeilen ist begrenzt. Insbesondere bei Seitenhang kann es zum Abgleiten kommen. Ist der Sammelbehälter vorzeitig gefüllt, muß mit dem gesamten Gerät heraus und wieder hineingefahren werden (Zeitverlust durch mangelnde Rückfahrmöglichkeit: Die ganze Zeilenlänge muß nochmal durchfahren werden).

Meiner Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und in der Kombination von Hand- und Maschinenarbeit ein optimaleres Ernten hinsichtlich Qualität, Auslese, Quantität und Bodenschonung als bisher durchzuführen.

Die gestellte Aufgabe wurde durch eine Maschine gelöst, die von einem Traktor mit Anbauschlitten und daraufstehendem Sammelbehälter (Bottich) durch die jeweils links und rechts von den Traubenstöcken begrenzten Zeilen gezogen wird. Die Maschine ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Förderband mit waagrechtem und steigendem Teil auf einem in Bodennähe angeordneten Tragrahmen befestigt ist und jeweils in Rück- und Frontseite von einem lenkbaren Räderpaar insgesamt getragen wird. Am Ende des waagrechten Teils der Zugmaschine zugekehrten Seite beginnt im Winkel von 45 Grad der Bandanstieg, dem im weiteren Verlauf ein Sammelbehälter mit Sitzplatz zur weiteren Auslese zugeordnet ist. Am waagrechten Teil des Förderbandes sind in Höhe der Trauben links und/oder rechts Sitze angeordnet, dazwischen in gleicher Höhe, zum Förderband abfallende Rutschen, die ein bequemes Ablegen der Trauben in die selben durch das Erntepersonal ermöglichen. Das Traubengut gleitet über die Rutschen kommend, zum Förderband hin ab und fällt nach Überwindung des Bandanstieges kontinuierlich in einen nicht näher bezeichneten Sammelbehälter.

Das Transportband wird ölhydraulisch vom Traktor angetrieben, wodurch nicht nur lautloses Arbeiten, sondern auch ein kontinuierliches Anpassen der Bandgeschwindigkeit an die anfallende Traubenmenge, bzw. bei Verlangsamung ein gutes Auslesen derselben vom Transportband ermöglicht wird.

Der Sammelbehälter ist nicht Gegenstand der Erfindung aber seit geraumer Zeit ein unentbehrlicher Bestandteil beim schnellen Transport des Erntegutes (Handlese) innerhalb und außerhalb des Weinberges.

Ist der Sammelbehälter vorzeitig gefüllt - insbesondere vor Zeilenende - wird Traktor und Behälter der Erntemaschine abgekoppelt und zum Entladen ausgefahren, danach wieder in kurzer Zeit rückwärtig angekoppelt.

Bei dem erfindungsgemäßen Erntegerät werden immer die in Greifnähe der Maschine sich links und rechts befindenden Traubenstöcke vollständig abgeerntet. Das bringt folgenden Vorteil:

Bequemes und insgesamt schnelleres Ernten. Der Weinstock wird in einem Arbeitsgang abgeerntet, es muß nur jede zweite Reihe befahren werden. Gegenseitige Verletzungsgefahr - üblich durch Rebscheren - ist ausgeschlossen. Es besteht keine mechanische Beanspruchung der Traubenstöcke und des Drahtrahmens durch Schlag- und Rüttelbewegung mehr. Der symmetrische Zug vom Traktor auf die Maschine wird durch die beiden lenkbaren Räderpaare noch wesentlich verbessert, wodurch bei hängendem Gelände, Seitenhang und nassem Boden ein sehr gutes Ein-, Aus- und Durchfahren der Reihen im Gegensatz zu ähnlichen oder asymmetrischen Geräten (tiefer Maschinenschwerpunkt) gestattet wird.

Ein weiterer wichtiger Vorteil der genannten Erfindung besteht darin, daß Sitze mit zugeordneten Rutschen unterschiedlichen Reihenabständen und Bedürfnissen des Erntepersonals (breiter-enger, höher-tiefer) angepaßt werden können. Die lenkbaren Räderpaare garantieren ihm ein genaues Befahren der Zeilenmitte und eine optimale Arbeitseinstellung von Personal und Gerät gegenüber dem Weinstock. Durch die auf gleicher Höhe angeordneten Personensitze ist jede Traubenposition erreichbar. Entblätterte Trauzone (Forderung von qualitäts- und umweltschonendem Weinbau) erhöht die Arbeitsleistung.

