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Dokumentenidentifikation DE3586455T2 04.02.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0184904
Titel Verfahren und Zusammensetzung zur Reinigung und/oder Desinfektion.
Anmelder The Diversey Corp., Mississauga, Ontario, CA
Erfinder Corby, Michael Peter, Ravenshead Nottinghamshire, GB
Vertreter Reinhard, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Skuhra, U., Dipl.-Ing.; Weise, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Aktenzeichen 3586455
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, FR, GB, IT, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 08.11.1985
EP-Aktenzeichen 853081313
EP-Offenlegungsdatum 18.06.1986
EP date of grant 05.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.02.1993
IPC-Hauptklasse A01N 59/26
IPC-Nebenklasse A01N 59/00   A01N 59/12   A01N 59/08   A01N 59/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung und/oder Desinfektion und eine Zusammensetzung zur Verwendung in diesem Verfahren; insbesondere betrifft die Erfindung die Reinigung und/oder Desinfektion von Milch- und Nahrungsmittelgegenständen, z.B. die übliche Reinigung von Leitungen, Vorratsbehältern, Füllmaschinen und Verarbeitungsvorrichtungen in Molkereien und die übliche Desinfektion von Flächen und Maschinen in der Nahrungsmittelindustrie, insbesondere die "Vor Ort Reinigung" von Milchmaschinen.

Aus der US-A-4,131,556 ist die Herstellung von Bromkomplexen nicht-ionischer Detergenzien bekannt, während in der US-A- 2,826,528 Halogenid-Polyalkylacryl-Zusammensetzungen und in der US-A-2,868,686 Iodbromidkomplexe mit oberflächenaktiven Mitteln beschrieben sind. Die GB-A-1,301,861 betrifft mikrobizide Komplexe von Alkylaminsalzen, nicht-ionischen oberflächenaktiven Mitteln und Halogenen.

Die Erfindung kann zur Reinigung und/oder Desinfektion von Vorrichtungen des Verarbeitungs-und Flüssigmilchtyps auf Bauernhöfen und in gewerblichen Molkereien verwendet werden. Beispiele für derartige Vorrichtungen sind Melkmaschinen, Sammelbehälter zum Transport von Milch in größeren Mengen, Vorratsbehälter für Milch, Milchmesser, Rohrleitungen im allgemeinen, Flaschen- und Karton-Füllmaschinen, Maschinen zur Herstellung von Butter, Anlagen zur Herstellung von Joghurt und Maschinen zur Herstellung von Käse. Im allgemeinen müssen derartige Vorrichtungen heiß, d.h. bei Temperaturen von 60 - 85ºC, gereinigt werden. Durch die vorliegende Erfindung werden Mittel bereitgestellt, mit welchen derartige Vorrichtungen gereinigt und desinfiziert oder zumindest nach der Reinigung desinfiziert werden, wobei dies bei Raumtemperatur durchgeführt werden kann. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können als Reinigungs- und Desinfektionslösungen oder als saure Desinfektionsmittel für sich genommen verwendet werden.

Um die Erfindung weiter zu veranschaulichen, wird diese im folgenden am Beispiel von Vorrichtungen in der Milchwirtschaft beschrieben. Die Erfindung ist jedoch nicht hierauf beschränkt.

Gemäß dem Stand der Technik ist es allgemein üblich, beispielsweise Rohrleitungen und Behälter, die mit Milch in Kontakt waren, mit Lösungen aus Natriumhydroxid und/oder Potasche mit Natriumhypochlorit, Sequestrierungsmitteln und Benetzungsmitteln zur reinigen. Im allgemeinen müssen derartige Lösungen heiß, d.h. bei Temperaturen von 60 - 85ºC, verwendet werden, und diese Lösungen weisen einen gefährlich hohen pH von 11 - 14 auf.

In diesem Anwendungsbereich ist es wichtig, daß die erreichten Ergebnisse sowohl sichtbar als auch mikrobiologisch annehmbar sind.

