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Wechselgerüst für Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen - Dokument DE4122107A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4122107A1 07.01.1993
Titel Wechselgerüst für Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen
Anmelder SMS Schloemann-Siemag AG, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Benz, Willi, 4040 Neuss, DE
Vertreter Hemmerich, F., 4000 Düsseldorf; Müller, G., Dipl.-Ing.; Große, D., 5900 Siegen; Pollmeier, F., Dipl.-Ing., 4000 Düsseldorf; Mey, K., Dipl.-Ing.Dr.-Ing.Dipl.Wirtsch.-Ing., 5020 Frechen; Valentin, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5900 Siegen
DE-Anmeldedatum 04.07.1991
DE-Aktenzeichen 4122107
Offenlegungstag 07.01.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.01.1993
IPC-Hauptklasse B21B 31/08
Zusammenfassung Bei einem Walzgerüst für Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen, insbesondere für Draht, Stabstahl oder Profile, bestehend aus in der Walzlinie angeordneten Vertikal- und Horizontalwechselgerüsten, mit im Walzgerüst beidseitig gelagerten Walzen bzw. kalibrierten Walzringen als Arbeitswalzen wird vorgeschlagen, daß das Walzgerüst 1 für jede Arbeitswalze 3, 4 einen Einzelantrieb 12, 13 aufweist, der an gegenüberliegenden Seiten am Gerüstrahmen 5, 6 angeordnet ist, wobei die Achsen 14, 15 der Antriebswellen 16, 17 in einer gemeinsamen Ebene (Antriebsebene 18) fluchten, und daß das Walzgerüst 1 gegenüber dieser Antriebsebene 18 gekippt ist und auf einem Gerüstsockel 23 drehbar angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst für Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen, insbesondere für Draht, Stabstahl oder Profile, bestehend aus in der Walzlinie angeordneten Vertikal- und Horizontal-Wechselgerüsten, mit im Walzgerüst beidseitig gelagerten Walzen bzw. kalibrierten Walzringen als Arbeitswalzen.

Die modernen Walzgerüste in Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen sowie die maschinentechnischen Einrichtungen zwischen den Gerüsten müssen so konstruiert sein, daß sie die besten Voraussetzungen für Walzprodukte mit engen Maßtoleranzen und einwandfreier Oberfläche bieten. Die Gerüste sind teilweise oder durchgehend horizontal/vertikal (HV) angeordnet. Diese Anordnung ermöglicht ein schonendes, drallfreies Walzen und trägt erheblich zum Erreichen enger Toleranzen bei. Robuste Konstruktion aller Bauteile und geringer Verschleiß der beweglichen Maschinenelemente sorgen für zuverlässiges Funktionieren im Dauerbetrieb und haben eine große Bedeutung für die Betriebssicherheit der Walzwerke. Um eine hohe Verfügbarkeit der Walzstraße garantieren zu können und um eine hohe Durchsatzleistung und Produktausbringen einzuhalten, sind in einigen Walzstraßen Schnellwechseleinrichtungen für den Austausch der Gerüste aus der Walzlinie vorgesehen, um die Umrüstzeiten und die Stillstandszeiten der Walzstraße auf ein Minimum zu reduzieren. Gute Zugänglichkeit und vereinfachte Wartung der einzelnen maschinellen Einrichtungen und der Gerüste ist hierzu eine der Voraussetzungen.

Die Walzstraße besteht in der Regel aus einer Vorstraße und Zwischenstraße und einer sich daran anschließenden Fertigstraße. Die Gerüste in der Vorstraße und Zwischenstraße sind häufig mit Einzelantrieben ausgerüstet. Untersetzungsgetriebe und Kammwalzen sind platzsparend in einem Gehäuse untergebracht. Der Antrieb erfolgt über Gelenkspindeln, die von einem außenstehenden Motor angetrieben werden. Bei höheren Ansprüchen werden vielfach schon die letzten Gerüste der Zwischenstraße in HV-Anordnung ausgeführt. Bei höchsten Ansprüchen sowie bei schwer umformbaren Qualitäten wird ein Drallen des Walzgutes dadurch vermieden, daß die gesamte Zwischenstraße mit einer HV-Gerüstanordnung versehen wird. Der Austausch der kompletten Gerüste in der Zwischenstraße und Fertigstraße erfolgt über seitlich verschiebbare Wechselwagen oder mit einem Kran. Vor dem Wechsel stehen die neuen Gerüste auf Wechselwagen bereit. Die alten Gerüste werden ausgefahren; dann erfolgt ein seitliches Verfahren der Wechselwagen. Anschließend werden die neuen Gerüste in die Walzlinie eingefahren. Es erfolgt der Umbau der alten Gerüste auf den Wechselwagen oder in der Werkstatt.

