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Dokumentenidentifikation DE69001250T2 14.10.1993
EP-Veröffentlichungsnummer 0478605
Titel VORRICHTUNG FÜR DIE NEUTRALISATION VON ORGANISCHEN STOFFEN UND FÜR DIE BESEITIGUNG VON PHOSPHOR ENTHALTENDEN VERBINDUNGEN IN WASSERBECKEN.
Anmelder Farm Fish S.r.l., Bologna, IT
Erfinder ANGIOLIN, Valfrido, I-30010 Campagna Lupia, (Venezia), IT
Vertreter Hauck, H., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing., 80336 München; Graalfs, E., Dipl.-Ing., 20354 Hamburg; Wehnert, W., Dipl.-Ing., 80336 München; Döring, W., Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dr.-Ing., 40474 Düsseldorf; Siemons, N., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anwälte, 20354 Hamburg
DE-Aktenzeichen 69001250
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, LI, LU, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 11.06.1990
EP-Aktenzeichen 909090656
WO-Anmeldetag 11.06.1990
PCT-Aktenzeichen IT9000058
WO-Veröffentlichungsnummer 9015530
WO-Veröffentlichungsdatum 27.12.1990
EP-Offenlegungsdatum 08.04.1992
EP date of grant 31.03.1993
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.10.1993
IPC-Hauptklasse A01K 63/04
IPC-Nebenklasse C02F 7/00   C02F 1/24   C02F 3/20   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, die zum Neutralisieren und zur Entfernung von Phosphorbestandteilen im Wasser eines Beckens vorgesehen ist, indem man biologisch auf das Wasser einwirkt, ohne weitere Materialien oder Substanzen zuzusetzen und ohne daß nachfolgende chemische Behandlungen erforderlich sind.

Aus dem Stand der Technik ist es gut bekannt, daß ein Selbstreinigungsverfahren im Verlaufe eines Gewässers dank der Fließfähigkeit des Wassers auch in Wasserbecken erfolgen kann, wenn die organische Belastung im Wasser nicht bestimmte Grenzwerte überschreitet, doch ist dies oft unzureichend und führt zu schlechten oder keinen Ergebnissen.

Insbesondere sind natürliche oder künstliche Wasserbecken, Seen oder Teiche wegen der nicht ausreichenden Fließfähigkeit des Wassers nicht in der Lage, sogenannte Nährstoffe, d.h. Substanzen, die zur Entwicklung von Formen tierischen oder pflanzlichen Lebens beitragen, zu eliminieren. Solche Substanzen bestehen hauptsächlich aus Phosphor und Stickstoffbestandteilen (Phosphate und Nitrate).

Da die Rückhaltezeiten für das Wasser in solchen Becken sehr lange sind, sammeln sich die Nährstoffe insbesondere dort im Becken an, wo das Wasseraustausch ziemlich langsam und schwierig ist, was zu sogenannten Eutrophie-Erscheinungen führt.

Tatsächlich werden in einem Becken mit einem hohen Gehalt von Nährstoffen solche Kettenreaktionen gestartet, die bei warmem Wetter die Entwicklung von großen Mengen Algen und anderer Wasserpflanzen hervorrufen, die von der hohen Konzentration der Nährstoffe begünstigt ist, während bei kaltem Wetter der größte Teil der gewachsenen Wasserflora abstirbt und auf den Beckenboden sinkt.

Die organische Masse am Beckenboden zersetzt sich, verbraucht dabei große Mengen Sauerstoff und führt zu anaerobischen Zuständen, d.h. zu Sauerstoffmangel, der vom Boden ausgeht, aber sich fortschreitend in das umgebende Wasser ausbreitet.

Demzufolge ist das komplexe biologische Gleichgewicht im Becken ernstlich gestört und es werden insbesondere giftige Substanzen freigesetzt und damit setzt das Sterben der Fische ein.

Kurzum, der Prozeß der Eutrophie infolge des Vorhandenseins von zu vielen Nährstoffen äußert sich in einer außerordentlich starken Produktion von Algen, die zu einem zu hohen Sauerstoffverbrauch und als Folge davon zum Umschlagen des Beckenwassers führt.

