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Dokumentenidentifikation DE68903177T2 08.04.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0326125
Titel Plastifizierungsmittel, Verfahren zu seiner Herstellung sowie seine Verwendung.
Anmelder Perstorp AB, Perstorp, SE
Erfinder Olsson, Lars-Inge R., S-252 33 Helsingborg, SE;
Hamacek, Kent F., S-284 00 Perstorp, SE
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
DE-Aktenzeichen 68903177
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, FR, GB, IT, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 26.01.1989
EP-Aktenzeichen 891013369
EP-Offenlegungsdatum 02.08.1989
EP date of grant 14.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.04.1993
IPC-Hauptklasse C04B 24/22

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Plastifizierungsmittel, ein Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung.

Das Plastifizierungsmittel wird im wesentlichen als Zusatz zu einer Zusammensetzung verwendet, die Zement, Kalk und/oder Gips enthält.

Es ist allgemein bekannt, daß Mischungen auf der Basis von Zement, z. B. Mörtel, Plaster, Beton, Kitt und Estrich auf eine solche Weise zusammengesetzt sind, daß sie einen Überschuß von Wasser im Vergleich zu der Minimalmenge, die zur Härtung oder Abbindereaktion des Zementes notwendig ist, enthalten.

Wenn man versucht, genau die Menge an Wasser zu verwenden, die zur Härtung erforderlich ist, würde die Mischung aufgrund der starken Anziehungskräfte zwischen den Zementteilchen eine nicht ausreichende Konsistenz und Verarbeitbarkeit zeigen.

Auf der anderen Seite ergibt ein zu hoher Wassergehalt in der erwähnten Mischung eine drastische Verringerung der Festigkeit der gehärteten Mischung. Bis zu einem gewissen Ausmaß kann dies jedoch durch eine Erhöhung des Zementgehaltes der Zusammensetzung der Mischung kompensiert werden. Ein zu hoher Gehalt an Zement pro Volumeneinheit hat jedoch den negativen Effekt, daß die freigesetzte Wärme bei der Härtungsreaktion zu Rißbildungen und anderen weniger erwünschten Effekten führt. Auch vom ökonomischen Gesichtspunkt aus ist es nicht wünschenswert, mit einem höheren Gehalt an Zement als notwendig zu arbeiten.

Heutzutage werden Mischungen auf Basis von Zement oft unter Druck durch eine Pipeline zur Verwendung an den verschiedenen Baustellen gepumpt. Dann ist es wichtig, daß die Mischung eine pumpbare Konsistenz besitzt, aber keinen zu hohen Wassergehalt.

Es ist bereits bekannt, bestimmte Betonzusätze zu verwenden, um den Wassergehalt der Betonmischung zu verringern und gleichzeitig eine gute Fließbarkeit zu erhalten. Die bekanntesten dieser Additive sind sulfonierte Naphthalin-Formaldehyd-Harze, sulfonierte Melamin-Formaldehyd-Harze und Natrium- und Kalziumsalze von Ligninsulfonsäure.

Die bekannten Additive geben im Hinblick auf das vorstehend Erwähnte einen gewissen Effekt, es ist aber in vielen Fällen ein noch besserer Effekt wünschenswert. Es war jedoch bisher nicht möglich, dies zu erreichen.

Erfindungsgemäß war es nun ziemlich überraschend möglich, das vorstehende Problem zu lösen, und ein Plastifizierungsmittel bereitzustellen, das eine Kombination von

A) einem sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harz, einem sulfonierten Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder einem sulfonierten Naphthalin-Formaldehyd-Harz und

B) eine Verbindung der allgemeinen Formel

umfaßt, worin Ar eine gegebenenfalls substituierte Benzolgruppe oder Naphthalingruppe ist, R&sub1; eine Oxyethylengruppe;

-CH&sub2;CH&sub2;O- oder eine Oxypropylengruppe;

eine Oxyethylenkette oder eine Oxypropylenkette mit bis zu 15 Oxyethylengruppen oder Oxypropylengruppen oder eine Kombination von Oxyethylengruppen und Oxypropylengruppen zu einer Kette, worin die Summe dieser Gruppen höchstens 15 beträgt, ist; der mittlere Wert n für n 1 - 15 ist, und R&sub2; Wasserstoff oder eine Phosphonatgruppe mit der Formel

ist, worin M&sub1; und M&sub2; Wasserstoffion oder Alkalimetallion bedeuten, oder worin R&sub2; eine Gruppe mit der Formel

ist, worin M&sub2; die vorstehende Bedeutung besitzt und M&sub3;

ist, worin R&sub1;, n und Ar die vorstehend angegebenen Bedeutungen besitzen.

