PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3879801T2 08.07.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0301735
Titel Übungsseemine.
Anmelder British Aerospace plc, London, GB
Erfinder Addison, Edward BRITISH AEROSPACE P.L.C., Hampshire Road Weynouth Dorset DT4 9TZ, GB
Vertreter Koch, G., Dipl.-Ing.; Haibach, T., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Feldkamp, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Aktenzeichen 3879801
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 15.07.1988
EP-Aktenzeichen 883065120
EP-Offenlegungsdatum 01.02.1989
EP date of grant 31.03.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.07.1993
IPC-Hauptklasse F42B 8/28

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Übungsseemine.

Als Übungsminen werden gegenwärtig Gehäuse von echten Minen benutzt, die mit einer inerten Substanz, beispielsweise Sand/Zement, statt mit einem Explosivmittel gefüllt sind (siehe z. B. US-A-3086464). Derartige Minen können von einem Unterseeboot oder einem Schiff ausgesetzt oder auch gelegentlich von einem Flugzeug abgeworfen werden. Da die Gehäuse echter Minen kostspielige Gegenstände sind, versucht man diese Übungsminen wieder aufzufinden, aber dies stellt wiederum eine kostenaufwendige Arbeit dar, und die Wiedergewinnungsrate ist nur niedrig. Die Gehäuse echter Minen überhäufen den Meeresboden und können eine Beschädigung von Fischernetzen verursachen.

Die Benutzung von biologisch abbaubaren Materialien für das Gehäuse eines Übungsflugkörpers wird in der FR-2364425 vorgeschlagen.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Übungsmine, die aus einem Hüllkörper besteht, der eine inerte Substanz enthält, und die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Hüllkörper mit einem inneren Rohrkörper versehen ist, der an einem Ende durch einen entfernbaren Stopfen abgedichtet ist, um den Zutritt von Wasser beim Aussetzen der Mine zu ermöglichen, und daß sowohl die Körperhülle als auch der Rohrkörper aus einem Material bestehen, welches sich zersetzt, wenn es dem Wasser ausgesetzt wird.

Vorzugsweise ist die Mine so ausgebildet, daß sie sich innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer nach dem Aussetzen, beispielsweise zwischen einem und sechs Monaten, zersetzt. Die Mine kann Mittel aufweisen, um eine Zersetzung beim Aussetzen einzuleiten, beispielsweise kann sie eine Reißleine und einen wegziehbaren Stopfen aufweisen.

Vorzugsweise besteht der Körperaufbau der Mine aus Holz, beispielsweise aus Sperrholz, und das inerte Füllmaterial kann eine lösbare Zement/Mörtel-Mischung sein.

Spezielle Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nunmehr unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 einen Längsschnitt einer Übungsseemine gemäß der vorliegenden Erfindung,

Fig. 2 einen Querschnitt einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,

Fig. 3 einen Querschnitt einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

Gemäß Fig. 1 ist eine Übungsseemine allgemein mit 10 bezeichnet, und sie besteht aus einem rohrförmigen Gehäuse 12 aus Sperrholz (14/15 Schichten), das aus zwei im Vakuum geformten Hälften hergestellt ist, die aneinandergefügt, miteinander verbunden und mit einem Kleber gegenseitig festgelegt sind, der einen nur geringen Wasserwiderstand aufweist. Ein zentrales Rohr 14 aus umsponnenem Karton erstreckt sich fast über die gesamte Länge des Gehäuses 12. Das Gehäuse 12 ist mit einer im Wasser sich zersetzenden Mischung aus Beton und Mörtel angefüllt, und diese Füllung ist mit 16 bezeichnet. Eine Endkappe 18 aus einem ringförmigen Sperrholzblock bildet eine Füllöffnung 19, und daran verschraubt ist ein Nasenkörper 20, und dies kann ein metallischer Minennasenkörper sein, oder er kann aus einem Material bestehen, das sich im Wasser zersetze. Am anderen Ende des Gehäuses 12 ist ein Block 22 aus Kartonmaterial eingefügt, um den Massenmittelpunkt der Mine 10 einzustellen, und eine aus Sperrholz bestehende Endkappe 24 stößt stumpf gegen die Stirnwand des Gehäuses 10, an dem ein Schwanzstück 26, beispielsweise aus Metall oder Holz, befestigt ist. Eine Reißleine 28 ist an einem Abreißstopfen oder Abreißflecken 30 befestigt, der ursprünglich das Ende des mittleren Rohres 14 abdichtet. Ein oberer Schlüsselansatz 32 ist vorgesehen, um die Mine 10 im Abschußrohr eines Unterseeboots zu verriegeln.

Die Länge der Übungsmine 10 beträgt etwa 2,5 m, und das Gewicht beträgt etwa 800 bis 900 kg. Diese Übungsmine simuliert die Form einer speziellen echten Mine.

Im Betrieb kann die Übungsmine 10 von einem Unterseeboot oder einem Flugzeug abgeschossen werden, und sie ist so ausgebildet, daß beim Abschuß die Reißleine 28 gezogen wird, um den abziehbaren Stopfen 30 freizugeben (hierdurch wird das Scharfmachen der Waffe simuliert), so daß Wasser in das Mittelrohr 14 eintreten kann, um die Zersetzung einzuleiten.

Zunächst zersetzt sich das Mittelrohr 14, dann die Mischung aus Beton und Mörtel 16 und schließlich das Gehäuse 12. Es ist vorgesehen, die Mine 10 so auszubilden, daß sie sich innerhalb von einem bis sechs Monaten im Meer fast vollständig auflöst.

