PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3686544T2 28.01.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0220617
Titel Flockige gefärbte Pigmente.
Anmelder Merck Patent GmbH, 6100 Darmstadt, DE
Erfinder Noguchi, Tamio, Sanchome Iwaki-shi Fukushima-ken, JP;
Watanabe, Takaji, Ohmiya-shi Saitama-ken, JP
DE-Aktenzeichen 3686544
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, FR, GB, IT, LI, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.10.1986
EP-Aktenzeichen 861143303
EP-Offenlegungsdatum 06.05.1987
EP date of grant 26.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.01.1993
IPC-Hauptklasse C09B 63/00
IPC-Nebenklasse C09B 67/22   C09B 67/02   C09C 3/08   C09C 3/06   A61K 7/021   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft schuppenförinige Farbpigmente, wobei die Oberfläche eines schuppenförmigen Substrats mit einem feinteiligen Farbpigment belegt ist.

Es ist bekannt, daß ein Farbpigment im Verlauf seiner Herstellung aus äußerst feinen Teilchen, Primärteilchen genannt, besteht. Diese Teilchen besitzen eine sehr hohe Oberflächenenergie, wodurch sie einen instabilen Zustand darstellen und dazu neigen, sich zu gröberen Teilchen zusammenzuballen. Bei Verwendung eines derartigen Pigments werden die zusammengeballten, groben Piginentteilchen mechanisch in Primärteilchen zerkleinert, um die farbbildenden Eigenschaften zu erhöhen, und die zerkleinerten Pigmentteilchen werden an der Oberfläche chemisch behandelt, damit die einzelnen Pigmentteilchen in einem stabil dispergierten Zustand gehalten werden können. Das auf diese Weise leicht benetz- und dispergierbar gemachte Pigment kommt dann zum Einsatz. Wird jedoch das wie oben beschrieben behandelte Pigment lange sich in einem Lösungsmittel stehen gelassen, so neigen die Pigmentteilchen in dem Lösungsmittel dazu, sich wieder zusammenzuballen, wodurch unter Umständen die farbbildenden Eigenschaften des Pigments in Mitleidenschaft gezogen werden.

In der US-A-3647492 sind Pigmente auf Basis eines perlglänzenden Substrats beschrieben, an dessen Oberfläche Teilchen eines "fein zerteilten" Pigments mittels eines Klebebindemittels gebunden sind. Ein Zusammenkleben der getrockneten modifizierten Pigmente wird in Kauf genommen, wobei eventuell im getrockneten modifizierten Pigment vorhandene Agglomerate sich leicht durch Zerdrücken oder Vermahlen wieder auseinanderbrechen lassen.

Nun wurde jedoch gefunden, daß sich die Primärteilchen eines Farbpigments unter fester Haftung und ohne zusammenzuballen auf der Oberfläche eines schuppenförmigen Substrats abscheiden lassen, wodurch schuppenförmige Pigmente entstehen, die sich auf der Haut zufriedenstellend verteilen lassen und ausreichend darauf haften sowie gute Färbungseigenschaften aufweisen, insbesondere sehr gute Farbsättigung, und deren Lichtundurchlässigkeit gegen Witterungsverhältnisse, Wärme und Lösungsmittel stabil ist.

Gegenstand der Erfindung sind somit schuppenförmige Farbpigmente aus einem schuppenförmigen Substrat mit einer Breite und Länge von etwa 1 - 30 um und einer Dicke von etwa 0,1 - 1 um, dessen Oberfläche mit einem feinteiligen Farbpigment belegt ist, das gegebenenfalls mit Hilfe einer Sandmühle, Kugelmühle oder Walze zerkleinert wurde, wobei das feinteiligen Farbpigment durch Verwendung einer hochmolekularen organischen Verbindung als Bindemittel gleichmäßig auf dem schuppenförmigen Substrat haftet.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung schuppenförmiger Farbpigmente, dadurch gekennzeichnet, daß man ein schuppenförmiges Substrat in einer Dispersion oder Lösung eines feinteiligen Farbpigments, das gegebenenfalls mit einer Sandmühle, Kugelmühle oder Walze behandelt wurde, aufschlämmt, daß man die gebildete Suspension mit einer Lösung einer hochmolekularen organischen Verbindung vermischt, und daß man die hochmolekulare organische Verbindung und das Farbpigment auf das schuppenförmige Substrat auffällt.

Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung dieser schuppenförmigen Farbpigmente in der Kosmetik.

Gemäß der vorliegenden Erfindung können sowohl organische als auch anorganische Farbpigmente auf schuppenförmigen Substraten abgeschieden werden.

Als konkrete in der Erfindung zu verwendende Beispiele für schuppenförmige Substrate können Talkum, Kaolin und Wismutoxychlorid sowie verschiedene Arten von Glimmer wie gewöhnlicher Glimmer und Sericit, die bisher als Rohmaterialien für Gesichtspuder und ähnliche andere Kosmetikartikel verwendet worden sind, erwähnt werden. Synthetische Perlglanzpigmente, die durch Beschichtung von Glimmer mit Eisenoxid und Titandioxid erhalten wurden, lassen sich ebenfalls verwenden. In der Regel werden diese Substrate in Form von Teilchen mit einer Breite und Länge von etwa 1 - 30, insbesondere etwa 4 - 25 um, und einer Dicke von etwa 0,1 - 1 um eingesetzt.

Als hochmolekulare organische Verbindungen zur Haftung des Farbpigments auf dem schuppenförmigen Substrat lassen sich z.B. Polyethylenglykole, Polypropylenglykole, Polyvinylpyrrolidone, Polyvinylalkohole, Polyacrylate, Polyethylen, Zellulosen sowie deren zur Verwendung als Rohmaterialien für kosmetische Zubereitungen annehmbare Derivate einsetzen.

In der Regel lassen sich Verbindungen mit einem Molekulargewicht von etwa 500 bis etwa 160.000 einsetzen, wobei jene mit Molekulargewichten von etwa 3000 bis etwa 50.000 bevorzugt sind. Diese Bindemittel werden im allgemeinen in einer Menge von etwa 0,1 bis etwa 10 Gew. -%, insbesondere in einer Menge von etwa 1 bis etwa 7 Gew. -% bezüglich des fertigen schuppenförmigen Farbpigments eingesetzt.

In der Regel besteht das Verfahren zur Beschichtung des schuppenförmigen Substrats mit dem Farbpigment aus den folgenden Schritten:

(1) Entweder dispergiert man das Farbpigment in fein zerteiltem Zustand mit Hilfe z.B. einer Sandmühle, Kugelmühle oder Walze in einer Lösung einer hochmolekularen organischen Verbindung in heißem Wasser und/oder einem Alkohol oder löst es in einem geeigneten Lösungsmittel und vermischt es mit einer Lösung einer hochmolekularen organischen Verbindung in Wasser und/oder einem Alkohol.

(2) Man schlämmt das schuppenförmige Substrat in einer Lösung einer hochmolekularen organischen Verbindung in Wasser oder in einem Alkohol auf.

(3) Man vermischt die Suspension oder Lösung aus (1) mit der Suspension aus (2), wodurch es zur Fällung der hochmolekularen organischen Verbindung und des Farbpigments auf dem schuppenförmigen Substrat kommt, und trennt den gefällten Feststoff von der Suspension ab und trocknet ihn.

Zu den geeigneten Lösungsmitteln für die hochmolekulare organische Verbindung zählen Wasser und Alkohole, insbesondere Ethanol, sowie deren Mischungen. Bei Verwendung von Wasser als Lösungsmittel verwendet man als hochmolekulare organische Verbindung vorzugsweise Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 1000 bis etwa 10.000, Polypropylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 1000 bis etwa 6000, Polyvinylalkohol mit einem Molekulargewicht von etwa 10.000 bis etwa 100.000 oder Polyvinylpyrrolidon mit einem Molekulargewicht von etwa 10.000 bis etwa 40.000.

Im Falle von anorganischen Pigmenten, mit denen das schuppenförmige Substrat beschichtet werden soll, wozu z.B. Eisenblau, Ultramarinblau, Pigmente des Eisenoxidtyps, Titandioxid, Zinkoxid, Chromoxid, Kobaltblau und Kobaltgrün zählen, bezieht sich obiger Schritt (1) stets auf die Bildung einer Suspension des Farbpigments in der Lösung der hochmolekularen organischen Verbindung.

