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Dokumentenidentifikation DE4135264A1 29.04.1993
Titel Pulverförmige Trockenstoffe, sowie ihre Anwendung in Beschichtungsstoffen
Anmelder Heuser, Wilfried, Dr., 4322 Spockhövel, DE
Erfinder Heuser, Wilfried, Dr., 4322 Spockhövel, DE
Vertreter Schneiders, J., Dipl.-Ing.; Pallapies, C.; Koch, U., Rechtsanwälte; Behrendt, A., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 4630 Bochum
DE-Anmeldedatum 25.10.1991
DE-Aktenzeichen 4135264
Offenlegungstag 29.04.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.04.1993
IPC-Hauptklasse C09F 9/00
IPC-Nebenklasse C09D 7/12  
IPC additional class // C08J 3/24,C08K 9/12(C08K 3/10,3:22,3:24,3:26,3:30,3:32)C08K 5/09  

Beschreibung[de]

Trockenstoffe werden Beschichtungsstoffen zugesetzt, die oxidativ trocknende Bindemittel enthalten, um den Trocknungsprozeß zu beschleunigen. Sie sind in der Regel organometallisch aufgebaut und in organischen Lösemitteln löslich.

In Trockenstoffen kommt der Metallkomponente die Aufgabe zu, die Trocknung katalytisch zu beschleunigen, der organische Anteil (Säurerest) bewirkt die Löslichkeit in der organischen Phase (Lösemittel, Bindemittel). Als wirksame Metallkomponenten kommen folgende Metalle zum Einsatz: Kobalt, Blei, Mangan, Eisen, Cer, Zirconium Calcium, Barium, Zink und andere; der gebundene organische Anteil rührt aus der Umsetzung mit natürlichen und synthetischen Carbonsäuren her (Metallseifen). Von herausragender Bedeutung sind heute Trockenstoffe, die aus 2-Ethylhexansäure und dem jeweiligen Metall bzw. Metallgemisch aufgebaut sind (Octoate). Die so bebeschriebenen Trockenstoffe sind bei Raumtemperatur von Natur aus fest. Sie sind in organischen Lösemitteln löslich. Die gelöste, flüssige Form wird handelsüblich vertrieben und so in Beschichtungsstoffen eingesetzt. Trockenstofflösungen sind unter der Bezeichnung Sikkative bekannt. Je nach späterer Anwendung kommen Lösemittel mit unterschiedlicher chemischer Struktur und somit Polarität und Siedebereiche zum Einsatz; in der Regel werden aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe bevorzugt. Diese Sikkative werden Beschichtungsstoffen zugesetzt, die ebenfalls als Lösemittel organische Verbindungen (aliphatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Ester, Ketone und andere) enthalten. Beschichtungsstoffe enthalten prinzipiell Bindemittel, Lösemittel und Hilfsmittel (Additive) und, soweit es sich nicht um Produkte handelt, die nach dem Auftragen und Auftrocknen einen durchscheinenden Beschichtungsfilm ergeben, auch Pigmente.

Aus der Vielzahl der Bindemittel sollen hier die gebräuchlichsten Harze und Öle Beachtung finden, die auf Grund ihres chemischen Aufbaus in der Lage sind, über ihre reaktionsfähigen Doppelbindungen durch Aufnahme von Luftsauerstoff Makromoleküle zu bilden. Durch diesen Vorgang trocknet der Beschichtungsstoff. Durch Zugabe von Trockenstoffen wird der Trocknungsvorgang beschleunigt. Typische Vertreter solcher Bindemittel sind pflanzliche Öle und Harze, die Fettsäuren mit Doppelbindungen (Öl-, Linol-, Linolen-, Ricinol-, Ricinen-, Eläostearinsäure und andere) enthalten, so z. B. Lein-, Holz-, Soja-, Ricinusöl, sowie deren Modifikationen ferner Alkydharze, Epoxidester und ölmodifizierte Polyurethane.

Um bestimmte Eigenschaften eines Beschichtungsstoffs zu beeinflussen, werden Hilfsmittel (Additive) zugegeben. Der Anteil kann bis zu 4 Gewichtsprozenten betragen. Hierzu zählen unter anderen die Trockenstoffe. Die Lösemittel sind im Beschichtungsstoff enthalten, um diesen überhaupt in einer flüssigen und somit verarbeitbaren Form zu haben. Sie bewirken keine chemische Umsetzung und gehen nach dem Applizieren durch Verdunstung wieder aus dem Beschichtungsfilm. Neben den typischen organischen Lösemitteln (Aliphaten, Aromaten, Ester, Ketone, Alkohole) gewinnt in den letzten Jahren aus Umweltschutzgründen Wasser als Löse- und Verdünnungsmittel zunehmend in Beschichtungsstoffen an Bedeutung.

Bei diesen wäßrigen Beschichtungsstoffen können neben dem Lösemittel Wasser auch Anteile an organischen Lösemitteln, meist in Form von Alkoholen, enthalten sein. Auch in solchen Beschichtungsstoffen werden Bindemittel eingesetzt, die oxidativ trocknende chemische Gruppierungen enthalten, wie z. B. wasserverdünnbare Alkydharze und entsprechende modifizierte Öle, und die somit ebenfalls Trockenstoffe zur Trocknungsbeschleunigung benötigen. Den wäßrigen Beschichtungsstoffen werden zur Zeit Trockenstoffe in flüssiger Form zugesetzt. Diese handelsüblichen Produkte sind prinzipiell wie die Sikkative für Beschichtungsstoffe, die nur organische Lösemittel enthalten, aufgebaut; jedoch enthalten sie zusätzlich neben der Metallseife als Wirksubstanz und den organischen Lösemitteln (aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe) noch erhebliche Anteile an Emulgatoren und teilweise Glykole, um in wasserverdünnbaren Beschichtungsstoffen überhaupt eine Verträglichkeit und somit eine gleichmäßige und wirksame Verteilung zu erreichen.