Aus der europäischen Patentanmeldung mit der Veröffentlichungs-Nr. 01 63 104 ist ein Walzgerüst bekannt, bei dem lediglich die Walzringe ausgetauscht werden können, ohne daß es einer Versetzung oder Demontage des gesamten Walzgerüstes bedarf. Hierzu ist der den Antriebselementen der Walzen abgewandte Walzenständer mit den von dem Tragwellenpaar abgezogenen Lagern walzenaxial von dem anderen Walzenständer auf einem Räderpaar weg bewegbar, wobei das Tragwellenpaar in der dabei entstehenden einseitigen Kragstellung in dem anderen Walzenständer festlegbar ist. Mit dieser Ausbildung eines Walzgerüstes wird erreicht, daß nur die Walzringe gewechselt werden, während der wesentliche Teil des Walzgerüstes, insbesondere das Tragwellenpaar, in seiner Stellung zur Walzlinie, d. h. auch in der jeweiligen Anstellposition verbleibt und die Kupplung der Tragwellen mit den Antriebselementen ebenfalls nicht gelöst werden muß. Hierdurch kann der Walzenwechsel noch schneller vorgenommen werden und die Verfügbarkeit und die Durchsatzleistung der gesamten Walzstraße kann erhöht werden. Eine weitere Verkürzung des Walzenwechsels wird durch einen Tragwagen für den beweglichen Walzenständer erreicht, der auf den Tragrollen verschiebbar ist und auf einer bedienungsseitig vor dem Walzgerüst angeordneten Drehscheibe positionierbar ist. Auf der Drehscheibe ist auch ein anderer Walzenständer mit neuen Walzenringen angeordnet, der durch Drehen der Scheibe dem Walzgerüst in die entsprechende Ausbau- bzw. Einbauposition zugeführt wird.

Aus dem europäischen Patent mit der Veröffentlichungsnummer 02 41 508 ist ein Drahtwalzgerüst bekannt, bei welchem zum schnelleren Walzenwechsel und um die Walzgeschwindigkeit zu erhöhen, die beiden die Walzringe tragenden Wellen jeweils in einem individuellen Gehäuse drehbar gelagert sind, das eine Getriebeanordnung enthält, deren Ausgangselement mit der im Gehäuse gelagerten Welle drehfest verbunden ist. Das Eingangselement ist mit einer Antriebswelle drehfest verbunden, die in das Gehäuse eintritt, wobei die Gehäuse zur Einstellung des Walzspaltes um die Achse der entsprechenden Eingangs-Antriebswellen schwenkbar sind. Die beiden Getriebegehäuse sind auf einem gemeinsamen Rahmen angeordnet und stehen in der verschwenkten Position in einem solchen Abstand zueinander, daß die Walzringe von den Tragwellen schnell abgezogen werden können und durch neue Ringe ersetzt werden können.

Bei diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein neues konstruktives Konzept für Wechselgerüste in Feinstahl- und/oder Mittelstahlwalzstraßen zu schaffen, welches weitergehende Anordnungs- und Verwendungsmöglichkeiten der Wechselgerüste in der Walzstraße eröffnet, so daß mit möglichst baugleichen Gerüsten kompakter Bauart und Antriebsart alle Kombinationen von HV-Anordnungen in der Gerüststaffel hintereinander möglich sind und eine schnelle Umstellung auf große und kleine Gerüstgrößen durchgeführt werden kann. Diese Aufgabe wird mit dem Patentanspruch 1 der Erfindung gelöst, wobei die Patentansprüche 2 bis 7 weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind.