Bei den organischen Pigmenten handelt es sich jedoch im allgemeinen um basische Verbindungen mit Gruppen des Azo- oder Hydrazontyps als farbgebende Gruppen in deren Molekülstruktur, die daher zur Salzbildung mit einer sauer reagierenden Substanz fähig sind. So reagiert Kupferphthalocyanin unter Salzbildung mit Schwefelsäure. Dieses Sulfat löst sich in hochkonzentrierter Schwefelsäure. Liegt die Konzentration der Schwefelsäure jedoch lediglich in der Größenordnung von 80-65%, so löst sich das Sulfat nicht auf, sondern verbleibt in der Schwefelsäure in Form einer Aufschlämmung. Wird das Phthalocyaninpigment in der obengenannten Form einer Säurepaste in eine große Menge Wasser gegossen, so erhält man feine Pigmentteilchen.

Andere Möglichkeiten zur Herstellung einer Lösung organischer Pigmente sind u.a. das Auflösen des Pigments in einem eine Lewis-Säure enthaltenden Lösungsmittel oder in einem polaren organischen Lösungsmittel. Als Lösungsmittel zur Auflösung oder Dispergierung des organischen Farbpigments in Form einer Aufschlämmung kommen z.B. konzentrierte Schwefelsäure, Lewis-Säuren wie z.B. Lösungen von Aluminiumchlorid und Eisenchlorid in Alkoholen, sowie polare organische Lösungsmittel wie Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid und Tetrahydrofuran zum Einsatz.

Als organische Pigmente, die sich in dieser Erfindung wirkungsvoll einsetzen lassen, kommen z.B. organische Pigmente des Chinacridon-, kondensierten Azo-, Dioxazin-, Isoindolinon-, Verküpungs- und Phthalocyanintyps in Frage. Zur Verwendung in Kosmetikartikeln haben sich folgende Pigmente als wünschenswert erwiesen:

Rote Farbe: Nr. 3, Nr. 104, Nr. 106, Nr. 202, Nr. 204, Nr. 207, Nr. 213, Nr. 223, Nr. 226 und Nr. 401.

Gelbe Farbe: Nr. 4, Nr. 5, Nr. 203, Nr. 205 und Nr. 403.

Blaue Farbe: Nr. 202, Nr. 203, Nr. 1 und Nr. 404.

Grüne Farbe: Nr. 3 und Nr. 201.

Orange Farbe: Nr. 301, Nr. 203 und Nr. 205.

Violette Farbe: Nr. 401.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird die Haftung praktisch jeder gewünschte Mengen an Farbpigment auf dem schuppenförmigen Substrat ermöglicht, so daß man in dieser Weise schuppenförmige Pigmente mit den verschiedensten Farbeffekten herstellen kann. In der Regel kommen etwa 0,5 bis etwa 30 Gew.-% und insbesondere etwa 1 bis etwa 20 Gew.-% bezüglich des Gesamtpigmentgewichts zum Einsatz.

Die erhaltenen Pigmente sind von besonderem Nutzen in der Kosmetik. Die schuppenförmigen Pigmente besitzen einen kräftigen Farbton, weisen zufriedenstellende Haftung auf der Haut auf, sind darauf leicht zu verteilen und verhindern, daß das organische oder anorganische Farbpigment mit der Haut in direkte Berührung kommt. Somit mindert sich das eventuell von dem Farbpigment auf der Haut verursachte ungleiche Gefühl. Weiterhin wurde gefunden, daß bei Verbindungen wie Eisenblau und Ultramarinblau, die geringe Wärmestabilität besitzen, feste Haftung auf dem schuppenförmigen Substrat bei Temperaturen von nicht höher als 200 ºC erzielt werden kann.

Beispiel 1:

Man löste 7,2 g Polyethyienglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 6000 in 143 g Wasser unter Erhitzen. Zu der erhaltenen Lösung gab man 14 ml Ethanol und 71,5 g Ultramarinblau, die man mit Hilfe einer Sandmühle feinzerteilte und dispergierte.