Bekannte Systeme bedienen sich der künstlichen Belüftung des Beckenwassers. Beispielsweise kann eine Belüftung durch austretende Luft am Beckenboden durch gelochte Rohre erfolgen, so daß es möglich ist, das Wasser am Boden ständig zu erneuern, so daß es deshalb ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Ein solches System kann jedoch nur im Notfall verwendet werden, da es das Problem nicht an der Wurzel erfaßt, d.h. die Nährstoffe werden nicht entfernt, sondern es wird nur einfach der Luftmangel am Beckenboden beseitigt. Sobald die Belüftung endet, stellt sich der Eutrophie-Zustand schnell wieder ein. In anderen Fällen werden Oberflächenbelüftungen, z.B. schwimmende Belüftungen eingesetzt, mit denen das Wasser umgerührt wird, um die Sauerstoffanreicherung zu fördern. Solche mechanische Mittel, die an der Oberfläche arbeiten, bestehen grundsätzlich aus einem auf einer schwimmenden Plattform montierten Motor, der eine Turbine in Drehung versetzt. Ein Diffusor versprüht das von der Turbine geförderte Wasser, so daß die Menge des im Wasser gelösten Sauerstoffs vergrößert wird.

Die auf diese Weise ausgeführte Belüftung resultiert in einer Oxidation eines Teils der Phosphorkomponenten und ihre Umwandlung in Produkte, die einen hohen Grad an Oxidation besitzen (Ortophosphate).

Da jedoch zusätzliche Behandlungen, hauptsächlich chemischer Natur, später erforderlich sind, da die Umwandlung der Phosphorkomponenten in Komponenten mit einem hohen Oxidationsgrad, wie sie von Pflanzen und Organismen im allgemeinen unmittelbar assimilierbar sind, wird die Eutrophie noch verschlechtert anstatt verbessert.

Darüber hinaus saugen die Turbinenblätter zusammen mit Wasser auch in der Nähe befindliche Fische an, die dabei zu Tode kommen und dies ist für jede Fischzucht im Becken nachteilig.

Aus FR-A-23 64 181 ist eine Einrichtung zur Biobelüftung von Wasser bekannt. Mit dieser Einrichtung erhält man die Oxidation von Phosphor, indem Wasser in einen in das zu reinigende Becken eingetauchten Zylinder gepumpt wird. Das Wasser wird aus dem Becken über ein mit der Pumpe verbundenes Rohr entnommen und dann in den Zylinder gefördert. In dem Rohrabschnitt zwischen der Pumpe und dem Zylinder ist eine Venturi-Düse vorgesehen, durch die Luft von außen her durch eine kleinere Rohrleitung eingesaugt und mit dem zum Zylinder strömenden Wasser gemischt wird. Der Wasser- und Luftwirbel im Zylinder resultiert in der Bildung von Schaum, der auf der Wasseroberfläche schwimmt und durch ein Rohr großen Durchmessers abgezogen wird. Dieses Rohr großen Durchmessers verschließt mit einem konischen Ende das offene obere Ende des Zylinders. Letztlich strömt das Wasser in das Becken durch eine Öffnung 6, die im Boden des Zylinders liegt. Um das abnormale Wachstum von Algen wirksam und endgültig zu stoppen, ist es deshalb notwendig, direkt auf die Nährstoffe einzuwirken, und ihre Mengen im Becken zu kontrollieren. Mit anderen Worten handelt es sich um das Eliminieren der Nährstoffe, wie Kalium, Eisen, Mangan und vor allem Phosphor und Stickstoff, die dieses Wachstum begünstigen.

Es wurde festgestellt, daß es zum Erzielen guter Resultate ausreicht, gerade einen einzigen Nährstoff anstelle aller zu eliminieren, was in der Praxis eine äußerst teuere und schwierige Aufgabe wäre.

Insbesondere ist für das Wachstum von Algen der Phosphor wesentlich, der am allereinfachsten zu eliminieren ist, da seine im Wasser enthaltene Menge kleiner ist als die des Stickstoffs.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe ist es deshalb, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der eine wesentliche Verringerung der Phosphormengen im Wasser eines Beckens möglich ist, um das Phänomen der Eutrophie zu vermeiden oder wenigstens drastisch zu verringern.

