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Dokumentenidentifikation DE4137479A1 19.05.1993
Titel Vorrichtung zum maßstabsgerechten Aufzeichnen von Strukturen
Anmelder Dolmazon, Philippe, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Dolmazon, Philippe, 6900 Heidelberg, DE
Vertreter Meyer-Roedern, Graf von, G., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 6900 Heidelberg
DE-Anmeldedatum 14.11.1991
DE-Aktenzeichen 4137479
Offenlegungstag 19.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1993
IPC-Hauptklasse B43L 13/10
Zusammenfassung Die Vorrichtung arbeitet nach dem Prinzip des Pantographen. Sie hat ein wenigstens abschnittsweise parallelogrammförmiges Scherengestänge, an dem eine Abtast- und eine Aufzeichnungseinrichtung angebracht sind, die von dem Scherengestänge parallel zu dessen Spreizebene, der Projektionsebene, geführt werden. Das Scherengestänge ist an einem freistehenden Stativ (10) angeordnet. Die Abtasteinrichtung strahlt ein Lichtbündel senkrecht zu der Projektionsebene ab.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum maßstabsgerechten Aufzeichnen von Strukturen nach dem Prinzip eines Pantographen mit einem wenigstens abschnittsweise parallelogrammförmigen Scherengestänge, an dem eine Abtast- und eine Aufzeichnungseinrichtung angebracht sind, die von dem Scherengestänge parallel zu dessen Spreizebene, der Projektionsebene, geführt werden.

Als Pantograph sind an Zeichenbrettern angebrachte Zeichengeräte zum maßstabsgerechten Vergrößern oder Verkleinern von Zeichnungen bekannt. Die Zeichnungen werden mit einer Nadel nachgefahren.

Die DE-OS 39 38 046 beschreibt ein Abstast-Aufzeichnungsgerät mit optischer Abtastung und Aufzeichnung von Strukturen im Maßstab 1 : 1.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine im Aufbau unaufwendige, bedienungsfreundliche Vorrichtung zu schaffen, mit der sich Strukturen auch empfindlicher und/oder schwer zugänglicher Objekte insbesondere beträchtlicher Größe ohne mechanische Berührung in verkleinertem Maßstab sehr genau aufzeichnen lassen.

Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung der genannten Art dadurch gelöst, daß das Scherengestänge an einem freistehenden Stativ angeordnet, und daß die Abtasteinrichtung ein Lichtbündel senkrecht zu der Projektionsebene abzustrahlen geeignet ist.

Dank der Anordnung des Scherengestänges an einem freistehenden Stativs kann die Projektionsebene des erfindungsgemäßen Pantographen nahezu beliebig gewählt werden. Die optische Abtastung und die Flexibilität im Abbildungsmaßstab eröffnen vielfältige Anwendungen z. B. in der Archäologie, Paläonthologie, Kunst- und Architekturwissenschaft.

Zu dem Scherengestänge kann ein um eine erste Achse drehbar gelagerter erster Arm und ein an dessen Ende um eine parallele zweite Achse drehbar gelagerter zweiter Arm gehören, von dessen Ende die Lichtabstrahlung erfolgt. Vorzugsweise ist um die erste Achse ein parallel zu dem zweiten Arm ausgerichteter Gelenkhebel drehbar gelagert. An dem Gelenkhebel und dem zweiten Arm läßt sich mit vorgegebenem Abstand von den Achsen eine parallel zu dem ersten Arm sich erstreckende Gelenkstange anlenken, die ein Aufzeichnungselement trägt. Die Parallelogrammschere eines Pantographen ist so mit besonders einfachem und zweckmäßigem Aufbau realisiert.

Das Scherengestänge kann sich in seiner Drehung um die erste Achse und/oder in seiner Spreizung bremsen oder arretieren lassen. Die Bremse wirkt unkontrollierten Bewegungen des Scherengestänges bei nicht horizontaler Orientierung der Projektionsebene entgegen. Das Gewicht des Scherengestänges kann durch die Bremse abgefangen und bei der Abtast-Aufzeichnungsbewegung gegen einen gewissen Widerstand gearbeitet werden. Eine Arretiermöglichkeit des Scherengestänges in vorgegebenen Ruhestellungen trägt zu der Bedienungsfreundlichkeit der Vorrichtung bei.