Die oben beschriebene Übungsmine simuliert eine echte Mine, sie kann jedoch aus billigem Material hergestellt werden, wobei auch kostengünstige Produktionstechniken Anwendung finden können. Die Mine kann mit einem geeigneten Überzug versehen sein, um eine unerwünschte äußere Zersetzung vor Benutzung zu verhindern und/oder um ein realistisches Schallbild für die Praxis des Minensuchens zu bilden. Die Übungsmine ist baulich genügend fest, um dem Transport und dem Abschuß selbst von einem Flugzeug widerstehen zu können, aber sie zersetzt sich bis auf einen erforderlichen Standard während einer vorbestimmten Zeitdauer nach dem Abschuß.

Eine abgewandelte Ausführungsform ist in Fig. 2 dargestellt, und die Fig. 2 zeigt eine Übungsmine 50, die allgemein das gleiche äußere Aussehen hat wie die Mine 10 gemäß Fig. 1.

Innen besteht die Mine 50 aus einem Sperrholzgehäuse 51, das sieben Rohre 52-58 aus weichem Sperrholz enthält, die mit Sandsäcken gefüllt sein können, die vakuumverpackt in Polythen sind. Dreieckige Stäbe 60-65 sind über den Umfang des Minengehäuses 51 verteilt, um die Rohre 52-58 in ihrer Lage zu halten. Sechs Weichholzstäbe sind in der dargestellten Weise um das Mittelrohr 58 herum angeordnet.

Die Rohre 52-58, die Stäbe 60-65 und die inneren Stäbe sind durch Bügel miteinander verbunden und mit einem wasserlöslichen Kleber verbunden, bevor sie in das Gehäuse 51 eingesetzt werden. Dieses Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, daß es baulich relativ fest ist, und außerdem ergeben die Rohr 52-58 mehrere Kanäle, durch die das Wasser zirkulieren kann, um den Kleber aufzulösen und die Zersetzung einzuleiten.

Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in Fig. 3 dargestellt. Hierbei weist die Übungsmine 80 ein Außengehäuse 82 aus Sperrholz und drei laminierte, aus weichem Sperrholz bestehende Streben 84, 86 und 88 auf, die einen Kreuzaufbau definieren. Die Streben 84, 86 und 88 erstrecken sich über die Länge des Gehäuses 82, und sie werden an ihrem Platz relativ zum Gehäuse 82 durch U-förmige, aus Holz bestehende Leisten 90-93 gehalten. Viertelkreisförmige Leisten 94-97 aus Weichholz sind an der aus der Zeichnung ersichtlichen Stelle verklebt.

Die Streben 84, 86 und 88 sind, wie bei 98 angedeutet, gelocht, um ein Füllmittel 100, beispielsweise eine Mischung aus Salz und Mörtel, einfüllen zu können.

Dieses Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, daß die Streben 84, 86 und 88 in allen drei Dimensionen eine zusätzliche Festigkeit der Mine 80 verleihen und daß eine Lastverteilung dadurch erreicht wird, daß das Füllmittel 100 durch die Öffnungen 98 in den Streben 84, 86 und 88 verdrallt ist.

Eine andere mögliche Konstruktion könnte darin bestehen, das Minengehäuse in Form eines Fasses herzustellen, wobei miteinander verriegelte Anker vorgesehen sind, die durch Reifen, beispielsweise aus einer Aluminiumlegierung, gehalten werden.

Es können sehr viele sich im Wasser zersetzende Materialien beim Zusammenbau einer erfindungsgemäßen Übungsmine benutzt werden einschließlich korridierbarer Materialien wie Schwedenstahl, Aluminium, Magnesium, Bimetallkombinationen, die kathodische Effekte liefern, Natrium usw. Es können alle Arten von Füllstoffen benutzt werden, beispielsweise lösliche Salze, Salz und Mörtelmischungen, Lehm- und Kiesmischungen, Salz- und Sandmischungen usw. Es können auch organische Materialien benutzt werden, die vom Organismus des Meeres verzehrt werden, und es ist außerdem vorgesehen, daß die Übungsmine einen biologischen Organismus oder Materialien wie beispielsweise Enzyme aufweisen kann, um eine Zersetzung zu gewährleisten.


Anspruch[de]

1. Übungsseemine (10), die einen Hüllkörper (12), angefüllt mit einer inerten Substanz (16), aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Hüllkörper (12) mit einem inneren Rohr (14) versehen ist, das an einem Ende durch einen entfernbaren Stopfen (30) verschließbar ist, um den Durchtritt von Wasser beim Aussetzen der Mine (10) zu ermöglichen, und daß sowohl der Hüllkörper (12) als auch das Rohr (14) aus einem Material bestehen, welches sich zersetzt, wenn es dem Wasser ausgesetzt wird.

2. Übungsmine (10) nach Anspruch 1, welche eine Reißleine (28) besitzt, die an dem entfernbaren Stopfen (30) befestigt ist, um ein Herausziehen des Stopfens (30) beim Aussetzen der Mine (10) zu ermöglichen.

3. Übungsmine (10) nach den Ansprüchen 1 oder 2, bei welcher der Hüllkörper (12) aus Sperrholz hergestellt ist.

4. Übungsmine (10) nach den Ansprüchen 1 oder 2, bei welcher der Hüllkörper (12) aus einem Metall besteht, welches korrodiert, wenn es dem Meerwasser ausgesetzt wird.

5. Übungsmine (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welcher das Innenrohr (14) aus umsponnenem Karton hergestellt ist.

6. Übungsmine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher der Hüllkörper (12) mit einer Mehrzahl von rohrförmigen Teilen (52-58) versehen ist, von denen jedes rohrförmige Teil aus weichem Sperrholz hergestellt ist.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com