Weiterhin ist in diesem Zusammenhang die öffentliche Sicherheit zu berücksichtigen, und in Großbritannien ist weiterhin den Milch- und Molkereibestimmungen aus dem Jahre 1959 Genüge zu leisten. Bevor ein neues System angewendet wird, muß dieses unter Aufsicht des MAFF (Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Nahrungsmittel) gebilligt werden. Insbesondere wird für neue Systeme der sogenannte Lisabonner Röhrchentest verlangt, wobei bei einer Kaltreinigung eine gebrauchsfertige Formulierung und eine zweidrittel-starke Lösung jeweils bei 5ºC die Bakterien auf der Innenseite der mit Milch verunreinigten Röhrchen verringern muß, und zwar entweder genauso gut oder besser als Standardlösungen von Natriumhypochlorit/Natriumcarbonat bei 44ºC. In diesem Zusammenhang wird auf FIL IDF 44:1967 zur weiteren Unterrichtung hingewiesen. Bis heute konnte kein kommerziell erhältliches Kalt-Reinigungssystem diesen 5ºC-Test bestehen.

Erfindungsgemäß wurde ein neues System gefunden, welches nicht nur dem offiziellen Lissabonner Röhrchentest genügt, sondern ebenfalls eine annehmbare, sichtbare Reinigungswirkung ergibt. Weiterhin ist das neue System sauer, und Probleme mit hartem Wasser und Milchstein werden vermieden. Insbesondere wichtig ist, daß das erfindungsgemäße System bei Umgebungstemperatur verwendbar ist. Beispielsweise wäre es in einem Melkraum routinemäßig notwendig, nach mehreren erfindungsgemäßen Kaltreinigungen eine Reinigung mit Heißlauge durchzuführen. Beispielsweise könnte die reguläre Reinigung unter Verwendung des erfindungsgemäßen Systems sechsmal durchgeführt werden, und die anschließende siebte Reinigung würde dann eine herkömmliche Heißreinigung sein. Das erfindungsgemäße System weist den Vorteil auf, daß auf dieser Basis bis zu etwa 86 % der bisher notwendigen Energie zum Erhitzen der Reinigungslösungen für einen Melkraum eingespart werden können, wobei gleichwertige mikrobiologische Ergebnisse erzielbar sind. In Abhängigkeit von den Erfordernissen können regelmäßige Heißreinigungen weniger häufig durchgeführt werden. Es ist möglich, daß der Benutzer durch die Vorteile, die ihm das erfindungsgemäße System bietet, eine Heißreinigung nur einmal pro Woche oder sogar nur einmal pro Monat durchführen muß, wobei dies wiederum von den einzelnen Erfordernissen abhängt. Dies würde für den Benutzer zu finanziellen Einsparungen führen, ganz abgesehen von der Bequemlichkeit. In einigen Fällen können die Vorteile der Erfindung durch einen vorgeschalteten Reinigungschritt vergrößert werden. Insbesonders vorteilhafte Ergebnisse können bei Verwendung einer sogenannten Vorspülung, insbesondere einer Detergens-Vorspülung, erzielt werden. In einigen Fällen ist sogar ein synergistischer Effekt zwischen dem Vorspülungs- und Detergens-Zyklus feststellbar. Für diese Zwecke geeignete lösliche oberflächenaktive Mittel gehören zum Stand der Technik. (In diesem Zusammenhang ist es angemessen, auf die oberflächenaktiven Mittel als Detergenzien hinzuweisen).

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer auf einer Säure basierenden Zusammensetzung zur Reinigung und/oder Desinfektion, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Interhalogenverbindung, ausgewählt aus Jodchlorid, Jodtrichlorid oder deren Mischungen mit einer Säure, ausgewählt aus Salpetersäure, Phosphorsäure, Salzsäure, Sulfaminsäure, Schwefelsäure oder deren Mischungen, umgesetzt wird, um in einem sauren Medium stabilisiertes ICl&sub2; herzustellen, wobei wahlweise ein Lösungsvermittler für ICl&sub2; zugefügt wird, ausgewählt aus Metallhalogeniden und Chlorwasserstoffsäuren, weiterhin wahlweise ein Dispergiermittel und weiterhin wahlweise ein Träger zugefügt wird, ausgewählt aus oberflächenaktiven Mitteln, Korrosionsinhibitoren oder Tracern.

Derartige Zusammensetzungen können Interhalogenverbindungen bis zur Löslichkeitsgrenze aufweisen; im allgemeinen weisen sie jedoch bis zu 25 Gew.-%, bevorzugt bis zu 10 Gew.-%, insbesondere bevorzugt zwischen 2 und 3 Gew.-% einer Interhalogenverbindung auf.