Das Aufzeichnungselement sollte sich in Längsrichtung der Gelenkstange verstellen lassen. Es kann dadurch bei Änderung des Abbildungsmaßstabs einfach und bedienungssicher auf eine gerade Linie mit dem Drehzentrum der ersten Achse und der optischen Achse des Lichtbündels gebracht werden. Die Längsverstellrichtung des Aufzeichnungselements läßt sich vorzugsweise justieren. Zur Anpassung an Aufzeichnungsmedien unterschiedlicher Dicke kann das Aufzeichnungselement höhenverstellbar an der Gelenkstange angebracht sein.

Die Gelenkstange läßt sich vorzugsweise in wohldefinierten, stufenweise vorgegebenen oder stufenlos einstellbaren Achsabständen an den Gelenkhebel und den zweiten Arm anlenken. Dadurch lassen sich verschiedene Abbildungsmaßstäbe wählen. Verkleinerungen im Maßstab 1 : 5, 1 : 10 und 1 : 20 sind für die Praxis von besonderer Bedeutung. Das Umrüsten der Vorrichtung zur Änderung des Abbildungsmaßstabs ist denkbar einfach.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Scherengestänge mittels eines Gelenks um wenigstens 90° schwenkbar und arretierbar an dem Stativ angebracht. Das ermöglicht es, die Projektionsebene horizontal, vertikal und in beliebigen Zwischenstellungen auszurichten. Mit horizontaler Projektion erfolgt die Aufzeichnung von Strukturen z. B. an Boden und Decke, mit vertikaler Projektion die Aufzeichnung von Strukturen z. B. an Wänden, und mit geneigter Projetion die Aufzeichnung von Strukturen z. B. an Schrägflächen und unzugänglichen Örtlichkeiten.

An dem Stativ ist vorzugweise jenseits des Gelenks ein plattenförmiges Aufzeichnungsmedium angeordnet, das von dem Aufzeichnungselement überstrichen wird. Bei diesem Aufbau ist das Aufzeichnungsmedium gut zugänglich, und es läßt sich der Gang der Aufzeichnung einfach kontrollieren.

An dem Aufzeichnungsmedium kann eine graphische Bildaufzeichnung mit dem Aufzeichnungselement erfolgen. Insbesondere ist an eine Aufzeichnung mit Minen- oder Tuschestiften o. ä. auf Papier zu denken. Es kann aber auch ein Aufzeichnungsmedium verwendet werden, das auf eine automatische Positionserfassung des Aufzeichnungselements ausgelegt und mit einem Datenspeicher verbunden ist. Das ermöglicht eine EDV-gerechte automatische Bilderfassung und schnelle Weiterverarbeitung und Auswertung der gewonnenen Daten.

Zu der Vorrichtung kann ein Satz Aufzeichnungsplatten unterschiedlicher Größe gehören, die sich wahlweise oder passend übereinander an dem Stativ anbringen lassen. Die Größe der Aufzeichnungsplatte läßt sich so einfach an den jeweiligen Abbildungsmaßstab anpassen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abtasteinrichtung geeignet, das Lichtbündel wahlweise in der einen oder anderen Richtung senkrecht zu der Projektionsebene abzustrahlen. Das ermöglicht bei horizontaler Projektion die Aufzeichnung von Strukturen z. B. an Boden und Decke und bei vertikaler Projektion die Aufzeichnen von Strukturen z. B. an einander gegenüberliegenden Wänden, ohne daß große Umbauten erforderlich wären. Ein einfacher Wechsel der Abstrahlrichtung kann mit einem verstellbaren Ablenkspiegel vorgenommen werden. Dieser sollte sich justieren lassen, um eine exakt senkrechte Abstrahlung zu der Projektionsebene zu gewährleisten. Zur Einstellung der Abstrahlrichtung kann die Vorrichtung mit einer geeigneten Justierhilfe versehen sein.

