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Dokumentenidentifikation DE4110681C2 27.05.1993
Titel Schreitausbaugestell für bergbauliche Untertagebetriebe
Anmelder Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co KG, 4630 Bochum, DE
Erfinder Bemmerl, Hans-Ferdinand, 4690 Herne, DE;
Scheunert, Alois, Ing.(grad.), 4350 Recklinghausen, DE;
Kröninger, Peter, Ing.(grad.), 4650 Gelsenkirchen, DE;
Rose, Peter;
Bollmann, Alfred, 4630 Bochum, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Albrecht, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 03.04.1991
DE-Aktenzeichen 4110681
Offenlegungstag 08.10.1992
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.05.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.1993
IPC-Hauptklasse E21D 23/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schreitausbaugestell für bergbauliche Untertagebetriebe, mit Liegendkufe, insbesondere geteilter Liegendkufe, mit Liegendauflager, Hangendkappe, versatzseitigem Schild und Schreitwerk mit Führungsstangenaggregat und Schreitzylinderkolbenanordnung, wobei zwischen Liegendkufe und Hangendkappe hydraulische Stempel eingesetzt sowie zwischen Liegendkufe und Schild ein Hebelgetriebe mit an jeder Seite der Liegendkufe einem vorderen Gelenkanschluß und einem versatzseitigen Gelenkanschluß angeordnet sind, wobei das Führungsstangenaggregat mit einem Stangenkopf versehen ist, der an einen Förderer anschließbar ist, und wobei die Liegendkufe auf dem Führungsstangenaggregat geführt sowie das Führungsstangenaggregat mit einer andererseits an die Liegendkufe angeschlossenen Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung ausgerüstet ist, die im Bereich der hydraulischen Stempel angeordnet ist, wobei die Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung mit Hilfe einer Liftbrücke gelenkig an die Liegendkufe angeschlossen ist und außerdem an einer Druckplatte abstützbar ist, welche die Führungsstangen des Führungsstangenaggregates umgreift. Im Rahmen der Erfindung ist die Liegendkufe vorzugsweise als geteilte Liegendkufe ausgeführt. - Es versteht sich, daß die Schreitzylinderkolbenanordnung mit der Liegendkufe und dem Führungsstangenaggregat im Sinne der Schreitbewegung zusammenwirkt. Der Ausdruck Liegendkufe umfaßt einteilige und zweiteilige Liegendkufen. Das gleiche gilt für den Ausdruck Hangendkappe und gegebenenfalls für den Ausdruck versatzseitiger Schild. Das Lagerbauteil wird in der Praxis auch als Traverse bezeichnet.