Zur leichteren Formulierung weisen die erfindungsgemäß hergestellten Zusammensetzungen im allgemeinen einen Interhalogen- Lösungsvermittler auf. Dieser kann organischer Natur sein; er wird jedoch bevorzugt ausgewählt aus geeigneten Metallhalogeniden und Halogenidwasserstoffsäuren oder den Äquivalenten. Erfindungsgemäß kann ein Metallchlorid oder eine Chlorwasserstoffsäure verwendet werden. Erfindungsgemäß kann bis zu 25 Gew.-% des Lösungsvermittlers vorliegen.

Die erfindungsgemäß einsetzbaren Säuren sind Salpetersäure, Phosphorsäure, Chlorwasserstoffsäure, Sulfaminsäure, Schwefelsäure und deren Mischungen. Bevorzugt wird Salpetersäure verwendet. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen weisen bis zu 95 Gew.-%, bevorzugt bis zu 40 Gew. -%, insbesondere bevorzugt 24 - 26 Gew.-% an Säure auf.

Eine erfindungsgemäß bevorzugte Kombination ist die Kombination von Jodchlorid und Salpetersäure.

Im allgemeinen weisen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen herkömmliche Träger auf, die natürlich mit den anderen Bestandteilen und auch mit der beabsichtigten Verwendung kompatibel sein müssen. Geeignete Träger umfassen Dispergiermittel, z.B. Polyacrylate wie "Dispex N 40" (Allied Colloids), oberflächenaktive Mittel, die im allgemeinen vom Wenig-Schaum-bildenden Typ sind (um der beabsichtigten Verwendung zu genügen) wie beispielsweise "Dowfax 3B2" (Dow), Korrosionsinhibitoren und Tracer. Jeder Hilfsstoff kann in einer Menge von bis zu 5 Gew.-% vorliegen.

Zur Verwendung werden die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen im allgemeinen mit Wasser verdünnt, so daß die gebrauchsfertige Lösung bis zu 5 Gew.-% der oben angegebenen Zusammensetzungen aufweist.

Die Erfindung betrifft weiterhin die Herstellung derartiger Zusammensetzungen und Lösungen.

Wie oben bereits beschrieben, sind die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen und insbesondere deren verdünnte Lösungen bei der Kalt-Reinigung und/oder Desinfektion von beispielsweise Milch- und Nahrungsmittel-Gebrauchsgegenständen, beispielsweise von Melkmaschinen, nutzbar.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Reinigung und/oder Desinfektion, welches die Verwendung einer derartigen Lösung umfaßt.

Es kann vorteilhaft sein, gleichzeitig ein Detergens zu verwenden.

Wahlweise kann eine Reinigung, beispielsweise eine Detergens- Vorspülung, durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung des Anwendungsgebietes ist die Verwendung einer oder mehrerer geringschäumender oder entschäumter Detergenzien besonders bevorzugt. Herkömmliche nicht-ionische, kationische, anionische oder amphotere Detergenzien sind verwendbar, wobei nicht-ionische oberflächenaktive Mittel bevorzugt sind. Im allgemeinen werden bis zu 5 % (v/v), bevorzugt etwa 0,05 % (v/v) an Detergens verwendet.

Insbesondere wurde gefunden, daß Lösungen aus wenig-schäumenden oberflächenaktiven Mitteln, insbesondere aus nicht-ionischen oberflächenaktiven Mitteln, mit einem dem Milchfett ähnlichen HLB, d.h. 8, wenn im Zusammenhang mit den erfindungsgemäßen Interhalogen-Säure-Kombinationen ein Detergens-Vorspülzyklus verwendet wird, die Gesamt-Detergenswirkung bemerkenswert verbessern. Der Anteil bei Verwendung dieser oberflächenaktiven Mittel variiert zwischen 10 und 5000 ppm, und er beträgt typischerweise etwa 250 ppm. Hierdurch wird der sichtbare Eindruck des Melkraums nach dem Reinigungszyklus erheblich verbessert. Ein Beispiel für ein erfindungsgemäß einsetzbares oberflächenaktives Mittel ist ein C&sub1;&sub2;&submin;&sub1;&sub4;-Alkohol mit 4-5 Molen an Ethylenoxid. Weiterhin ist ein Vorspülen, insbesondere ein Vorspülen mit nicht-ionischen Mitteln, bei der Reinigung vorteilhaft.