Als Lichtquelle der Vorrichtung ist ein Laser bevorzugt, z. B. ein Diodenlaser oder ein Helium-Neon-Laser, dessen scharf gebündelter roter Lichtstrahl eine genaue Abtastung feiner Strukturen ermöglicht. Es gibt handelsübliche batterie- bzw. akkumulatorgetriebene Laser, die die Vorrichtung auch für Feldanwendungen geeignet machen.

Das Scherengestänge kann an dem Ende des zweiten Arms, an dem die Lichtabstrahlung erfolgt, mit einer Griffstange versehen sein. Diese ist vorzugsweise um eine zu der Projektionsebene senkrechte Achse drehbar an dem zweiten Arm angelenkt, um dessen drehfreie Führung zu gewährleisten. Die Griffstange kann sich quer über den zweiten Arm erstrecken und eine beidhändige Führung ermöglichen, die insbesondere bei horizontaler Projektion besonders bequem ist und eine hohe Genauigkeit gewährleistet. Bei vertikaler Projektion führt man den zweiten Arm vorzugsweise mit einer an der Griffstange angebrachten Verlängerungsstange. Griffstange und Verlängerungsstange sind vorzugsweise mit einem Gelenk verbunden, das eine sich parallel zu der Projektionsebene erstreckende Gelenkachse hat. Die Gelenkverbindung ermöglicht es, den zweiten Arm drehfrei und mit Schwenkspiel zu führen.

Das Scherengestänge besteht vorzugsweise aus Leichtmetall.

Dieses Material sichert bei geringem Gewicht ein hohes Maß an Stabilität. Das Scherengestänge kann eine weite Auslage, und der Pantograph eine entsprechend große Abtastfläche haben. Zur Verringerung der Gelenkbelastungen können Ausgleichsgewichte an dem Scherengestänge angebracht werden. Zu berücksichtigen sind dabei die möglichen unterschiedlichen Neigungen der Projektionsebene, und auch das Gesamtgewicht der Vorrichtung sollte sich in Grenzen halten. Vorzugsweise ist daher allenfalls ein Ausgleichsgewicht an dem ersten Arm des Scherengestänges jenseits des Stativs angebracht. Das Ausgleichsgewicht sollte sich an dem Arm verstellen lassen, um die Vorrichtung auszubalancieren.

Die Gelenke des Scherengestänges sind vorzugsweise kugelgelagert. Dadurch sind ein guter Leichtlauf und eine hohe Führungsgenauigkeit gewährleistet.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann für Unterwasserbedingungen ausgelegt sein, um z. B. in der Hydroarchäologie Anwendung zu finden. Es gibt geeignete wasserdichte Laser und unter Wasser funktionstüchtige Aufzeichnungseinrichtungen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeipiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 die perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zum maßstabsgerechten Aufzeichnen von Strukturen mit horizontaler Projektion;

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung mit vertikaler Projektion;

Fig. 3 eine Seitenansicht der detailgenauer wiedergegebenen Vorrichtung mit horizontaler Projektion in der Strecklage zweier Arme eines Scherengestänges; und

Fig. 4 eine Draufsicht auf die Vorrichtung in abgewinkelter Stellung der Arme mit Blick in Richtung IV von Fig. 3.

Die Vorrichtung steht mit einem Stativ 10, das einen dreibeinigen Fuß 12 hat, frei auf dem Boden. Oberhalb des Fußes 12 hat das Stativ 10 ein Gelenk 14, das eine Hauptachse 16 trägt. Das Gelenk 14 ermöglicht es, die Hauptachse 16 mittels geeigneter Bedinungselemente 60, 62, 64 in einer Horizontalebene zu drehen, um zwei zueinander senkrechte Horizontalachsen zu neigen und in beliebigen Stellungen zu arretieren. Die Hauptachse 16 kann so insbesondere vertikal (vgl. Fig. 1) und horizontal (vgl. Fig. 2) ausgerichtet werden.