Die Verarbeitung flüssiger Trockenstoffe hat sich somit in der Vergangenheit bei Beschichtungsstoffen, die organische Lösemittel enthalten, so eingeführt, daß auch bei den wäßrigen Beschichtungsstoffen dieser Weg beschritten wurde, selbst um den Preis, daß durch Einsatz dieser flüssigen Mischungen dem Beschichtungsstoff neben den unerwünschten organischen Lösemitteln noch erhebliche Mengen an Emulgatoren zugesetzt werden, die bei den käuflichen Produkten als Firmen- Know how in der Regel nicht preisgegeben werden und die Beschichtungsstoffeigenschaften unkontrolliert und häufig sogar negativ beeinflussen.

Aus Umweltschutzgründen ist bei Beschichtungsstoffen immer mehr der Zwang gegeben, die Verwendung von organischen Lösemitteln zu reduzieren oder ganz zu unterlassen, da die gesetzlichen Auflagen für solche lösemittelhaltigen Produkte sowohl für den Hersteller solcher Beschichtungsstoffe, als auch den Verarbeiter immer größer und somit kostenintensiver wird.

So werden mit jeder Überarbeitung der dem Bundesimmissionsschutzgesetz zugeordneten "Technischen Anleitung Luft" die Emissionen an organischen Lösemitteln reduziert, so daß Hersteller und Verarbeiter entweder ihre Anlagen, in denen die lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffe eingesetzt werden, durch emissionsmindernde Maßnahmen nachrüsten müssen, oder sie entscheiden sich für wäßrige, lösemittelarme, besser noch lösemittelfreie Beschichtungsstoffe. Auch hinsichtlich der Lagerung brennbarer Flüssigkeiten, wie sie als organische Lösemittel zur Zeit in Trockenstofflösungen enthalten sind, und den damit verbundenen Vorkehrungen hinsichtlich Gewässerschutz, Explosions- und Brandschutz, lassen sich Produkte, die organische Lösemittel enthalten, zukünftig nur noch unter aufwendigen Bedingungen handhaben. Daher sind solche Rohstoffe und daraus hergestellte Materialien von großer Bedeutung, wo auf die Verwendung von organischen Lösemitteln verzichtet wird, da dann die durch die organischen Lösemittel bedingten Probleme entfallen.

In den letzten Jahren laufen Entwicklungen, Beschichtungsstoffe lösemittelarm zu machen und die üblicherweise noch dominierenden organischen Lösemittel durch Wasser als ungefährliches Lösemittel zu ersetzen. So können mit niedrigmolekularen Bindemitteln, die Doppelbindungen enthalten und somit einer oxidativen Trocknung zugänglich sind, z. B. pflanzlichen Ölen, Beschichtungsstoffe konzipiert werden, die von Haus aus nur noch einen geringen Lösemittelanteil zur Verarbeitung brauchen (High-Solid-Produkte) , jedoch nach dem jetzigen Stand der Technik müssen diese mit Trockenstofflösungen versetzt werden, wobei der im Trockenstoff enthaltene Lösemittelanteil überflüssig und von der Art und den daraus resultierenden Eigenschaften sogar unerwünscht ist.

Das gleiche gilt für Beschichtungsstoffe mit wasserverdünnbaren Bindemitteln, z. B. wäßrigen Alkydharzen, wo die organischen Lösemittel möglichst eliminiert und durch Wasser ersetzt werden sollen; jedoch bringt die notwendige Verwendung der zur Zeit eingesetzten flüssigen Trockenstoffe unnötig organische Lösemittel und Emulgatoren in den Beschichtungsstoff.

Stand der Technik ist somit seit Jahrzehnten, Trockenstoffe in organischen Lösemitteln zu lösen und diese als Sikkativ bezeichneten Lösungen den Beschichtungsstoffen in flüssiger Form zuzusetzen. Für die an Bedeutung stark zugenommenen wäßrigen Beschichtungsstoffe werden die üblichen Trockenstofflösungen von den entsprechenden Herstellern mit Emulgatoren und ggf. weiteren organischen Flüssigkeiten, wie Glykolen, versetzt, um eine gute Verteilung dieser flüssigen Mischungen im wäßrigen System zu erreichen.

Den Einsatz fester Metallverbindungen beschreibt die Literatur nur im Zusammenhang mit der Herstellung von Trockenstoffen. So wurden früher zum Beispiel Linoleate und Resinate durch Reaktion von festen Metalloxiden mit den entsprechenden Carbonsäuren bei höheren Temperaturen hergestellt. Die Verwendung dieser festen Metallverbindungen diente somit zur Herstellung der Trockenstoffe und nicht zum direkten Einsatz in flüssigen Beschichtungsstoffen. Auch die Verwendung fester Trockenstoffe in Beschichtungsstoffen ist nicht beschrieben, da die Handhabung von Lösungen einfacher erscheint als der Einsatz von grobstückigen Trockenstoffen und der damit verbundenen schlechten Verteilung. Erst in den letzten Jahren ist durch moderne Mahlverfahren bei niedrigschmelzenden Produkten, wie Metallseifen, die Herstellung feinster Partikel mit Teilchengrößen unter 30 µm möglich geworden; diese werden bis jetzt jedoch nicht in Beschichtungsstoffen eingesetzt.