Die Verbindung A) des Plastifizierungsmittels kann auf vielen verschiedenen Wegen hergestellt werden. Eine geeignete Methode wird im schwedischen Patent 7414830-5 gezeigt, das sulfonierte Melamin-Formaldehyd-Harze beschreibt. Als erfindungsgemäße Komponente A) kann das Handelsprodukt Melment L-10 verwendet werden, das von Cementa unter dem Namen Cementa-Fließfähigkeitsadditiv V 33 (Cementa flow additiv V 33) vertrieben wird, sowie die Produkte PERAMIN F und PERAMIN F P , beide von Perstorp AB vertrieben, verwendet werden.

Die veröffentlichte japanische Patentanmeldung 57-100959 betrifft ebenfalls die Herstellung von sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harzen. Dieses Verfahren kann auch bei der Herstellung der vorstehend beschriebenen Komponente A) verwendet werden.

Weiters sind zu nennen das U.S.-Patent 2,730,516, das österreichische Patent 263,607 und das europäische Patent 59,353. Sie beziehen sich ebenfalls auf die Herstellung von sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harzen.

Sulfonierte Naphthalin-Formaldehyd-Harze sind ebenfalls kommerziell erhältlich, z. B. von der französischen Firma Compagnie Francaise De Produits Industriels.

Bestimmte Ausführungsformen der Komponente B) des Plastifizierungsmittels sind bereits im deutschen Patent 2,461,359 beschrieben. Dieses Patent betrifft ein Verfahren zur Korrosionsverhütung an Eisen und Stahl in Zementprodukten, die Chloride enthalten. Danach wird eine Mischung von Nitrit und einem Polyoxyethylen-phosphorsäureester, einem Alkylphosphorsäureester, einem Phenylphosphorsäureester oder einem Alkylarylphosphorsäureester oder eine Kombination von Nitrit und einem Borsäureester zum Zement zugegeben.

Die Zugabe des erwähnten Phosphorsäureesters bzw. Borsäureesters zum Nitrit soll die Rostschutzeigenschaften des Nitrits gegenüber Eisen und Stahl im Beton erhöhen. Aus den Beispielen 27 bis 35 in Tabelle 1 des deutschen Patentes ist es z. B. ersichtlich, daß der Phosphorsäureester selbst keine Rostschutzwirkung ergibt.

Die Gegenwart von Nitrit in der bekannten Mischung ist deshalb wirklich erforderlich.

Für das bekannte Additiv wird in dem deutschen Patent überhaupt keine die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung angegeben. Dies ist an sich ziemlich verständlich, weil weder die bekannte Kombination von Nitrit und Phosphorsäureester, noch Phosphorsäureester allein eine solche Wirkung zeigt. Dies wird nachfolgend gezeigt.

Erfindungsgemäß wird ein vom deutschen Patent völlig verschiedenes Problem gelöst.

Es ist sehr überraschend, daß man erfindungsgemäß durch eine Kombination der vorstehenden Komponenten A) und B) eine die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung erzielen kann. Wie vorstehend erwähnt, ergibt die Komponente B) für sich überhaupt keinerlei die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung bei den in Frage kommenden Produkten.

Gemäß einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist in der Verbindung B) R&sub1; eine Oxyethylengruppe und beträgt 1 bis 6.

In einer anderen bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform besteht in der Verbindung B) R1 aus einer Oxypropylengruppe, wobei 3 bis 8 ist.

In der Verbindung B) ist Ar vorzugsweise eine Benzolgruppe, und R&sub2; ist eine Phosphatgruppe mit der Formel

worin M&sub1; und M&sub2; ein Wasserstoffion oder ein Alkalimetallion sind.

