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Dokumentenidentifikation DE3709844A1 29.04.1993
Titel Panzerabwehr-Mine
Anmelder Diehl GmbH & Co, 8500 Nürnberg, DE
Erfinder Körver, Rolf, 8500 Nürnberg, DE;
Stammel, Georg, 8560 Lauf, DE
DE-Anmeldedatum 25.03.1987
DE-Aktenzeichen 3709844
Offenlegungstag 29.04.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.04.1993
IPC-Hauptklasse F42B 23/04
Zusammenfassung Eine Panzerabwehr-Richtmine (11) soll für flexibleren Einsatz bei höherer Wirkung im Ziel, unter Verringerung der Bedrohungssituation der Minenpioniere bei der Aufstellung und Ausrichtung einer Richtmine, ausgelegt werden. Die bevorzugte Lösung wird in einer verfahrbaren Mehrfach-Richtmine (11) gesehen, deren Fahrwerks-Plattform (12) mit einem verschwenkbaren Geräteträger (13) für eine Sensoreinrichtung (14) und für mehrere damit räumlich starr gekoppelte Starteinrichtungen (15) ausgestattet ist. Ein am abgesetzten Leitstand (16) bildlich dargebotenes Zielobjekt kann mit nach Art von Panzerfäusten startbaren Gefechtsköpfen bekämpft werden, wenn die Übermittlung von Sensorinformationen an den und von Fernsteuerinformationen von dem Leitstand (16) über eine armierte Lichtwellenleiter-Informationsverbindung (17) erfolgt; oder die Mine (11) verfährt autonom und zufallsbedingt in einem vorgegebenen Einsatzgebiet, bis ihre Sensoreinrichtung (14) ein Zielobjekt auffaßt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Mine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Derartige Waffensysteme sind bekannt, beispielsweise als Richtmine "PARM 1".

Der taktische Vorteil solcher sogenannter Panzerabwehrminen der zweiten Generation ist, daß sie nicht direkt im vermuteten Bewegungsweg von Panzerfahrzeugen ausgelegt werden müssen, sondern in gewissem Abstand dazu aufgestellt werden können, da ihr Gefechtskopf, beispielsweise in einem Projektil oder als projektilbildende Hohlladung, zum Durchschlagen von Seitenpanzerungen aus gewisser Distanz ausgelegt ist. Nachteilig bei solchen herkömmlichen Richtminen ist jedoch der personelle Aufwand und die Bedrohungssituation der Minenpioniere beim Aufstellen und Ausrichten in unmittelbarer Nachbarschaft des vom Zielobjekt beherrschten Geländes.

Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Panzerabwehr- Minensysteme anzugeben, das bei geringem personellem Aufwand und geringerer personeller Bedrohung eine höhere Effektivität erbringt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Mine gemäß dem Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 ausgelegt ist.

Insbesondere dann, wenn große Wirkung im Ziel aus der Deckung heraus angestrebt wird, ist damit ein Waffensystem eröffnet, bei dem bevorzugt die Distanzüberbrückung zum Zielobjekt nach Art von aus Waffenrohren verschossenen Panzerfäusten mittels eines Starttriebwerks erfolgt. Dabei können mehrere derart ausgelegte Gefechtsköpfe an einer einzigen Minen-Plattform vorrätig gehalten und wahlweise gestartet werden. Eine solche Mehrfach-Richtmine kann mit großer Sperrwirkung vorgeplant eingesetzt werden, etwa zum Sperren von Engen wie Fahrwegen, Brücken und Kreuzungen; aber auch zur Überwachung bestehender herkömmlicher Minenfelder (um Räum- oder Umgehungsversuche zu verhindern) und zur Verteidigung der Stellungsräume leichter Kampftruppen gegen gepanzerter Feindobjekte bzw. zum Sperren von Geländeteilen zwischen den Stellungsräumen der leichten Kampftruppen.