Die so erhaltene Suspension gab man zu einer Lösung von 28 ml Ethanol in 576 g Wasser. Getrennt erfolgte die Aufschlämmung von 500 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um in einer durch Zugabe von 5,7 g Polyethylenglykol in 140 g Wasser zu 2500 g Wasser erhaltenen Lösung. Diese Suspension versetzte man unter ständigem Rühren mit der obengenannten Pigmentsuspension mit einer Rate von 3 ml/min. Den sich in der entstehenden Mischung abscheidenden Feststoff filtrierte man ab und trocknete ihn bei einer Temperatur von 110º bis 140ºC. In dieser Weise erhielt man ein blaues schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 2:

Man löste 1 g Polyvinylalkohol in 200 g Wasser unter Erhitzen. In der erhaltenen Lösung feinzerteilte und dispergierte man 50 g Ultramarinblau mit Hilfe einer Sandmühle.

Die so erhaltene Suspension versetzte man unter ständigem Rühren mit einer Lösung von 1,0 g Polethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 8500 in 100 g Wasser.

Getrennt stellte man eine Aufschlämmung durch Zugabe von 400 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um zu einer Lösung von 4 g Polyethylenglykol in 2000 g Wasser her. Diese Suspension versetzte man mit der obengenannten Ultramarinblaususpension mit einer Rate von 4 bis 6 ml/min. Die entstehende Mischung filtrierte man, und den dadurch abgetrennten Feststoff trocknete man im nicht mit Wasser gewaschenen Zustand bei einer Temperatur im Bereich von 110º bis 140ºC. In dieser Weise erhielt man ein blaues schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 3:

Man löste 5 g Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 6000 in 50 g Wasser unter Erhitzen. In der erhaltenen Lösung feinzerteilte und dispergierte man 10 g Eisenblau mit Hilfe einer Sandmühle.

Die Suspension versetzte man mit einer durch Zugabe von 3 g Polethylenglykol zu 300 g Wasser unter Erhitzen erhaltenen Lösung.

Getrennt stellte man eine Aufschlämmung von 190 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um in einer Lösung von 3 g Polyethylenglykol in 1500 g Wasser her. Die erhaltene Suspension versetzte man unter ständigem Rühren mit der obengenannten Pigmentsuspension mit einer Rate von 3 ml/min. Die entstehende Mischung filtrierte man, und den abgetrennten Feststoff trocknete man bei einer Temperatur von 100º bis 120ºC. In dieser Weise erhielt man ein blaues schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 4:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Glimmers Talkum als schuppenförmiges Substrat einsetzte.

Beispiel 5:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiel 3 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Glimmers Talkum als schuppenförmiges Substrat einsetzte.

Beispiel 6:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Ultramarinblaus rotes Oxid als Pigment einsetzte.

Beispiel 7:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Ultramarinblaus gelbes Eisenoxid als Pigment einsetzte.

Beispiel 8:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Ultramarinblaus Chromoxid als Pigment einsetzte.

Beispiel 9:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Glimmers ein durch Abscheidung von Titandioxid auf Glimmer erhaltenes Perlglanzpigment als schuppenförmiges Substrat einsetzte.

Beispiel 10:

Man stellte ein Pigment gemäß dem Verfahren des Beispiels 1 her, mit dem Unterschied, daß man anstelle des Polyethylenglykols Polyvinylpyrrolidon mit einem Molekulargewicht von etwa 18.000 einsetzte.

Die elektronenmikroskopische Untersuchung der in den vorhergehenden Anwendungsbeispielen erhaltenen Pigmente ergab, daß sie jeweils fest auf einem schuppenförmigen Substrat abgeschiedene feine anorganische Pigmentteilchen aufwiesen. Bei Verwendung des mit einem anorganischen Pigment belegten schuppenförmigen Substrats in Kosmetikartikeln wie Rouge und Lidschatten zeigt es hervorragende Verteilungseigenschaften und Hafteigenschaften auf der Haut.