Nach Anspruch 1 zeichnet sich das Walzgerüst der eingangs genannten Gattung dadurch aus, daß das Walzgerüst für jede Arbeitswalze einen Einzelantrieb aufweist, der an gegenüberliegenden Seiten am Gerüstrahmen angeordnet ist, wobei die Achsen der Antriebswellen in einer gemeinsamen Ebene fluchten, und daß das Walzgerüst gegenüber dieser Antriebsebene gekippt ist und auf einem Gerüstsockel drehbar angeordnet ist. Der Vorteil dieser Maßnahme besteht darin, daß jedes Gerüst an jeder Stelle innerhalb der Walzstraße als Horizontal- bzw. Vertikalgerüst eingesetzt werden kann, wodurch alle Kombinationen von HV-Anordnungen hintereinander möglich sind. Die gewohnte Bedienungs- und Antriebsseite bleibt dabei erhalten. Die Rollgänge vor und hinter den Walzgerüsten können wie üblich vorgesehen und ausgelegt werden. Wegen der Einzelantriebe der Walzen ergeben sich u. a. geringere Dimensionierungen für die Antriebsteile, ein geringerer Walzenverschleiß, kleinere Antriebsmotoren, die als Serienmotoren bestellt werden können, sowie kleinere Getriebe, die als billige Bestellteile eingesetzt werden können, weil das aufwendige Kammwalzengetriebe einschließlich diverser Kupplungen entfällt.

Große und kleine Gerüstgrößen, z. B. bei der Edelstahlwalzung können eingesetzt werden, ohne daß sich Gelenkwellennaben bzw. Getriebe behindern, wie dies bspw. bei einseitigen Antrieben vorkommt, wenn unterschiedliche Gerüstgrößen eingesetzt werden sollen.

Wesentlicher Vorteil ist u. a., daß die Horizontal- und Vertikalgerüste in der Bauart gleich sind und deshalb standardisiert werden können.

In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Antriebsebene der Einzelantriebe in der Ebene der Walzlinie liegt, daß das Walzgerüst gegenüber diesen Ebenen um 45 Winkelgrade gekippt ist und daß das Walzgerüst senkrecht zur Ebene der Walzlinie bzw. der Antriebsebene um die Hochachse des Gerüstsockels um 180 Winkelgrade verdrehbar ist, wobei die Fundamentebene des senkrecht aufstehenden Gerüstsockels parallel zur Ebene der Walzlinie bzw. der Antriebsebene verläuft. Die in herkömmlichen Walzstraßen und in herkömmlichen Horizontal- und Vertikal-Gerüsten bekanntermaßen gewalzten Querschnittsformen (oval/rund) bleiben vorteilhafterweise unverändert erhalten.

Nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das Walzgerüst gegenüber der Antriebsebene um 45 Winkelgrade gekippt ist, aber senkrecht zur Ebene der Walzlinie steht, daß das Walzgerüst rechtwinklig zur Antriebsebene um die Hochachse des Gerüstsockels um 180 Winkelgrade drehbar ist und daß die Drehebene des Gerüstsockels mit der Ebene der Walzlinie einen Winkel von 45° einschließt. Diese Anordnung des Wechselgerüstes läßt die bisher bekannte Lage der Querschnittsformen (oval/rund) des Walzgutes zu, wie sie in herkömmlichen HV-Walzstraßen entsteht. Dies wird im wesentlichen dadurch erreicht, daß die Hochachse des Gerüstsockels, auf dem das Walzgerüst steht, in einem Winkel von 45° zur Ebene der Walzlinie steht.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß jede Antriebswelle Teil eines am Gerüstrahmen angeflanschten Außengetriebes mit Drehmomentenstütze ist, welches als Kegelradaufsteckgetriebe ausgebildet ist, wobei dessen Antriebswelle und die mit der jeweiligen Arbeitswalze verbundene Abtriebswelle in einem Winkel von 45° stehen. Durch die Aufsteckgetriebe, die mit dem Walzgerüst mitgeliefert werden, können vorteilhafterweise kleinere und schwächere Gelenkwellen als Antriebswellen vorgesehen werden. Die Außengetriebe sind geringer belastet, können deshalb kleiner ausgeführt werden und es können auch kleinere Antriebsmotoren eingesetzt werden.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Arbeitswalzen im Walzgerüst radial zueinander anstellbar sind und daß das Walzgerüst einschließlich der an sich bekannten Walzenanstellung und der Walzarmaturen auf dem Gerüstsockel drehbar ist. Mit Vorteil ist bei dieser Gerüstkonstruktion eine Exzenteranstellung für die doppelt gelagerten Walzen in dem Gerüstrahmen vorgesehen. Dies erlaubt eine kompakte Bauweise des Gerüsts. Soll die Anstellung der Walzen in dem Walzgerüst unter Last erfolgen, so kann dies mit hydrostatischer Schmierung zwischen Exzenterbüchse und Walzenständerbohrung bewerkstelligt werden. Da auch die Walzenarmaturen an dem Walzgerüst angeschlagen bleiben, wenn das Gerüst auf dem Gerüstsockel gedreht wird, ist das schnelle Wechseln des gesamten Gerüstes wirtschaftlich und es läßt sich, wie zuvor gesagt, eine Vielzahl von Kombinationen von HV-Gerüstanordnungen in der Walzstraße erzielen.

In Fortbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß sämtliche Anschlußleitungen für solche den Arbeitswalzen zuzuführenden Schmier- und/oder Kühlmittel durch den Gerüstsockel geführt sind. Dies ist eine besonders vorteilhafte Lösung, um die Anschlußleitungen vor Beschädigung und sonstigen Einflüssen zu schützen und gleichzeitig einen schnellen Anschluß herzustellen.

Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswellen der Aufsteckgetriebe mittels Schnellwechselverbindung, vorzugsweise mit einer hydraulischen Nabenschnellwechselverbindung mit der Gelenkwelle einer antreibenden Motor-Getriebe-Anordnung, insbesondere mit einem Schaltgetriebe kuppelbar sind. Durch diese Maßnahme ist der Gerüstwechsel von einer H-Anordnung in eine V-Anordnung infolge der Nabenwechseleinrichtung sehr schnell möglich und kann bspw. mit einem Einzelkran in kürzester Zeit eventuell sogar automatisch durchgeführt werden. Schließlich ist von besonderem Vorteil, daß das Gerüst eine Doppellagerung der Arbeitswalzen aufweist. Die Doppellagerung der Walzen im Gerüst ist gegenüber einer fliegend gelagerten Walze wegen der größeren Steifigkeit walztechnisch besser, da die Kräfte gleichmäßiger in den Gerüstrahmen eingeleitet werden. Die Lager der Walzen und somit die Walzendurchmesser fallen kleiner aus, wodurch das Antriebsmoment sinkt und der Preis des Gerüstes insgesamt geringer wird.

Die Erfindung wird anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 das Walzgerüst in einer gegenüber der Antriebsebene um 45° gekippten Stellung,

Fig. 2 das Walzgerüst nach Fig. 1 in einer um 180° gedrehten Stellung,

Fig. 3 das Walzgerüst nach Fig. 1 in einer zur Ebene der Walzlinie rechtwinkligen Stellung,

Fig. 4 das Walzgerüst nach Fig. 3 in einer um 180° gedrehten Stellung.

Fig. 1 zeigt ein Walzgerüst 1 für Feinstahl- und/oder Mittelstahl- Walzstraßen, mit dem insbesondere Draht, Stabstahl oder Profile ausgewalzt werden. Die Walzstraßen bestehen aus in der Walzlinie 2 abwechselnd angeordneten Vertikal- und Horizontalwechselgerüsten, mit im vorliegenden Fall im Walzgerüst 1 beidseitig gelagerten Walzen bzw. kalibrierten Walzringen als Arbeitswalzen 3, 4. Eine Walzstraße mit Wechselgerüsten in HV-Anordnung wird als bekannt vorausgesetzt und ist deshalb nicht näher dargestellt worden.

Die kalibrierten Arbeitswalzen 3, 4 sind beidseitig in einem Gerüstrahmen 5, 6 gelagert. Die Walzenlager sind in außenverzahnten Exzenterbüchsen 11 gehalten, welche von schematisch und dargestellten Paaren von Zahnrädern 7 verstellt werden können, so daß eine Anstellung der kalibrierten Arbeitswalzen radial zueinander ermöglicht wird; nachfolgend Arbeitswalzenanstellung 8 genannt. Die Zahnräder 7 sind in beiden Gerüstrahmen 5, 6 angeordnet. Sie sind über eine Kupplungswelle 9 miteinander verbunden und bspw. von einem Handrad 10 drehbar. Das Drehen des Zahnradpaares 7 bewirkt wie gesagt auch ein Drehen der Exzenterbüchsen 11, wodurch eine radiale Verstellung der Arbeitswalzen zueinander bewirkt wird. An dem Walzgerüst sind auf der Einlaufseite und auf der Auslaufseite in Höhe der Walzlinie Walzarmaturen zur Führung des Walzgutes angeordnet; diese Walzarmaturen können in Anpassung an das verschiedene Walzgut unterschiedlich ausgestaltet sein und sind deshalb nicht näher dargestellt worden.