Beispielsweise kann ein herkömmlicher Milchwagen dadurch gereinigt und/oder desinfiziert werden, daß 0,5 % (v/v)-Lösung für etwa 10 - 15 Minuten bei Umgebungstemperatur zirkuliert.

Im folgenden werden einige bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung genauer beschrieben.

Beispiel 1

Jodchlorid 2,2 Gew.-%

Chlorwasserstoffsäure (28 % w/w) 2,5 Gew.-%

Salpetersäure ( 60% w/w) 40,0 Gew.-%

Wasser 55,3 Gew.-%

Die Salpetersäure und die Salzsäure wurden unter Rühren zum Wasser und nachfolgend Jodchlorid zugegeben. Hieraus resultierte eine homogene gelbe Flüssigkeit, die Dichloriodat-Ionen enthielt: ICI + CI&supmin; T ICI&supmin;&sub2;

Jodchlorid kann auf einer Vielzahl von Wegen erhalten werden, wobei im allgemeinen die Oxidation von Jodid oder Jod durch Jodat in Gegenwart von Chloridionen unter stark sauren Bedingungen erfolgt, beispielsweise 4-6N HCl. Dies ist der Andrews Titration verwandt (JACS, 1903, 25, 756):

2I&supmin; + IO&sub3;&supmin; + 3Cl&supmin; + 6H&spplus; T 3ICl + 3H&sub2;O

Jodchlorid ist kommerziell erhältlich, wird aber leicht abgebaut und ist schwierig zu handhaben. Ein alternativer Weg zur Herstellung einer derartigen Formulierung, der sicherer, einfacher und wahrscheinlich leichter ist, ist die Herstellung von Jodchlorid, welches zum Dichloriodatanion umgewandelt wird, in situ aus der Reaktion eines Jodids, Jodats und Chlorids in Gegenwart einer Säure:

2I&supmin; + IO&sub3; + 6Cl&supmin; + 6H&spplus; T 3ICl&sub2;&supmin; + 3H&sub2;O

Ein andere Möglichkeit umfaßt die Ansäuerung des Jods/Jodids in Natriumhypochloritlösung. (In diesem Fall ist insbesondere auf die verwendeten Anteile zu achten, da Chlor entstehen kann).

Beispiel 2:

Jod 1,3 Gew.-%

Natriumhydroxid 1,0 Gew.-%

Kaliumjodat 0,57 Gew.-%

Chlorwasserstoffsäure (28 % w/w) 4,3 Gew.-%

Salpetersäure ( 60% w/w) 40,0 Gew.-%

Wasser 52,83 Gew.-%

Natriumhydroxid, welches nur zur weiteren Auflösung des Jods verwendet wird, wurde zum Wasser unter Rühren zugegeben, gefolgt von Jod, bis eine vollständige Lösung gemäß dem folgenden Reaktionsschema erhalten wurde:

3I&sub2; + 6OH&supmin; T IO&sub3;&supmin; + 5I&supmin; + 3H&sub2;O (II)

Das zur vollständigen Reaktion benötigte Extra-Kaliumjodat wurde zugegeben, und es wurde vermischt bis zur Auflösung. Die Chlorwasserstoffsäure und die Salpetersäure wurden anschließend unter Rühren zugegeben; das Rühren wurde fortgesetzt, bis eine homogene gelbe Lösung gemäß dem oben angegebenen Reaktionsschema (I) erhalten wurde.

Beispiel 3:

Jod 1,3 Gew.-%

Natriumhydroxid 1,0 Gew.-%

Kaliumjodat 0,57 Gew.-%

Chlorwasserstoffsäure (28 % w/w) 4,3 Gew.-%

Salpetersäure ( 60% w/w) 40,0 Gew. -%

Wasser 51,83 Gew.-%

Dispergiermittel "Dispex N 40"

(Natriumsalz der Polyacrylsäure von niedrigem Molekulargewicht ( 3500) 1,0 Gew.-%

Dieses Beispiel entspricht im allgemeinen dem Beispiel 2, mit der Ausnahme, daß ein Dispergiermittel mit entsprechender Verringerung der Wassermenge zugegeben wurde. (Käuflich erwerbbare Produkte enthalten normalerweise derartige konventionelle Additive).

Für die erfindungsgemäßen Zwecke ist ICl&sub2; die wesentliche Interhalogenverbindung, während Salpetersäure die bevorzugte Säure darstellt.