Die Verwendung von Metallseifen hatte sich auf Grund der Löslichkeit in organischen Lösemitteln, der damit verbundenen guten Verteilung in lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen und der hohen Reaktivität so bewährt, daß den entsprechenden Metallverbindungen, die auf Grund ihres chemischen Aufbaus nicht in organischen Lösemittel löslich waren, keine Beachtung geschenkt wurde. Ebenfalls wasserlösliche Metallverbindungen hatten offensichtlich in üblicherweise hydrophoben Beschichtungsstoffen durch die ungleichmäßige Verteilung bei weitem nicht die Reaktivität der bekannten Trockenstoffe, so daß der Einsatz solcher Produkte nicht erfolgte. Auch die Verwendung fester Metallsalze als Trockenstoffe, die in organischen Lösemittel unlöslich sind, ist nicht bekannt.

Die erfindungsgemäß beschriebenen Trockenstoffe sind pulverförmig und werden so den flüssigen Beschichtungsstoffen zugesetzt. Die wirksamen Metallverbindungen liegen entweder allein in feinstverteilter Form (Primärteilchengröße ≤ 30 µm) , oder an einer Trägerstoffoberfläche gebunden vor. Als Trägerstoff dienen Produkte, die üblicherweise als Rohstoffe, z. B. Pigmente und Hilfsstoffe, in Beschichtungsstoffen eingesetzt werden. Genau wie die Trägerstoffe können die erfindungsgemäß beschriebenen Trockenstoffe durch die üblichen Mischverfahren (Rühren, Dissolvern, Dispergieren mit Perlmühlen, Kugelmühlen etc.) in den Beschichtungsstoffen optimal verteilt werden. Die Mitverwendung von ungewollten und häufig unbekannten Begleitstoffen, wie organischen Lösemitteln und Emulgatoren, die in flüssigen Trockenstoffen enthalten sind, entfällt somit. Der Anteil an organischen Lösemitteln reduziert sich somit in den meisten Beschichtungsstoffen durch den Einsatz von pulverförmigen Trockenstoffen, was verminderte Emissionen an die Umwelt bedeuten. Ferner lassen sich die der Erfindung zugrunde liegenden Produkte wegen des Fehlens von flüchtigen, brennbaren, organischen Lösemitteln gefahrlos lagern, transportieren und handhaben, da Gesetze und Verordnungen, denen bei den herkömmlichen flüssigen Trockenstoffen Beachtung geschenkt werden muß, wie z. B. das Bundesimmissionsschutzgesetz, die Verordnung zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, das Wasserhaushaltsgesetz, die Gefahrgutverordnung, hier keine Anwendung finden.

Bei Zugrundelegung gleicher wirksamer Metallanteile ergaben flüssige Trockenstoffe (käufliche Sikkative) und erfindungsgemäß beschriebene Trockenstoffe in fester Form in Beschichtungsstoffen mit organischen Lösemitteln die gleichen Trockenzeiten; in wasserverdünnbaren Beschichtungsstoffen jedoch sind die pulverförmigen Trockenstoffe, bei denen die Wirksubstanz an einer Trägerstoffoberfläche sitzt, im Vergleich zu käuflichen Produkten bei gleichem Metallgehalt je nach Lagerzeit der flüssigen Trockenstoffe, der Art der eingesetzten Metalle, sowie den Lagerzeiten des Beschichtungsstoffs reaktiver oder gleich reaktiv hinsichtlich der trocknungsbeschleunigenden Wirkung. Bei dem vergleichenden Einsatz von flüssigen Trockenstoffen für wäßrige Systeme auf Kobaltbasis wurden bei Produkten verschiedener Hersteller bei gleichem Metallgehalt unterschiedliche Wirksamkeiten in wasserverdünnbaren Beschichtungsstoffen festgestellt. Im Vergleich zu pulverförmigen Trockenstoffen war die Trockenzeit vergleichbar oder bis zu 15% schlechter. Wurden die Beschichtungsstoffe nach zwei Monaten noch einmal hinsichtlich ihrer Trockenzeit untersucht, so konnten unabhängig vom Hersteller der flüssigen Trockenstoffe bei gleichem Metallgehalt Trocknungsunterschiede bis zu 25% beobachtet werden. Es zeigte sich jedoch, daß die erfindungsgemäß beschriebenen Trockenstoffe unter gleichen Bedingungen schneller trockneten und somit reaktiver waren. Ferner verlieren offensichtlich die flüssigen Trockenstoffe je nach Hersteller bei der Lagerung einen Teil ihrer Wirksamkeit, da käuflich erworbene Produkte, im Zeitraum von mehreren Monaten eingesetzt, bei gleicher Menge unterschiedliche Trockenzeiten ergaben. Die einige Monate länger gelagerten Trockenstoffe zeigten im Beschichtungsstoff unterschiedliche, aber tendenziell schlechtere Trocknungsergebnisse als frisch verwendete Trockenstoffe, eine Erscheinung, die bei Lagerung des Trockenstoffpulvers nicht beobachtet wird. Diese bei der Verwendung von kobalthaltigen flüssigen Trockenstoffen auftretenden Fakten wurden hinsichtlich der teilweise verlängerten Trockenzeiten im Vergleich zu den Trockenstoffpulvern auch bei anderen flüssigen Trockenstoffen, z. B. auf Mangan-, Blei-, Zirconiumbasis, in wäßrigen Systemen festgestellt.

Der Einsatz von pulverförmigen Trockenstoffen ohne Trägerstoff brachte in wäßrigen Beschichtungsstoffen hinsichtlich der Trockenzeiten im Vergleich zu käuflichen, flüssigen Trockenstoffen je nach Verteilungsgrad gleiche oder bis zu 30% schlechtere Ergebnisse.