Sehr zweckmäßig ist es, als Komponente A) ein sulfoniertes Melamin-Formaldehyd-Harz oder ein sulfoniertes Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz zu verwenden.

Das die Fließfähigkeit verbessernde Mittel (Plastifizierungsmittel) besteht aus 0.5 bis 30, vorzugsweise 0.5 bis 20 Gew.-% B) und 99.5 - 70, vorzugsweise 99.5 - 80 Gew.-% A), bezogen auf ein Trockenprodukt.

Diese Zusammensetzung kann selbstverständlich mit anderen Komponenten vermischt werden, unter der Voraussetzung, daß diese keinen nachteiligen Einfluß auf die Eigenschaften des Plastifizierungsmittels besitzen.

Wenn Ar in Verbindung B) mit einer Alkylgruppe substituiert ist, sollte diese vorzugsweise aus kurzen Ketten bestehen, wie z. B. CH&sub3;, C&sub2;H&sub5; oder C&sub3;H&sub7;.

Polyoxyalkylphosphorsäureester geben in Kombination mit der Komponente A) keine gute, die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung.

In einem Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Plastifizierungsmittels wird die vorstehende Verbindung B) bei der Herstellung eines sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harzes oder eines sulfonierten Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harzes A) zugegeben.

Normalerweise wird bei der Herstellung solcher Harze eine saure Reaktionsstufe umfaßt. Der niedrige pH-Wert wird dort mittels eines sauren Katalysators erreicht, der z. B. aus einer anorganischen Säure, wie z. B. Schwefelsäure, einer organischen Säure oder einer anderen sauren Verbindung besteht.

Vorteilhafterweise kann die Komponente B) bei dieser Stufe zugegeben werden. Wenn die Verbindung B) eine Phosphonatgruppe besitzt, kann diese als saurer Katalysator wirken, und dann ganz oder teilweise die obigen Katalysatoren, die in diesem Zusammenhang üblich sind, ersetzen.

Die Komponente B) kann aber auch bei einem anderen Schritt der Herstellung des Harzes A) zugegeben werden. Insbesondere ist dies der Fall, wenn die Komponente B) keine Phosphonatgruppe besitzt.

Schließlich kann die Komponente B) zu einem fertigen Harz A) zugegeben werden.

Es ist auch möglich, die Zugabe der Komponente B) in mehr als einem Schritt durchzuführen.

Wenn auch das erfindungsgemäße Plastifizierungsmittel vorstehend als Additiv zu Zement und/oder Gips enthaltenden Zusammensetzungen beschrieben wurde, ist es auch für praktisch alle Zusammensetzungen brauchbar, die eine oder mehrere der folgenden Produkte enthalten: Zement, Kalk, Gips, Talk, Kalkstein oder Titandioxid.

Die Erfindung wird nun im Zusammenhang mit den nachstehenden Ausführungsbeispielen weiter erläutert, von denen die Beispiele 1 bis 6 sich auf die Herstellung verschiedener erfindungsgemäßer Plastifizierungsmittel beziehen, während die Beispiele 7 bis 10 verschiedene technische Versuche zeigen, in denen diese Mittel verwendet wurden.

Beispiel 1

1114.0 g Wasser und 753 g 37 %iges Formaldehyd wurden in einen Reaktionskolben aus Glas eingebracht. 280 g Melamin, 54.5 g Harnstoff und 291 g Natriummetabisulfit wurden unter Rühren zugefügt. Die Reaktionsmischung wurde unter Rühren auf 75ºC erhitzt. Nachdem das Melamin, der Harnstoff und das Natriummetabisulfit vollständig gelöst waren und die Reaktionsmischung sich aufklärte, wurde 15.0 g 46 %iges Natriumhydroxid zugegeben, um einen pH-Wert von 10.5 bis 11.2 zu erhalten. Die Reaktionsmischung wurde bei 75ºC gehalten, bis kein weiteres freies Sulfit mehr festgestellt werden konnte (ca. 0.5 - 2 h).