Das Walzgerüst 1 weist für jede Arbeitswalze, d. h. für die Arbeitswalze 3 und für die Arbeitswalze 4 einen Einzelantrieb 12, 13 auf, der an gegenüberliegenden Seiten angeordnet ist und zwar der Einzelantrieb 12 am Gerüstrahmen 6 und der Einzelantrieb 13 am Gerüstrahmen 5. Die Achsen 14, 15 der Antriebswellen 16, 17 der Einzelantriebe fluchten in einer gemeinsamen Antriebsebene 18. Jede Antriebswelle 16, 17 ist Teil eines am Gerüstrahmen 5, 6 angeflanschten Außengetriebes, das mit einer Drehmomentenstütze (nicht dargestellt) an dem jeweiligen Gerüstrahmen abgestützt ist. Das Außengetriebe ist als Kegelradaufsteckgetriebe ausgebildet, wobei dessen Antriebswelle 16, 17 und die mit der jeweiligen Arbeitswalze 3, 4 verbundene Abtriebswelle 19, 20 in einem Winkel von 45° stehen.

Die Antriebsebene 18 der Einzelantriebe 12, 13 liegt in der Walzebene 21 und das Walzgerüst 1 - genauer gesagt die Mittellinie 35 des Gerüsts - ist gegenüber diesen beiden Ebenen, d. h. sowohl gegenüber der Antriebsebene 18 als auch gegenüber der Walzebene 21 um 45 Winkelgrade gekippt. Das Walzgerüst 1 ist auf einem auf der Fundamentebene 22 senkrecht aufstehenden Gerüstsockel 23 angeordnet und in der Ebene 32 drehbar. Die Drehebene 32 des Gerüstsockels verläuft parallel zur Antriebsebene 18. Sämtliche Anschlußleitungen für solche den Arbeitswalzen 3, 4 zuzuführenden Schmier- und/oder Kühlmittel, bspw. die Schmiermittelleitung 24 bzw. die Kühlmittelleitung 25 sind durch den Gerüstsockel 23 geführt.

Soll das Gerüst 1 auf dem Gerüstsockel 23 von der in Fig. 1 dargestellten Position um 180 Winkelgrade in die in Fig. 2 dargestellte Position gedreht werden, werden die Antriebswellen 16, 17 der Aufsteckgetriebe 12, 13 mittels einer hydraulischen Nabenschnellwechselverbindung 26, 27 von der Gelenkwelle 28, 29 eines nicht näher dargestellten Antriebs, bestehend aus Motor und Getriebe, insbesondere von dessen Schaltgetriebe, entkoppelt. Dann erfolgt das Drehen des Gerüstes um die Hochachse 31 des Gerüstsockels um 180° in die in Fig. 2 dargestellte gekippte Stellung des Gerüsts und in dieser Position erfolgt das Ankoppeln an die antreibenden Gelenkwellen 28, 29. Hierdurch kann jedes Gerüst an jeder Stelle innerhalb der Walzstraße als Horizontal- bzw. Vertikalgerüst eingesetzt werden, wodurch alle Kombinationen von HV-Anordnungen mit ein und demselben Gerüst möglich sind. Die HV-Anordnung bezieht sich hier definitionsgemäß auf eine solche Anordnung, bei der die Achsen 33, 34 der Arbeitswalzen des Wechselgerüsts gemäß Fig. 1 nach einer 180°-Drehung des gekippten Gerüsts rechtwinklig zu ihrer ursprünglichen Lage stehen, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist.

Fig. 3 zeigt das Walzgerüst mit einer ähnlichen Bauart entsprechend der Beschreibung zu Fig. 1 und Fig. 2. Erkennbar ist der Gerüstsockel 23 auf einem Maschinengestell 30 derart befestigt, daß dessen Hochachse 31 in einem Winkel von 45° zur Fundamentebene 22 steht. Das Walzgerüst 1 ist gegenüber der Antriebsebene 18 um 45 Winkelgrade gekippt, steht aber senkrecht zur Walzebene 21. Das Walzgerüst ist um die Hochachse 31 des Gerüstsockels 23 in dessen Drehebene 32 drehbar. Nach einem Entkoppeln der Antriebswellen 16, 17 von den Gelenkwellen 28, 29 kann ein Drehen des Gerüsts auf dem Gerüstsockel um 180 Winkelgrade in eine Position erfolgen, die in Fig. 4 dargestellt ist. Fig. 3 und Fig. 4 lassen noch deutlicher werden, daß mit dem beanspruchten Gerüst und seiner drehbaren Anordnung auf dem Gerüstsockel in kürzester Wechselzeit jede beliebige HV-Anordnung in der Walzstraße erzielbar ist.