Die hier beschriebene Vorrichtung arbeitet einfach und wirksam, indem biologisch auf das Beckenwasser eingewirkt wird, ohne daß weitere Materialien oder Substanzen hinzugeführt werden und ohne daß nachfolgende Behandlungen chemischer Natur erforderlich sind, wobei von einer technischen Lösung Gebrauch gemacht wird, die leicht und billig auszuführen ist.

Um die vorgenannte Aufgabe zu lösen, wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung zur organischen Neutralisation und zur Reduktion von Phosphorbestandteilen in Wasserbecken vorgeschlagen, das eine rückseitige Baugruppe aufweist, die von einem Gehäuse mit parallelen Seiten, mit einer Öffnung nahe seinem Boden und mit einem Fenster nahe der oberen Seite gebildet ist.

Das Gehäuse ist mit einem Gebläse versehen, von dem ein Rohr ausgeht und in die Öffnung mündet, um mit einem Element am Gehäuseboden zum Austreten von Luft verbunden zu werden.

Die rückseitige Baugruppe ist teilweise im Wasserbecken eingetaucht und setzt einen Luftstrom im Wasser in einer bestimmten Tiefe frei, um die Oxidation von Phosphorbestandteilen in dem Wasservolumen innerhalb des Gehäuses durchzuführen und den Luftstrom nach oben zu leiten.

Ein Frontelement besitzt einen wannenförmigen Behälter, der wie eine Glocke umgekehrt angeordnet ist, teilweise in die rückseitige Baugruppe eingefügt ist, um den durch das Wasservolumen im Gehäuse nach oben strömenden Luftstrom aufzunehmen und diesen zur Vorderseite zu fördern, an der eine Leitungsverbindung angeschlossen ist, die nach oben gerichtet ist und durch die der die Oxidationsprodukte enthaltende Schaum in einen 'ventilierten' weichen Behälter strömt, der in einem steifen Gehäuse angeordnet ist, der außen über dem Behälter montiert ist.

Die Merkmale der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Perspektive der erfindungsgemäßen Vorrichtung;

Fig. 2 einen seitlichen Schnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer senkrechten Symmetrieebene;

Fig. 3 die Vorrichtung längs der Linie III-III in Fig. 2;

Fig. 4 und 5 zwei Anlagen aus mehreren in einer Batterie angeordneten Vorrichtungen;

Fig. 6 eine Einzelheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Abänderung;

Fig. 7 eine Anlage mit einer Batterie aus mehreren Vorrichtungen entsprechend der vorgenannten Abänderung und

Fig. 8 eine Seitenansicht und einen senkrechten Schnitt und 9 zweier weiterer Ausführungsformen der Vorrichtung.

In der Zeichnung besteht die Vorrichtung 1 aus einem hinteren Modul 2 und einem Frontelement 3, die miteinander in zu beschreibender Weise lösbar verbunden sind. Das hintere Modul 2, das in Seitenansicht in Fig. 2 und in einem teilweise vorderen Schnitt in Fig. 3 gut dargestellt ist, besitzt ein quaderförmiges Gehäuse 4, das senkrecht und lösbar an Stützen 34 befestigt ist, die es teilweise im Wasser des zu behandelnden Beckens eingetaucht halten.

In einer ersten Ausführungsform bestehen die Stützen 34 aus zwei Schwimmern 5 und 6, mit denen das Gehäuse 4 über zwei Platten 7 und 8 verbunden ist, die an den Seitenwänden an gebracht sind und in entsprechende Führungen 9 der Schwimmer greifen.