Diese Beobachtungen lassen sich aus der Wirkungsweise der Trockenstoffe interpretieren. Die größte Wirksamkeit haben die Trockenstoffe mit Metallen, die in der Lage sind, leicht in eine oxidierte Form überzugehen und bei diesem Vorgang Sauerstoff zu übertragen, wie es vielfach in der Literatur beschrieben worden ist. Am wirksamsten ist dabei Kobalt, weniger reaktiv sind Blei und Mangan, während Metalle, die zu keiner Wertigkeitsänderung fähig sind, nur als Sekundärmetalle in Verbindung mit Metallen, wie Kobalt, Blei, Mangan eine trocknungsunterstützende Wirkung haben. Diese Aussage gilt prinzipiell für lösemittelhaltige und wäßrige Systeme. In wäßrigen Beschichtungsstoffen liegen die oxidativ trocknenden Bindemittel je nach chemischem Aufbau und Art der Herstellung in wasserlöslicher oder wasseremulgierter Form vor. Wenn sich beide Formen auch in der Art der Verteilung des Bindemittels im Wasser unterscheiden, so gilt doch für beide, daß der pH-Wert zwischen 7 und 10 liegt. Hervorgerufen wird dieser Bereich durch Verwendung von Aminen und/oder Ammoniak. Werden diesen flüssigen Beschichtungsstoffen nun käufliche, flüssige Trockenstoffe zugesetzt, so beginnt die Hydrolyse der Metallseife, das Metallion oxidiert durch vorhandenen Sauerstoff und gibt mit Aminen und/oder Ammoniak eine stabile Komplexverbindung, die die Fähigkeit, Sauerstoff zu übertragen und somit die Trocknung zu beschleunigen, verloren hat. Wenn es sich hierbei auch um eine langsam verlaufende Reaktion handelt, kann festgestellt werden, daß frisch hergestellte, wäßrige Beschichtungsstoffe bestimmte Trockenzeiten haben; nach einigen Wochen jedoch verlangsamt sich der Trocknungsvorgang stark, und nach einem noch längeren Zeitraum tritt je nach Trockenstofftyp, Art des Beschichtungsstoffs und Sauerstoffangebot keine Trocknung mehr ein. Diese Erscheinungen konnten bei allen marktüblichen flüssigen Trockenstoffen in unterschiedlicher Geschwindigkeit beobachtet werden. Beim Einsatz der erfindungsgemäß beschriebenen Trockenstoffpulver zeigte sich eine bessere Stabilität der Trockenstoffwirkung im Beschichtungsstoff. Offensichtlich unterliegen die an dem Trägerstoff gebundenen Metallseifen auf Grund des Herstellungsverfahrens und des umgebenden Mediums nicht so schnell den beschriebenen Vorgängen (Hydrolyse, Oxidation, Komplexbildung) zur Reduzierung der Trockenstoffwirkung bis hin zur Inaktivierung. Die bei einigen käuflichen flüssigen Trockenstoffen auftretende, unterschiedliche Wirksamkeit bei der Lagerung liegt vermutlich darin, daß sich im System Metallseife/Emulgator/Lösemittel und ggf. geringe Mengen Wasser schon hydrolytische Vorgänge abgespielt haben, die je nach Alter unterschiedlich fortgeschritten waren. Werden solche flüssigen Trockenstoffe wäßrigen Beschichtungsstoffen zugesetzt, so reagiert im alkalischen Medium, wie vorher beschrieben, das Metallion mit dem immer in Anteilen vorhandenen Sauerstoff spontan zur höherwertigen Form, die komplexiert und dann die Fähigkeit der Sauerstoffübertragung verloren hat. Die Wirksamkeit solcher flüssigen Trockenstoffe hängt somit stark vom Alter vor der Zugabe und vom Sauerstoffangebot im Beschichtungsstoff ab. Dieses Nachlassen der Trockenstoffwirkung hat das analoge Trockenstoffpulver naturgemäß nicht.

Diese Ausführungen über die vergleichenden Betrachtungen zwischen flüssigen und den erfindungsgemäß beschriebenen pulverförmigen Trockenstoffen basieren auf dem Einsatz der heute üblichen Metallseifen, wie den Octoaten bzw. verwandten Substanzen. Metallverbindungen mit z. B. anorganischen Säureresten haben als Trockenstoffe in Beschichtungsstoffen, wie schon beschrieben, bis jetzt keine Bedeutung. Jedoch ist der Einsatz als wirksame, feste Trockenstoffe durchaus möglich, wenn berücksichtigt wird, daß diese Produkte eine gewisse Löslichkeit im Wasser haben müssen, der Beschichtungsstoff, soweit er nicht auf wäßriger Basis ist, geringe Anteile an Wasser enthalten muß und die Wirksamkeit sehr stark von der Verteilungsdauer im Beschichtungsstoff abhängig ist (Bildung von reaktiven Metallionen) Die Untersuchungen haben jedoch gezeigt, daß die heute gebräuchlichen Metallseifen den anorganischen Metallverbindungen von der Wirksamkeit her überlegen sind.

Die Herstellung der pulverförmigen Trockenstoffe erfolgt in geschlossenen Apparaturen, so daß bei Verwendung von organischen Lösemitteln sichergestellt ist, daß diese vollständig zurückgewonnen werden und nicht als Emission die Umwelt belasten. Bei Octoaten, die zur Herstellung der festen Trockenstoffe eingesetzt wurden, handelte es sich um gängige käufliche Produkte. Die anorganischen Metallverbindungen wurden, soweit sie als Handelsprodukte leicht erhältlich waren, gekauft, im anderen Fall nach den gängigen präparativen Methoden hergestellt. Zum Vermahlen kamen Kugel- und Stiftmühlen, bei Trockenstoffen mit relativ niedrigem Schmelzbereich Strahlmühlen zum Einsatz.