Dabei ist der besondere Vorteil der über Lichtwellenleiter von einem zentralen Leitstand ferngesteuerten verfahrbaren Wirkkörper-Plattform, daß quasi das Auge des Lenkschützen, der gesichert im abgesetzten Leitstand agiert, über diese Informationsverbindung an den aktuellen, tatsächlichen Einsatzort der Richtmine verlegt ist und diese somit über die Fernsteuerverbindung unerreicht treffsicher auf das ausgesuchte Zielobjekt gerichtet werden kann, infolge Kopplung der Gefechtskopf-Wirkrichtung an diese Visierrichtung.

Die Auswertung der Bildinformationen und weiterer Sensorinformationen erfolgt im Leitstand-Rechner, über die manuell betätigte Bedieneinheit unterstützt durch die Intelligenz des bedienenden Richtschützen.

Ein Leitstand ist dabei für mehrere Minen-Plattformen gleichzeitig oder nacheinander einsetzbar; wobei die Plattformen grundsätzlich auch wieder in Richtung auf den Leitstand zurückverfahren werden können, um die Waffenrohre mit Gefechtsköpfen und Energielieferanten (wie einer Batterie) sowie gegebenenfalls einer neuen Lichtleiter-Kabelrolle nachzurüsten, also mehrfach einzusetzen.

In bestimmtem Umfange kann über die opto-elektronische Informationsverbindung zwischen Leitstand und Richtminen-Fahrplattform auch Aufklärungsarbeit in Räumen erfolgen, die infolge Geländehindernissen oder aufgrund schlechter Sichtbedingungen für den abgesetzten Beobachter nicht unmittelbar einsehbar sind, so daß die Minen-Plattform auch nach Abschuß ihres Gefechtskopf-Vorrates weitere Gefechtsfeld-Aufgaben erfüllen kann.

Andererseits muß die Mine nicht zwingend ferngelenkt in eine Abschußposition verfahren werden. So ist es aus der DE-OS 28 22 988 bekannt, eine Panzermine mit einem Fahrwerk auszustatten, um sie autonom, sensorgesteuert, in eine günstige Wirkposition an ein aufgefaßtes Zielobjekt heranfahren zu lassen.

Um einer Räumgefährdung möglichst zu entgehen, sollte die Warteposition relativ abgelegen vom eigentlichen Wirkort sein. Das Zielobjekt kann dann aber die über größere Distanz erfolgende und geländebedingt nicht besonders rasche Annäherungsbewegung der Mine beobachten und hat genügend Zeit für Abwehrreaktionen wie Beschuß der sich annähernden Mine oder Ausweich-Fahrmanöver. Demgegenüber ist bei einer Weiterbildung vorliegender Erfindung ohne unvertretbaren apparativen Mehraufwand eine wesentliche Steigerung der Effektivität einer Flächen-Sperrwaffe zu erzielen, wenn eine zufallsbedingte also schwer abwehrbare Bewegung der Mine erfolgt, nachdem sie selbsttätig, programmgesteuert, in ihren vorgegebenen Einsatzbereich fuhr, in dem sie dann nach einem Zielobjekt sucht. Bei Auffassen eines Zielobjektes bedarf es keiner Annäherung an dieses mehr, sondern zur Überbrückung der Wirkdistanz kann eine projektilbildende Ladung gezündet oder wieder ein Projektil nach Art einer Panzerfaust mit stachelbildender Hohlladungseinlage gegen das Zielobjekt gestartet werden.

Die Effektivität dieser Variante der neuen Minenwaffe ist also nicht nur aufgrund ihrer Fern-Wirkung gesteigert, sondern vor allem aufgrund der Unberechenbarkeit ihres momentanen Standortes. Denn im Einsatzgebiet angekommen bestimmt sich die Folge von Stand- und von Bewegungsphasen sowie der momentane Bewegungsweg aus einer abgespeicherten Programmvorgabe, und der Weg außerdem aus den Geländegegebenheiten, nämlich im Zuge des Umfahrens von Hindernissen; wobei die Einsatzvariabilität noch durch beliebige Wirkrichtung gegenüber der Momentanorientierung der verfahrbaren Minen-Flattform gesteigert ist. Die Mine ist also schwer ortbar und selbst bei Ortung von einem Zielobjekt aus hinsichtlich ihrer momentanen Wirkrichtung kaum klassifizierbar. Und da die Mine auch unabhängig von der Erfassung eines Zielobjektes zufallsbedingte Bewegungen ausführt, sind Räummaßnahmen wenig erfolgreich, weil eine solche bewegliche Mine im Zuge ihrer Bewegung im vorgegebenen Geländebereich auch wieder in einen bereits geräumten Geländestreifen einfahren kann.