Dann wurde die Reaktionsmischung auf 50ºC abgekühlt. Danach wurden 66.0 g einer Verbindung B), wie vorstehend beschrieben, worin Ar Phenol bedeutet, R&sub1; -CH&sub2;CH&sub2;O- ist, 4 ist und R&sub2;

ist, und 10.0 g 96 %ige Schwefelsäure zugegeben, wobei ein pH-Wert von 5.2 erhalten wurde. Die Kondensationsreaktion wurde dann 4 h lang fortgesetzt, bis eine Viskosität von 170 cp (Emilia) erhalten wurde. Die Reaktionsmischung wurde auf 35ºC abgekuhlt, und der pH-Wert mit 41.0 g 46 %igem Natriumhydroxid auf 10.8 eingestellt, wobei ein Kondensationsprodukt mit einer ausreichenden Lagerstabilität erhalten wurde.

Beispiel 2

970 g PERAMIN F von Perstorp AB und 30 g der in Beispiel 1 beschriebenen Komponente B) wurden unter Rühren bei einer Temperatur von 35ºC gemischt, bis eine homogene Mischung erhalten wurde. Der pH-Wert wurde dann durch Zugabe von Natriumhydroxid eingestellt.

Beispiel 3

Es wurde das Verfahren gemäß Beispiel 2 wiederholt, mit der Ausnahme, daß eine wie vorstehend definierte Verbindung B) verwendet wurde, worin Ar Phenol ist,

R1 ist

&sub1; ist 4 und

&sub2; ist 3 und

R2 ist

Beispiel 4

970 g sulfoniertes Naphthalin-Formaldehyd-Harz, GALORYL LH 1640 von Compagnie Francaise De Produits Industriels, wurde unter Rühren bei 35ºC mit 30 g einer wie vorstehend definierten Verbindung B) vermischt, worin

Ar Phenol ist,

R&sub1; -CH&sub2;CH&sub2;O- ist,

4 ist, und

R2

ist,

bis eine homogene Mischung erhalten wurde.

Beispiel 5

Das gemäß Beispiel 1 erhaltene Produkt wurde zu einem trockenem Pulver sprühgetrocknet.

Beispiel 6

Das gemäß Beispiel 2 erhaltene Produkt wurde zu einem trockenem Pulver sprühgetrocknet.

Beispiel 7

Es wurde ein Zementmörtel mit der folgenden Zusammensetzung formuliert:

230 g Sand (0 - 1 mm)

180 g Zement (Slite Std P)

180 g Kalksteinpulver

13 g hydraulischer Kalk

10 g Aluminiumoxidzement

375 g der obigen Mischung wurden mit verschiedenen Mengen des Plastifizierungsmittels vermischt. Der Zementmörtel wurde mit 69.2 g Wasser während 2 min vermischt und dann in einen Stahlring mit einem inneren Durchmesser von 80 mm und einer Höhe von 40 mm eingebracht. Der Ring wurde auf eine ebene Unterlage gestellt. Nachdem der Ring gefüllt war, wurde er hochgezogen und die Fließfähigkeit des Zementmörtels ergibt ein Maß für die die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung.

Fluß cm:
Dosierung Plastifizierungsmittel PERAMIN F P (Pulver) Produkt gemäß Beispiel

Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß mit den erfindungsgemäßen Produkten im Vergleich zu dem bekannten Produkt PERAMIN F P eine beträchtliche Verbesserung der Fließfähigkeit bei niedrigen Dosierungen erreicht wird.

Beispiel 8

Es wurde ein Zementmörtel der folgenden Zusammensetzung formuliert:

230 g Sand (0 - 1 mm)

180 g Zement (Slite Std P)

10 g Aluminiumoxidzement

180 g Kalksteinpulver

13 g hydraulischer Kalk

375 g der vorstehenden Mischung wurden mit 8 g des Plastifizierungsmittels vermischt. Der Zementmörtel wurde dann mit 69.2 g Wasser bei 0 % Wasserverringerung gemischt. Die Menge an Wasser wurde dann allmählich verringert, um die Fähigkeit des Plastifizierungsmittels im Hinblick auf seine Fähigkeit, das Wasser zu verringern, zu testen. Im übrigen wurde der Test auf die gleiche Weise wie im Beispiel 7 durchgeführt.