Der Einsatz dieser erfindungsgemäß beschriebenen Trockenstoffe in Beschichtungsstoffen erfolgte in der Form, daß diese durch Rühren mit geeigneten Rührwerken im Beschichtungsstoff verteilt wurden. Dieses Verfahren ist grundsätzlich bei der Herstellung von Beschichtungsstoffen üblich, so daß die Einarbeitung der pulverförmigen Trockenstoffe keinen zusätzlichen Verfahrensschritt bedeutet. Aus lacktechnischen Gründen ist es häufig zusätzlich erforderlich, nach dem Rühren den Beschichtungsstoff über ein Dispergieraggregat, z. B. eine Rührwerkskugelmühle, weiter zu behandeln.

Die Beschichtungsstoffe wurden beim Einsatz von Trockenstoffen auf der Basis von Metallseifen als Wirkstoffe 20 bis 30 Minuten gerührt; erfolgte der Einsatz von Trockenstoffen mit anorganischen Metallverbindungen als Wirksubstanz, so erhöhte sich die Rührzeit auf 2 Stunden, und es erfolgte immer eine zusätzliche Dispergierung in Rührwerkskugelmühle.

Die trocknungsbeschleunigende Wirkung wurde nach DIN 53 150 ermittelt. Bei vergleichenden Untersuchungen wurde immer von gleichen Metallanteilen der Wirksubstanzen ausgegangen und hinsichtlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schichtdicke etc. nach den Vorgaben der DIN 53 150 gearbeitet.

Beispiele

Zur Verdeutlichung folgen Beispiele für die Zusammensetzung der erfindungsgemäß beschriebenen festen, pulverförmigen Trockenstoffe, sowie deren Herstellung und Anwendung in Beschichtungsstoffen.

Beispiel 1 Trockenstoff 1

Der Trockenstoff 1 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Calciumcarbonat (Calcit-Typ)

7,94 Teile Kobaltoctoat, Metallanteil: 1,2 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 1 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 100 Teile Calciumcarbonat mit 20 Teilen Kobaltoctoat-Lösung, Festkörper: 39,7 Gewichtsprozente, und 10 Teile Toluol als hochviskose Mischung 30 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 1 hat eine Teilchengröße von ≤40 µm.

Beispiel 2 Trockenstoff 2

Der Trockenstoff 2 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Bariumsulfat (Typ: Blancfixe Micro)

103,04 Teile Kobaltoctoat, Metallanteil: 16 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 2 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 100 T. Bariumsulfat mit 160 Teilen Kobaltoctoatlösung, Festkörper: 64,4 Gewichtsprozente, als hochviskose Mischung 20 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 2 hat eine Teilchengröße von ≤40 µm.

Beispiel 3 Trockenstoff 3

Der Trockenstoff 3 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Talkum

22,44 Teile Mischtrockner, und zwar Kobalt-, Barium-, Zinkoctoat, Metallanteile: 0,48/2,88/1,28 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 3 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 100 Teile Talkum mit 40 Teilen Mischtrocknerlösung, Festkörper: 56,1 Gewichtsprozente und 20 Teile Toluol als hochviskose Mischung 20 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 3 hat eine Teilchengröße von ≤20 µm.

Beispiel 4 Trockenstoff 4

Der Trockenstoff 4 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Methylcellulose

81,1 Teile Kobaltoctoat, Metallanteil: 12 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 4 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 100 Teile Methylcellulose mit 100 Teilen Kobaltoctoatlösung, Festkörper: 81,1 Gewichtsprozente und 20 Teilen Testbenzin (Flammpunkt: 21°C) als hochviskose Mischung 30 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 4 hat eine Teilchengroße von ≤2000 µm.

Beispiel 5 Trockenstoff 5

Der Trockenstoff 5 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Bentonit, nachbehandelt mit Aminen (Typ: Bentone)

22,85 Teile Bleioctoat, Metallanteil: 9 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 5 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 100 Teile Bentonit mit 50 Teilen Bleioctoatlösung, Festkörper: 45,7 Gewichtsprozente, und 1000 Teilen Toluol als hochviskose Mischung 25 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 5 hat eine Teilchengröße von ≤ 40 µm.

Beispiel 6 Trockenstoff 6

Der Trockenstoff 6 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Titandioxid

25 Teile Mangansulfat (1 Mol Kristallwasser), Metallanteil: 8,14 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 6 wie folgt hergestellt wird: In einer Kugelmühle werden 6 Stunden gemischt: 100 Teile Titandioxid und 25 Teile Mangansulfat. Anschließend wird die Mischung gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 6 hat eine Teilchengröße von ≤30 µm.

Beispiel 7 Trockenstoff 7

Der Trockenstoff 7 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Bariumsulfat (Typ: Blancfixe Micro)

5 Teile Kobaltacetat (4 Mol Kristallwasser), Metallanteil: 1,18 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 7 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk versehenen Gefäß werden 100 Teile Bariumsulfat und 100 Teile einer 5%igen wäßrigen Kobaltacetatlösung gemischt. Anschließend wird das Wasser unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 7 hat eine Teilchengröße von ≤15 µm.

Beispiel 8 Trockenstoff 8

Der Trockenstoff 8 ist zusammengesetzt aus:

1 Teil Siliciumdioxid (Typ: Aerosil)

199 Teile Manganoctoat, Metallanteil: 30,43 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 8 wie folgt hergestellt wird: In einem mit Rührwerk und Destilliervorrichtung versehenen, geschlossenen Gefäß werden 1 Teil Siliciumdioxid und 304,3 Teile Manganoctoatlösung, Festkörper: 65,4 Gewichtsprozente, als Mischung 120 Minuten intensiv gerührt. Anschließend wird bei 90°C das enthaltene Lösemittel unter leichtem Rühren verdampft. Das zurückbleibende Agglomerat wird in einer Strahlmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 8 hat eine Teilchengröße von ≤30 µm.