Beispiel 11:

2,5 g Phthalocyaninblau löste man in 52 g konzentrierter Schwefelsäure. Diese Lösung gab man zur Herstellung einer schwefelsauren Phthalocyaninaufschlämmung nach und nach zu 500 g einer wäßrigen 60 gew.%igen Schwefelsäurelösung. Mit der entstandenen Lösung vermischte man innig 150 g mit Titandioxid (etwa 50Gew.-%) beschichteten Glimmer. Man vermischte die Suspension gut mit einer Lösung von 10 g Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 8500 in 2,5 Liter heißem Wasser bei 50º bis 60ºC und rührte die entstandene Mischung bei der gleichen Temperatur weitere 20 Minuten. Die so hergestellte Mischung ließ man auf Zimmertemperatur abkühlen, filtrierte und wusch den so getrennten Feststoff mit Wasser. Man trocknete bei einer Temperatur im Bereich von 120º bis 140ºC. Auf diese Weise erhielt man ein blauglänzendes Pigment.

Beispiel 12:

Eine Dispersion aus 0,3 g in einer Lösung von 3,0 g wasserfreiem Aluminiumchlorid in 30 g Ethanol dispergiertem Phthalocyaninblau und eine Suspension aus 15 g mit Titandioxid (etwa 50Gew.-%) beschichtetem Glimmer, dispergiert in einer Lösung aus 3 g Polyethylenglykol in 50 g Ethanol, wurden kräftig vermischt. Die entstandene Mischung dispergierte man in einer Lösung von 5 g Polyethylenglykol in 500 ml heißem Wasser und rührte 5 Minuten lang um. Die entstandene Dispersion ließ man auf Zimmertemperatur abkühlen, und filtrierte und wusch den entstandenen Feststoff mit Wasser. Man trocknete bei einer Temperatur von 120º bis 140ºC, wobei inan ein blauglänzendes Pigment erhielt.

Bei unabhängigem Vermischen der in Beispiel 11 und Beispiel 12 erhaltenen Pigmente in einem Zweiphasensystem aus Toluol-Wasser und ruhigem Stehenlassen gingen diese in die Toluolphase (organische Phase) über. Aus diesem Versuch geht hervor, daß die Pigmente aufgrund der Haftung der organischen Pigmente auf dem Titandioxid-Glimmer-Verbund hydrophobisch sind.

Die elektronenmikroskopische Untersuchung ergab, daß das wie oben beschrieben hergestellte Pigment auf einem schuppenförmigen Substrat abgeschiedene feine organische Pigmentteilchen aufwies.

Beispiel 13:

0,2 g Helindon Pink löste man in 20 g Dimethylformamid unter Erhitzen. Die entstandene Lösung durchmischte man gut mit einer Suspension von 10 g Glimmer in 50 g Ethanol. Die so erhaltene Suspension trug man in eine Lösung von 4 g Polethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 8500 in 200 g heißem Wasser ein. Anschließend filtrierte man die erhaltene Mischung und wusch den abgetrennten Feststoff mit Wasser und trocknete bei einer Temperatur von 110º bis 140ºC, wobei man ein rotes schuppenförmiges Pigment erhielt.

Beispiel 14:

3,0 g Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 6000 löste man in 130 g Wasser unter Erhitzen. Zu der Lösung gab man 14 ml Ethanol und 25 g Helindon Pink und knetete die Mischung in einer Sandmühle, um das Pigment zu dispergieren. Die entstandene Suspension versetzte man unter ständigem Rühren mit einer Lösung von 1,0 g Polyethylenglykol in 189 g Wasser sowie 1,5 g Ethanol.

Getrennt stellte man eine Aufschlämmung durch Zugabe von 500 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um zu einer Lösung von 5,5 g Polyethylenglykol in 2500 g Wasser sowie 80 g Ethanol her. Diese Suspension versetzte man mit der obengenannten organischen Pigmentsuspension mit einer Rate von 6 bis 7 ml/min. Anschließend filtrierte man die entstehende Mischung und trocknete den abgetrennten Feststoff im nicht mit Wasser gewaschenen Zustand bei einer Temperatur von 110º bis 140ºC. In dieser Weise erhielt man ein rotes schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 15:

Ein gelbes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 14 unter Verwendung von Hanza Yellow anstelle von Helindon Pink.

Beispiel 16:

Ein blaues schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 14 unter Verwendung von Phthalocyaninblau anstelle von Helindon Pink.

Beispiel 17:

Ein rotes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 14 unter Verwendung von Glimmer mit etwa 17Gew. -% darauf abgeschiedenem Eisenoxid anstelle von Glimmer.