Für die Ortung von zu umfahrenden Hindernissen und für die Ortung von anzugreifenen Zielobjekten kann eine als Bildaufnehmer ausgelegte Sensoreinrichtung vorgesehen sein, die beispielsweise im sichtbaren oder im Infrarot-Bereich des Spektrums der elektromagnetischen Strahlung arbeitet, mit Durchführung einer Zielklassifikation innerhalb des zentralen, auch für die Steuerung und Koppelnavigation vorgesehenen Prozessors. Um nicht den Bildverarbeitungs-Aufwand treiben zu müssen, genügt aber auch eine einfachere Sensorausstattung; wie etwa ein Heißpunktdetektor zur Zielsuche und getrennt davon am Plattform-Fahrwerk angeordnete Neigungs- und Widerstandsaufnahmer zur Detektion von zu umfahrenden Geländehindernissen.

Zusätzliche Alternativen und Weiterbildungen sowie weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen und, auch unter Berücksichtigung der Darlegungen in der Zusammenfassung, aus nachstehender Beschreibung von in der Zeichnung unter Beschränkung auf das Wesentliche stark abstrahiert skizzierten bevorzugten Realisierungsbeispielen zur erfindungsgemäßen Lösung. Es zeigt:

Fig. 1 eine vom Leitstand ferngesteuert verfahrbare Richtminen-Plattform in Vorderansicht,

Fig. 2 nach Art eines vereinfachten Blockschaltbildes die wichtigsten Funktionskomponenten der Richtmine nach Fig. 1 und ihres Leitstandes, und

Fig. 3 eine gleichartige Panzerabwehr-Richtmine, die jedoch nicht für ferngesteuerten, sondern für autonomen Einsatz ausgestattet ist.

Eine ferngelenkte Mine 11, im Beispielsfalle der Fig. 1 und Fig. 2 eine Panzerabwehr-Mehrfachrichtmine 11, weist eine fernsteuerbar verfahrbare Plattform 12 mit einem ebenfalls ferngesteuert relativ zur Plattform 12 bewegbaren Träger 13 für eine Sensoreinrichtung 14, hier eine Bildaufnahmeinrichtung 14, und wenigstens eine - im vorliegenden bevorzugten Beispielsfalle auf jeder Seite zwei - starr mit der Blickrichtung der Aufnahmeeinrichtung 14 konstruktiv gekoppelte Flugkörper-Starteinrichtungen 15 auf. Diese Richtmine 11 wird von einem abgesetzten Leitstand 16 aus ferngesteuert verbracht, gegebenenfalls ausgerichtet und schließlich gezündet. Als Fernsteuer-Informationsverbindung 17 kann grundsätzlich jede Nachrichten-Übertragungstechnologie dienen. Im Interesse der einfachen Handhabbarkeit und hohen Störsicherheit ist aber eine Kabelverbindung vorgesehen, die vorzugsweise als armierter Lichtwellenleiter 18 zwischen einem zentralen Leitstand 16 und mindestens einer, vorzugsweise mehrerer solcher Minen 11 ausgebildet ist.

Jeder Wirkteil der Mine 11 ist als ungelenkter Flugkörper nach Art einer Panzerfaust, also mit Triebwerk zum Start aus der Startrohr-Einrichtung 15, und mit hochdimensionierter Hohlladung, zum seitlichen Durchschlag schwer gepanzerter Fahrzeuge, für eine wirksame Reichweite z. B. in der Größenordnung von 100 m, ausgelegt.