Beispiel 9 Trockenstoff 9

Der Trockenstoff 9 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Kobalt-, Blei-, Manganoctoat, Metallanteil: 2,05/30,1/ 2,05 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 9 wie folgt hergestellt wird: Klumpenförmiges bzw. in Granulatform vorliegendes käufliches oder nach den einschlägigen Verfahren zur Gewinnung von Metallseifen hergestelltes Kobalt-, Blei-, Manganoctoat wird in einer Kugelmühle vorzerkleinert und anschließend in einer Strahlmühle weiter zerkleinert und gesiebt. Der zum Einsatz kommende Anteil hat eine Teilchengröße von ≤30 µm.

Beispiel 10 Trockenstoff 10

Der Trockenstoff 10 ist zusammengesetzt aus:

100 Teile Kobaltphosphat (2 Mol Kristallwasser), Metallanteil: 43,9 Teile,

wobei dieser Trockenstoff 10 wie folgt hergestellt wird:

In einem mit Rührwerk versehenen Gefäß wird 1 Mol Kobaltsulfat mit Kristallwasser (281,1 g) in 3000 g Wasser gelöst und mit 5%iger Natriumhydroxidlösung bis zur vollständigen Ausfällung des Kobalthydroxids versetzt. Nach Filtrieren und Waschen des Niederschlages wird dieser unter Rühren mit der äquivalenten Menge 10%ige Phosphorsäure versetzt, der Niederschlag abfiltriert, gewaschen und bei Raumtemperatur getrocknet. Das so erhaltene rosafarbene kristallwasserhaltige Kobaltphosphat wird bei 50°C getrocknet, der Rückstand in einer Kugelmühle zerkleinert und anschließend gesiebt. Der zum Einsatz kommende Trockenstoff 10 hat eine Teilchengröße von ≤20 µm.

Beispiel 11 Beschichtungsstoff 1A 40 T. Alkydharz mit einem Anteil an 65% oxidativ trocknendem Öl (Sojaöl), gelöst in Testbenzin

20 T. Titandioxid

0,5 T. Verdickungsmittel (hydriertes Ricinusöl)

5,34 T. Trockenstoff 3 (Beispiel 3)

20,76 T. Testbenzin Beschichtungsstoff 1B 40 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 1A)

20 T. Titandioxid

0,5 T. Verdickungsmittel (hydriertes Ricinusöl)

4,36 T. Talkum

1,74 T. Michtrockner, und zwar Kobalt-, Barium-, Zinkoctoatlösung, Metallgehalte in Lösung: 1,2/7,2/3,2%, in Testbenzin gelöst,

20 T. Testbenzin

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 1A und 1B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53150 ermittelt:

Beispiel 12 Beschichtungsstoff 2A 16 T. Leinöl

24 T. Alkydharz mit 65% oxidativ trocknendem Öl (Leinöl)

20 T. Eisenoxidrot

2,28 T. Trockenstoff 2 (Beispiel 2)

2 T. Trockenstoff 5 (Beispiel 5)

27,46 T. Testbenzin

0,5 T. Hautverdünnungsmittel (Oxim) Beschichtungsstoff 2B 16 T. Leinöl

24 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 2B)

20 T. Eisenoxidrot

1,12 T. Bariumsulfat

3 T. Kobaltoctoatlösung, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 6%, in Testbenzin gelöst,

1,62 T. nachbehandeltes Bentonit

1 T. Bleioctoatlösung, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 18%, in Testbenzin gelöst,

0,5 T. Hautverdünnungsmittel (Oxim)

25 T. Testbenzin

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 3A und 3B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 13 Beschichtungsstoff 3A 45 T. Wasserverdünnbares Alkydharz mit 46% Sojaöl, Wasserverdünnbarkeit über aminneutralisierte Carboxylgruppen, Lösemittel: Wasser, ohne organische Lösemittel,

10 T. Titandioid

1 T. Phthalocyaninblau

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbehandeltes Bentonit)

10,8 T. Trockenstoff 1 (Beispiel 1)

10,7 T. Wasser Beschichtungsstoff 3B 45 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 3A)

10 T. Titandioxid

1 T. Phthalocyaninblau

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbeh. Bentonit)

10 T. Wasser

10 T. Calcit

1,5 T. Kobaltoctoatlösung für wäßrige Systeme, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 8%, lösemittel- und emulgatorhaltig

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 3A und 3B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 14 Beschichtungsstoff 4A 33 T. Wasseremulgiertes Alkydharz mit 35% oxidativ trocknenem Öl, Verdünnungsmittel: Wasser, ohne organische Lösemittel

0,2 T. Dimethyläthanolamin

15 T. Titandioxid

3 T. Chromoxid

4,1 T. Trockenstoff 5 (Beispiel 5)

12,7 T. Wasser Beschichtungsstoff 4B 33 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 4A)

0,2 T. Dimethyläthanolamin

15 T. Titandioxid

3 T. Chromoxid

3,3 T. Bentonit, nachbehandelt

1,5 T. Bleioctoatlösung für wäßrige Systeme, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 20%, lösemittel- und emulgatorhaltig

12 T. Wasser

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z: B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 4A und 4B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 15 Beschichtungsstoff 5A 48 T. Wasserverdünnbares Alkydharz mit 62% oxidativ trocknendem Öl, Wasserverdünnbarkeit über aminneutralisierte Carboxylgruppen, gelöst in Mischung Wasser/Butylglykol = 93/7