An der Hauptachse 16 ist ein quer dazu auskragendes Scherengestänge angebracht, das aus Leichtmetall-Rechteckprofilen aufgebaut ist. Zu dem Scherengestänge gehören zwei lange Arme 18, 20, von denen der eine 18 an der Hauptachse 16 gelagert ist. Der Arm 18 läßt sich um volle 360° in einer Radialebene quer zu der Hauptachse 16 drehen. Die Drehung kann mittels einer Bremse 88, die sich von Hand anziehen und lösen läßt, mehr oder weniger stark gebremst werden. Auch läßt sich der erste Arm 18 mittels eines Absteckstifts 90 an vorgegebenen Winkelpositionen arretieren.

Der Arm 18 steht mit einem kurzen Abschnitt 22 zur einen und mit einem langen Abschnitt 24 zur anderen Seite der Hauptachse 16 ab. Der kurze Abschnitt 22 trägt ein längsverstellbar und arretierbar angebrachtes Ausgleichsgewicht 28. Am Ende des langen Abschnitts 24 ist mit zu der Hauptachse 16 paralleler Achse 26 der zweite lange Arm 20 des Scherengestänges angelenkt. Die Achse 26 geht an der dem Stativfuß 12 abgewandten Seite von dem ersten Arm 18 ab. Der zweite Arm 20 kommt mit Abstand von dem ersten Arm 18 zu liegen und läßt sich in einer parallelen Radialebene um die Achse 26 drehen. Dabei überstreicht er fast 360° und kann nur keine Parallelstellung über dem ersten Arm 18 einnehmen. Die Drehung des zweiten Arms 20 kann mittels einer zweiten Bremse 92 mehr oder weniger stark gebremst werden. Eine Arretierung des zweiten Arms 20 durch Abstecken an vorgegebenen Winkelpositionen ist ebenfalls möglich (nicht dargestellt).

Die Arme 18, 20 erfassen zusammen einen Kreis um die Hauptachse 16 mit einem durch die parallele Streckstellung der Arme 18, 20 definierten Radius. Das freie Ende des zweiten Arms 20 kann fast jeden Punkt innerhalb dieses Kreises erreichen.

Das Profil des zweiten Arms 20 ist hohl. An einem kurzen Abschnitt 30 des zweiten Arms 20 auf der einen Seite der Achse 26 ist ein Diodenlaser oder Helium-Neon-Laser 32 angebracht, der ein Lichtbündel in Längsrichtung durch die Profilöffnung des Arms 20 sendet. Der Laser 32 läßt sich in seiner Abstrahlrichtung justieren und für Wartungszwecke von dem Arm 20 abbauen. Am Ende des langen Armabschnitts 24 auf der anderen Seite der Achse 26 ist in der Profilöffnung des zweiten Arms 20 ein Umlenkspiegel 66 angeordnet, der das auffallende Licht um 90° umlenkt und an ein Austrittsfenster gelangen läßt. Vor dem Austrittsfenster können eine Linse und/oder ein Filter 68 liegen. Das Licht wird senkrecht zu den parallelen Laufebenen der Arme 18, 20 abgestrahlt. Das zu gewährleisten, kann der Umlenkspiegel 66 justiertbar und eine geeignete Justierhilfe vorgesehen sein (nicht dargestellt). Die optische Achse des abgestrahlten Lichtbündels hat von der Achsmittellinie 26 des zweiten Arms 20 den gleichen Abstand D wie die Achsmittellinien 16, 26 des ersten und zweiten Arms 18, 20 voneinander.

Gemäß Fig. 1 und Fig. 3 erfolgt die Lichtabstrahlung zum Boden hin. Der zweite Arm 20 kann aber auch in einer 180° um seine Längsachse gedrehten Position auf die Achse 26 aufgesetzt werden, so daß das Licht zur Decke hin abgestrahlt wird.