Bei dem aus der DE 34 00 771 A1 bekannten Schreitausbaugestell, von dem die Erfindung ausgeht, kommt der Tatsache, daß das Führungsstangenaggregat mit einer Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung ausgerüstet ist, die andererseits mittelbar oder unmittelbar an die Liegendkufe angeschlossen ist und die im Bereich der hydraulischen Stempel angeordnet ist, besondere Bedeutung zu. Diese Anordnung erlaubt es, beim Schreiten des Schreitausbaugestells zum Förderer hin die Kufenspitze anzuheben. Dabei funktioniert das Führungsstangenaggregat gleichsam als eine Brücke, die einerseits an dem Förderer oder auf dem Förderer abgestützt ist und andererseits über die Liegendkufe mit dem Ende des Liegendkufenauflagers auf dem Liegenden abgestützt ist. Bei Betätigung der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung wird gleichsam das gesamte Schreitausbaugestell um das Ende, genauer den Endpunkt, des Liegendauflagers, die Kufenspitze anhebend, um ein vorgegebenes Maß zum Hangenden hin geschwenkt, so daß das Liegendauflager der Liegendkufe die gewünschte Liftbewegung durchführt und vom Liegenden ausreichend freikommt. Bei der Ausführungsform mit geteilter Liegendkufe kann die Anordnung auch so getroffen sein, daß jede Teilkufe in der beschriebenen Art und Weise liftbar ist. Bei der bekannten Ausführungsform umschließt die Druckplatte die Führungsstangen und ist fest mit den Führungsstangen verbunden. Bei auf der Druckplatte abgestützter Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung und Betätigung der Schreitzylinderkolbenanordnung gleitet die Kufenlift-Zylinderanordnung bzw. ein damit verbundenes Gleitstück über die Druckplatte hinweg. Dementsprechend muß die Länge der Druckplatte wenigstens der Länge des Schreitweges entsprechen. Die Befestigung der Druckplatte an den Führungsstangen muß auch zur Übertragung der beim Gleiten auftretenden Horizontalkräfte eingerichtet sein. Im Ergebnis wird die Druckplatte sehr groß und schwer.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schreitausbaugestell des eingangs beschriebenen Aufbaus so weiter auszubilden, daß die Druckplatte ohne Beeinträchtigung ihrer Funktion leichter ausgebildet sein kann.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Druckplatte die Führungsstangen formschlüssig umgreift und daß die Kolbenstangen der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnungen an die Druckplatte mit Hilfe von Pfannengelenken oder Kugelgelenken angeschlossen sind. Damit ist die Druckplatte frei von den Führungsstangen und relativ dazu beweglich, weil sie die Führungsstangen lediglich formschlüssig umfaßt. Die Längenausdehnung der Druckplatte kann auf ein Mindestmaß beschränkt werden, ohne daß ihre wesentliche Funktion, nämlich die Übertragung vertikaler Kräfte aus der Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung auf die Führungsstangen, beeinträchtigt wird.

Im einzelnen bestehen im Rahmen der Erfindung mehrere Möglichkeiten der weiteren Ausbildung und Gestaltung. Bei der Ausführungsform mit geteilter Liegendkufe, deren Teilkufen zum Schreitwerk hin Seitenwangen aufweisen, ist die Liftbrücke an den Seitenwangen befestigt. Zu besonders günstigen Kraftverhältnissen kommt eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Druckplatte im wesentlichen senkrecht unter der Liftbrücke angeordnet ist. Die Zylinder der Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung sind an die Liftbrücke zweckmäßigerweise mit Hilfe von Bolzengelenken angeschlossen. - Es versteht sich, daß in den Rahmen der Erfindung auch eine Ausführungsform fällt, bei der nicht die Zylinder der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnungen an die Liftbrücke angeschlossen sind, sondern die Kolbenstangen, während die Zylinder gelenkig an der Druckplatte abgestützt sind.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt in schematischer Darstellung

Fig. 1 die Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schreitausbaugestells,

Fig. 2 eine Draufsicht auf das Schreitwerk aus dem Gegenstand nach Fig. 1,

Fig. 3 das Führungsstangenaggregat aus dem Gegenstand nach Fig. 2 mit Kufenlift-Zylinderanordnung in gegenüber der Fig. 2 veränderter Funktionsstellung und

Fig. 4 einen Schnitt in Richtung B-B durch den Gegenstand nach Fig. 3, ohne Darstellung des Schreitwerkes.