Längs der Führungen 9 sind Mittel vorgesehen, um die Platten 7, 8 zum Einstellen der Tiefe des Gehäuses gegenüber den Schwimmern zu verriegeln. In den Platten sind senkrecht übereinander angeordnete Bohrungen 42 vorgesehen, in die Bolzen 41 der Führungen 9 greifen. Wählt man die Bohrungen 42 für die Stifte 41, so ist es möglich, die Eintauchtiefe des Moduls 2 im Wasser zu bestimmen. Das Gehäuse 4 ist mit einer hinteren Öffnung 10 nahe seinem Boden versehen sowie mit einem nahe der Oberseite vorgesehenen vorderen Fenster 11, das sich über mehr als die Hälfte der vorderen Wandfläche erstreckt. Über der Oberseite des Gehäuses 4 ist ein Gebläse 12 befestigt, das aus einem Motor und einer Luftpumpe besteht, z.B. einer Zentrifugalpumpe. Vom Austritt des Gebläses zweigt ein Rohr 13 ab, das sich nach unten längs der Rückwand des Gehäuses erstreckt und in dieses durch die Öffnung 10 mündet und das in der Mitte eines Zylinders 14 angeschlossen ist und mit seinem Auslaß in den Zylinder mündet.

Die beiden Stirnseiten des Zylinders 14 sind mit zwei Sitzen versehen, in welche entsprechende Stirnseiten von seitlichen Hülsen 15 und 16 sitzen, die aus porösem Material hergestellt sind, z.B. aus Bimsstein. Die freien Enden der Hülsen 15 und 16 sind mit Deckeln 17 und 18 verschlossen. Die gesamten Anordnung aus dem mittleren Zylinder 14, den seitlichen Hülsen 15 und 16 und Deckeln 17 und 18 wird von einem Zugbolzen 14 zusammengehalten, der durch diese Komponenten greift und an seinen Enden mit zwei Muttern verschraubt ist. Diese Anordnung bildet ein Luftdiffusorelement 33, das nachstehend beschrieben ist. Das Frontelement 3 besteht andererseits aus einem Behälter 20 von einer Form, bei der die Vorderseite in einem Punkt endet, der wie eine Glocke umgekehrt angeordnet ist und mit zwei Schimmern 21 und 22 auf beiden Seiten und längsseitig verbunden ist.

Über der Vorderseite des Behälters 20, der punktförmig endet, gibt es einen Sammler 35, der aus einem steifen äußeren Gehäuse 23 besteht, indem ein weicher "ventilierter" Behälter 24 (z.B. ein Kunststoffsack) angeordnet ist. Die Mündung des weichen Gehäuses 24 ist mit einer Leitung 25 verbunden, die in die Innenseite des Behälters 20 an dessen vordersten Ende mündet. Das äußere Gehäuse 23 hat den Zweck, daß sich das weiche Gehäuse 24 durch Windeinflüsse nicht von der Leitungsverbindung 25 lösen kann.

Die Rückseite des Behälters, der gemäß Fig. 2 trichterförmig ist, wird in das Fenster 11 eingesetzt, wenn das hintere Modul 2 und das Frontelement 3 im Wasser des Beckens eingetaucht sind. Die Verbindung zwischen dem Modul 2 und dem Frontelement 3 erfolgt derart, daß durch Wellenbewegungen leichte gegenseitige Schwankungen möglich sind, beispielsweise durch dünne Seile 26, feste Stangen o.ä..

Die Breite des Fensters 11 erlaubt es, die Höhe des Moduls zum Element 3 einzustellen, ohne das letztere zu stören, das auf dem Wasser schwimmt.

Wenn das Gebläse 12 anläuft, drückt es Luft in das Rohr 13 und in den Zylinder 14 und von dort in die Hülsen 15 und 16. Infolge des porösen Materials der Hülsen 15 und 16 tritt Luft gleichmäßig aus deren Oberfläche aus und strömt im Gehäuse 4 nach oben und verursacht die bekannte Oxidation der Phosphorkomponenten, wie vorstehend beschrieben wurde. Dies wird durch die vergrößerte Kontaktfläche zwischen Luft und Wasser erreicht, die durch die Aufwärtsströmung der Luftblasen zur Wasseroberfläche erhalten wird.

Die durch die Oxidationsreaktion erhaltenen Produkte, die im allgemeinen in der Umgebung im kolloidalen Zustand vorhanden sind, werden von den durch die Wassersäule im Gehäuse 4 aufwärts strömenden Luftblasen mit an die Oberfläche gezogen und bleiben zum größten Teil in dem aus Wasser gebildeten Schaum infolge der Wirkung der Luftblasen und der sich voll ziehenden biologischen Vorgänge (Flotation) suspendiert.