An der Hauptachse 16 ist ein quer davon auskragender kurzer Gelenkhebel 36 angebracht, der sich in der Laufebene des zweiten Arms 20 um die Hauptachse 16 drehen läßt. Der Gelenkhebel hat drei Montageplätze 80 für einen Achsbolzen 38, der parallel zu der Hauptachse 16 orientiert ist und auf der dem ersten Arm 18 abgewandten Seite des Gelenkhebels 36 sitzt. Die Montageplätze 80 haben von der Hauptachse 16 einen Abstand d, der 1/20 (0,05) bzw. 1/10 (0,1) bzw. 1/5 (0,2) des vorerwähnten Achsabstands D entspricht. Der zweite Arm 20 hat drei entsprechende Montageplätze 82 für einen Achsbolzen 40, der parallel zu der Hauptachse 16 orientiert ist und auf der dem ersten Arm abgewandten Seite des zweiten Arms 20 sitzt. Die Abstände d der Montageplätze 82 von der Achse 26 sind gleich denen der Montageplätze 80 des Gelenkhebels 36 von der Hauptachse 16. Bei Ausrichtung des Gelenkhebels 36 parallel zu dem zweiten Arm 20 läßt sich auf die an Paaren von Montageplätzen 80, 82 gleichen Abstands d befindlichen Achsbolzen 38, 40 eine Gelenkstange 42 aufsetzen. Die Gelenkstange 42 kommt mit Abstand auf der dem ersten Arm 18 abgewandten Seite des zweiten Arms 20 und Gelenkhebels 36 zu liegen. Die beiden Arme 18, 20, der Gelenkhebel 36 und die Gelenkstange 42 bilden zusammen das parallelogrammförmige Scherengestänge.

Statt einer Anordnung mehrerer Montageplätze 80, 82 für Achsbolzen 38, 40 mit fest vorgegebenen Achsabständen d kann auch je ein einzelner Achsbolzen 38, 40 längsverstellbar und arretierbar an dem Gelenkhebel 36 bzw. zweiten Arm 20 angeordnet sein, wie das durch eine Einzelheit von Fig. 3 illustriert ist. Diese Variante ermöglicht eine stufenlose Verstellung des Abbildungsmaßstabs.

Auf der dem Stativfuß 12 abgewandten Seite jenseits des Scherengestänges ist an der Hauptachse 16 eine Platte 44 angebracht, an der eine Bildaufzeichnung erfolgt. Die Gelenkstange 42 trägt ein Aufzeichnungselement 46, das die Platte 44 überstreicht. Es ist eine graphische Bildaufzeichnung möglich, bei der die Platte 44 einen Bogen Papier o. ä. trägt und als Aufzeichnungselement ein Minen- oder Tuschestift o. ä. vorgesehen ist, der Linien auf dem Papier hinterläßt. Als Aufzeichnungselement 46 kann aber auch ein Cursor dienen, dessen Bewegung über die Platte 44 elektronisch erfaßt wird.

Als Halterung für das Aufzeichnungselement 46 baut in einigem Abstand von der Platte 44 auf der Gelenkstange 42 ein Ständer 48 auf, der in der Höhe über die Platte 44 übersteht. Der Ständer 48 läßt sich in Längsrichtung der Gelenkstange 42 verstellen und arretieren. Das Aufzeichnungselement 46 sitzt an einem Gestänge 70, das sich in einer Parallelführung 72 parallel zu der Gelenkstange 42 verstellen läßt. Die Parallelführung 72 baut auf einer Platte 84 auf, die sich an dem Ständer 48 in der Höhe verstellen läßt. Sie läßt sich zur Ausrichtung der Parallelverstellrichtung des Gestänges 70 mittels einer Stellschraube 86 in einer Ebene parallel zu den Laufebenen der Arme 18, 20 justieren.

Wie man in Fig. 4 erkennt, sind die die Achsbolzen 38, 40 aufnehmenden Enden 74 der Gelenkstange 42 U-förmig abgewinkelt, so daß ihr langer U-Rücken 76 etwas Versatz zu der Verbindungslinie der Achsbolzen 38, 40 hat. Die Parallelführung 72 des Ständers 48 hat entsprechenden Versatz, so daß sich das Aufzeichnungselement 46 genau über der Verbindungslinie der Achsbolzen 38, 40 verstellen läßt. Die beschriebene Justiermöglichkeit gewährleistet das. Das Aufzeichnungselement 46 läßt sich so in Positionen bringen, in denen es unabhängig von der Spreizung des Scherengestänges auf einer geraden Linie liegt, die die Achsmittellinie der Hauptachse 16 mit der optischen Achse des abgestrahlten Lichtbündels verbindet.