Bezugszeichenübersicht

1 Walzgerüst

2 Walzlinie

3, 4 kalibrierte Arbeitswalzen

5, 6 Gerüstrahmen

7 Zahnrad

8 Arbeitswalzenanstellung

9 Kupplungswelle

10 Handrad

11 Exzenterbüchse

12, 13 Einzelantrieb, Außengetriebe, Aufsteckgetriebe

14, 15 Achsen

16, 17 Antriebswellen

18 Antriebsebene

19, 20 Antriebswelle

21 Walzebene

22 Fundamentebene

23 Gerüstsockel

24 Schmiermittelleitung

25 Kühlmittelleitung

26, 27 hydraulische Nabenschnellwechselverbindung

28, 29 Gelenkwellen

30 Maschinengestell

31 Hochachse des Gerüstsockels

32 Drehebene

33, 34 Achse der Arbeitswalze

35 Gerüstmittellinie


Anspruch[de]
  1. 1. Walzgerüst für Feinstahl- und/oder Mittelstahl-Walzstraßen, insbesondere für Draht, Stabstahl oder Profile, bestehend aus in der Walzlinie angeordneten Vertikal- und Horizontalwechselgerüsten, mit im Walzgerüst beidseitig gelagerten Walzen bzw. kalibrierten Walzringen als Arbeitswalzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Walzgerüst (1) für jede Arbeitswalze (3, 4) einen Einzelantrieb (12, 13) aufweist, der an gegenüberliegenden Seiten am Gerüstrahmen (5, 6) angeordnet ist, wobei die Achsen (14, 15) der Antriebswellen (16, 17) in einer gemeinsamen Ebene (18) fluchten, und daß das Walzgerüst (1) gegenüber dieser Antriebsebene (18) gekippt ist und auf einem Gerüstsockel (23) drehbar angeordnet ist.
  2. 2. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsebene (18) der Einzelantriebe (12, 13) in der Ebene (21) der Walzlinie (2) liegt, daß das Walzgerüst (1) gegenüber diesen Ebenen (18, 21) um 45 Winkelgrade gekippt ist und daß das Walzgerüst (1) senkrecht zur Ebene (21) der Walzlinie bzw. der Antriebsebene (18) um die Hochachse (31) des Gerüstsockels (23) um 180 Winkelgrade drehbar ist, wobei die Fundamentebene (22) des senkrecht aufstehenden Gerüstsockels (23) parallel zur Ebene (21) der Walzlinie bzw. der Antriebsebene (18) verläuft (Fig. 1; Fig. 2).
  3. 3. Walzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Walzgerüst (1) gegenüber der Antriebsebene (18) um 45 Winkelgrade gekippt ist, aber senkrecht zur Ebene (21) der Walzlinie steht, daß das Walzgerüst (1) rechtwinklig zur Antriebsebene (18) um die Hochachse (31) des Gerüstsockels (23) um 180 Winkelgrade drehbar ist und daß die Drehebene (32) des Gerüstsockels (23) mit der Ebene (21) der Walzlinie einen Winkel von 45° einschließt (Fig. 3; Fig. 4).
  4. 4. Walzgerüst nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Antriebswelle (16, 17) Teil eines am Gerüstrahmen (5, 6) angeflanschten Außengetriebes (12, 13) mit Drehmomentenstütze ist, welches als Kegelradaufsteckgetriebe ausgebildet ist, wobei dessen Antriebswelle (16, 17) und die mit der jeweiligen Arbeitswalze (3, 4) verbundene Abtriebswelle (19, 20) in einem Winkel von 45° stehen.
  5. 5. Walzgerüst nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitswalzen (3, 4) im Walzgerüst (1) radial zueinander anstellbar sind und daß das Walzgerüst (1) einschließlich der an sich bekannten Walzenanstellung (8) und der Walzenarmaturen auf dem Gerüstsockel (23) drehbar ist.
  6. 6. Walzgerüst nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Anschlußleitungen (24, 25) für solche den Arbeitswalzen (3, 4) zuzuführenden Schmier- und/oder Kühlmittel durch den Gerüstsockel (23) geführt sind.
  7. 7. Walzgerüst nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswellen (16, 17) der Aufsteckgetriebe (12, 13) mittels Schnellwechselverbindung, vorzugsweise mit einer hydraulischen Nabenschnellwechselverbindung (26, 27) mit der Gelenkwelle (28, 29) einer antreibenden Motor-Getriebe-Anordnung, insbesondere mit einem Schaltgetriebe, kuppelbar sind.






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