Der Schaum sammelt sich unterhalb des Behälters 20 in der Kammer 39, die durch die Wasseroberfläche und durch die Innenseite des Behälters 20 (Fig. 2) bestimmt ist und wird von der aus dem Wasser austretenden Luft zum Punktende des Frontelements gedrückt. Die Zuspitzung am vorderen Ende des Frontelements begünstigt den Eintritt des Schaums in die Rohrleitung 25.

Somit wird der die Oxidationsprodukte der Phosphorkomponenten in Suspension enthaltende Schaum in dem weichen Behälter 24 aufgesammelt, der nach Füllung ersetzt werden kann und in dem der Schaum sich verflüssigt.

Diese Produkte werden somit wirksam aus dem Wasser entfernt und die Phosphatmengen werden entscheidend verringert. Offensichtlich ist eine einzige vorbeschriebene Vorrichtung für die genannte Aufgabe nicht ausreichend, so daß mehrere Vorrichtungen gleichzeitig verwendet werden müssen. Deshalb kann es erforderlich sein, mehrere Vorrichtungen Seite an Seite zu kombinieren. In diesem Fall bestehen die Stützen 34 zur Befestigung der hinteren Module aus einer Brücke 30, beispielsweise am Einlaß der Wasserführungsleitung des Beckens (Fig. 4).

Es ist besonders vorteilhaft, die Brücke 31 mit einem Geländer 32 zu versehen, um den Zutritt zu erleichtern.

Die Vorrichtungen 1 werden in Sitze 36 der Brücke eingesetzt, beispielsweise durch eine Reihe von Stützen 38 in Längsrichtung der Brücke und durch Einsetzen der Platten 7 und 8 in entsprechende Führungen 37 befestigt, die längs der Stützen 38 vertikal verlaufen. Auch in diesem Fall sind die Führungen 37 mit Mitteln zum Befestigen der Platten 7 und 8 derart versehen, daß die Gehäusetiefe in Bezug auf die Schwimmerhöhe einstellbar ist.

Damit ist es möglich, die Eintauchtiefe des Moduls 2 im Wasser einzustellen. Eine Abänderung ist in Fig. 6 dargestellt, wonach an Stelle der steifen und weichen Behälter die Kante 40 der Vorderseite des Elements 3 hochgezogen ist, um einen Sammler 27 auszubilden, in dem sich der Schaum ansammelt. Dann wird der Schaum aus dem Behälter 27 über einen seitlichen Auslaß 28 entleert, der an eine Leitung 29 angeschlossen sein kann.

Auch in diesem Falle können mehrere Vorrichtungen in einer Batterie angeordnet und nahe der Sammelleitung 29 an einer Brücke gemäß Fig. 7 befestigt sein.

Um die Oxidationsreaktionen der Phosphorkomponenten zu verbessern, kann ferner die dem Diffusorelement 33 zugeführte Luft mittels eines bekannten (nicht dargestellten), mit dem Gebläse 12 verbundenen Erhitzers erwärmt werden.

Es ist auch möglich, die Vorrichtung mit mehreren Luftaustrittselementen 33 gemäß den Fig. 8 und 9 zu versehen. Dies macht es möglich, die Leistung der Vorrichtung zu steigern, ohne daß man mehrere Vorrichtungen in einer Batterie anordnen muß. Die letztere Lösung ist nicht immer sinnvoll, beispielsweise wegen des Raumbedarfs.

Zu diesem Zweck wird das hintere Modul 2 der Vorrichtung in Fig. 8 mit mehreren Mitteln 43 versehen, um den Luftstrom des Gebläses 12 zu leiten. Diese Leitmittel 43 bestehen aus hinter dem Gehäuse 4 schräg überlappenden Platten, die miteinander jeweils Kanäle 44 bilden, die mit der Innenseite des Gehäuses 4 durch die Öffnung 10 in Verbindung stehen.

Die Kanäle 44 haben einen vom Boden nach oben, d.h. in Strömungsrichtung kleiner werdenden Querschnitt, um die Strömungsgeschwindigkeit progressiv zu steigern.