Die Parallelverstellbarkeit sowohl des Ständers 48, als auch des Gestänges 70, an dem das Aufzeichnungselement 46 sitzt, gewährleistet einen großen Stellhub in Anpassung an den Abbildungsmaßstab. Entsprechend dem Abbildungsmaßstab läßt sich die Vorrichtung auch mit Platten 44 unterschiedlicher Größe bestücken. Wie in Fig. 3 angedeutet, kann an einer kleinen Grundplatte 44 schienengeführt eine große Aufsatzplatte 78 angebracht werden, die die Grundplatte 44 überdeckt.

Zur optischen Abtastung wird der erfindungsgemäße Pantograph am Ende des zweiten Arms 20, an dem die Lichtabstrahlung erfolgt, manuell geführt. Hierzu setzt eine Griffstange 50 an dem zweiten Arm 20 an. Die Griffstange 50 ist um eine Achse 54, die sich in Verlängerung der optischen Achse des abgestrahlten Lichtbündels erstreckt, drehbar an dem zweiten Arm 20 angelenkt. Sie ragt zur beidhändigen Führung quer über den zweiten Arm 20. Diese Form der Führung kommt insbesondere bei horizontaler Projektion, d. h. horizontal orientierter Spreizebene des Scherengestänges, in Betracht. Bei schräger oder vertikaler Projektion arbeitet man mit einer langen, ein- oder beidhändig geführten Griffstange 52 (vgl. Fig. 2) oder einer Verlängerungsstange 58, die an die kurze Griffstange 50 angelenkt wird. Die Achse des Gelenks 56 erstreckt sich parallel zu der Projektionsebene. Der zweite Arm 20 ist so mit beiden Griffstangen 50, 52 drehfrei und mit der Verlängerungsstange 58 überdies mit Schwenkspiel geführt.

Das Aufzeichnungselement 46 folgt der Abtastbewegung des Lichtbündels mit einer Bewegungsuntersetzung d/D (d : D). Auf der Aufzeichnungsplatte 44 entsteht daher das in dem Abbildungsmaßstab d/D (d : D) verkleinerte Bild der Struktur, die mit dem Lichtbündel nachgefahren wird.