Ausbreitung cm
Wasserverringerung % Zementadditiv PERAMIN F P gemäß Beispiel

Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß durch Zugabe eines erfindungsgemäßen Plastifizierungsmittels auch bei einer beträchtlichen Wasserverringerung eine gute Verarbeitbarkeit des Zementmörtels aufrechterhalten werden kann.

Beispiel 9

330 g Std Portland Zement und 99 g Wasser wurden 2 min lang zu einer homogenen Paste vermischt. Dann wurden 4.3 g (1.3 %, berechnet für das Gewicht des Zementes) des 35 %igen Plastifizierungsmittels zugegeben. Das Plastifizierungsmittel wurde dann mit der Zementpaste weitere 2 min vermischt. Ein Stahlring mit einem Innendurchmesser von 80 mm und einer Höhe von 40 mm wurde auf einer ebenen Unterlage aufgestellt und mit der leicht fließenden Zementpaste gefüllt. Nach Hochziehen des Stahlringes ergibt die Ausbreitung der Zementpaste ein Maß für die die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung des verwendeten Additivs.

Additiv Ausbreitung (mm) Produkt gemäß Beispiel PERAMIN F Galoryl LH 1640 Komponente B) gemäß Beispiel 1 Komponente B) + Natriumnitrit (9:1)

Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß das erfindungsgemäße Plastifizierungsmittel auch in einer Zementpaste eine sehr gute Wirkung zeigt. Komponente B) bzw. eine Mischung aus Komponente B) und Natriumnitrit ergaben in der Zementpaste überhaupt keine die Fließfähigkeit verbessernde Wirkung.

Beispiel 10

Es wurde ein Beton der folgenden Zusammensetzung hergestellt: Std Portlandzement 290.0 kg/m³

Kies 0 - 1 mm 422.7 kg/m³

Kies 1 - 2 mm 255.6 kg/m³

Kies 2 - 4 mm 245.7 kg/m³

Kies 4 - 8 mm 59.0 kg/m³

Stein 8 - 16 mm 812.0 kg/m³

Die Dosierung des Additivs wurde, bezogen auf das Gewicht des Zements, berechnet. Der Trockengehalt des Additivs betrug 35.0 %.

Festigkeit SS137210 Additiv Dosierung in %, bezogen auf den Gehalt Setzmaß SS137124 Wasser/Zement-Verhältnis 1 Tag MPa Ohne Zusatz PERAMIN F gemäß Beispiel

Aus den Betonmischungen wurden gemäß SS 137210 Würfel zur Prüfung der Druckfestigkeit (15x15x15 cm) hergestellt, an denen die Festigkeit zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen wurde. Die Lagertemperatur betrug 20ºC ± 2ºC.

Die obigen Ergebnisse zeigen, daß bei Verwendung eines erfindungsgemäßen Mittels eine hohe Festigkeit des Betons erhalten wird. Dies kann einer Verringerung des Wasser/Zement-Verhältnisses zugeschrieben werden.

Die vorliegende Erfindung wird nicht auf die gezeigten Ausführungsformen beschränkt, weil diese auf verschiedene Weise innerhalb des Rahmens der Erfindung modifiziert werden können.


Anspruch[de]

1. Plastifizierungsmittel, umfassend eine Kombination von

A) einem sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harz, einem sulfonierten Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder einem sulfonierten Naphthalin- Formnaldehyd-Harz und

B) eine Verbindung mit der allgemeinen Formel

worin Ar eine gegebenenfalls substituierte Benzolgruppe oder Naphthalingruppe ist, R&sub1; eine Oxyethylengruppe;

-CH&sub2;CH&sub2;O- oder eine Oxypropylengruppe;

eine Oxyethylenkette oder eine Oxypropylenkette mit bis zu 15 Oxyethylengruppen oder Oxypropylengruppen oder eine Kombination von Oxyethylengruppen und Oxypropylengruppen zu einer Kette, in der die Summe dieser Gruppen höchstens 15 beträgt, ist; der mittlere Wert für n 1 - 15 ist, und R&sub2; Wasserstoff oder eine Phosphonatgruppe der Formel

ist, worin M&sub1; und M&sub2; ein Wasserstoffion oder ein Alkalimetallion sind, oder worin R&sub2; eine Gruppe der Formel

ist, worin M&sub2; die vorstehende Bedeutung hat, und M&sub3;

ist, worin R&sub1;, n und Ar die vorstehend genannten Bedeutungen besitzt.

2. Plastifizierungsmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R&sub1; in Verbindung B eine Oxyethylengruppe ist und 1 - 16 ist.

3. Fließbarkeitsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R&sub1; in Verbindung B eine Oxypropylengruppe und 3 - 8 ist.

4. Plastifizierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Ar in der Verbindung B ein Benzolrest ist, und R&sub2; eine Phosphonatgruppe mit der Formel

ist, worin M&sub1; und M&sub2; Wasserstoffion oder Alkalimetallion sind.

5. Plastifizierungsmittel nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß A) ein sulfoniertes Melamin-Formaldehyd-Harz oder ein sulfoniertes Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz ist.

6. Plastifizierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es 0.5 bis 30, vorzugsweise 0.5 bis 20 Gew.-% B) und 99.5 bis 70, vorzugsweise 99.5 bis 80 Gew.-% A), bezogen auf ein trockenes Produkt, enthält.

7. Plastifizierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Ar in der Verbindung B) mit einer Alkylgruppe, vorzugsweise CH&sub3;, C&sub2;H&sub5; oder C&sub3;H&sub7;, substituiert ist.

8. Verfahren zur Herstellung eines Plastifizierungsmittels, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung B) der allgemeinen Formel

worin Ar eine gegebenenfalls substituierte Benzolgruppe oder Naphthalingruppe ist, R&sub1; eine Oxyethylengruppe;

-CH&sub2;CH&sub2;O- oder eine Oxypropylengruppe,

eine Oxyethylenkette oder eine Oxypropylenkette mit bis zu 15 Oxyethylengruppen oder Oxypropylengruppen oder eine Kombination von Oxyethylengruppen und Oxypropylengruppen für eine Kette, in der die Summe dieser Gruppen höchstens 15 beträgt, ist;

der mittlere Wert für n 1 - 15 ist, und R&sub2; Wasserstoff oder eine Phosphonatgruppe der Formel

ist, worin M&sub1; und M&sub2; Wasserstoffion oder Alkalimetallion sind, oder worin R&sub2; eine Gruppe mit der Formel

ist, worin M&sub2; die vorstehend angegebene Bedeutung besitzt, und M&sub3;

ist, worin R&sub1;, n und Ar die vorstehend angegebene Bedeutung besitzen, bei der Herstellung eines Harzes A), das aus einem sulfonierten Melamin- Formaldehyd-Harz oder einem sulfonierten Melamin-Harnstoff-Formaldehyd- Harz besteht, zugegeben wird.

9. Verwendung eines Plastifizierungsmittels, umfassend

99.5 - 70 Gew.-%, bezogen auf ein Trockenprodukt, von A) einem sulfonierten Melamin-Formaldehyd-Harz, einem sulfonierten Melamin-Harnstoff- Formaldehyd-Harz oder einem sulfonierten Naphthalin-Formaldehyd-Harz und 0.5 - 30 Gew.-% einer Verbindung B) mit der allgemeinen Formel

worin Ar eine gegebenenfalls substituierte Benzolgruppe oder Naphthalingruppe ist, R&sub1; eine Oxyethylengruppe,

-CH&sub2;CH&sub2;O- oder eine Oxypropylengruppe,

eine Oxyethylenkette oder eine Oxypropylenkette mit bis zu 15 Oxyethylengruppen oder Oxypropylengruppen oder eine Kombination von Oxyethylengruppen und Oxypropylengruppen für eine Kette, worin die Summe dieser Gruppen höchstens 15 beträgt, ist;

der mittlere Wert für n 1 - 15 ist und R&sub2; Wasserstoff oder eine Phosphonatgruppe der Formel

ist, worin M&sub1; und M&sub2; Wasserstoffion oder Alkalimetallion sind; als Additiv für eine Zusammensetzung, die ein oder mehrere der folgenden Produkte enthält: Zement, Kalk, Gips, Talk, Kalkstein oder Titandioxid.







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