Beispiel 4:

Jodchlorid 1,0 Gew.-%

Jodbromid 1,0 Gew.-%

Chlorwasserstoffsäure (36 % w/w) 30 Gew. -%

Bromwasserstoffsäure ( 50% w/w) 20 Gew.-%

Wasser 48 Gew.-%

Derartige gemischte Interhalogen-Produkte sind wie oben angegeben herstellbar.

Jodchlorid wird dabei als Interhalogen bevorzugt.

Beispiel 5:

Jodtrichlorid 1,0 Gew.-%

Chlorwasserstoffsäure (36% w/w) 99 Gew.-%

Eine derartige Zusammensetzung ist durch die oben angegebenen Verfahren herstellbar.

Beispiel 6:

Hier wird auf den oben angegebenen Lissaboner Röhrchentest verwiesen. Die Ergebnisse für das Beispiel 3 aus dem "Laboratory of the Government Chemist" sind wie folgt:

Desinfektionsmittel log (Koloniezahl/ml) normale Stärke 2/3 normale Stärke Hypochlorit-0,25% v/v (4fl.oz./10 gallons) Beispiel 3 - 0,5 % v/v (8 fl.oz./10 gallons) (verfügbares Chlor)

Die Anwendung der Varianzanalyse zusammen mit dem Duncan's Multiple Range Test auf die Ergebnisse zeigt, daß nicht signifikant (am 5 % Level) mehr Bakterien überleben nach Verwendung einer Zusammensetzung gemäß Beispiel 3 bei 0,5% v/v (8 fl.oz/10 gallons) als mit Hypochlorit bei 300 ppm verfügbarem Chlor, und ähnliche Behandlungen unter Verwendung von 2/3 x 0,5 % v/v (8 fl.oz/10 gallons) einer Zusammensetzung gemäß Beispiel 3 nicht signifikant verschieden sind am 5 % Level zum Hypochlorit bei 200 ppm verfügbarem Chlor.

Bei gebrauchsfertiger Konzentration ergeben die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eine annehmbare Reinigung und/oder Desinfektion. Derartige Formulierungen sind für wenigstens mehrere Jahre, sogar bei erhöhten Temperaturen, stabil. Die gebrauchsfertigen Lösungen sind mit den herkömmlichen Materialien kompatibel.

Beispiel 7:

Zur Veranschaulichung der Erfindung wurde ein experimenteller Melkraum 2 mal mit 5 Litern Rohmilch verunreinigt. Nach 5 Minuten, währenddessen die Milchreste an die Oberflächen antrocknen konnten, wurde der Melkraum in herkömmlicher Weise gespült und gereinigt. Der Melkraum erhielt eine bakteriologische Spülung gemäß BS 4285.

Einige typische Daten sind unten angegeben. Die Reinigung wurde täglich unter Verwendung von "Deosan New Delex" durchgeführt, und die Ergebnisse sind in der ersten Spalte der nachfolgenden Tabelle angeführt. ("Deosan New Delex" ist ein anerkanntes Heiß-Zirkulationsreinigungsmittel von Diversey, welches im wesentlichen aus Ätznatron, Hypochlorit und einem Ablagerungskontrollmittel besteht.) Die zweite Spalte zeigt die Ergebnisse bei Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung nach Beispiel 3. Nach den Anwendungen mit dem Sternchen wurde eine herkömmliche Heißreinigung unter Verwendung von "Deosan D60" durchgeführt. ("Deosan D60" ist ein anerkanntes Produkt der Firma Diversey, welches als Pulver vorliegt, und welches im wesentlichen Ätznatron, ein Chlor-freisetzendes Mittel, Natriumtripolyphosphat und ein oberflächenaktives Mittel enthält.) Die dritte Spalte betrifft die Verwendung des erfindungsgemäßen Systems in größerer Menge, jedoch an abwechselnden Tagen.

log (Anzahl m&supmin;²)
"Deosan New Delex" etwa 0,31% v/v (5 fl.oz/10 gallons) (77-82ºC) Beispiel 3 (Umgebungstemper.) - bedeutet, daß keine bakteriologische Spülung vorgenommen wurde

Die Anwendung eines Student-t-Tests auf die obigen Daten zeigte, daß kein signifikanter Unterschied zwischen den Ergebnissen aus Beispiel 3 mit bakteriologischer Spülung bei 0,5 % v/v (8 fl.oz/ 10 gallons) und Umgebungstemperaturen und denjenigen mit "New Delex" von etwa 0,31 % v/v (5 fl.oz/ 10 gallons) bei 77-82ºC besteht.