Die Abmessung der Maschine gestattet insbesonders ein Durchfahren von Normalerziehung mit unterschiedlichen Zeilenbreiten.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Fig. 1 zeigt die Traubenernte-Maschine in der Draufsicht;

Fig. 2 in einer Seitenansicht zu Fig. 1.

Die fahrbare Anlage nach Fig. 1 besteht aus dem Traktor 1 mit Sammelbehälter und der Maschine 2, die zwischen den Zeilen 3 und 4 hindurchfahren. Die erfindungsgemäße Maschine selbst besteht aus dem fahrbaren Gestell 5, auf dem das Förderband 6 mit beweglichen Rutschen 7 und Sitze 8 für das Erntepersonal montiert sind. Die gesamte Maschine wird von den beiden lenkbaren Räderpaaren 9a, 9b getragen.

Fig. 2 zeigt die Seitenansicht der Maschine mit dem Tragrahmen 5, dem Förderband 6, das die Trauben kontinuierlich über den Bandanstieg in den Sammelbehälter fördert. Rutschen 7 und Sitze 8 sind in gleicher Höhe angeordnet. Schwenkzylinder 11 lenkt Räderpaar 9a, 9b wird vom Schwenkhebel 10 gelenkt. Sitz 13 mit Behälter 12 ermöglichen eine weitere Auslese.

Das Erntepersonal auf den Sitzen 8 legt die in üblicher Weise abgeschnittenen Trauben in die Rutschen 7. Von dort gelangt das Traubengut in einem abfallenden Winkel direkt auf das Förderband 6, über den Bandanstieg in einen nicht näher erläuterten Sammelbehälter. Bei Auslese wird am Bandanstieg eine kleinerer Sammelbehälter mit zusätzlichem Sitzplatz angebracht. Zum Entleeren kann der Behälter manuell oder maschinell abgehoben werden.

Förderband und Schwenkzylinder werden ölhydraulisch vom Traktor angetrieben.


Anspruch[de]
  1. 1. Traubenernte-Maschine, dadurch gekennzeichnet, daß in Fahrtrichtung gesehen ein Förderband mit waagrechtem und steigendem Teil auf einem in Bodennähe angeordneten Tragrahmen befestigt, jeweils in Rück- und Frontseite von einem lenkbaren Räderpaar insgesamt getragen und hydraulisch angetrieben ist.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am, waagrechten Bandteil in Fahrtrichtung gesehen bis in Traubenhöhe links und/oder rechts, seitlich versetzt, jeweils Personensitze (z. B. 3) mit beigeordneten Rutschen zum Ablegen des Traubenguts angeordnet sind.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 1-2, dadurch gekennzeichnet, daß Sitze und Rutschen jeweils einzeln vom zentralen Befestigungspunkt nach rechts und/oder links, höher und/oder tiefer mechanisch verfahrbar sind.
  4. 4. Maschine nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bandlänge des waagrechten Teils durch die auf jeder Seite (z. B. dreifach) angeordneten Rutschen und Personensitze einerseits und die Bandbreite andererseits eingegrenzt ist.
  5. 5. Maschine nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderband in Richtung Zugmaschine am Ende des waagrechten Teils in den Bandanstieg übergeht, und im halben rechten Winkel bis über einen Sammelbehälter ansteigt und am Bandanstieg ein weiterer Sammelbehälter mit Personensitz angebracht ist.
  6. 6. Maschine nach Anspruch 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Rad lenkbar gelagert ist, daß das Räderpaar an der Rückseite der Maschine durch einen Lenkhebel manuell und das Räderpaar an der Frontseite durch eine Deichsel lenkbar am Anhängepunkt eines hydraulischen Schwenkzylinders angekoppelt ist, welcher seinerseits mit dem Anbauschlitten der Zugmaschine verbunden ist.






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