Das in den Figuren dargestellte Schreitausbaugestell 1 ist für bergbauliche Untertagebetriebe bestimmt. Zum grundsätzlichen Aufbau gehören eine Liegendkufe 2 mit Liegendauflager 3, eine Hangendkappe 4, ein versatzseitiger Schild 5 und ein Schreitwerk mit Führungsstangenaggregat 6 und Schreitzylinderkolbenanordnung 7. Im Ausführungsbeispiel ist die Liegendkufe 2 eine zweiteilige Liegendkufe mit zwei Teilkufen 2a, 2b. Zwischen Liegendkufe 2 und Hangendkappe 4 sind hydraulische Stempel 8 eingesetzt. Zwischen Liegendkufe 2 und Schild 5 ist ein Hebelgetriebe 9 mit an jeder Seite der Liegendkufe einem vorderen Gelenkanschluß 10 und einem versatzseitigen Gelenkanschluß 11 angeordnet. Das Führungsstangenaggregat 6 ist mit einem Stangenkopf 12 versehen, der an einen Förderer 13 anschließbar ist. Die Liegendkufe 2 ist auf dem Führungsstangenaggregat 6 geführt. Das Führungsstangenaggregat 6 ist mit einer andererseits an die Liegendkufe angeschlossenen Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 ausgerüstet, die im Bereich der hydraulischen Stempel 8 angeordnet ist. Insbesondere aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 2 bis 4 entnimmt man, daß die Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 mit Hilfe einer Liftbrücke 15 an die Liegendkufe 2 angeschlossen ist. Man erkennt in den Fig. 2 bzw. 4 die beiden Teilkufen 2a, 2b bzw. die Seitenwangen 16der Teilkufen 2a, 2b, an denen die Liftbrücke 15 befestigt ist. In der Liftbrücke 15 sind die Zylinder 17 der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 gelenkig aufgehängt. Die Kolbenstangen 18 der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 sind im übrigen an einer Druckplatte 19 gelenkig abgestützt, welche die Führungsstangen 20 des Führungsstangenaggregates 6 formschlüssig umgreift. Insoweit wird insbesondere auf eine vergleichende Betrachtung der Fig. 3 und 4 verwiesen. Im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Druckplatte 19 im wesentlichen senkrecht unter der Liftbrücke 15 angeordnet. Die Zylinder 17 der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 sind an die Liftbrücke 15 mit Hilfe von Bolzengelenken 21 angeschlossen. Die Kolbenstangen 18 der Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung 14 sind an die Druckplatte 19 mit Hilfe von Pfannengelenken 22 oder Kugelgelenken angeschlossen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schreitausbaugestell für bergbauliche Untertagebetriebe, - mit

    Liegendkufe mit Liegendauflager, insbesondere geteilter Liegendkufe,

    Hangendkappe,

    versatzseitigem Schild und

    Schreitwerk mit Führungsstangenaggregat und Schreitzylinderkolbenanordnung,

    wobei zwischen Liegendkufe und Hangendkappe hydraulische Stempel eingesetzt sowie zwischen Liegendkufe und Schild ein Hebelgetriebe mit an jeder Seite der Liegendkufe einem vorderen Gelenkanschluß und einem versatzseitigen Gelenkanschluß angeordnet sind, wobei das Führungsstangenaggregat mit einem Stangenkopf versehen ist, der an einen Förderer anschließbar ist, und wobei die Liegendkufe auf dem Führungsstangenaggregat geführt sowie das Führungsstangenaggregat mit einer andererseits an der Liegendkufe angeschlossenen Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung ausgerüstet ist, die im Bereich der hydraulischen Stempel angeordnet ist, wobei die Kufenlift-Zylinderkolbenanordnung mit Hilfe einer Liftbrücke gelenkig an die Liegendkufe angeschlossen ist und außerdem an einer Druckplatte abstützbar ist, welche die Führungsstangen (20) des Führungsstangenaggregates (6) umgreift, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (19) die Führungsstangen (20) formschlüssig umgreift und daß die Kolbenstangen (18) der Kufenlift- Zylinderkolbenanordnungen (14) an die Druckplatte (19) mit Hilfe von Pfannengelenken (22) oder Kugelgelenken angeschlossen sind.
  2. 2. Schreitausbaugestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Ausführungsform mit geteilter Liegendkufe (2), bei der die Teilkufen (2a, 2b) zum Schreitwerk hin Seitenwangen (16) aufweisen, die Liftbrücke (15) an den Seitenwangen (16) befestigt ist.
  3. 3. Schreitausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (19) im wesentlichen senkrecht unter der Liftbrücke (15) angeordnet ist.
  4. 4. Schreitausbaugestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinder (17) der Kufenlift- Zylinderkolbenanordnung (14) an die Liftbrücke (15) mit Hilfe von Bolzengelenken (21) angeschlossen sind.






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