1,6 T. Trockenstoff 4 (Beispiel 4)

30,61 T. Wasser (darin wird Trockenstoff 4 verteilt) Beschichtungsstoff 5B 48 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 5A)

1,33 T. Kobaltoctoatlösung für wäßrige Systeme, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 8%, lösemittel- und emulgatorhaltig

0,88 T. Methylcellulose

30 T. Wasser (darin wird Methylcellulose verteilt)

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 5A und 5B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 16 Beschichtungsstoff 6A 40 T. Alkydharz mit einem Anteil an 65% oxidativ trocknendem Öl (Sojaöl), gelöst in Testbenzin

20 T. Titandioxid

0,5 T. Verdickungsmittel (hydriertes Ricinusöl)

7,68 T. Trockenstoff 6 (Beispiel 6)

1 T. Wasser

23,47 T. Testbenzin Beschichtungsstoff 6B 40 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 6A)

26,15 T. Titandioxid

0,5 T. Verdickungsmittel (hydriertes Ricinusöl)

1 T. Wasser

5 T. Manganoctoatlösung, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 10%, in Testbenzin gelöst,

20 T. Testbenzin

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 6A und 6B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 17 Beschichtungsstoff 7A 45 T. wasserverdünnbares Alkydharz mit oxidativ trocknendem Öl (46% Sojaöl), Wasserverdünnbarkeit über aminneutralisierte Carboxylgruppen, Verdünnungsmittel Wasser ohne organische Lösemittel

10 T. Titandioxid

1 T. Phthalocyaninblau

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbehandeltes Bentonit)

10,68 T. Trockenstoff 7 (Beispiel 7)

10,99 T. Wasser Beschichtungsstoff 7B 45 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 7A)

10 T. Titandioxid

1 T. Phthalocyaninblau

10,17 T. Bariumsulfat (Blancfixe Micro)

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbehandeltes Bentonit)

1,5 T. Kobaltoctoatlösung für wäßrige Systeme, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 8%, lösemittel- und emulgatorhaltig

10 T. Wasser

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 7A und 7B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 18 Beschichtungsstoff 8A 54 T. Alkydharz mit oxidativ trocknendem Öl (49% Leinöl), in Xylol gelöst,

10 T. Zinkphosphat

5 T. Zinkborat

5 T. Titandioxid

0,5 T. Flammruß

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbeh. Bentonit)

3,29 T. Trockenstoff 8 (Beispiel 8)

11,73 T. Xylol Beschichtungsstoff 8B 54 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 8A)

10 T. Zinkphosphat

5 T. Zinkborat

5 T. Titandioxid

0,5 T. Flammruß

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbeh. Bentonit)

0,02 T. Siliciumdioxid (Aerosil)

5 T. Manganoctoatlösug, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 10%

10 T. Xylol

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 8A und 8B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 19 Beschichtungsstoff 9A 16 T. Leinöl

24 T. Alkydharz mit 65% oxidativ trocknenem Öl (Leinöl)

20 T. Eisenoxidrot

1,46 T. Trockenstoff 9 (Beispiel 9)

0,5 T. Hautverdünnungsmittel (Oxim)

27,54 T. Testbenzin Beschichtungsstoff 9B 15 T. Leinöl

24 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 9A)

20 T. Eisenoxidrot

0,5 T. Hautverdünnungsmittel (Oxim)

25 T. Testbenzin

4 T. Mischtrockner, und zwar Kobalt-, Blei-, Manganoctoatlösung, käuflich, Metallgehalte in Lösung: 0,75/11/0,75%, in Testbenzin gelöst

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 9A und 9B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:

Beispiel 20 Bechichtungsstoff 10A 45 T. wasserverdünnbares Alkydharz mit oxidativ trocknendem Öl (46% Sojaöl), Wasserverdünnbarkeit über aminneutralisierte Carboxylgruppen, Verdünnungsmittel Wasser ohne organische Lösemittel

10 T. Titandioxid

1 T. Phthalocyaninblau

0,3 T. Antiabsetzmittel (nachbehandeltes Bentonit)

0,273 T. Trockenstoff 10 (Beispiel 10)

11,227 T. Wasser Beschichtungsstoff 10B 45 T. Alkydharz (wie Beschichtungsstoff 10A)

10 T. Titandioxid

1 T. Phthalocyaninblau

1,5 T. Kobaltoctoatlösung für wäßrige Systeme, käuflich, Metallgehalt in Lösung: 8%, emulgatorhaltig

0,3 T. Antiabsetzmittel

10 T. Wasser

Das Mischen der einzelnen Komponenten erfolgt, wie üblich, durch Rühren mit geeigneten Rühraggregaten, z. B. Dissolver; anschließend wurde eine zusätzliche Dispergierung auf einer Rührwerkskugelmühle angeschlossen.

Die Metallgehalte der Trockenstoffe sind in den Beschichtungsstoffen 10A und 10B gleich.

Folgende Trockenzeiten wurden nach DIN 53 150 ermittelt:



Der analoge Beschichtungsstoff ohne Trockenstoffzugabe klebt nach 300 Stunden noch.