Der Leitstand 16 ist vorzugsweise ebenfalls mobil ausgelegt, nämlich für Einsatz verlastet aus einem PKW und gleichermaßen für Einsatz abgesetzt aus einer Deckung heraus. Vorzugsweise ist jeder Leitstand 16 (in der Zeichnung insoweit nicht näher ausgeführt) mit zwei Bedienplätzen für je zwei Fernsteuerverbindungen 17 ausgestattet, damit ein einziger Leitstand 16 vier Richtminen 11 mit je vier Starteinrichtungen 15 anschließen und jeweils zwei Mehrfachrichtminen 11 parallel bedienen bzw. zum Einsatz bringen kann.

Der maßgebliche Sensor (dieser Waffenanlage aus einem Leitstand 16 und wenigstens einer über ihn bedienten Richtmine 11) ist die Bildaufnahmeeinrichtung 14 als solcher bekannter Art, beispielsweise realisiert als Fernsehkamera, als Restlichtbildverstärker (LLL-Device), als CCD-Sensormatrix oder als Infrarot-Kamera. Deren Bildinformationen 19 werden über die Lichtleiter-Kabelverbindung 17 an den Leitstand 16 übertragen und dort an einem Bildschirm 20 dargeboten. Orientiert an dieser Darbietung steuert der Bediener am Leitstand über eine Eingabeeinheit 21 (vorzugsweise mit Tastatur und Steuerknüppel) die Bewegung der Plattform 12 im Gelände, eine Bewegung des Geräteträgers 13 relativ zur Plattform 12 und die Einstellung eines Zoom- Objektives 22 der Bildaufnahmeeinrichtung 14. Für die Übertragung dieser Lenkinformationen 23 gegensinnig zu den Bildinformationen 19 über die Lichtleiterverbindung 17 sind in Fig. 2 zur besseren Veranschaulichung zwei Lichtwellenleiter 18 angegeben; obgleich diese Übertragung auch im Multiplexbetrieb über einen einzigen Leiter 18 erfolgen kann, mit im Leitstand-Rechner 24 bzw. in einem Plattform- Prozessor 37 realisierten Multiplexern/Demultiplexern.

Damit die Plattform 12 nicht eine zunehmend längere, also schwerere Kabelverbindung 17 hinter sich herschleppen muß, ist eine Kabelvorrats-Trommel 26 nicht stationär im Leitstand 16, sondern an der Plattform 12 vorgesehen. Außerdem ist die Plattform 12 mit einem Energielieferanten 27 (beispielsweise einer Batterie oder einem Motor-Generator) zur Speisung der Antriebsmotoren eines Räder- oder Kettenfahrwerks 28 ausgestattet, um die Kabelverbindung 17 nicht auch für eine Energieübertragung auslegen zu müssen.

Zur Bewegung der Mine 12 in das und im Wirkgelände steuert der Lenkschütze am Leitstand 16 die Plattform 12 über seine Bedieneinheit 21. Die in Fahrtrichtung, also in Längsrichtung der Plattform 12 voraus, orientierte Bildaufnahmeeinrichtung 14 liefert Bildinformationen 19 über das vor ihr liegende Gelände zum Leitstand 16. Dabei auf dem Bildschirm 20 erscheinende Hindernisse können vom Lenkschützen mittels des Steuerknüppels seiner Bedieneinheit 21 umfahren werden.

Vorzugsweise wird dafür der Geräteträger 13 gegenüber der Längsachse 31 mittels einer Stelleinheit 32 in Umfahrungs-Richtung verschwenkt, mit der Folge, daß während dieser Verbringungsphase das Fahrwerk 28 dieser Richtungsänderung folgt, bis wieder Übereinstimmung zwischen Bildaufnahme-Visierrichtung und Fahrzeug-Längsachse 31 besteht. Zweckmäßigerweise wurde die verfahrbare Plattform 12 zu Fahrtbeginn in eine vorgegebene Geländerichtung genau ausgerichtet. Fahrtmanövergeber 33 liefern über den zurückgelegten Weg und die Richtungsänderung (ermittelt über das Fahrwerk 28 oder aus einem Inertialsystem) Bewegungsinformationen 35 an den Leitstand-Rechner 24, um dort die aktuellen Bewegungen im Gelände durch Koppelnavigation zu erkennen und darzubieten, etwa bedarfsweise in eine Geländekarte einzutragen. Jedenfalls ist im Leitstand 16 der aktuelle Standort der Plattform 12 relativ genau bekannt.