Am unteren Einlaß der Kanäle 44 sind jeweils Luftdiffusoren 33 der vorbeschriebenen Type angeordnet.

Die Luftdiffusoren 33 werden gleichzeitig parallel von einem einzigen Gebläse 12 über eine an das Rohr 13 angeschlossene Verteilung 45 gespeist. Das Rohr 13 läuft oben an den Leitmitteln 43 entlang und ist an den Verteiler 45 angeschlossen, der in horizontaler Lage unterhalb der Luftdiffusoren 33 liegt.

In der in Fig. 9 dargestellten Ausführung, die funktionell der vorstehenden ähnlich ist, bestehen die Leitmittel 46 aus gekrümmten Platten, im wesentlichen in einem einen rechten Winkel beschreibenden Bogen. Auf diese Weise haben die Kanäle 44 die senkrechte Achse an der unteren Mündung und haben ihren Auslaß mit der horizontalen Achse innerhalb des Gehäuses 4. Es wird darauf hingewiesen, daß auch in diesem Fall die Kanäle 44 einen in Strömungsrichtung sich verringernden Querschnitt besitzen.

Die vorstehende Beschreibung bezieht sich auf eine beispielhafte Ausführung, die nicht als Einschränkung zu verstehen ist.

Mögliche Änderungen der Konstruktion sind ebenfalls von dem Patent umfaßt, wie vorstehend beschrieben, und gemäß den folgenden Patentansprüchen.

Die dargestellte Lösung macht es möglich, die verfügbare Wasserfläche bestmöglich auszunutzen, dabei den Zustrom durch den vertikalen Abschnitt merkbar zu steigern und die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Einrichtung zu erhöhen.

Die mit der vorbeschriebenen Vorrichtung erhaltenen Vorteile sind offensichtlich und eine unmittelbare Folge der Verringerung der Mengen von einem der hauptsächlichen Nährstof e, d.h. von Phosphor, der das Phänomen der Eutrophie hervorruft, so daß das Problem an seiner Wurzel gepackt ist.

Ferner arbeitet die Vorrichtung in einer entschiedenen Art und Weise. Deshalb ist eine weitere Behandlung, z.B. chemischer Natur, nicht mehr erforderlich, da die Produkte der Oxidationsreaktionen der Phosphorkomponenten wirksam aus dem Wasser entfernt werden.

Die Fischfauna ist in keiner Weise gestört. Insbesondere verursacht die Vorrichtung nicht den Tod von vorbeischwimmenden Fischen. Dies ist ein besonderer Vorteil, wenn das Becken für Fischzucht benutzt wird. Während der Betriebszeit der Vorrichtung oder mehrerer Vorrichtungen Seite an Seite, wird ein realer Wasserstrom erzeugt, der zwar nicht sehr stark ist, sich im Becken ausbreitet und als günstige Folge davon eine höhere Sauerstoffanreicherung des Wassers mit sich bringt.

Schließlich sind die wirtschaftlichen und sich aus der Einfachheit der Konstruktion der Vorrichtung ergebenden Vorteile in Übereinstimmung mit einer ingeniösen und wahrhaft technischen Lösung für eine effektive Lösung des eingangs erläuterten Problems augenscheinlich.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zur organischen Neutralisation und zur Reduktion von Phosphor in Wasserbecken, wobei die Vorrichtung in das Wasser des genannten Beckens eingetaucht bleibt und Luft mit Wasser vermischt, um die Oxidation des im Wasser enthaltenen Phosphors zu bewirken und den durch das Wasser und die Luft erzeugten Schaum nach oben zu fördern, dadurch gekennzeichnet, daß sie folgende Teile aufweist:

eine hintere Baugruppe (2), die zum Teil in das Wasser des Beckens eingetaucht ist und ein quaderförmiges Gehäuse (4) aufweist, das auf einer seiner senkrechten Seiten nahe dem Boden mit einer Öffnung (10) versehen ist und an der Wand, die der genannten Seite gegenüberliegt, mit einem Fenster (11) nahe dem oberen Ende versehen ist,