Anspruch[de]
  1. 1. Trockenstoffe, die flüssigen Beschichtungsstoffen, die oxidativ trocknende Bindemittel enthalten, zugesetzt werden, um die Trocknung zu beschleunigen, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenstoffe in fester, pulverförmiger Form vorliegen und so den Beschichtungsstoffen zugesetzt werden oder daß Mischungen, in denen der feste, pulverförmige Trockenstoff die kennzeichnende Komponente ist, den Beschichtungsstoffen zugesetzt werden.
  2. 2. Trockenstoffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die trocknungsbeschleunigende Wirksubstanz allein in feinster Form vorliegt oder auf einem pulverförmigen Trägerstoff aufgebracht ist.
  3. 3. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die trocknungsbeschleunigende Wirksubstanz, wenn sie nicht an einem pulverförmigen Trägerstoff gebunden ist, eine Primärteilchengröße von ≤30 µm aufweist.
  4. 4. Trockenstoffe nach den Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägerstoffe pulverförmige Substanzen mit einer Primärteilchengröße von 0,002 µm bis 3000 µm verwendet sind.
  5. 5. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1, 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Trägerstoff eine anorganische oder organische Substanz ist.
  6. 6. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1, 2, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß als anorganische Trägerstoffe Pigmente und Füllstoffe auf der Basis von Silicaten, wie Talkum, Glimmer, Bentonit etc., Sulfaten, wie Bariumsulfat, Calciumsulfat etc. , Carbonaten, wie Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat etc. Oxiden, wie Eisenoxid, Titandioxid, Siliciumdioxid etc., Phosphate, wie Zinkphosphat etc., sowie in Elementform, wie Graphit etc. , verwendet sind und diese Trägerstoffe eine Teilchengröße zwischen 0,002 µm und 200 µm aufweisen.
  7. 7. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1, 2, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß als organischer Trägerstoff pulverförmige, in Beschichtungsstoffen gebräuchliche Pigmente und Additive (Hilfmittel) wie Methylcellulose, hydriertes Ricinusöl, Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylalkohol, Azopigmente etc. verwendet sind und diese Trägerstoffe eine Primärteilchengröße bis zu 40 µm haben, wenn sie in dem Lösemittel des Beschichtungsstoffs unlöslich sind, sowie eine Primärteilchengröße bis 3000 µm aufweisen, wenn sie in dem Lösemittel des Beschichtungsstoffs löslich sind.
  8. 8. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1, 2, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägerstoffe auch handelsübliche, mit organischen Produkten modifizierte anorganische Pulver, z. B. mit quarternären Ammoniumverbindungen nachbehandelte Bentonite und Hectorite, verwendet sind.
  9. 9. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als trocknungsbeschleunigende Wirksubstanzen Metallverbindungen Verwendung finden.
  10. 10. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Metall ein anorganischer oder organischer Rest sitzt.
  11. 11. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß bevorzugt die Metalle Kobalt, Blei, Mangan, Eisen, Zirconium, Calcium Barium, Zink, Cer, Lithium Anwendung finden.
  12. 12. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Metalle allein oder in Kombinationen Anwendung finden.
  13. 13. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der am Metall gebundene anorganische Rest ein Oxid , Hydroxid oder Säurerost, wie Phosphat, Carbonat, Sulfat etc. darstellt.
  14. 14. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der am Metall gebundene organische Rest durch Umsetzung mit einer Carbonsäure, wie Decan-, 2-Ethylhexan- , Naphthen- , Sebacinsäure etc. gebildet wurde (Metallseife wobei sowohl neutrale, als auch saure und basische Metallseifen in Frage kommen.
  15. 15. Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1, 2, 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der am pulverförmigen Trägerstoff gebundenen trocknungsbeschleunigenden Wirksubstanz (Metallverbindung) bis zu 99,5 Gewichtsprozente beträgt.
  16. 16. Verwendung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 15 in flüssigen Beschichtungsstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß oxidativ trocknende Bindemittel, wie pflanzliche Öle (Lein-, Holz-, Soja-, Ricinen-, Ricinusöl und andere) , sowie deren Umwandlungsprodukte, z. B. Alkydharz, Epoxidester, ölmodifizierte Polyurethane etc. enthalten sind.
  17. 17. Verwendung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 16 in flüssigen, oxidativ trocknende Bindemittel enthaltenden Beschichtungsstoffen, die organische Lösemittel vom Typ aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Ester, Ketone, Alkohole, Ether etc. enthalten.
  18. 18. Verwendung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 16 in flüssigen, oxidativ trocknende Bindemittel enthaltenden Beschichtungsstoffen, die als Löse- bzw. Verdünnungsmittel ausschließlich Wasser oder ein Gemisch von Wasser mit organischen Lösemitteln enthalten.
  19. 19. Herstellung nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der beschriebene trocknungsbeschleunigende Wirkstoff (Metallverbindung) durch die gängigen Herstellungsmethoden gewonnen wird. Anschließend erfolgen das Trocknen und Mahlen auf geeigneten Mahlaggregaten (Stiftmühlen, Strahlmühlen, Kugelmühlen etc.) , sowie Sieben.
  20. 20. Herstellung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der trocknungsbeschleunigende Wirkstoff (Metallverbindung) in geeigneten Lösemitteln gelöst und so mit dem Trägerstoff gemischt wird. Nach dem Verdampfen der Lösemittel in geschlossenen Systemen erfolgt das Mahlen auf geeigneten Mahlaggregaten, sowie das Sieben.
  21. 21. Herstellung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der trocknungsbeschleunigende Wirkstoff (Metallverbindung) in pulverförmiger Form mit dem pulverförmigen Trägerstoff trocken in geeigneten Aggregaten (Kugelmühle, Kollergänge etc.) gemischt wird. Anschließend erfolgt das Mahlen auf geeigneten Mahlaggregaten, sowie das Sieben.
  22. 22. Herstellung der Trockenstoffe nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der trocknungsbeschleunigende Wirkstoff in Dampfform auf dem pulverförmigen Trägerstoff aufgedampft wird. Nach dem Abkühlen erfolgt das Mahlen auf geeigneten Aggregaten, sowie das Sieben.






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