Im Einsatzbereich angekommen, kann das im Wirkbereich der Munition liegende Gelände durch Schwenkbewegungen der Bildaufnahmeinrichtung 14 vom Leitstand 16 aus überwacht werden. Dieser Suchvorgang kann vom Lenkschützen beliebig beeinflußt werden. An der Plattform 12 kann ferner ein Wecksensor 29 vorgesehen sein, um die ins Einsatzgebiet gesteuerte Richtmine 11 - nach Übergang auf Lauer-Betriebsbereitschaft zur Energieersparnis - wieder in Funktion zu setzen, wenn beispielsweise über Luftschall oder Bodenschwingungen die Annäherung eines vermutlich zu bekämpfenden Objektes an den Einsatzbereich dieser individuellen Mehrfach-Richtmine 11 gemeldet wird.

Über die armierte, also gegen Störungen oder Abhören hochsichere und mechanisch beständige, Lichtleiter-Kabelverbindung 17 wird die Wecksensorinformation 30 im Rechner 24 ausgewertet und über einen Melder 34 der Leitstand 16 aktiviert.

Entdeckt der Lenkschütze am Leitstand 16 auf seinem Bildschirm 20 ein anzugreifendes Zielobjekt, dann setzt er über seine Bedieneinheit 21 auf dem Bildschirm 20 eine elektronische Markierung auf die Zielposition, woraus der Rechner 24 eine Nachführsteuerung-Lenkinformation 23 für den Stellgeber 32 zum Nachführen des Geräteträgers 13, also der fest mit ihm verbundenen Bildaufnahmeeinrichtung 14 und Flugkörper-Stareinrichtungen 15 ableitet. Falls für einen optimalen Einsatz der Flugkörper erforderlich, kann vom Rechner 24 in die Darstellung auf dem Bildschirm 20 ein Normraster eingeblendet werden, so daß ein Größenvergleich des abgebildeten, in seiner Geometrie bekannten Zielobjektes (beispielsweise eines Kampfpanzers) eine Bestimmung der Zielentfernung zuläßt.

Vorzugsweise erfolgt nun, vor Übermittlung einer Zündinformation 36 an eine vom Lenkschützen angewählte Starteinrichtung 15, noch ein Verkantungsausgleich derart, daß eine Neigung und Verdrehung der Starteinrichtungen 15 gegenüber der Horizontalen über die Träger- Stelleinrichtung 32 relativ zur im Gelände positionierten Plattform 12 ausgeglichen wird. Dafür erscheint auf dem Bildschirm 20 das, beispielsweise auf einer Strichplatte ausgebildete, Fadenkreuz einer Visiereinrichtung 35 im Blickfeld der Bildaufnahmeeinrichtung 14, die beispielsweise über ein Massependelsystem räumlich vertikal ausgerichtet ist. Bei verkantetem Geräteträger 13 ist das Fadenkreuz auf dem Bildschirm 20 gegenüber einer Orientierungsrichtung verschwenkt. Der Lenkschütze steuert nun über seine Bedieneinheit 21 die Stelleinrichtung 32 in dem Sinne an, daß das Fadenkreuz mit der Differenzrichtung übereinstimmt, die aus der Geländelage der Plattform 12 resultierende Verkantung des Geräteträgers 13 also wieder aufgehoben ist. Dafür ist der Träger 13 mittels der Stelleinrichtung 32 gegenüber der Plattform 12 um zwei Achsen verschwenkbar gelagert; so daß die Querverkantung wie vorstehend beschrieben und die Längsverkantung durch direktes Richten der Starteinrichtung 15, also der Bildaufnahme-Visierlinie ausgeglichen werden kann.