eine Gebläseeinheit (12), von der ein Rohr (13) abzweigt, das durch die vorgenannte Öffnung in das Gehäuse (4) mündet und an ein luftverteilendes Bauteil am Boden des Gehäuses (4) angeschlossen ist;

ein vorderes Bauteil (3), das zum Teil in die hintere Baugruppe (2) reicht und den darin nach oben gerichteten Luftstrom und den folglich die Produkte der genannten Oxidation enthaltenden Schaum auffängt und sammelt, wobei das vordere Bauteil (3) einen wannenförmigen Behälter (20) aufweist, der wie eine Glocke mit der Unterseite nach oben angebracht ist und an eine Rohrverbindung (25) angeschlossen ist, die nach oben zu einer Sammelvorrichtung (35) führt, die dazu dient, den durch den genannten Behälter (20) gesammelten Schaum aufzunehmen.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hintere Baugruppe (2) an einer Tragevorrichtung (34) befestigt ist, die sie zum Teil in das Wasser des Beckens eingetaucht hält, in dem die Vorrichtung (1) arbeiten soll, wobei die Öffnung (10) völlig eingetaucht ist und die untere Kante des genannten Fensters (11) sich unter der Wasseroberfläche befindet.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere Bauteil (3) durch Schwimmer (21,22) getragen wird und an seiner Vorderseite an die genannte Rohrverbindung (25) angeschlossen ist.

4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das genannte luftverteilende Bauteil (33) einen Hohlzylinder (14) aufweist, dessen Köpfe mit Sitzen versehen sind, die dazu dienen, ebensoviele Muffen (15,16) aus porösem Material aufzunehmen, die an ihren offenen Enden durch zwei Deckel (17,18) verschlossen werden, wobei die genannten Deckel, Muffen und Zylinder durch eine Verbindungsstange (19) zusammengehalten werden.

5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Tragevorrichtung (34) aus zwei Schwimmelementen (5,6) besteht, die mit passenden Führungen (9) versehen sind, die zur Aufnahme und zum Festhalten entsprechender Platten (7,8) dienen, die senkrecht an dem genannten Gehäuse (4) in unterschiedlicher Tiefe befestigt sind und jederzeit abgenommen werden können.

6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Tragevorrichtung aus einem festen Anlegesteg besteht, der mit Sitzen (36) zur Aufnahme der genannten hinteren Baugruppe (2) versehen ist, sowie mit Führungen zur Aufnahme und zum Festhalten der entsprechenden Platten (7,8), die senkrecht in verschiedene Tiefen an dem genannten Gehäuse (4) befestigt sind.

7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Sammelvorrichtung (35) aus einer "belüfteten" weichen Hülle (24) besteht, die an die genannte Rohrverbindung (25) angeschlossen und in einem steifwandigen Gehäuse (23) untergebracht ist, das außen über dem genannten Behälter (20) befestigt ist.

8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Sammelvorrichtung (35) aus der hochgezogenen Kante (40) des vorderen Teils des genannten Behälters (20) besteht, wodurch ein Sammelbecken (27) gebildet wird, das über eine an dem Behälter (20) angebrachte seitliche Leitung (28) mit einer Sammelrohrleitung (29) verbunden ist.

9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte hintere Baugruppe (2) folgende Bauteile umfaßt: mehrere Fördervorrichtungen (43,46) für den genannten Luftstrom, die aus Platten bestehen, die in das Wasser eingetaucht sind und hinter dem Gehäuse (4) in sich überschneidenden, schiefen Ebenen so angeordnet sind, daß sie untereinander entsprechende Kanäle bilden (44), die über eine Öffnung (10) mit dem Innern desselben Gehäuses (4) verbunden sind; mehrere luftverteilende Bauteile (33), die sich an der unteren Öffnung der genannten Kanäle (44) befinden; eine Gebläseeinheit (12), die zur parallelen Speisung der genannten Luftverteiler (33) über ein Rohr (13) dient.

10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Kanäle (44) einen von unten nach oben, d.h. in der Fließrichtung des genannten Luftstroms, abnehmenden Durchmesser aufweisen, so daß die Strömungsgeschwindigkeit zunehmend ansteigt.







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