Während des Tests war das allgemeine Erscheinungsbild des Melkraumes zufriedenstellend.

Beispiel 8:

Als Teil des Zulassungsprotokolls für Kaltreiniger wurde eine Reihe von Versuchen durchgeführt, die vom MAFF beaufsichtigt wurden. Melkmaschinen wurden sowohl visuell als auch mikrobiologisch unter Verwendung der "Full Plant Rinse"-Technik, beschrieben im britischen Standard 4285 : 1968, 2.2.2.7, Seiten 32-37, kontrolliert. Während des gesamten Versuchszeitraums blieb die Anlage visuell annehmbar sauber. Die Ergebnisse des Waschens der gesamten Anlage, sowohl Heiß- als auch Kaltreinigung, sind in der nachfolgenden Tabelle angeführt.

Ergebnisse der Anlagenspülung in Anzahl/m² (log-Werte) Heißreinigung unter Verwendung von Deosan D60, 80-85ºC, 0,375% w/v (6 oz/10 gallons). Farm
Kaltreinigung Routine - Ergebnisse nach der 6. Kaltreinigung
Mittelwerte der Spülungen aus der obigen Tabelle
Farm Heiß D60 Kalt Routine

Beispiel 9:

Eine Schätzung der mikrobiologischen Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Kaltreinigungssystems wurde am "West of Scotland College of Agriculture, Auchincruive, Ayr, Scotland, durchgeführt. Im Nachfolgenden wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse angegeben.

Anlagenspülung Zahlen/m² (log-Werte)

Mittelwert von 23 Ergebnissen unter Verwendung von heißem D60 bei 0,375 % w/v (6 oz/10 gallons) 6,648

Mittelwert von 13 Ergebnissen nach der 6. Kaltreinigung unter Verwendung der Zusammensetzung nach Beispiel 3 bei 0,5 % v/v (8 fl.oz/ 10 gallons) 6,101


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung einer auf einer Säure basierenden Zusammensetzung zur Reinigung und/oder Desinfektion, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Interhalogenverbindung, ausgewählt aus Jodchlorid, Jodtrichlorid oder deren Mischungen mit einer Säure, ausgewählt aus Salpetersäure, Phosphorsäure, Salzsäure, Sulfaminsäure, Schwefelsäure oder deren Mischungen, umgesetzt wird, um in einem sauren Medium stabilisiertes ICl&sub2; herzustellen, wobei wahlweise ein Lösungsvermittler für ICl&sub2; zugefügt wird, ausgewählt aus Metallhalogeniden und Chlorwasserstoffsäuren, weiterhin wahlweise ein Dispergiermittel und weiterhin wahlweise ein Träger zugefügt wird, ausgewählt aus oberflächenaktiven Mitteln, Korrosionsinhibitoren oder Tracern.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei Jodchlorid in Beimischung mit Jodbromid verwendet wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Lösungsvermittler ein Metallchlorid oder Chlorwasserstoffsäure ist.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3, wobei der Lösungsvermittler in einer Menge von bis zu 25 Gew.-% vorliegt.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, wobei die Säure Salpetersäure ist.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5, wobei die Säure in einer Menge von bis zu 95 Gew.-% vorliegt.

7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Säure in einer Menge von bis zu 40 Gew.-% vorliegt.

8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die Säure in einer Menge von 24 - 26 Gew.-% vorliegt.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 8, wobei die Interhalogenverbindung in einer Menge von bis zu 25 Gew.-% vorliegt.

10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Interhalogenverbindung in einer Menge von bis zu 10 Gew.-% vorliegt.

11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Interhalogenverbindung in einer Menge von 2 - 3 Gew.-% vorliegt.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 - 11, wobei bis zu 5 Gew.-% eines jeden Trägers vorliegen.

13. Gebrauchsfertige Lösung zur Reinigung und/oder Desinfektion, dadurch gekennzeichnet, daß sie umfaßt:

a) eine Interhalogenverbindung, hergestellt in situ durch ein Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 12 und wahlweise

b) ein Detergens.

14. Verfahren zur Reinigung und/oder Desinfektion, dadurch gekennzeichnet, daß es umfaßt die Verwendung einer Zusammensetzung, die durch ein Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 12 oder eine Lösung nach Anspruch 13 hergestellt wurde.







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