Wenn der Lenkschütze so eine optimale Orientierung der Starteinrichtungen 15 im Gelände erzielt hat, die ihm am Bildschirm 20 angezeigt und zugleich vom Rechner 24 abgefragt werden kann, wird zum Start einer Panzerfaust die entsprechende Lenkinformation 23 vom Leitstand 16 an den Geräteträger 13 übermittelt.

Bei einer dagegen nicht ferngelenkt, sondern autonom und insbesondere auch zufallsbedingt sich im Einsatzgebiet bewegenden Mine 11 werden gemäß Fig. 3 von der Sensoreinrichtung 14 aufgenommene Umgebungsinformationen 19, die also Gelände- und gegebenenfalls darin auch Zielinformationen enthalten, an Bord in einem Prozessor 37 in Fahrmanöverinformationen 23, Richtinformationen 39 für den Geräteträger 13 und gegebenenfalls Zündinformationen 36 für Initiierung bzw. Start des Fernwirkungs-Gefechtskopfes 38 umgesetzt. Zusätzlich verarbeitet der Prozessor 37 Fahrmanöverinformationen 25 in Form von geometrischen Daten über den von der Plattform 12 zurückgelegten Weg im Gelände, die beispielsweise mittels einer Intertial-Navigationsanlage an Bord der Plattform 12 oder einfacher aus den Rad- bzw. Ketten-Fahrwerken 28 zugeordneten Bewegungsgebern 33 gewonnen werden. Als Energielieferant 27 an Bord der Plattform 12 kann eine beliebige Antriebseinrichtung mit elektrischem Generator oder, vorzugsweise, eine elektrische Primär- oder Sekundärbatterie vorgesehen sein. Zur Energieersparnis kann die Mine 11 im Einsatzgebiet in Lauerstellung versetzt werden, aus der sie über beispielsweise einen im Prozessor 37 realisierten Zeitprogrammgeber oder einen an den Prozessor 37 angeschlossenen Wecksensor 29 wieder reaktiviert werden kann.

Zweckmäßigerweise vollführt der Geräteträger 13 Suchschwenks zur Abtastung der Umgebung nur bei stillstehender Plattform 12, während er bei sich bewegender Plattform 12 in Längsachse 31 voraus bzw. in Kurvenmanöverrichtung dagegen verschwenkt orientiert ist.

Wenn die Sensoreinrichtung 14 in Bewegungsrichtung voraus ein Hindernis ausmacht, wird, programmgesteuert aus dem Prozessor 37, der Geräteträger 13 so weit verschwenkt, bis die Hindernis-Situation nicht mehr aufgefaßt wird, und die Steuerung der Fahrwerke 28 diesem an der Stelleinrichtung 32 als Drehwinkel-Bewegungsinformation 25 erfaßbaren Schwenkwinkel nachgeführt, so daß das Hindernis dadurch umfahren wird. Je nach der Vorgabe im Lenkprogrammspeicher 40 kann die Plattform 12 danach wieder auf den alten Kurs zurückgeführt werden, oder die momentane Bewegungsrichtung wird bei der Suche nach einem im erfaßten Geländebereich etwa vorhandenen Zielobjekt beibehalten bzw. gemäß einem vorgegeben Wegprogramm oder gesteuert aus einem Zufallsgeber variiert.