Beispiel 18:

Ein gelbes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 15 unter Verwendung von Glimmer mit etwa 11Gew. -% darauf abgeschiedenem gelbem Eisenoxid anstelle von Glimmer.

Beispiel 19:

Ein rotes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 14 unter Verwendung von Red Nr. 202 anstelle von Helindon Pink.

Beispiel 20:

3 g Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von etwa 20.000 löste man in 60 g Wasser. Zur Dispergierung vermischte man die Lösung mit 5 g Hanza Yellow in einer Sandmühle.

Getrennt dispergierte man 100 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um in einer Lösung von 3 g Polyethylenglykol in 300 ml Wasser. Die durch Erhitzen bei 15º bis 50ºC gehaltene Suspension versetzte man mit der obengenannten organischen Pigmentsuspension. Man filtrierte die entstehende Mischung und trocknete den abgetrennten Feststoff bei 110º bis 140ºC. In dieser Weise erhielt man ein gelbes schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 21:

Ein gelbes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 20 unter Verwendung von Talkum mit einer Teilchengröße von nicht mehr als 20 um anstelle von Glimmer.

Beispiel 22:

0,30 g Polyvinylalkohol (#500 mit einem Molekulargewicht von etwa 27.000) und 3,0 g Polyethylenglykol mit einem Molekulargewicht von 6000 löste man in 150 g Wasser unter Erhitzen. Man versetzte die Lösung mit 10 g Helindon Pink und durchmischte in einer Sandmühle zwecks Dispergierung. Getrennt stellte man durch Zugabe von 200 g Glimmer der Teilchengröße 1 bis 15 um zu einer Lösung von 2,5 g Polyethylenglykol in 1300 g Wasser eine Suspension her. Die Suspension versetzte man unter ständigem Rühren mit der obengenannten organischen Pigmentsuspension.

Man filtrierte den sich in der entstehenden Mischung abscheidenden Feststoff ab und trocknete bei 105º bis 140ºC. In dieser Weise erhielt man ein rotes schuppenförmiges Pigment.

Beispiel 23:

Ein rotes schuppenförmiges Pigment erhielt man gemäß dem Verfahren des Beispiels 22 unter Verwendung von Polyvinylpyrrolidon anstelle von Polyvinylalkohol.

Die elektronenmikroskopische Untersuchung der in den vorhergehenden Beispiele erhaltenen Pigmente ergab, daß sie jeweils fest auf einem schuppenförmigen Substrat abgeschiedene feine organische Pigmentteilchen aufwiesen.

Bei Verwendung des mit einem organischen Pigment wie oben beschrieben belegten schuppenförmigen Substrats in Kosmetikartikeln wie Rouge und Lidschatten zeigt es hervorragende Verteilungseigenschaften und Hafteigenschaften auf der Haut.


Anspruch[de]

1. Schuppenförmige Farbpigmente aus einem schuppenförmigen Substrat mit einer Breite und Länge von etwa 1 - 30 um und einer Dicke von etwa 0,1 - 1 um, dessen Oberfläche mit einem feinteiligen Farbpigment belegt ist, das gegebenenfalls mit Hilfe einer Sandmühle, Kugelmühle oder Walze zerkleinert wurde, wobei das feinteilige Farbpigment durch Verwendung einer hochmolekularen organischen Verbindung als Bindemittel gleichmäßig auf dem schuppenförmigen Substrat haftet.

2. Schuppenförmiges Pigment nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das schuppenförmige Pigment etwa 0,5 bis etwa 30Gew.-% des Farbpigments und etwa 0,1 bis etwa 10Gew.-% des Bindemittels enthält.

3. Verfahren zur Herstellung schuppenförmiger Farbpigmente, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Schuppenförmiges Substrat in einer Dispersion oder Lösung eines feinteiligen Farbpigments, das gegebenenfalls in einer Sandmühle, Kugelmühle oder Walze behandelt wurde, aufschlämmt, daß man die gebildete Suspension mit einer Lösung einer hochmolekularen organischen Verbindung vermischt, und daß man die hochmolekulare organische Verbindung und das Farbpigment auf das schuppenförmige Substrat auffällt.

4. Verwendung der schuppenförmigen Farbpigmente nach Anspruch 1 in der Kosmetik.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com