Liste der Bezugszeichen

10 Stativ

12 Fuß

14 Gelenk

16 Hauptachse

18 erster Arm

20 zweiter Arm

22 kurzer Abschnitt von 18

24 langer Abschnitt von 18

26 Achse

28 Ausgleichsgewicht

30 kurzer Abschnitt von 20

32 Laser

34 langer Abschnitt von 20

36 Gelenkhebel

38 Achsbolzen an 36

40 Achsbolzen an 20

42 Gelenkstange

44 Platte

46 Aufzeichnungselement

48 Ständer

50 kurze Griffstange

52 lange Griffstange

54 Achse

56 Gelenk

58 Verlängerungsstange

60 Bedienungselement

62 Bedienungselement

64 Bedienungselement

66 Umlenkspiegel

68 Linse/Filter

70 Gestänge

72 Parallelführung

74 Ende

76 U-Rücken

78 Aufsatzplatte

80 Montageplatz an 36

82 Montageplatz an 20

84 Platte

86 Stellschraube

88 erste Bremse

90 Absteckstift

92 zweite Bremse


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum maßstabsgerechten Aufzeichnen von Strukturen nach dem Prinzip eines Pantographen mit einem wenigstens abschnittsweise parallelogrammförmigen Scherengestänge, an dem eine Abtast- und eine Aufzeichnungseinrichtung angebracht sind, die von dem Scherengestänge parallel zu dessen Spreizebene, der Projektionsebene, geführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Scherengestänge an einem freistehenden Stativ (10) angeordnet, und daß die Abtasteinrichtung ein Lichtbündel senkrecht zu der Projektionsebene abzustrahlen geeignet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu dem Scherengestänge ein um eine erste Achse (16) drehbar gelagerter erster Arm (18) und ein an dessen Ende um eine parallele zweite Achse (26) drehbar gelagerter zweiter Arm (20) gehört, von dessen Ende die Lichtabstrahlung erfolgt, daß um die erste Achse (16) ein parallel zu dem zweiten Arm (20) ausrichtbarer Gelenkhebel (36) drehbar gelagert ist, und daß an dem Gelenkhebel (36) und dem zweiten Arm (20) mit vorgebenem Abstand (d) von den Achsen (16, 26) eine parallel zu dem ersten Arm (20) sich erstreckende Gelenkstange (42) anlenkbar ist, die ein Aufzeichnungselement (46) trägt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Scherengestänge in seiner Drehung um die erste Achse (16) und/oder Spreizung bremsbar (88, 92) und/oder arretierbar (90) ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufzeichnungselement (46) längsverstellbar, in der Längsverstellrichtung vorzugsweise justierbar und vorzugsweise auch höhenverstellbar an der Gelenkstange (42) angebracht ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkstange (42) in wohldefiniertem, stufenweise vorgegebenem oder stufenlos einstellbarem Abstand (d) von den Achsen (16, 26) anlenkbar ist, der einer verkleinerten Aufzeichnung mit wohldefiniertem Maßstab, insbesondere 1 : 5, 1 : 10 und 1 : 20, entsprechen kann.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Scherengestänge mittels eines Gelenks (14) um wenigstens 90° schwenkbar und arretierbar an dem Stativ (10) angebracht ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Stativ (10) jenseits des Gelenks (14) ein plattenförmiges Aufzeichnungsmedium (44) angeordnet ist, das von dem Aufzeichnungselement (46) überstrichen wird.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Aufzeichnungsmedium (44) eine graphische Bildaufzeichnung mit dem Aufzeichnungselement (46) erfolgt.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufzeichnungsmedium (44) auf eine automatische Positionserfassung des Aufzeichnungselements (46) ausgelegt und mit einem Datenspeicher verbunden ist.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch wahlweise oder passend übereinander anbringbare Aufzeichnungsplatten (44, 78) unterschiedlicher Größe.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstasteinrichtung das Lichtbündel wahlweise in der einen oder anderen Richtung senkrecht zu der Projektionsebene abzustrahlen geeignet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zu der Abtasteinrichtung ein verstellbarer und vorzugsweise justierbarer Ablenkspiegel (66) gehört.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquelle ein insbesondere lösbar an dem Scherengestänge angebrachter, vorzugsweise justierbarer Laser ist, z. B. ein Diodenlaser oder Helium-Neon- Laser (32).
  14. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Scherengestänge am Ende des zweiten Arms (20) mit einer Griffstange (50, 52) versehen ist.
  15. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Griffstange (50, 52) um eine zu der Projektionsebene senkrechte Achse (54) drehbar an dem zweiten Arm (20) angelenkt ist.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Griffstange (50) zur beidhändigen Führung quer über den zweiten Arm (20) erstreckt.
  17. 17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Griffstange (50) zur Anbringung einer Verlängerungsstange (52) mit einem Gelenk (56) versehen ist, das eine sich parallel zu der Projektionsebene erstreckende Gelenkachse hat.
  18. 18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Scherengestänge aus Leichtmetall besteht.
  19. 19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Arm (18) des Scherengestänges jenseits des Stativs (10) vorsteht und ein vorzugsweise verstellbar angebrachtes Ausgleichsgewicht (28) trägt.
  20. 20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenke des Scherengestänges kugelgelagert sind.
  21. 21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß sie für Unterwasserbedingungen ausgelegt, insbesondere die Lichtquelle wasserdicht und die Aufzeichnungseinrichtung unter Wasser funktionstüchtig ist.






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