Solche Vorgaben über den Bewegungsweg der Plattform 12 im Gelände können vor dem Start des autonomen Fahrbetriebes über eine Bedieneinheit 21 dem Fahrbetriebs-Speicher 40 eingegeben werden. Solche Vorgaben beinhalten insbesondere die Fahrtroute - die nicht unbedingt linear sein muß, sondern sich je nach den Geländegegebenheiten auch als Polygonzug vorgeben läßt - vom Startorte in abgesetzter, getarnter Stellung zum Einsatzgebiet und die räumliche Begrenzung des Einsatzgebietes, innerhalb dessen die Plattform 12 sich dann bewegen und nach einer vorzugsweise nicht fest vorbestimmten Folge von Richtungsänderungen, also aus für das Zielobjekt nicht vorherbestimmbarer Position heraus nach Zielobjekten suchen soll. Die Suchgelände-Grenzen lassen sich dabei für eine Koppelnavigation innerhalb des Prozessors 37 koordinatenmäßig vorgeben und/oder durch bestimmte geländetypische Hindernisse definieren. Zweckmäßigerweise arbeitet die Navigation mit Überlagerung eines Stütznavigators 41 (beispielsweise realisierbar als Inertialsystem oder einfach als Kompaß), um sicherzustellen, daß im Zuge der Zufalls-Richtungsänderungen bei der Bewegung der Plattform 12 im Gelände und des Geräteträgers 13 relativ zur Plattform 12 kein eigenes Fahrzeug angegriffen, sondern der rückwärtige Halbraum hinter dem Einsatzgebiet für die Auslösung einer Zündinformation 36 gesperrt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Richtwirkungs-Panzerabwehrmine (11), gekennzeichnet durch einen relativ zu einer verfahrbaren Plattform (12) ausrichtbaren Träger (13) für eine Sensoreinrichtung (14) und wenigstens einen Gefechtskopf (38).
  2. 2. Richtmine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine fernsteuerbare Plattform (12) mit relativ zu ihr ausrichtbarem Träger (13) für eine Bildaufnahmeeinrichtung (14) als der Sensoreinrichtung (14) und wenigstens eine Flugkörper-Starteinrichtung (15) ausgestattet ist.
  3. 3. Richtmine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem abgesetzten Leitstand (16) über eine Informationsverbindung (17) wenigstens eine Plattform (12) verbunden ist.
  4. 4. Richtmine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Informationsverbindung als Lichtwellenleiter (18) ausgebildet ist.
  5. 5. Richtmine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildaufnahmeeinrichtung (14) mit einem Restlicht-Bildsensor ausgestattet ist.
  6. 6. Richtmine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildaufnahmeeinrichtung (14) mit einer Fernsehbild-Kamera ausgestattet ist.
  7. 7. Richtmine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinrichtung (14) das Infrarot-Strahlungsspektrum aus der Zielobjekt-Umgebung erfaßt.
  8. 8. Richtmine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Plattform (12) und dem Geräte-Träger (13) eine Stelleinrichtung (32) zur Kompensation räumlicher Verkantungen des Trägers (13) vorgesehen ist.
  9. 9. Richtmine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Visiereinrichtung (35) zur Verkantungsanzeige vorgesehen ist.
  10. 10. Richtmine nach einem dem vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit Starteinrichtungen (15) für Gefechtsköpfe nach Art von Panzerfäusten ausgestattet ist.
  11. 11. Richtmine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Plattform (12) mit Fahrtmanövergebern (33) für eine Koppelnavigation im Leitstand (16) ausgestattet ist.
  12. 12. Richtmine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als autonomverfahrbare Richtmine (11) mit gegenüber einer Fahrwerks-Plattform (12) verschwenkbarem Geräteträger (13) für eine Sensoreinrichtung (14) und eine Gefechtskopf-Starteinrichtung (15) ausgelegt ist.
  13. 13. Mine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einem Lenkprogrammspeicher (40) für Vorgabe der Bewegung in ein Einsatzgebiet und dessen Abgrenzung ausgestattet ist.
  14. 14. Mine nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einem Prozessor (37) zur Verarbeitung von Sensorinformationen (19, 25, 39) ausgestattet ist, der Fahrmanöverinformationen (23) für zufallsbedingte Bewegungswegänderungen im Einsatzgebiet an den Antrieb der Plattform-Fahrwerke (28) liefert.
  15. 15. Mine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einem Wecksensor (29) ausgestattet ist.
  16. 16. Mine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einem Stütznavigator (41) ausgestattet ist.






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